DE1779406C - Verfahren zur Herstellung thermisch isolierter Leitungsrohre - Google Patents
Verfahren zur Herstellung thermisch isolierter LeitungsrohreInfo
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Description
40
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung thermisch isolierter Leitungsrohre
zum Transport flüssiger oder gasförmiger, erwärmter oder gekühlter Medien, bei dem von einer
Vorratsspule ein gewelltes Innenrohr abgewickelt, von einer weiteren Vorratsspule ein zu einem Rohr
Siit Abstand um das Innenrohr zu formendes Band abgezogen, in den gebildeten Hohlraum selbstschäumender
Kunststoff eingeträufelt, das gebildete Außenrohr durch Schweißen hergestellt und dann
das Außenrohr gewellt wird.
Bei der Herstellung thermisch isolierter Leitungsrohre, die aus mindestens zwei koaxialen, Vorzugsweise
gewellten Rohren bestehen und zum Transport flüssiger oder gasförmiger, .rwärmter oder gekühlter
Medien verwendet werden, hat man bereits auf das Innenrohr ein Schaumstoffband aufgebracht, das
längseinlaufend oder schraubenlinienförmig aufgcwickelt
und anschließend verschweißt wird. Dieses Verfahren hat jedoch seine Grenze dann, wenn der
Abstand zwischen Außen- und Innenrohr relativ groß isl, d. li., wenn dicke Schaiimsloffschiehten notwendig
sind, die sich nur schwer formen und ver· ■-chwcil.tcii lassen. Werden weiche Schaumstoffe vervvcndcl,
so isl es möglich, bei gewellten Rohren die Wellenklippen des äußeren Rohres iiusziifüllen, die
Konzentrizität der Rohranordnung wird jedoch beeinträchtigt. Verwendet man härtere Schaumstoffe,
so ist es schwer, sie zum Rohr zu verformen. Versuche, statt einer mehrere dünne Schaumstoffschichten
um das Innenrohr aufzubringen, haben auch nicht zum gewünschten Erfolgt geführt, weil tinmal das
Verschweißen der dünnen Schaumstoffbänder Schwierigkeiten bereitet und zum anderen die hierzu
erforderlichen Vorrichtungen recht aufwendig sind (deutsches Gebrauchsmuster 1 954 245).
Man ist deshalb dazu übergegangen, eine thermische Isolierung zu verwenden, die aus einem selbstschäumenden
Kunststoff besteht. Hierbei wird der noch nicht aufgeschäumte Kunststoff auf das gewellte
Innenrohr getropft, das vor dem Aufschäumprozeß von einem zum Rohr geformten Band umschlossen
wird. Der aufgeschäumte Kunststoff füllt den Raum zwischen Außen- und Innenrohr aus.
Diese für glatte Rohre bekannten Verfahren (deutsche
Auslegeschrift 1 175 423) läßt sich aber für Leitungsrohre, deren Außenmantel zur Erhöhung der
Flexibilität der Rohre gewellt wird, nicht anwenden, da beim anschlie3enden Wellen des Außenmantels
Erhebungen oder des öfteren auch Knickungen des Innenrohres auftreten. Solche Knickungen oder Erhebungen
beeinträchtigen aber den Durchfluß des strömenden Mediums und darüber hinaus die mechanische
Festigkeit eines solchen Rohrgebildes. Die Ursachen hierfür sind im wesentlichen darin zu sehen,
daß die durch die Wellung verursachte Rohrverkürzung auf die thermische Isolierschicht einwirkt, die
teils durch die Verklebung, teils durch in die \Vellenkuppen eingedrungenen Kunststoff auf Druck und
Schub beansprucht wird. Da zum Zeitpunkt der Wellung der Schaumstoff eine gewisse Härte besitzt, vermögen
die am Rande vorkommenden axial gerichteten Kräfte ihre Wirkung auf das Innenrohr zu übertragen,
das in kurzen und ziemlich regelmäßigen Abständen geknickt wird. Bei koaxialen Leitungsrohren,
die zur besseren Konzentrizität eine Stützwendel aufweisen, ergibt sich eine spiralförmige Erhebung, die
sich der Wellung des Inrienrohres anpaßt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem es möglich ist, Rohrleitungen
aus zwei koaxialen gewellten Rohren mit einer zwischen den Rohren angeordneten thermisch
isolierenden Schaumstoffschicht in kontinuierlicher Weise und ohne Beschädigung des Innenrohres herzustellen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß gemäß der Erfindung bei einem Verfahren der eingangs erwähnten
Art zwischen dem Innenrohr und dem zum Außenrohr zu formenden Band ein weiteres von
einer Vorratsrolle abzuziehendes Band eingebracht wird und der selbstschaumende Kunststoff auf dieses
Band aufgeträufelt wird, wonach das Band zu einem Rohr gebogen wird.
Auf diese Weise ist verhindert, daß der selbstschaumende Kunststoff mit dem Innen- bzw. Außenrohr
verklebt und damit die beim Wellen eintretende Rohrverkürzung auf das Innenrohr übertragen wird.
Durch das um das jeweils innere zweier koaxialer Rohre geformte Band, das gleichzeitig zum Transport
des selbstschäumcnden Kunststoffes benutzt wird, ist vielmehr eine Relativbewegung zwischen dem mit
dem selbstschäumenden Kunststoff beaufschlagten Innenrohr und dem Außenrohr gewährleistet.
Da infolge der Wellung des Melallbüüdes tür das
Außenrohr eine größere Länge benötigt wird als für das um das Innenrohr geformte Band, ist die Zuführungsgeschwindigkeit
des Metallbandes größer als die des verformten Bandes, jedoch so eingestellt, daß
beide Durchlaufgeschwindigkeiten in der Welleinrichtung gleich sind.
Von Jen Eigenschaften des verwendeten selbstschäumenden Kunststoffes hängt die Konsistenz und
Festigkeit des verwendeten Bandes ab. Wird beispielsweise ein schnellschäumender Kunststoff verwendet,
d. h. ein Kunststoff mit einer Topfzeit bis zu 50 Sekunden, der also vor der WeHeinrichtung aufgeschäumt
ist, so ist ein formstabiles Band vorteilhaft, das zu einem Rohr verformt und geschweißt wird
oder auch unverschweißt bleibt. Unverschweißt kann das formstabile Band beispielsweise dann bleiben,
wenn das Außenrohr unmittelbar um dieses Band gebogen und verschweißt wird. Als formstabile Bänder,
die die Konzentrizität ües innen- ^nd Außenrohres
während der Fertigung sicherstellen können Metallbänder verwendet werden, die eine Wandstärke zwischen
0,02 und 0,7 mm aufweisen. Als besonders vorteilhaft haben sich jedoch Metallbänder, beispielsweise
Stahlbänder, mit einer Wandstärke von 0,05 bis 0,4 mm erwiesen.
Zur weiteren Erleichterung der Relativverschiebung zwischen dem mit dem verformten Band umgebenden
Innenrohr und dem Außenrohr beim Wellvorgang kann der Raum zwischen dem rohrförmig
verformten Band und dem Außenrohr mit einem langsam schäumenden Kunststoff gefüllt werden, der
bis zur WeHeinrichtung als Gleitmittel wirkt und erst danach aufschäumt. Auf diese Weise erhält man eine
ausgezeichnete Längswasserdichtigkeit einer solchen Anordnung.
Verwendet man in Weiterführung des Erfindungsgedankens einen selbstschäumenden Kunststoff mit
einer Topfzeit bis zu 10 Minuten, d. h. einen langsamen Schaum, der erst nach der WeHeinrichtung aufschäumt,
so braucht das um das Innenrohr geformte Band keine besondere Festigkeit zu besitzen. In diesem
Fall dient das Band im wesentlichen zum Transport der Schaumstoffkomponenten so lange, bis das
Außenrohr gewellt ist.
Damit eine R?!ationsbewegung zwischen Band und äußerem Roh' entsteht, wird das Band gebremst. Als
Trägerband kann ein längseinlaufendes Papierband verwendet werden, dessen Breite so gewählt ist, daß
beim Umlegen zum Rohr in der Nähe der Schweißnaht ein Spalt von 30 bis 40 mm aufklafft. Als vorteilhaft
hat sich auch ein gekrepptes Papierband erwiesen, das sich beim Aufschäumen des Kunststoffes
leicht in die Wellen des Außenmantels einlegt.
Die Verwendung eines langsam schäumenden Kunststoffes hat gegenüber der Verwendung eines
schnelL.i Schaumes den Vorteil, daß auf das verhältnismäßig
teure formstabile Band verzichtet werden kann. Darüber hinaus kann ein auf diese Weise hergestelltes
thermisch isoliertes Leitungsrohr oft insbesondere dann Vorteile bringen, wenn von der Rohrleitung
eine bestimmte Längswasserdichtigkeit gefordert wird, da durch das Aufschäumen des Kunststoffes
nach der Wellung auch die Wcllenkuppen ausgefüllt werden. Zjr Erhöhung der Wasserdichtigkeit
empfiehlt es sich auch, ein Band in der oben beschriebenen Breite zu verwunden, das ni<:ht die ganze
Tnncnwandung des Außenrohres abdeckt, sondern zu einem offenen Rohr geformt wird. Auf diese Weise
ist es möglich, daß der aufgeschäumte, aus dem Spalt austretende Kunststoff unmittelbar auf dem Außenrohr
haftet und somit eine Wassersperre bildet.
Die Erfindung sei an Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
'
Auf das von der Vorratstrommel 1 abgezogene gewellte Innenrohr 2, beispielsweise aus Kupfer, werden
die beispielsweise aus einem geeigneten Schaumstoff bestehenden Abstandshalter 3 aufgebracht. Das
so vorbereitete Innenrohr läuft dann in eine an sich bekannte, nicht dargestellte Formvorrichtung ein, in
der das von der Vorratsscheibe 4 abgezogene, vorzugsweise gekreppte Papierband 5 um das Innen-
rohr 2 zum Rohr verformt wird. Die Breite des Papierbandes
ist hierbei so gewählt, daß am Umfang des verformten Bandes ·τ· Längsrichtung ein Spalt
von etwa 30 bis 40 mm aufklafft. Während der Verformung des Papierbandes 5 zum Rohr wird mittels
20. der Tropfvorrichtung 6 der flüssige Kunststoff auf das Band aufgebracht. Diese Tropfvorrichtung 6 ist
mit nicht näher bezeichneten Zuführungsleitungen für die Komponenten des aufzuschäumenden Kunststoffes,
im Falle von Polyurethan, Polyol und Isocy-
»5 anat, ausgerüstet. Die zugeführten Komponenten werden
dann in einer besonders ausgebildeten Kammer gemischt und schließlich durch eine nicht dargestellte
Düse auf das Papierband aufgetropft. Der so aufgebrachte Kunststoff, der eine Topfzeit bis zu 10 Minuten
aufweisen kann, wird dann mit Hilfe des Bandes 5 in Richtung auf die Lichtbogenschweißeinrichtung
8 transportiert, mittels der das von der Abwikkelvorrichtung 9 abgezogene Stahlband 10 nach dem
Umbiegen zum Schlitzrohr in bekannter Weise ver-
schweißt wird. Das so vorbereitete Leitungsrohr durchläuft dann anschließend die schematisch angedeutete
WeHeinrichtung 1, mit deren Hilfe das aus dem Stahlband 10 geformte Außenrohr 12 gewellt
wird. Der Kunststoff 7 schäumt jetzt auf und füllt alle Zwischenräume zwischen dem Innenrohr und
dem um das Innenrohr geformten Papierband bzw. zwischen dem Papierband und dem Außenmantel,
soweit der aufschäumende Kunststoff aus dem klaffenden Spalt am Umfang des Papierbandes zur Her-
stellung einer Längswasserdichtigkeit in den Raum zwischen dem Papierband und dem Außenmantel
eindringen kann.
Um das gemäß dem Verfahren nach der Erfindung hergestellte thermisch isolierte Leitungsrohr auch ge-
So gen Korrosion zu schützen, wird der Außenmantel 12 nach Fertigstellung mit einem Korrosionsschutz
umgeben und anschließend das so vorbereitete Leitungsrohr einem nicht dargestellten Extruder zugeführt,
vj es in an sich bekannter Weise mit einem
korrosionsbeständigen Mantel aus einem geeigneten Kunststoff umgeben wird.
Abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist es selbstverständlich auch möglich, thermisch
isolierte Leitungsrohre herzustellen, die aus
mehr als zwei spiralförmig gewellten oder mit einer Parallelwellung versehenen Rohren bestehen. Hierzu
ist es erforderlich, daß das lnnenmhr mit der beschriebenen
Vorrichtung mehrmals behandelt wird oder mehrere in Reihe hintereinander angeordnete
Vorrichtungen durchlaufen muß. die in gleicher Weise aulgebaut sind.
Bei Verwendung eines langsam SL-Iiiiimieiulen
Kunststoffes ist es abweichend von dem dargestellten
Aiisführungsbeispiel auch möglich und in der Regel
besonders vorteilhaft, auf eine Vorvcrformung des Papierbandes zu verzichten und dieses zusammen mit
dem Stahlband in einem doppclwandigen Schlitzrohr zu verformen, dessen Außenrohr verschweißt und gcwellt
wird. Die nach der Wellung einsetzende Aufschaumung drückt dann das Papierband in die WcI-lcnkupperi
ein und füllt diese mit dem aufschäumenden Kunststoff aus.
Die gemäß dem Verfahren nach dem dargestellten Ausführungsbeispiel hergestellte Rohranordnung
kann sowohl als sogenanntes Fcrnheizkabcl Verwendung
finden, d. h. zur Übertragung erwärmter Flüssigkciten, als auch dort, wo der Transport gekühlter
Medien ohne wesentliche Verluste erfolgen soll. Geht man hierbei zu extrem niedrigen Temperaturen des
gekühlten Mediums über, beispielsweise in den Bcreich
der Supraleitfähigkeit, dann kann eine solche Anordnung auch als elektrisches Kabel verwendet
werden. Hierbei ist es dann auch möglich und oft besonders vorteilhaft, im Inneren des z. B. mit flüssigem
Helium gefüllten innersten Rohres Leitungsstrenge anzuordnen. Als aufschäumender Kunststoff
wird in diesem Falle vorteilhaft ein Polyamid-Schaum verwendet, der sich durch gute Isolicreigenschaften
auszeichnet.
Claims (4)
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung thermisch isolierter Leitungsrohre zum Transport
flüssiger oder gasförmiger, erwärmter oder gekühlter Medien, bei dem von einer Vorratsspule
ein gewelltes Innenrohr abgewickelt, von einer weiteren Vorratsspule ein zu einem Rohr mit Abstand
um das Innenrohr zu formendes Band abgezogen, in den gebildeten Hohlraum selbstschäumender
Kunststoff eingeträufelt, das gebildete Außenrohr durch Schweißen hergestellt und
dann das Außenrohr gewellt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Innenrohr (2) ur;' dem zum Außenrohr (12) zu formenden
Band (10) ein weiteres von einer Vorratsrolle (4) abzuziehendes Band (5) eingebracht
wird und der selbstschäpmende Kunststoff (7) auf dieses Band (5) aufgeträufelt wird, wonach
das Band (5) zu einem Rohr gebogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Band (5) ein Metallband
benutzt wird, das eine Wandstärke zwischen 0,02 und 0,7 mm aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Band (5) ein gekrepptes Papierband
benutzt wird
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzek "inet, daß der zwisehen
dem verformten Band (5) und dem Außenrohr (12) vorhandene Zwischenraum mit einem
als Gleitmittel wirkenden Kunststoff gefüllt ist, der nach dem Wellen des Außenrohres (12) aufschäumt.
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Cited By (2)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
EP0279024A2 (de) * | 1987-02-12 | 1988-08-24 | kabelmetal electro GmbH | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines flexiblen wärmeisolierten Leitungsrohres |
EP0496231A2 (de) * | 1991-01-24 | 1992-07-29 | kabelmetal electro GmbH | Verfahren zum Herstellen längsnahtgeschweisster Rohre |
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---|---|---|---|---|
EP0279024A2 (de) * | 1987-02-12 | 1988-08-24 | kabelmetal electro GmbH | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines flexiblen wärmeisolierten Leitungsrohres |
EP0279024A3 (de) * | 1987-02-12 | 1989-05-03 | kabelmetal electro GmbH | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines flexiblen wärmeisolierten Leitungsrohres |
EP0496231A2 (de) * | 1991-01-24 | 1992-07-29 | kabelmetal electro GmbH | Verfahren zum Herstellen längsnahtgeschweisster Rohre |
EP0496231A3 (en) * | 1991-01-24 | 1993-01-07 | Kabelmetal Electro Gmbh | Procedure for the fabrication of tubes with longitudinally welded seam |
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