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DE2810860A1 - Verfahren zum aufbau von peptidketten - Google Patents

Verfahren zum aufbau von peptidketten

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Publication number
DE2810860A1
DE2810860A1 DE19782810860 DE2810860A DE2810860A1 DE 2810860 A1 DE2810860 A1 DE 2810860A1 DE 19782810860 DE19782810860 DE 19782810860 DE 2810860 A DE2810860 A DE 2810860A DE 2810860 A1 DE2810860 A1 DE 2810860A1
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DE
Germany
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group
precursor
amino acid
carboxyl group
amino
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE19782810860
Other languages
English (en)
Inventor
Garfield Paul Royer
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Pierce Chemical Co
Original Assignee
Pierce Chemical Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Pierce Chemical Co filed Critical Pierce Chemical Co
Priority to DE19782810860 priority Critical patent/DE2810860A1/de
Publication of DE2810860A1 publication Critical patent/DE2810860A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K5/00Peptides containing up to four amino acids in a fully defined sequence; Derivatives thereof
    • C07K5/04Peptides containing up to four amino acids in a fully defined sequence; Derivatives thereof containing only normal peptide links
    • C07K5/06Dipeptides
    • C07K5/06008Dipeptides with the first amino acid being neutral
    • C07K5/06017Dipeptides with the first amino acid being neutral and aliphatic
    • C07K5/06026Dipeptides with the first amino acid being neutral and aliphatic the side chain containing 0 or 1 carbon atom, i.e. Gly or Ala
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C07K1/00General methods for the preparation of peptides, i.e. processes for the organic chemical preparation of peptides or proteins of any length
    • C07K1/04General methods for the preparation of peptides, i.e. processes for the organic chemical preparation of peptides or proteins of any length on carriers
    • C07K1/042General methods for the preparation of peptides, i.e. processes for the organic chemical preparation of peptides or proteins of any length on carriers characterised by the nature of the carrier
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

  • Verfahren zum Aufbau von Peptidkettez
  • Die Erfindung bezieht sich auf ein verbessertes Verfahren zum Aufbau von Peptidketten durch Umsetzung eines Aminosäurevorläuferkomplexes, der eine geschützte alpha-Amino- oder Carboxylgruppe und ein Polynukleotid enthält, mit einem Aminosäurebruchstück in wäßriger Lösung, Abtrennung des umgesetzten Komplexes von nichtumgesetzter Säure durch reversible Verknüpfung des Polynukleotids des Komplexes an ein komplementäres Polynukleotidadsorbens, das auf einem unlöslichen Träger immobilisiert Rist, und Eluieren des Komplexes in Form einer wäßrigen Lösung von dem Träger. Der Komplex wird vorzugsweise enzymatisch entblockiert und als der Vorläufer bei der Wiederholung der Umsetzung mit einer weiteren Säure verwendet. Während des Verfahrens werden vorzugsweise die Ketten, die mit einer gegebenen Säure nicht reagiert haben, durch enzymatischen Abbau entfernt.
  • Das Gebiet der Peptidsynthesen hat in den letzten Jahren beträchtliche Bedeutung erlangt. Es bestehen erhebliche Schwierigkeiten bei der synthetischen Herstellung von hochmolekularen reinen Polypeptiden, deren Aminosäuresequenz tatsächlich der angestrebten entspricht. Die praktische Durchführung der Synthese bis zu der gewünschten Reinheit ist sehr mühsehlig.
  • Die synthetische Herstellung eines Polypeptids ist ein mehrstufiges Verfahren, durch welches ein angestrebtes Produkt durch aufeinanderfolgende chemische Reaktionen eines Vor läufers und einer zugesetzten Verbindung aufgebaut wird, wobei der Vorläufer in jeder gegebenen Stufe der chemisch umgesetzte reagierende Vorläufer der vorangegangenen Stufe ist. Das Verfahren ist somit ein sich wiederholendes.
  • Bei diesem Verfahren wird eine erste Aminosäure mit einer zweiten zu einem Dipeptid umgesetzt, das schematisch durch die Formel I wiedergegeben werden kann.
  • Das so gebildete Peptid wird von den nichtumgesetzten Säuren abgetrennt, worauf eine dritte Aminosäure mit dem Dipeptid zu einem Tripeptid umgesetzt wird. Diese Maßnahmen werden wiederholt, bis ein Polypeptid mit der gewünschten Aminosäuresequenz, das im allgemeinen als das Zielpeptid bezeichnet wird, erhalten wird. Sequenzfehler, aufgrund welcher ein Teil der langen Polypeptidketten eine falsche Aminosäuresequenz aufweist, können mehrere Ursachen haben. Eine dieser Ursachen kann darin bestehen, daß zurückbleibende freie Aminosäure vor der Umsetzung mit einer nachfolgenden Aminosäure nicht aus dem Reaktionsgemisch entfernt werden kann. Aufgrund der Gegenwart einer solchen nichtumgesetzten Säure besteht die Möglichkeit, daß ein Teil der Ketten mit der restlichen Säure anstatt mit der bei dieser Stufe der Sequenz beabsichtigten Säure verlängert wird.
  • Eine weitere und vielleicht schwerer wiegende Ursache von Sequenz fehlern besteht darin, daß sich nicht alle vorhandenen Ketten mit der in jeder einzelnen Stufe der Synthese zugesetzen Aminosäure umsetzen. Bei der Herstellung von Polypeptiden mit niedrigem Molekulargewicht kann das Vorliegen von Ketten mit unterschiedlicher Säurezahl analytisch festgestellt, und die angestrebten Peptidketten können isoliert werden. Die üblichen Analysenmethoden ermöglichen dies jedoch im Fall von Polypeptiden mit höherem Molekulargewicht nicht, weil die Molekulargewichtsunterschiede zwischen richtig und falsch aufgebauten Ketten viel zu gering sind, um nachweisbar zu sein.
  • Die oben beschriebene Peptidsynthese ist als eine Folge von Umsetzungen von Aminosäuren mit einer Polypeptidkette dargestellt worden. Hierfür stehen zwei Wege zur Verfügung: einmal das Wachstum des Peptids vom C-Ende aus (das Ende der Kette mit der 0 -C-OH-Gruppe) und zum anderen Wachstum von dem N-Ende (dem Ende mit der NH2-Gruppe). Es ist allgemein bekannt, daß bei der Synthese entweder die alpha-Aminogruppe (N-Endenweg) oder die Carboxylgruppe (C-Endenweg) der zugesetzten Säure geschützt sein muß, so daß die zugesetzte Säure mit der Polypeptidkette reagiert und eine Umsetzung zwischen den Molekülen der zugesetzten Säure nicht stattfinden kann. Deshalb muß die geschützte Gruppe der zugesetzten Säure nach der Umsetzung mit der Kette für die folgende Säurezusatzstufe entfernt werden. Eine mangelhafte Schutzgruppenentfernung in einer bliebigen Stufe der Synthese kann zur Einführung eines Sequenzfehlers führen. Darüber hinaus muß die Schutzgruppenentfernung derart bewirkt werden, daß dabei das zu synthetisierende Peptid nicht beeinträchtigt wird.
  • Zum Löslichmachen werden die üblichen Methoden der Peptidsynthese gewöhnlich in einem nichtwäßrigen Medium durchgeführt, insbesondere im Fall von Peptiden mit hohem Molekulargewicht und geschützten Aminosäureseitenketten. Dies hat die Anwendung rauher Verknüpfungsreaktionen zur Ausbildung der Peptidbindung erforderlich gemacht, wodurch Kettenverletzungen, zum Beispiel Racemisierung und Brechen begünstigt wurden. Außerdem kann es insbesondere bei Peptiden von höherem Molekulargewicht in nichtwäßrigen Reaktionslösungen unmöglich sein, daß das Peptid seine natürlich vorkommende Konfiguration anzunehmen vermag. In der Natur werden die Peptide selbstverständlich in einem wäßrigen Medium aufgebaut.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein verbessertes Verfahren zur Herstellung eines praktisch reinen Polypeptids mit vorher bestimmbarer Aminosäuresequenz, das sich an eine Automatisierung anpassen läßt und zuverlässig zur Herstellung von reinen Zielpeptiden mit hohem Molekulargewicht angewandt werden kann.
  • Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Isolierung eines längeren Polypeptids aus seinem Reaktionsgemisch, damit bei der weiteren Umsetzung die richtige Sequenz erhalten werden kann. Dieses Verfahren läßt sich mit ganz geringem Zeitaufwand leicht durchführen, und die Verluste an Peptid werden dabei bei einem Minimum gehalten.
  • Die Erfindung schafft ein einfaches Verfahren zur weitgehenden Behebung der Schwierigkeiten, die mit der reiterativen Herstellung von Polymeren verbunden sind und sich aus Sequenzfehlern infolge unvollständiger Umsetzung ergeben, durch die wirksame Ausscheidung verfehlter Sequenzen aus der wachsenden Kettenpopulation, so daß die Gewinnung eines angestrebten reinen Polypeptids leicht bewirkt werden kann.
  • Die Erfindung schafft ferner ein neues Verfahren zur Entblockierung eines Peptids oder zur Schutzgruppenentfernung aus einem Peptid, das leicht durchführbar ist und nicht zu Verletzungen der aufzubauenden Kette führt. Außerdem erfolgt die Schutzgruppenentfernung in einer Weise, die die optische Reinheit des auszubildenden Peptids gewährleistet.
  • Die Erfindung schafft ferner ein Verfahren zum Aufbau von Peptiden, wobei die reiterative Verlängerung der wachsenden Kette in einem wäßrigen Medium ohne Verletzung der Polymerkette rasch bewirkt werden kann. Die erfindungsgemäße Peptidbildungsarbeitsweise macht ein umständliches Schützen der Aminosäureseitenketten nicht erforderlich, die gewöhnlich die Löslichkeit des herzustelllenden Polymeren in wäßrigen Medien beeinträchtigen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zum Aufbau einer Peptidkette mit einer bestimmten Sequenz von Aminosäurebruchstücken ist dadurch gekennzeichnet, daß 1) ein reiner Vorläuferkomplex, in dem ein erstes Aminosäurebruchstück der herzustellenden Peptidkette an ein Polynukleotid als Verknüpfungshandhabe kovalent gebunden ist und das Bruchstück eine freie endständige Carboxylgruppe oder eine freie endständige Aminogruppe enthält, mit einem zweiten Aminosäurebruchstück, das eine freie NalPha-Aminogruppe und eine geschützten Carboxylgruppe enthält, wenn der Vorläufer eine freie endständige Carboxylgruppe enthält, oder aber eine freie Carboxylgruppe und eine geschützte Nalpha-Aminogruppe enthält, wenn der Vorläufer eine freie endständige Aminogruppe enthält, in einem wäßrigen Medium umgesetzt wird, 2) gegebenenfalls der nichtumgesetzte Vorläuferkomplex entfernt wird, 3) die Polynukleotidverknüpfungshandhabe des umgesetzten Komplexes an ein komplementäres Polynukleotidadsorbens, das auf einem unlöslichen Träger immobilisiert ist, reversibel geknüpft wird, 4) der umgesetzte Komplex von nichtumgesetztem zweiten Aminosäurebruchstück abgetrennt wird, 5) die Polynukleotidverknüpfungshandhabe von dem Adsorbens befreit wird, 6) gegebenenfalls die Carboxylgruppe oder die Aminogruppe an dem umgesetzten Komplex entblockiert wird, 7) gegebenenfalls die Stufen 1 bis 6 wiederholt werden, bis die angestrebte Zahl von Aminosäurebruchstücken an den Vorläufer angefügt ist, 8) gegebenenfalls die Peptidkette von der Verknüpfungshandhabe abgelöst und das Produkt gewonnen wird.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zum Aufbau einer Peptidkette mit einer bestimmten Sequenz von Aminosäurebruchstücken ist dadurch gekennzeichnet, daß ein reiner Vorläufer, der ein erstes Aminosäurebruchstück der herzustellenden Peptidkette mit einer freien endständigen Carboxylgruppe oder einer freien endständigen Aminogruppe enthält, mit einem zweiten Aminosäuresegment, das eine freie Nalpha-Aminogruppe und eine geschützte Carboxylgruppe, die der enzymatischen Hydrolyse zugänglich ist, enthält, wenn der Vorläufer eine freie endständige Carboxylgruppe enthält, oder eine freie Carboxylgrupe und eine geschützte Nalpha-Ainogruppe, die der enzymatischen Hydrolyse zugänglich ist, enthält, wenn der Vorläufer eine freie endständige Aminogruppe enthält, in einem wäßrigen Medium umgesetzt und das gebildete Peptid enzymatisch entblockiert wird.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Peptidkette mit einer bestimmten Sequenz von Aminosäuresegmenten ist dadurch gekennzeichnet, daß ein reiner Vorläufer, der ein erstes Aminosäurebruchstück der herzustellenden Peptidkette mit einer freien endständigen Carboxylgruppe oder einer freien endständigen Aminogruppe enthält, mit einem zweiten Aminosäurebruchstück mit einer freien NalPha-Aminogruppe und einer blockierten Carboxygruppe, wenn der Vorläufer eine freie endständige Carboxylgruppe enthält, oder einer freien Carboxylgruppe und einer geschützten Nalpha~AminoqrupFe, wenn der Vorläufer eine freie endständige Aminogruppe enthält, in einem wäßrigen Medium umgesetzt und nichtumgesetzter Vorläufer durch enzymatischen Abbau oder durch Abfangen entfernt wird Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren kann eine Kettenverlängerung in Lösung dadurch erreicht werden, daß ein Vorläuferkomplex mit dem gewählten, die Sequenz fortsetzenden Bruchstück umgesetzt wird, das in einer bestimmten Stufe der Polymersynthese angefügt werden soll. Der Vorläuferkomplex kann selbstverständlich das Anfangsbruchstück der Kette oder eine bereits bestehende Kette von Bruchstücken enthalten, woran die weiteren Bruchstücke angefügt werden sollen. Im Rahmen der Beschreibung der Erfindung bezieht sich die Bezeichnung "Bruchstück" oder "Aminosäurebruchstück" auch auf Derivate des Bruchstücks, die in der schließlich erhaltenen Kette, die aufgebaut wird, vorliegen. Die Bezeichnung "Bruchstück" oder "Aminosäurebruchstück" kann sich auf eine einzige Aminosäure oder auf eine Reihe von Aminosäuren beziehen.
  • Bei Polypeptidsynthesen ist das angefügte Bruchstück ein Aminosäurerest, und der Vorläufer ist eine verlängerbare Peptidkette mit einer freien endständigen Aminogruppe oder einer freien endständigen Carboxylgruppe. Die Bildung der Peptidbindung und die Kettenverlängerung wird somit entweder durch Acylierung der Aminogruppe an der Kette mit der Carboxylgruppe der Säure, die angefügt wird (N-Endenweg) oder durch Acylierung der Aminogruppe der angefügten Säure durch die Carboxylgruppe an der wachsenden Kette (C-Endenweg) bewirkt.
  • Vorzugsweise bildet der Vorläufer Teil eines größeren wasserlöslichen Komplexes, der eine wasserlösliche Verknüpfungshandhabe enthält, die an das nicht verlängerbare Ende des Vorläufers gebunden ist; d. h. für das C-terminale Kettenwachstum wird die Kette mit der N lp -Gruppe des ersten Aminosäurerests der Seqenz an der Verknüpfungshandhabe verankert. Für ein N-terminales Wachstum wird die Kette mit der Carboxylgruppe des ersten Aminosäurerests der Sequenz an der Verknüpfungshandhabe verankert. Eine Kettenverlängerung wird daher durchgeführt, während der Vorläufer Teil des Komplexes ist. Zur Stabilisierung des Komplexes in wäßrigem Medium ist die Bindung zwischen der Verknüpfungshandhabe und dem Vorläufer vorzugsweise kovalent und wird in einer Art und Weise bewirkt, die eine nachfolgende Freisetzung ermöglicht, so daß schließlich die Gewinnung des aufgebauten reinen Zielfragments vorgenommen werden kann. Da die wachsende Kette kovalent an die wasserlösliche Verknüpfungshandhabe komplex gebunden ist, wird die Löslichkeit der Kette während der Anknüpfungsreaktion in wäßrigen Medien stark begünstigt, selbst dann, wenn die Kette bereits ziemlich lang ist.
  • Eine Klasse von Substanzen, die als Verknüpfungshandhaben verwendet werden können, sind wasserlösliche synthetische Polymere.
  • Beispiele für diese Klasse von Substanzen sind Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Poly(acrylamid-acrylsäure) oder Polyethylenmaleinsäureanhydrid. Polyamide, zum Beispiel solche Aminosäurepolymeren, die ein Glutaminsäure- oder Asparaginsäurebruchstück enthalten, sind gleichfalls zur Verwendung als Verknüpfungshandhaben geeignet. Ein weiterer Stoff, der als Verknüpfungshandhabe verwendet werden kann, ist Polyethylenglykol.
  • Auch wasserlösliche Polynukleotide stellen eine als Verknüpfungshandhabe brauchbare Stoffklasse dar. Beispiele für brauchbare Polynukleotide, die als Säuren bezeichnet werden, sind Polyadenylsäure, Polyuridylsäure, Polythymidylsäure, Polycytidylsäure und Polyguanylsäure. Vorzugsweise haben die Säuren wenigstens zehn sich wiederholende Ribosephosphatgruppen und sind im Handel erhältlich.
  • Die Art der Erzielung der Bindung der ersten Aminosäure oder eines kurzkettigen Peptids an eine Verknüpfungshandhabe soll so gewählt werden, daß das Zielpeptid anschließend unter milden Bedingungen entfernt werden kann. Zur Erreichung dieses Ziels besteht ein weiteres Merkmal der Erfindung darin, daß als Teil der Verknüpfungshandhabe ein endopeptidase-spezifischer Abstandshalter aufgenommen wird, an den das erste geschützte Aminosäurebruchstück des Zielpeptids angefügt wird. Die Konfiguration dieses Abstandshalters richtet sich nach dem anzuwendenden Syntheseweg, d. h. C- oder N-terminal. Die Verwendung eines endopeptidase-spezifischen Abstandshalters hat den Vorteil, daß zur Entfernung des Zielpeptids milde pH- und Temperaturbedingungen angewandt werden können. Beispielsweise kann zwar bei einem N-terminalen Weg eine Verseifung angewandt werden, wenn die erste Aminosäure des Peptids direkt an eine Polynukleotidverknüpfungshandhabe gebunden ist, doch sind Verseifungen rauhe Methoden, die zur Racemisierung führen können.
  • So wird bei genauerer Betrachtung der Anlagerung die Ribose des 3'-Endes eines Polynukleotids für die Synthese über den C-terminalen Weg zu einem Dialdehyd oxidiert, worauf eine Verknüpfung an einem endopeptidase-spezifischen Abstandshalter durch reduktive Alkylierung erfolgt, wobei ein Amin- Dialdehyd-Addukt gebildet wird, woran sich eine Reduktion dieses Addukts in wäßriger Lösung mit beispielsweise Natriumborhydrid anschließt. Der Halter hat somit an einem Ende eine primäre Aminogruppe, die mit der oxidierten Ribosegruppe des Nukleotids reagieren kann.
  • Das andere Ende des Halters enthält eine Carboxylgruppe, die, nachdem sie eine NalPha-Aminogruppe einer zugesetzten Säure acyliert hat, durch die Wirkung einer Endopeptidase hydrolysiert werden kann. Polypeptide selbst, die einen Arginin-oder Lysinrest mit Carboxylende enthalten, stellen eine brauchbare Klasse solcher Abstandshalter dar, insbesondere dort, wo der N-terminale Rest oder ein anderer Rest von einer hydrophoben Säure stammt, die keines Schutzes bedarf, wie Glycin, Alanin und Valin. Das Dipeptid Glycyl-L-arginin ist ein brauchbarer Abstandshalter, der durch reduktive Alkylierung nach der Methode von Royer, et al., BBRC, Bd 64, S. 478 (1975) an ein Polynukleotid geknüpft werden kann. Der Dipeptidabstandshalter, der über eine tertiäre Aminbindung an das Nukleotid gebunden ist, hat somit eine freie Carboxylgruppe, die für den Anbau einer ersten Aminosäure mit geschützter Carboxylgruppe oder eines Bruchstücks aus mehreren Säuren für die Herstellung eines Zielpeptids auf dem C-terminalen Weg zur Verfügung steht.
  • Ist beabsichtigt, Polyethylenglycol oder Polyvinylalkohol als Verknüpfungshandhabe zu verwenden, wird die Alkoholgruppe beispielsweise durch Umsetzung mit Kalium-t-butoxid in ein Alkoxidderivat übergeführt, und dieses Derivat wird mit Ethylbromacetat zu dem Carboxymethylderivat umgesetzt. Letzteres wird zur freien Säure hydrolysiert, die an den endopeptidase-spezifischen Abstandshalters unter Verwendung eines wasserlöslichen Carbodiimidaktivators angeknüpft wird.
  • Polyvinylpyrrolidon, Poly (acrylamid-acrylsäure) und Polyethylenmaleinsäureanhydrid erfahren eine basische Hydrolyse zu Derivaten mit freien Carboxylgruppen. Die Polyamide werden aus solchen ausgewählt, die eine freie Carboxylgruppe aufweisen.
  • Die Substanzen werden ebenfalls wie oben angegeben mit dem Abstandshalter verknüpft.
  • Nach seiner Herstellung kann das Zielpeptid mit Hilfe einer hochspezifischen Endopeptidase, beispielsweise Trypsin, die nur diese Peptidbindungen spaltet, deren Carbonyl das von Arginin (oder Lysin) ist, aus seinem Komplex mit der Verknüpfungshandhabe abgespalten werden. Für diese Spaltung kann das Enzym an einen Träger gebunden oder frei in Lösung bei milden alkalischen pH-Werten eingesetzt werden.
  • Für die N-terminale Peptidsynthese erfordert die Herstellung der Polynukleotidhandhabe wiederum die Oxidation des Riboseanteils, wobei ein Abstandshalter über eine sekundäre Aminbindung durch reduktive Alkylierung daran gebunden ist. In diesem Fall muß jedoch das Ende des Abstandshalters für die kovalente Anknüpfung an die erste anzufügende Aminosäure eine freie Aminogruppe enthalten, so daß das Wachstum der Kette am N-terminalen Ende erfolgen kann. Der Abstandshalter enthält somit eine primäre Aminogruppe in beiden Endstellungen, von denen die eine mit dem Nukleotid und die andere unter Komplexbildung mit dem ersten Säurerest der Sequenz reagieren kann.
  • Damit die erforderliche Endopeptidaseaktivität gegeben ist, die für die schließliche Ablösung des Zielpeptids von der Verknüpfungshandhabe benötigt wird, wird die für die kovalente Bindung an den ersten Säurerest der angestrebten Sequenz verwendete Aminogruppe durch die apha-Aminogruppe von Arginin oder Lysin oder einem Derivat davon zur Verfügung gestellt.
  • Eine zweckmäßige Art der Herstellung der Verknüpfungshandhabe für das Kettenwachstum vom N-terminalen Ende besteht darin, daß zuerst ein kurzkettiges Diamin reduktiv an das aldehydhaltige Nukeotid geknüpft wird (Royer et al., loc. cit.). Danach wird das Nalpha-aminogeschützte Arginin oder Lysin durch die Carboxylgruppe an das freie Amin des Diamins gebunden, beispielsweise unter Verwendung eines wasserlöslichen Carbodiimidaktivators, und die Schutzgruppe wird entfernt, beispielsweise unter Verwendung des Enzyms L-Pyrrolidoncarboxylpeptidase, wodurch die angestrebte Verknüpfungshandhabe mit einer freien Aminogruppe gebildet wird, die für die Peptidsynthese auf dem N-terminalen Weg zur Verfügung steht.
  • Soll ein Vinylpolymeres oder ein Polyamid als Handhabe verwendet werden, dann werden Derivate, die eine freie Carboxylgruppe enthalten, wie oben beschrieben hergestellt. Das Caboxylderivat wird mit einem Diamin, zum Beispiel Ethylendiamin, unter Verwendung eines Carbodiimids verknüpft. Der Arginin- oder Lysin-Abstandshalber wird wie oben in Verbindung mit der Polynukleotidverknüpfungshandhabe beschrieben an das Diamin gebunden.
  • Die anschließende Gewinnung des Zielpeptids.von der Verknüpfungshandhabe kann, wie bereits erörtert, durch die zweistufige Verwendung einer arginin- oder lysin-spezifischen Endepeptidase und anschließend einer arginin- oder lysin-spezifischen Exopeptidase, zum Beispiel Carboxypeptidase B, bewirkt werden. Das erste Enzym löst das mit Arginin oder Lysin endende Zielpeptid von dem übrigen Teil der Verknüpfungshandhabe ab, wohingegen das zweite den C-terminalen Arginin- oder Lysinrest entfernt und gleichzeitig das Zielpeptid freisetzt. Wie bereits erwähnt, können beide Enzyme gebunden oder in Lösung bei milden alkalischen pH-Werten eingesetzt werden.
  • Wenn Lysin oder Arginin in dem Zielpeptid vorliegen soll, dann müssen die Seitenketten dieser Aminosäurebruchstücke geschützt sein. Sind diese Seitenketten nicht geschützt, dann wird das Zielpeptid selbst durch die zur Ablösung von der Verknüpfungshandhabe verwendete Endopeptidase aufgebrochen.
  • Beispielhafte Schutzgruppen sind Trifluoracetyl für die epsilon-Aminogruppe von Lysin und die Nitrogruppe für die Guanidiniumseitenkette von Arginin. Die Entfernung der Schutzgruppen von diesen Resten kann durch übliche allgemein bekannte Arbeitsweisen erreicht werden.
  • Damit die zugesetzte Aminosäure während der Kettenverlängerung nicht mit sich selbst reagiert, müssen die primäre alpha-Aminogruppe oder, je nach den Verhältnissen, die Carboxylgruppe dieser Aminosäure sowie andere reaktionsfähige Gruppen mit Ausnahme derjenigen, die reagieren soll, blockiert oder geschützt werden. Wie später noch weiter erläutert, ist eine bevorzugte blockierende oder Schutzgruppe für eine alpha-Aminogruppe oder eine Carboxylgruppe eine solche, die enzymatisch entfernt werden kann.
  • Ein bevorzugtes Merkmal der Erfindung besteht insbesondere hinsichtlich der Peptidsynthese auf dem C-terminalen Weg in der Verwendung von nichtaktivierten Aminosäureesterderivaten mit einer freien Nalpha-Aminogruppe zur Umsetzung mit dem Vorläufer. Zu Verbindungen dieser Klasse gehören solche, die aus einer einzigen Aminosäure oder anderen Verbindungen hergestellt worden sind, zum Beispiel solchen, die eine oder mehrere Peptidbindungen enthalten und aus der gleichen oder einer anderen Aminosäure hergestellt wurden. Diese Aminosäurederivate mit einer durch Veresterung geschützten Carboxylgruppe können durch folgende Formel wiedergegeben werden Hierin steht n für null oder eine höhere ganze Zahl, A bedeutet eine Aminosäureseitenkette, die, wenn n größer als null ist, in jeder sich wiederholenden Einheit eine andere sein kann, und R bedeutet eine blockierende Gruppe, die eine Acylierung eines Moleküls mit einer freien Aminogruppe durch das Derivat verhindert. R ist vorzugsweise eine kurzkettige gerade oder verzweigte Alkylgruppe mit weniger als etwa 10 Kohlenstoffatomen, die, wie noch erläutert, enzymatisch entfernt werden kann. Weitere geeignete Estergruppen sind die Benzyl- und Nitrobenzylgruppe.
  • Die Derivate der obigen Formel II werden nach bekannten Veresterungsverfahren hergestellt, zum Beispiel durch säurekatalysierte Umsetzung einer Aminosäure mit einem Alkohol. Unter Verwendung dieser Derivate kann die Umsetzung mit einem Vorläufer, der eine freie Carboxylgruppe enthält, in Wasser bei saurem pH-Wert und einer Temperatur von etwa 0 °C unter Verwendung eines wasserlöslichen Carbodiimids als Verknüpfungsmittel erzielt werden.
  • Auch bei Anwendung eines N-terminalen Wegs ist das herkömmliche Mittel der Verknüpfung einer NalPha-blockierten Säure an dem freien Aminovorläufer unter Verwendung eines wasserlöslichen Carbodiimids eine praktisch gut durchführbare Arbeitsweise. Vorzugsweise ist die NalPha-blockierende Gruppe enzymatisch entfernbar, wie dies noch näher erläutert wird. Eine andere Art der Verknüpfung ist die Verwendung von aktiven ten Aminosäurederivaten für die Umsetzung mit dem Vorläufer. Ein Beispiel für derartige Derivate sind aktive Aminosäureester. Bekanntlich bilden diese aktiven Ester in Lösung bei Zimmertemperatur spontan Peptidbindungen, wobei die Racemisierung bei einem Minimum gehalten wird (Bodanszky und Klausner, The Chemistry of Polypeptides, Herausg. Katsoyannis, S. 21, Plenum, 1973).
  • Die aktiven Ester können durch Umsetzung der Säuregruppe einer NalPha-geschützten Aminosäure mit einem Alkohol hergestellt werden, der Substituenten enthält, aufgrund welcher er durch eine Aminogruppe an der Kette des Vorläufers leicht ersetzt werden kann. Die Vorbereitungsumsetzung kann in einem organischen Lösungsmittel in Gegenwart eines Carbodiimids erfolgen.
  • Aliphatische Alkohole mit einer oder mehreren Elektronen entziehenden Gruppen, Phenol- und Thiophenolderivate sowie Hydroxylaminderivate sind geeignete Alkohole. Einzelbeispiele für brauchbare aktive Ester sind solche mit den folgenden verdrängba!--en austretenden Gruppen: Cyanmethyl, Carbethoxymethyl, Propargyl, N-Hydroxysuccinimid, N-Hydroxyphthalimid, p-Nitrophenyl, 2,4,5-Trichlorphenyl und andere in der oben angegebenen Literaturstelle genannte. Die aktiven Ester sind zwar bevorzugt, doch können auch Aminosäurederivate mit anderen leicht verdrängbaren Gruppen am Carboxylteil eingesetzt werden. Zu diesen Gruppen gehören beispielsweise auch Azido, Imidazol, Halogen, Acyl und Phosphoryl.
  • Mit enzymatisch freisetzbaren NalPha-Gruppe stellen die aktiven Aminosäurederivate und insbesondere die Ester eine brauchbare Klasse von Verbindungen für die Peptidsynthese auf dem N-terminalen Weg dar. Sowohl die Acylierungsreaktion mit der Kette als auch die Freisetzung zur weiteren Verlängerung können unter sehr milden Bedingungen in Lösung vorgenommen werden, wodurch etwa mögliche nachteilige Wirkungen auf das zu synthetisierende Polymere bei einem Minimum gehalten werden. Durch die Verwendung der aktiven Ester kann, wie noch weiter erläutert, eine Blockierung anderer Seitenketten bestimmter Aminosäuren umgangen werden, die gewöhnlich eines entsprechenden Schutzes bedürfen.
  • Die Verbindungen der oben beschriebenen Klasse von aktiven Estern sind im wesentliche solche, die ein Aminosäurederivat mit einer aktivierten terminalen Carboxylgruppe und einer N-Schutzgruppe enthalten, die durch ein entsprechendes und spezifisches Enzym entfernbar ist. In einer Ausführungsform können diese Verbindungen folgendermaßen wiedergegeben werden: Hierin bedeutet Bez eine enzymatisch entfernbare gruppe, X eine ohne weiteres durch eine Aminogruppe verdrängbare Gruppe und n und A haben die in Verbindung mit Formel II angegebenen Bedeutungen. Die L-Pyrrolidoncarboxyl-(Pyroglutamyl-)-gruppe ist eine gut geeignete NalPha-Acylschutzgruppe. Kurath und Thomas, Helv. Chim. Acta, Bd. 56, S. 1658 (1973) und Doolittle, Methods in Enzymol., Bd. 19, S. 558 (1970) beschreiben die Verwendung von L-Pyrrolidoncarbonsäure zur Herstellung der Nalpha-L-Pyrrolidoncarboxylderivate von Aminosäuren.
  • Zur Erzielung eines hohen Grades der Umwandlung kann die Verlängerungsreaktion mit einem großen Überschuß des zugesetzten folgenden Segments durchgeführt werden, der sich auf ein Äquivalentverhältnis von wenigstens 2 : 1 und vorzugsweise von wenigstens 5 : 1 beläuft. Trotzdem kann jedoch die Lösung nach der Umsetzung nichtumgesetzten veränderbaren Vorläufer enthalten. Bei einer sich wiederholenden Arbeitsweise kann die Gegenwart von solchem nichtumgesetzten Vorläufer einen Sequenz fehler verursachen. Der nichtumgesetzte Vorläufer könnte zwar vor der nächsten Umsetzung blockiert werden, doch wird dadurch seine Molekularstruktur nicht verändert, und die Möglichkeit eines Sequenzfehlers besteht weiter, wenn nachher eine Entblockierung erfolgen soll.
  • Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist daher auf das "Ausputzen" gerichtet. Unter Ausputzen wird die selektive und chemische Entfernung von nichtumgesetztem Vorläufer nach der Bildung des Reaktionsprodukts verstanden, wodurch eine in richtiger Weise umgesetzte Verbindung hinterbleibt, die von Stoffen frei ist, die die grundlegende Molekül struktur des nichtumgesetzten Vorläufers aufweisen. Das Ausputzen ist für die Erzielung der schließlichen Abtrennung und Gewinnung eines reinen Zielpeptids unerläßlich.
  • Insbesondere bei der Synthese von Polypeptiden, die durch Acylierung einer endständigen Aminogruppe an dem Vorläufer unter Verwendung von NalPha-blockierten freien Carboxylbruchstücken oder durch Acylierung einer freien ,,alpha -Aminogruppe eines Bruchstücks mit geschützter C-terminaler Carboxylgruppe durch eine freie Carboxylgruppe des Vorläufers aufgebaut werden, kann das Ausputzen durch enzymatische Hydrolyse derjenigen Vorläuferketten bewirkt werden, die keine Verlängerung erfahren haben, wodurch sie nachteilig sind. Die nichtumgesetzten Ketten enthalten selbstverständlich noch eine freie Aminogruppe im Fall des Wachstums vom N-terminalen Ende oder eine Carboxylgruppe im C-terminalen Fall und können somit durch Verwendung eines entsprechenden Enzyms enzymatisch angegriffen werden. Diejenigen Ketten andererseits, die die beabsichtigte Verlängerung erfahren haben, enthalten geschützte endständige reaktive Gruppen (Amino- oder Carboxylgruppen) und erleiden keine Hydrolyse.
  • Eine bevorzugte Methode des enzymatischen Ausputzens besteht im Durchleiten einer Reaktionslösung durch eine Säule, die einen wasserunlöslichen Träger enthält, auf dessen Oberfläche ein Enzym immobilisiert ist, das Substanzen von ihrem N-Ende oder ihrem C-Ende selektiv hydrolysiert. Für die Hydrolyse an dem N-Ende eignet sich eine Aminopeptidase, wie Aminopeptidase M oder Leucinaminopeptidase (Royer und Andrews, 1973, J. Biol. Chem, 248, 1807). Die Hydrolyse wird bei einer Temperatur zwischen 0 und 50 OC und bei einem pH-Wert von.6,5 bis 7,5 durchgeführt. Für die Hydrolyse am C-Ende wird eine Carboxypeptidase, wie Carboxypeptidase A, B, C oder Y verwendet. Von diesen Y- und C-Enzymen konnte gezeigt werden, daß sie bei einem pH-Wert von 4 bis 6 eine nicht-spezifische C-Enden-Exopeptidaseaktivität haben (Hayashi et al., J Biol.
  • Chem., Bd. 248, S 2296 (1973) und Kuhn et al., Biochemistry, Bd. 13, S. 3871 (1974)). Es wird eine Temperatur von 0 bis 60 OC angewandt. Alle diese Enzyme sind für L-Aminosäurereste spezifisch, und, wie noch erläutert wird, liegen nichtumgesetzte Vorläufer nur in Form der L-Isomeren vor.
  • Bei einer anderseitigen Methode des Ausputzens wird der nichtumgesetzte Vorläufer aus der Reaktionslösung durch Abfangen entfernt, zum Beispiel durch Bindung an einen wasserunlöslichen Träger, von dem dann die Lösung abgetrennt wird. Im Fall eines Vorläufers mit einem freien Aminoende besteht eine Art, in der dies bewirkt werden kann, darin, auf einem Träger ein elektrophiles Reagens zu immobilisieren, das für die freie endständige Aminogruppe des nichtumgesetzten Vorläufers eine spezifische kovalente Reaktivität aufweist, und dann die Reaktionslösung mit dem Träger in innige Berührung zu bringen, um so den nichtumgesetzten Vorläufer daran zu binden.
  • Ein- geeignetes elektrophiles Reagens ist das durch Umsetzung eines Thiolderivats mit Mercaptobernsteinsäureanhydrid gebildete gemischte Disulfid. Für eine C-terminale Reinigung kann ein Träger mit freien primären Aminogruppen in Verbindung mit einem wasserlöslichen Carbodiimid verwendet werden.
  • Nach dem Ausputzen des nichtumgesetzten Vorläufers werden die richtig verlängerten Ketten von dem Überschuß an nichtumgesetzter Aminosäure abgetrennt und gewonnen. Vorzugsweise wird diese Trennung bewirkt, während der verlängerte Komplex reversibel an einen unlöslichen Träger geknüpft ist. Für die vorliegenden Zwecke ist eine reversible Verknüpfung als Bindung zwischen zwei Substanzen über eine nichtkovalente und nichtionische Anlagerung anzusehen, die in einem wäßrigen Medium eine spezifische Affinität füreinander zeigen, die ohne chemische Reaktion aufgehoben werden kann. Eine reversible Verknüpfung ermöglicht somit eine Bindung an den und eine Ablösung von dem Träger ohne Anwendung rauher Bedingungen, die die umgewandelte Verbindung nachteilig beeinflussen könnten.
  • Zur Erzielung einer-reversiblen Verknüpfung mit dem Träger kann der Vorläufer Teil eines größeren wasserlöslichen Komplexes sein, der eine Polyonukleotidverknüpfungshandhabe enthält, die über sein nicht verlängerbares Ende an den Vorläufer gebunden ist. Der unlösliche Träger befindet sich zweckmäßigerweise in einer Säule, und an seiner Oberfläche ist kovalent ein Polynukleotidadsorbens gebunden, das eine spezifische Affinität für die komplex an den umgesetzten Vorläufer gebundene Polynukleotidverknüpfungshandhabe aufweist. Während die den Komplex enthaltende Lösung durch die Säule geleitet wird, wird der verlängerte Vorläufer reversibel durch Affinitätswechselwirkungen zwischen der Verknüpfungshandhabe und dem Adsorbens an den unlöslichen Träger gebunden. Dadurch wird eine Abtrennung der verlängerten Ketten in Komplexform von chemisch nichtverwandten Substanzen, zum Beispiel der nichtumgesetzten Aminosäure, die die kovalent gebundene Verknüpfungshandhabe nicht enthält, bewirkt. Die Verknüpfung kann durch Wärme, die Ausbildung einer Konkurrenzanlagerung oder eine Änderung des pH-Werts in einfacher Weise aufgehoben werden.
  • Zur Erzielung einer reversiblen Verknüpfung soll das als Verknüpfungshandhabe gewählte Polynukleotid eine Base aufweisen, die bezüglich der räumlichen Anordnung und der affinitiven Wechselwirkung der Base des Polyonukleotidadsorbens komplementär ist. Beispiele für in Betracht kommende komplementäre Basenpaare sind Adenin und Uracil oder Thymin sowie Cytosin und Guanin.
  • Wie ersichtlich können Polynukleotide des "Copolymeren"-Typs gleichfalls verwendet werden, insbesondere wenn sie der "Block"-Form angehören, die in abwechselnder Reihenfolge sich wiederholende Bruchstücke von komplementären Basenpaaren enthalten. In diesem Fall kann das gleiche Polynukleotid selbstverständlich sowohl als die Verknüpfungshandhabe als auch als das Adsorbens verwendet werden.
  • Bei Durchführung der Verlängerungsreaktion unter Verwendung eines Vorläufers, der ein Polyethylenglykol, Vinylpolymerisat oder Polyamid als Verknüpfungshandhabe enthält, wird die Abtrennung des nichtumgesetzten zugesetzten Amlnosäurebruchstücks nach üblichen Methoden bewirkt.
  • Ein weiteres bevorzugtes Merkmal der Erfindung ist ein Verfahren zum enzymatischen Entblockieren des verlängerten Komplexes vor dessen Verwendung als weiterer Vorläufer in nachfolgenden Stufen. Es ist selbstverständlich erforderlich, daß die Schutz gruppe an dem verlängerten Komplex durch enzymatische Einwirkung abbaubar ist.
  • Bei der Ausführungsform der Erfindung, wobei die Kettenverlängerung am C-terminalen Ende einer wachsenden Kette durch Umsetzung mit einem Aminosäurebruchstück der Formel II bewirkt wird, ist die Schutzgruppe am Säureteil vorzugsweise eine kurzkettige Alkylgruppe oder eine Benzylgruppe, die über eine Esterbindung mit der Säure verknüpft ist. Ein Grund hierfür ist der, daß die Schutzgruppenentfernung nach der Umsetzung mit dem Vorläufer enzymatisch unter Verwendung einer Esterase bewirkt werden kann, wodurch die Estergruppe abhydrolysiert wird und die freie C-terminale Carboxylgruppe zur nachfolgenden Verlängerung der Kette zur Verfügung steht. Für diesen Zweck eignet sich eine Carboxypeptidase, zum Beispiel Carboxypeptidase Y, sofern der pH-Wert im Bereich von 8 bis 9, vorzugsweise bei 8,5, gehalten wird. Bei einem pH-Wert von 8,5 zeigt dieses Enzym optimale Esteraseaktivität unter Ausschluß einer Peptidaseaktivität, wohingegen es, wie bereits erwähnt, bei einem niedrigeren pH ausschließlich eine Exopeptidase ist. Die Hydrolyse wird bei einer Temperatur von 0 bis 60 °C durchgeführt.
  • Ein weiterer erheblicher Vorteil, der mit der Verwendung dieses Enzyms zur Schutzgruppenentfernung verbunden ist, besteht darin, daß damit nur eine Hydrolyse der Ester von L-Aminosäuren bewirkt wird. Ketten, die blockierte Ester von D-Aminosäuren enthalten, werden somit von dem Enzym nicht hydrolysiert und stehen für das weitere Wachstum nicht zur Verfügung. Infolgedessen kann ein hohes Maß an optischer Reinheit in Bezug auf das Zielpeptid erreicht werden.
  • Wenn das Wachstum von dem N-terminalen Ende beginnen soll, dann stellt die L-Pyrrolidoncarboxylgruppe ein brauchbares Mittel für den Schutz der alpha-Aminogruppe der zugesetzten Säure dar. Der diese Schutzgruppe enthaltende verlängerte Komplex wird dann einem Enzym, wie L-Pyrrolidoncarboxylpeptidase ausgesetzt, die bei einer Temperatur zwischen 0 und 60 OC und einem pH-Wert von 7 bis 8 die erforderliche Spezifizität aufweist.
  • Dieses Enzym ist nur zur Schutzgruppenentfernung von Derivaten von L-Aminosäuren wirksam. Deshalb bleiben Ketten mit D-isomerem Ende blockiert und stehen für das weitere Wachstum nicht mehr zur Verfügung.
  • In jedem der beiden Fälle soll zwischen der Schutzgruppe an den Ketten und dem Enzym eine innige Berührung erreicht werden, damit eine praktisch vollständige Entblockierung der L-terminierten Ketten erzielt wird. Deshalb wird es bevorzugt, daß die Berührung bewirkt wird, während sich der verlängerte Vorläufer in Lösung in einem wäßrigen Medium befindet. Zur leichten Abtrennung der entblockierten Verbindung von dem Enzym und zur möglichst weitgehenden Ausschaltung von Enzymverlusten ist das Enzym außerdem vorzugsweise auf einem wasserunlöslichen Träger immobilisiert. Deshalb besteht eine bevorzugte Arbeitsweise zur Schutzgruppenentfernung darin, die wäßrige Lösung des blockierten verlängerten Komplexes durch eine Säule zu leiten, die einen unlöslichen Träger enthält, auf dem das Enzym immobilisiert ist. Wie in Bezug auf die C-terminale Synthese offensichtlich, kann eine Säule, die auf einem wasserunlöslichen Träger immobilisierte Carboxypeptidase Y enthält, sowohl für das Ausputzen von nichtumgesetztem Vorläufer als auch zum Entblockieren der terminalen Carboxylgruppe des blockierten elongierten Komplexes lediglich durch Einstellung des pH-Werts zur Erzielung der angestrebten Exopeptidase- oder Esteraseaktivität verwendet werden.
  • Im folgenden wird die kombinierte Anwendung der obigen Merkmale in einer bevorzugten mehrstufigen Polypeptidsynthese beschrieben. Die Anfangsstufe ist die Umsetzung eines ersten Aminosäurederivats mit einer Verknüpfungshandhabe unter Bildung eines wasserlöslichen kovalenten Komplexes, der den ersten Aminosäurerest der beabsichtigten Sequenz enthält. Die zugesetzte Säure enthält eine enzymatisch entfernbare N P -Amino-oder C-Carboxyschutzgruppe, je nach gewähltem Weg. Nichtumgesetztes Aminosäurederivat wird aus der den Anfangskomplex enthaltenden Reaktionslösung durch Durchleitung derselben durch eine Säule entfernt, die einen wasserunlöslichen Träger enthält, auf dessen Oberfläche ein Adsorbens immobilisiert ist, das mit der Verknüpfungshandhabe in affinitive Wechselwirkung zu treten vermag. Sind sowohl die Verknüpfungshandhabe als auch das Adsorbens Polynukleotide, wird die Lösung vorzugsweise bei etwa 4 OC gehalten. Der Träger wird dann mehrere Male bei dieser Temperatur mit Phosphatpuffer von pH 7,5 gewaschen. Danach wird der Komplex von dem Träger als wäßrige Lösung eluiert, die von dem zugesetzten Säurederivat frei ist, indem einfach bei erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 40 bis 60 OC Puffer durch die Säule geleitet wird.
  • Die so erhaltene Lösung wird dann durch eine andere Säule geleitet, um die Schutzgruppe an dem terminalen Säurebruchstück des Komplexes zu entfernen. Diese Säule enthält deshalb einen unlöslichen Träger, auf dessen Oberfläche ein Enzym mit Spezifizität für die Schutzgruppe immobilisiert ist. Anschließend wird die Lösung wieder in ein sauberes Reaktionsgefäß eingebracht, und, da nun die Schutzgruppe fehlt, kann Kettenverlängerung mit der zweiten Aminosäure der beabsichtigten Sequenz bewirkt werden. Wie im Fall der ersten Säure ist auch die zweite Säure entsprechend Alpha oder C-geschützt.
  • Die vorstehend beschriebene Arbeitsweise wird dann wiederholt, um nacheinander die gewünschten Säuren an den die wachsende Polypeptidkette enthaltenden Komplex anzureihen, bis ein kurzes Polypeptid, zum Beispiel ein Hexapeptid, erhalten wird. Es sei darauf hingewiesen, daß bis zu diesem Punkt ein Ausputzen der Ketten, die mit zugesetzter Säure nicht reagiert haben, nicht vorgenommen worden ist. Wie noch ersichtlich wird, ist mit der Aufnahme dieser Stufe in die frühen Stufen der Synthese kein besonderer Vorteil verbunden, wenn sie auch ohne nachteilige Folgen, wenn dies erwünscht ist, angewandt werden kann.
  • Die nach der Abtrennung der nichtumgesetzten Säure von dem kurzkettigen Peptid erhaltene Lösung wird nun zur Ablösung der verlängerten Ketten von der Verknüpfungshandhabe enzymatisch behandelt. Die Lösung wird über den Träger zurückgeleitet, der das immobilisierte Adsorbens enthält, um die abgetrennte Verknüpfungshandhabe zu entfernen, und das an der terminalen Amino-- oder Carboxylgruppe geschützte kurzkettige Zielpeptid wird dann aus der Lösung gewonnen. Da das Auftreten von Sequenzfehlern in einer der vorigen Stufen zum Vorliegen von Ketten mit weniger als zum Beispiel 6 Aminosäureresten führt, läßt sich die Abtrennung und Isolierung des angestrebten kurzkettigen Peptids in herkömmlicher Weise, zum Beispiel durch Ionenaustausch oder Gelfiltrationschromatographie, leicht erreichen.
  • Bei der Herstellung von langkettigen Polypeptiden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bedient man sich eines kurzkettigen Polypeptids als Vorläufer. Der kurzkettige Polypeptidvorläufer kann, wie oben beschrieben, nach dem erfindungsgemäßen Verfahren oder nach anderen Synthesemethoden hergestellt werden. Außerdem können natürlich vorkommende kurzkettige Polypeptide als Vorläufer verwendet werden. In jedem Fall wird das reine kurzkettige Polypeptid an die biospezifische Verknüpfungshandhabe geknüpft, und nach enzymatischer Entblockierung wird der kurzkettige Peptidkomplex als Vorläufer zur Kettenverlängerung mit dem nächsten Aminosäurederivat verwendet. Bei diesem Punkt wird vorzugsweise mit dem oben beschriebenen Ausputzen von nichtumgesetzen Ketten begonnen. Zu diesem Zweck wird die Reaktionslösung, die den Komplex des verlängerten Polypeptids, nichtumgesetzte überschüssige blockierte Säure und nichtumgesetzten Komplex des kurzkettigen Polypeptidvorläufers enthält, durch eine andere Säule geleitet, die einen unlöslichen Träger mit einer auf seiner Oberfläche immobilisierten Exopeptidase enthält, die für alpha-Aminogruppen oder terminale Carboxylgruppen spezifisch ist.
  • Beim Durchgang durch diese Säule werden die nichtumgesetzten Vorläuferketten, die eine ungeschützte terminale Amino- oder Carboxylgruppe enthalten, enzymatisch abgebaut und damit aus der angestrebten Kettenpopulation ausgeputzt. Danach wird diese Stufe in die oben beschriebene sich wiederholende Sequenzaufbauarbeitsweise eingebaut, wobei die Kette mit weiteren Aminosäurederivaten verlängert wird.
  • Nach dem Aufbau des angestrebten Zielpolypeptids werden schließlich die Polypeptidketten von der biospezifischen Verknüpfungshandhabe abgelöst, und das Zielpeptid wird abgetrennt und gereinigt. Infolge der Anwendung der enzymatischen Abbaustufe bei jeder Sequenz nach der Herstellung des kurzkettigen Polypeptidvorläufers enthält die schließlich erhaltene Reaktionslösung, wie ohne weiteres verständlich, nur sehr wenige, vorzugsweise praktisch keine, Polypeptidketten, die sich von dem Zielpeptid durch eine geringere Anzahl von Aminosäureresten als in dem Vorläufer unterscheiden. Deshalb können herkömmliche Maßnahmen zur Abtrennung angewandt werden.
  • Außerdem ist ohne weiteres erkennbar, daß die vorstehend ganz allgemein beschriebene reiterative Arbeitsweise oder sich wiederholende Stufenfolge sowohl für die am C-Ende als auch für die am N-Ende beginnende Peptidsynthese brauchbar ist. Die hauptsächlichen Unterschiede zwischen den beiden Wegen bestehen in der Art, in welcher die wachsende Kette an die Verknüpfungshandhabe gebunden ist, und in der Wahl der Schutzgruppen und der Enzyme. Außerdem kann ein Unterschied in der Art und Weise bestehen, in der die Aktivierung für die Kettenverlängerung bewirkt wird, beispielsweise der Verwendung von aktiven Estern für N-terminales Wachstum gegenüber einer mit Carbodiimid bewirkten Verknüpfung. Letztere, die sowohl in Verbindung mit C- als auch mit N-terminalem Wachstum brauchbar ist, ist bevorzugt. Am stärksten bevorzugt ist der C-terminale Weg zur Kettenverlängerung.
  • Aufgrund der vorstehenden Erörterung ist zu erkennen, daß die mit einem Sequenzfehler in jeder beliebigen Stufe auftretenden Schwierigkeiten praktisch vermieden werden können, solange (1) in einer Zwischenstufe des Verfahrens ein reiner umwandelbarer Vorläufer für die Reaktion verwendet und (2) in allen späteren Stufen ein Abbau von nichtumgesetztem Vorläufer bewirkt wird. Die Lage des Punktes, bei welchem die Verwendung eines reinen Polypeptidvorläufers erforderlich ist, hängt von dem Molekulargewicht des herzustellenden Polypeptids ab. Das Molekulargewicht des reinen Polypeptidvorläufers kann als die untere Grenze der Molekulargewichtsdifferenz angesehen werden, die in der schließlich erhaltenen Polymerlösung zwischen dem angestrebten Polypeptid und den verunreinigenden Polymerketten vorliegt. Die Mindestdifferenz zwischen dem Gewicht der reinen und unreinen Ketten wird deshalb mit zunehmendem Molekulargewicht des Polypeptids für jeden gegebenen reinen Polypeptidvorläufer kleiner, und die Schwierigkeit der schließlichen Reinigung nimmt zu.
  • Während ein reiner Hexapeptidvorläufer für die Herstellung eines Polypeptids mit 20 bis 35 Aminosäureresten genügen kann, ist somit ohne weiteres ersichtlich, daß für die Herstellung von reinen Polymeren mit höherem Molekulargewicht von entsprechend größeren reinen Polypeptidvorläufern ausgegangen werden soll.
  • Die erläuterte Arbeitsweise selbst kann somit zur Herstellung von reinen Vorläufern von hohem Molekulargewicht angewandt werden, die dann für die Herstellung von Verbindungen mit noch höherem Molekulargewicht verwendet werden. Beispielsweise kann ein wie oben beschrieben hergestelltes Polypeptid mit 35 Säureresten als der reine Vorläufer für die Herstellung eines Polymeren mit bis zu 100 Aminosäureresten verwendet werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann bei der Synthese von Peptiden wie Glucagon, Enkephalin, ACTH, Calcitonin, Vasopresin, Pentagastrin und Endorphin angewandt werden.
  • Wie bereits erwähnt, müssen andere reaktionsfähige Gruppen als die alpha-Amino- oder Carboxylgruppe bei manchen Aminosäuren während der Kettenverlängerung blockiert oder geschützt sein. Wie allgemein bekannt, handelt es sich dabei um die epsilon-Aminogruppe von Lysin, die Imidazolgruppe von Histidin, die phenolische Hydroxylgruppe von Tyrosin, die Carboxylgruppen von Glutamin- und Asparaginsäure, die Thiolgruppe von Cystein und die Guanidiniumgruppe von Arginin. Die Entfernung dieser Schutzgruppen ist in der Regel die Endstufe der ganzen Synthese. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für allgemein bekannte Schutzgruppen zusammengestellt, vergleiche auch Solid Phase Peptide Synthesis, Stewart und Young, Freeman and Co., 1969, S. 13 bis 23, mit Bezug auf Schutzgruppen und die Bedingungen, unter welchen sie entfernt werden können.
  • Tabelle Säure -Schutzgruppe Entfernung Lysin Acetamido oder Trifluor- pH 9, 1,2m Hydrazin acetyl oder 1m Piperidin bei OOC Histidin Ethoxyformyl pH 9, 1,2 m Hydrazin Tyrosin Acetyl pH 9, 1m Hydrazin Cystein Acetamidomethyl (Veber Mercuriacetat und et al., 1972, J. Am . dann H2S (als letztes Chem. Soc., Bd. 94, zu entfernen) s. 5456) Arginin Nitro katalytische Hydrogenolyse Ein besonderes Merkmal der Erfindung liegt darin, daß nur ein bestimmter Mindestschutz der Seitengruppen erforderlich ist.
  • Diese Tatsache ist in Verbindung mit der Verwendung einer biospezifischen Verknüpfungshandhabe von hohem Molekulargewicht von Vorteil bei der Erzielung der Wasserlöslichkeit des wachsenden Polypeptids.
  • So braucht bei der Verwendung der oben beschriebenen aktiven Ester von Aminosäuren zur Kettenverlängerung (N-terminales Wachstum) nur die epsilon-Aminogruppe von Lysin und die Thiolgruppe von Cystein geschützt werden. Dies führt zu Vorteilen in Verbindung mit der anfänglichen Aminosäureherstellung sowie zur Vermeidung der Notwendigkeit der schließlichen Schutzgruppenentfernung und der möglichen nachteiligen Wirkungen auf das hergestellte Polypeptid. Für ein C-terminales Wachstum müssen die Carboxylatseitengruppen von Glutaminsäure und Asparaginsäure geschützt werden. Auch im Hinblick auf die oben beschriebene Arbeitsweise für die Abtrennung des Peptids von der Verknüpfungshandhabe müssen bei beiden Wegen die epsilon-Aminogruppe von Lysin und die Guanidiniumgruppe von Arginin geschützt werden, wenn eine dieser Seitenketten in Verknüpfungshandhabe und Zielpeptid zugegen ist.
  • Wie bereits erwähnt, wird ein wasserunlöslicher Träger für das immobilisierte Adsorbens und Enzym verwendet. Hierfür kommt eine große Vielfalt von bekannten organischen oder anorganischen wasserunlöslichen Stoffen in Betracht, solange sie die wachsende Polymerkette oder Komplexe davon nicht nachteilig beeinflussen; der Träger ist vorzugsweise starr und dimensionsstabil beim Wechsel der Lösung, so daß er unterschiedliche Reaktionsbedingungen zu tolerieren vermag. Poröse Glaskugeln sind eine besonders bevorzugte Klasse von starren Trägern. Wie noch weiter erläutert, können diese Kugeln in geeigneter Weise in Derivate übergeführt und aktiviert werden, damit sie Immobilisierung von Enzymen und Adsorbentien dafür bewirken. Bei der Anmelderin sind solche von Corning Works hergestellte Kugeln oder Körner handelsmäßig erhältlich.
  • Ein besonders gut geeigneter Träger sind "Glycophase" G poröse Glaskörner. Diese Körner sind das 2,3-Dihydroxypropyloxypropyltrimethoxysilanderivat von porösem Glas.
  • Ferner sei darauf hingewiesen, daß die hierin erwähnten wäßrigen Lösungen organische Lösungsmittel oder andere Bestandteile enthalten können, die sich bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht nachteilig auswirken. Die Verwendung von organischen Lösungsmitteln, zum Beispiel von Dimethylformamid oder Methanol, wird sogar mit Bezug auf die Herstellung von Polypeptiden mit hohem Molekulargewicht als zur Sicherung der Löslichkeit günstig angesehen. Ihre Art und Menge sind jedoch so zu wählen, daß sie die reversible Verknüpfung bei der Abtrennstufe nicht stören.
  • Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele weiter erläutert.
  • Beispiel 1 A. Herstellung von immobilisierten Enzymen Es werden fünf Säulen vorbereitet, von denen jede ein bestimmtes an 10 g Glycophase G porösen Glaskörnern (74 bis 126 Mikron, Porendurchmesser etwa 550 A) der Pierce Chemical Company, oder im Fall von Carboxypeptidase Y an CL-Sepharose von Pharmacia immobilisiertes Enzym enthält. Je nach dem verwendetem Enzym wird das Glas durch eine von drei Maßnahmen zur Förderung der Enzymanlagerung aktiviert. Bei der Maßnahme (a) werden 10 g der Körner in einem Wasser enthaltenden Becher mit 10 g Cyanbromid versetzt, wobei die Temperatur der Lösung bei 20 OC und ihr pH-Wert durch ständige Zugabe von kaltem 6n Natriumhydroxid konstant bei 11 gehalten wird. Wenn die Aufnahme von Natriumhydroxid beendet ist, was sich durch eine pH-Wertänderung zu erkennen gibt und etwa 15 Minuten benötigt, ist die Aktivierung als vollständig anzusehen. Zu diesem Zeitpunkt werden die Körner von der Lösung abfiltriert und mit einer 0,1m Natriumbicarbonatlösung mit einem pH-Wert von 9,5 gewaschen. Bei der Maßnahme (b) werden 10 g der Körner mit 0,5 g p-Nitrobenzylbromid in 50 ml Dioxan 24 Stunden bei Zimmertemperatur umgesetzt, woran sich ein Erwärmen in einer 10-prozentigen wäßrigen Lösung von Dithionit auf 100 OC anschließt. Die arylaminierten "Glycophase" G-Körner werden mit destilliertem Wasser gewaschen und durch Diazotieren in 30 ml 0,5 n HCl bei 0 OC mit überschüssigem NaN02 aktiviert, worauf die aktivierten Körner mit 3 1 3-prozentiger Sulfaminsäure und 20 1 destilliertem Wasser gewaschen werden. Bei der Maßnahme (c) wird eine Umsetzung mit NaJ04, Royer et al., loc.
  • cit. durchgeführt. Die Säulen und die Maßnahmen zur Enzymanlagerung (200 mg Enzym) sind in der folgenden Aufstellung wiedergegeben.
  • Aktivierungs-Säule Enzym maßnahme 1 L-Pyrrolidoncarboxylpeptidase (a) 6 Stunden bei pH 8, 4°C, in 0,1 m 2-Pyrrolidon (wäßrig) enthaltend Bicarbonatpuffer 2 Aminopeptidase M (b) bei pH 7,6 in Tris enthaltend MnCl (1 mMol), Royer et al., J. Bio.
  • Chem., 248 (5), 1807 (1973).
  • 3 Carboxypeptidase Y Überführung von Sepharose in Hexamethylendiaminderivat durch reduktive Alkylierung anschließend Enzymverknüpfung mit wasserlöslichem Carbodiimid bei pH 4,75, 12 Stunden, 0 - 4 °C 4 Trypsin (c) Reduktive Alkylierung 5 Carboxypeptidase B (c) Reduktive Alkylierung B. Herstellung von immobilisiertem Polynukleotidadsorbens Das Arylaminderivat von "Glycophase" G porösen Glaskörnern wird durch die Maßnahme (b) aktiviert. Die Körner werden bei O oC 3 Stunden mit 100 mg im Handel erhältlicher Polyadenylsäure (Poly A) (Molekulargewicht über 1000) in Puffer bei einem pH-Wert von 8 umgesetzt. Nach dem Waschen enthalten die Körner etwa 1 Gewichtsprozent der Säure.
  • Beispiel 2 (N-terminaler Weg) A. Herstellung von aktiven Estern von boxyl-L-aminosäuren Proben der folgenen L-pyr.rol idoncarboxylblockierten Aminosäuren werden nach der Methode von Kurath und Thomas loc. cit. in praktisch reiner Form erhalten: L-Alanin, L-Arginin, Glycin, L-Leucin, S-ACM-L-Cystein, L-Serin, L-Phenylalanin, L-Tyrosin, -TFA-L-Lysin, L-Valin.
  • 0,1 Mol einer im Handel erhältlichen geschützten Pyrrolidoncarbonsäure (Z-PC-OH) und 0,11 Mol N-Hydroxysuccinimid (NHS) werden in 100 ml 1,2-Dimethoxyethan auf 0 "C abgekühlt. Nach Zugabe von 0,11 Mol Dicyclohexylcarbodiimid wird das Reaktionsgemisch 2 Stunden bei 0 bis 40 OC und dann über Nacht bei Zimmertemperatur gerührt. Der Dicyclohexylharnstoff wird abfiltriert und mit 1,2-Dimethoxyethan gewaschen. Die Filtrate werden im Vakuum bei 40 "C eingeengt. Der N-geschützte Pyrrolidoncarboxyl-N-hydroxysuccinimid (Z-PC-NHS) -ester wird aus 2-Propanol umkristallisiert. Dann werden 6,0 mMol Z-PC-NHS in 20 ml Dioxan gelöst. 10 ml einer Lösung, die NaC03.H20 (7,6 mMol) und die gewünschte Aminosäure (7,6 mMol) enthält, wird zugegeben und es wird 4 Stunden bei Zimmertemperatur gerührt. Das Volumen wird auf 4 ml vermindert. Nach Neutralisieren mit 1 n HCl bildet sich ein Niederschlag, der zweimal mit je 2 ml Wasser gewaschen wird. Die Substanz (Z-PC-Säure) wird aus 2-Propanol umkristallisiert. Etwa 1 g Z-PC-Säure, 1 g Palladiumschwarz und 200 ml 50-prozentiges wäßriges Methanol werden in einen Dreihalskolben gegeben, und gasförmiger Wasserstoff wird bei Zimmertemperatur 3 Stunden durch die Suspension geleitet. Nach der Entfernung von Methanol und Wasser wird die L-pyrrolidoncarboxylblockierte Aminosäure aus Methanol/Ether umkristallisiert.
  • Der aktive N-Hydroxysuccinimidester der so erhaltenen geschützten Aminosäure wird durch Zugabe von je einem Äquivalent der geschützten Säure zu einzelnen Reaktionsgefäßen hergestellt, die Ethylacetat, ein Äquivalent N-Hydroxysuccinimid und 1,1 Äquivalente Dicyclohexylcarbodiimid enthalten. Die Veresterung der freien Carboxylgruppe erfolgt durch 4-stündiges Rühren bei Zimmertemperatur. Die Reaktionslösungen werden dann zur Entfernung von ausgefallenem Dicyclohexylharnstoff filtriert, und die aktiven Ester werden durch Umkristallisieren aus Ethylacetat/Petrolether gereinigt.
  • B. Herstellung des Komplexes aus Polynukelotid und erster Säure 10 mg Polyuridylsäure (Poly U) werden 18 Stunden mit 0,01 m NaJ04 oxidiert. Das erhaltene aldehydhaltige Produkt wird nach der Methode von Royer, et al., Biochem. Biophys.-Research Commun., Bd. 64, S. 478 (1975) mit Hexamethylendiamin reduktiv alkyliert. Die Lösung von 4 OC wird durch die nach Beispiel 1B hergestellte Säule geleitet, die immobilisiertes Poly A enthält und das Diaminderivat von Poly U selektiv adsorbiert.
  • Nach Waschen der Säule und Erhöhen ihrer Temperatur auf 55 "C wird das Diaminderivat von Poly U mit Phosphatpuffer (pH 7,5) daraus eluiert. PC-L-arg-OH wird dann an das Diamin der Poly U unter Verwendung von wasserlöslichen 1-Ethyl-3-(3-dimethylaminopropyl)-carbodiimid bei pH 4,75 gebunden, worauf die PC-Schutzgruppe durch Durchleiten der Lösung durch'Säule 1, deren Herstellung in Beipsiel 1A beschrieben wurde, entfernt wird. Anschließend wird zu der Lösung ein großer Überschuß des wie in Beispiel 2A beschrieben hergestellten aktivierten Esters der Valinsäuue gegeben, und die Lösung wird 2 Stunden gerührt.
  • C. Die Arbeitsweise 200 ml der nach 2B erhaltenen Lösung, die den Valyl-Handhabe-Komplex enthält und eine Temperatur von 4 OC hat, wird unter Saugen mit einer Geschwindigkeit von 5 ml/Minute durch die nach Beispiel iB hergestellte Säule geleitet, die die Körner mit immobilisierter Polyadenylsäure enthält. Die Säule wird dann bei 4 OC und einer Geschwindigkeit von 15 ml/Minute mit Anteilen von 1 1 Wasser zur Entfernung von nichtumgesetzter Säure gewaschen. Danach wird die Temperatur der Säule auf 55 OC erhöht, und ein Anteil von 200 ml Phosphatpuffer (pH 7,5) von der gleichen Temperatur wird mit einer Geschwindigkeit von 5 ml/Minute zum Eluieren des Polynucleotid-Valin-Komplexes geleitet.
  • Die komplexenthaltende Lösung von pH7,5 und 25 OC wird dann bei einer Geschwindigkeit von 5 ml/Minute durch die gefüllte Säule 1 geleitet, die die immobilisierte Pyrrolidoncarboxylpeptidase enthält, um die Pyrrolidoncarboxylschutzgruppe zu entfernen, wodurch 200 ml Lösung erhalten werden, die den Komplex aus Verknüpfungshandhabe und Valin mit einer freien alpha-Aminogruppe enthält.
  • Diese Lösung wird dann wieder in ein sauberes Reaktionsgefäß gegeben, und die vorstehend beschriebene Arbeitsweise wird unter aufeinanderfolgender Zugabe von Proben wiederholt, die das aktivierte und geschützte Lysin, Phenylalanin, Cystein, Glycin bzw. Alanin enthalten.
  • Die so hergestellte Hexapeptidlösung, die von nichtumgesetztem Alaninderivat frei ist, wird vor der Entfernung der Schutzgruppe durch die Säule 4 geleitet, die immobilisiertes Trypsin enthält, um die Ketten von der Verknüpfungshandhabe abzulösen. Die Abtrennung des reinen geschützten Hexapeptids wird dann durch Durchleiten der Lösung durch die Säule, die immobilisierte Polyadenylsäure enthält, zur Entfernung der Verknüpfungshandhabe bewirkt, woran sich eine Gelfiltrationschromatographie anschließt.
  • Anschließend wird die Carboxylgruppe des Hexapeptids durch Veresterung reaktiviert und, wie in Beispiel 2A und 2B beschrieben, wieder komplex an die Verknüpfungshandhabe gebunden, entblockiert (Säule 1) und mit der wie in 2A beschrieben hergestellten Probe von Arginin umgesetzt Die erhaltene Lösung wird in einer Geschwindigkeit von 5 ml/Minute bei 35 OC durch die immobilisierte Aminopeptidase M enthaltende Säule (Säule 2) geleitet, um etwa vorhandene Peptidketten, die sich mit Arginin nicht umgesetzt haben, abzubauen. Diese Stufe wird auch in die Arbeitsweise eingebaut, die zur Anfügung von Leucin, Tyrosin und Serin angewandt wird.
  • Nach der Anknüpfung des Serins an die wachsende Kette und der Abtrennung des Komplexes aus der Reaktionsmischung wird die den Komplex enthaltende Lösung zur Entfernung der Verknüpfungshandhabe durch Säule 4 geleitet und zur Entfernung der Trifluoracetylschutzgruppe an dem Lysinrest 1 Stunde mit 1 m Piperin von 0 OC behandelt. Die erhaltene Lösung wird dann mit 5 ml/ Minute durch die gepackte Säule aus immobilisierter Pyrrolidoncarboxylpeptidase (Säule 1) geleitet, um die terminale Pyrrolidoncarboxylgruppe an dem Serinrest zu entfernen, worauf die Lösung bei pH 4 mit Mercuriacetat 1 Stunde bei 25 OC gerührt wird, um die Acetamidomethylchutzgruppe an dem Cysteinrest zu entfernen. Die Thioverbindung wird durch Einleiten von H2S in die Lösung erhalten. Schließlich wird das so hergestellte reine Decapeptid, wie oben beschrieben, von dem zurückbleibenden Poly U und anderen Bestandteilen abgetrennt.
  • Beispiel 3 Es wird eine weitere Säule aus gepackten porösen Glaskörnern hergestellt. Es werden "Glycophase" G-Körner verwendet und zunächst bei 40 OC in Dimethylformamid mit 10 Gewichtsprozent Tosylchlorid, bezogen auf die Körner, und bezogen auf das Chlorid und einem Äquivalent Triethylamin umgesetzt. Danach werden die Glaskörner abfiltriert und gewaschen und zur Verdrängung von Tosyl auf den Körneroberflächen mit überschüssiger Thioessigsäure umgesetzt. Nach Abtrennen von dem Reaktionsmedium werden die Körner in ein Wasser enthaltendes Gefäß gegeben, um die Säure unter Bildung des Thiolderivats zu hydrolysieren. Danach werden die Körner in Wasser von 25 OC mit Mercaptobernsteinsäureanhydrid umgesetzt, wodurch Körner erhalten werden, die das gemische Disulfid an ihrer Oberfläche immobilisiert tragen.
  • Das gemischte Disulfid ist ein elektrophiles Reagens, das für terminale primäre Aminogruppen eine spezifische kovalente Reaktivität aufweist.
  • Die in Beispiel 1 beschriebene Arbeitsweise wird wiederum wiederholt mit der Ausnahme, daß die das immobilisierte Disulfid enthaltende Säule an die Stelle der Säule 2 tritt, die die immobilisierte Aminopeptidase M enthält. Das Durchleiten durch diese Säule dient anstatt zum Abbau von nichtumgesetzten Ketten zum Abfangen solcher Ketten durch die kovalente Reaktion zwischen dem Disulfid und der freien terminalen Aminogruppe an nichtumgesetzten Ketten. Deshalb ist die aus der Säule gewonnene Reaktionslösung von den nichtumgesetzten Polypeptidketten frei.
  • Nach jedem Abfangvorgang wird eine wäßrige Lösung (pH 8) von Natriumborhydrid (0,5 m) bei 25 OC durch die Säule geleitet, um die kovalent gebundenen Ketten daraus zu entfernen. Die Säule wird dann durch Behandlung mit Mercaptobernsteinsäureanhydrid unter Wiederherstellung der Disulfidbrücke erneut aktiviert.
  • Beispiel 4 (C-terminaler Weg) A. Herstellung von als Ethylester geschützten Aminosäuren Die in Beispiel 2A angegebenen Aminosäuren werden durch Umsetzung mit Ethanol beim Sieden unter Rückfluß in Gegenwart einer katalytischen Menge wasserfreier HCl verestert. Das Reaktionsvolumen wird eingeengt, und nach dem Abkühlen kristallisieren die Aminosäureester als Hydrochloride aus. Diese geschützten Säuren sind auch im Handel erhältlich.
  • B. Herstellung des Komplexes aus Verknüpfungshandhabe und erster Aminosäure 10 ml Poly U werden mit 0,01 m NaJ04 18 Stunden behandelt. Der gebildete Dialdehyd wird durch reduktive Alkylierung nach Royer, et al., Biochem. and Biophys. Research Commun., Bd. 64, S. 478 (1975) an gly-L-arg geknüpft.
  • Der wie in 5A beschrieben hergestellte Ethylester von Valin wird durch Reaktion in Gegenwart eines wasserlöslichen Carbodiimids bei pH 4,75 und 0 bis 4 OC in 12 Stunden angeknüpft.
  • C. Die Arbeitsweise Die grundlegende sich wiederholende Arbeitsweise ist die gleiche wie bei dem N-terminalen Weg mit der Ausnahme, daß die Schutzgruppenentfernung und das Ausputzen von nichtumgesetzten Ketten unter Verwendung von Säule 3 bewirkt wird, die immobilisierte Carboxypeptidase Y enthält. Für das Ausputzen beträgt der pH-Wert 5,5 in einem Phosphatpuffer. Zur Schutzgruppenentfernung beträgt der pH-Wert der Lösung vor dem Durchleiten durch die Säule nach Einstellen mit NaOH 8,5. In beiden Fällen wird eine Temperatur von Säule und Lösung von 35 OC angewandt. Zur Ablösung des Peptids von der Verknüpfungshandhabe wird nacheinander durch Säule 4, die Säule von Beispiel 1B und Säule 5 geleitet, wobei sich die Lösungen bei einem pH-Wert von 8 (unter Verwendung von Tris) befinden und Lösungs- und Säulentemperaturen von 35 OC angewandt werden.
  • Beispiel 5 Synthese von H-Leu-Phe-Leu-OH A. Herstellung von Handhabe-PEG-CH2CO-Gly-Arg(N02) 14 g Polyethylenglykol (PEG) (Molekulargewicht 6000 bis 7000) und 10 g Kalium-t-butoxid werden durch Erwärmen auf 40 OC in 150 ml t-Butanol.gelöst. Nach Zugabe von 5 ml Ethylbromacetat in 10 Minuten und 2-stündigem Rühren bei 40 OC wird das Lösungsmittel durch einen Rotationsverdampfer entfernt. Der Rückstand wird in 100 ml 2 n NaOH gelöst und 2 Stunden bei Zimmertemperatur stehengelassen. Der pH-Wert der Mischung wird dann auf 2,0 eingestellt. Das PEG wird zweimal mit 200 ml CHCl3 extrahiert. Der organische Extrakt wird mit Wasser gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Durch Verdampfen des Lösungsmittels werden 12 g Carboxymethyl-PEG erhalten.
  • An das Carboxymethyl-PEG wird Glycin mit einem wasserlöslichen Carbodiimid folgendermaßen angereiht-. 1,4 g Gly-OEt-HCl und 3,4 g Carboxymethyl-PEG werden in 25 ml H20 gelöst. Der pH-Wert wird mit Triethylamin auf 6,0 eingestellt. 2 g Ethyldimethylaminopropylcarbodiimid.HCl (EDC) werden zugegeben, und der pH-Wert wird mit einem pH-Stat bei 6,0 gehalten. Nach 3 Stunden bei Zimmertemperatur wird die Reaktionsmischung auf einen pH-Wert von 2,0 angesäuert, und das Produkt wird mit CHCl3 extrahiert.
  • Die organische Schicht wird mit 1 n HCl und Wasser gewaschen.
  • Nach dem Trocknen über Na2 SO4 wird das Lösungsmittel unter vermindertem Druck verdampft. 3,2 g PEG-CH2CO-Gly-OEt werden in 20 ml Wasser gelöst, und der pH-Wert wird auf 10,5 eingestellt.
  • Die Verseifung wird bei diesem pH unter Verwendung eines pH-Stat fortgesetzt. Das Titrationsmittel ist 0,1 n NaOH. Während der Reaktionsdauer von 1 Stunde werden etwa 4 ml Base verbraucht.
  • Durch Ansäuern und Extraktion mit CHCl3 werden 3,3 g Produkt erhalten. Die Aminosäureanalyse ergibt 100 mMol Glycin/mg Polymeres.
  • Analog der Anknüpfung des Glycinethylesters wird Arg(N02)0Me.HCl umgesetzt. 3,30 g PEG-Gly-Arg(N02)OMe werden bei pH 8,5 mit 25 Einheiten CPY behandelt, das an CL-Sepharose (Liberatore, et al., (1976) FEBS Letters 68, 45) immobilisiert ist. Der pH-Wert wird bei Zimmertemperatur mit 0,1 n NaOH 5 Stunden aufrechterhalten. Das gebundene Enzym wird durch Filtrieren entfernt.
  • B. Herstellung von PEG-CH2COGlyArg(N02)Leu-Phe-Leu-OH Leu-OEt, Phe-OEt und Leu-OET werden nacheinander wie oben beschrieben angereiht. Die Geschwindigkeit der Schutzgruppenentfernung steigt mit der Zunahme der Kettenlänge rasch an.
  • Die Aminosäureanalyse des schließlich erhaltenen Peptids stimmt mit der Theorie überein.
  • C. Freisetzung des Peptids 1 g Endprodukt werden in 20 ml MeOH/Cyclohexen (1:1) gelöst.
  • 250 mg frisch hergestelltes Palladiumschwarz wird zugegeben, und das Reaktionsgemisch wird 1 Stunde unter Rühren zum Sieden unter Rückfluß erwärmt. Der Katalysator wird abfiltriert, und das Produkt wird im Vakuum getrocknet; Ausbeute 0,9 g.
  • Das Produkt wird in 0,lm N-Ethylmorpholinacetat-Puffer vom pH 8,0 gelöst, und 1 g gebundenes Trypsin (hergestellt nach Royer et al., Methods in Enzymol, (1977) 47, 40 wird zugegeben.
  • Die Suspension wird 6 Stunden geschüttelt. Die Ablösung des Peptids wird durch TLC unter Verwendung von authentischem H-Leu-Phe-Leu-OH als Standard verfolgt Die Produktausbeute beträgt 80 %, bezogen auf die Zahl der auf dem PEG zur Verfügung stehenden Initiierungsstellen.
  • Die in den vorstehenden Beispielen veranschaulichten Arbeitsweisen lassen sich leicht durchführen, sind ohne weiteres einer Automatisierung zugänglich und auf die synthetische Herstellung von Polypeptiden in wäßrigem Medium aus. Aminosäuren mit einer primären Aminogruppe in alpha-Stellung anwendbar.
  • Wie ohne weiteres ersichtlich, gilt dies für alle Aminosäuren mit Ausnahme von Prolin und Analoga davon. Im Fall von Prolin ist die acylierbare Aminogruppe eine sekundäre Aminogruppe, die mit der Pyrrolidoncarboxylgruppe nicht geschützt und wieder freigesetzt werden kann.
  • Daher ist es, wenn das aufzubauende Polypeptid den Prolinrest enthalten soll und der N-terminale Weg angewandt wird, notwendig, diese Säure durch übliche Maßnahmen zu schützen, z.B.
  • mit der Carbobenzoxygruppe (Z) und danach die Schutzgruppenentfernung mit z.B. HBr-Eisessig zu bewirken. Deshalb wird bei dem Aufbau eines prolinhaltigen Polypeptids vom N-terminalen Ende die oben beschriebene Arbeitsweise nach der Anfügung des geschützten Prolins an die Kette unterbrochen. Die Kette kann dann von der Verknüpfungshandhabe abgelöst und isoliert und die Schutzgruppe kann entfernt werden. Danach wird die Kette erneut an die Verknüpfungshandhabe gebunden, und die hierin beschriebene Arbeitsweise wird zur Anreihung der nachfolgenden Säuren an die Kette entsprechend oft wiederholt.
  • In den obigen Beispielen ist insbesondere ein Verfahren zur Herstellung von Polypeptiden unter Anwendung der bevorzugten Merkmale der Erfindung in ihrer Kombination veranschaulicht worden, doch sei darauf hingewiesen, daß selbstverständlich viele der angewandten Merkmale außerhalb der besonderen veranschaulichten Arbeitsweisen allgemein anwendbar sind, und zwar im Hinblick sowohl auf die Polymersynthese als auch auf andere mehrstufige Molekularumwandlungen mit aufeinanderfolgenden chemischen Reaktionen. So ist beispielsweise der Ausschluß von Schwierigkeiten, die mit einer unvollständigen Vorläuferreaktion verbunden sind, durch Ausputzen auf jede mehrstufige Molekularumwandlung anwendbar, wobei der nichtumgesetzte Vorläufer enzymatisch abgebaut oder abgefangen werden kann. Das gleiche gilt für die enzymatische Schutzgruppenentfernung, wie sie hierin beschrieben ist, so lange dabei eine entfernbare Schutzgruppe eine Rolle spielt.
  • Bezüglich der herkömmlichen Festphasenpeptidherstellung, wobei die Kettenverlängerung mit der an einen unlöslichen Träger kovalent gebundenen Kette bewirkt wird, dürfte klar sein, daß die entsprechenden enzymatischen Lösungen nacheinander über den Träger zur Entfernung von nichtumgesetzten Ketten und zur Schutzgruppenentfernung in jeder einzelnen Stufe der sich wiederholenden Arbeitsweise geleitet werden können.
  • Im Hinblick auf die herkömmlichen Lösungsmethoden in organischen Lösungsmitteln kann die Verwendung der hierin veranschaulichten immobilisierten Enzyme in zweckmäßiger Weise angewandt werden, beispielsweise durch einfaches Isolieren der Peptidkettenpopulation nach jeder Umsetzung mit einer nachfolgenden Säure und Lösen derselben in einem wäßrigen Medium.
  • Auch das Merkmal der hierin beschriebenen reversiblen Verknüpfung ist, wie ohne weiteres ersichtlich, auch auf andere Arbeitsweisen anwendbar als die hierin veranschaulichten. Es ist allgemein auf mehrstufige Molekularumwandlungen anwendbar, wobei nach der chemischen Reaktion eines umwandelbaren Vorläufers das umgewandelte Produkt von nichtumgesetzter zugesetzter Verbindung abgetrennt werden muß. Die reversible Verknüpfung ist zwar besonders gut, genauso wie die anderen Merkmale bei der reiterativen Polymersynthese anwendbar, doch kann sie auch bei anderen mehrstufigen Molekularumwandlungen angewandt werden, die darauf ausgerichtet sind, Verbindungen durch aufeinanderfolgende chemische Reaktionen aufzubauen.
  • Was nun die Polymersynthese betrifft, so kann die Verknüpfungshandhabe an der wachsenden Kette zur Verknüpfung der Kette während der Reaktion mit dem gewünschten zugesetzten Bruchstück und während der Abtrennung zur Anknüpfung der Kette an einen unlöslichen Träger dienen. Somit kann eine Festphasenarbeitsweise für die Kettenverlängerung angewandt werden. Die damit verbundenen besonderen Vorteile sind darin zu sehen, daß die Reaktion in einem wäßrigen Medium bewirkt und die Kette nach ihrer Vollendung oder bei jeder Zwischenstufe leicht von dem Träger abgetrennt werden kann, ohne daß rauhe Bedingungen angewandt werden müssen.

Claims (22)

  1. P.a t e n t a n s p r ü c h e 1. Verfahren zum Aufbau einer Peptidkette mit einer bestimmten Aminosäuresequenz, d a d u r c h g e k e n n -z e i c h n e t , daß 1) ein reiner Vorläuferkomplex, in dem ein erstes Aminosäurebruchstück der herzustellenden Peptidkette an eine Polynukleotid-Verknüpfungshandhabe kovalent gebunden ist und das Bruchstück eine freie endständige Carboxylgruppe oder eine freie endständige Aminogruppe enthält, mit einem zweiten Aminosäurebruchstück, das eine freie NalPha-Aminogruppe und eine geschützten Carboxylgruppe enthält, wenn der Vorläufer eine freie endständige Carboxylgruppe enthält, oder aber eine freie Carboxylgruppe und eine geschützte NalPha-Aminogruppe enthält, wenn der Vorläufer eine freie endständige Aminogruppe enthält, in einem wäßrigen Medium umgesetzt wird, 2) gegebenenfalls der nichtumgesetzte Vorläuferkomplex entfernt wird, 3) die Polynukleotidverknüpfungshandhabe des umgesetzten Komplexes an ein komplementäres Polynukleotidadsorbens, das auf einem unlöslichen Träger immobilisiert ist, reversibel geknüpft wird, 4) der umgesetzte Komplex von nichtumgesetztem zweiten Aminosäurebruchstück abgetrennt wird, 5> die Polynukleotidverknüpfungshandhabe von dem Adsorbens befreit wird, 6) gegebenenfalls die Carboxylgruppe oder die Aminogruppe an dem umgesetzten Komplex entblockiert wird, 7) gegebenenfalls die Stufen 1 bis 6 wiederholt werden, bis die angestrebte Zahl von Aminosäurebruchstücken an den Vorläufer angefügt ist, 8) gegebenenfalls die Peptidkette von der Verknüpfungshandhabe befreit und das Produkt gewonnen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß als Polynukleotidverknüpfungshandhabe Polyuridylsäure und als Adsorbens Polyadenylsäure verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß die Polynukleotidverknüpfungshandhabe von dem Adsorbens durch Erwärmen abgelöst wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, d a -d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß die geschützte Gruppe durch die Wirkung eines Enzyms entblockiert wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß ein reiner Vorläufer, der ein erstes Aminosäurebruchstück der herzustellenden Peptidkette mit einer freien terminalen Carboxylgruppe oder einer freien terminalen Aminogruppe enthält, mit einem zweiten Aminosäurebruchstück, das eine freie Nalpha-Aminogruppe und eine geschützte Carboxylgruppe, die einer enzymatischen Hydrolyse zugänglich ist, enthält, wenn der Vorläufer eine freie terminale Carboxylgruppe enthält, oder eine freie Carboxylgruppe und eine geschützte NalPha-Aminogruppe, die enzymatisch hydrolysierbar ist, enthält, wenn der Vorläufer eine freie terminale Aminogruppe aufweist, in einem wäßrigen Medium umgesetzt und das gebildete Peptid enzymatisch entblockiert wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, d ad u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß der verwendete Vorläufer ein erstes Aminosäurebruchstück in kovalenter Bindung an eine Polynukleotidverknüpfungshandhabe enthält.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5 t d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß der verwendete Vorläufer ein erstes Aminosäurebruchstück in Bindung an eine Polyethylenglykolverknüpfungshandhabe enthält.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, d a -d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß das zweite Aminosäurebruchstück eine geschützte Carboxylgruppe und als Schutzgruppe eine Estergruppe enthält.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 8, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß das verwendete zweite Aminosäurebruchstück eine Alkylestergruppe als Schutzgruppe enthält.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß die Carboxylgruppe unter Verwendung einer Esterase enzymatisch entblockiert wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, d a d u r c h ge -k e n n z e i c h n e t , daß die Carboxylgruppe unter Verwendung von Carboxypeptidase Y bei einem pH-Wert von 8 bis 9, vorzugsweise von 8,5, entblockiert wird.
  12. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, d a -d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß ein zweites Aminosäurebruchstück verwendet wird, das eine geschützte Aminogruppe und die L-Pyrrolidoncarboxylgruppe als Schutzgruppe enthält.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , da-ß die Aminogruppe unter Verwendung von L-Pyrrolidoncarboxylpeptidase entblockiert wird.
  14. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, d a -d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß der nichtumgesetzte Vorläuferkomplex enzymatisch entfernt wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß ein reiner Vorläufer, der ein erstes Aminosäurebruchstück der aufzubauenden Peptidkette mit einer freien terminalen Carboxylgruppe oder einer freien terminalen Aminogruppe enthält, mit einem zweiten Aminosäurebruchstück, das eine freie NalPha-Aminogruppe und eine geschützte Carboxylgruppe, wenn der Vorläufer eine freie terminale Carboxylgruppe aufweist, oder eine freie Carboxylgruppe und eine geschützte NalPha-Aminogruppe enthält, wenn der Vorläufer eine freie terminale Aminogruppe aufweist, in einem wäßrigen Medium umgesetzt und nichtumgesetzter Vorläufer durch enzymatischen Abbau oder durch Abfangen entfernt wird.
  16. 16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß ein Vorläuferkomplex verwendet wird, der eine freie terminale Carboxylgruppe enthält, und daß der nichtumgesetzte Komplex unter Verwendung von Carboxypeptidase Y bei einem pH-Wert von 5 bis 6 entfernt wird.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß ein Vorläuferkomplex verwendet wird, der eine freie terminale Aminogruppe enthält, und daß der nichtumgesetzte Komplex unter Verwendung von Aminopeptidase M entfernt wird.
  18. 18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, d a -d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß der nichtumgesetzte Vorläuferkomplex durch Abfangen entfernt wird.
  19. 19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, 14 oder 18, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß die Verknüpfungshandhabe an das erste Aminosäurebruchstück durch eine enzymatisch spaltbare Bindung geknüpft ist.
  20. 20. Verfahren nach Anspruch 19, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t g daß die Peptidkette enzymatisch von der Verknüpfungshandhabe abgelöst wird.
  21. 21. Verfahren nach Anspruch 20, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß die Peptikette über einen Arginin- oder Lysinrest an die Verknüpfungshandhabe gebunden ist.
  22. 22. Verfahren nach Anspruch 21, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t , daß zur Ablösung der Peptidkette von der Verknüpfungshandhabe Trypsin verwendet wird.
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