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Anlage zur Entwässerung einer Bauwerkswand.
Die Erfind.#iAG
bezieht sich auf eine Anlage zur Entwässerung einer in einem Erdreich angeordneten
Bauwerkswand mittels einer zwischen Bauwerkswand und Erdreich Über einer Sohlenrinne
angeordneten Filterwand, die von oben nach unten in Richtung zur Sohlenrinne von
Ablaufkanälen durchzogen ist. In Betracht kommt z.B. die Trockenhaltung von StÜtzmauern,
von BrÜckenbauwerken, von Unterflurbauwerken (Bunkern, Tiefgaragen, Tunnels, Unterfährungen
u.a.),
von Hochbauten (Wohngebäudeng Schulbauten, Industrie-und
Geschäftshausbauten, Sport- und Bäderbauten u.a.), deren Untergeschosse mit Erdreich
angeschÜttet oder in einen Hang hineingebaut werden, und von Straßen, insbesondere
Autobahnen, Eisenbahnen, Erddämmen, Flug- oder Sportplätzen, industriell oder landwirtschaftlich
genutztem Gelände u.a. .
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Die im allgemeinen vertikal verlaufenden Ablaufkanäle einer solchen
Filterwand erfÜllen verschiedene Funktionen. Wie ihr Name bereits besagt, sollen
sie in die 2ilterwand eingetretenes Wasser zur Sohlenrinne abfließen lassen. Außerdem
trennen sie die dem Erdreich zugewandte Seite der 2i1-terwand von der Bauwerksseite,
so daß allenfalls noch an den Zwischenstegen zwischen den Ablaufkanälen eine unmittelbare
Feuchtigkeitsdiffusion zur Bauwerkswand erfolgen kann. Schließlich wurde auch schon
vorgeschlagen (P 14 84 462.3), die vertikalen Kanäle nicht nur als Luftzwischenpolster,
sondern auch als Zirkulationskanäle strömender Luft zu nutzen, indem man die Filterwand
bis Über den Erdboden hochzieht und oben zwar die Ablaufkanäle abdeckt, jedoch zum
Abdecken luftdurchlässige Filtersteine verwendet.
Für alle drei
genannten Funktionen ist wesentlich$ daß sich die Ablaufkanäle nicht während des
Betriebs der Anlage zusetzen oder gar gänzlich verstopfen. Es kann sowohl eine vegetarische
als auch eine mineralische Zusetzung auftreten. So fördert oft eine feuchte Atmosphäre
in der Filterwand den Wuchs von Pflanzen, Algen oder Pilzen. Außerdem können beispielsweise
kalkaggressive Wässer verstopfende Gipsschlemme mit sich fähren.
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Der Erfindung liegt dementsprechend die Übergeordnete Aufgabe zugrunde,
eine Anlage der eingangs genannten Art unter Vermeidung von Zusetzungen oder Verstopfungen
der Ablaufkanäle möglichst lange funktionstüchtig zu erhalten.
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Es wird wohl nie ganz auszuschließen sein, daß nach längerer Betriebszeit
der Anlage irgendwann einmal eine Zusetzung der Ablaufkanäle aus dem einen oder
anderen Grunde einsetzt. In erster Linie sieht daher die Erfindung eine regelmäßige
RevisionsmÖglichkeit der Ablaufkanäle vor, indem nach der Erfindung die Ablaufkanäle
oben mit einer eine EinblickmÖglichkeit eröffnenden lÖsbaren Abdeckung versehen
sind. Bisher wurden die Ablaufkanäle oben slets zugemauert, so daß eine nachträgliche
Revisionsmöglichkeit nicht mehr gegeben war. Nach der Erfindung kann man in regelmäßigen
Intervallen die lÖsbare Abdeckung entfernen und die Ablaufkanäle
durch
unmittelbares Ableuchten mittels einer heruntergelassenen Lampeg Aufnahme mittels
Fernsehauge o.ä. visitieren. Wenn dabei eine Zusetzung festgestellt wird, kann man
diese mittels mechanischer Mittel, Druckwasser u. dgl. entfernen und die Kanäle
freispÜlen. Wenn notwendigg kÖnnen auch filterunwirksam gewordene Bauelemente durch
geeignete Maßnahmen wieder filterwirksam gemacht oder gegen neue ausgetauscht werden.
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Neben dieser symptomatischen Behandlung von Zusetzungserscheinungen
der Filterwand richtet sich die Erfindung ferner auch noch gegen die Hauptursachen
einer solchen Verstopfung selbst.
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Eine solche Verstopfungsquelle istg wie bereits erwähnt wurde, lebendes
Wachstum. Dieses kann bekanntlich nicht gedeih'en, wenn die fär das Leben unerläßliche
Feuchtigkeit entzogen wird. Nun halten Filterwände, deren Ablaufkanäle nicht oder
nicht ausreichend wirksam an zirkulierende Frischluft angeschlossen sind, Kapillarwasser
fest und geben nur das Überschässige freie Wasser ab. Durch eine wirksame BelÜftung
der Ablaufkanäle mit zirkulierender Luft kann man jedoch auch das Kapillarwasser
entziehen. Eine wirksame Beläftung der Ablaufkanäle kann jedoch bei der Anordnung
des genannten älteren Vorschlages in Frage gestellt seing wenn die als
oberer
Verschluß der Ablaufkanäle dienenden Filtersteine einen zu großen StrÖmiingswiderstand
bilden. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn diese Verschlußsteine sich allmählich
mit Schmutz zusetzen.
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Die Erfindung sieht daher bei einer Anlage der eingangs genannten
Gattung, die gemäß dem älteren Vorschlag zum Trokkenhalten der Bauwerkswand fernerhin
noch belüftet werden soll, vor, daß die als Luftzirkulationskanäle vorgesehenen
Ablaufkanäle oben jeweils an einen in an sich bekannter Weise seitlich einmÜndenden
Belüftungskanal angeschlossen sind.
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Die Erreichung des erfindungsgemäßen Zieles wird entscheidend davor
beeinflußt, daß für jeden Tropfen Wasser, den ein Boden oder ein Baukörper abgeben
soll, in die Pore, aus welcher das Wasser aussickern soll, im Austausch die gleiche
Menge Luft einfließt. Das ist eine unbedingte Voraussetzung dafür, daß die Pore
ihr WasseijÜberhaupt abgibt, denn Vakuumkräfte stehen fÜr die Wassererschließung
nicht zur Verfügung. Die Entwässerung eines Bodens oder BaukÖrpers geschieht also
nur dort zügig und unbehindert, wo entweder ges.Danntes Wasser dahinter ansteht
und jedem Tropfen Wasser das gleiche Volumen aus dem gesättigten Gebirge nachfließt,
oder wo - im Kapillarwasserraum - genügend Luft bereitsteht
und
anstelle von Wasser in die Poren einströmt. Deshalb sind bei den erfindungsgemäßen
Anlagen im Inneren der Filterwände Luftkanäle, so groß als möglich, vorhanden, die
zÜgig - also ohne Sperren - über die Abflußrinne und die Vorflutanlagen
mit der Außenluft in Verbindung ste-hen. Von der Außenluft her kann bei den
erfindungsgemäßen Anlagen ohne Behinderung Luft in jeder Menge in die BelÜftungs-
und Zirkulationskanäle einströmen und von hier aus Über die Filterw;-i,nde im Austausch
gegen Wasser in die l'oren einfließen.
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Durch den seitlichen Anschluß der Ablaufkanäle an die .freie Atmosphäre
wird die Luftströmung nicht behindert, ohne daß Regenwasser, Schmutz o. dgl. unmittelbar
in die Ablaufkanäle hineingelangen kann.
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Es ist zwar schon bekannt (DIU-" 663 669) , eine Entwässerungswand
fÜr einen Gebäudesockel zu beläften. indem in der Entwässerungswand vorgesehene
vertikale Kanäle oben an einen seitlichen Belüftungskanal und unten an eine Abwasserrinne
angeschlossen werden. Bei dieser bekannten Anlage sind die vertikalen Kan5le jedoch
in aus abdichtendem Material hergestellten gelochten Formsteinen ausgebildet, die
am Bauwerkssockel eine aufsteigende Hohlwand bilden und Über in den Formsteinen
ausgesparte Löcher an einer aufgeschätteten
Sickerschicht angrenzen,
die ihrerseits erst an das Erdreich anschließt. Der filterwirksame Teil dieser Entwässerungswand
ist demnach die aufgeschüttete Sickerschicht, die keine Kanäle aufweist, während
bei den Anlagen gemäß der eingangs erwähnten Gattung der Erfindung die Kanäle im
filterwirksamen Material der Filterwand ausgespart sind. Bei der bekannten Anlage
kann eine Belüftung der aufgeschÜtteten Sickerschicht durch die LÖcher der Formsteine
von vorneherein kaum wirksam sein, und bei Betrieb der Anlage werden sich außerdem
die LÖcher bald zusetzen. Trotz eines entsprechenden Anscblusses der vertikalen
Kanäle der bekannten Anlage an die freie Atmosphäre wie bei der Erfindung ist daher
bei der bekannten Entwässerungswand doch keine wirksame BelÜftung der Filterschicht
mÖglich.
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Vorzugsweise laufen die Ablaufkanäle unten mit freiem Querschnitt
zur Sohlenrinne durch. Das ermÖglicht einerseits eine Wartung der Sohlenrinne durch
die einblickbaren Ablaufkanäle sowie ein freies DurchspÜlen als auch andererseits
eine ungehinderte Luftzirkulation zwischen der freien Atmosphäre und der Sohlenrinne
und den Vorflutanlagen durch die Ablaufkanäle. Eine zweckmäßige Bauweise besteht
dann im Aufbau der Filterwand auf den Wänden der Sohlenrinne.
Bei
einer bekannten Anlage der eingangs genannten Art verlaufen die Ablaufkanäle gänzlich
innerhalb der Filterwand, sind jedoch von jeweils zwei sandwichartig gegeneinandergestellten
Plattenteilen umschlossen, an deren gegenseitigen Auflageflächen jeweils der halbe
Kanalquerschnitt ausgespart ist. Zweckmäßigerweise sind jedoch die Ablaufkanäle
von einem fugenlosen Filtermantel doppelwandiger Filtersteine umschlossen. Das ergibt
eine größere Stabilität der Filterwand mit weniger Fugen und damit auch weniger
Gefahr eines Eintritts von Zusetzungsmaterial durch die Fugen.
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Es sei bemerkt, daß der freien Luftzirkulation durch die Filterwand
unabhängig von der Vorbeugung gegen Zusetzung durch lebendes Wachstum auch allgemeine
Bedeutung zu-
kommt, da damit erstmalig bei Entwässerungswänden eine wirksame
Kapillarwasserentziehung an Bauwerkswand und angrenzendem Erdreich erreicht werden
kann. Dadurch läßt sich z.B. eine Schwammbildung im Gebäudesockel wirksam bekämpfen.
Außerdem läßt sich die Luftfeuchtigkeit in Kellerräumen auf die ebenerdiger Räume
herabsetzen und stabilisieren, so daß auch Kellerräume zu vollwertigen Wohnräumen
werden können. In diesem Zusammenhang ist man bestrebt (vgl. Anspruch 7), Filterwände
gemäß der Erfindung mit möglichst großem Strömungsquerschnitt und dabei möglichst
geringer Wandstärke zu schaffen, die im
Rahmen der statischen Möglichkeiten
nur einen geringen Diffusionswiderstand zwischen Luftzirkulationskanal und angrenzendem
Erdreich oder Mauerwerk zur Folge hat. Der große querschnitt der Ablauf- und Zirkulationskanäle
erleichtert außerdem die optische Visitation und gegebenenfalls Uberholung der Ablaufkanäle.
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Vorzugsweise ist die Filterwand in Längsrichtung nur von einer Reihe
Ablaufkanäle durchzogenl um den Wartungsaufwand möglichst klein und wiederum den
Kanalquerschnitt mÖglichst groß halten zu können. Der Vermeidung unnötiger Kanäle
an den Anschlußflächen sowie der Schaffung gleichmäßig dÜnner Wandstärken dient
auch deren Aufbau aus quaderförmigen Filtersteinen, die an beiden Außenseiten der
2ilterwand Über ihre ganze Fläche eben sind und an den gegenseitigen Anschlußflächen
mit Ausnahme der Kanalaussparungen vollflächig aneinander anliegen. Alternativ ist
es jedoch auch mÖglich, daß die Filtersteine mit Halterippen versehen sind.
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Die lÖsbare Abdeckung der Ablaufkanäle der Filterwand wird zweckmäßigerweise
von Verschlußsteinen oder Hauben gebildet, die nicht unbedingt aus Filterbeton bestehen
mÜssen. Zur Verbesserung des Luftdurchtritts können jedoch auch diese Verschlußsteine
Filtersteine sein. Zur Schaffung eines freien seitlichen Belüftungskanals haben
derartige Verschlußsteine zur Aufnahme hoher Lasten vorzugsweise etwa spitzbogenfÖrmig
gewölbten
Querschnitt und alternativ nach unten geöffnete einzelne BelüftungsÖffnungen oder
einen durchlaufenden, annähernd horizontalen Belüftungskanal.
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Ist eine bis zur Oberfläche reichende aufsteigende Filterwand für
den in Frage kommenden Zweck zu aufwendig, kann
auch auf die aufsteigende
Wand ganz oder teilweise verzichtet werden, indem z.B. die Sohlenrinne unmittelbar
durch eine Deckschicht aus Filterstein abgedeckt wird. Zur Uberprüfung der Sohlenrinne
ist in diesem Falle je nach Tieflage derselben das Über der Sohlenrinne aufgefÜllte
Erdreich abzuheben, worauf nach Abheben eines Verschlußsteines die Sohlenrinne durch
die in den Abdecksteinen angeordneten KanalÖffnungen ebenfalls zugänglich ist und
von oben her eingesehen werden kann.
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Vorzugsweise werden die Doppelwandsteine in untereinander gleicher
\Größe verwendet, so daß sie mit genormten Ab-
messungen hergestellt werden
können. Sie können, auf ihrer Längsseite hochkant gestellt, aufeinandergesetzt werden,
wobei die Kan»-ale in Längsrichtung eines jeden Steines in Reihe neb,eneinander
angeordnet sind und an den oben und unten liegenden Längsseiten des Steines aus-
bzw. einmünden. Vorteilhafterweise haben die Steine eine gerade Anzahl von Kanälen,
wobei die beiden mittleren Kanäle zwischen ihren Umfängen einen doppelt so großen
Abstand voneinander haben wie die
übrigen Kanäle voneinander bzw.
die Kanäle an den Enden des Steines von der benachbarten Endkante desselben. Hierdurch
ist die MÖglichkeit gegeben, die Steine schichtweise um jeweils eine halbe Steinlänge
versetzt zueinander anzuordnen und trotzdem von oben nach unten durchgehende, die
verschiedenen Schichten der Filtersteine fluchtend durchsetzende Kanäle zu erhalten.
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Die die Rinnendecksteine z.B. in Richtung der kleinsten Wandstärke
durchsetzenden Kanäle haben zweckmäßigerweise -
insbesondere zur Erzielung
einer hohen Druckfestigkeit -
einen Querschnitt, der kleiner als der Querschnitt
der innerhalb der aufsteigenden Wand gebildeten Kanäle ist. Zur Abdeckung dieser
Kanäle nach oben hin kÖnnen die gleichen Rinnendecksteine verwendet werden, indem
z.B. diese, auf ihrer Längsseite hochkant gestellt, auf die oberste Schicht von
Doppelwandsteinen aufgesetzt werden, so daß man fÜr den Aufbau der Wand mit einer
geringsten Anzahl von Steinformen auskommt.
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Die durch die Rinnendecksteine aus Filterstein abgedeckte Sohlenrinne
ist vorzugsweise nach oben offen und besteht zweckmäßig ganz aus Dichtbeton, so
daß ein gleichmäßig hohes Niveau der wasserundurchlässigen Rinnenwände gewährleistet
ist. Die offene Ausführung der Sohlenrinne bietet
zugleich den
Vorteil, daß nach dem Verlegen derselben die Rinne zunächst bis zum Abschluß der
Erdarbeiten offen bleiben und anschließend einwandfrei gereinigt werden kann, bevor
die filterwirksamen Steine, insbesondere die als Fertigbauteile gelieferten Rinnendecksteine,
Doppelwandsteine und Verschlußsteine oder Hauben aufgesetzt werden.
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Besonders vorteilhaft ist auch eine Ausführung, bei der oberhalb der
wasserundurchlässigen Sohlenrinne auf einer oder auch auf beiden Seiten der Rinne
eine wasserundurchlässige Haut, z.B. aus einem Kunststoff, bis an die Rinne heran
verlegt und in diese eingeführt wird. Auf dieser wassertragenden Haut
- die heute schon in Anwendung ist - wird das z.B. durch eine Frostschutzschicht
sickernde Wasser in Richtung der Rinne abgeleitet. Die Haut kann hierbei an ihrem
Rand zwischen den Rinnendeckstein und den Rinnenstein fest eingeklemmt werden. Dieser
erfindungsgemäße Anschluß der Haut gewährleistet, daß das an dem Kanalbauwerk ankommende
Wasser ohne Verluste durch den filterwirksamen Deckstein hindurch in die Rinne einfließt.
Als poröser Filterstein wird vorzugsweise ein durch ein Bindemittel, wie Zementg
Kunstharz o. dgl.9 zusammengehaltener Gesteinssplitt oder -kies, insbesondere mit
EinkorngefÜge, verwendet. Gegebenenfalls können die porösen Filtersteine mit einer
feinporigen, ganz oder teilweise aus einem flÜssigkeitsfesten Kunststoff-
Wirrfaserstoff
bestehenden Feinfilterhaut Überdeckt sein. Je nach den Örtlichen Bodenverhältnissen
und der Aufgabe kann das Korn- und Porengefüge der Filterkörper sowie die Größe
der einzelnen Bauelemente gewählt werden.
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In der Zeichnung sind mehrere AusfÜhrungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Hierbei zeigen: Fig. 1 eine perspektivische Darstellung der aufsteigenden
Wand im Schnitt; Fig. 2 eine Draufsicht auf einen der zur Bildung der aufsteigenden
Wand benutzten Doppelwandsteine; Fig. 3 eine Variante zu Fig. 2; Fig. 4 eine
Variante zu Fig. 1;
Fig. 5 eine Seitenansicht einer weiteren AusfÜhrungsform
für eine erfindungsgemäß ausgeführte aufsteigende Wand; FigAsi die perspektivische
Ansicht einer solchen aufsteigenden Wand im Schnitt; Fig. 7 einen Querschnitt
durch einen aus Rinnenstein und Verschlußstein (Haube) gebildeten Baukörper, und
Fig. 8 einen querschnitt durch einen aus Hinnenstein, Rinnendeckstein und
Verschlußstein gebildeten Baukörper.
Entsprechend Fig.
1 ist zwischen dem bei 100 angedeuteten Mauerwerk eines Gebäudes o.
dgl. und dem (in der Zeichnung fortgelassen) Erdreich eine aufsteigende Wand
101
aufgebaut, die gegenüber dem liauerwerk z.B. durch eine Isolationsschicht
102, z.B. aus Bitumenpappe, isoliert ist. Die aufsteigende Wand
101 wird durch einzelne als Doppelwandsteine dienende Filtersteine
103 gebildet, die durch Horizontalfugen 104 und Vertikalfugen 105
voneinander getrennt sind. In üblicher Weise kÖnnen hierbei-die Horizontalfugen
104 über die Länge der aufsteigenden Wand durchlaufen, während die Vertikalfugen
105 zweckmä3ig je um eine halbe Steinlänge zueinander versetzt sind.
Jeder der Doppelwandsteine weist eine Länge L (von z.B. 50 oder
60 cm), eine HÖhe H (von z.B. 25 oder 30 cm) und eine breite
B (von z.B. 9 oder 11 cm) auf, wobei die Steine auf ihren schmalen
Längsflächen (B x L) hochkant gestellt sind und in Richtung ihrer Hüne H von einzelnen,
z.B. zylindrisch oder auch anders geformten Kanälen 106 durchsetzt werden.
Die Kanäle werden also ringsum von geschlossenen Wandungen begrenzt, so daß jeder
einzelne Doppelwandstein senkrecht zur Wandfläche zwei Wände aufweist und somit
einen Doppelwandstein bildet. Insgesamt sind z.B.-sechs derartige Kanäle parallel
zueinander angeordnet, wobei der Durchmesser der K& le D nur relativ
geringfügig kleiner als die Breite B der Steine ist, so daß zwischen dem Außenumfang
der Kanäle und der Außenseite der
Steine eine Wandstärke w von
z.B. nur 1 cm verbleibt; auch ist die Länge L der Steine so gewählt, daß
eine gleiche Wandstärke w auch zwischen den einzelnen Kanälen 106 sowie zwischen
dem jeweils letzten der Kanäle und der benachbarten Endwand des Steines besteht.
Lediglich zwischen den beiden mittleren Kanälen ist eine Wandstärke w
1 =2w (z.B. von 2 cm) vorgesehen, damit die kanäle der darunterliegenden
Schicht von Wandsteinen, die je durch Vertikalfugen 105 voneinander
getrennt sind, mit den Kanälen der darüberliegenden, um je eine halbe Länge
L versetzten Wandsteine fluchtet.
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Die aufsteigende Wand ist Über einer Sohlenrinne aufgebaut, die entweder
im Fundamentsockel einer aufgehenden Wand angelegt ist oder die aus Rinnensteinen
107 und darübergelegten Rinnendecksteinen 108 gebildet wird. Die Rinnensteine
weisen eine nach oben offene Rinne 109 auf und haben bei dem Ausführungsbeispiel
einen quadratischen Außenquerschnitt von z.B. 12 x 12 cm, wobei ihre Breite B
1 (z.B. = Höhe Hl) größer als die Breite B der die aufsteigende Wand
bildenden Filterkörper ist. Der die Sohlenrinne enthaltende Rinnenstein
107 besteht vorzugsweise aus wasserundurchlässigem Material, insbesondere
Dichtbeton, so daß ein Durchsickern von Feuchtigkeit durch den Rinnenstein vermieden
wird und die sich in der Rinne sammelnde Feuchtigkeit aus dieser in
Richtung
der Vorflut abfließt. Dagegen ist der zur Abdekkung der Rinne verwendete Rinnendeckstein
108 vollporös als Filterstein ausgebildet und mit Kanalöffnungen
110
versehen, welche die flÜssige Verbindung zwischen den Kanälen
106 der als Doppelwandsteine dienenden Filtersteine 103 und der Rinne
109 herstellen. Zweckmäßig sind die Rinnendecksteine (von einer Höhe H 2)
mit einer der Auflagefläehe des Rinnensteines entsprechenden Auflagefläche (von
der Breite Bi) auf die Rinnen 107 aufgesetzt, so daß sich auf der Oberseite
der Rinnendecksteine und der aufsteigenden Wand eine durchlaufende Stufe
111 ergibt, auf der sich das aufgeschüttete Erdreich abstÜtzen kann. Die
die Decksteine 108 vertikal durchsetzenden KanalÖffnungen haben zweckmäßig
einen geringeren querschnitt als die Kanäle 106, so daß die Decksteine eine
besonders hohe Festigkeit aufweisen. Die Kanalöffnungen 110 können hierbei
gleichachsig zu den kanälen 106 oder auch zu ihnen etwas versetzt liegen,
jedoch vor-# zugsweise derart, daß eine geradlinig durchgehende, ungehinderte Verbindung
zwischen den Kanälen 106 und der Rinne 109
gebildet wird. Die obere
Schicht der 2iltersteine 103 der aufsteigenden Wand kann durch hochgestellte
Rinnendecksteine 108 nach oben abgedeckt werden. Die Kanäle 106 werden
dadurch nach oben geschlossen, da durch die Hochkantstellung der Rinnendecksteine
die KanalÖffnungen 110 in den Rinnendecksteinen waagerecht zu liegen kommen.
Regenwasser
oder sonstige aus dem Erdreich abfließende Feuchtigkeit kann infolgedessen von oben
her nur nach Durchsickern durch den porösen Werkstoff der oberen Hinnendeck-' steine
108 in die Kanäle 106 der Filtersteine 103 gelangen. Ebenso
gelangt von der Seite aus dem Erdreich abfließende Feuchtigkeit unmittelbar durch
den porösen Werkstoff der Filtersteine 103 in die Kanäle 106, von
wo sie äber die KanalÖffnungen 110 in die Sohlenrinne '109 abfließen
kann.
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Andererseits gibt das in der aufsteigenden Wand gebildete Kanalsystem
die Möglichkeit, daß viel Luft das hanalbauwerk ungehindert durchstrÖmt und durch
die Poren der Wandsteine (Doppelwandsteine) an das lylauerwerk herangelangt und
dieses belüftet und trockenhält. Ebenso kann viel Lu'Lt durch die Doppelwandsteine
103 in den angeschÜtteten Boden einflie-3en und in diesem dadurch die WasserlÖsung
unterstÜtzen. Ls sei hier nochmals hervorgehoben, daß jeder Tropfen Wasser, den
das Erdreich nach den Abflußkanälen abgeben soll, im Austausch durch das gleiche
Volumen Luft ersetzt werden muß. Wird z.B. die Abflußspende einer solchen hanalanlage
mit 330 ltr/Min. gemessen, dann ist die Zuführung von 300 ltr/IIiin.
Luft und der Einfluß dieser Luft in das Erdreich notwendig.
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Es ist von entscheidender Bedeutung, daß das hanalsystem mit der freien
Atmosph#Ure ohne Sperren in Verbinaung steht und im Austausch gegen das abfließende
Wasser genägend Luft in das 'r"analbauwerk einströmen läßt.
Fig.
3 zeigt als Alternative zu Fig. 2 einen Wand-oder Doppelwandstein 103a, der
statt von runden Kanälen von Kanälen 106a mit etwa rechteckigem Querschnitt durchsetzt
wird.
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Fig. 4 zeigt ferner eine Ausführungsform, bei der der Rinnenstein
107a die gleiche Breite wie die (1,-j-rUber aufgebauten Doppelwandsteine
106 hat und der oberste Doppelwandstein 106 durch einen Hochlastverschlußstein
120 in Yorm einer Haube abgedeckt ist. Infolge seiner Spitzbogenform C) kann er
sehr hohe BelastunGen aufnehmen. Der unter der Haube vorhandene Kanal setzt sich
in horizontaler Ebene bis an die beiden Enden der Wand fort und mÜndet hier in die
freie Atmosphäre.
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In Fig. 5 und 6 ist angenommen, daß die dort dargestell-CD
te aufsteigende Wand 201 zur Entwässerung und 3elüftuxig des Erdreiches an einer
Straße, an einer Autobahn, an einem Bahndamm o. dgl. angeordnet ist. Zur Entwässerung
ist wieder in einer bestimmten Tiefe des Erdreiches die Sohlenrinne 209
angelegt,
die durch einzelne entsprechend geformte Rinnensteine 207, vorzugsweise aus
Dichtbeton, gebildet und durch Rinnendecksteine 208 aus porösem Material
mit den lotrechten KanalÖffnungen 210 abgedeckt wird. `ie 'Sohlenrinne ist, durch
Schächte 212 zugänglich, die in bestimmten Abständen, z.B. von je ca.
50 m, von der Erdoberfläche her zugänglich sind
und die
Kontrolle der Sohlenrinne 209 ermöglicht. Zwischen den Schächten 212 ist,
wie in Fig- 5 links angenommen, in der ganzen Länge des Abstandes oder, wie
in FiG. 5 rechts gezeigt, zu Kontrollzwecken nur an einzelnen Stellen die
aufsteigende Wand 201 aufgebaut. Sie besteht, ähnlich wie im ersten Ausfährungsbeispiel,
aus Doppelwandsteinen 203, die mit in Längsrichtung der Wand versetzten lotrechten
Fugen 205 aufeinander geschichtet sind und von lotrechten Kanälen
206 durchsetzt werden. Die von den einzelnen Doppelwandsteinen gebildeten
Abschnitte der Kanäle 206 fluchten hierbei untereinander sowie mit den Kanalabschnitten
210 der Rinnendecksteine 208, so daß je ein geradliniger, von oben
nach unten bis in die Rinne 209 durchgehender absteigender Kanal gebildet wird.
Die Kanalöffnungen in der obersten Schicht der Doppelwandsteine werden durch Verschlußsteine
213 abgedeckt, die ebenso wie die Uinnendecksteine 208 und die Doppelwandsteine
203 aus porösem Material bestehen. Ebenso wie in Fig. 1 und 2 dargestellt,
sind auch im Rinnendeckstein 208 Kanäle senkrecht angeordnet. Ebenso kann
der Filterverschlußstein 213 mit horizontal verlaufenden Kanälen wie der
Filterverschlußstein 108 in Fig. 1 versehen sein.
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Die filterwirksamen Bauelemente der einzelnen Formen sind in den Maßen
einander gleich, so daß sie als genormte Bauteile zur VerfUgung sind.
In
Fig- 5 und 6 ist angenommen, daß sich die aufsteigende Wand 201 entweder
als durchgehende Wand von Schacht zu Schacht oder aber als eine nur kurze etwa 1/2
m lange Wand als "Station fÜr die Uberwachung der Anlage" - bis an die Oberfläche
des geschütteten Bodens 214 erstreckt, wobei in Fig. 6 der Deutlichkeit halber
das Erdreich auf der rechten Seite der Wand nicht dargestellt ist. Durch Abnahme
der Decksteine 213 sind die - ähnlich wie im Ausführungsbeispiel Fig.
2 - parallel nebeneinanderliegenden aufsteigenden Kanäle 206 von oben
her zugänglich, so daß beispielsweise durch Einhängen einer Lampe in die Kanäle
206 die filterwirksame Wand abgeleuchtet und dabei auf ihre Wirksamkeit hin
geprÜft werden kann und nach Tieferhängen der Lampe bis zum Einleuchten in die Rinne
209 sogar die letztere auf eine eventuelle VerringerunG ihres Abflußquerschnittes
hin von den Schächten 212 aus eingesehen werden kann.
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Anstelle der Filtersteine 208 und 213 kann die Rinne
209 auch unmittelbar mit einer vollporösen Haube 213 abgedeckt werden.
Fär das Abheben-der Haube kann, um Einblick in die Rinne zu gewähren, die Haube
mit seitlichen Halterippen versehen sein. Die Halterippen können neben der Verlegung
von Hand auch dazu dienen, beim Bau der hanalanlagen jeweils größere Längen
- von beispielsweise 3 m Länge -
mittels Zangengriffgerät
in einem Arbeitsgang auf die Hinnen aufzusetzen. Bei der Kontrolle der Filterwirksamkeit
kann für das Abheben der Hauben mit dem gleichen Gerät unter ihre Halterippen gegriffen
werden.
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Im AusfÜhrungsbeispiel nach Fig. 8 sind auf die Rinne
209 zunächst Rinnendecksteine 208 und erst auf diese die Verschlußsteine
21'9a aufgesetzt. Über diese Kanalanlage sind die Erdreichmassen 214 aufgeschÜttet.
Diese Ausfährung ist billiger als die Ausführung nach Yig. 6 und kommt in
der Regel fÜr solche Kanalanlagen in Betracht, die nicht allzu tief unter die Erdoberfläche
zu liegen kommen. Soll die Filterwand 208 mit dem Verschlußstein 213a und
die Sohlenrinne 209 überprüft werdeng dann ist es notwendig, das .Erdreich
214 oberhalb der Verschlußsteine 213a aufzugraben und durch Wasserzuführung die
Filtersteine auf ihre Leistun- zu überprüfen. Anschließend kann fär den Einblick
in die Rinne auch noch der Verschlußstein 213a abgehoben werden.
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Damit das neben der Filteranlage z.B. in den Frostschutzkies einer
Autobahn einsickernde Wasser auch tats,#chlich in die Rinne 209 gelangt,
kann eine Haut 2-15, die z.B. aus einem flÜssigkeitsfesten Kunststoff besteht
und als wassertragende Haut schon heute in Anwendung ist - um
den
Frostschutzkies zu tragen und das durch ihn einsickernde Wasser nicht in das Erdplanum
einsickern zu lassen, sondern nach der Seite in Richtung der Filteranlage abzuleiten
- mit ihrem einen Rand in die Trennfläche zwischen dem Rinnenstein
209 und dem Rinnendeckstein 208 einGeklemmt und so in ihrer Lage festgehalten
werden.
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Tim ein Verschieben der Steine in Neuerrichtung zu verhindern, können
diese, insbesondere der Rinnenstein und der Abdeckstein 208,mit Absätzen
216 bzw. 217 versehen sein, in die sich die darÜber gefÜgten Steine, Rinnendecksteine
208
oder Doppelwandsteine 203 von oben her einfÜgen. Die Steine können
jedoch auch, wie im AusfÜhrungsbeispiel nach -Vig. 1
und 2 oder bei den Doppelwandsteinen
203 in der AusfÜhrun-sform nach Fig. 6 dargestellt ist, flach aufeinanderliegen
oder auch Halterippen besitzen.
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In allen Fällen läßt sich die Sohlenrinne für die ZufÜhrung von Frischluft
bzw. fÜr den Abfluß des von der Drän-und Sickeranlage abzuleitenden Wassers in den
Stößen zuverlässig abdichten, da die Rinne vor dem Aufsetzen der Rinnendecksteine
nach oben offen liegt. Gegebenenfalls 'Können die Steine der Rinne zur Aufnahme
einer Schicht von BindemÖrtel an den Stößen auch eine Mörtelfuge er 'einen Nut-
und Yalz,-stoß haben.
Die offene Rinne hat bei der Verlegung den
wesentlichen Vorteil, daß sie sowohl mit dem Tafelgerät als auch mit Hilfe eines
neuartigen Lichtstrahlgerätes eingefluchtet werden kann. Bei Anwendung des Lichtstrahlgerätes
genügt ein Mann, um die Rinne in die richtige Lage zu bringen.
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Wie bei der Sohlenfläche eines Hochlastrohres kann aus statischen
Gründen auch bei der Rinne die Sohle mit tragenden Füßen ausgerüstet werden.
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Die Filtersteine (Doppelwandsteine) können ebenso wie die Rinnendecksteine
unvermÖrtelt aufgesetzt werden. Doch können die Fugen, insbesondere die lotrechten
Fugen, auch vermörtelt werden.
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Des weiteren kann, insbesondere bei einer Ausführung der Kanalanlage
nach Fig. 7 bis 8, eine die Decksteine 208
und die VerschluBsteine
(Hauben) 213 bzw. 213a dicht oder im Abstand Überdeckende Filterhaut aus
einem vollporÖsen Kunststoff-Wirrfaserstoff innerhalb des Erdreiches 214 verlegt
sein.
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Gegebenenfalls kann ferner auch der Hinnenstein 207
als Filterstein
vollporös ausgebildet sein. Das ist vor allem dann zweckmäßig, wenn die Kanalanlage
in ein gespanntes Grundwasser hineingebaut und aus Leistungsgränden angestrebt wird,
auch den Rinnenstein allseitig filterwirksam zu haben.
Abhängig
von der vorliegenden Aufgabe kÖnnen die Fertigteile auch in anderen Formen und daraus
die lanalbauwerke in anderen Ausführungen hergestellt werden.
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Statt einzelne nach unten geÖffnete Ausnehmungen kÖnnen die Verschlußsteine
213 und 213a auch einen durchlaufenden, nach unten geÖffneten Kanal aufweisen,
so daß sein Querschnitt insgesamt haubenfÖrplig gestaltet ist.