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Mischvorrichtung Die Erfindung betrifft eine Mischvorrichtung für
infolge eines beigegebenen Bindemittels erhärtende Massen für Kunststeine, insbesondere
von feuchter Kalk-Sand-Masse für die Kalksandsteinfabrikation mit einem zylindrischen,
nahezu lotrecht stehenden Mischbehälter, an dessen einem Zylinderabschluß das Mischgut
zugeführt, an dem anderen hingegen abgeführt wird, wobei das Mischgut im Mischbehälter
in einem Zickzackweg über treppenstufenartige,geneigte Prallflächen geführt ist.
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Mit derartigen Mischvorrichtungen muß feuchter Sand gleichmäßig mit
gebranntem Kalk gemischt werden, damit bei der Kalksandsteinfahrikation alle Formlinge
eine gleichmäßige Qualität und Festigkeit erhalten. Das Mischen von Kalk-Sand-Masse,
insbesondere dann, wenn ein gewisser Feuchtigkeitsgehalt vorhanden ist, ist sehr
schwierig, weil das Gut einerseits klebrig und andererseits durch seinen Feuchtigkeitsgehalt
zur Verhärtung neigt.
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Zur Herstellung einer gleichmäßigen Mischung von feuchter Kalk-Sand-Masse
sind feste Mischtröge bekannt, in denen ein längs durch den Trog verlaufendes Rührwerk
angeordnet ist. Diese bekannten Mischtröge haben den Nachteil, daß sich die zu mischende
Masse an der Troginnenwand festsetzt und dort verhärtet, so daß der Spalt zwischen
Troginnenwand und Außenkante der Rührarme immer kleiner wird. Nach einer gewissen
Zeit stoßen die Rührwerksarme an der verhärteten Stelle an, schleifen sich ab und
werden immer kürzer. Gleichzeitig wächst die auf der Troginnenwand sitzende erhärtete
Schicht des zu mischenden Gutes immer mehr an, so daß die kührwerksarme ständig
an dem erhärteten Gut schleifen und damit den Kraftbedarf erhöhen.
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Demzufolge muß der Verschleiß der Rührflügel von Zeit zu Zeit durch
Auftragsschweißungen ausgeglichen werden, die hohe Kosten verursachen, insbesondere
dadurch, daß nahezu alle acht Tage die Flügel mit einer neuen Auftragsschweißung
versehen werden müssen. Hinzu kommen noch Montage- und Umbaukosten.
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Zum Mischen von Mörtel und Kunststeinmassen ist aber auch ein schrägstehender
Trommelmischer mit im Innern der Trommel angeordneten Fang- und Leitflächen bekannt.
Bei diesem Mischer wird das zu mischende Gut von den einzelnen Pralltellern angehoben
und rutscht über die Teller nach unten in den Bereich des Überlaufes zum nächsten
Prallteller. Beim Mischen von Kalksandsteinmasse entsteht an der Oberfläche dieser
Prallteller eine große Reibung, die zu einem großen Verschleiß der Prallteller führt.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei der Herstellung
einer gleiclunäßigen Mischung von Sand und Kalk mit geringem Feuchtigkeitsgehalt
den Verschleiß an den Einrichtungen der Mischvorrichtung sowie den Kraftbedarf herabzusetzen
und Verstopfungen innerhalb des Mischers zu vermeiden.
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Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Prallflächen
aus elastischem Material bestehen und an einer im Mischbehälter mittig angeordneten
Achse in Abständen schräg zu dieser befestigt und mit ihr in axialer Richtung in
Vibration zu bringen sind.
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Wegen der elastischen Ausbildung und der in Vibration gesetzten Prallfiächen
rutscht das Gut nicht über diese PralIflächen, sondern wird sprungartig von einem
Teller zum anderen geführt, so daß sich kein Gut an den Prallflächen festsetzen
und deren Gewichte erhöhen kann. Dies bedeutet weiterhin, daß auch der Kraftbedarf
nicht erhöht wird.
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Da es bekannt ist, die gesamte Mischvorrichtung für das Mischen von
Massengütern bzw. die am Mischprozeß beteiligten Einrichtungen einer Beton-Mischmaschine
in Schwingungen zu versetzen, wird für die Vibration der Prallflächen kein selbständiger
Schutz beansprucht.
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Damit das zu mischende Gut auch wirklich einen zickzackförmigen Weg
innerhalb des Mischbehälters nimmt, wird weiterhin vorgeschlagen, die Prallflächen
abwechselnd mit entgegengesetzter Neigung an der Achse des Mischbehälters zu befestigen,
die Ränder der Prallflächen bis nahe an die Mischbehälterwand heranreichen zu lassen
und an ihrer tiefsten Stelle einen Durchtritt für das Gut freizulassen.
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Als Material für den vertikalen Mischbehälter wird in erster Linie
Gummi vorgeschlagen. Auch eignet sich jeder andere flexible Werkstoff, z. B.
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Kunststoff. Wegen des elastischen Mischbehältermantels
kann
sich das zum Erhärten neigende Gut nicht an der Mischbehälterwandung festsetzen
und dort erhärten, wodurch der Verschleiß der Mischvorrichtung wesentlich herabgesetzt
wird. Die Grundrißform des Mischbehälters ist vorzugsweise kreisförmig. Denkbar
sind auch ovale oder eckige Grundrißformen.
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Durch eine Neigung der Prallflächen, die gegenüber der Waagerechten
kleiner ist als der Böschungswinkel des zu mischenden Gutes, vorzugsweise jedoch
15 bis 200 beträgt, und einer Anordnung von mehreren vibrationsfähigen Aufgabevorrichtungen
an der Oberseite des Behälters, werden die Kalk-Sand-Teilchen beim Überlauf von
einer Prallfläche zur nächsten gewissermaßen in der Luft schwebend miteinander in
Verbindung gebracht. Dadurch wird jedes einzelne Sandkorn von Kalk ummantelt und
die gute Durchmischung der Kalk-Sand-Masse erreicht, welche für die Festigkeit der
zu formenden Kalksandsteine wesentlich ist.
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Damit der aus Gummi bestehende Mischbehälter nicht durch die Bewegungsarbeit
der Mischvorrichtung zu sehr verformt wird, ist der gesamte aus Gummi bestehende
Mischbehälter in einer Stahlkonstruktion gelagert. Zur Verbesserung der Mischarbeit
innerhalb des Mischbehälters kann auch die Stahlkonstruktion unabhängig von der
Achse mit den schräggestellten Prallflächen auf Schwingmetall gelagert oder federnd
abgestützt sein. Die Mischvorrichtung nach der Erfindung hat gegenüber den bekannten
Mischtrögen den großen Vorteil, daß ein wesentlich niedrigerer Kraftbedarf benötigt
wird.
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Versuche haben gezeigt, daß dieser Mischer bei gleicher Durchsatzmenge
etwa ein Zehntel des Leistungsaufwandes gegenüber den bekannten festen Mischtrögen
bedarf. Außerdem wird der Mischbehälter, in welchem die Wasserzugabe erfolgt, nur
etwa ein Viertel der bisherigen Länge aufweisen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt,
und zwar zeigt A b b. 1 einen Längsschnitt durch die Mischvorrichtung und A b b.
2 einen Querschnitt gemäß Linie A-B in Abb. 1.
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Die Mischvorrichtung ist in einem aus Gummi bestehenden lotrecht
stehenden, zylindrischen Mischbehälterl untergebracht, durch den eine lotrechte
Achse 2 verläuft, auf der in Abständen abwechselnd entgegengesetzt geneigte Prallflächen
3, die aus Gummi oder ähnlichem elastischem Werkstoff bestehen, befestigt sind.
Mit dem oberen Ende der Achse 2 ist eine Rüttelvorrichtung 4 verbunden, durch welche
die Achse 2 in lotrechte Vibration versetzbar ist. Außerdem ist die Achse 2 mit
dem Rüttler 4 frei drehbar in dem Deckel 5 und der Bodenplatte 6 des Traggestells
7 gelagert. Die Prallfiächen 3 reichen bis nahe an die Behälterwand des Mischbehälters
1 heran, lassen jedoch an der tiefsten Stelle 3 a einen Durchtritt 3 b für das Gut
frei. Zur Versteifung der Stellen 3 a können diese mit einer nicht dargestellten
Versteifung versehen sein.
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Damit der aus Gummi bestehende Mischbehälter t nicht allzu sehr verformt
wird, ist er in einer Stahlkonstruktion befestigt, die im wesentlichen aus einer
oberen 8 und unteren Traverse 9 besteht, die durch mehrere Anker 10 zusammengehalten
wird. Die Innenseiten der Traversen 8 und 9 sind mit Rillen 11 und 12 versehen,
in denen der Mischbehälter 1 ge
halten ist. Außerdem sind die Traversen 8 und 9 mit
einer Einlauföffnung 13 für den Guteinfall und einer Auslauföffnung 14 für den Ausfall
des gemischten Gutes versehen. Geführt werden diese Traversen durch mehrere Stützen
7 a des Traggestells 7, auf denen sie mittels der Bohrungen 15 angeordnet sind.
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An den Stützen 7a sind Konsolen 16 angebracht, auf die sich die Traversen
8 und 9 mittels Federn 17 elastisch abstützen.
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Zum Einstellen der Vibrationsausschläge der Prallflächen 3 sind auf
der Achse 2 Federn 18 und 19 vorgesehen, die durch einstellbare Halterungen 20 und
21, die verstellbar mit der Achse 2 verbunden sind, gehalten sind. Oberhalb der
Einlauföffnung 13 ist die Achse 2 mit einem weiteren Tragstück 22 versehen, an welchem
die Aufgabevorrichtung beweglich gelagert ist. Die Aufgabevorrichtung besteht im
wesentlichen aus einer Rinne 23 für die Aufgabe des Kalks und einer Rinne 24 für
die Aufgabe des Sandes.
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Oberhalb der Rinnen 23 und 24 sind die Aufgabetrichter 25 und 26
mit den Dosiereinrichtungen 27 und 28 vorgesehen. An Stelle der beweglichen Anordnung
der Rinnen 23, 24 mit der Achse 2 können die Rinnen auch mit dem Traggestell 7 verbunden
sein. Für diesen Fall ist es jedoch zweckmäßiger, die Rinnen mit einer gesonderten
Rüttelvorrichtung 29 zu versehen.
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Für den Auslauf des gemischten Gutes ist unterhalb der Auslauföffnung
14 ein Auslauftrichter 30 angeordnet, der zweckmäßig mit der Traverse 9 verbunden
ist.
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Die Wirkungsweise der neuen Mischvorrichtung ist im wesentlichen
folgende: Kalk und feuchter Sand werden in dosierter Menge durch die Rinnen 23 und
24 aufgegeben und durch die Einlauföffnung 13 der obersten Prallfläche 3 zugeführt.
Durch die Vibrationsausschläge der Achse 2 springt das Gut über die oberste Prallfläche
3 und zufolge seiner Neigung über die tiefste Stelle 3 a auf die nächste Prallfläche
3. Beim Wechsel der Kalk-Sand-Teilchen von einer Prallfläche 3 zur nächsten befinden
sie sich eine kurze Zeit schwebend in der Luft. Durch die dadurch bewirkte Auflockerung
und die vielmalige Umschichtung der Masse wird jedes einzelne Sandkorn von Kalk
ummantelt und die gute Durchmischung der Kalk-Sand-Masse erreicht.
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Durch den Auslauftrichter 30 wird das gemischte Gut einem nicht dargestellten
Mischtrog zugeführt, in welchem die Wasserzugabe erfolgt. Wegen der guten Vermischung
des Kalk-Sand-Gemisches innerhalb des zuvor beschriebenen Mischers ist die Vermischung
mit dem Wasser im Mischtrog wesentlich einfacher, so daß dieser Mischtrog gegenüber
den bisher bekannten Mischtrögen etwa nur ein Viertel der Gesamtlänge benötigt.