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DE1234487B - Steuerung von Freiformschmiedepressen - Google Patents

Steuerung von Freiformschmiedepressen

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Publication number
DE1234487B
DE1234487B DESCH30122A DESC030122A DE1234487B DE 1234487 B DE1234487 B DE 1234487B DE SCH30122 A DESCH30122 A DE SCH30122A DE SC030122 A DESC030122 A DE SC030122A DE 1234487 B DE1234487 B DE 1234487B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
control
forging
press
speed
setpoint
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DESCH30122A
Other languages
English (en)
Other versions
DE1843561U (de
Inventor
Dipl-Ing Werner Wehmeyer
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Schloemann AG
Original Assignee
Schloemann AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Schloemann AG filed Critical Schloemann AG
Priority to DESCH30122A priority Critical patent/DE1234487B/de
Publication of DE1234487B publication Critical patent/DE1234487B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B21MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
    • B21JFORGING; HAMMERING; PRESSING METAL; RIVETING; FORGE FURNACES
    • B21J9/00Forging presses
    • B21J9/10Drives for forging presses
    • B21J9/20Control devices specially adapted to forging presses not restricted to one of the preceding subgroups

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Forging (AREA)

Description

  • Steuerung von Freiformschmiedepressen Zur Automatisierung des Schmiedevorganges beim Reckschmieden und beim Schlichtschmieden sind zahlreiche Steuerungsvorrichtungen entwickelt worden, die teils rein mechanischer Natur, teils rein hydraulischer Natur sind; andere Vorrichtungen sind elektrohydraulischer Art mit kontaktarmen oder kontaktlosen Wegmeßmöglichkeiten nach dem analogen oder digitalen Meßverfahren. Diese ,automatischen Steuerungsvorrichtungen bieten teilweise die Möglichkeit der Vorwahl der Umsteuerung an bestimmten Punkten des Sattelweges. Die Umsteuerung kann einen Übergang vor. hydraulischen Niederdruckmedium zum Hochdruckmedium bewirken oder in der automatischen Umsteuerung auf Rückzug nach Erreichung eines vorgewählten Preßweges, d. h. einer bestimmten Eindringtiefe in das Werkstück bestehen. Auch ist die selbsttätige Beendigung des Rückzuges des oberen Schmiedesattels in einer vorgewählten Entfernung über dem Schmiedestück und anschließendes Vorfahren in Richtung auf das Werkstück bekannt. Diese Steuerungsvorrichtungen haben meist auch Anzeigevorrichtungen, welche mechanisch, mit oder ohne Übersetzung, oder elektrisch mittels Fernübertragung Skalen oder Leuchtzifferanzeigern auf de_m Steuerpult die gesteuerten Sattelwege und damit die erreichten Sehmiedestückstärken angeben.
  • Es sind auch Steuerungen bekannt, die es gestatten, die Geschwindigkeit des gesamten Sattelweges durch Vergleich elektrischer Größen, über gesteuerte Drosselventile, in gewissen Grenzen auf einen vorgewählten Wert einzuregeln.
  • Was jedoch bisher noch nicht bei hydraulischen Freiformschmiedepressen mit automatischer Steuerung vorgesehen und als vorteilhaft erkannt wurde, ist die erfindungsgemäße Anwendung der bekannten, nach optimalen Umformgeschwindigkeiten gesteuerten Betriebsweise, und zwar reit Hilfe einer Sollwertvorgabe der Laufholmbewegung und nur während der Umformung erfolgender Istwerterfassung, sowie Ist- und Soli_wertanzeige und Differenzregelung der Steuerung.
  • Damit die Vorrichtung zum Messen und Anzeigen der Ist-Arbeitsgeschwindigkeit nicht durch die großen Leerhubgeschwindigkeiten des Schmiedesattels durch zu großen Anzeigebereich in ihrer Anzeigegenauigkeit beeinträchtigt wird, ist ihre Meß- und Anzeigefunktion bezüglich der Istgeschwindigkeit in Abhängigkeit vorn Beginn des Arbeitshubes bzw. vom Aufsetzen des oberen Schmiedesattels auf das Werkstück selbsttätig einschaltbar und/oder bei Beginn des Aufwärtsganges gemäß der Erfindung selbsttätig ausschaltbar. Die Mittel zum Messen, Anzeigen und Regeln der Istgeschwindigkeit nach vorgegebenen Sollgeschwindigkeiten sind an sich bekannt. In Frage kommen sowohl analoge als auch digitale Meßverfahren.
  • Eine hydraulische Freiformschmiedepresse mit einer Ventil- oder Schiebersteuerung zur Durchführung der erfindungsgemäßen Betriebsweise ist z. B. mit einem mit dem Laufholm gekoppelten digitalen Istwertgeber, einem einstellbaren digitalen Sollwertgeber und einer Ist- und Sollwert-Vergleichseinrichtung zur Erfassung und Anzeige des Überlaufs sowie einer Korrektureinrichtung für die Umschaltpunkte der Steuerung versehen und dadurch gekennzeichnet, daß eine an sich bekannte Zusatzeinrichtung mit einer Anzeigevorrichtung für die Istgeschwindigkeitsbestimmung mit dem Laufholm verbunden ist und eine SollgeschwindigkeitsvorgabeeInrichtung mit DifferenzwerterfasseY _zur-Steuerung eines in der Betriebsmittelzuführleitung vor dem Ventil- oder Schieberblock vorgesehenen Drosselventils angeordnet ist.
  • An Hand der von der Anzeigevorrichtung abgelesenen jeweiligen Istgeschwindigkeit und des Vergleiches mit der Sollgeschwindigkeit kann der Steuermann die Istgeschwindigkeit des Schmiedesattels dann je nach Wunsch positiv oder negativ beschleunigen und so die aus metallurgischen und anderen Gründen jeweils günstigste Eindringgeschwindigkeit erzielen.
  • Ergibt es sich als zweckmäßig, die Eindring geschwindigkeit in verschiedenen Höhen des Werkstückes verschieden groß zu machen, um in jeder Höhe mit der günstigsten Eindringgeschwindigkeit zu arbeiten, so wird erfindungsgemäß die Zusatzvorrichtung so ausgebildet, daß sie die Sollgeschwindigkeit während eines aus mehreren Hüben bestehenden Arbeitsablaufes, beispielsweise nach jedem Hub der Presse oder Durchgang des Schmiedestückes durch die Presse, gemäß einem vorgegebenen Sollwertpro-ramm ändert. Bei Preßhüben mit großer Eindringtiefe kann das vorgegebene Sollwertprogramm (bei einem entsprechenden Bedürfnis) für unterschiedliche Hubabschnitte unterschiedliche optimale Schmiedesattelgeschwindigkeiten vorschreiben.
  • Je nach Materialzusammensetzung des Schmiedestückes besteht eine obere und eine untere Temperaturgrenze für die Möglichkeit der Warmverformung. Das Bestreben geht deshalb dahin, die je Werkstück erforderliche Umformungsarbeit möglichst rasch durchzuführen. Durch die Erfindung kann nun das Optimum der Verformungsgeschwindigkeit verwirklicht werden, das je nach Material, Stückgröße usw. schwankt zwischen beispielsweise 320 mm/Sek. und 20 mm/Sek. Diese Werte sind an sich bekannt.
  • Mit anderen Worten: Erfindungsgemäß hat der Schmied die Möglichkeit, die optimalen Verformungsgeschwindigkeiten als Sollgeschwindigkeiten jeweils vorzugeben und die Istgeschwindigkeiten registrieren und anzeigen zu lassen, wodurch er die Möglichkeit hat, letztere während des Schmiedevorganges zu ändern und der vorgegebenen Sollgeschwindigkeit anzupassen. Er hat ferner die Möglichkeit, bei gleichbleibendem Schmiedeprogramm, bei gleichbleibenden Anfangstemperaturen und gleichbleibenden Materialqualitäten der nacheinander zu bearbeitenden Werkstücke die Verformungsgeschwindigkeiten während des Ablaufs jedes Schmiedeprozesses von Hand oder automatisch nach vorgegebenem Programm zu ändern, um sich den technologischen Forderungen des Verformungsprozesses mit Optimalgeschwindigkeiten anzupassen. Die für die Bearbeitung eines Stückes optimale Eindringgeschwindigkeit des Schmiedesattels wird also generell entweder für einen ganzen Verformungsvorgang oder stückweise für die einzelnen Abschnitte des Eindrin? weges rechnerisch oder empirisch ermittelt und der Freiformschmiedepresse aufgegeben, damit sie bei den späteren gleichartigen Werkstücken die optimale Eindringgeschwindigkeit entweder durchgehend oder bei großen Eindringtiefen sogar für jeden Einzelabschnitt des Verformungsweges einhält.
  • Für das Umformen von Metallen auf Strangpressen sind Geschwindigkeits-, Meß-, Anzeige- und Regelvorrichtungen bekannt, die den gesamten Preßstempelweg des nur aus einem einzigen Preßstempelhub bestehenden Arbeitsprozesses erfassen. Sie dienen dazu, die Einhaltung einer bekannten verformungsgünstigen Geschwindigkeit des Preßstempels zu erzwingen.
  • Bei diesen Vorrichtungen wird die Geschwindigkeit über den Gesamtstempelweg gemessen und nicht nur über einen Teil wie beim Schmieden. Außerdem sind die Umformwege und Zeiten um ein Vielfaches größer als die extrem kurzen Wege und Zeiten des Freiformschmiedeprozesses.
  • Beim Freiformschmiedeprozeß setzt sich der technologische Vorgang ferner aus sehr vielen aufeinanderfolgenden Arbeits- und Leerhüben zusammen.
  • Bei einem Freiformschmiedeprozeß sind wegen der ständig abnehmenden Materialtemperatur und Materialquerschnitte die optimale Umformgeschwindigkeit und damit die Preßgeschwindigkeit bei den einzelnen Arbeitshüben jeweils verschieden groß. Die Istgeschwindigkeiten sollen daher so lange geändert werden, bis die gesamte Umformarbeit an dem Schmiedestück beendet ist.
  • Der technologische Vorgang beim Freiformschmieden ist also grundsätzlich verschieden vom technologischen Vorgang des Strangpressens, obwohl es sich in beiden Fällen um einen Warmformgebungsvorgang handelt. Dies ergibt sich ,auch aus folgenden Überlegungen, die insbesondere- zeigen sollen, wie der Schmied zu den optimalen Sollgeschwindigkeiten gelangt.
  • Die Aufbaugeschwindigkeit der Gesamtpreßkraft einer hydraulischen Freiformschmiedepresse ist abhängig von der Größe des Zuflußquerschnittes für das Druckmedium in der Zuleitung zum Preßzylinder.
  • Der Gesamtverformungswiderstand eines Schmiedestückes ist .abhängig a) von dem spezifischen Verformungswiderstand, der mit zunehmender Verformungsgeschwindigkeit und sinkender Schmiedetemperatur ansteigt, b) von der durch Stauchung oder Breitung anwachsenden Schmiedestückoberfläche.
  • Beim Freiformschmieden unter hydraulischen Pressen stellt sich daher eine Verformungsgeschwindigkeit während des Eindringens des Schmiedesattels in das Werkstück ein, die aus dem Gleichgewicht resultiert, das sich zwischen dem entwickelten Gesamtverformungswiderstand und der Aufbaugeschwindigkeit der Gesamtpreßkraft einstellt.
  • Bei sehr hoher Verformungsgeschwindigkeit kann der Schmied nicht mehr an dem Fließband des Werkstoffes zwischen den auseinanderbrechenden Zunderlächen erkennen, ob der sich bei dieser Geschwindigkeit ergebende Verformungshub und Umformungsgrad zum Aufplatzen der Oberflächen oder Kanten führt.
  • Er muß daher die Aufbaugeschwindigkeit der Gesamtpreßkraft durch Drosselung des Zuflußquerschnittes für das Druckmedium von Hand so weit verringern, bis ihm eine Beurteilung der Wirkung am Fließbild des Schmiedemetalls möglich ist. Er kann daher nicht mit optimaler Verformungsgeschwindib keit arbeiten. Der gesamte Schmiedeprozeß wird dadurch unnötig verlängert, wodurch die verschiedenen allgemein bekannten wirtschaftlichen Nachteile entstehen.
  • Erhält der Schmied nun aber im Sinne der Erfindung eine genaue und in der nur Bruchteile einer Sekunde dauernden Umformzeit auch ablesbare Anzeigevorrichtung für die jeweilige Istgeschwindigkeit des Umformvorganges, dann kann er sich empirisch schnell an die optimalen Istgeschwindigkeitswerte herantasten und damit die optimalen Sollgeschwindigkeitswerte für die Verformung gleichartiger Schmiedestücke grundsätzlich festlegen.
  • Damit wird für Schmiedestückserien großer Stückzahl ein Schmiedeprozeß mit optimaler Umformgeschwindigkeit programmierbar. Für noch nicht empirisch ermittelte Schmiedeprozesse an Einzelstücken können entsprechende Sollgeschwindigkeitswerte aufgestellt werden und mit Hilfe einer solchen Anzeigevorrichtung auch eingehalten werden.
  • Mit Hilfe der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Meß- und Anzeigevorrichtung können in jedem Schmiedebetrieb für dessen Fertigungsprogramm Verformungssollgeschwindigkeiten erarbeitet werden, die dann von der jeweiligen Arbeitsvorbereitung für ähnliche Werkstücke zur Rationalisierung der Schmiedevorgänge ausgenutzt werden.
  • An Hand der Zeichnungen wird beispielsweise eine zur Ausführung der Erfindung geeignete Steuervorrichtung beschrieben.
  • Mit 1 sind in F i g. 1 Säulen einer Schmiedepresse bezeichnet, an denen ein Laufholm 2 verschiebbar angeordnet ist. An dem Laufholm 2 ist ein Obersattel 3 befestigt, der einem mit Sohlplatten 4 verbundenen Untersattel 5 gegenübersteht. Seitlich des Untersattels 5 sind Rückzugszylinder 6 angeordnet, deren Druckkolben 7 mit dem Laufholm 2 verbunden sind. Oberhalb des Laufholmes 2 ist ein Zylinderholm 8 angebracht, der einen Preßzylinder 9 trägt. Ein in dem Preßzylinder 9 geführter Druckkolben 10 ist an dem Laufholm 2 befestigt. Zur Hubbegrenzung sind an den Säulen 1 Hubbegrenzungshülsen 12 vorgesehen. Über eine Traverse 13 ist an dem Laufhohn 2 eine Zahnstange 14 befestigt, die ein Ritze115 und damit über eine Welle 16 einen Impulsgeber 17, vorzugsweise einen Hall-Generator, bewegt. Der Impulsgeber 17 ist über eine Leitung 18 mit einer Impulsauswertschaltung 19 verbunden. Eine Leitung 20 führt über einen von Hand betätigbaren Impulsgeber 23 (Vorwahl) und eine Leitung 24 zu einem Differenzzähler 25, der die Felder 26a einer Zugnummernanzeigevorrichtung 26 betätigt. Der Impulsgeber 23 ist mit einem Schwenktaster 27 einerseits und mit einer Sperrschaltung 22 über eine Zuleitung 28 andererseits verbunden. Die Sperrschaltung 22 hat eine Verbindung 21 zum Impulsauswerter 19 und eine Verbindung 30 zum Differenzzähler 31, der eine Nulltaste 32 hat, welche den Zähler nach Wunsch auf Null zurückstellt. Von dem Differenzzähler 31 betätigte Zählgeräte 33 und 34 geben über eine Leitung 36 einer Ventilsteuerung 37 die Schaltkommandos für die in den Rohrleitungen 38, 39, 40 angeordneten, über Leitungen 43, 44, 45 mit der Ventilsteuerung 37 verbundenen Ventile 46, 47, 48. Die Ventilsteuerung 37 ist über einen Endschalter 49 und einen Wahlschalter 50 für Reckschmieden oder Schlichtschmieden um- oder abschaltbar. Dem Differenzzähler 31 ist ein überlaufzähler 53 zugeordnet, der über eine Leitung 54 ein Feld 26 b des Zugnummernanzeigers 26 betätigt.
  • Die beschriebene Hubmeßeinrichtung ist so einzustellen, daß die Oberkante des Untersattels 5 den Nullpunkt für die Messung bildet. Da der Untersattel aber verschiedene Höhen je nach Größe des Untersattels 5 haben kann, kann der Nullpunkt der Hubmeßeinrichtung korrigiert werden. Dies ist bekannt.
  • Mißt man z. B. beim Aufsetzen des Laufholms 2 auf die Hubbegrenzungsbüchsen 12 zwischen der Unterkante des Obersattels 3 und der Oberkante des Untersattels 5 noch einen Abstand von 283 mm, muß die Meßeinrichtung auf den Wert 283 eingestellt werden, wenn 1 mm gleich einem Impuls entspricht.
  • Ist das Schmiedemaß beispielsweise 1283 mm, so werden mittels des Schwenktasters 27 weitere 1000 Impulse von dem Impulsgeber 23 auf die Differenzzähler 25 und 31 vorgegeben, so daß die Zugnummernanzeige 26 in den Feldern 26a die Zahl 1283 anzeigt. Nachdem auf dem Zählgerät 33 der obere Umschaltpunkt und auf dem Zählgerät 34 der Umschaltpunkt von Füllwasser auf Preßwasser vorgegeben ist, wird der untere Umschaltpunkt mittels der Preßeinrichtung bei der Betriebsart Reckschmieden oder Schlichtschmieden von dem Differenzzähler 31 gesteuert. Der Wahlschalter 50 ermöglicht die Umschaltung auf eine der beiden Betriebsarten.
  • Infolge der Massenkräfte, der Schaltzeit der Magnetventile, der unterschiedlichen Temperatur des Schmiedestückes über seine Länge und der Auflagefläche schwingt der Laufholm 2 unterschiedlich weit über den unteren Umschaltpunkt hinaus. Dieses sogenannte überschwingen wird dem Steuermann angezeigt, indem bei Erreichen des unteren Umschaltpunktes ein Zählwerk 53 eingeschaltet wird, das die positiven Impulse von dem Differenzzähler 31 her erhält und diese nach Beendigung des Preßhubes auf dem Feld 26b der Zugnummernanzeige 26 sichtbar macht. Dieser Betrag überschreitet 9 mm nicht, so daß ein Feld 26a für die Anzeige ausreicht. Wird beispielsweise 5 auf dem Feld 26a ,angezeigt, so weiß der Steuermann, daß der Laufholm 2 5 mm weit über den unteren Umschaltpunkt hinausschwingt. Um das Überschwingen auszugleichen, wird mit dem Schwenktaster 27 eine Impulsreihe von fünf Impulsen in dem Impulsgeber 23 erzeugt. Die Impulse haben ein negatives Vorzeichen und verringern das Schmiedemaß um 5 mm (= 5 Impulse), so daß das neue Schmiedemaß 1278 mm beträgt.
  • Mit diesem Vorgang ist eine sogenannte Paketverschiebung vorgenommen worden, d. h., der obere Umschaltpunkt, der Umschaltpunkt »Füllwasser/ Preßwasser« und der untere Umschaltpunkt sind gleichzeitig um 5 mm verschoben worden. Infolge der Sperrung der Impulse über die Leitung 28 von dem Impulsgeber 23 zu dem Differenzzähler 31 durch die Sperrschaltung 22, während von dem Impulsgeber 17, einem Hall-Generator, Impulse auf den Differenzzähler31 gelangen, erfolgt die Paketverschiebung stufenweise und stetig während des Pressens. Wird bei dem nächsten Hub wieder ein Überschwingen gemessen, wird die Korrektur in der gleichen Weise vorgenommen.
  • Dieser bisher beschriebene Teil der Steuervorrichtung ist Stand der Technik, jedoch in der speziellen Auslegung nicht vorveröffentlicht.
  • Die im folgenden beschriebene Vorrichtung, die zur Messung der jeweiligen Geschwindigkeit des Obersattels 3 während des Schmiedehubes dient, zeigt eine Leitung 55, welche Kommandos der Zählgeräte 33 und 34 zu einem Sperrschalter 56 gibt, der beim Beginn des Preßhubes die Impulse eines Gebers 59 (am Zylinderhohn 8), beispielsweise eines Hall-Generators mit hoher Impulszahl je Sekunde, zu einem Verstärker 61 weiterleitet. Die Zahl der Impulse entspricht der Zahl der Umdrehungen des Ritzels 58 bei Bewegung der Zahnstange 57, die zusammen mit der Zahnstange 14 bewegt wird. Der Geber 59 erzeugt eine pulsierende Spannung 60, die in einem Verstärker 61 zu einer pulsierenden Spannung 62 verstärkt wird und in einem Impulsformer, einem sogenannten Schmitt-Trigger 63, in Rechteckimpulse 64 umgewandelt wird. Die Rechteckimpulse werden über eine Torschaltung 65 (Gate) einem Zähler 68 zugeführt. Die in einer Zeiteinheit, beispielsweise einer Sekunde, im Zähler 68 gezählten Impulse werden einem Speicher 72 nach Ablauf der Zeiteinheit zugeführt und, über einen Verstärker 73 verstärkt, auf eine Leuchtziffernanzeige 74 gegeben, wo die Impulszahl als Zahlenwert erscheint und ein Maß für die Geschwindigkeit des Obersattels 3 während der Zeiteinheit der Messung ist. Nachdem für die Dauer einer Zeiteinheit Impulse in den Zähler 68 eingegeben worden sind, erhält die Torschaltung 65 von einem Untersetzer 76, und zwar von der Untersetzerstufe mit der Frequenz von 1 Hz einen Impuls, der die Torschaltung 65 öffnet und damit das Auflaufen weiterer Impulse vom Impulsformer 63 (Schmitt-Trigger) zum Zähler 68 (für 10-4 Sek.) unterbricht. Der Frequenzuntersetzer 76 besteht aus einer Anzahl von Stufen f-213 Hz bis f = 1 Hz (Frequenz), die nach der Schaltung eines bistabilen Multivibrators (Flip-Flop-Schaltung) arbeiten und die von einem Quarzoszillator 77 erhaltene Frequenz jeweils auf die Hälfte der vorhergehenden Stufe reduzieren. In dem Ausführungsbeispiel hat der Quarzoszillator 77 eine Frequenz von 8,192 kHz, die er der ersten Untersetzerstufe f = 21s des Untersetzers 76 zuführt und die im Frequenzuntersetzer 76 bis .auf eine Frequenz von 1 Hz heruntergesetzt wird. Gleichzeitig mit dem Impuls aus der Untersetzerstufe mit der Frequenz von 1 Hz an die Torschaltung 65 erhält der Speicher 72 einen Impuls, der die vorhergehende Zahl vorn Speicher 72 löscht.
  • In sehr kurzem Abstand erhält der Speicher 72 einen weiteren Impuls von der Untersetzerstufe, der das Eingeben der Zahl aus dem Zähler 68 in den Speicher 72 bewirkt, d. h. das Füllen des Speichers einleitet.
  • Unmittelbar danach wird durch einen weiteren Impuls die Zahl im Zähler 68 gelöscht, so daß dieser zur Zählung einer weiteren Impulsfolge bereitsteht. Wiederum durch einen Impuls von der Untersetzerstufe 76 erhält die Torschaltung 65 einen weiteren Impuls, der die Verbindung zwischen dem Schmitt-Trigger 63 und dem Zähler 68 schließt, so daß die erzeugten Impulse wieder in dem Zähler 68 ,auflaufen können. Nachdem wiederum während der Dauer einer Zeiteinheit die Rechteckimpulse 64 in den Zähler 68 aufgelaufen sind, wird durch einen Impuls vom Untersetzer 76, wie bereits beschrieben, die Torschaltung 65 geöffnet. Es wiederholt sich dann das gleiche Arbeitsspiel. Die inzwischen in den Speicher 72 gelangenden Zahlen von dem vorhergehenden Zahlenwert werden von einem Verstärker 73 verstärkt und in der Leuchtziffernanzeige 74 als Zahlenwert dargestellt. Damit kann man direkt ablesen, welche Obersattelgeschwindigkeiten während der durchfahrenen Zeiteinheit gemessen werden.
  • Auch dieser Aufbau ist Stand der Technik, jedoch nicht vorveröffentlicht.
  • Normalerweise wird die Regelung der angezeigten Preßgeschwindigkeit von Hand erfolgen. Der angezeigte Geschwindigkeitswert kann aber auch durch Vergleich mit einem Sollwert zum automatischen Regeln der Geschwindigkeit Verwendung finden, wobei der Regelwert in dem vor- und rückwärts zählenden Zähler 78 gebildet und dem Drosselventil 79, das vor der Pressensteuerung 37 in die Preßwasserzuleitung 80 eingebaut ist, zugeleitet wird.
  • Soll die Verformungsgeschwindigkeitsmessung und -anzeige nicht nach dem digitalen, sondern dem analogen Meßverfahren erfolgen, dann kann, wie F i g. 2 zeigt, der Geber 59 beispielsweise ein entsprechend ausgebildetes Potentiometer sein. Diese Potentiometerspannung wird nur dann auf den Differenzmesser 81 gegeben, wenn der Sperrschalter 56 durch die über die Leitung 55 kommenden Schaltkommandos den Weg zur Messung freigegeben hat. Die Werte des Differenzmessers 81 werden mit der Anzeigevorrichtung 82, beispielsweise einer Braunsehen Röhre, sichtbar gemacht. Sie können aber auch gleichzeitig durch entsprechende Vorwahl der Differenzspannung dazu benutzt werden, über den Verstärker 83 und das Drosselventil 79 in der Preßwasserzuleitung 80 die Geschwindigkeit des Preßhubs zu regeln.
  • Aus dem Schaltschema gemäß F i g. 1 und 2 ergibt sich, daß Schaltkommandos von automatischen Schmiedepressensteuerungen bei Beginn des Preßhubs und bei Beendigung des Preßhubs abgegriffen werden, um mit Hilfe einer Anzeigevorrichtung dem Steuermann der Presse die Möglichkeit zu geben, entweder den Verlauf der Verformungsgeschwindigkeit während des Preßhubs allein zu beobachten oder aber einen Mittelwert dieser Geschwindigkeitsanzeige zu erhalten, die es ihm ermöglicht, festzustellen, ob er durch das Drosselventil in der Preßwasserzuleitung die ihm vorgegebene optimale Verformungsgeschwindigkeit eingestellt hat. Es ist ihm dadurch möglich, von Hand für den nächsten Preßhub die Verformungsgeschwindigkeit so zu korrigieren, daß sie dem Optimalwert entspricht. Soll der Aufwand betrieben werden, diese Korrektur unabhängig von der Aufmerksamkeit des Pressensteuermannes durchzuführen, dann zeigt das Schaltschema, daß es Wege gibt, die Korrektur der Verformungsgeschwindigkeit auch automatisch durchzuführen. Die ,aufgezeigten Wege hierzu sind selbstverständlich nur beispielhaft.

Claims (5)

  1. Patentansprüche: 1. Anwendung der bekannten nach optimalen Verformungsgeschwindigkeiten gesteuerten Betriebsweise auf Freiformschmiedepressen, ausgestattet mit einer Sollwertvorgabe der Laufholmbewegung und nur während der Umformung erfolgender Istwerterfassung, Ist- und Sollwertanzeige und Differenzregelung der Steuerung.
  2. 2. Hydraulische Freiformschmiedepresse mit einer Ventil- oder Schiebersteuerung zur Durchführung der Betriebsweise nach Anspruch 1 mit einem mit dem Laufholm gekoppelten, digitalen Istwertgeber, einem einstellbaren, digitalen Sollwertgeber und einer Ist- und Sollwert-Vergleichseinrichtung zur Erfassung und Anzeige des Überlaufs sowie einer Korrektureinrichtung für die Umschaltpunkte der Steuerung, dadurch gekennzeichnet, daß eine an sich bekannte Zusatzeinrichtung (57, 58, 59, 61, 63, 65, 68, 72, 73, 76) mit einer Anzeigevorrichtung (74) für die Istgeschwindigkeitsbestimmung mit dem Laufholm (2) verbunden ist und eine Sollgeschwindigkeits-Vorgabeeinrichtung mit Differenzwerterfasser (78) zur Steuerung eines in der Betriebsmittelzuführleitung (80) vor dem Ventil- oder Schieberblock (37) vorgesehenen Drosselventils (79) angeordnet ist.
  3. 3. Steuervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzvorrichtung die Sollgeschwindigkeit während eines aus mehreren Hüben bestehenden Arbeitsablaufes, beispielsweise nach jedem Hub der Presse oder Durchgang des Schmiedestückes durch die Presse, entsprechend einem vorgegebenen Programm ändert.
  4. 4. Steuervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das vorgegebene Sollwert-Programm bei Preßhüben mit großer Eindringtiefe für unterschiedliche Hubabschnitte unterschiedliche optimale Schmiedesattelgeschwindigkeiten vorschreibt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 653 967; britische Patentschrift Nr. 857 485; Zeitschrift »Konstruktion«, H. 4, 1961, S. 130 bis 134; Zeitschrift »AEG-Mitteilungen«, H. 1 und 2, 1961, S. 18 bis 21, 34 bis 38 und 45 bis 48; Zeitschrift »Maschinenbautechnik«, H. 5, 1959, S. 237 bis 240; Zeitschrift »Werkstatt und Betrieb«, H. 6, 1958, S. 337 bis 341; Zeitschrift »Stahl und Eisen«,
  5. 5. April 1956, S. 393 bis 397.
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