DE2710896A1 - Verfahren zur entfernung von schwefeloxiden aus einer diese und sauerstoff enthaltenden gasmischung - Google Patents
Verfahren zur entfernung von schwefeloxiden aus einer diese und sauerstoff enthaltenden gasmischungInfo
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Description
rinr>F_'l I.IiSl UASSF
<t
DR J-D FRHR von UFXKÜLI
Exxon Research and (Prio: 15. März 1976
Engineering Company ug ß66 ?82 _
P.O. Box 5 5
Linden, N.J./V.St.A. Hamburg, 11. März 1977
Verfahren zur Entfernung von Schwefeloxiden
aus einer diese und Sauerstoff enthaltenden Gasmischung
Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Abtrennung von Schwefeloxiden aus einer diese und darüber hinaus ungebundenen
Sauerstoff enthaltenden Gasmischung und insbesondere ein verbessertes Verfahren zur Gewinnung eines festen Sorptionsmittels
in einer brauchbareren und aktiveren Form im Anschluß an eine Regenerierung, bei der die zuvor adsorbierten
Schwefeloxide durch eine Reduktionsreaktion zurückgewonnen werden.
Schwefeloxide sind Bestandteil verschiedener Abgase wie Rauchgas,
Hüttengas und Abgasen von verschiedenen chemischen und Erdölraffinationsverfahren. Durch Verbrennung von Schwefel
enthaltenden Brennstoffen wie Kohle oder Brennöl gebildetes Rauchgas stellt eine Hauptquelle für die Umweltverschmutzung
durch Schwefeldioxid dar. Rauchgas enthält außerdem gewöhnlich
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geringe Mengen an Schwefeltrioxid und Sauerstoff, wobei der Gehalt an letzterem darauf beruht, daß zur Sicherstellung
der vollständigen Verbrennung der Brennstoffe ein Überschuß an Luft verwendet wird. Es ist allgemein bekannt, daß Schwefeloxide
die Atmungsorgane reizen und für das Pflanzenleben
schädlich sind.
Für die selektive Entfernung oder Abtrennung von Schwefeloxiden
aus Gasmischungen sind eine Vielzahl von Sorptionsmitteln vorgeschlagen worden. Zu diesen gehören gasförmige Sorptionsmittel
wie Ammoniak, flüssige Sorptionsmittel wie Ammoniak- und/oder Ammoniumsalzlösungen und feste trockene Sorptionsmittel
wie die ÜbergangsmetalIe und die Übergangsmetalloxide.
Im allgemeinen sind diese festen trockenen Sorptionsmittel auf einem geeigneten Träger wie Aluminiumoxid oder Siliciumoxid
aufgebracht. Die Wirkung dieser Sorptionsmittel beruht auf einer chemischen Reaktion zwischen dem Schwefeloxid oder
den -oxiden und der aktiven Komponente des Sorptionsmittels. Es ist ferner bekannt, daß jeder der genannten Sorptionsmitteltypen
in bestimmten Situationen in Abhängigkeit der verschiedenen gegebenen Umstände vorteilhaft eingesetzt werden
kann. Ganz allgemein bieten die festen trockenen Sorptionsmittel jedoch sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in
der Einfachheit der Anwendung die größten Vorteile. Bei den festen Sorptionsmitteln hat sich Kupferoxid auf Aluminium-
oxid als besonders wirksam erwiesen.
Gewöhnlich werden die festen trockenen Sorptionsmittel in zyklischen Verfahren eingesetzt, bei denen das feste Sorptionsmittel
zuerst mit einer Schwefeloxide enthaltenden Gasmischung in Kontakt gebracht wird, bis die Schwefeloxidkonzentration im
austretenden Gas einen vorbestimmten Maximalwert erreicht. Das Kontaktieren wird dann unterbrochen und das feste Sorptionsmittel
mit einem geeigneten Regenerierungsgas oder auf thermischem Wege regeneriert. Beim zuerst stattfindenden Kontaktieren
werden die Schwefeloxide durch Reaktion mit der oder den
aktiven Komponenten des festen Sorptionsmittels adsorbiert. Während der Regenerierung werden die erschöpften aktiven
Komponenten wieder in eine aktive Form überführt und die Schwefeloxide freigesetzt. Ein solches Verfahren, bei dem
Kupferoxid auf Aluminiumoxid als Sorptionsmittel verwendet wird, ist in vielen Patentschriften wie der GB-PS 1 089 716
und der US-PS 3 501 987 beschrieben.
Trotz der verschiedenen klaren Vorteile, die mit der Verwendung eines festen, trockenen Sorptionsmittels in einem zyklischen
Verfahren verbunden sind, sind diese Verfahren ganz allgemein hinsichtlich der maximal aus einem bestimmten Gasstrom
entfernbaren Schwefelmenge limitiert. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß beim ersten Kontaktieren
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eines Schwefeloxid enthaltenden Gasstroms mit einem frisch regenerierten Adsorptionsbett eine wesentliche Menge der
Schwefeloxide ohne adsorbiert zu werden durch das Adsorptionsbett strömt. Diese durch das Adsorptionsbett hindurchtretende
Schwefeloxidmenge sinkt jedoch schnell auf Null ab und bleibt bei oder nahe Null über eine vernünftige Zeitspanne. Im Laufe
der Adsorption nimmt die Menge des für die Reaktion mit den Schwefeloxiden zur Verfügung stehenden aktiven Materials ab
und Schwefeloxide beginnen erneut in das austretende Gas durch zubrechen. Die Menge an durchbrechenden Schwefeloxiden steigt
stetig, bis der Adsorptionszyklus beendet wird und das Adsorp tionsmittel regeneriert wird oder bis das Adsorptionsbett
vollständig inaktiv ist. In der Praxis wird die Menge an durchbrechenden Schwefeloxiden dadurch kontrolliert, daß man
den Adsorptionszyklus unterbricht, wenn eine vorgegebene Menge an Schwefeloxiden im austretenden Gas durchbricht. Es ist
jedoch nicht möglich, das Verfahren so durchzuführen, daß 1OO % der Schwefeloxide im zu behandelnden Gasstrom entfernt
werden. Bei den bekannten im technischen Maßstab durchgeführten
Verfahren gilt eine 90 %ige Entfernung der Schwefeloxide als ein vernünftiges optimales Ergebnis. Diese Begrenztheit der
Wirksamkeit beruht natürlich hauptsächlich auf dem signifikanten und erheblichen Durchbrechen von Schwefeloxiden beim
anfänglichen Kontaktieren eines Schwefeloxide enthaltenden Gasstroms mit einem regenerierten Sorptionsbett.
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Selbstverständlich stellt die Entfernung von 90 % der normalerweise
in die Atmosphäre abgegebenen Schwefeloxide einen großen Schritt hinsichtlich der Reinhaltung der Atmosphäre dar. Eine
noch bessere Entfernung von Schwefeloxiden aus Gasströmen ist jedoch sehr erwünscht und wird wahrscheinlich in einigen
Ländern in naher Zukunft gesetzlich erforderlich sein. In Hinsicht auf die verschiedenen mit der Verwendung eines festen
Sorptionsmittels in einem zyklischen Verfahren verbundenen Vorteile ist es besonders wünschenswert, eine solche verbesserte
Entfernung von Schwefeloxiden unter Verwendung eines solchen Verfahrens zu erzielen.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu liefern, das die genannten und andere Nachteile der bekannten,
feste trockene Sorptionsmittel verwendenden Verfahren vermeidet oder zumindest erheblich verringert und eine wirksamere
Entfernung von Schwefeloxiden ermöglicht.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren zur Entfernung von Schwefeloxiden aus einer diese und Sauerstoff enthaltenden
Gasmischung, bei dem die Gasmischung in einem zyklischen Sorptions-Regenerierungs-Verfahren mit einem festen Sorptionsmittel
in Kontakt gebracht wird, das eine aktive Komponente enthält, die in oxydierter Form entweder aktiv oder
aktiver ist, vorgeschlagen, das dadurch gekennzeichnet ist,
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daß man zumindest einen Teil der aktiven Komponente nach der Regenerierung und vor der Sorption oxydiert.
Das erfindungsgemäße Verfahren stellt ein verbessertes zyklisches
Verfahren für die Entfernung von Schwefeloxiden aus Gasmischungen mit einem festen Sorptionsmittel dar und führt
dazu, daß geringere Mengen an Schwefeloxiden das Sorptionsmittelbett unadsorbiert passieren. Ferner wird durch das erfindungsgemäße
Verfahren das anfängliche Durchbrechen von Schwefeloxiden entweder vollständig eliminiert oder zumindest
erheblich verringert. Wie weiter unten noch ausführlich beschrieben, hängt die Verringerung des anfänglichen Durchbrechens
von Schwefeloxiden eng damit zusammen, wieviel des gesamten aktiven Materials vor dem Kontaktieren mit dem
Schwefeloxide enthaltenden Gasstrom oxydiert worden ist. Eine vollständige Oxydation des aktiven Sorptionsmaterials
ist für die Erzielung großer Verbesserungen hinsichtlich der Schwefeldioxidentfernung jedoch nicht erforderlich.
Die durch das erfindungsgemäße zyklische SO -Adsorptionsverfahren
unter Verwendung eines festen Sorptionsmittels erreichte Verbesserung wird dadurch erzielt, daß man das feste Sorptionsmittel
zumindest teilweise oxydiert, nachdem es regeneriert worden ist, aber bevor die schwefeloxidreiche Gasmischungs-
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front diesen Teil des Sorptionsmittelbettes im nächsten Adsorptionsschritt kontaktiert.
Das erfindungsgemäße Verfahren, das feste Sorptionsmittel in
eine aktivere Form zu überführen, kann ganz allgemein bei jedem zyklischen Sorptionsverfahren verwendet werden, bei
dem ein Sorptionsmittel eingesetzt wird, das in der oxydierten Form aktiv ist, und bei dem eine Regenerierung durchgeführt
wird, durch die das aktive Sorptionsmaterial entweder teilweise oder vollständig in eine Form umgewandelt wird, die
entweder inaktiv oder weniger aktiv als die vollständiger oxydierte Form ist. Solche Sorptionsmittel sind unter anderem
die nicht zu den Edelmetallen gehörenden Übergangsmetalle der Gruppen IB und HB sowie der Gruppen VB, VIB, VIIB und
VIII des periodischen Systems. Geeignete aktive Metallkomponenten sind beispielsweise Metalle der Gruppe IB wie Kupfer,
der Gruppe HB wie Zink und Cadmium, der Gruppe VB wie Vanadin und Tantal, der Gruppe VIB wie Chrom, Molybdän und Wolfram,
der Gruppe VIIB wie Mangan und der Gruppe VIII wie Eisen, Kobalt und Nickel. Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders
wirksam bei zyklischen Sorptionsverfahren, in denen Kupfer, Vanadin oder eine Mischung von Vanadin und Kalium verwendet
wird. Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens in Kombination
mit diesen Metallen wird deshalb bevorzugt.
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Im allgemeinen können diese aktiven Sorptionsmaterialien gemäß
den bekannten Verfahren wirksam in zyklischen Schwefeloxid- sorptionsverfahren eingesetzt werden. Gewöhnlich werden diese
aktiven Komponenten allerdings in Kombination mit einem inerten feuerfesten Träger verwendet. Geeignete Träger sind unter
anderem inerte feuerfeste Metalloxide wie Aluminiumoxid, Siliciumdioxid, Magnesiumoxid, Zirkonoxid und Titanoxid, wobei
diese Materialien entweder allein oder kombiniert verwendet werden können. Wie allerdings bekannt, haben die sauren feuer
festen Oxide einen negativen Effekt auf die Adsorption von SO und deshalb werden Materialien wie Siliciumdioxid im all
gemeinen nur in verhältnismäßig geringen Konzentrationen verwendet. Da darüber hinaus die Sorptionsaktivität offen
sichtlich der Oberfläche des Trägers proportional ist, werden gewöhnlich nur feuerfeste Metalloxide mit großer Oberfläche
verwendet. Gute Ergebnisse werden im allgemeinen mit £- und
Jf"-Aluminiumoxiden erzielt und diese Materialien werden beim
erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt verwendet.
Im allgemeinen können die für zyklische SO -Sorptionsverfahren
geeigneten, auf Träger aufgebrachten Sorptionsmittel in jeder gewünschten Form oder Gestalt verwendet werden. So können die
auf einen Träger aufgebrachten Materialien beispielsweise in der Form verwendet werden, in der sie hergestellt und er
halten werden, oder sie können gemahlen oder auf andere Art
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und Weise zerkleinert und klassiert werden, so daß Teilchen in jedem gewünschten Größenbereich erhalten werden. Alternativ
können die auf einen Träger aufgebrachten Sorptionsmittel zu verschiedenen Formen wie Kugeln, zylindrischen Extrudaten,
Ringen oder ähnlichen Gebilden gemäß den bekannten Techniken geformt werden. Darüber hinaus können diese verschiedenen
Strukturen mit verschiedenen Kombinationen von Trägermaterialien mit gleich großer oder verschieden großer Oberfläche hergestellt
werden. So können zum Beispiel geeignete Träger in der Weise erhalten werden, daß man feuerfeste Oxide mit großer
Oberfläche auf Substrate mit geringer Oberfläche aufbringt, wobei die Substrate jede beliebige Form besitzen und aus jedem
geeigneten Material wie Aluminiumoxid oder anderen feuerfesten Oxiden oder nicht reaktiven Metallgerüsten oder anderen
expandierten Formen bestehen können. In jedem Fall sollen die Trägermaterialien jedoch eine Oberfläche von mindestens
2 2
40 m /g und vorzugsweise von etwa 90 bis 200 m /g und insbesondere
von etwa 15O bis 2OO m /g besitzen. Darüber hinaus weisen die Trägermaterialien im allgemeinen aufgrund von
Poren mit einem Radius von mehr als etwa 400 8 eine Porosität von mindestens 0,20 cm /g, vorzugsweise eine Porosität im
Bereich von etwa 0,26 bis O,40 cm /g und eine Gesamtporosität
von mindestens 0,45 cm /g und vorzugsweise im Bereich von etwa 0,5 bis 1,0 cm /g auf.
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Ganz allgemein können alle geeigneten bekannten Verfahren zur Herstellung von SO -Sorptionsmitteln für die Herstellung
von für das erfindungsgemäße Verfahren geeigneten Sorptionsmitteln
verwendet werden. Da diese Herstellung nicht Teil der Erfindung ist, braucht auf diese Verfahren nicht näher
eingegangen zu werden. Es genügt darauf hinzuweisen, daß geeignete Sorptionsmittel durch Imprägnierung eines geeigneten
Trägers entweder bevor oder nachdem das Trägermaterial in die gewünschte Form gebracht worden ist, mit dem aktiven
Sorptionsmaterial oder einem Vorläufer davon hergestellt werden können. Die Imprägnierung kann natürlich durch Kontaktieren
des Trägermaterials mit einer die aktive Komponente oder einen Vorläufer davon enthaltenden Lösung durchgeführt
werden. Zur Entfernung überschüssiger Flüssigkeit wird dann anschließend getrocknet und zur Umwandlung des aufgebrachten
Materials in die gewünschte aktive Komponente calciniert.
Nach der Herstellung ist das Sorptionsmittel sofort für ein
zyklisches Sorptionsverfahren einsatzbereit, das aus einem Adsorptions- und einem Regenerierungsschritt besteht. Gewöhnlich
wird das Sorptionsmittel in Form eines Festbettes eingesetzt und die SO -Adsorption erfolgt in der Weise, daß man
eine Schwefeloxide enthaltende Gasmischung durch das Bett leitet, bis die Konzentration an nicht adsorbiertem SO eine
X.
vorbestimmte Konzentration erreicht oder bis die gesamte
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Menge an SO , die nicht adsorbiert durch das Bett strömt,
einen vorbestimmten Wert erreicht. Die Regenerierung erfolgt dann durch Unterbrechung des SO -haltigen Gasstroms und
Durchleiten eines reduzierenden Gases oder eines anderen geeigneten Regenerierungsmittels durch das Bett, bis die gesamte
oder ein wesentlicher Teil der aktiven Sorptionsmittelkomponente wieder in eine aktive Form oder eine Form zurückgeführt
ist, die beim Kontakt mit der SO enthaltenden gasförmigen Mischung aktiv wird. In diesem Zusammenhang sei
darauf hingewiesen, daß bei den meisten wenn nicht allen bekannten zyklischen Sorptionsverfahren ein oder mehrere der
oben genannten Metalle als aktive Komponente verwendet werden und daß die sulfatierte Form dieser Metalle bei der Regenerierung
in das Metall selbst umgewandelt wird, während die oxydierte Form diejenige ist, die unter Bildung des Sulfats
mit dem SO reagiert und dadurch das SO aus der gasförmigen
Ji X
Mischung entfernt. Der Erfolg dieser Verfahren hängt deshalb von der Anwesenheit von Sauerstoff in den zu behandelnden
gasförmigen Mischungen, der Umwandlung des rohen Metalls in das Metalloxid und der Reaktion des Metalloxids mit SO, ab.
Der Chemismus kann am vorteilhaftesten durch die folgenden
Gleichungen wiedergegeben werden:
(1) Metall + 1/2 O2 =>· Metalloxid
(2) SO + 1/2 O Metalloxid
U) SO2 + Λ/Ζ °2 (Katalysator) > bO3
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(3) SO3 + Metalloxid > Metallsulfat (SO4)
Natürlich sind der relative Sauerstoffgehalt des in Reaktion
(1) gebildeten Metalloxids und der relative Sulfatgehalt der in Reaktion (3) gebildeten Metallsulfate abhängig von der
Wertigkeit des speziell als aktive Komponente verwendeten Metalls. Je nach verwendetem Metall sind die stochiometrischen
Faktoren in den angegebenen Gleichungen leicht einsetzbar.
Unabhängig von dieser Vereinfachung ist es jedoch offensichtlich,
daß die Oxydation der aktiven Metallkomponente erforderlich ist, bevor erstens die erforderliche Oxydation des SO„
katalytisch erfolgt und zweitens das so gebildete SO., mit
der aktiven Komponente reagieren bzw. von dieser adsorbiert werden kann.
Bei den bekannten Verfahren wird diese Oxydation der aktiven
Metallkomponenten durch in der Gasmischung überschüssig enthaltenen Sauerstoff erzielt. Die Oxydation der Metallkomponente
erfolgt jedoch nur langsam, da in einem typischen Rauchgas nur ungenügende Mengen Sauerstoff für die Oxydation des Metalls
in weniger als etwa 1 bis 6 Minuten enthalten sind. Als Folge davon, insbesondere wenn die aktive Komponente grundsätzlich
nur als freies Metall vorliegt, wird das SO_ an oder nahe der
Front des SO2-reichen Rauchgases dem freien Sauerstoff an
oder nahe der SO_-Front während der Bildung des Metalloxids
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voraus sein und dann durch das Sorptionsmittelbett strömen, ohne zu SO, oxydiert und von der aktiven Komponente adsorbiert
zu werden. Die wirklich ohne weitere Oxydation und ohne Adsorption passierende Menge ist natürlich verhältnismäßig gering
im Vergleich zur gesamten Menge an Schwefeloxiden in der Gasmischung. Die Menge ist jedoch sehr viel bedeutender im
Vergleich zur Gesamtmenge von in die Atmosphäre abgegebenen Schwefeloxiden, wenn ein Abtrennungsverfahren verwendet wird,
und ist im allgemeinen in der Tat so groß, daß eine Entfernung von mehr als etwa 90 % der gesamten Schwefeloxide bei einer
vernünftigen Zeit für einen Verfahrenszyklus verhindert wird.
Es ist natürlich durch geeignete Auswahl des Reduktionsgases und/oder durch Verdünnung desselben möglich, eine vollständige
Reduktion der sulfatierten aktiven Komponente zum freien Metall zu verhindern. Selbst dann ist es beim Regenerierungsschritt jedoch im allgemeinen nicht möglich, die aktive
Komponente ausschließlich in eine aktive Form zu bringen und in der Tat wird bei ausreichend langem Kontakt mit dem reduzierenden
Gas für eine vollständige oder im wesentlichen vollständige Reduktion des Sulfats ein wesentlicher Teil des aktiven
Materials über die gewünschte Oxidform hinaus reduziert.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren kann das Sorptionsmaterial
nach allen bekannten Verfahren regeneriert werden, die für die
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Reduktion eines Metallsulfats entweder zum Metalloxid oder zum freien Metall geeignet sind. Die Regenerierung kann ausreichend
lange erfolgen, um eine vollständige oder im wesentlichen vollständige Reduktion des Metallsulfats sicherzustellen.
Zumindest ein Teil des so erzeugten freien Metalls wird dann in die aktive Oxidform gebracht, indem die Oxydation
erfolgt, bevor die schwefelreiche Front in der zu entschwefelnden gasförmigen Mischung mit dem Teil des Sorptionsmittels, der der Oxydation unterworfen wird, in Berührung
kommt.
Die für das erfindungsgemäße Verfahren erforderliche Oxydation
zur Überführung des aktiven Sorptionsmaterials in seine aktivste Form kann erfolgen, indem man ein geeignetes Oxydationsmittel
über mindestens einen Teil des Sorptionsmaterials entweder im Gleich- oder Gegenstrom leitet. Selbst bei minimaler
Oxydation tritt eine Verringerung des anfänglichen Durchbrechens von Schwefel ein. Die wirklich zu beobachtende Verringerung
des anfänglichen Durchbrechens von Schwefel ist proportional zu dem Anteil des gesamten aktiven Materials,
der der Oxydation unterworfen worden ist. Diese Proportionalität ist jedoch nicht linear. So verringert die Oxydation der
letzten 15 % eines festen Sorptionsmittelbettes das anfängliche Durchbrechen von Schwefel um etwa 30 %, während die
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Oxydation der letzten 35 % des Bettes zu einer Verringerung des anfänglichen Durchbrechens von Schwefel von 90 % führt.
Durch eine darüberhinausgehende Oxydation des Sorptionsmittelbettes wird das anfängliche Durchbrechen von Schwefel nahezu
vollständig eliminiert. Dies gilt im wesentlichen auch, wenn die Oxydation im vorderen Teil des Sorptionsmittelbettes
durchgeführt wird, wenngleich dann ein etwas größerer Prozentsatz oxydiert werden muß, um das gleiche oder das im wesentlichen
gleiche Ergebnis zu erzielen.
Allgemein kann jedes geeignete Oxydationsmittel für die gewünschte
Oxydation des vollständig reduzierten aktiven Materials verwendet werden. Geeignete Oxydationsmittel sind
sowohl flüssige als auch gasförmige Materialien. Gasförmige Oxydationsmittel sind jedoch bequemer und werden bevorzugt
verwendet. Von diesen ist Sauerstoff am wirksamsten und wie noch weiter unten diskutiert werden wird, kann der in einer
behandelten Gasmischung verbleibende Sauerstoff in vorteilhafter Weise für die erwünschte Oxydation verwendet werden.
Wie schon erwähnt, können alle für die Reduktion von Metallsulfaten
wirksamehMaterialien im Regenerierungsschritt eingesetzt
werden. Zu diesem gehören unter anderem Wasserstoff, die niederen, normalerweise gasförmigen Kohlenwasserstoffe,
die niederen, gasförmigen Alkohole, Ammoniak und Mischungen
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dieser Materialien, wobei mit oder ohne einem Verdünnungsmittel wie Stickstoff oder Dampf gearbeitet werden kann. Im allgemeinen
ist eine Mischung von Wasserstoff und Dampf am wirksamsten und wird deshalb bevorzugt verwendet.
Die Temperatur, bei der die Schwefeloxidadsorption durchgeführt wird, richtet sich gewöhnlich nach dem speziell verwendeten
Sorptionsmittel bzw. der Kombination von Sorptionsmitteln. Bei Verwendung von Kupferoxid als aktive Komponente
des Sorptionsmittels wird die Adsorption beispielsweise bei einer Temperatur im Bereich von etwa 34 3 bis 4 54 C bewirkt.
Wenn dagegen Vanadinpentoxid verwendet wird, ist eine Temperatur im Bereich von etwa 427 bis 510 C gewöhnlich am besten.
Der Einfluß der Temperatur auf die Wirksamkeit des Sorptionsmittels ist jedoch entweder allgemein bekannt oder kann durch
Routinemessungen leicht bestimmt werden. Deshalb wird im folgenden darauf verzichtet, für jedes Sorptionsmittel und/
oder jede Sorptionsmittelkombination, die für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet 1st, den wirksamsten Temperaturbereich
anzugeben.
Ähnlich variiert die Temperatur bei der die Regenerierung durchgeführt wird sowohl mit dem verwendeten reduzierenden
Gas als auch mit dem speziell eingesetzten aktiven Sorptionsmaterial. Wiederum sind diese Temperatureffekte entweder
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allgemein bekannt oder können durch Routineversuche leicht bestimmt werden. Es ist deshalb nicht erforderlich, alle
diese Möglichkeiten durchzudiskutieren. Unabhängig davon sei jedoch darauf hingewiesen, daß bei einer bevorzugten Verfahrensweise
die Regenerierung bei oder nahe derselben Temperatur durchgeführt wird, bei der auch die Adsorption
erfolgt. Eine solche Verfahrensweise wird deshalb auch beim erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt.
Im folgenden soll die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert werden; es zeigen:
Fig. 1 ein Fließschema eines zyklischen Verfahrens, bei dem die Oxydation zumindest eines Teils des aktiven
Materials erfolgt, indem ein Oydationsmittel durch das Sorptionsmittelbett in der gleichen Richtung wie
anschließend der zu behandelnde Gasstrom geleitet wird ;
Fig. 2 ein Fließschema eines zyklischen Sorptionsverfahrens, bei dem das Oxydationsmittel an einem oder mehreren
Punkten stromabwärts des Punktes, an dem das zu behandelnde Gas eingeführt wird oder werden wird, in das
Sorptionsmittelbett eintritt;
Fig. 3 ein Fließschema eines zyklischen Sorptionsverfahrens,
bei dem eine Vielzahl von Sorptionsgefäßen verwendet
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wird und das Oxydationsmittel im Gegenstrom zu dem anschließend zu behandelnden Schwefeloxid enthaltenden
Gasstrom durch das Sorptionsmittelbett geleitet wird;
Fig. 4 eine grafische Darstellung des Schwefeloxidgehaltes in dem aus dem Sorptionsmittelbett austretenden Gas
bei einem typischen bekannten Verfahren;
Fig. 5 eine grafische Darstellung des Schwefeloxidgehaltes des aus dem Sorptionsmittelbett austretenden Gases,
wobei etwa 15 % des aktiven Materials in dem Sorptionsmittelbett vor dem Kontaktieren mit dem zu behandelnden
schwefeloxidreichen Teil des Gasstromes mit einem Oxydationsmittel in Kontakt gebracht wurden;
Fig. 6 eine grafische Darstellung des Schwefeloxidgehaltes in
dem aus dem Sorptionsmittelbett austretenden Gasstrom, nachdem 35 % des aktiven Materials vor dem Beginn des
Adsorptionszyklusses einem Oxydationsmittel ausgesetzt bzw. mit diesem in Kontakt gebracht worden waren.
Fig. 1 zeigt ein Fließschema eines zyklischen Verfahrens gemäß der Erfindung, bei dem die Oxydation zumindest eines Teils
des aktiven Materials erfolgt, indem ein Oxydationsmittel in der gleichen Richtung wie der zu behandelnde Gasstrom in
das Sorptionsmittelbett geleitet wird. Das Schwefeloxide enthaltende Gas tritt in das Sorptionsgefäß 11 über Leitung 12
ein und kommt mit dem Sorptionsmittel 13 in Kontakt, bevor
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es das Sorptionsgefäß 11 über Leitung 14 verläßt. In der
dargestellten Ausführungsform liegt das Sorptionsmittel in Form eines Festbettes vor. Das Sorptionsmittel kann allerdings
auch in Form eines Wirbelbettes eingesetzt werden. Wenn der Adsorptionsschritt beendet oder unterbrochen ist,
kann die Regenerierung durchgeführt werden, indem ein geeignetes reduzierendes Gas oder ein anderes Regenerierungsmittel durch das Sorptionsgefäß geleitet und mit dem Sorptionsmittel
in Kontakt gebracht wird. In der dargestellten Ausführungsform kann das reduzierende Gas oder ein anderes Regenerierungsmittel
über Leitung 15 eingeführt werden und über Leitung 14a abgezogen werden, so daß es in der gleichen Richtung
durch das Sorptionsmittel wie das zu behandelnde schwefeloxidhaltige Gas strömt. Alternativ kann das reduzierende Gas
oder ein anderes geeignetes Regenerierungsmittel über Leitung 16 eingeführt und über Leitung 17 abgeführt werden, so daß
das Regenerierungsmittel also in entgegengesetzter Richtung zu dem vorher behandelten schwefeloxidhaltigen Gas strömt.
Wie schon zuvor erwähnt, werden sowohl der Adsorptionsschritt als auch der Regenerierungsschritt bei bekannten Temperaturen
und nach bekannten Verfahrensweisen durchgeführt, die für das spezielle Sorptionsmittel und hinsichtlich des verwendeten
Regenerierungsmittels geeignet sind. Wie ebenfalls schon oben angegeben, wird die Regenerierung vorzugsweise so lange fortgesetzt,
bis das gesamte oder im wesentlichen das gesamte
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aktive Sorptionsmaterial zuin freien Metall reduziert ist. Im
Anschluß an die Regenerierung und insbesondere dann, wenn eine heftige Reaktion zwischen dem Regenerierungsmittel und dem
Oxydationsmittel möglich ist, wird das Sorptionsmittelbett mit einem geeigneten inerten Material wie Stickstoff, Helium
oder ähnlichem gespült. In der dargestellten Ausführungsform kann das inerte Spülmaterial über Leitung 18 eingeführt und
über Leitung 14a oder 14 abgezogen werden. Alternativ (nicht
dargestellt) kann das Spülmaterial in entgegengesetzter Richtung wie das im Adsorptionsschritt durchgeleitete Rauchgas
eingespeist werden. Nach erfolgter Spülung oder, falls eine solche nicht erforderlich ist, nach der Regenerierung wird
die reduzierte aktive Sorptionsmittelkomponente oxydiert, indem sie mit einem geeigneten Oxydationsmittel kontaktiert
wird. Bei der dargestellten Ausführungsform wird das Oxydationsmittel in das Sorptionsgefäß 11 über Leitung 19 eingeleitet
und strömt durch das Sorptionsmittelbett 13 in der gleichen Richtung wie das im Adsorptionsschritt behandelte
schwefeloxidhaltige Gas. Nach diesem Kontaktieren wird das Oxydationsmittel über Leitung 14 abgezogen.
Um ein Zurückströmen zu verhindern und die gewünschte Strömungsrichtung aufrecht zu erhalten, ist natürlich ein geeignetes
Ventilsystem erforderlich. Diese Maßnahmen liegen jedoch im Bereich des Könnens eines jeden Fachmanns und deshalb sei auf
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eine nähere Diskussion dieser apparativen Vorrichtungen verzichtet.
Die Abtrennung von Schwefeloxiden in einem zyklischen Festbettverfahren
erfolgt bekanntlich im allgemeinen bei relativen Gas-Katalysator-Durchsätzen im Bereich von etwa 1500 bis 5000
V/V/h. Entsprechend wird die Regenerierung gewöhnlich bei relativen Durchsätzen im Bereich von etwa 2O bis 400 V/V/h
durchgeführt. Die Voroxydation des regenerierten Sorptionsmittels dagegen wird im allgemeinen in einer solchen Weise
durchgeführt, daß der gewünschte Oxydationsgrad erreicht wird. Die Verfahrensweise richtet sich dabei danach, ob ein flüssiges
oder gasförmiges Oxydationsmittel verwendet wird und wie groß die relative Konzentration des Oxydationsmittels in der
Flüssigkeit oder dem Gas ist. Wird beispielsweise ein gasförmiges Oxydationsmittel verwendet, dann hängt die tatsächlich
mit dem Sorptionsmittel in Berührung kommende Menge von der relativen Konzentration des Oxydationsmittels in dem Gas
und auch vom gewünschten Oxydationsgrad ab. Dementsprechend ist weniger reiner Sauerstoff als Luft und im allgemeinen
weniger Luft als zuvor entschwefeltes Rauchgas für diesen Zweck erforderlich. In jedem Fall wird jedoch ausreichend
viel Oxydationsmittel eingesetzt, um die erforderliche Menge an molekularem Sauerstoff für die Oxydation des zu oxydierenden
Teils des Sorptionsmittels zur Verfügung zu stellen.
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Fig. 2 zeigt ein Fließschema eines zyklischen Sorptionsverfahrens,
bei dem das Oxydationsmittel an einem Punkt oder an mehreren Punkten entweder oberhalb oder unterhalb des Punktes
eingeführt wird, an dem das zu behandelnde Gas eingeleitet wird. Während des Sorptionsschrittes wird ein Schwefeloxide
enthaltendes Gas in das Sorptionsgefäß 21 über Leitung 2 2
eingeleitet und dann mit dem Sorptionsmittel 23 kontaktiert. Das so behandelte Gas wird dann über Leitung 24 abgezogen.
Wenn der Schwefeloxidgehalt des über Leitung 24 abgezogenen Gases eine vorgegebene Konzentration erreicht, wird der Sorptionszyklus
unterbrochen und das Sorptionsmittelbett 23 entweder gespült oder einer Regenerierung unterworfen. Wenn eine
solche Spülung erforderlich oder erwünscht ist, wird ein geeignetes inertes Spülgas über das Sorptionsmittel 23 geleitet.
In der dargestellten Ausführungsform kann dies durch Einführung
des Spülgases über Leitung 28 und Abziehen desselben über Leitung 24 erfolgen. Analog kann das Spülgas über Leitung
24a abgezogen werden, wenn das Sorptionsmittelbett nach der Regenerierung und vor der Voroxydation gespült wird. Alternativ
kann diese Spülung in der Weise erfolgen, daß ein Spülgas durch das Sorptionsmittelbett 23 in entgegengesetzter Richtung
wie das im Sorptionsschritt behandelte schwefeloxidhaltige Gas geleitet wird.
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Beim Regenerierungsschritt kann ein geeignetes reduzierendes Gas mit dem Sorptionsmittel 23 kontaktiert werden, indem dieses
über Leitung 25 in das Sorptionsgefäß 21 eingeleitet und über Leitung 24a abgezogen wird. Alternativ kann das reduzierende
Gas in entgegengesetzter Richtung strömen, wobei es dann über Leitung 26 in das Reaktionsgefäß 21 eintreten und über Leitung
27 abgezogen werden würde. In der Praxis ist die Wahl der Strömungsrichtung jedoch freigestellt und nicht kritisch für
das erfindungsgemäße Verfahren. Wie bei anderen Ausführungsformen wird das Sorptionsmittelbett 23 nach beendeter Regenerierung
falls erwünscht oder erforderlich gespült und dann der Voroxydierung unterworfen. Wiederum kann das Spülen erfolgen,
indem ein Spülgas über Leitung 28 eingeleitet und über Leitung 24a abgezogen wird. Alternativ (nicht eingezeichnet)
kann die Spülung auch in entgegengesetzter Strömungsrichtung erfolgen.
Bei der Fig. 2 dargestellten Ausführungsform erfolgt die Voroxydation
des Sorptionsmittelbettes 23 durch Überleiten eines geeigneten Oxydationsmittels, wobei letzteres zumindest mit
einem Teil des Sorptionsmittelbettes 23 in Kontakt kommt. Bei der dargestellten Ausführungsform kann dies in der Weise
erfolgen, daß ein geeignetes Oxydationsmittel über Verteilungsleitung 29 über einen oder mehrere der Einlasse 29' bis 29"'
in das Sorptionsmittelbett 23 eingeleitet wird. Für diesen
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Zweck können sich die Einlasse 29' bis 29"' im wesentlichen
an jedem Punkt entlang der Höhe des Sorptionsmittelbettes
befinden und es können jede beliebige Anzahl solcher Einlasse verwendet werden. Darüber hinaus kann jeder dieser Einlasse mit einer geeigneten Verteilungsvorrichtung (nicht eingezeichnet) versehen sein. Weiterhin kann das Oxydationsmittel mit Hilfe eines geeigneten Ventilssystems in der gleichen
Richtung oder in entgegengesetzter Richtung wie das während des Sorptionsschrittes zu behandelnde Gas durch das Sorptionsmittelbett geleitet werden. Im ersten Fall werden die eingezeichneten aber nicht speziell bezeichneten Ventile entlang der unteren Einlaßleitung geschlossen und das Oxydationsmittel über Leitung 24 abgezogen. Im zweiten Fall wird der normale Auslaß geschlossen und das Oxydationsmittel über Leitung 27 abgezogen. In beiden Fällen kann ein vorbestimmter Teil des Sorptionsmittelbettes 23 behandelt werden. Im ersten Fall
ist dies ein Teil des Sorptionsmittelbettes nahe dem Auslaß und im zweiten Fall ein Teil des Sorptionsmittelbettes nahe dem Einlaß. Darüber hinaus kann auch das gesamte Sorptionsmittelbett behandelt werden, indem einfach ein Teil des
Oxydationsmittels über Leitung 24 und der restliche Teil über Leitung 27 abgezogen wird. Diese spezielle Verfahrensweise
hat jedoch keinen besonderen Vorteil ergeben und deshalb erfolgt eine vollständige Oxydation vorteilhafterweise in der Weise, daß das Oxydationsmittel von obep oder von unten durch
befinden und es können jede beliebige Anzahl solcher Einlasse verwendet werden. Darüber hinaus kann jeder dieser Einlasse mit einer geeigneten Verteilungsvorrichtung (nicht eingezeichnet) versehen sein. Weiterhin kann das Oxydationsmittel mit Hilfe eines geeigneten Ventilssystems in der gleichen
Richtung oder in entgegengesetzter Richtung wie das während des Sorptionsschrittes zu behandelnde Gas durch das Sorptionsmittelbett geleitet werden. Im ersten Fall werden die eingezeichneten aber nicht speziell bezeichneten Ventile entlang der unteren Einlaßleitung geschlossen und das Oxydationsmittel über Leitung 24 abgezogen. Im zweiten Fall wird der normale Auslaß geschlossen und das Oxydationsmittel über Leitung 27 abgezogen. In beiden Fällen kann ein vorbestimmter Teil des Sorptionsmittelbettes 23 behandelt werden. Im ersten Fall
ist dies ein Teil des Sorptionsmittelbettes nahe dem Auslaß und im zweiten Fall ein Teil des Sorptionsmittelbettes nahe dem Einlaß. Darüber hinaus kann auch das gesamte Sorptionsmittelbett behandelt werden, indem einfach ein Teil des
Oxydationsmittels über Leitung 24 und der restliche Teil über Leitung 27 abgezogen wird. Diese spezielle Verfahrensweise
hat jedoch keinen besonderen Vorteil ergeben und deshalb erfolgt eine vollständige Oxydation vorteilhafterweise in der Weise, daß das Oxydationsmittel von obep oder von unten durch
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das Sorptionsmittelbett geleitet wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden mehrere Sorptionsgefäße verwendet, so daß ein oder mehrere dieser Sorptionsgefäße dem Regenerierungsschritt und ein oder mehrere dieser Sorptionsgefäße dem
Sorptionsschritt unterworfen werden können. Als aktive Sorptionsmittelkomponente
wird Kupferoxid verwendet und das aus einem oder mehreren der Sorptionsgefäße austretende Gas dient
zur Voroxydation. Bei der bevorzugten Ausführungsform ist es wichtig, daß das zu behandelnde Gas etwa 1,0 bis 8 Mol.%
Sauerstoff und vorzugsweise etwa 2,5 bis 6 Mol.% Sauerstoff enthält.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist in Fig. 3 dargestellt. Danach werden mehrere Sorptionsgefäße 31a, 31b und 31c verwendet, die so angeordnet
sind, daß in einem oder mehreren ein Sorptionsschritt durchgeführt und in den restlichen ein Regenerierungs- und Voroxydationsschritt
durchgeführt werden kann. Natürlich können nicht nur drei Sorptionsgefäße sondern jede beliebige Zahl
solcher Sorptionsgefäße verwendet werden.
Wie dargestellt, wird eine Schwefeloxid und Sauerstoff enthaltende
Gasmischung durch Verteilungsleitung 32 geleitet und
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dann in das oder die Sorptionsgefäße, in denen die Schwefeloxidadsorption
stattfindet. Diese Sorptionsgefäße können beispielsweise die Gefäße 31b und 31c sein. Das Schwefeloxide
und Sauerstoff enthaltende Gas wird dann in beide Sorptionsgefäße über die Leitungen 32b und 32c eingeleitet und strömt
durch die Sorptionsmittelbetten 33b und 33c. Das so behandelte Gas wird dann über die Leitungen 34b und 34c abgezogen und
in die Sammelleitung 34 geleitet. Von hier strömt das behandelte Gas durch den Wärmeaustauscher 40 und dann in die
Atmosphäre über Leitung 41. Gleichzeitig kann ein geeignetes reduzierendes Gas über die Verteilerleitung 35 und Leitung
35a in das Sorptionsgefäß 31a eingespeist werden. Das reduzierende Gas kontaktiert das sulfatierte Sorptionsmittelbett
33a und das resultierende Produktgas mit hoher S02-Konzentration
wird über Abgassammelleitung 37 und Leitung 37a abgezogen und von dort zu einer Anlage für die Herstellung von Schwefel
oder Säure und einer Lagerungsanlage geleitet. Nach der Regenerierung
kann eine erforderliche oder gewünschte Spülung erfolgen, indem ein geeignetes inertes Spülgas über das
regenerierte Sorptionsmittelbett geleitet wird. In der dargestellten Ausführungsform kann dies in der Weise erfolgen, daß
das Spülgas von Verteilerleitung 38 über Leitung 38a in das Sorptionsmittelbett eingeleitet wird. Das Spülgas wird dann
über Leitung 34a abgezogen, mit dem behandelten Gas vermischt und durch den Wärmeaustauscher 40 geleitet und über Leitung
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JO
41 in die Atmosphäre abgegeben, wenn Sauerstoff enthaltende Gase vom Reaktor zu entfernen sind. Anderenfalls wird das
Spülgas über Leitung 37a in Leitung 37 abgezogen, wenn noch zurückgebliebenes Regenerierungsmittel, das heißt reduzierendes
Gas vom Reaktor zu entfernen ist. Nach der im Anschluß an die Regenerierung erfolgten Spülung wird die erforderliche
Voroxydation durchgeführt, indem das gesamte oder ein Teil des behandelten Gases in der Austrittssammelleitung 34 durch
das regenerierte Sorptionsmittelbett 33 in entgegengesetzter Richtung zum behandelten Gasstrom geleitet und dann über Leitung
36a abgezogen wird, über Leitung 36a tritt das Gas dann
in die Auslaßsammelleitung 36 (vorbei am Wärmeaustauscher 4O) ein und wird direkt in die Atmosphäre abgelassen.
Das beschriebene Verfahren ist besonders wirkungsvoll für die Behandlung von Rauchgasen von stationären Verbrennungsanlagen
wie Kraftwerkkesseln. Das Rauchgas von solchen stationären Anlagen enthält gewöhnlich ausreichend Sauerstoff, um die
gewünschte Voroxydation des regenerierten Sorptionsmittelbettes zu bewirken. Da diese Gase im allgemeinen mit einem
ausreichenden Druck zur Verfügung stehen, um sie durch den Wärmeaustauscher 40 zu leiten, und da der Druckverlust in
einem Festbett gewöhnlich geringer als der Druckverlust in einem Wärmeaustauscher ist, kann darüber hinaus ein Teil
oder das gesamte behandelte Gas im Gegenstrom durch das Sorp-
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tionsmittelbett geleitet werden, ohne daß ein zusätzliches
Pumpen und/oder Komprimieren erforderlich ist.
Wenn das Sorptionsmittelbett 33a regeneriert und voroxydiert ist, kann natürlich der Rauchgasstrom in einem oder beiden
Gefäßen 31b und 31c in das Gefäß 31a umgeleitet werden und eine geeignete Regenerierung und Voroxydation in einem oder
beiden diesen Gefäßen durchgeführt werden. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird die Schwefeloxidadsorption
jedoch in der Weise durchgeführt, daß sich jedes Sorptionsmittelbett in einem unterschiedlichen Stadium der Sorption
befindet und daß zu jedem gegebenen Zeitpunkt nur ein Sorptionsmittelbett
einer Gruppe von Betten regeneriert werden muß. Bei dieser Ausführungsform wird der Schwefel enthaltende Gasstrom
in Sorptionsgefäß 31b umgeleitet zu Sorptionsgefäß 31a und das erschöpfte Sorptionsmittelbett 33b regeneriert, während
die Adsorption in den Betten 33a und 33c fortgesetzt wird. Die Regenerierung erfolgt natürlich im wesentlichen auf die
gleiche Art und Weise wie es schon für das Sorptionsmittelbett 33a beschrieben wurde. Demgemäß erfolgt die Regenerierung
durch Abziehen eines geeigneten Regenerierungsgases von der Regenerierungsgasverteilungsleitung 35 und Einleiten desselben
in das Sorptionsmittelgefäß 31b über Leitung 35b. Das reduzierende Gas kontaktiert dann das Sorptionsmittelbett 33b
und wird über die Leitungen 37b und 37 abgezogen. Das Produkt-
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gas des Reduktionsschrittes wird dann zur Schwefelwiedergewinnungs-
und Lagerungsanlage geleitet. Nach der Regenerierung wird gegebenenfalls gespült, indem ein geeignetes Spülgas
von der Spülgasverteilungsleitung 38 über Leitung 38b abgezogen und mit dem Sorptionsmittel 33b kontaktiert wird.
Das Spülgas wird wie das Produktgas des Reduktionsschrittes über Leitung 37b und 37 abgezogen und der Schwefelwiedergewinnungs-
und -lagerungsanlage zugeführt. Nach beendeter Spülung wird der Spülgasfluß unterbrochen und das gesamte
oder ein Teil des in den Sorptionsmittelbetten 33a und 33c behandelte Rauchgas durch das Sorptionsmittelbett 33b in entgegengesetzter
Richtung zu dem zuvor behandelten Rauchgas durch das Sorptionsmittelbett 33b geleitet. Während dieser
Voroxydation wird das behandelte Rauchgas aus der Sammelleitung 34 über Leitung 34b durch das Sorptionsmittelbett 3 3b
geleitet und dann über Leitung 36b abgezogen. Austretend aus Leitung 36b tritt das Voroxydationsgas in die Oxydationsabgassammelleitung
36 ein (vorbei an Wärmeaustauscher 40) und wird über Leitung 41 in die Atmosphäre abgegeben. Nach beendeter
Voroxydation wird der Gasstrom durch das Sorptionsmittelbett 33b unterbrochen und das gesamte behandelte Rauchgas
strömt wieder durch den Wärmeaustauscher 40 und wird über Leitung 41 in die Atmosphäre abgelassen.
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Nach beendeter Regenerierung und Voroxydation im Sorptionsmittelbett
33b kann der Schwefel enthaltende Gasstrom in einem der anderen Sorptionsgefäße zum Sorptionsgefäß 31b
umgeleitet und das nächste Sorptionsmittelbett regeneriert werden. In der dargestellten Ausführungsform wird der Gasstrom
in das Sorptionsgefäß 31c umgeleitet zum Sorptionsgefäß
31b und das Sorptionsmittelbett 33c regeneriert. Dies geschieht wiederum im wesentlichen in der gleichen Weise wie schon für
die Sorptionsmittelbetten 33 a und 33b beschrieben. Ein geeignetes reduzierendes Gas wird aus der Reduktionsgasverteilungsleitung
35 über Leitung 35c abgezogen und über das Sorptionsmittelbett 33c geleitet. Das Produktgas des Reduktionsschrittes wird dann über die Leitungen 37c und Sammelleitung
37 abgezogen und zur Schwefelgewinnungs- und Lagerungsanlage geleitet. Wenn die Reduktion oder Regenerierung beendet ist,
wird der Reduktionsgasstrom unterbrochen und falls erwünscht, das Sorptionsmittelbett 33c mit einem geeigneten Spülgas
gespült. Wiederum geschieht dies durch Abziehen eines geeigneten Spülgases aus der Spülgasverteilungsleitung 38 über
Leitung 38c und anschließendes überleiten desselben über das ** Sorptionsmittelbett 33c. Das Spülgas wird dann über die Leitungen
37c und 37 abgezogen und zu der Schwefelgewinnungs- ·«· und -lagerungsanlage geleitet. Nach beendeter Spülung wird
der Spülgasstrom unterbrochen und alles oder ein Teil des behandelten Gases aus den Sorptionsmittelbetten 33a und 33b
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umgeleitet durch das Sorptionsmittelbett 33c, wobei dieses in entgegengesetzter Richtung wie das zuvor behandelte Rauchgas
strömt. Dies erfolgt durch Abziehen des behandelten Gases aus der Abgassammelleitung 34 über Leitung 34c und Einleiten
desselben in das Sorptionsmittelbett 3 3c. Dieses Voroxydationsgas wird dann über Leitung 36c und die VoroxydationsgasSammelleitung
36 abgezogen und ohne den Wärmeaustauscher 40 zu passieren über Leitung 41 in die Atmosphäre abgegeben. Nach
beendeter Voroxydation wird der Gasstrom des behandelten Gases zum Sorptionsmittelbett 33c unterbrochen und das Sorptionsmittelbett
steht für einen erneuten Adsorptionsschritt zur Verfügung.
Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in der
beschriebenen Weise ist natürlich ein Ventilsystem erforderlich, aber die Anordnung dieser Ventile gehört zum üblichen Können
eines Fachmanns und deshalb braucht auf dieses Ventilsystem nicht näher eingegangen zu werden.
Im folgenden soll die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert werden. Die im folgenden beschriebenen Versuche
stammen von einer 14.938 Zyklen umfassenden Rauchgasentschwefelung sunter suchung, die in einem 132,08 cm tiefen Reaktor
mit einem Durchmesser von 7,62 cm durchgeführt wurden, wobei im wesentlichen adiabatisch und bei Atmosphärendruck
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gearbeitet wurde. Bei der gesamten Serie von Sorptions-Regenerierungs-Schritten
wurde ein Sorptionsmittel verwendet, das 0,492 g Mole CuO auf 5,66 dm Aluminiumoxidringen enthielt,
die einen Durchmesser von 1,27 cm besaßen, 1,27 cm lang waren und eine Wandstärke von 0,32 cm aufwiesen.
Bei diesem Beispiel wurde eine Serie von Schwefeloxidadsorptionsschritten
und Regenerierungsschritten in einem einzelnen Sorptionsbett bei 385 C durchgeführt, wobei 1520 Volumenteile
Gas je Stunde und je Volumen Sorptionsmittel eines synthetischen Rauchgases mit der folgenden Zusammensetzung verwendet wurden:
Mol.% 0,28 0,00 0,00 0,00 4,8 10,0 Rest
Während jedes 14 Minuten dauernden Sorptionsschrittes des Sorptions-Regenerierungs-Zyklusses wurde die Konzentration an
SO- im austretenden Gas gemessen und diese wurde als Funktion
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Komponenten | 2 |
SO | 3 |
SO | |
CO | 2 |
CO | |
°2 | O |
H2 |
der Zeit für jeden Zyklus aufgetragen. Jeder Sorptionsschritt wurde abgebrochen, wenn die Gesamtmenge an SO2 im austretenden
Gas, wie sie sich aus der Fläche unterhalb der aufgetragenen SO?-Konzentrationskurve ergibt, sich einem vorbestimmten
Anteil des gesamten SO_ in dem zu behandelnden Gas, z.B. etwa
2,2 Vol.% für Zyklus 11197, näherte. Die Auftragung der Schwefeloxidkonzentration
im austretenden Gas als Funktion der Zeit ist für diesen Zyklus in Fig. 4 dargestellt. Wie aus dieser
Figur ersichtlich, bricht eine erhebliche Menge an Schwefeloxid direkt nach Beginn des Sorptionsschrittes durch.
Bei diesem Beispiel wurde eine Serie von Sorptions-Regenerierungszyklen
im wesentlichen in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 beschrieben, durchgeführt mit dem Unterschied, daß
bei diesem Beispiel nach jeder Regenerierung und vor jeder Adsorption 15 % des Sorptionsmittelbettes mit einem geeigneten
Oxydationsmittel kontaktiert wurden, so daß alles in den letzten 15 % des Sorptionsmittelbettes zur Verfügung stehende
Kupfer als Kupferoxid vorlag, wenn der Sorptionszyklus begonnen wurde. Wiederum wurde die SO~-Konzentration im austretenden
Gas als eine Funktion der Zeit gemessen und wie in Beispiel 1 aufgetragen. Die Auftragung von Zyklus 11297 ist
in Fig. 5 dargestellt. Wie aus dieser Figur hervorgeht, trat
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eine meßbare Verringerung des SO_-Durchbruchs im Vergleich
zu Beispiel 1 am Beginn des Sorptionsschrittes ein. Der gesamte SO_-Durchbruch während der 14 Minuten dauernden
Sorption verringerte sich auf 2 % des gesamten während dieser Zeitspanne eingespeisten SO?. Die Voroxydation von etwa 15 %
des Sorptionsmittelbettes wurde in der anhand von Fig. 2 beschriebenen Weise durchgeführt.
Bei diesem Beispiel wurde eine Serie von Sorptions- und Regenerierungsschritten im wesentlichen in der gleichen Weise
wie in den Beispielen 1 und 2 beschrieben durchgeführt mit dem Unterschied, daß nach jeder Regenerierung 35 % des Sorptionsmittelbettes
am Austritt des zu behandelnden Rauchgases 2,5 Minuten lang einer Voroxydation unterworfen wurden, indem
0,274 SCFM in das Sorptionsmittelbett eingespeist wurden, durch das zu diesem Zeitpunkt bereits ausreichend viel Spüldampf
zur Verdünnung des Sauerstoffs auf 5,3 VoI.% des Gesamtgases strömte. Diese Vorbehandlung lieferte ausreichend Sauerstoff,
um sicherzustellen, daß alles zur Verfügung stehende Kupfer in diesem Bereich des Sorptionsmittelbettes in Kupferoxid
umgewandelt wurde. Wiederum wurde die SO_-Konzentration
im austretenden Gas als Funktion der Zeit gemessen und wie in Fig. 6 für den Zyklus 11.340 dargestellt aufgetragen. Wie
aus Fig. 6 hervorgeht, verringerte sich die Menge an durch-
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brechendem SO- am Beginn des Sorptionszyklusses erheblich und
der gesamte Durchbruch an SO_ während des 14 Minuten langen
Sorptionsschrittes verringerte sich bei im wesentlichen identischen Verfahrensbedingungen auf 0,8 Vol.%. Die Voroxydation
von etwa 35 % des Sorptionsmittelbettes wurde in der anhand von Fig. 2 beschriebenen Weise mit einem Oxydationsmittel
durchgeführt, das in das Sorptionsmittelbett 23 an einem Punkt eintrat, der bei etwa 2/3 der Entfernung von Einlaß zu
Auslaß lag. Das Gas wurde dann vom Auslaß über Abgasleitung 26 abgezogen. Der Anteil des mit dem Oxydationsmittel kontaktierten
Sorptionsmittelbettes betrug etwa 35 % des gesamten Sorptionsmittelbettes.
Aus dem vorangegangenen und insbesondere aus den Beispielen geht hervor, daß die Voroxydation die durchbrechende Menge
an Schwefeloxid am Beginn des Sorptionsschrittes wirksam verringert und daß durch die Voroxydation entweder die Zeit für
jeden Sorptionszyklus verlängert wird, bevor ein vorbestimmter
Grad an SO--Durchbruch eintritt, oder daß eine wirksamere Entfernung von SO2 möglich ist, wenn ein kürzerer Sorptionszyklus durchgeführt wird. In diesem Zusammenhang sei darauf
hingewiesen, daß bei den in Fig. 4 und 6 dargestellten Sorptionszyklen nach 12 Minuten ein Durchbruch von S0„ von etwa
2,0 bzw. 0,5 % gemessen worden wäre. Daraus ist die Wichtig-
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keit, das anfängliche Durchbrechen von SO3 auf ein Minimum
zu beschränken, leicht ersichtlich, wenn eine möglichst vollständige Entfernung von SO~ angestrebt wird.
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■ s
Claims (11)
1. Verfahren zur Entfernung von Schwefeloxiden aus einer
diese und Sauerstoff enthaltenden Gasmischung, bei dem die Gasmischung in einem zyklischen Sorptions-Regenerierungs-Verfahren
mit einem festen Sorptionsmittel in Kontakt gebracht wird, das eine aktive Komponente enthält,
die in oxydierter Form entweder aktiv oder aktiver ist, dadurch gekennzeichnet, daß man zumindest einen Teil
der aktiven Komponente nach der Regenerierung und vor der Sorption oxydiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens 35 % der aktiven Komponente oxydiert.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Sauerstoff enthaltende Gasmischung nach der
Entfernung von Schwefeloxiden für die Oxydation der aktiven Sorptionsmittelkomponente verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Sorptionsmittel verwendet, das Kupferoxid auf
Aluminiumoxid enthält.
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ORIGINAL INSPECTED
27108G6
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man unter Verwendung mehrerer Sorptionsmittelfestbetten
arbeitet, wobei man gleichzeitig ein oder mehrere Sorptionsmittelbetten für einen Sorptionsschritt einsetzt
und die restlichen Sorptionsmittelbetten regeneriert, und daß man zumindest einen Teil jedes Sorptionsmittelbettes
nach der Regenerierung und vor der Sorption oxydiert.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man das bei dem Sorptionsschritt aus den Sorptionsmittelbetten
austretende Gas für die Oxydation der zuvor regenerierten Sorptionsmittelbetten verwendet.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens etwa 35 % des aktiven Materials in jedem
der Sorptionsmittelbetten oxydiert.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Sorptionsmittel verwendet, das Kupferoxid auf
Aluminiumoxid enthält.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man das Oxydationsgas in entgegengesetzter Richtung
durch das Sorptionsmittelbett leitet, wie das Rauchgas während des Sorptionsschrittes.
709839/0809
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens 35 % des aktiven Materials in jedem Sorptionsmittelbett
oxydiert.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Sorptionsmittel verwendet, das Kupferoxid auf
Aluminiumoxid enthält.
ue:ka:kö
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NL (1) | NL7700856A (de) |
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- 1977-03-12 DE DE19772710896 patent/DE2710896A1/de active Pending
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BE852421A (fr) | 1977-09-14 |
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JPS52111881A (en) | 1977-09-19 |
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