DE1834125U - Vorrichtung zur streckung der wirbelsaeule. - Google Patents
Vorrichtung zur streckung der wirbelsaeule.Info
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Description
- Gebrauchsmusteranmeldung der Frau Eva W e i g a n d Bad Reichenhall, Baderstrasse 1 "Vorrichtung zur Streckung der Wirbelsäule" Geraten die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule des Menschen durch irgendwelche Einflüsse aus ihrer Normallage, so entstehen Verkürzungen der Muskeln, Seiner und Bänder, die mit den Wirbelkörper in Verbindung stehen. Die Folge sind quälende Schmerzen, z. B. Lumbalgien, ischialgien, Kreuzschmerzen usw.
- Zur Behandlung von Patienten, die anwirbelsäulen-, Wirbel-oder Bandscheibenschäden erkrankt sind, benutzte man bisher sogenannte Denn-und Streckgeräte, mit deren Hilfe di Wirbelsäule, Teile der Wirbelsäule oder einzelne wirbel, z. B. Halswirbel, einer mechanischen Zugbeanspruchung bei völliger Passivität des Patienten unterworfen werden. Die Wirbelsäule wird dabei mehr oder minder gedehnt bzw. gestreckt. Bei der Benutzung dieser Geräte, die zur Unterstützung der passiven Bewegungstherapie für Erkrankungen der Wirbelsäule dienen, bleibt der Patient immer untätig, d. h. er hat keine Möglichkeit, durch Bewegen des Kopfes, der Hände oder der Füße selbst einen Einfluß auf den Grad der erstrebten Dehnung auszuüben.
- Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur aktiven Streckung der Wirbelsäule des Menschen zu schaffen. Im Gegensatz zu der passiven Dehnung oder Streckung soll dem Patienten entsprechend dem Grundgedanken der Neuerung ein Gerät zur Verfügung gestellt werden, mit dem er eine Streckung der Wirbelsäule oder von Teilen der Wirbelsäule durch Einstellung der gewünschten Zugkraft selbst vornehmen kann.
- Da die Salswirbelsäule, die Brustwirbelsäule sowie die Lendenwirbelsäule beim Erwachsenen und beim größten Teil der Kinder kaum jemals in der von der Natur vorgesehenen leichten Doppelkurve verläuft, sondern sehr häufig zu einer unregelmäßigen, starken Krümmung entartet, und da sich außerdem die einzelnen Wirbel einander viel zu stark nähern, ergeben sich mit der Neuerung erhebliche Streckmöglichkeiten, die mit den bisherigen Geräten nicht erreicht werden konnten. Der Widerstand geschrumpfter oder verhärteter Muskeln kann mit dem Gerät nach der Neuerung, insbesondere bei systematischer Übung, allmählich überwunden werden. Dabei wirkt das Becken als, Fixpunkt, weil sich der Patient gewissermaßen selbst aus dem Becken herauszieh.
- Die neue Vorrichtung ist in erster Linie durch ein Liegegestell mit einem Seilzug gekennzeichnet, der einerseits an einer senkrecht zum Gestell stehenden und zu ihr längsverschieblichen Platte angreift, die von dem Patienten selbst verschoben wird, und andererseits in eine Schlinge o. dgl. mündet, die am Kopf, an den Füßen oder am Becken des Patienten befestigt werden kann. Indem der Patient also mit dem einen Ende am Seilzug verankert ist und mit dem anderen Ende durch Streckung den Seilzug spannt, unterwirft er sich selbst einer Dehnung, deren Maß er nach Belieben bestimmen kann.
- In der Zeichnung sind einige Ausführungsformen der Vorrichtung nach der Neuerung beispielsweise dargestellt.
- Fig. 1 zeigt die Vorrichtung in Seitenansicht in Ruhestellung.
- Die Fig. 2 und 4 zeigen die gleiche Vorrichtung in Seitenansicht bei gespanntem Seilzug.
- Fig. 3 gibt eine Ausführungsform wieder, bei welcher der Seilzug mit den Händen des Patienten betätigt wird.
- Fig. 5 zeigt eine AusfÜhrungsform, bei der ein zusätzliches Brett alL Anschlag am Becken des Patienten vorgesehen ist.
- Der grundsätzliche Aufbau ist bei sämtlichen Vorrichtungen der gleiche. Der Patient 1 liegt auf einem Gestell 2 nach Art eines Ruhebettes, wobei ein als eigentliche Auflage dienendes Brett 3 so angeordnet ist, daß zwischen ihm und dem Gestell 2 ein ausreichender Hohlraum für die Unterbringung eines Seilzuges 4 freibleibt. Dieser Seilzug ist mit seinem einen Ende an einem Schiebekolben oder Gleitstück 5 befestigte das in einer Führung des Gestelles 2 gleitend eine vertikal stehen de Platte 6 trägt. Die letztere als Fußraste oder Kopfanschlag wirkende kann infolge der Führung auf die Große des Patienten eingestellt werden. Das andere Ende des Seilzuges 4 ist vorzugsweise über zwei Rollen 7 und 8 geführt und mündet in eine Schlinge. Zwischen zwei ebenfalls senkrecht zum Gestell 2 und parallel zur Platte 6 angeordneten Brettern 9 und 10 befindet sich eine Druckfeder 11, durch welche der Seilzug 4 hindurchgeführt ist. Des weiteren ist eine kräftige Zugfeder 12, durch welche der Seilzug 4 hindurchläuft, zwischen dem Gleitstück 5 und einer zusätzlichen Traverse 13 des Gestelles angeordnet, wobei der gesamte Mechanismus zwischen Auflagebrett und Gestell nach außen unsichtbar untergebracht ist.
- Im Falle der Fig. 1 und 2 wird die Streckvorrichtung dadurch betätigt, daß der auf der Auflage 3 liegende Patient, dessen Kopf von einer das Ende des Seilzuges 4 bildenden Schlinge 14 gefaßt wird, mit einem oder beiden Füßen die Platte 6 längsverschieb und hierdurch auf die eigene Wirbelsäule einen Zugusübt, dessen Stärke er selbst bestimmt. Die Federn 11 und 12 gestalten diesen Vorgang elastisch, indem die vom Patienten ausgeübte Kraft die Feder 11 zusammendrückt und die Feder 12 dehnt.
- Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 sind die Füße des Patienten am Brett 6 festgelegt. Dies kann entweder durch eine Fußschlinge oder durch Anschnallen der Füße geschehen. Die Dehnung des Rumpfes oder auch des ganzen Körpers wird in diesem Falle durch Verschiebung des Brettes 9 von Hand herbeigeführt. Das Brett 9 besitzt zu diesem Zweck vorzugsweise zwei seitlich angeordnete Griffe.
- Eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung nach der Erfindung zeigt Fig. 4. Hier ist vor dem Brett 9 gemäß Fig. 1 noch ein zusätzliches Einsteckbrett 18 angeordnet, durch welches ein fester Punkt geschaffen wird. Die aktive Streckung der Wirbelsäule durch Verschieben der Platte 6 erfolgt ausschließlich mit Hilfe des Kopfes des Patienten und ohne Gegenzug der Füße. Andererseits könnte aber auch vor der Platte 6 ein auswechselbares Einsteckbrett 19 angeordnet werden (gestrichelt angedeutet), so daß eine aktive Beinstreckung für sich allein möglich ist. In diesem Falle liegen die Füße an dem Brett 9 fest an, während das Einsteckbrett 18 vor dem Brett 9 herausgenommen ist.
- In beiden Fällen sind die auswechselbaren, feststehenden Einsteckbretter mit Schlingen versehen (Schlinge 15 in Fig. 4), so daß entweder die Füße festgehalten werden und sich der Kopf streckt oder aber der Kopf festgehalten ist und sich die Füße strecken.
- Die neue Vorrichtung ließe sich schließlich noch gemäß Fig. 5 abwandeln. Hier stützt sich das Becken des Patienten gegen ein Brett 16 und der Seilzug 4 kann die Dehnung über eine Beckenschlinge 17 auf den Rumpf des Patienten ausüben.
- Die Betätigung der Vorrichtung erfolgt durch den Kopf des Patienten. Damit sich aber im Bedarfsfalle der Kopf auch gegenüber dem festliegenden Becken strecken kann, ist hilfswe se vor dem Brett 16 ein feststehendes, zweckmäßig einsteckbares Brett 21 (gestrichelt angedeutet) vorgesehen, an welchem das Becken mit der Beckenschlinge 17 gehalten wird.
- Der Seilzug ist bei allen Ausführungsformen z. B. mittels eines Karabinerhaken aushängbar angeordnet, damit auch ohne ihn gestreckt werden kann.
- Anstelle des Auflagebrettes 3 mit Gestell 2 kann auch ein solches mit Füßen verwendet werden, die wegklappbar sind, so daß die Vorrichtung bei Platzmangel auch auf den Fußboden oder auf eine Couch o. dgl. gelegt werden kann.
- Die Vorrichtung kann ferner nach Gebrauch z. B. an die Wand gestellt werden, so daß sie sich für Übungen des Patienten zu Hause eignet. Außerdem lassen'sich, was ein besonderer Vorteil ist, mehrere Vorrichtungen übereinander anordnen, was in Klinken und Krankenhäusern oft von großer Bedeutung ist.
- Sämtliche Ausführungsformen der Vorrichtung nach der Neuerung ermöglichen durch Lageveränderungen des Patienten neben der beabsichtigten aktiven Streckung auch passive Streckungen bestimmter Muskelgebiete in getrennter und in gekoppelter Form. Da bei entzündlichen'Veränderungen des beteiligten Gewebes jede Bewegung zunächst große Schmerzen auslösen kann, ist es äußerst vorteilhaft, daß der Patient durch die neue Vorrichtung die Möglichkeit hat, die Dosierung der Streckung selbst vorzunehmen. Damit wird die durch die Schockwirkung des Schmerzes unwillkürlich ausgelöste Gegenspannung auf ein Mindestmaß herabgesetzt.
- Es ist schließlich noch zu bemerken, daß sich zusätzlich zu den verschiebbaren Platten an den Enden der Auflage
zwecks Anpassung der Vorrichtung an die Größe des Patienten besondere Einsteckbretter anbringen lassen. Die Platten, Bretter u. dgl., von denen vorstehend die Rede ist, und ebenso das Gestell, die Auflage und - In Sonderfällen wäre es auch möglich, die Streckvorrichtung senkrecht an einer wand o. dgl. aufzustellen, wobei dann der Patient entweder sein Gewicht zur Erzeugung des erforderlichen Zuges ausnutzen kann oder aber beispielsweise auf einem festen Brett stehend mit den Händen den notwendigen Zug auf das Seil 4 ausübt, dessen eines Ende in einer Kopf schleife endigt.
Claims (10)
- Gebrauchsmusteranmeldung der Frau Eva W e i g a n d Bad Reichenhally Baderstrasse l S c h u t z a n s p r ü c h e 1) Vorrichtung zur Streckung der Wirbelsäule oder von Teilen der Wirbelsäule, g e k e n n z e i c h n e t durch ein Liegegestell (2, 3) mit einem Seilzug (4), der einerseits an einer senkrecht zum Gestell stehenden und zu ihr längsverschieblichen Platte (6) angreift, die vom Patienten selbst verschoben wird, und andererseits in eine Schlinge o. dgl. (14, 15) mündet, die am Kopf, an den Füßen oder am Becken des Patienten befestigt werden kann.
- 2) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß der Seilzug (4) durch einen Hohlraum zwischen einer Auflage (3) für den Patienten und dem Liegegestell (2) verläuft.
- 3) Vorrichtung nach Anspruch l, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß unter der Auflage (3) ein in einer Führung längsverschiebbares Gleitstück (5) angeordnet ist, an welchem das eine Ende des Seilzuges (4) sowie die von dem Patienten zu betätigende Platte (6) befestigt ist.
- 4) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß zusätzlich zu der verschiebbaren Platte (6, 9, 16) als Anschläge dienende Einsteckbretter (18, 19,21) vorgesehen sind, die, z. B. mittels Zapfen in die Auflage (3) einsetzbar, zwischen dem Kopf-bzw. Fußende des Patienten und den verschiebbaren Platten angeordnet werden.
- 5) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß an den Enden der Auflage zwecks Anpassung der Vorrichtung an die Größe des Patienten besondere Einsteckbretter vorgesehen sind.
- 6) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß das an der Körperschlinge angreifende Ende des Seilzuges (4) durch eine Druckfeder (11) zwischen zwei Widerlagern (9, 10) frei hindurchgeführt ist.
- 7) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß der Seilzug (3) durch eine Zugfeder (12) hindurchgeführt ist, die zwischen dem Gleitstück (5) und einem an dem Gestell (2) befestigten Widerlager (13) angeordnet ist.
- 8) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch g e k e n nz e i c h n e t, daß der Seilzug (4) an dem der beweglichen Platte (6,9,16) abgewendeten Ende'über Rollen (7,8) geführt ist.
- 9) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, g e k e n n z e i c hn e t durch ein am Gestell (2,3) zu befestigendes zusätzliches Brett (16) als Anlage für das Becken des Patienten.
- 10) Vorrichtung nach Anspruch 1 oder Unteransprüchen, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, daß die Auflage (3), mit klappbaren Füßen ausgestattet, zugleich als Gestell dient.
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Cited By (2)
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DE1278698B (de) * | 1964-07-09 | 1968-09-26 | Wilhelm Wiesehomeier | Geraet zum Strecken der menschlichen Wirbelaseule und zur Staerkung und Entkrampfungihrer Muskulatur |
DE202009010469U1 (de) | 2009-07-21 | 2010-02-25 | Zatuchniy, Alexander | Vorrichtung zur Reklinationsbehandlung |
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1961
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Cited By (3)
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DE1278698B (de) * | 1964-07-09 | 1968-09-26 | Wilhelm Wiesehomeier | Geraet zum Strecken der menschlichen Wirbelaseule und zur Staerkung und Entkrampfungihrer Muskulatur |
DE202009010469U1 (de) | 2009-07-21 | 2010-02-25 | Zatuchniy, Alexander | Vorrichtung zur Reklinationsbehandlung |
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