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Vorrichtung zur Herstellung von vollsynthetischem gekräuseltem Garn
mit verminderter Dehnbarkeit Es ist bekannt, aus vollsynthetischem Material bestehende,
gekräuselte Garne mit verminderter Dehnbarkeit herzustellen, indem man die Ausgangsgarne
mittels einer Falschzwirnvorrichtung vorübergehend hochgedreht, im hochgedrehten
Zustand einer Hitzebehandlung unterwirft und darauf -im zurückgedrehten ausgestreckten
Zustand einer zweiten Hitzebehandlung aussetzt. Es ist auch bekannt, die kontinuierliche
Durchführung dieses Verfahrens mittels einer Falschzwirnvorrichtung durchzuführen,
bei welcher, in der Garndurchlaufsrichtung gesehen, vor dem Drallgeber eine erste
Erhitzungsvorrichtung zur Fixierung des Garns im hochgedrehten Zustand und nach
dem Drallgeber eine zweite Erhitzungsvorrichtung zur Fixierung des Garns im zurückgedrehten
Zustande angeordnet sind. Die Erhitzungsvorrichtungen dieser bekannten Vorrichtung
können z. B. aus gewölbten Heizflächen bestehen, mit denen das Garn in Berührung
steht. Es sind ferner Verfahren und Vorrichtungen bekannt, gemäß welchen beide Fixierungen
des Garns mittels ein und derselben Erhitzungsvorrichtung durchführbar sind.
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von vollsynthetischem,
gekräuseltem Garn verminderter Dehnbarkeit mit Einrichtungen zum vorübergehenden
Hochdrehen mittels einer Falschzwirnvorrichtung, zur Hitzebehandlung im hochgedrehten
Zustand und einer zweiten Hitzebehandlung des zurückgedrehten im gleichmäßig ausgespannten
Zustand befindlichen Garns, wobei die beiden Hitzefixierungen durch dieselbe Erhitzungsvorrichtung
erfolgen und das Garn vor und nach jeder Hitzebehandlung in Klemmpunkte bildenden
Förderorganen geführt ist. Die Erfindung ist darin zu sehen, daß eine einzige an
sich bekannte, erhitzte, gewölbte Kontaktfläche vorgesehen ist, über die das Garn
zweimal nacheinander geführt wird, und daß ein den Auflaufpunkt des Garns auf die
Kontaktfläche regelnder verstellbarer Fadenführer für den zweiten Durchlauf des
Garns angeordnet ist.
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Da bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung für beide Fixierungen das
gleiche Fixierelement verwendet wird, erfolgt im Falle von Temperaturschwankungen
immer bei beiden Fixierungen entweder ein Anstieg oder ein Abfallen der Fixiertemperatur,
d. h., Temperaturschwankungen wirken sich nicht so ungünstig aus wie beim Vorhandensein
von verschiedenen Fixierelementen.
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Durch den den Anlaufpunkt des Garns auf die erhitzte Kontaktfläche
regelnden Fadenführer kann ferner in einfacher und sicherer Weise stets ein bestimmtes
gewünschtes Verhältnis zwischen den Intensitäten der ersten und der zweiten Hitzefixierung
erreicht werden, was bei der Herstellung von Kräuselgarnen mit verminderter Dehnbarkeit
von Bedeutung ist, um die gewünschte Garnqualität zu erreichen. Hierdurch wird ein
technischer Fortschritt gegenüber den bekannten Vorrichtungen erzielt.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich in erster Linie für die
Behandlung von Garnen aus Polyamiden, wie z. B. Polyhexamethylenadipamid oder Polymerisat
von E-Caprolactam, sowie Garnen aus Polyestern, z. B. Polyäthylglycolterephthalat.
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Nachstehend ist an Hand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der
erfindungsgemäßen. Vorrichtung erläutert.
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F i g. 1 zeigt eine Ansicht derselben von vorn; F i g. 2 zeigt eine
Seitenansicht.
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Das vom nicht dargestellten Zwirncops kommende Garn G läuft zur größeren
Walze W1 der StufenwalzeD1 wird mittels der Umlenkwalze E einige Male um diese geschlungen,
um so den festen ersten Klemmpunkt zu bilden. Zwischen diesem und einen den zweiten
Klemmpunkt bildenden, als Walze D2 ausgebildeten Garnförderorgan ist eine gewölbte,
heizbare Kontaktfläche H, angeordnet, über die das vom ersten Klemmpunkt kommende
Garn G geführt wird. Die Kontaktfläche Hl ist durch eine leicht gewölbte Platte
H gebildet, welche etwa 60 cm lang ist und aus Metall, zweckmäßig aus Anticorodal
besteht, wobei die Kontaktfläche verchromt ist. Die Erhitzung der Platte H erfolgt
durch nicht dargestellte elektrische Widerstandskörper.
Zwischen
der Kontaktfläche Hl und der Walze DZ ist eine Falschzwirneinrichtung M angeordnet,
die sich in. einen Abstand von 200 bis 300 mm von der Platte H befindet, so daß
das Garn nach Verlassen der Fläche Hl eine entsprechend lange Luftzone C bis zum
Drallgeber M durchläuft.
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Von der Walze D2, um welche das Garn wieder einige Male geschlungen
ist, läuft es über einen Fadenführer F an einer vorbestimmten Stelle auf die Kontaktfläche
H, auf und liegt an dieser auf der Strecke X satt auf. Der Fadenführer F kann gegebenenfalls
unmittelbar auf der Kontaktfläche Hl selbst angeordnet sein. Er ist zur Anpassung
der Behandlungsdauer des zweiten Fixiervorganges an die jeweiligen Verhältnisse
derart verstellbar, daß die StreckeX, längs welcher das Garn G mit der Kontaktfläche
Hl in Berührung steht, verändert wird. Anschließend läuft das Garn G dann auf die
kleinere Walze W2 der Stufenwalze Dl, welche den dritten Klemmpunkt bildet, und
ist einige Male um diese geschlungen. Das Garn G gelangt sodann zu einer nicht dargestellten
Aufwickeleinrichtung.
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Die Umfangsgeschwindigkeit der Walze D2 kann im Verhältnis zur Umfangsgeschwindigkeit
der Walze W, durch ein Wechselgetriebe verändert werden.
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Bei der Stufenwalze Dl beträgt der Durchmesser der Walze W, 100 mm
und derjenige der Walze W2 91 mm. Der Durchmesser der Walze D2 beträgt 97 mm. Durch
diese Dimensionierung kann erreicht werden, daß die Garnspannung zwischen den Walzen
D2 und - W2 etwa 0,005 bis 0,05 g/den beträgt. Die Stufenwalze Dl ist so ausgebildet,
daß die kleinere Walze W2 mit wenigen Handgriffen gegen eine größere ausgetauscht
werden kann. Um z. B. eine Fadenspannung zwischen den Walzen D2 und W2 von 0,05
bis 0,5 g/den zu erreichen, kann eine Walze W2 mit einen Durchmesser von 100 mm
verwendet werden.
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Beispiel 1 Ein aus 34 endlosen Fäden aus Polyhexamethylenadipamid
bestehendes Garn G mit einem Titer von 100 den wird mit Hilfe der in den F i g.
1 und 2 dargestellten Vorrichtung behandelt.
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Die Walze W, der Stufenwalze Dl wird mit einer Umfangsgeschwindigkeit
von 77 m/Min. angetrieben, und das Garn G gelangt so zu einer Platte H, die in der
Garnrichtung eine Länge von etwa 600 mm und eine Oberflächentemperatur von etwa
230°C aufweist. Bevor das Garn G den Drallgeber M erreicht, durchläuft es die 200
bis 300 mm lange Luftzone C. Der DrallgeberhateineGeschwindigkeitvon200 OOOU/Min.
Anschließend wird das Garn einige Male um die Walze D2 geführt, die mit einer Umfangsgeschwindigkeit
von 75 m/Min. rotiert. Von der Walze D2 wird das Garn G durch den Garnführer F wieder
zur Platte H geführt. Der Garnführer ist so eingestellt, daß das Garn G die Platte
H nur über eine Strecke X
von etwa 400 mm berührt.
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Die Walze W2 der Stufenwalze D,, die nun das Garn G aufnimmt, hat
eine Umfangsgeschwindigkeit von 70 m/Min., so daß die Garnspannung zwischen den
Walzen DZ und W2 etwa 1 bis 2 g beträgt. Das nach diesem Beispiel hergestellte Garn
weist eine Kräuselungskontraktion von etwa 250/, auf. Beispiel 2 Ein aus
36 endlosen Fasern aus Polyäthylglycolterephthalat bestehendes Garn mit einem Titer
von 75 den wird mit Hilfe der in den F i g. 1 und 2 dargestellten Vorrichtung und
wie im Beispiel l beschrieben, jedoch mit folgenden Änderungen behandelt.
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Die Walze W, der Stufenwalze Dl wird mit einer Umfangsgeschwindigkeit
von 65 m/Min. angetrieben, und die Platte H wird auf eine Oberflächentemperatur
von etwa 220°C erhitzt. Die Umfangsgeschwindigkeit der Walze D2 beträgt 63 m/Min.
Der Fadenführer F ist so eingestellt, daß die Strecke X etwa 300 mm beträgt. Die
Walze W2 der Stufenwalze Dl hat eine Umfangsgeschwindigkeit von 59 in/Min., so daß
die Garnspannung zwischen den Walzen D2 und W2 etwa 1 bis 2 g beträgt. Das nach
diesem Beispiel hergestellte Garn weist eine Kräuselungskontraktion von etwa 30
°/o auf. Beispiel 3 Ein aus 20 endlosen Fasern aus Polymerisat von E-Caprolactam
bestehendes Garn mit einem Titer von 60 den wird mit Hilfe der in den F i g. 1 und
2 dargestellten Vorrichtung wie im Beispiel 1 beschrieben, jedoch mit folgenden
Änderungen behandelt: Die Walze W, der Stufenwalze Dl wird mit einer Umfangsgeschwindigkeit
von 65 m/Min. angetrieben, und die Platte H wird auf eine Oberflächentemperatur
von etwa 180°C erhitzt. Die Umfangsgeschwindigkeit der Walze D2 beträgt 63 m/Min.
Die Walze W2 der Stufenwalze Dl hat den gleichen Durchmesser wie die Walze W,, so
daß die Umfangsgeschwindigkeit 65 m/Min. ist und somit die Fadenspannung zwischen
den Walzen D2 und W2 etwa 15 g beträgt. Das nach diesem Beispiel hergestellte Garn
hat eine Kräuselungskontraktion von etwa 25 °/o.