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Die Erfindung betrifft eine Laufbahn-Beschlagsgruppe mit mindestens zwei zueinander parallelen Laufbahnen für ein Schiebetürsystem, mit mindestens einem Z-förmigen Trägerteil, das einen Befestigungsschenkel, einen Vertikalschenkel und einen Tragschenkel aufweist und mit mindestens einem, vom Trägerteil zumindest bereichsweise umgreifbaren Einschubteil, wobei sowohl das Trägerteil als auch das Einschubteil jeweils entlang seiner gesamten, in der Längsrichtung orientierten Länge einen konstanten Querschnitt aufweist, ein Laufbahnsystem mit mindestens einer derartigen Laufbahn-Beschlagsgruppe und mit mindestens einem weiteren Trägerteil und/oder mindestens einem weiteren Einschubteil sowie ein Möbelstück mit einem derartigen Laufbahnsystem.
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Aus der
DE 20 2020 101 165 U1 ist ein aus einem gewalzten Blech hergestelltes Laufschienensystem bekannt.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Problemstellung zugrunde, einen auch bei wechselnden Betriebsbelastungen stabilen Führungsbeschlag für Schiebetüren zu entwickeln.
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Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Dazu ist die Wandstärke des Vertikalschenkels in dem an den Befestigungsschenkel angrenzenden Bereich dünner als in dem an den Tragschenkel angrenzenden Bereich.
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Das Laufbahnsystem ist so ausgebildet, dass die Stirnflächen zweier Trägerteile sich in einer gemeinsamen Stoßstelle kontaktieren und/oder dass die Frontflächen zweier Einschubteile in einer gemeinsamen Kontaktstelle aneinander anliegen. Jede Stoßstelle ist in der Längsrichtung versetzt zu einer Frontfläche und jede Kontaktstelle ist in der Längsrichtung versetzt zu einer Stirnfläche.
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Das Trägerteil der Laufbahn-Beschlagsgruppe ist aufgrund seiner geometrischen Gestaltung eigensteif ausgebildet. Damit kann eine vertikale Anlagefläche am Möbelstück entfallen. Der mehrteilige Aufbau der Laufbahn-Beschlagsgruppe verhindert zudem eine Verformung der Laufbahn-Beschlagsgruppe sowohl bei statischen als auch bei dynamischen Betriebsbelastungen.
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Bei einer Erweiterung der Laufbahn-Beschlagsgruppe zu einem Laufbahnsystem führen die zueinander in der Längsrichtung versetzten Trägerteile und Einschubteile zu einer weiteren Versteifung der Laufbahn-Beschlagsgruppe. Die statische und dynamische Festigkeit der Laufbahn-Beschlagsgruppe ist damit unabhängig von ihrer Gesamtlänge. Die hohe Steifigkeit ermöglicht außerdem einen geräuscharmen Betrieb des mehrteiligen Systems.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung schematisch dargestellter Ausführungsformen.
- 1: Möbelstück mit Schiebetürsystem;
- 2: Laufbahn-Beschlagsgruppe des Möbelstücks nach 1;
- 3: Stirnansicht der Laufbahn-Beschlagsgruppe aus 1;
- 4: Trägerteil der Laufbahn-Beschlagsgruppe nach 2;
- 5: Einschubteil der Laufbahn-Beschlagsgruppe nach 2;
- 6: Variante eines Möbelstücks mit einem Schiebetürsystem;
- 7: Laufbahn-Beschlagsgruppe des Möbelstücks nach 6;
- 8: Stirnansicht der Laufbahn-Beschlagsgruppe aus 6;
- 9: Trägerteil der Laufbahn-Beschlagsgruppe nach 6;
- 10: Einschubteil der Laufbahn-Beschlagsgruppe nach 6.
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Die 1 - 6 zeigen ein Möbelstück (1) mit einem Schiebetürsystem und Einzelteile hiervon. Das Möbelstück (1), z.B. ein Schrank, hat zwei in einer Längsrichtung (5) parallel zueinander verfahrbare Schiebetüren (3, 4). Diese Schiebetüren (3, 4) können bei z.B. einzeln motorisch antreibbar oder manuell verfahrbar sein. Es ist auch denkbar, mehr als zwei Schiebetüren (3, 4) am Korpus des Möbelstücks (1) anzuordnen.
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Die Schiebetüren (3, 4) sind beim Verfahren entlang einer z.B. an der Decke (2) des Möbelstücks (1) angeordneten Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) geführt. Die dargestellte Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) hat hierfür z.B. zwei nebeneinander liegende, zueinander parallele Laufbahnen (71, 72). Die beiden Laufbahnen (71, 72) haben in diesem Ausführungsbeispiel die gleiche, normal zu einer Vertikalen liegende Tangentialebene und die gleiche Länge. Es ist aber auch denkbar, die beiden Laufbahnen (71, 72) z.B. auf einem unterschiedlichen Höhenniveau anzuordnen. Auch können die beiden Laufbahnen (71, 72) eine unterschiedliche, in der Längsrichtung (5) orientierte Länge aufweisen. Die Länge der einzelnen Laufbahn (71; 72) ist länger als die entlang dieser Laufbahn (71; 72) geführte Schiebetür (3; 4). Beispielsweise hat jede der Schiebetüren (3; 4) zur Führung entlang der jeweiligen Laufbahn (71; 72) zwei Führungsrollengruppen (6, 7). Diese Führungsrollengruppen (6, 7) sind im oberen Bereich an der jeweiligen Schiebetür (3; 4) befestigt.
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Die Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) weist mindestens ein Trägerteil (21; 22, 23) und mindestens ein vom Trägerteil (21; 22; 23) zumindest bereichsweise umgriffenes Einschubteil (41; 42) auf. Die einzelnen Trägerteile (21; 22; 23) und/oder die einzelnen Einschubteile (41; 42) können unterschiedliche Einzellängen aufweisen. Die Gesamtlänge der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) entspricht mindestens der Summe der Einzellängen der Trägerteile (21; 22; 23) sowie mindestens der Summe der Einzellängen der Einschubteile (41, 42). Die Gesamtlänge der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) kann jedoch auch um 25 % länger sein als der kleinere dieser Summen.
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In der 2 ist die Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) in der Bauform eines Laufbahnsystems (11) dargestellt. Das Laufbahnsystem (11) hat mindestens zwei Trägerteile (21, 22; 22, 23; 21, 23) und/oder mindestens zwei Einschubteile (41, 42). In diesem Ausführungsbeispiel hat das Laufbahnsystem (11) drei Trägerteile (21, 22, 23) und zwei mit diesen verbundene Einschubteile (41, 42). Die Summe der Längen aller Trägerteile (21, 22, 23) entspricht in diesem Ausführungsbeispiel der Summe der Längen aller Einschubteile (41, 42). Die Gesamtlänge des Laufbahnsystems (11) kann jedoch auch innerhalb des oben genannten Toleranzfeldes liegen. Im Ausführungsbeispiel beträgt die Länge eines Trägerteils (21; 22; 23) zwei Drittel der Länge eines Einschubteils (41; 42). Die Gesamtlänge des Laufbahnsystems (11) beträgt beispielsweise zwei Meter.
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Die 3 zeigt eine Stirnansicht einer Laufbahn-Beschlagsgruppe (10). Das Trägerteil (21; 22; 23) ist Z-förmig ausgebildet. Es hat einen Befestigungsschenkel (24), mit dem es z.B. an der Decke (2) des Möbelstücks (1) befestigt ist. An den Befestigungsschenkel (24) schließt ein Vertikalschenkel (27) an. Dieser Vertikalschenkel (27) liegt bei montierter Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) vor der Vorderseite des Möbelkorpus. Am unteren Ende des Vertikalschenkels (27) grenzt ein Tragschenkel (32) an. Dieser ragt in Querrichtung (8) in die dem Möbelkorpus abgewandte Richtung aus dem Vertikalschenkel (27) heraus.
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Im Trägerteil (21; 22; 23) sitzt das Einschubteil (41; 42). Das Einschubteil (41; 42) ist bis auf einen in Längsrichtung (5) orientierten axialen Freiheitsgrad formschlüssig im Trägerteil (21; 22; 23) aufgenommen. In diesem Ausführungsbeispiel sind beide Laufbahnen (71, 72) im Einschubteil (41; 42) ausgebildet. Die beiden Laufbahnen (71; 72) sind z.B. identisch zueinander gestaltet.
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Die 4 zeigt ein einzelnes Trägerteil (21; 22; 23). Das Trägerteil (21; 22; 23) hat über seine Länge ein konstantes Querschnittsprofil und eine konstante Querschnittsfläche. Die Querschnittsebene ist hierbei normal zur Längsrichtung (5) orientiert. Das Trägerteil (21; 22; 23) kann aus Metall, z.B. aus Aluminium, aus Kunststoff, aus einem Verbundwerkstoff, etc. bestehen. Beispielsweise ist es mittels eines Urformverfahrens, z.B. eines Strangpress- oder Strangzugverfahrens, eines Extrusionsverfahrens, etc. hergestellt. Das einzelne Trägerteil (21; 22; 23) ist in der Längsrichtung (5) mittels zweier Stirnflächen (35) begrenzt. Die beiden z.B. ebenen Stirnflächen (35) eines Trägerteils (21; 22; 23) können parallel zueinander ausgerichtet sein. Sie können aber auch einen Winkel von bis zu 5 Grad einschließen, wobei die Scheitellinie dieses Winkels oberhalb der Tragschenkel (32) liegt.
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Der Befestigungsschenkel (24) hat eine zumindest annähernd quaderförmige Gestalt. Seine in der Querrichtung (8) orientierte Breite beträgt beispielsweise 1 % der Länge der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10). Seine Dicke beträgt z.B. 0,1 % der genannten Länge. Der Befestigungsschenkel (24) hat beispielsweise drei Befestigungsbohrungen (25). Diese Befestigungsbohrungen (25) sind Durchgangsbohrungen mit zylindrischem, kegelstumpfförmigem und/oder angesenktem Querschnitt. Zum Befestigen der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) am Möbelkorpus werden z.B. Zylinderschrauben, Sechskantschrauben, Senkschrauben, etc. in die Befestigungsbohrungen (25) eingesetzt. Die Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) kann jedoch auch mittels Ankleben, mittels formschlüssigen Umgreifens, Klemmen, Klammern, Einrenken, federndes Einspreizen, etc. am Möbelkorpus fixiert sein.
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Der Vertikalschenkel (27) ist im Querschnitt keilförmig ausgebildet. Seine Dicke, das ist die Wandstärke des Vertikalschenkels (27), nimmt vom Befestigungsschenkel (24) zum Tragschenkel (32) hin zu. Im Ausführungsbeispiel entspricht die Dicke des Vertikalschenkels (27) in dem an den Befestigungsschenkel (24) angrenzenden Bereich der Dicke des Befestigungsschenkels (24). In dem an den Tragschenkel (32) angrenzenden Bereich beträgt die Dicke des Vertikalschenkels (27) z.B. das 1,75-fachche der Dicke des an den Befestigungsschenkel (24) angrenzenden Bereichs. Der Anstieg der Dicke vom Befestigungsschenkel (24) hin zum Tragschenkel (32) ist im Ausführungsbeispiel stetig und mit konstanter Steigung ausgebildet. Es ist aber auch denkbar, den Anstieg progressiv, degressiv oder mit Sprungstellen auszubilden. Bei einer derartigen Ausführung des Vertikalschenkels (27) ist der einzelne Wert der Dicke entlang einer in der Höhenrichtung (9) orientierten Koordinatenachse eines gedachten Koordinatensystems z.B. größer oder gleich der Dicke bei einer linearen Zunahme. Die Übergänge des Vertikalschenkels (27) zum Befestigungsschenkel (24) und zum Tragschenkel (32) sind abgerundet ausgebildet. Die Höhe des Vertikalschenkels beträgt im Ausführungsbeispiel etwa 3 % der Länge der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10).
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Die dem Möbelkorpus zugewandte Rückseite (28) des Vertikalschenkels (27) liegt in einer Normalenebene zur Ebene einer Auflagefläche (26) des Befestigungsschenkels (24). Die dem Möbelkorpus abgewandte Führungsseite (29) hat eine Umgriffsleiste (31). Diese ist in Richtung des Tragschenkels (32) orientiert. Die Dicke der abgewinkelt ausgebildeten Umgriffsleiste (31) beträgt beispielsweise drei Viertel der Dicke des Befestigungsschenkels (32). Der Abstand der Umgriffsleiste (31) von der Ebene der Auflagefläche (26) beträgt z.B. 0,4 % der Länge der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10).
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Der Tragschenkel (32) ist in der Querrichtung (8) orientiert. Seine in der Querrichtung (8) orientierte Breite entspricht z.B. der Breite des Befestigungsschenkels (24). Am Übergang zum Vertikalschenkel (27) beträgt die Dicke des Tragschenkels (32) beispielsweise der Dicke des Vertikalschenkels (27). Die Dicke des Tragschenkels (32) an seinem freien Ende entspricht beispielsweise der Dicke des Befestigungsschenkels (24). An seinem freien Ende hat der Tragschenkel eine Eingriffsleiste (33). Diese ragt nach oben aus dem Tragschenkel (32) heraus. Zwischen dem Vertikalschenkel (27) und der Eingriffsleiste (33) hat der Tragschenkel (32) eine T-Schiene (34). Diese ragt ebenfalls nach oben aus dem Tragschenkel (32) heraus. Die T-Schiene (34) ist beispielsweise symmetrisch zu einer vertikalen Mittenlängsebene ausgebildet.
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In der 5 ist ein Einschubteil (41; 42) dargestellt. Das Einschubteil (41; 42) kann aus dem gleichen Werkstoff wie das Trägerteil (21; 22; 23) bestehen. Es kann aber auch aus einem der anderen, im Zusammenhang mit dem Trägerteil (21; 22; 23) genannten Werkstoffen hergestellt sin. Das Einschubteil (41; 42) ist mittels einem der im Zusammenhang mit dem Trägerteil (21; 22; 23) genannten Herstellungsverfahren erzeugt. Auch das Einschubteil (41; 42) hat über seine gesamte Länge den gleichen Querschnitt und ein konstantes Querschnittsprofil. Das einzelne Einschubteil (41; 42) ist in der Längsrichtung (5) mittels zweier Frontflächen (44) begrenzt. Diese Frontflächen (44) können so ausgebildet sein und so zueinander angeordnet sein wie die Stirnflächen (35) des einzelnen Trägerteils (21; 22; 23).
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Das Einschubteil (41; 42) ist in diesem Ausführungsbeispiel im Querschnitt L-förmig ausgebildet. Es hat einen Halteschenkel (43) und einen Bahnschenkel (51). Der Halteschenkel (43) und der Bahnschenkel (51) sind zumindest annähernd rechtwinklig zueinander orientiert. Der Halteschenkel (43) ist plattenförmig ausgebildet. In der Darstellung der 3 liegt er parallel zur Führungsseite (29) des Trägerteils (21; 22; 23). Er untergreift in dieser Darstellung die Umgriffsleiste (31) des Vertikalschenkels (27) und steht auf dem Tragschenkel (32) auf. Die Dicke des Halteschenkels (43) beträgt im Ausführungsbeispiel 80 % der Dicke des Befestigungsschenkels (24) des Trägerteils (21; 22; 23).
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Der Bahnschenkel (51) weist in diesem Ausführungsbeispiel sowohl eine innere Laufbahn (71) als auch eine äußere Laufbahn (72) auf. Bei einer Ausführung der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) mit mehr als zwei Laufbahnen (71, 72) kann das Einschubteil (41; 42) weitere Laufbahnen (71; 72) aufweisen. Das Einschubteil (41; 42) weist zumindest die äußerste Laufbahn (72) auf. Die Breite des Bahnschenkels (51) in der Querrichtung (8) beträgt beispielsweise 90 % der Breite des Tragschenkels (32).
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Der Abstand der beiden Laufbahnen (71, 72) zueinander beträgt z.B. die Hälfte der Breite des Bahnschenkels (51). Die einzelne Laufbahn (71; 72) hat im Ausführungsbeispiel einen V-förmigen, rinnenförmigen Querschnitt. Der Öffnungswinkel beträgt beispielsweise 120 Grad. Der Boden (73) der einzelnen Laufbahn (71; 72) ist gewölbt ausgebildet. Es ist aber auch denkbar, die Laufbahnen (71; 72) relativ zum Bahnschenkel (51) erhaben zu gestalten. Auch eine unterschiedliche Gestaltung der einzelnen Laufbahnen (71; 72) ist denkbar. Die Laufbahnen (71; 72) sind seitlich mittels Begrenzungsstegen (74) begrenzt. Die Höhe des einzelnen Begrenzungsstegs (74) beträgt z.B. 90 % der Dicke des Befestigungsschenkels (24).
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An seiner Unterseite (52) hat der Bahnschenkel (51) im äußeren Bereich eine Eingriffsnut (53) zur Aufnahme der Eingriffsleiste (33). Die Eingriffsnut (53) ist mittels eines nach unten herausstehenden Übergriffstegs (54) begrenzt, der nach dem Zusammenbau den Tragschenkel (32) umgreift. Dieser Umgriff kann spielbehaftet sein. Beispielsweise annähernd mittig an seiner Unterseite (52) hat der Bahnschenkel (51) eine in der Längsrichtung (5) orientierte T-Nut (55) zur Aufnahme der T-Schiene (34). Diese formschlüssige Verbindung zentriert und sichert die Lage des Einschubteils (41; 42) relativ zum Trägerteil (21; 22; 23) zumindest in der Querrichtung (8) und in der Höhenrichtung (9). Auch eventuell auftretende Momente werden in allen Richtungen mittels dieser momentensteifen Verbindung abgestützt. Die Unterseite (51) des Bahnschenkels (51) ist damit komplementär zur Oberseite des Tragschenkels (32) ausgebildet.
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Beim Zusammenbau der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) wird ein Einschubteil (41; 42) in ein Trägerteil (21; 22; 23) eingeschoben. Dies erfolgt in der Längsrichtung (5). Das Fügeverfahren ist hierbei ein Zusammenlegen durch Ineinanderschieben. Hierbei greifen das Trägerteil (21; 22; 23) und das Einschubteil (41; 42) derart ineinander, dass alle Freiheitsgrade bis auf den axialen Montagefreiheitsgrad formschlüssig blockiert sind. Gegebenenfalls können das Trägerteil (21; 22; 23) und das Einschubteil (41; 42) nach dem Zusammenbau relativ zueinander in axialer Richtung fixiert werden.
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Eine Laufbahn-Beschlagsgruppe (10), die länger ist als die Länge eines Trägerteils (21; 22; 23) und/oder eines Einschubteils (41; 42), kann als Laufbahnsystem (11) ausgebildet sein. Hierbei hat mindestens ein Einschubteil (41; 42) eine andere Länge als ein Trägerteil (21; 22; 23). Im Ausführungsbeispiel haben die beiden Bauteile die oben genannten Längenverhältnisse zueinander. Hierbei ist das einzelne Einschubteil (41; 42) länger als das einzelne Trägerteil (21; 22; 23).
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Beim Zusammenbau dieses Laufbahnsystems (11) wird zunächst ein Einschubteil (21; 22; 23) und ein Trägerteil (41; 42) z.B. so miteinander gefügt, dass eine erste Frontfläche (44) eines ersten Einschubteils (41; 42) bündig mit einer ersten Stirnfläche (35) eines ersten Trägerteils (21; 22; 23) ist. Anschließend wird ein weiteres Trägerteil (22; 23; 21) mit dem Einschubteil (41; 42) verbunden. Nach dem Fügen eines weiteren Einschubteils (42; 41) und eines dritten Trägerteils (23; 21; 22) ist die in den 1 und 2 dargestellte Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) in der Bauform eines Laufbahnsystems (11) zusammengebaut. In diesem Laufbahnsystem (11) kontaktieren sich jeweils zwei Trägerteile (21, 22; 22, 23) in einer gemeinsamen Stoßstelle (36). Die beiden Trägerteile (21, 22; 22, 23) liegen hierbei jeweils mit ihren Stirnflächen (35) aneinander an. Diese Anlage kann je nach Ausgestaltung der Stirnflächen (35) ein Punktkontakt, ein Linienkontakt oder ein Flächenkontakt sein. Weiterhin liegen zwei Einschubteile (41, 42) mit ihren Frontflächen (44) aneinander an. Die Anlage dieser beiden Frontflächen (44) bildet eine Kontaktstelle (45) der Einschubteile (41, 42). Auch die Kontaktstelle (45) kann als Punkt, Linie oder Fläche ausgebildet sein. Nach dem Zusammenbau sind diese Kontaktstellen (45) der Einschubteile (41, 42) in der Längsrichtung (5) versetzt zu den Stoßstellen (36) der Trägerteile (21, 22; 22, 23). Dieser Versatz in der Längsrichtung (5) beträgt im Ausführungsbeispiel die Hälfte der Länge eines Trägerteils (21; 22; 23). Die Größe des Axialversatzes liegt beispielsweise zwischen 10 % und 90 % der Länge des kürzesten der Trägerteile (21; 22; 23) und Einschubteile (41; 42). Bei einer derartigen Anordnung ist jede Stoßstelle (36) der Trägerteile (21, 22; 22, 23) in der Längsrichtung (5) versetzt zu jeder Frontfläche (44) eines der Einschubteile (41; 42). Gleichzeitig ist jede Kontaktstelle (45) zweier Einschubteile (41, 42) in der Längsrichtung (5) versetzt zu jeder Stirnfläche (35) eines Trägerteils (21; 22; 23).
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Nach dem Zusammenbau der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) kann diese an das Möbelstück (1) montiert werden. Hierbei wird der Befestigungsschenkel (24) z.B. auf der Decke (2) des Möbelstücks (1) aufgelegt und befestigt, wie oben beschrieben. Nach dieser Montage hängt der Vertikalschenkel (27) nach unten, wobei er beispielsweise den oberen Bereich des Möbelkorpus verdeckt. Aufgrund der Eigensteifigkeit der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) ist keine Anlage des Vertikalschenkels (27) an der Frontseite der Decke (2) erforderlich. Die Frontseite der Decke (2) kann daher unbearbeitet sein.
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Die Schiebetüren (3, 4) werden derart in die Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) eingehängt, dass die Führungsrollengruppen (6, 7) einer Schiebetür (3; 4) mit ihren Laufrollen gemeinsam in einer Laufbahn (71; 72) sitzen. Beispielsweise kann sich die einzelne Schiebetür (3; 4) im unteren Bereich am Möbelkorpus abstützen. Auch eine Gleit- oder Rollenführung des unteren Bereichs der Schiebetür (3; 4) am Möbelkorpus ist denkbar. Bei einer Gleitführung kann diese einseitig z.B. als Anlageführung am Bodenteil des Möbelkorpus ausgebildet sein. Eine derartige Anlageführung kann beispielsweise als in Längsrichtung (5) orientierter Streifen mit vertikaler Ausdehnung am Bodenteil angeordnet sein.
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Nach dem Einhängen der Schiebetüren (3; 4) belastet die Gewichtskraft der Schiebetüren (3; 4) die Laufbahn-Beschlagsgruppe (10). Die Gestaltung des Querschnitts der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) verhindert eine Biegung der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) sowohl in einer Normalenebene zur Längsrichtung (5) als auch in einer die Längsrichtung (5) enthaltenden Vertikalebene.
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Zum Öffnen und zum Schließen des Möbelstücks (1) werden die Schiebetüren (3; 4) relativ zum Möbelkorpus verfahren. Hierbei werden die Laufrollen der einzelnen Schiebetüren (3; 4) über die Kontaktstellen (45) gerollt und/oder gewälzt. Dabei überrollt zu einem Zeitpunkt maximal eine Laufrolle eine Kontaktstelle (45). Aufgrund des festen Verbundes zwischen den Trägerteilen (21, 22, 23) und den Einschubteilen (41, 42) sind die Kontaktstellen (45) auch bei einer Belastung spaltfrei. Es entstehen nur geringe Laufgeräusche. Der Umgriff des Einschubteils (41; 42) um das Trägerteil (21; 22; 23) mittels des Übergriffstegs (54) verhindert zudem Verletzungen des Monteurs oder des Bedieners.
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Die 6 - 10 zeigen eine Variante der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) in der Bauform eines Laufbahnsystems (11). Das dargestellte Laufbahnsystem (11) hat wie das erste Ausführungsbeispiel drei Trägerteile (21, 22, 23) und zwei Einschubteile (41, 42). Auch dieses Laufbahnsystem (11) kann eine andere Anzahl von Trägerteilen (21, 22, 23) und/oder Einschubteilen (41, 42) aufweisen. Damit kann das Laufbahnsystem (11) an unterschiedliche Einbaulängen angepasst werden.
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Das einzelne Trägerteil (21; 22; 23), vgl. die 7 - 9, ist auch in diesem Ausführungsbeispiel Z-förmig ausgebildet. Es kann aus den gleichen Werkstoffen wie das in den 1 - 4 dargestellte Trägerteil (21; 22; 23) bestehen. Auch können diese Trägerteile (21, 22, 23) mit den gleichen Urformverfahren hergestellt sein.
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Der Befestigungsschenkel (24) entspricht in seinen geometrischen Abmessungen und in seinem Aufbau dem Befestigungsschenkel (24) des ersten Ausführungsbeispiels. Der Befestigungsschenkel (24) geht in einem Bogen konstanter Dicke in den Vertikalschenkel (27) über. Die Höhe des Vertikalschenkels (27) beträgt auch in diesem Ausführungsbeispiel z.B. 8 % der Länge des einzelnen Trägerteils (21; 22; 23). Die Dicke des Vertikalschenkels (27) am Übergang zum Befestigungsschenkel (24) entspricht beispielsweise der Dicke des Befestigungsschenkels (24). Von hier steigt die Wandstärke des Vertikalschenkels (27) im Ausführungsbeispiel z.B. auf das Doppelte im Bereich des Übergangs zum Tragschenkel (32) an. Der Anstieg der Dicke ist beispielsweise linear ausgebildet. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Vertikalschenkel (27) ohne Umgriffsleiste (31) ausgebildet.
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Der Übergang vom Vertikalschenkel (27) in den Tragschenkel (32) ist mit einem großen Radius ausgebildet. Im Übergangsbereich (37) ist im Ausführungsbeispiel ein Längsdurchbruch (38) ausgebildet.
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Der Tragschenkel (32) hat beispielsweise die gleiche Breite wie der Befestigungsschenkel (24). Er hat eine innenliegende Laufbahn (71). Diese Laufbahn (71) ist beispielsweise so ausgebildet wie die innere Laufbahn (71) des ersten Ausführungsbeispiels der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10). Bei einer Ausführung der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) mit mehr als zwei Laufbahnen (71, 72) kann auch eine weitere, der inneren Laufbahn (71) benachbarte Laufbahn (72; 71) Teil des Trägerteils (21; 22; 23) sein. Neben der äußersten Laufbahn (71) des Trägerteils (21; 22; 23) ist eine Umgriffshakenleiste (39) ausgebildet. Diese umgreift einen Eingriffsraum (61). Der Tragschenkel (32) ist zu seinem äußeren Ende hin verjüngt ausgebildet.
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Das Einschubteil (41; 42), vgl. die 8 und 10, weist in diesem Ausführungsbeispiel nur den Bahnschenkel (51) auf. Auf seiner dem Vertikalschenkel (27) zugewandten Innenseite hat das Einschubteil (41; 42) eine Hintergriffsleiste (56). Diese greift im montierten Zustand im Eingriffsraum (61) hinter die Umgriffshakenleiste (39) und sichert so die Lage des Einschubteils (41; 42) relativ zum Trägerteil (21; 22; 23). Auf seiner Oberseite hat das Einschubteil (41; 42) eine Laufbahn (72). In den Darstellungen der 7 und 8 ist dies eine äußere Laufbahn (72). Diese Laufbahn (72) ist z.B. so ausgebildet wie die innere Laufbahn (71) der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10). Es ist auch denkbar, das Einschubteil (41; 42) mit weiteren, zur äußeren Laufbahn (72) benachbarten und zu dieser parallelen Laufbahnen (71, 72) auszubilden.
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An seinem äußeren Ende hat das Einschubteil (41; 42) einen nach unten ragende Übergriffssteg (54). Dieser umgreift bei zusammengebauter Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) den Tragschenkel (32) des Trägerteils (21; 22; 23). Außerdem schließt er die Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) nach außen hin ab.
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Der Zusammenbau der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) und des Laufbahnsystems (11) erfolgen, wie oben beschrieben. Auch die Montage und der Betreib der Laufbahn-Beschlagsgruppe (10) dieses Ausführungsbeispiels entspricht dem ersten Ausführungsbeispiel.
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Auch Kombinationen der einzelnen Ausführungsbeispiele sind denkbar.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Möbelstück
- 2
- Decke
- 3
- Schiebetür
- 4
- Schiebetür
- 5
- Längsrichtung
- 6
- Führungsrollengruppe
- 7
- Führungsrollengruppe
- 8
- Querrichtung
- 9
- Höhenrichtung
- 10
- Laufbahn-Beschlagsgruppe
- 11
- Laufbahnsystem
- 21
- Trägerteil
- 22
- Trägerteil
- 23
- Trägerteil
- 24
- Befestigungsschenkel
- 25
- Befestigungsbohrungen
- 26
- Anlagefläche von (24)
- 27
- Vertikalschenkel
- 28
- Rückseite von (27)
- 29
- Führungsseite
- 31
- Umgriffsleiste
- 32
- Tragschenkel
- 33
- Eingriffsleiste
- 34
- T-Schiene
- 35
- Stirnfläche
- 36
- Stoßstelle
- 37
- Übergangsbereich
- 38
- Längsdurchbruch
- 39
- Umgriffshakenleiste
- 41
- Einschubteil
- 42
- Einschubteil
- 43
- Halteschenkel
- 44
- Frontfläche
- 45
- Kontaktstelle
- 51
- Bahnschenkel
- 52
- Unterseite von (51)
- 53
- Eingriffsnut
- 54
- Übergriffsteg
- 55
- T-Nut
- 56
- Hintergriffsleiste
- 61
- Eingriffsraum
- 71
- Laufbahn, innere Laufbahn
- 72
- Laufbahn, äußere Laufbahn
- 73
- Boden von (71, 72)
- 74
- Begrenzungsstege
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 202020101165 U1 [0002]