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Uberhitzungsschmelzsicherung
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Die Erfindung betrifft eine Überhitzungsschmelzsicherung, die auch
als Thermosicherung bzw. Thermoschmelzsicherung bezeichnet werden kann und die dann,
wenn eine elektrische Apparatur, Einrichtung oder dergl. eine Temperatur erreicht,
welche über einer zulässigen Bereichsgrenze liegt, in der Lage ist, den elektrischen
Strom abzuschalten, der durch die elektrische Apparatur, Einrichtung oder dergl.
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durchgeht.
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Eine Uberhitzungsschmelzsicherung wird für den thermischen Schutz
einer elektrischen Einrichtung benutzt, d.h. daß dann, wenn die Temperatur dieser
Einrichtung einen Temperaturwert erreicht, der über einer zulässigen Bereichsgrenze
liegt, ein wesentlicher Teil der Sicherung, d.h. ein leicht schmelzbarer Metallteil,
abgeschmolzen wird, was ein Abschalten des elektrischen Stroms zur Folge hat. Allgemein
ist es erforderlich oder zumindest in hohem Grade wünschenswert, daß eine Uberhitzungsschmelzsicherung
eine möglichst geringe Abmessung hat, weil es zu bevorzugen ist, die uberhitzungsschmelzsicherung
in einem möglichst kleinen und beschränkten Raum in der elektrischen Einrichtung
unterzubringen bzw. vorzusehen.
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Wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist in einer bisher praktisch verwendeten,
ganz kleinen Uberhitzungsschmelzsicherung ein leicht schmelzbarer Metallteil 2'
zwischen Leitungsdräh ten 1a1, 1b1 vorhanden, durch den beide Drähte elektrisch
miteinander verbunden sind; und der Umfang dieses leicht schmelzbaren Metalls 2'
ist mit Flußmittel 30' bedeckt; und weiterhin bedeckt ein wärmewiderstandsfähiges
Harz 32 gleichzeitige beide Endteile der Leitungsdrähte und den Umfang des Flußmaterials.
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Im Benutzungszustand der Überhitzungsschmelzsicherung schmilzt das
Flußmittel stets, bevor die Temperatur der elektrischen Einrichtung einen Temperaturwert
erreicht, der über der zulässigen Bereichsgrenze liegt9 und das leicht schmelzbare
Metall
schmilzt, wenn die Temperatur der elektrischen Einrichtung einen Temperaturwert
erreicht, der über der zulässigen Bereichsgrenze liegt. Es ist empfehlenswert, als
das erwähnte Abdeckungsmaterial ein wärmewiderstandsfähiges Harz zu wählen, das
einen Schmelzpunkt hat, der höher als derjenige des leicht schmelzbaren Metalls
ist; und die Abdeckung aus wärmewiderstandsfähigem Harz kann das geschmolzene Metall
und das geschmolzene Flußmittel abdecken, ohne daß es schmilzt, d.h. also, daß das
wärmewiderstandsfähige bzw.
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-beständige Harz in seinem festen Zustand bleibt.
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Da das Flußmittel bereits im geschmolzenen Zustand ist, bevor das
leicht schmelzbare Metall schmilzt, wird dann, wenn das leicht schmelzbare Metall
schmilzt, der Kontaktwiderstand zwischen der wärmebeständigen Harzabdeckung und
dem geschmolzenen Metall infolge der Tatsache, daß sich das geschmolzene Flußmittel
wie ein Schmiermittel verhält, herabgesetzt; und es kommt zu einer Kugelbildung
der geschmolzenen Masse des leicht schmelzbaren Metalls, so daß sich aufgrund der
Oberflächenspannung des geschmolzenen Metalls kttgelförmige Massen ergeben; und
weiterhin wird eine elektrische Stromunterbrechung zwischen beiden Leitungsdrähten
hervorgerufen, und zwar aufgrund der Kugelbildung des geschmolzenen Metalls in Verbindung
mit dem Dazwischentreten des geschmolzenen Flußmittels, durch welches der elektrische
Strom unterbrochen wird.
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Eines der wichtigsten Erfordernisse, die eine t)berhitzungsschmelzsicherung
erfüllen sollte, besteht darin, eine schnelle Befolgung bzw. Ansprechung mit ihrer
sofortigen Betätigung vorzusehen, wenn die Temperatur der elektrischen Einrichtung
einen Temperaturwert erreicht, der über der zulässigen Bereichsgrenze liegt.
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Im praktischen Gebrauch ist es unvermeidbar, daß die oben erwähnte
Uberhitzungsschmelzsicherung wiederholt einer Erwärmung ausgesetzt wird, die einen
Anstieg der Temperatur
der Überhitzungsschmelzsicherung auf einen
Temperaturwert zur Folge hat, der zwar unterhalb, aber nahe in der Gegend der Temperatur
der zulässigen Bereichsgrenze liegt9 da im praktischen Gebrauch einige Fluktuationen
bzw. Schwankungen der Bedingungen bzw. Zustände des elektrischen Stroms der elektrischen
Einrichtung auftreten können. Infolgedessen sollte der Leistungsfähigkeitstest in
der Weise ausgeführt werden9 daß man die Überhitzungsschmelzsicherung dieser wiederholten
Temperaturbehandlung aussetzt, die in ihrem praktischen Gebrauch auftreten bzw.
feststellbar sind.
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Jedoch zeigt der vorstehend erwähnte Test ein unbefriedigendes Ergebnis
für diese bekannte Uberhitzungsschmelzsicherung, wie sich klar aus dem folgenden
Testbeispiel für die überhitzungsschmelzsicherung ergibt.
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In dem Beispiel wurde als leicht schmelzbares Metall eine Legierung
vom Sn-Pb-Cd-Typ mit einem Schmelzpunkt von 0 145 C verwendet. Als Flußmittel wurde
eine Mischung aus 80 Teilen Terpentinharz bzw. Kolophoniumharz, 18 Teilen Paraffin
und 2 Teilen oberflächenaktivem Mittel verwendet9 und als wärmebeständiges Abdeckungsisolatormaterial
wurde Epoxyharz verwendet. Bei der Ubernahme des Epoxyharzes ist darauf zu achten,
daß die Form des leicht schmelzbaren Metalls während des Vorgangs des Bedeckens
mit dem Harz nicht mechanisch und thermisch deformiert wird. Unter Berücksichtigung
der obigen Ausführungen muß die Härtungstemperatur und der Vorgang des Bedeckens
mit Epoxyharz strikt kontrolliert wer 0 den, so daß als Härtungsbedingung eine Temperatur
von 30 C während 12 Stunden angewandt wurde, um das Epoxyharz zu härz ten, nachdem
es mit einem Hohlspatel aufgelegt worden war Folgende Bedingungen wurden angewandt:
Der Leitungsdrahtdurchmesser ist 0,6 mm, die Länge des leicht schmelzbaren Metalls
ist 4 mm; die Menge an Flußmittel ist ca. 2096, bezogen auf das Gewicht des leicht
schmelzbaren Metalls,
und der Durchmesser des äußeren Umfangs der
Epoxyharz-Abdeckung ist 3 mm.
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Betrachtet man einen Zyklus der Wärmebehandlung der Überhitzungsschmelzsicherung,
so besteht diese in einer Behandlung bei einer Temperatur von 1250C während 30 Minuten
und einer nachfolgenden Behandlung bei einer Temperatur von 25 0C während 30 Minuten.
Die vorerwähnte eine zyklische Wärmebehandlung wurde wiederholt an der Testprobe
der Überhitzungsschmelzsicherung ausgeführt, und zwar bis zu 700 Mal. Nach den obigen
Wärmebehandlungen wurde die Überhitzungsschmelzsicherung in ein Ölbad von 1500C
eingetaucht, und gleichzeitig wurde ein elektrischer Strom von 200 V, 2 A durch
die Uberhitzungsschmelzsicherung hindurchgeschickt; und es wurde dann gefunden,
daß 60 Sekunden erforderlich waren, bis der elektrische Strom bezüglich der Überhitzungsschmelzsicherung
bzw. von dieser unterbrochen bzw. abgeschaltet wurde. An diesem Ergebnis des obigen
Tests ist bemerkenswert, daß bei der oben erwähnten Überhitzungsschmelzsicherung
der Art, wie sie in Fig. 1 gezeigt ist, diese Zeitverzögerung im Hinblick auf die
erwünschte unmittelbare Betätigung der Uberhitzungsschmelzsicherung beträchtlich
groß ist.
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Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurden Untersuchungen durchgeführt,
um die Ursache des Auftretens der obigen Zeitverzögerung zu klären, und es wurde
gefunden, daß diese Zeitverzögerung bei der Wärmebehandlung ihren Ursprung in der
Aufblähung der Epoxyharzabdeckung hat, die durch den anschwellenden Expansionsdruck
des geschmolzenen Flußmittels hervorgerufen wird. Hier muß es nun vom industriellen
Gesichtspunkt aus vermieden werden, die Dicke der Epoxyharzabdeckung so groß zu
machen, daß die Aufblähung des Epoxyharzes verhindert werden kann, weil es von Wichtigkeit
ist, wünschenswerterweise kleinere Räume für die Uberhitzungsschmelzsicherung zu
wählen, also die Uberhitzungsschmelzsicherung
auf kleinstmöglichen
Raum zu beschränken. Im Hinblick auf das Aufrechterhalten der Formstabilität des
leicht schmelzbaren Metalls in der überhitzungsschmelzsicherung gegenüber Wärme
und mechanischen Behandlungen müssen insbesondere die Prozesse des Epoxyharzauftrags-
und -glättvorgangs strikt kontrolliert werden, und so kann die Dicke der Epoxyharzabdeckung
nicht groß sein.
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Infolgedessen ist es im Falle dieses Typs der über hitzungsschmelzsicherung
unvermeidlich, daß ein Aufblähen des Epoxyharzes bewirkt wird, das beim Erwärmen
durch den Expansionsdruck des geschmolzenen Flußmittels verursacht wird.
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In einem solchen angeschwollenen Zustand der Epoxyharzabdeckung kann
eine Leerraumbildung innerhalb der Abdekkung beobachtet werden, und so wird die
Wärmeübertragung von außen nach innen, d.h. zum leicht schmelzbaren Metall9 durch
diese Leerraumerzeugung herabgesetzt, und der Druck des geschmolzenen Flußmittels,
das dazu dient, die Kugel von je schmolzenem, leicht schmelzbarem Metall in getrennte
Kugeln "aufzubrechen", wird schwach, und zwar aufgrund der Tatsache9 daß es zur
Leerraumerzeugung kommt. Infolgedessen ist eine lange Zeitdauer erforderlich, die
Kugel des leicht schmelzbaren Metalls, das geschmolzen ist, 11aufzubrechen??, und
zwar selbst dann, wenn die Überhitzungsschmelzsicherung unter ei ne Temperatur exponiert
wird, bei der das leicht schmelzbare Metall geschmolzen werden kann.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Gehäuse von anorganischer
Substanz, das bzw0 die eine große mechanische Festigkeit unter einer hohen Temperatur
behält, dazu benutzt9 das Flußmittel und das leicht schmelzbare Metall zu umfassen
bzw. einzuschließen, und es hat den Zweck, die erwähnte Verzögerung der Betätigung
bzw. Auslösung der Überhitzungsschmelzsicherung, die in dieser Aufblähung der Abdeckung
ihren Ursprung
hat, zu vermindern und möglichst weitgehend auszuschalten.
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Da diese Leerraumbildung innerhalb der Abdeckung, die durch die Erwärmungszyklen
verursacht wird, gemäß der Erfindung verhindert werden kann, wird der Expansionsdruck
des geschmolzenen Flußmittels beim Schmelzen des leicht schmelzbaren Metalls hoch,
und infolgedessen kann die entstehende Kugel aus geschmolzenem, leicht schmelzbarem
Metall in Stücke bzw. kleine Kügelchen unterteilt werden. Aber in diesem Fall ist
es unvermeidbar, daß eine neue Schwierigkeit entsteht, und zwar diewenige, daß beide
entgegengesetzte Oberflächen der Leitungsdrähte diesem hohen Druck ausgesetzt werden,
und infolgedessen neigen die Drähte dazu, aus der überhitzungsschmelzsicherung herauszugleiten.
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Mit der vorliegenden Erfindung wird eine Überhitzungsschmelzsicherung
zur Verfügung gestellt, die eine geringere Verzögerung in ihrer Betätigung bzw.
Auslösung hat und die von großer Nützlichkeit ist, weil gleichzeitig verhindert
wird, daß die Leitungsdrähte herausgleiten.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt die Überhitzungsschmelzsicherung
Leitungsdrähte, die ein leicht schmelzbares Metallstück halten, durch welches elektrischer
Strom von einem dieser Leitungsdrähte zum anderen Leitungsdraht durchgehen kann;
sowie Flußmittel, das gleichzeitig mit bzw.
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neben dem leicht schmelzbaren Metall vorhanden ist bzw. mit dem leicht
schmelzbaren Metall koexistent ist; ein Gehäuse aus anorganischer Substanz bzw.
anorganischem Material, welches beide Leitungsdrahtenden längs derselben bedeckt;
ein wärmebeständiges Harz, das innerhalb des Gehäuses angeordnet bzw. in das Gehäuse
geladen ist; und wenigstens einen Vorsprung, der auf je einem Teil jedes Leitungsdrahtendes
angeordnung ist, und zwar tief versenkt in das wärmebeständige Harz.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung können, um das Flußmittel und das
leicht schmelzbare Metall gleichzeitig vorhanden sein bzw. koexistieren zu lassen,
insbesondere die nachfolgenden Ausführungsformen gewählt werden. Das heißt9 in einer
Ausführungsform kann das Flußmittel das leicht schmelzbare Metall bedecken, und
in einer anderen Ausführungsform wird, nachdem man Pulver aus leicht schmelzbarem
Metall mit Flußmittel gemischt und die erhaltene Mischung auf eine Temperatur erwärmt
hat, die höher als der Schmelzpunkt des Flußmittels, jedoch niedriger als der Schmelzpunkt
des leicht schmelzbaren Metalls ist, die erhaltene, erwärmte Mischung einem Kompressionsdruck
ausgesetzt, so daß sie in Stab- bzw.
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Stangenform gegossen bzw. geformt bzw. formgepreßt wird. Bei diesen
Ausführungsformen wird Flußmittel in einer Menge von 15 bis 40 Vol-%, bezogen auf
das leicht schmelzbare Metall, verwendet.
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Der Schmelzpunkt des Flußmittels ist niedriger als derjenige des
leicht schmelzbaren Metalls.
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Das Flußmittel erhöht die Fluidität des geschmolzenen, leicht schmelzbaren
Metalls, und infolgedessen wird das "Aufbrechen" der Kohäsion des erwähnten Metalls
durch den Wärmeexpansionsdruck gefördert. Als Flußmittel kann eine Mischung aus
Terpentin- oder Kolophoniumharz, Paraffin und oberflächenaktivem Mittel verwendet
werden.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist als Rohmaterial für die Herstellung
des Gehäuses ein Material, das überragende mechanische Festigkeit und ausgezeichnete
Wärmeübertragungseigenschaften bei einer Temperatur hat, die höher als der Schmelzpunkt
des leicht schmelzbaren Metalls ist, d.h.
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insbesondere Keramik und Glas empfehlenswert. Als wärmebeständiges
Harz kann ein Harz, das bei der Schmelztemperatur des leicht schmelzbaren Metalls
nicht schmilzt und überragende
Wärmeleitfähigkeit hat, z.B. Epoxyharz,
Silikonharz, verwendet werden. Dieses Harz kann in das Gehäuse gegossen werden,
welches entlangschreitend bzw. in Längsrichtung beide Leitungsdrähte bedeckt. Dieser
Vorgang des Eingießens des Harzes wird vorzugsweise unter einem Vakuum- bzw. Unterdruckzustand
ausgeführt. Gemäß der vorliegenden Erfindung beträgt die Höhe des Vorsprungs des
Leitungsdrahts besonders bevorzugt 10 bis 30/cm des Drahtdurchmessers, und die Anzahl
von Vorsprüngen, insbesondere von um den Drahtumfang herumlaufenden Vorsprüngen,
kann eins oder mehr betragen.
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Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
anhand einiger, besonders bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 eine überhitzungsschmelzsicherung nach dem Stande der Technik, die bereits
weiter oben näher erläutert worden ist; Fig. 2 ein erstes Ausführungsbeispiel einer
Uberhitzungsschmelzsicherung nach der Erfindung; und Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel
einer Uberhitzungsschmelzsicherung gemäß der Erfindung.
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Es sei zunächst auf Fig. 2 Bezug genommen, inder ein erstes Ausführungsbeispiel
einer Überhitzungsschmelzsicherung nach der vorliegenden Erfindung veranschaulicht
ist. In Fig.2 sind mit la, Ib Leitungsdrähte bezeichnet, während das Bezugszeichen
2 dem leicht schmelzbaren Metallstück zugeordnet ist, das die Leitungsdrähte la,
1b gegenseitig elektrisch verbinden kann und dessen Durchmesser gleich demjenigen
der Leitungsdrähte la, Ib ist. Das Flußmittel 3 ist so aufgestrichen bzw. aufgetragen,
daß es das leicht schmelzbare Metall 2 bedeckt. Mit 4 ist das wärmebeständige Harz
bezeichnet, daß z.B. mit einem Hohlspatel aufgelegt ist, und zwar entlangschreitend
bzw. langs der beiden Leitungsdrähte; mit 5 ist ein Rohr aus anorganischem Material
bezeichnet, welches das
wärmebeständige Harz umfaßt und eng bzw.
dicht an dem Harz 4 haftet. 10, 10 sind je ein Vorsprung, Höcker oder dergl., die
auf dem Endteil der Leitungsdrähte la,lb ausgebildet und in dem Harz 4 versenkt
sind.
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Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel vom Paket- bzw.
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Blocktyp. In Fig. 3 sind 1a, 1b Leitungsdrähte, 10 ist jeweils ein
Vorsprung, der auf den Leitungsdrähten 1a bzw. 1b hergestellt bzw. ausgebildet ist,
20 ist leicht schmelzbares Metall, 3 ist Flußmittel, 5 ist ein Gehäuse aus anorganischem
Material, und 4 ist wärmebeständiges Harz. Das wärmebeständige Harz 4 kann in das
Gehäuse 5 gegossen werden9 das einen Luftauslaß 51 hat, aus dem Gas, das erzeugt
bzw. sich bildet, ausgestoßen bzw. herausgelassen wird, damit es keine Poren innerhalb
des wärmebeständigen Harzes erzeugen kann.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist, da das wärmebeständige Harz
und das leicht schmelzbare Metall luftdicht von dem Gehäuse aus anorganischem Material
umfaßt wird9 keine Luftschicht vorhanden, und die Wärmeleitfähigkeit von der Außenseite
zur Innenseite, d.h. zum leicht schmelzbaren Metall, ist ausgezeichnet. Bei den
obengenannten zyklischen Wärmebehandlungen kann das Gehäuse aus anorganischem Material
eine Schutzwand gegen den durch Wärme ansteigenden Druck des geschmolzenen Flußmittels
bilden, und infolgedessen kommt es nicht zu einer Leerraumausbildung zwischen dem
Gehäuse und dem leicht schmelzbareJ Metall. Wenn infolgedessen die Temperatur der
Außenseite des Gehäuses den Schmelzpunkt des leicht schmelzbaren Metalls erreicht9
wird die Temperatur des leicht schmelzbaren Metalls schnell gleich der Schmelztemperatur
dieses Metalls, und es schmilzt, und gleichzeitig wird der Wärmeexpansionsdruck
des Flußmittels schlagartig erhöht. Infolgedessen kommt es dann, wenn die Temperatur
der Außenseite des Gehäuses den Temperaturwert des Schmelzpunkts des leicht schmelzbaren
Metalls erreicht, dazu, daß dieses leicht schmelzbare
Metall im
geschmolzenen Zustand schnell in Kugeln "aufgebrochen" wird.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung wird in der Stufe, in welcher das
leicht schmelzbare Metall schmilzt und "aufgebrochen" wird, der wärmeexpansionsdruck
des geschmolzenen Flußmittels merkbar bzw. beachtlich erhöht, und zwar aufgrund
des Schutzverhaltens bzw. der Schutzwirkung des Gehäuses, so daß die beiden entgegengesetzten,
abgetrennten Endseiten der Leitungsdrähte, deren Querschnittsfläche gleich derjenigen
dieser abgetrennten End- bzw. Stirnseite ist, mit hohem Druck belastet werden. Jedoch
verhindert der Vorsprung am Leitungsdraht in diesem Falle strikt ein Heraus gleiten
des Leitungsdrahts-aus dem aus wärmebeständigem Harz bestehenden Teil, so daß dadurch
der Leitungsdraht dem vorstehend erwähnten hohen Druck widerstehen kann.
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Wie oben beschrieben, kann gemäß der Erfindung eine Uberhitzungsschmelzsicherung
von praktischer Nützlichkeit bzw.
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Gebrauchsfähigkeit hergestellt werden, deren Auslösung bzw.
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Betätigung mit geringerer Verzögerung erfolgt.
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Nachstehend werden Ergebnisse eines Betätigungs- bzw.
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Auslösungstests einer überhitzungsschmelzsicherung nach der vorliegenden
Erfindung beschrieben.
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Testergebnis 1 Der Test wurde bezüglich einer Uberhitzungsschmelzsicherung
der in Fig. 2 gezeigten Art durchgeführt. Als Gehäuse aus anorganischem Material
wurde ein Keramikrohr verwendet, dessen Außendurchmesser 2,5 mm, dessen Innendurchmesser
1,5 mm und dessen Länge 10 mm betrugen. Als wärmebeständiges-Harz wurde eine Mischung
aus Araldite AY 103 und Araldite HY 930 (beide von der Firma Ciba-Geigy hergestellt)
benutzt. Der Durchmesser des Leitungsdrahts betrug 0,6 mm
und die
Höhe seines Vorsprungs betrug 0,1 mm. Als leicht schmelzbares Metall wurde eine
Legierung vom Sn-Pb-Cd-Typ verwendet, die einen Schmelzpunkt von 145°C hatte; und
als Flußmittel wurde eine Mischung aus 80 Teilen Terpentin- bzw.
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Kolophoniumharz, 18 Teilen Paraffin und 2 Teilen eines oberflächenaktiven
Mittels benutzt. Die Menge an verwendetem Flußmittel betrug 20 Vol-, bezogen auf
das Volumen des leicht schmelzbaren Metalls.
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Während elektrische Wechselspannung von 200 V, 2 A, durch die Testprobe
der Überhitzungs s chmelzs i cherung, die unter den obigen Bedingungen hergestellt
worden war, hindurchgeleitet wurde, wurde diese Testprobe in ein Ölbad von 145 0C
eingetaucht. Die Zeitdauer, die vom Eintauchen bis zum Abschalten bzw. Unterbrechen
des elektrischen Stroms verging, betrug 15 sec. Was den Wärmezyklustest betrifft,
so wurde ein Test durchgeführt, indem man 700 Mal eine zyklische Behandlung durchführte,
wobei jede dieser zyklischen Behandlungen darin bestand, daß man 30 min bei 1250C
erwärmte und dann den Prüfling bzw. die Testprobe 30 h bei Zimmertemperatur stehenließ.
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Zu dem Zeitpunkt, an dem die oben erwähnte Unterbrechung des elektrischen
Stroms stattfand, trat ein Herausgleiten der Leitungsdrähte aus der überhitzungsschmelzsicherung
auf, was durch die Fixierung bzw. Anbringung des Vorsprungs auf den Leitungsdrähten
beseitigt wurde.
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Testergebnis 2 Der Test wurde unter den Bedingungen durchgeführt,
die vorstehend unter "Testergebnis 1 genannt sind, jedoch mit der Ausnahme, daß
ein sehr leicht schmelzbares Metall einer Legierung vom Sn-Pb-Bi-Typ verwendet wurde,
die einen Schmelzpunkt von 980C hatte, und daß als Erwärmungstemperatur der zyklischen
Wärmebehandlung ein Temperaturwert von 85 0C genommen wurde, und daß die Ölbadtemperatur
1000C betrug.
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Bei diesem Test war die Zeitdauer, die vom Eintauchen bis zum Abschalten
bzw. Unterbrechen des elektrischen Stroms erforderlich war, 17 sec, und es trat
kein Herausgleiten der Leitungsdrähte auf.
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Testergebnis 3 Der Test wurde, wie unter "Testergebnis 1" ausgeführt,
jedoch mit der Ausnahme, daß ein Bedecken mit Flußmittel weggelassen wurde, und
daß anstelle des leicht schmelzbaren Metallstücks ein Stabstück benutzt wurde, das
durch Kompressionsgießen bzw. -formen einer Mischung hergestellt wurde, die aus
einem Pulver einer Legierung vom Sn-Pb-Cd-Typ von 100 bis 200 mesh Abmessung (entsprechend
einer maximalen Teilchengröße von 0,074 bis 0,147 mm) und einem Flußmittel bestand,
wobei letzteres aus 80 Teilen Terpentin- bzw. Kolophoniumharz, 18 Teilen Paraffin
und 2 Teilen eines oberflächenaktiven Mittels bestand, und wobei außerdem das Volumenverhältnis
zwischen dem Pulver und dem Flußmittel 80:20 betrug.
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In diesem Test war die Zeitdauer, die vom Eintauchen bis zum Unterbrechen
des elektrischen Stroms verging, 13 sec, und es trat kein Herausgleiten der Leitungsdrähte
auf.
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Testergebnis 4 Der Test wurde unter den Bedingungen durchgeführt,
wie sie unter "Testergebnis 2" beschrieben sind, jedoch mit der Ausnahme, daß eine
Bedeckung mit Flußmittel weggelassen wurde, und daß stattdessen das leicht schmelzbare
Metall ein Stabstück war, das durch Kompressionsgießen bzw. -formen einer Mischung
hergestellt wurde, die aus Pulver einer Legierung vom Sn-Pb-Bi-Typ von 100 bis 200
mesh Abmessung (entsprechend einer maximalen Teilchengröße von 0,074 bis 0,147 mm)
und einem Flußmittel bestand, das seinerseits aus 80 Teilen Terpentin- bzw. Kolophoniumharz,
18 Teilen Paraffin und 2 Teilen
eines oberflächenaktiven Mittels
bestand, wobei außerdem das Volumenverhältnis zwischen dem Pulver und dem Flußmittel
80:20 betrug.
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In diesem Testergebnis 4 war die Zeitdauer, die vom Eintauchen bis
zum Unterbrechen des elektrischen Stroms verging, 15 sec, und es trat kein Herausgleiten
der Leitungsdrähte auf.
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