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DE172877C - - Google Patents

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Publication number
DE172877C
DE172877C DENDAT172877D DE172877DA DE172877C DE 172877 C DE172877 C DE 172877C DE NDAT172877 D DENDAT172877 D DE NDAT172877D DE 172877D A DE172877D A DE 172877DA DE 172877 C DE172877 C DE 172877C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
phenol
formaldehyde
shellac
acid
resin
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT172877D
Other languages
English (en)
Publication of DE172877C publication Critical patent/DE172877C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G8/00Condensation polymers of aldehydes or ketones with phenols only
    • C08G8/04Condensation polymers of aldehydes or ketones with phenols only of aldehydes
    • C08G8/08Condensation polymers of aldehydes or ketones with phenols only of aldehydes of formaldehyde, e.g. of formaldehyde formed in situ
    • C08G8/10Condensation polymers of aldehydes or ketones with phenols only of aldehydes of formaldehyde, e.g. of formaldehyde formed in situ with phenol

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf die künstliche Darstellung von Harzkörpern, deren Konstitution, chemische Wirkung und Synthese trotz der beträchtlichen Fortschritte der modernen Chemie bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnten.
Es wurde nun gefunden, daß durch Kondensation von Phenol mit Formaldehyd unter Anwendung von organischen Oxysäuren als
ίο Kondensationsmittel ein harzartiges Produkt gebildet wird, welches die Eigenschaften der Harze aufweist und namentlich für die Herstellung von Lacken und Polituren einen billigen Ersatz für Schellack und andere zu diesem Zwecke bisher verwendete teure Harze zu bilden vermag.
Wohl war es bereits bekannt, Phenole und Phenoläther (Guajacol) oder Holzteerkreosot mit Formaldehyd unter Anwendung von Kondensationsmitteln zur Herstellung von Tuberkulose- oder Wundheilmitteln zu kondensieren. Die nach den bisherigen Arbeitsweisen erzielten Produkte scheinen nicht einen einheitlichen Körper ergeben zu haben, welcher für die Verwendung als Lackier- bezw. Poliermittel geeignet gewesen wäre.
Auch die nach den Ber. d. d. ehem. Ges. 25 (1892) 3213 und 3484 durch Kondensation ■von Phenolen und Formaldehyd unter An-Wendung von wenig konzentrierter Schwefelsäure als Kondensätionsmittel erhaltenen harzartigen Körper können nicht als identisch mit dem nach vorliegendem Verfahren erhaltenen Harzkörper angesehen werden, da die ersteren nach den Angaben in allen gewöhnlichen Lösungsmitteln unlöslich oder doch nur schwer löslich sind, sich also zur Lack- und Politurbereitung nicht eigneten und auch niemals . zur Bereitung von Lacken und Polituren vorgeschlagen wurden.
Nach vorliegendem Verfahren dagegen wird ein einheitliches Reaktionsprodukt erhalten, welches in seinen Eigenschaften dem Schelllack und ähnlichen Harzen nahe kommt und welches sich', wie diese, namentlich zur Herstellung von Lacken bezw. Polituren eignet, da es in den für die Lack- und Politurbereitung allgemein gebräuchlichen Lösungsmitteln, wie Alkohol, Äther und dergl., leicht löslich ist. Dabei geben die so erzeugten Lösungen glasige Polituren, welche die natürliche Farbe der zu polierenden Hölzer erhalten und welche nicht allein mit Seife, sondern auch mit Soda abwaschbar sind. .
Zur Ausführung des Verfahrens verwendet man organische Oxysäuren, z. B. Weinsäure, als Kondensationsmittel, und zwar in Form von gesättigten Lösungen in Formaldehyd, und steigert dann die Temperatur des durch Mischung mit dem Phenol (Carbolsäure) erzeugten Reaktionsgemisches bis zum Siedepunkte, wobei sich ein festes Harzprodukt bildet, welches dem Schellack ähnliche Eigenschaften besitzt. '
Im folgenden ist ein Beispiel für die bei der praktischen Ausführung in Betracht kommenden Mengenverhältnisse der Agentien an-
geführt, und zwar ist dabei Weinsäure als Kondensationsmittel angewendet.
Beispiel.
In einem geräumigen, verbleiten, mit Haube und Abzugsrohr versehenen Doppelkessel werden 155 kg technische Weinsäure mit 150 kg 4Oprozentiger Formakiehydlösung versetzt. Durch gelindes Erwärmen wird die Säure vollständig gelöst und dann 195 kg iooprozentiger technischer Karbolsäure hinzugegeben. Hierauf wird so lange gelinde erhitzt, bis die Reaktion eintritt, welche letztere den ganzen Kesselinhalt etwa 10 Minuten lang in lebhaftem Sieden erhält.
Nach beendigter Reaktion schwimmt das . Harz als ölige Masse auf der Oberfläche, von wo es abgenommen, in heißes Wasser gebracht und durch Kochen unter Zugabe von wenig Ammoniak von dem in geringer Menge anhaftenden Phenol und Formaldehyd befreit wird. In kaltes Wasser gegossen, erstarrt es sofort zu weißen, dem Schellack gleichenden Stangen.
Die Analyse von zwei verschiedenen Proben des vorliegenden Produktes hat folgendes ergeben :
Probe I:
C 76,40 Prozent
H 6,25 O 17,37
Gesamt
Probe II:
76,48 Prozent
6,58
16,94
... 0,48 Prozent.
Durch Bromieren des nach vorliegendem Verfahren erhaltenen Harzkörpers in der Kälte in Essigsäurelösung bei Gegenwart eines Überschusses an Brom erhält man in fast quantitativer Ausbeute ein sowohl in Eisessig als in Alkohol unlösliches bezw. nur schwer lösliches Bromderivat, welches einen Bromgehalt von 27,77 Prozent Br. aufweist.
Von den bekannten Kondensatiqnsprodükten von Phenol mit Formaldehyd unterscheidet sich der nach vorliegendem Verfahren erhältliche Harzkörper durch seine leichte Löslichkeit in den für die Lack- und Politurfabrikation allgemein gebräuchlichen Lösungsmitteln und durch die Bildung von Lacken und Polituren, welche ganz besonders glasige Überzüge auf den mit ihnen behandelten Hölzern ergeben und den letzteren ihre natürliche Farbe erhalten, worin der Politur mit natürlichem Schellack gegenüber ein wesentlieber Vorteil zu erblicken ist, da die letztere infolge des Gehaltes des Schellacks an weniger wertvollen Harzen oder Ölen eine sogenannte verschmierte Politur ergibt, die zwar auch spiegelblank wird, aber den polierten Hölzern eine allgemeine Deckfarbe verleiht und zu Ausschlägen Veranlassung gibt. Außerdem sind die Hölzer, welche mit den aus nach vorliegendem Verfahren gewonnenen Harzkörpern hergestellten Polituren lackiert bezw. poliert sind, nicht allein mit Seife, sondern auch mit Soda abwaschbar, ohne beim Trocknen eine Spur von dieser Behandlung zu hinterlassen.
Dies beweist, daß der nach vorliegendem Verfahren erzeugte Harzkörper in alkalischen Flüssigkeiten nicht löslich ist. Dagegen ist' er in Alkohol, Methylalkohol, Aceton und Äther sowohl in der Kälte wie in der-Wärme sehr leicht löslich, in Benzol in dft" Kälte unlöslich, in der Hitze nur gering löslich, in Benzin und in Terpentinöl nicht löslich, dagegen in Rizinusöl in der Wärme.
Dem natürlichen Schellack gegenüber bietet dieser harzartige künstliche Ersatzstoff, abgesehen Von seiner Billigkeit, noch den erheb- 80 „ liehen Vorteil dar, daß er sich in den für die Lack- und Politurfabrikation gebräuchlichen Lösungsmitteln ohne Hinterlassung eines Rückstandes löst, so daß nicht allein kein SubstanzyerluSt entsteht, -wie dies beim Schellack bekanntlich der Fall ist, sondern die erzeugten Lacke und Polituren auch vollkommen rein sind.
Mit dem gleichen Erfolge wie mit ■ der Weinsäure wurden auch Versuche mit Milchsäure, Äpfelsäure, Citronensäure und den übrigen organischen Oxysäuren als Kondensationsmittel gemacht, jedoch eignen sich diese Oxysäuren ihres hohen Preises wegen nicht zur praktischen Verwendung für den vorliegenden Zweck.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines harzartigen Kondensationsproduktes aus Phenol und Formaldehydlösung unter Anwendung von Säuren als Kondensationsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Zweck der Herstellung eines dem Schellack ahnliehen Harzes Formaldehyd auf Phenol in molekularen Verhältnissen (d, h. 1 Mol. Phenol auf 1 Mol. Formaldehyd) bei Temperaturen, die bis zum Siedepunkt des Reaktionsgemisches erhöht werden, einwirken läßt, unter Anwendung von in der wäßrigen Formakiehydlösung gelösten organischen Oxysäuren als Kondensationsmittel.
DENDAT172877D Active DE172877C (de)

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DE (1) DE172877C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0789041A1 (de) * 1995-10-30 1997-08-13 Gun Ei Chemical Industry Co., Ltd. Novolakphenolharzen und Verfahren zu deren Herstellung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0789041A1 (de) * 1995-10-30 1997-08-13 Gun Ei Chemical Industry Co., Ltd. Novolakphenolharzen und Verfahren zu deren Herstellung

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