DE166598C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B7/00—Halogens; Halogen acids
- C01B7/01—Chlorine; Hydrogen chloride
- C01B7/012—Preparation of hydrogen chloride from the elements
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
JVl 166598 KLASSE i2i.
Es ist bekannt, daß Salzsäure aus Chlor und Wasserstoff fortlaufend erzeugt werden
kann, wenn diese beiden Gase in molekularen Mengen unmittelbar auf eine Kontaktsubstanz,
wie Kohle oder Platin, zur Einwirkung gebracht werden.
Ein solches Verfahren besitzt, wie sich herausgestellt hat, gewisse Ubelstände. So
können weder genügende Ausbeuten erzielt
ίο noch mit Sicherheit Explosionen vermieden
werden, auch wenn ein gewisser Überschuß an Wasserstoff angewendet wird.
Diese Übelstände lassen sich nun gemäß vorliegender Erfindung vermeiden, wenn man
das Gemisch aus Chlor und Wasserstoff nicht auf eine Kontaktsubstanz, sondern auf gewisse
Metallchloride zur Einwirkung bringt, wobei die Bildung von Salzsäure mittels chemischer Reaktion vonstatten geht.
Das Verfahren beruht einerseits auf der Beobachtung, daß eine Mischung von Chlor
und Wasserstoff von basischen Chloriden bezw. Oxychloriden und Hydroxyden unter Bedingungen, wie sie weiter unten angegeben
sind, aufgenommen wird und Chlorid und Wasser bildet, andererseits auf der an sich
bekannten Tatsache, daß verschiedene Metallchloride, wie z. B. im besonderen Chloraluminium,
Chlorzink, Chlorzinn, wenn sie in Gegenwart von Wasser .erhitzt werden, zum
Teil in basische Chloride bezw. Hydroxyde (bei weiterem Erhitzen in Oxyde) und Salzsäure
zersetzt werden. Es ist die fernere Beobachtung, daß die hierbei gebildeten basischen
Chloride bezw. Hydroxyde immer wieder '35 für den Prozeß der Aufnahme von Chlor
und Wasserstoff unter Bildung von Chlorid und Wasser praktisch benutzt werden können,
noch für die Erfindung maßgebend geworden.
Die Reaktionen verlaufen z. B. bei Anwendung von Zinkverbindungen nach folgenden
Gleichungen:
1. Zn Cl(OH) + Cl + H=ZnCl2 + H2O.
2. ZnCl2 + H2O = ZnCl(OH) + HCl,
ZnCl(OH) + H2O = Zn(OH)2 + HCl.
45
Die erwähnte Eigenschaft kommt auch schon in den wäßrigen Lösungen der betreffenden
Metallchloride zum Ausdruck, indem solche Lösungen eine durch Lackmus erkennbare saure ν Reaktion zeigen, eine Erscheinung,
welche auf eine schon eingetretene Spaltung in basisches Chlorid bezw. Hydroxyd und Salzsäure hinweist.
Die angeführten Reaktionen lassen sich nun gemäß vorliegender Erfindung zum
Überführen von Chlor und Wasserstoff in Salzsäure in verschiedener Weise nutzbar
verwerten. '
So kann man das vorzugsweise bei der Elektrolyse von Kochsalz-, Chlorkalium- und
ähnlichen Chloridlösungen auftretende Gemenge von Chlor und Wasserstoff nach Sättigung mit Wasserdampf bei geeigneter
Temperatur entweder
I. über poröse Körper leiten, die mit den zu zersetzenden Metallchloriden gefüllt oder
mit deren konzentrierten wäßrigen Lösungen getränkt sind, oder
2. im Gegenstrom auf die Chloridlösungen einwirken lassen, indem die Gase den herabträufelnden
Flüssigkeiten entgegenströmen, oder
3. die wäßrigen Lösungen der Metallchloride durchstreichen lassen, was sich unter
Druck oder Unterdruck, z. B. durch Absaugen der Gase aus den Elektrodenräumen, erreichen
läßt.
Die Wirkung beruht in allen Fällen auf einer abwechselnden Zersetzung des vorhandenen
bezw. gebildeten Chlorides durch die Wärme und einer vorübergehenden Neubildung von Chlorid durch das einwirkende
Gasgemisch.
Zur Ausführung des Verfahrens eignen sich, entsprechend dem oben Gesagten, die
Chloride, deren Lösungen auf Lackmus sauer reagieren; so eignen sich außer den schon
genannten Chloriden des Aluminiums, Zinks und Zinns auch die des Magnesiums, Antimons,
Cadmiums, Wismuts und Bors, ferner die des Eisens, Chroms und Mangans bezw. Mischungen dieser Chloride.
Die einzuhaltende Temperatur ist für die einzelnen Chloride eine verschiedene, und es
hängt auch der Grad der Zersetzung von der angewendeten Temperatur ab. Im allgemeinen
geben Temperaturen von etwa 1000C.
gute Resultate, bei einigen Chloriden ist eine höhere Temperatur anzuwenden, bei Zinnchlorid
z. B. ist die Temperatur sogar eine tiefere.
Die Abspaltung bezw. das Überdestillieren der Säure ist mit einer Abgabe bezw. Überdestillieren
von Wasser verbunden. Letzteres wird zweckmäßig in dem Maße ergänzt bezw. wieder zugesetzt, als es abgegeben wird.
In analoger Weise läßt sich Brom in Bromwasserstoffsäure überführen.
Daß tatsächlich die angegebene Umsetzung in genügender Weise stattfindet, wird durch
folgenden Versuch bewiesen.
Man bringt in einen Destillierkolben von etwa 300 ecm Inhalt, der mit einem Kühler
nebst Vorlage, einem Tropftrichter o. dgl. behufs Zuführung von Wasser, einem Thermometer
und Gaszuleitungs- und -ableitungsrohr versehen ist, 150 ecm einer Aluminiumchloridlösdng
von 1,33 bis 1,35 spezifischem Gewicht,
welche rund 26 Prozent Chlor enthält. Eine solche Lösung fängt an bei ITO° C. Wasser, bei
etwa 1200C. Säure abzugeben, und es Averden
darin, wenn man vorsichtig weiter erhitzt, alsbald Ausscheidungen gebildet.
In einen zweiten Kolben von etwa 250 ecm Inhalt, der mit einem Gasableitungsrohr,
einem nach unten zu kapillar ausgezogenen Rohr, behufs Durchsaugens von Luft, und
zwei Elektroden (z. B. aus Kohle) versehen ist und mittels einer Wasser enthaltenden
Flasche, welche man zweckmäßig erwärmt, mit dem ersteren Kolben in Verbindung steht,
bringt man für diesen Versuch 200 ecm Salzsäure (1 : 1).
Alsdann elektrolysiert man mit einer Stromstärke von 1,5 Amp. bei einer Spannung von
etwa 4 Volt, erhitzt die in dem ersteren Kolben befindliche Aluminiumchloridlösung
z. B. in einem Sandbade auf 120 bis 1300C.
und saugt in langsamem Strom das entwickelte Gasgemisch durch den Apparat, indem man zuerst warmes, dann heißes Wasser
zu der Aluminiumchloridlösung in dem Maße zufließen läßt, als solches abdestilliert.
Unterbricht man nach 2 Stunden die Reaktion und saugt unter Erkalten der Flüssigkeit
Luft durch den ersteren Kolben behufs Entfernens von aufgelöstem freien Chlor, so finden sich in dem in der Vorlage angesammelten
Destillat, aus welchem zuvor ebenfalls gelöstes Chlor vermittels Durchsaugens von Luft oder durch Erhitzen entfernt wird,
2,5 g Chlor = 2,6 g Salzsäure. Berechnet man, daß in 1 Stunde 1,3 X 1,5 = etwa 2,0 g
Chlor und die äquivalente Menge Wasserstoff entwickelt werden, so ergibt sich, daß von
diesen 2,0 g Chlor 1,25 g = 62,5 Prozent in Salzsäure umgewandelt werden.
Das überschüssige Chlor kann man in beliebiger Weise verwerten, indem man es z. B.
auf Chlorkalk verarbeitet.
Die anfänglich 20.Prozent Chlor enthaltende Aluminiumchloridlösung zeigte bei diesem
Versuch nach Beendigung der Reaktion nur 25,4 Prozent Chlor, was sich dadurch erklären
läßt, daß der Mindergehalt von 0,6 Prozent als Salzsäure beim Durchleiten der Luft abgespalten
wurde.
Die Bestimmung der Salzsäure wurde unter geeigneter Verdünnung nach der Volhardsehen
Methode mittels Y5 Normalsilbernitratlösung
und Rhodanammonium bestimmt.
Bei dem angegebenen Versuch ist zum leichteren Nachweis der Wirkung des Verfahrens
das zu verarbeitende Gemisch von Chlor und Wasserstoff durch Elektrolyse von Salzsäure hergestellt. Für das praktische
Verfahren der Herstellung von Salzsäure nach vorliegender Erfindung werden Gemische aus
Chlor und Wasserstoff verwendet, wie die Technik sie darbietet; so verwendet man,
wie bereits oben angedeutet, Wasserstoff-Chlorgemische, welche bei der technischen
Elektrolyse von Chloridlösungen gewonnen werden. Diese Gemische werden dann ebenso
wie das für den obigen Versuch durch Elektrolyse von Salzsäure gewonnene Wasserstoff-Chlorgemisch
der beschriebenen Einwirkung einer der gekennzeichneten Chloridlösungen unterworfen.
Die praktische technische Ausführung des Verfahrens geschieht im übrigen in gleicher
Weise, wie bei dem vorgeschriebenen Versuch angegeben. Man hat hierbei nur nötig, die
ίο Mengen und die Apparate entsprechend z. B. auf das Zehn- bis Hundertfache zu vergrößern.
In analoger Weise wird nach vorliegender Erfindung auch Bromwasserstoffsäure hergestellt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Salzsäure und Bromwasserstoffsäure aus ihren Bestandteilen, dadurch gekennzeichnet, daß man das Gemisch der Bestandteile in feuchtem Zustande mit durch Wasser in der Wärme zersetzlichen Metallchloriden bezw. -bromiden in der Wärme in Wechselwirkung bringt.
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE166598T |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE166598C true DE166598C (de) |
Family
ID=5685896
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DENDAT166598D Active DE166598C (de) |
Country Status (2)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE166598C (de) |
FR (1) | FR352419A (de) |
-
0
- DE DENDAT166598D patent/DE166598C/de active Active
-
1905
- 1905-03-15 FR FR352419A patent/FR352419A/fr not_active Expired
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
FR352419A (fr) | 1905-08-10 |
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