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DE2804914A1 - Ternaere sprengstoffzusammensetzung und ihre verwendung - Google Patents

Ternaere sprengstoffzusammensetzung und ihre verwendung

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Publication number
DE2804914A1
DE2804914A1 DE19782804914 DE2804914A DE2804914A1 DE 2804914 A1 DE2804914 A1 DE 2804914A1 DE 19782804914 DE19782804914 DE 19782804914 DE 2804914 A DE2804914 A DE 2804914A DE 2804914 A1 DE2804914 A1 DE 2804914A1
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DE
Germany
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dingu
hexogen
compositions
hexolites
tnt
Prior art date
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Granted
Application number
DE19782804914
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English (en)
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DE2804914C3 (de
DE2804914B2 (de
Inventor
Jean-Paul Andre Marie Kehren
Robert Andre Ousset
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Societe Nationale des Poudres et Explosifs
Original Assignee
Societe Nationale des Poudres et Explosifs
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Publication date
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Publication of DE2804914B2 publication Critical patent/DE2804914B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE2804914C3 publication Critical patent/DE2804914C3/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B25/00Compositions containing a nitrated organic compound
    • C06B25/04Compositions containing a nitrated organic compound the nitrated compound being an aromatic
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B25/00Compositions containing a nitrated organic compound
    • C06B25/34Compositions containing a nitrated organic compound the compound being a nitrated acyclic, alicyclic or heterocyclic amine
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC
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    • Y10S149/00Explosive and thermic compositions or charges
    • Y10S149/11Particle size of a component
    • Y10S149/111Nitrated organic compound

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)
  • Lubricants (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ternäre schmelzbare oder gepreßte und hochbrisante Sprengstoffzusammensetzungen.
Zusammensetzungen auf der Basis von Trinitrotoluol (TNT) und Hexogen (RDX) sind seit etwa dem 1. Weltkrieg bekannt. Derartige als Hexolite oder Cyclotole bezeichnete Zusammensetzungen sind durch erhöhte Brisanz sowie ihre leichte Verarbeitbarkeit, insbesondere durch Gießen, gekennzeichnet.
Es wurde ferner bereits überraschenderweise festgestellt, daß sich bedeutende Verbesserungen wie etwa die Erhöhung der Detonationsgeschwindigkeit sowie der Abbaubeständigkeit von Hexoliten beispielsweise durch Ersetzen der feinsten Hexogenfraktion in herkömmlichen Hexoliten durch Oktogen oder Hexo-Okto-Sprengstoff feiner Korngröße erzielen lassen.
Hexogen und Oktogen sind jedoch relativ teure Sprengstoffe, weshalb es wünschenswert ist, sie in den Hexoliten ganz oder mindestens teilweise durch billigere kristalline Sprengstoffe hoher Detonationsgeschwindigkeit ersetzen zu können. Pentrit eignet sich hierfür nicht, da diese Substanz Zusammensetzungen, in die sie eingebracht ist, eine deutlich verschlechterte Brisanz sowie erheblich erhöhte Schlageispfind-
809834/GS75
lichkeit gegenüber Hexogenzusammensetzungen verleiht, die denselben Anteil an kristallinen Sprengstoffen enthalten.
Der Erfindung liegt die überraschende Feststellung zugrunde, daß es möglich ist, Gemische mit Trinitrotoluol und Hexogen mit ebenfalls erhöhter Brisanz, d.h. gegenüber Hexoliten mit demselben Trinitrotoluolgehalt erhöhter Brisanz, bei zugleich niedrigeren Gestehungskosten herzustellen.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen sind dadurch gekennzeichnet, daß sie Trinitrotoluol, Hexogen und Dinitroglycoluril enthalten.
Sie enthalten dabei vorzugsweise 10 bis 60 % Trinitrotoluol, 5 bis 50 % Dinitroglycoluril und 10 bis 85 % Hexogen.
Dinitroglycoluril (DINGU) ist eine Verbindung der Formel
H NO2 .NH-C-N
O=C C=O.
^NH - C - N^ H NO2
Ihre von der gleichen Anmelderin nachgewiesenen Explosiveigenschaften sind in der FR-PS 2 238 703 beschrieben. Bei einer anhand einer Sprengschnur mit Silberhülle und einem Außendurchmesser von 4 mm bei einer Ladungsdichte von 1,76 bestimmten Detonationsgeschwindigkeit von 758O m/s liegt ein Sprengstoff vor, der eine geringere Brisanz als Pentrit aufweist.
Unter diesen Voraussetzungen ist es entsprechend gänzlich überraschend, daß das Einbringen von DINGU in einen Hexolitsprengstoff dessen Brisanz erheblich erhöht, wie aus Tabelle I hervorgeht:
Beispiele 1 bis 7: Tabelle I
Nr. TNT
(*)
Hexogen
(*)
DINGU
(si)
Detonations-
geschwindig
keit (km/s)
Dichte
(g/ml)
Brisanz *'
1 60 40 _ 7,520 1,69 95,6
2 60 - 40 7,330 1,73 93,0
3 36,9 63,1 - 7,840 1,73 106,3
4 30 - 70 7,500 1,81 101,8
5 26,4 73,6 - 8,098 1,7^ 114,1
6 26,7 56,9 16,4 8,072 1,769 115,3
; 7 37,6 32,2 30,2 7,7^4 1,770 106,1
Brisanz entsprechend dem Produkt Dichte χ (Detonationsgeschwindigkeit)
Die Erfindung ist ebenso gut auf gegossene wie auch auf gepreßte Ladungen anwendbar. Für letztere wird vorteilhaft
ein geringer Trinitrotoluolgehalt von etwa 10 % verwendet.
Die Erfindung ist ferner gleichermaßen auch auf ternäre Zusammensetzungen anwendbar, wie sie in der PR-PS 2 182 599 beschrieben sind. In diesen Zusammensetzungen kann ein Teil des Hexogens einer Korngröße unter 300 /um durch feines DINGU ersetzt werden. Die erhaltenen Zusammensetzungen weisen dabei gleichzeitig die in der PR-PS 2 I82 599 sowie die oben beschriebenen Vorteile auf. Zusammensetzungen mit Oktogen und/oder
Hexo-Okto-Sprengstoffen, d.h. bei der Herstellung von Oktogen nach dem Verfahren der PR-PS erhaltene synkristallisierte Kristalle von Hexogen und Oktogen, einer Korngröße unter 300 /um werden daher ebenfalls von der Erfindung umfaßt.
In die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können ferner auch auf dem Gebiet der Hexolite bekannte Modifizierungsmittel
809834/0575
wie
wie Wachse, Kristallisationsregler / beispielsweise Hexanitrostilben (HNS) oder Weichmacher wie Mononitrotoluol eingebracht werden. Die Verwendung von Zusätzen wie beispielsweise HNS ist allerdings unter Berücksichtigung der ausgezeichneten Eigenschaften der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen nicht zwingend erforderlich.
Neben ihren Detonationseigenschaften, die in weitem Maße mit den entsprechenden Hexoliten vergleichbar sind, besitzen die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen folgende weiteren, anwendungstechnisch außerordentlich günstigen Eigenschaften:
Exsudation:
Wie aus den nachfolgenden Beispielen 15 bis 37 hervorgeht, schwitzt Trinitrotoluol in erheblich geringerem Maße aus als bei Zusammensetzungen, die nur Hexogen enthalten. Die Verwendung von DINGU macht daher die Verwendung antiexsudativer Mittel wie Polyvinylnitrat entbehrlich.
Sedimentation:
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen setzen sich bei der Ladungsherstellung durch Gießen in nur außerordentlich geringem Maße ab. Dabei ist die Homogenität der Ladungen deutlich verbessert, wobei zugleich praktisch kein Dichtegradient auftritt. Hieraus resultiert eine deutliche Verringerung der sog. Rehausse, also des einen geringeren Gehalt aufweisenden Teils der Ladungen, der bei der Herstellung abgezogen und rückgeführt werden muß.
Abbau bei wiederholtem Schmelzen:
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen behalten eine praktisch konstante geringe Viskosität bei der Durchführung von Schmelzzyklen unter den Bedingungen der Herstellung herkömmlicher Ladungen aus Hexoliten. Dabei ist bekannt, daß die Erhöhung der Viskosität von Hexoliten be-
809834/0575
28049H
reits nach einer kleinen Anzahl von Schmelzvorgangen einen typischen Nachteil der herkömmlichen Hexolite darstellt.
Empfindlichkeit gegen Kugeleinschlag:
Sie liegt unter der von Hexoliten. Bei Anwendung herkömmlicher Testverfahren bezüglich dieser Eigenschaft können keine positiven Versuchsergebnisse erzielt werden. Das gleiche gilt für Tests unter härteren Bedingungen (Schlußversuche bei Übergeschwindigkeit).
Stauchfestigkeit:
Die Stauchfestigkeit von Hexodinguliten liegt über derjenigen der entsprechenden Hexolite (von etwa 25 %).
Regelmäßigkeit der Textur und Rißbildung:
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen zeigen nach dem Schmelzen gutes Aussehen und feine, regelmäßige Textur; sie weisen praktisch keine Rißbildung auf.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen sind aufgrund ihrer Eigenschaften auf allen bekannten Anwendungsgebieten für Hexolite anwendbar, wobei sie zugleich aufgrund des gegenüber Hexogen niedriger liegenden Preises von DINGU neue Anwendungsmöglichkeiten für diesen Sprengstofftyp eröffnen. Hinzu kommt, daß die Verwendung von DINGU feiner Korngröße (höchstens 10 Aim) auch insofern besonders vorteilhaft ist, als dieses Produkt damit in der bei der herkömmlichen Synthese anfallenden rohen Form Verwendung finden kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von weiteren Ausführungsbeispielen erläutert, aus der die erzielten Vorteile ersichtlich sindj die Angaben sind lediglich beispielhaft.
809834/0S75
28049U
Beispiele 8 bis l4;
Es wurden erfindungsgemäße Zusammensetzungen durch Gießen hergestellt, wobei das DINGU gleichzeitig mit dem Hexogen in das geschmolzene TNT eingebracht wurde.
Bei jeder der hergestellten Zusammensetzungen wurden Dichte und Detonationsgeschwindigkeit gemessen sowie die Brisanz berechnet. Die erhaltenen Ergebnisse gehen aus Tabelle II hervor:
Tabelle II
Nr. TNT
(*)
RDX DINGU
(*)
Dichte
(g/ml)
Detonations-
geschwind!g-
keit (km/s)
Brisanz
8 25,5 65,9 10,8 1,7615 8,092 115,5
9 25,4 69,4 11,2 1,7615 8,118 116,1
10 28,6 54,5 16,9 1,767 8,050 115,9
11 28,7 54,7 16,6 1,767 7,975 112,4
12. 51,4 54,7 15,9 1,761 7,910 110,2
15 58,1 51,5 50,4 1,766 7,710 105,0
14 58,5 50,8 50,9 1,768 7,726 105,5 -
Beispiele I5 bis 57;
Der Exsudationstest wurde wie folgt durchgeführt: die zu untersuchende Zusammensetzung wird bei 85 0C geschmolzen und bis zum Rand in eine auf etwa 50 0C vorgeheizte Stahlform eingegossen. Die zylindrische Form (Bohrung 21 mm, Länge 40 mm) endet in ihrem oberen Teil in einem Trichter.
Nach vollständiger Abkühlung wird die Zusammensetzung
Patentanwälte Γ·.ν r.·-· - v;!L;oht|
BEP.TZ-L/.r..:- SF.CHT-BEETZ
ÖLOC ; Seite .
_ S - ^oU4y I 4
55027.847PSiBk o o
P_23_o4 914.1 27.2.1978
aus der Form entnommen, wobei der obere, trichterförmige Teil derart abgeschnitten wird, daß lediglich ein Zylinder von 4o mm Länge verbleibt. Der untere Teil dieses Zylinders wird durch kurzes Reiben auf einer Holzoberfläche (Sperrholz) von Rauhigkeiten befreit.
Man schneidet ferner Quadrate konstanten Gewichts von 90 mm Seitenlänge aus trockenem Filterpapier aus und setzt die Probe in die Mitte eines ersten Viertels des Filterpapierquadrats, das mit der glatten Seite nach oben auf einer ebenen Glasplatte vorgesehen wird, die als Träger dient. Es werden drei oder vier aufeinanderfolgende Zyklen von l6 h bei 70 0C durchgeführt, nach jedem Zyklus der Durchmesser des Flecks sowie die Erhöhung des Papiergewichts gemessen -
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle III aufgeführt:
809834/0575
Tabelle III
Nr. TNT RDX
(515-800 /um)
{%) '
RDX
(2-10 /im)
w
DINGU
(1-20 /im)
1.Zyklus mg 2.Zyklus mg 3.Zyklus mg 4.Zyklus
mm
gesamter
Gewichts
verlust
(mg)
Summe der
Durchmes
ser (mm)
15 40 48 12 mm mm 126 mm 51 mm 44 22 221 107
16 40 48 - 12 32 32 30 6 23 12 21 50 88
.17 40. 42 18 - 24 102 22 52 21 28 23 182 115
18 40 42 - 18 34 20 33 2 25 4 21 206 84
19 40 50 30 - 21 79 21 2 21 16 24 97 101
20 40 50 - 30 28 18 26 1 23 2 21 201 84
21 40 60 - - 21 166 21 20 21 46 23 232 110
33 31 23
Es wurde ferner eine weitere Versuchsreihe bei 70 0C mit einer Zyklusdauer von 20 h durchgeführt (vgl. Tabelle IV). An den Proben wurde der Gewichtsverlust gemessen. Es wurde Hexogen sehr feiner Korngröße von etwa 3 /um 'verwendet, was etwa dem Modalwert der Korngröße des verwendeten DINGU entsprach. In die Zusammensetzung wurden ferner Hexolit-Zusatzstoffe wie Hexanitrostilben (HNS) und Polyvinylnitrat (PVN) eingebracht.
OO O ■Ρ-CD
Tabelle IV
Nr. TNT ,
{%)■ *
RDX
515-800 ,um)
RDX
(1,5-6 ,um)
(*) '
*T-\ T > T ΛΙT T PVN HNS Gewichtsverlust gesamt
(mg)
nach dem
1.Zyklus
(mg)
nach dem
2.Zyklus
(mg)
nach dem
5.Zyklus
(mg)
lach dem
I.Zyklus
(mg)
22 4o 54 6 DINGU
1-20 ,um)
(*/
_ _ 57 19 10 12 16
25 4o 48 12 _ - - 59 21 15 12 11
24 40 60 - ■M - - 54 21 11 t
11
11
25 40 42 18 - - - 52 17 15 12 10
26 40 50 50 - - - 45 15 10 10 8
OO
O
27 40 54 - - - - 55 11 8 8 6
<£>
CO
ro ro
VO CO
40
40
8
42
6 54
28
12
9
8
5
8
8
6
6
Ca)
"N,
O
cn
50 40 50 - 12
18
- - 27 8 6 7 6
cn 51 59,8 55,7 6 50 - 0,5 58 18 16 15 11
52 59,8 55,7 - - - 0,5 25 9 5 6 5
55 59,7 55,6 - 6 - 0,7 15 8 4 8
54 59,7 55,7 6 6 0,6 - 27 9 7 7 4
55
56
57
59,7
59,6
59,7
55,7
55,4
59,7
- 0,6
1,0
0,6
- 22
25
29
6
9
10
7
6
7
6
6
7
5
4
5
6
6
- 10 -
Praktische Versuche an Hexoliten mit oder ohne einem Peinanteil an Hexogen ergeben, daß derartige Zusammensetzungen beträchtliches Ausschwitzen zeigen.
Bei Verwendung von DINGU fällt die Exsudation um 2I-O bis 90 fo ab. Der visuelle Vergleich der Filterpapiere am Ende jedes Tests ist insofern signifikant, als die Exsudation praktisch Null ist, wenn mindestens 15 Gew.-^ DINGU verwendet werden.
Es ist ferner bekannt, daß das Ausschwitzen von Hexoliten durch Einbringen von etwas PVN verringert werden kann. Dies wird durch Versuch J>k bestätigt. Aus den Versuchen 29, 30 und 32 ist jedoch beispielsweise ersichtlich, daß die Verwendung von DINGU das Einbringen von PVN zur Verringerung des Ausschwitzens überflüssig macht.
Die Versuche 35 und 36 zeigen, daß die Wirkungen von DINGU und PVN hinsichtlich des Ausschwitzens leicht additiv sind.
Aus Versuch 31 ist ersichtlich, daß HNS keinen Einfluß auf das Ausschwitzen der Hexolite ausübt. Durch Einbringen von HNS in die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen wird die durch Zusatz von DINGU bedingte Verbesserung des Ausschwitzverhaltens entsprechend nicht verschlechtert.
Beispiele 38 bis 40;
Es wurden Sedimentationstests durchgeführt, um das Verhalten des erfindungsgemäßen Sprengstoffs bei der Herstellung einer Munitionsladung zu beurteilen.
809834/0575
l·'
2 8049 H
550-27.847P-SiBk ργ R
Ρ_28_Ο4_914.1 27.2.197ο
Der Test beruht darauf, daß das Gemisch geschmolzen und in einen bei 90 0C gerührten Behälter eingebracht wird. Das geschmolzene Gemisch wird anschließend in auf 90 0C vorgeheizte Stahlrohre von 200 mm Länge und 50 mm Innendurchmesser eingegossen, die leicht konische Form aufweisen. Man läßt zunächst 3 h sedimentieren, wonach/m Stufen νοηγ25 mm
30 min)auf 50 0C abgekühlt wird. Nach 3 h wird das Produkt aus der Form entnommen, worauf die überstehende TNT-Schicht abgetrennt und das verbleibende Stück in drei gleiche Teile zerteilt wird, deren Dichte gemessen wird.
Die erhaltenen Ergebnisse gehen aus der Tabelle V hervor:
809834/0575
Tabelle V
oo ο co
Nr. TNT
(%)
RDX
315-800 /um
RDX
(2-10 ,um)
W
RDX
(1,5-6 ,um)
{%) f
DINGU
technisch
(*)
Dicke der
TNT-Schicht
(mm)
mittlere
Dichte
(g/ml)
Dichte
Oben
(g/ml)
Dichte
in der
Mitte
(g/ml)
Dichte
unten
(g/ml)
38
39
40
40
40
40
30
30
30
30 30 30 5
8
1
1,705
1,727
1,758
1,696
1,720
1,755
1,702
1,726
1,758
1,715
1,735
1,761
Das verwendete DINGU stammte aus einem Ansatz, der nach dem Verfahren der PR-PS 2 238
ο in industriellem Maßstab hergestellt worden war. cn
Die auf die Versuche 38 und 39 bezogenen Resultate stammen aus Messungen, die an zwei Rohren vorgenommen wurden. Versuch 40 entspricht dem Mittelwert aus vier Rohren.
Aus den Ergebnissen geht hervor, daß das Absetzen des TNT um etwa 80 % verringert wird, sowie, daß die Spanne zwischen den Dichte-Extremwerten der Ladung, die im Fall von Hexoliten bei etwa 1 % liegt, im Fall der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen dreifach niedriger ist, wenn die überstehende TNT-Schicht abgezogen wurde, sowie vierfaoh niedriger ist, wenn die Schicht nicht entfernt wird.
- 13 -
28049H
Aus den Ergebnissen ist ersichtlich, daß erfindungsgemäß eine deutliche Verringerung der sogenannten Rehausse, also des einen geringeren Gehalt aufweisenden oberen Teils der Ladungen, der bei der Herstellung abgezogen und rückgeführt werden muß, erzielt werden kann.
Beispiele 41 bis 47:
Es wurde ein erfindungsgemäßer Hexodingulit hergestellt, der aus 40 % TNT, 54 % Hexogen und 6 % feinem DINGU (Korngröße 1 bis 10 /Um) bestand. Mit dieser Zusammensetzung wurden mehrere aufeinanderfolgende Wiederaufschmelzvorgänge bei 85 0C durchgeführt, wobei die Viskosität mit einem EFFLUX-Viskosimeter (Durchmesser der Gießöffnung: 0,5 Zoll, etwa 1,2 cm) jeweils gemessen wurde.
Es wurden folgende Ergebnisse erhalten, die als Gießdauer (s) ausgedrückt sind:
Gußver
such Nr.
1 2 3 4 VJl 6 7 8 9 10 11 12
Viskosi
tät (s)
5,0 5,1 4,9 4,8 4,6 4,7 4,6 4,5 4,5 4,4 4,6 4,3
Zu Vergleichszwecken wurde ein Hexolit der gleichen Zusammensetzung hergestellt, bei dem der Anteil an DINGU durch ein Hexogen der gleichen Korngröße mit einer Viskosität von 27 s beim zweiten Schmelzen ersetzt wurde, wobei die übrigen Bedingungen gleichgehalten wurden.
Ferner wurden Hexodingulite mit steigenden Anteilen an DINGU hergestellt, deren Viskosität bei 85 0C gemessen wurde. Die erhaltenen Ergebnisse sind für einen konstanten Anteil
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an TNT von 4O Gew.-^ angegeben.
Ver
such
Nr.
KDX
{%)
DINGU
(JO
EFFLUX-
Viskosi-
tät (s)
42
43
44
45
46
47
60
54
48
45
36
30
6
12
15
24
30
9
3,6
3,2
3,2
3,8
5,3
Aus den Ergebnissen geht hervor, daß die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bei wiederholtem Schmelzen nur extrem wenig abgebaut werden, was für die Herstellung von Ladungen einen außerordentlich großen Vorteil darstellt.
Bezüglich der an kristallinem Sprengstoff hoch beladenen Zusammensetzungen wurde ferner festgestellt, daß eine' Zusammensetzung mit lediglich 25 Gew.-^ TNT, 55 Gew.-% Hexogen von 375 bis 800 /um Korngröße und 20 Gew.-^ feinem DINGU gießbar (Viskosität bei 85 0C: 20 s, Dichte 1,77 g/ml) und sehr homogen ist.
Beispiele 48 bis 51;
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen weisen eine außerordentliche Unempfindlichkeit im KugeleinschlagversuGh auf. Sie ergeben in den herkömmlichen Tests keine positiven Resultate.
Die nachstehenden Zusammensetzungen 48 bis 50 wurden in
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'■'] o4 014.1
28049H
27. Γ:'. 1 ;7-'
einen 60 χ 50 x 4θ mm großen Behälter aus 0,5 mm starkem Blech eingegossen, der mit einem 10 mm dicken .a ./flock - versehen war. In die Probe wurden Kugeln vom Kaliber 7,62 mm bei Geschwindigkeiten von 890 bis 910 m/s eingeschossen. Bei keiner der untersuchten Gruppen zu je 5 Blöcken wurde ein positives Ergebnis erzielt.
Versuch TNT (%) RDX (Si) DINGU (Si)
Nr. 48 40 30 30
Nr. 49 40 45 15
Nr. 50 30 53 17
die herkömmlichen Hexolite 70/30 bzw. 6θ/4θ wurden bereits für diese Kugelgeschwindigkeiten positive Resultate erhalten.
Für die Hexodingulite wurde der Test verschärft. Es wurde ein Stahlrohr von 70 mm Länge und 41/49 mm Durchmesser verwendet, das an einem Ende mit einer Stahlplatte von 5 mm Dicke zugeschweißt war und am anderen Ende einen gußeisernen Stopfen aufwies.
Die Schußversucne wurden mit einer Kugel vom Kaliber 7,62 mm radial mit Übergeschwindigkeit (126Ο m/s) durchgeführt.
Mit der Zusammensetzung von Versuch Nr. 48 wurde bei zehn Schußversuchen kein positives Ergebnis erhalten, ebensowenig bei fünf Schußversuchen mit der Zusammensetzung von Versuch Nr. 51 mit 15 % TNT, 40 % RDX und 45 % DINGU.
Beispiel 52;
Es wurde die- Stauchfestigkeit eines Hexolits 6θ/4θ mit 30 <?o Hexogen von 2 bis 10 ,um sowie eines Hexodingulits 30/30/40
809834/0R75
BAD
- it -
mit 30 Gew.-% RDX, 30 Gew.-^ DINGU und 40 Gew.-^ TNT an Würfeln von 10 χ 10 χ 10 mm unter jeweils gleichen Versuchsbedingungen untersuche.
An sechs Proben des Hexolits mit einer mittleren Dichte von 1,727 g/tnl wurde eine mittlere Stauchfestigkeit von 192 bar (Maximalwert 220 bar) gemessen.
An sechs Proben des entsprechenden Hexodingulits mit einer mittleren Dichte von 1,760 g/ml wurde eine mittlere Stauchfestigkeit von 253 bar (Maximalwert 300 bar) gemessen. Bei diesem Versuch erfolgte die Kompression zwischen zwei parallelen Flächen bei einer Stauchgeschwindigkeit von 1 mm/min.
Die Erfindung betrifft zusammengefaßt ternäre schmelzbare bzw. gepreßte Sprengstoffzusammensetzungen vom Hexolittyp.
Erfindungsgemäß ist in den Hexoliten ein Teil des Hexogens durch Dinitroglycoluril ersetzt. Die erhaltenen modifizierten Hexolite weisen gegenüber herkömmlichen Hexoliten mit vergleichbarem TNT-Gehalt erhöhte Brisanz auf und sind billiger herzustellen. In die erfindungsgemäßen Sprengstoffzusammensetzungen können Oktogen und/oder feines Hexo-Okto sowie herkömmliche Modifizierungssubstanzen für Hexolite eingebracht werden.
Die erfindungsgemäßexi Sprengstoffzusammensetzungen sind auf denselben Anwendungsgebieten wie herkömmliche Hexolite einsetzbar.
809834/0575

Claims (5)

  1. U Sprengstoffzusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, daß sie Trinitrotoluol, Hexogen und Dinitroglycoluril enthält.
  2. 2. Sprengstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie 10 bis 60 % Trinitrotoluol, 10 bis 85 % Hexogen und 5 bis 50 % Dinitroglycoluril enthält.
  3. 3. Sprengstoffzusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Dinitroglycoluril eine Korngröße unter 10 /Um aufweist.
  4. 4. Sprengstoffzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie ferner mindestens einen kristallinen Sprengstoff einer Korngröße unter j500 /um enthält, der unter Oktogen und Hexo-Okto-Sprengstoffen ausgewählt ist.
  5. 5. Ladungen, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Sprengstoffzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 enthalten.
    55O-(B636)-SEBk
    809834/0575
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