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Steuerung von Freiformschmiedepressen Zur Automatisierung des Schmiedevorganges
beim Reckschmieden und beim Schlichtschmieden sind zahlreiche Steuerungsvorrichtungen
entwickelt worden, die teils rein mechanischer Natur, teils rein hydraulischer Natur
sind; andere Vorrichtungen sind elektrohydraulischer Art mit kontaktarmen oder kontaktlosen
Wegmeßmöglichkeiten nach dem analogen oder digitalen Meßverfahren. Diese ,automatischen
Steuerungsvorrichtungen bieten teilweise die Möglichkeit der Vorwahl der Umsteuerung
an bestimmten Punkten des Sattelweges. Die Umsteuerung kann einen Übergang vor.
hydraulischen Niederdruckmedium zum Hochdruckmedium bewirken oder in der automatischen
Umsteuerung auf Rückzug nach Erreichung eines vorgewählten Preßweges, d. h. einer
bestimmten Eindringtiefe in das Werkstück bestehen. Auch ist die selbsttätige Beendigung
des Rückzuges des oberen Schmiedesattels in einer vorgewählten Entfernung über dem
Schmiedestück und anschließendes Vorfahren in Richtung auf das Werkstück bekannt.
Diese Steuerungsvorrichtungen haben meist auch Anzeigevorrichtungen, welche mechanisch,
mit oder ohne Übersetzung, oder elektrisch mittels Fernübertragung Skalen oder Leuchtzifferanzeigern
auf de_m Steuerpult die gesteuerten Sattelwege und damit die erreichten Sehmiedestückstärken
angeben.
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Es sind auch Steuerungen bekannt, die es gestatten, die Geschwindigkeit
des gesamten Sattelweges durch Vergleich elektrischer Größen, über gesteuerte Drosselventile,
in gewissen Grenzen auf einen vorgewählten Wert einzuregeln.
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Was jedoch bisher noch nicht bei hydraulischen Freiformschmiedepressen
mit automatischer Steuerung vorgesehen und als vorteilhaft erkannt wurde, ist die
erfindungsgemäße Anwendung der bekannten, nach optimalen Umformgeschwindigkeiten
gesteuerten Betriebsweise, und zwar reit Hilfe einer Sollwertvorgabe der Laufholmbewegung
und nur während der Umformung erfolgender Istwerterfassung, sowie Ist- und Soli_wertanzeige
und Differenzregelung der Steuerung.
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Damit die Vorrichtung zum Messen und Anzeigen der Ist-Arbeitsgeschwindigkeit
nicht durch die großen Leerhubgeschwindigkeiten des Schmiedesattels durch zu großen
Anzeigebereich in ihrer Anzeigegenauigkeit beeinträchtigt wird, ist ihre Meß- und
Anzeigefunktion bezüglich der Istgeschwindigkeit in Abhängigkeit vorn Beginn des
Arbeitshubes bzw. vom Aufsetzen des oberen Schmiedesattels auf das Werkstück selbsttätig
einschaltbar und/oder bei Beginn des Aufwärtsganges gemäß der Erfindung selbsttätig
ausschaltbar. Die Mittel zum Messen, Anzeigen und Regeln der Istgeschwindigkeit
nach vorgegebenen Sollgeschwindigkeiten sind an sich bekannt. In Frage kommen sowohl
analoge als auch digitale Meßverfahren.
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Eine hydraulische Freiformschmiedepresse mit einer Ventil- oder Schiebersteuerung
zur Durchführung der erfindungsgemäßen Betriebsweise ist z. B. mit einem mit dem
Laufholm gekoppelten digitalen Istwertgeber, einem einstellbaren digitalen Sollwertgeber
und einer Ist- und Sollwert-Vergleichseinrichtung zur Erfassung und Anzeige des
Überlaufs sowie einer Korrektureinrichtung für die Umschaltpunkte der Steuerung
versehen und dadurch gekennzeichnet, daß eine an sich bekannte Zusatzeinrichtung
mit einer Anzeigevorrichtung für die Istgeschwindigkeitsbestimmung mit dem Laufholm
verbunden ist und eine SollgeschwindigkeitsvorgabeeInrichtung mit DifferenzwerterfasseY
_zur-Steuerung eines in der Betriebsmittelzuführleitung vor dem Ventil- oder Schieberblock
vorgesehenen Drosselventils angeordnet ist.
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An Hand der von der Anzeigevorrichtung abgelesenen jeweiligen Istgeschwindigkeit
und des Vergleiches mit der Sollgeschwindigkeit kann der Steuermann die Istgeschwindigkeit
des Schmiedesattels dann je nach Wunsch positiv oder negativ beschleunigen und so
die aus metallurgischen und anderen Gründen jeweils günstigste Eindringgeschwindigkeit
erzielen.
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Ergibt es sich als zweckmäßig, die Eindring geschwindigkeit in verschiedenen
Höhen des Werkstückes verschieden groß zu machen, um in jeder Höhe mit der günstigsten
Eindringgeschwindigkeit zu arbeiten, so wird erfindungsgemäß die Zusatzvorrichtung
so ausgebildet, daß sie die Sollgeschwindigkeit während eines aus mehreren Hüben
bestehenden Arbeitsablaufes, beispielsweise nach jedem Hub der
Presse
oder Durchgang des Schmiedestückes durch die Presse, gemäß einem vorgegebenen Sollwertpro-ramm
ändert. Bei Preßhüben mit großer Eindringtiefe kann das vorgegebene Sollwertprogramm
(bei einem entsprechenden Bedürfnis) für unterschiedliche Hubabschnitte unterschiedliche
optimale Schmiedesattelgeschwindigkeiten vorschreiben.
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Je nach Materialzusammensetzung des Schmiedestückes besteht eine obere
und eine untere Temperaturgrenze für die Möglichkeit der Warmverformung. Das Bestreben
geht deshalb dahin, die je Werkstück erforderliche Umformungsarbeit möglichst rasch
durchzuführen. Durch die Erfindung kann nun das Optimum der Verformungsgeschwindigkeit
verwirklicht werden, das je nach Material, Stückgröße usw. schwankt zwischen beispielsweise
320 mm/Sek. und 20 mm/Sek. Diese Werte sind an sich bekannt.
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Mit anderen Worten: Erfindungsgemäß hat der Schmied die Möglichkeit,
die optimalen Verformungsgeschwindigkeiten als Sollgeschwindigkeiten jeweils vorzugeben
und die Istgeschwindigkeiten registrieren und anzeigen zu lassen, wodurch er die
Möglichkeit hat, letztere während des Schmiedevorganges zu ändern und der vorgegebenen
Sollgeschwindigkeit anzupassen. Er hat ferner die Möglichkeit, bei gleichbleibendem
Schmiedeprogramm, bei gleichbleibenden Anfangstemperaturen und gleichbleibenden
Materialqualitäten der nacheinander zu bearbeitenden Werkstücke die Verformungsgeschwindigkeiten
während des Ablaufs jedes Schmiedeprozesses von Hand oder automatisch nach vorgegebenem
Programm zu ändern, um sich den technologischen Forderungen des Verformungsprozesses
mit Optimalgeschwindigkeiten anzupassen. Die für die Bearbeitung eines Stückes optimale
Eindringgeschwindigkeit des Schmiedesattels wird also generell entweder für einen
ganzen Verformungsvorgang oder stückweise für die einzelnen Abschnitte des Eindrin?
weges rechnerisch oder empirisch ermittelt und der Freiformschmiedepresse aufgegeben,
damit sie bei den späteren gleichartigen Werkstücken die optimale Eindringgeschwindigkeit
entweder durchgehend oder bei großen Eindringtiefen sogar für jeden Einzelabschnitt
des Verformungsweges einhält.
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Für das Umformen von Metallen auf Strangpressen sind Geschwindigkeits-,
Meß-, Anzeige- und Regelvorrichtungen bekannt, die den gesamten Preßstempelweg des
nur aus einem einzigen Preßstempelhub bestehenden Arbeitsprozesses erfassen. Sie
dienen dazu, die Einhaltung einer bekannten verformungsgünstigen Geschwindigkeit
des Preßstempels zu erzwingen.
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Bei diesen Vorrichtungen wird die Geschwindigkeit über den Gesamtstempelweg
gemessen und nicht nur über einen Teil wie beim Schmieden. Außerdem sind die Umformwege
und Zeiten um ein Vielfaches größer als die extrem kurzen Wege und Zeiten des Freiformschmiedeprozesses.
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Beim Freiformschmiedeprozeß setzt sich der technologische Vorgang
ferner aus sehr vielen aufeinanderfolgenden Arbeits- und Leerhüben zusammen.
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Bei einem Freiformschmiedeprozeß sind wegen der ständig abnehmenden
Materialtemperatur und Materialquerschnitte die optimale Umformgeschwindigkeit und
damit die Preßgeschwindigkeit bei den einzelnen Arbeitshüben jeweils verschieden
groß. Die Istgeschwindigkeiten sollen daher so lange geändert werden, bis die gesamte
Umformarbeit an dem Schmiedestück beendet ist.
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Der technologische Vorgang beim Freiformschmieden ist also grundsätzlich
verschieden vom technologischen Vorgang des Strangpressens, obwohl es sich in beiden
Fällen um einen Warmformgebungsvorgang handelt. Dies ergibt sich ,auch aus folgenden
Überlegungen, die insbesondere- zeigen sollen, wie der Schmied zu den optimalen
Sollgeschwindigkeiten gelangt.
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Die Aufbaugeschwindigkeit der Gesamtpreßkraft einer hydraulischen
Freiformschmiedepresse ist abhängig von der Größe des Zuflußquerschnittes für das
Druckmedium in der Zuleitung zum Preßzylinder.
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Der Gesamtverformungswiderstand eines Schmiedestückes ist .abhängig
a) von dem spezifischen Verformungswiderstand, der mit zunehmender Verformungsgeschwindigkeit
und sinkender Schmiedetemperatur ansteigt, b) von der durch Stauchung oder Breitung
anwachsenden Schmiedestückoberfläche.
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Beim Freiformschmieden unter hydraulischen Pressen stellt sich daher
eine Verformungsgeschwindigkeit während des Eindringens des Schmiedesattels in das
Werkstück ein, die aus dem Gleichgewicht resultiert, das sich zwischen dem entwickelten
Gesamtverformungswiderstand und der Aufbaugeschwindigkeit der Gesamtpreßkraft einstellt.
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Bei sehr hoher Verformungsgeschwindigkeit kann der Schmied nicht mehr
an dem Fließband des Werkstoffes zwischen den auseinanderbrechenden Zunderlächen
erkennen, ob der sich bei dieser Geschwindigkeit ergebende Verformungshub und Umformungsgrad
zum Aufplatzen der Oberflächen oder Kanten führt.
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Er muß daher die Aufbaugeschwindigkeit der Gesamtpreßkraft durch Drosselung
des Zuflußquerschnittes für das Druckmedium von Hand so weit verringern, bis ihm
eine Beurteilung der Wirkung am Fließbild des Schmiedemetalls möglich ist. Er kann
daher nicht mit optimaler Verformungsgeschwindib keit arbeiten. Der gesamte Schmiedeprozeß
wird dadurch unnötig verlängert, wodurch die verschiedenen allgemein bekannten wirtschaftlichen
Nachteile entstehen.
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Erhält der Schmied nun aber im Sinne der Erfindung eine genaue und
in der nur Bruchteile einer Sekunde dauernden Umformzeit auch ablesbare Anzeigevorrichtung
für die jeweilige Istgeschwindigkeit des Umformvorganges, dann kann er sich empirisch
schnell an die optimalen Istgeschwindigkeitswerte herantasten und damit die optimalen
Sollgeschwindigkeitswerte für die Verformung gleichartiger Schmiedestücke grundsätzlich
festlegen.
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Damit wird für Schmiedestückserien großer Stückzahl ein Schmiedeprozeß
mit optimaler Umformgeschwindigkeit programmierbar. Für noch nicht empirisch ermittelte
Schmiedeprozesse an Einzelstücken können entsprechende Sollgeschwindigkeitswerte
aufgestellt werden und mit Hilfe einer solchen Anzeigevorrichtung auch eingehalten
werden.
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Mit Hilfe der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Meß- und Anzeigevorrichtung
können in jedem Schmiedebetrieb für dessen Fertigungsprogramm Verformungssollgeschwindigkeiten
erarbeitet werden, die dann von der jeweiligen Arbeitsvorbereitung für
ähnliche
Werkstücke zur Rationalisierung der Schmiedevorgänge ausgenutzt werden.
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An Hand der Zeichnungen wird beispielsweise eine zur Ausführung der
Erfindung geeignete Steuervorrichtung beschrieben.
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Mit 1 sind in F i g. 1 Säulen einer Schmiedepresse bezeichnet, an
denen ein Laufholm 2 verschiebbar angeordnet ist. An dem Laufholm 2 ist ein Obersattel
3 befestigt, der einem mit Sohlplatten 4 verbundenen Untersattel 5 gegenübersteht.
Seitlich des Untersattels 5 sind Rückzugszylinder 6 angeordnet, deren Druckkolben
7 mit dem Laufholm 2 verbunden sind. Oberhalb des Laufholmes 2 ist ein Zylinderholm
8 angebracht, der einen Preßzylinder 9 trägt. Ein in dem Preßzylinder 9 geführter
Druckkolben 10 ist an dem Laufholm 2 befestigt. Zur Hubbegrenzung sind an den Säulen
1 Hubbegrenzungshülsen 12 vorgesehen. Über eine Traverse 13 ist an dem Laufhohn
2 eine Zahnstange 14 befestigt, die ein Ritze115 und damit über eine Welle 16 einen
Impulsgeber 17, vorzugsweise einen Hall-Generator, bewegt. Der Impulsgeber 17 ist
über eine Leitung 18 mit einer Impulsauswertschaltung 19 verbunden. Eine
Leitung 20 führt über einen von Hand betätigbaren Impulsgeber 23 (Vorwahl)
und eine Leitung 24 zu einem Differenzzähler 25, der die Felder 26a einer Zugnummernanzeigevorrichtung
26 betätigt. Der Impulsgeber 23 ist mit einem Schwenktaster 27 einerseits und mit
einer Sperrschaltung 22 über eine Zuleitung 28 andererseits verbunden. Die Sperrschaltung
22 hat eine Verbindung 21 zum Impulsauswerter 19 und eine Verbindung 30 zum Differenzzähler
31, der eine Nulltaste 32 hat, welche den Zähler nach Wunsch auf Null zurückstellt.
Von dem Differenzzähler 31 betätigte Zählgeräte 33 und 34 geben über eine Leitung
36 einer Ventilsteuerung 37 die Schaltkommandos für die in den Rohrleitungen 38,
39, 40 angeordneten, über Leitungen 43, 44, 45 mit der Ventilsteuerung 37 verbundenen
Ventile 46, 47, 48. Die Ventilsteuerung 37 ist über einen Endschalter 49 und einen
Wahlschalter 50 für Reckschmieden oder Schlichtschmieden um- oder abschaltbar. Dem
Differenzzähler 31 ist ein überlaufzähler 53 zugeordnet, der über eine Leitung 54
ein Feld 26 b des Zugnummernanzeigers 26 betätigt.
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Die beschriebene Hubmeßeinrichtung ist so einzustellen, daß die Oberkante
des Untersattels 5 den Nullpunkt für die Messung bildet. Da der Untersattel aber
verschiedene Höhen je nach Größe des Untersattels 5 haben kann, kann der Nullpunkt
der Hubmeßeinrichtung korrigiert werden. Dies ist bekannt.
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Mißt man z. B. beim Aufsetzen des Laufholms 2 auf die Hubbegrenzungsbüchsen
12 zwischen der Unterkante des Obersattels 3 und der Oberkante des Untersattels
5 noch einen Abstand von 283 mm, muß die Meßeinrichtung auf den Wert 283 eingestellt
werden, wenn 1 mm gleich einem Impuls entspricht.
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Ist das Schmiedemaß beispielsweise 1283 mm, so werden mittels des
Schwenktasters 27 weitere 1000 Impulse von dem Impulsgeber 23 auf die Differenzzähler
25 und 31 vorgegeben, so daß die Zugnummernanzeige 26 in den Feldern 26a die Zahl
1283 anzeigt. Nachdem auf dem Zählgerät 33 der obere Umschaltpunkt und auf dem Zählgerät
34 der Umschaltpunkt von Füllwasser auf Preßwasser vorgegeben ist, wird der untere
Umschaltpunkt mittels der Preßeinrichtung bei der Betriebsart Reckschmieden oder
Schlichtschmieden von dem Differenzzähler 31 gesteuert. Der Wahlschalter 50 ermöglicht
die Umschaltung auf eine der beiden Betriebsarten.
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Infolge der Massenkräfte, der Schaltzeit der Magnetventile, der unterschiedlichen
Temperatur des Schmiedestückes über seine Länge und der Auflagefläche schwingt der
Laufholm 2 unterschiedlich weit über den unteren Umschaltpunkt hinaus. Dieses sogenannte
überschwingen wird dem Steuermann angezeigt, indem bei Erreichen des unteren Umschaltpunktes
ein Zählwerk 53 eingeschaltet wird, das die positiven Impulse von dem Differenzzähler
31 her erhält und diese nach Beendigung des Preßhubes auf dem Feld 26b der Zugnummernanzeige
26 sichtbar macht. Dieser Betrag überschreitet 9 mm nicht, so daß ein Feld 26a für
die Anzeige ausreicht. Wird beispielsweise 5 auf dem Feld 26a ,angezeigt, so weiß
der Steuermann, daß der Laufholm 2 5 mm weit über den unteren Umschaltpunkt hinausschwingt.
Um das Überschwingen auszugleichen, wird mit dem Schwenktaster 27 eine Impulsreihe
von fünf Impulsen in dem Impulsgeber 23 erzeugt. Die Impulse haben ein negatives
Vorzeichen und verringern das Schmiedemaß um 5 mm (= 5 Impulse), so daß das neue
Schmiedemaß 1278 mm beträgt.
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Mit diesem Vorgang ist eine sogenannte Paketverschiebung vorgenommen
worden, d. h., der obere Umschaltpunkt, der Umschaltpunkt »Füllwasser/ Preßwasser«
und der untere Umschaltpunkt sind gleichzeitig um 5 mm verschoben worden. Infolge
der Sperrung der Impulse über die Leitung 28 von dem Impulsgeber 23 zu dem Differenzzähler
31 durch die Sperrschaltung 22, während von dem Impulsgeber 17, einem Hall-Generator,
Impulse auf den Differenzzähler31 gelangen, erfolgt die Paketverschiebung stufenweise
und stetig während des Pressens. Wird bei dem nächsten Hub wieder ein Überschwingen
gemessen, wird die Korrektur in der gleichen Weise vorgenommen.
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Dieser bisher beschriebene Teil der Steuervorrichtung ist Stand der
Technik, jedoch in der speziellen Auslegung nicht vorveröffentlicht.
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Die im folgenden beschriebene Vorrichtung, die zur Messung der jeweiligen
Geschwindigkeit des Obersattels 3 während des Schmiedehubes dient, zeigt eine Leitung
55, welche Kommandos der Zählgeräte 33 und 34 zu einem Sperrschalter 56 gibt, der
beim Beginn des Preßhubes die Impulse eines Gebers 59 (am Zylinderhohn 8), beispielsweise
eines Hall-Generators mit hoher Impulszahl je Sekunde, zu einem Verstärker 61 weiterleitet.
Die Zahl der Impulse entspricht der Zahl der Umdrehungen des Ritzels 58 bei Bewegung
der Zahnstange 57, die zusammen mit der Zahnstange 14 bewegt wird. Der Geber 59
erzeugt eine pulsierende Spannung 60, die in einem Verstärker 61 zu einer pulsierenden
Spannung 62 verstärkt wird und in einem Impulsformer, einem sogenannten Schmitt-Trigger
63, in Rechteckimpulse 64 umgewandelt wird. Die Rechteckimpulse werden über eine
Torschaltung 65 (Gate) einem Zähler 68
zugeführt. Die in einer Zeiteinheit,
beispielsweise einer Sekunde, im Zähler 68 gezählten Impulse werden einem Speicher
72 nach Ablauf der Zeiteinheit zugeführt und, über einen Verstärker 73 verstärkt,
auf eine Leuchtziffernanzeige 74 gegeben, wo die Impulszahl als Zahlenwert erscheint
und ein Maß für die Geschwindigkeit des Obersattels 3 während der Zeiteinheit der
Messung ist. Nachdem für die Dauer einer Zeiteinheit Impulse in den Zähler 68 eingegeben
worden
sind, erhält die Torschaltung 65 von einem Untersetzer 76, und zwar von der Untersetzerstufe
mit der Frequenz von 1 Hz einen Impuls, der die Torschaltung 65 öffnet und damit
das Auflaufen weiterer Impulse vom Impulsformer 63 (Schmitt-Trigger) zum Zähler
68 (für 10-4 Sek.) unterbricht. Der Frequenzuntersetzer 76 besteht aus einer Anzahl
von Stufen f-213 Hz bis f = 1 Hz (Frequenz), die nach der Schaltung eines bistabilen
Multivibrators (Flip-Flop-Schaltung) arbeiten und die von einem Quarzoszillator
77 erhaltene Frequenz jeweils auf die Hälfte der vorhergehenden Stufe reduzieren.
In dem Ausführungsbeispiel hat der Quarzoszillator 77 eine Frequenz von 8,192 kHz,
die er der ersten Untersetzerstufe f = 21s des Untersetzers 76 zuführt und die im
Frequenzuntersetzer 76 bis .auf eine Frequenz von 1 Hz heruntergesetzt wird. Gleichzeitig
mit dem Impuls aus der Untersetzerstufe mit der Frequenz von 1 Hz an die Torschaltung
65 erhält der Speicher 72 einen Impuls, der die vorhergehende Zahl vorn Speicher
72 löscht.
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In sehr kurzem Abstand erhält der Speicher 72 einen weiteren Impuls
von der Untersetzerstufe, der das Eingeben der Zahl aus dem Zähler 68 in den Speicher
72 bewirkt, d. h. das Füllen des Speichers einleitet.
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Unmittelbar danach wird durch einen weiteren Impuls die Zahl im Zähler
68 gelöscht, so daß dieser zur Zählung einer weiteren Impulsfolge bereitsteht. Wiederum
durch einen Impuls von der Untersetzerstufe 76 erhält die Torschaltung 65 einen
weiteren Impuls, der die Verbindung zwischen dem Schmitt-Trigger 63 und dem Zähler
68 schließt, so daß die erzeugten Impulse wieder in dem Zähler 68 ,auflaufen können.
Nachdem wiederum während der Dauer einer Zeiteinheit die Rechteckimpulse 64 in den
Zähler 68 aufgelaufen sind, wird durch einen Impuls vom Untersetzer 76, wie bereits
beschrieben, die Torschaltung 65 geöffnet. Es wiederholt sich dann das gleiche Arbeitsspiel.
Die inzwischen in den Speicher 72 gelangenden Zahlen von dem vorhergehenden Zahlenwert
werden von einem Verstärker 73 verstärkt und in der Leuchtziffernanzeige 74 als
Zahlenwert dargestellt. Damit kann man direkt ablesen, welche Obersattelgeschwindigkeiten
während der durchfahrenen Zeiteinheit gemessen werden.
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Auch dieser Aufbau ist Stand der Technik, jedoch nicht vorveröffentlicht.
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Normalerweise wird die Regelung der angezeigten Preßgeschwindigkeit
von Hand erfolgen. Der angezeigte Geschwindigkeitswert kann aber auch durch Vergleich
mit einem Sollwert zum automatischen Regeln der Geschwindigkeit Verwendung finden,
wobei der Regelwert in dem vor- und rückwärts zählenden Zähler 78 gebildet und dem
Drosselventil 79, das vor der Pressensteuerung 37 in die Preßwasserzuleitung 80
eingebaut ist, zugeleitet wird.
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Soll die Verformungsgeschwindigkeitsmessung und -anzeige nicht nach
dem digitalen, sondern dem analogen Meßverfahren erfolgen, dann kann, wie F i g.
2 zeigt, der Geber 59 beispielsweise ein entsprechend ausgebildetes Potentiometer
sein. Diese Potentiometerspannung wird nur dann auf den Differenzmesser 81 gegeben,
wenn der Sperrschalter 56 durch die über die Leitung 55 kommenden Schaltkommandos
den Weg zur Messung freigegeben hat. Die Werte des Differenzmessers 81 werden mit
der Anzeigevorrichtung 82, beispielsweise einer Braunsehen Röhre, sichtbar gemacht.
Sie können aber auch gleichzeitig durch entsprechende Vorwahl der Differenzspannung
dazu benutzt werden, über den Verstärker 83 und das Drosselventil 79 in der Preßwasserzuleitung
80 die Geschwindigkeit des Preßhubs zu regeln.
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Aus dem Schaltschema gemäß F i g. 1 und 2 ergibt sich, daß Schaltkommandos
von automatischen Schmiedepressensteuerungen bei Beginn des Preßhubs und bei Beendigung
des Preßhubs abgegriffen werden, um mit Hilfe einer Anzeigevorrichtung dem Steuermann
der Presse die Möglichkeit zu geben, entweder den Verlauf der Verformungsgeschwindigkeit
während des Preßhubs allein zu beobachten oder aber einen Mittelwert dieser Geschwindigkeitsanzeige
zu erhalten, die es ihm ermöglicht, festzustellen, ob er durch das Drosselventil
in der Preßwasserzuleitung die ihm vorgegebene optimale Verformungsgeschwindigkeit
eingestellt hat. Es ist ihm dadurch möglich, von Hand für den nächsten Preßhub die
Verformungsgeschwindigkeit so zu korrigieren, daß sie dem Optimalwert entspricht.
Soll der Aufwand betrieben werden, diese Korrektur unabhängig von der Aufmerksamkeit
des Pressensteuermannes durchzuführen, dann zeigt das Schaltschema, daß es Wege
gibt, die Korrektur der Verformungsgeschwindigkeit auch automatisch durchzuführen.
Die ,aufgezeigten Wege hierzu sind selbstverständlich nur beispielhaft.