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Magnetische Registriermaterialien Die meisten üblichen magnetischen
Registriermaterialien bestehen aus einem biegsamen Film als Unterlage, auf der eine
magnetisierbare Schicht aufgetragen ist.
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Geeignete Kunststoffe zur Herstellung solcher Trägerunterlagen sind
beispielsweise Celluloseester, wie Cellulosediacetat, Cellulosetriacetat, Polymerisate,
wie Polyvinylchlorid, und Polyester, wie Polycarbonate und Polyäthylenglykolterephthalat.
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Diese Kunststoffe können durch Vergießen aus einer Lösung, durch Kalandrieren
oder durch Spritzen aus der Schmelze, gegebenenfalls gefolgt von einer Streckung,
zu einem sogenannten Träger verarbeitet werden.
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Die magnetische Schicht kann auf verschiedene Weise, beispielsweise
durch Vakuumbedampfung, durch elektrolytisches Metallisieren oder durch Beschichten
des Trägers mit einer Dispersion von rnagnetisierbaren Teilchen, aufgebracht werden.
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Zur Herstellung von magnetischem Material für Ton- und Bildaufzeichnung
wird meistens das letztgenannte Verfahren angewendet.
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Nach diesem Verfahren wird ein ferromagnetisches Pigment, meistens
y-Eisen(III)-oxid, in einer Lösung eines filmbildenden Kunstharzes in einem flüchtigen
Lösungsmittel dispergiert. Diese Dispersion wird dann auf den Träger vergossen.
Die verschiedensten Kunstharze fanden bisher als Bindemittel für ferromagnetische
Pigmente Verwendung, z. B. Polyvinylchlorid, Polystyrol und andere übliche Bindemittel,
wie sie beispielsweise in der britischen Patentschrift 676761 beschrieben
sind.
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In einigen Fällen stößt der Träger das Bindemittel der Registrierschicht
ab, und diese kann, ungeachtet der Verwendung verschiedener Lösungsmittelkombinationen,
nicht an den Träger gebunden werden. Einige Bindemittel können jedoch, obwohl sie
von Natur aus ein unzulängliches Klebevermögen gegenüber dem Träger aufweisen, als
Bindemittel für magnetische Pigmente enthaltende magnetisierbare Registrierschichten
physikalische Vorteile aufweisen. Man hat daher versucht, diese Vorteile zu nutzen.
Dazu muß man in vielen Fällen zwischen der magnetischen Schicht und dem Träger eine
Haftschicht anordnen.
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Dies gilt auch in den Fällen, in denen man andere Schichten, beispielsweise
matte Rückschichten, Zwischenschichten, Deckschichten und Haftschichten für Abziehfilme,
auf magnetische Registriermaterialien aufträgt.
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Es wurde nun gefunden, daß eine Schicht, die ein Mischpolymerisat
von Vinylidenchlorid und Acrylnitril enthält, das zu 81 bis 98 °/o aus Vinylidenchloridgruppen
besteht, ein großes Haftvermögen für die üblichen Materialien aufweist, aus denen
die Träger von magnetischen Registriermaterialien angefertigt sind und daher als
Haftschicht, beispielsweise für eine magnetische Registrierschicht, eine Zwischenschicht
oder eine Rückschicht, verwendet werden kann.
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Das erwähnte Mischpolymerisat ist in vielen Lösungsmitteln löslich,
z. B. in Ketonen, chlorierten Kohlenwasserstoffen, Mischungen aus Estern und Ketonen
und Mischungen aus Estern und chlorierten Kohlenwasserstoffen. Dieses Mischpolymerisat
haftet sehr gut auf Trägern aus Celluloseestern, wie Cellulosetriacetat, und aus
Polyestern, wie Polyäthylenglykolterephthalat. Die Schicht, die mittels der oben
beschriebenen Haftschicht auf den Träger gebunden werden kann, ist sehr verschiedenartig.
Sie kann gegebenenfalls magnetische oder sonstige Pigmente enthalten oder aus magnetisierbarem
Metall bestehen, das beispielsweise durch Vakuumbedampfung aufgetragen wurde. Die
auf den Träger gebundene Schicht besteht jedoch vorzugsweise aus mindestens einer
als Bindemittel für magnetische Teilchen in der britischen Patentschrift 676 761
erwähnten Verbindung oder aus einem der in der deutschen Patentschrift
814
225 und in der belgischen Patentschrift 612 896 erwähnten Bindemittel.
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Vorzugsweise wird das Auftragen der Haftschicht aus einer Lösung des
obengenannten Mischpolymerisats in einem der erwähnten Lösungsmittel oder einer
Mischung von Lösungsmitteln, z. B. Methylisobutylketon, Dioxan oder Tetrahydrofuran,
vorgenommen. Die Haftschicht kann nach einem beliebigen Filmgießverfahren, durch
Streichen oder mittels Walzen aufgetragen werden. . Nach der Trocknung der=-Haftschicht
wird die auf den Träger zu bindende Schicht vergossen. Durch eine Wärmenachbehandlung
kann die Haftung verbessert werden. Weiter ist es vorteilhaft, der das Mischpoly-(vinylidenchlorid-acrylnitril@
enthaltenden Gießlösung eine oberflächenaktive Verbindung zuzusetzen, um das Benetzen
des Trägers durch die Haftschichtlösung zu verbessern. Dazu verwendet man vorzugsweise
höhere gesättigte oder ungesättigte aliphatische Amide, wie 9-Octadecanamid oder
9-Octadecenamid.
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Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Beispiel 1 Auf einen
Cellulosetriacetatträger von 35 #t Dicke vergießt man eine Haftschicht aus der folgenden
Lösung: Mischpoly-(vinyhdenchlorid-acrylnitril) dessen 20°/oige Lösung in Aceton
bei 24°C eine Viskosität von 200 eP besitzt ...... 2,5 g-Methylisobutylketon
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100 cm3 Man trägt diese Haftschicht so auf,
daß man mit 1 1 40 m2 beschichtet. Nach der Verdampfung des Lösungsmittels trägt
man eine magnetische. Schicht aus folgender Dispersion auf: y-Eisen(III)-oxid .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 g Nachchloriertes Poly-(vinylchlorid),
dessen 10°/oige Lösung in Aceton bei 24°C eine Viskosität von 22 eP aufweist . .
. . . . . . . 10 g Toluol ................:............... 350 cm3 Methylisobutylketon
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 350 cm3 Diese Schicht wird so aufgetragen,
daß sich nach der Trocknung eine Schichtdicke von 12 p, ergibt. Diese Registrierschicht
ist mittels der Haftschicht sehr stark an den Träger gebunden.
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Beispiel 2 Auf einen Poly-(äthylenglykolterephthalat)-Träger von 25#t
trägt man eine Haftschicht aus folgender Lösung auf Mischpoly-(vinylidenchlorid-acrylnitril),
dessen 20°/oige Lösung in Aceton bei 24°C eine Viskosität von 200 cP aufweist
.... 2,5 g Äthylacetat ............................ 50 cm3 Aceton ................................
50 cm3 Diese Haftschichtlösung wird so aufgetragen, daß man mit 1 1 40 m2 beschichtet.
Nach der Verdampfung des Lösungsmittels wird hierauf eine magnetische Schicht aus
der folgenden Dispersion aufgebracht: y-Eisen (III)-oxid . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . 30 g Nachchloriertes Poly-(vinylchlorid), dessen 10°/oige
Lösung in Aceton bei 24°C eine Viskosität von 22 cP besitzt . . . . . . . . . .
. 10 g Toluol ................................ 350 em3 Methylisobutylketon ... .
. . . . . . .. . . . . . . . . 350 cm3 Diese Schicht wird so aufgetragen, daß man
nach der Trocknung eine 10 p, dicke Magnetschicht erzielt. Die Magnetschicht ist
durch die Haftschicht sehr stark an den Träger gebunden.
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Beispiel 3 Ein Magnetband mit Cellulosetriacetatträger wird auf der
Rückseite mit einer Haftschicht aus folgender Lösung versehen: Mischpoly-(vinylidenchlorid-acrylnitril),
dessen 20°/oige Lösung in Aceton bei 24°C eine Viskosität von 60 cP besitzt
...... 2,5 g Mischung von aliphatischen Amiden der folgenden Zusammensetzung:
910/, Octadecenamid, 6 °/o Octadecanamid, 311/, 9,12-Octadecadienamid . . . . .
. . . . 0,25 g Methylisobutylketon .................... 100 cm3 Diese Haftschichtlösung
wird derart aufgetragen, daß man mit 1140 m2 beschichtet. Auf diese Schicht
vergießt man eine matte Pigmentschicht folgender Zusammensetzung Kieselgur ..............................
40 g Bleiglätte ................ . ........... 6 g Rotes Pigment auf Basis eines
Sulfobarium- .
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salzes eines Monoazofarbstoffes aus der Naphtholreihe . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 g Titandioxid ............................
10 g Chlorsulfoniertes Polyäthylen . . . . . . . . . . . . 25 g Methylisobutylketon
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200 cm3 Diese Zusammensetzung wird derart
vergossen, daß man mit 1120 m2 beschichtet. Diese Pigmentschicht ist über
die Haftschicht sehr stark an den Träger gebunden.