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Verfahren zur Herstellung von zur Anfertigung von Kopien ohne Kohlepapier
dienenden farbabgebenden Blättern Es sind Verfahren zur Herstellung von zur Anferägung
von Kopien ohne Kohlepapier dienenden farbabgebenden Blättern bekannt. Insbesondere
hat man derartige Blätter in solcher Form hergestellt, daß sie auf unpräparierten
Unterlagen auch bei Druckeinwirkung nicht abfärben, sondern Schrift u. dgl. nur
auf solche Unterlagen zu übertragen gestatten, die mit geeigneten Haftschichten
versehen sind.
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Gemäß vorliegender Erfindung sollen solche farbabgebenden, die Anfertigung
von Kopien ohne Kohlepapier ermöglichenden Blätter in solcher Form ausgebildet werden,
daß bei Beschriftung oder Bezeichnung eines solchen Blatts infolge des auf das Blatt
ausgeübten Drucks Schrift oder Zeichnung auf beliebige, nicht besonders präparierte
Unterlagen, z. B. auf beliebiges Papier, eine Kunststoffolie od. dgl., übertragen
wird.
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Dies wird erfindungsgemäß durch die Kombination einer an sich nicht
übertragungsfähigen, wachs- und öJfreien Farbschicht mit einer nicht brüchigen Oberschicht
erreicht, die aus Polyäthylenen von einem Molekujargewicht von etwa 1500
bis 2000 bei einem Schmelzpunkt von etwa 90 bis 1101C besteht oder
solche überwiegend enthält, wobei die Polyäthylenschicht in Form einer die darunterliegende
Farbschicht nicht angreifenden Dispersion aufgetragen wird. Unter dem z. B. mittels
der Typen einer Schreibmaschine ausgeübten Druck wird die über der Farbschicht eines
erfindungsgemäß präparierten Farbblatts angeordnete, aus Polyäthylenen des erwähnten
Molekulargewichts bestehende oder solche Polyäthylene überwiegend enthaltende Schicht
auf eine beliebige Papierunterlage od. dgl. gut haftend übwuagen, auch wenn diese
Unterlage nicht präpariert ist. Solche Unterlagen üben also ini Zusammen-
wirken
mit farbabgebenden Blättern der erfindungsgemäß ausgebildeten Art, bei denen die
Farbschicht mit einer Polyäthylene des angegebenen Molekulargewichtsbereichs sowieder
erwähntenSchmelzpunkteigenschaften enthaltenden Oberschicht bedeckt ist, die Rolle
des Empfangsblatts aus, indem sie an den Stellen des ausgeübten Schreibdrucks die
Teilchen der auf sie übertragenen haftenden Oberschicht annehmen, die wiederum die
hinter dieser Oberschicht liegenden Farbstoffteilchen festhalten.
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Der erfindungsgemäße überzug eines seine Farbe ohne Verwendung von
Kohlepapier unter Schreibdruck übertragenden Blatts besteht also aus sich im wesentlichen
nicht vermischenden Schichten, nänilich einer an sich nicht übertragungsfähigen
wachs-und ölfreien Farbschicht, die z. B. Pigmente und Bindemittel sowie gegebenenfalls
auch klebfähige Plaste neben anderen Bestandteilen enthalten kann, und einer diese
Farbschicht bedeckenden Oberschicht, die mindestens im überwiegenden Maße Polyäthylene
der oben erläuterten Art enthält, wobei die Polyäthylenschicht in Form einer die
darunterliegende Farbschicht nicht angreifenden Dispersion aufgetragen ist. Beim
Schreibvorgang überträgt sich die Oberschicht auf das Aufnahmeblatt und wirkt dort
als Haftschicht für die Farbe.
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Zur Erzielung des gevaimischten Effekts ist die erwähnte, Plaste enthaltende
Oberschicht zweckmäßig mit organischen Lösungsmitteln auf die Farbschicht des Schrift
übertragenden Blatts aufzutragen, und zwar sind vorzugsweise solche Lösungsmittel
zu verwenden, welche die unter der Oberschicht angeordnete farbabtragende Schicht
nicht oder kaum anlösen, weil sonst die farbaufnehmende Schicht und die farbabgebende
Schicht miteinander verschmolzen würden, was für die Oberschicht den Verlust oder
eine wesentliche Verringerung der Fähigkeit, als farbaufnehmende Haftschicht zu
wirken, mit sich brächte. Des weiteren empfiehlt es sich, die Hauptbestandteile
der farbaufnehmenden Schicht, vorzugsweise Plaste und Lösungsmittel, so aufeinander
abzustimmen, daß bei dem immer erforderlichen Trocknungsprozeß die Plaste der Oberschicht
das Lösungsmittel nicht nennenswert festhalten. Es sind also Lösungsmittel zu verwenden,
die von den Plasten beim Trocknungsvorgang wieder abgegeben werden.
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Die Trocknung muß -unter allen Umständen schonend ausgeführt werden,
so daß beim Trocknen der
noch Lösungsmittel enthaltenden Oberschicht
die darunterliegende farbabgebende Schicht nicht beeinflußt wird. Zweckmäßig verwendet
man zur Trocknung einen schwach erwärmten Luftstrom von z. B. 30 bis
35' C.
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Beispiele 1. A. Ansatz für die farbabgebende Schicht
15,0 Teile Pigmenttiefschwarz 0,8 Teile Kieselsäure 8,0 Teile
Polyvinylacetat 76,2 Teile Methylalkohol 10-0,OTeile B. Ansatz für die farbaufnehmende
Schicht 7 Teile Polyäthylen 93 Teile Lösungsmittel 100 Teile
I[I. A. Ansatz für die farbabgebende Schicht 25,5 Teile Eisen(II)-(III)-oxyd
(Eisenoxydschwarz von einerTeilchengröße unter 0,5)
3,5 Teile Polyvinylacetat
71,0 Teile Äthylalkohol 100,0 Teile B. Ansatz für die farbaufnehmende
Oberschicht 5 Teile Polyäthylen 95 Teile Leichtbenzin 100 Teile
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Die auf die Farbschicht des Schrift abgebenden Blatts aufgetragene Oberschicht
darf nicht zu dick sein,- weil sonst die übertragene Schrift unklar wird. Sie soll
aber auch'nicht zu dünn gehalten werden, damit eine -einwandfreie Haftung bei- der
Übertra# gung-auf ein gewöhnliches Papier--gewährleistet ist. In der Praxis haben
sich Stärken der Oberschicht zwischen etwa 1 und 2 g/m2 -bewährt.
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Zu den vorstehenden Beispielen ist zu bemerken, daß für die Bildung.
der erwähnten Oberschicht im besonderen Polyäthylene mit einem Molekulargewicht
von 1500 bis 2000 und mit# einem Schmelzpunkt zwischen etwa 90 und
110Q C oder auch Mischungen solcher härterer und weicherer -Polyäthylene sich als
geeignet erwiesen haben. Auch Polypropylene eignen sich als Komponenten der 0berschicht,
eventuell auch in Mischung - mit Polyäthylenen. Dabei erhält man -die besten
Resultate -mit Lösungsmitteln wie Tetrachlorkohlenstoff oder# Leichtbenzin, die
den betreffenden -Plast, z. B. Polyäthylen, in der Kälte nur geringfügig anlösen,
so daß das mit dem Lösungsmittel behandelte Polyäthylen flockig oder feindispers
ausfällt. Es empfiehlt --sich allgemein, den oder die in der erwähnten Oberschicht
enthaltenen Plaste in grobdisperser bis kolloiddisperser Form aufzubringen.#
. Man versieht z. B. Rohpapier von 40 g/m2 auf der farbabgebenden- Seite
in bekannter Weise mit der Farbschicht. Auf diese wird-nach deren vollständigef
Trocknung mittels Drucken, Streichen, - Aufsprühen oder mittels eines sonstigen
geeigneten Verfahrens die farbaufnehmende Oberschicht aufgetragen. Zur Herstellung
der letzteren wird der betreffende Plast oder eine Mischung solcher Plaste im heißen
Lösungsmittel gelöst, dann wird die Lösung gekühlt und die so gebildete trübe Lösung
oder Dispersion, wie oben erwähnt, aufgebracht und schonend im Luftstrom von z.
B. 30 bis 35' C getrocknet, bis die Oberschicht lösungsmittelfrei
ist.
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Bei satzweiser Zusammenlegung solcher Papiere läßt sich eine genügend
große Zahl klarer Durchschriften, z. B. auf Büromaschinen, erzielen.
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Vorzüge des Verfahrens gemäß derErfindung sind neben den schon früher
hervorgehobenen Eigenschaften unter anderem folgende: Der Wegfall einer doppelseitigen
Präparation der Blätter bedeutet eine technische Vereinfachung der Beschichtung
und der Handhabung. Des weiteren ist es- in vielen Fällen erwünscht, beliebige Unterlagen,
nicht nur speziell präparierte Blätter, mit Zeichen, z. B. als Durchschrift, versehen
zu können.
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Die durch Druckeinwirkung entstehenden farbigen Zeichen-weisen sofort
Wischfestigkeit auf, und zwar auf jeder beliebigen 'Empfängerunterlage. j Bei Farbschichten3
die auf einmaligen Gebrauch abgestellt sind, zeigen sich noch zusätzliche Vorteile.
Farbschichten dieser Art können so dünn aufgetragen sein, -daß -sie sich bei Druckeinwirkung
vollständii auf die Empfangsunterlage übertragen. Das, Blatt; welches die farbabgebende,
Schicht enthält, wird infolgedessen an den Druckstellen farbfrei.: Diese farbfreien
Stellen entsprechen den- -übertragenen Zeichen,- können also, z. B. zur Nachprüfung
dieneni daß an-den Kopien-iiicÜts verändert- wurde. Besteht das eine farbabgebende
Schicht tragende Blatt aus durchsichtigem -Material, z. B. Transparentp4pier, transparenter-Küngtstoffolie;
Glasfasergewebe, Pau-sleinen od; dgl., so kann ein solches Blatt, nachdem es beschrieben
oder bezeichnet ist, als Vorlage iii einem Lichtkopiervorgang (z. B.-- als Diazotypie)
dienen, -Die farbfreien Druckstellen lassen das Licht durch, während -die an den
z.B. unbeschrifteten Stellen noch vorhandene Farbe das Licht an! Durchu tn-*tt'-hindert,
so daß bei Verwendung von Positiv.# papieren helle Linien auf farbigem Grund, bei
Negativpapieren farbige Linien auf hellem Grund entstehen.
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Eine weitere Möglichkeit für die vorteilhafte Anwendung des Verfahrens
gemäß der Erfindungbesteht darin, daß man die auf beliebiger Unterlage befindliche
Farbschicht auf transparentes Material, vorzugsweise auf beide Seiten desselben,
überträgt-, indem man dieäes mit erfindungsgemäß-präparierten Blättern in der Weise
hinterlegt, daß- die farbabgebenden Seiten dem Transparentmaterial zugekehrt sind.
Das so erhaltene Material zeigt beiderseits ;sich deckende farbige Zeichen auf durchsichtigem
Grund und ist ebenfalls als Vorlage für Lichtkopierzwecke geeignet.
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Besonders günstig wirkt sich bei den Kopier#1-vorlagen die gute Haftfestigkeit
der Farbschicht aus. Die erzielten Vorlagen sind demgemäß für besonders viele Durchgänge
durch die Maschinen geeignet; wobei die Schärfe der Linien nicht verlorengeht. -Die-Verwendungsmöglichkeiten
für Papiere dieser Art sind mannigfache. So lassen sich die erfindungsgemäß ausgebildeten
Papiere z. B. für Fernschreibrollen verwenden, ferner für Buchungsrollen, Endlosformulare,
Formularsätze für Schreib-, Adremamaschinen und Vervielfältigungsmaschinen, z. B.
Kleinoffsetmaschinen, Tagesauszüge. der Banken, Ein- und Auszahlungsanweisungen,
_überweisungs# formulare, Wiegekarten, Gewichtsaufstellungen, AufL
klebeadressen,
Expreßgatkarten mit Duplikat und Adressenaufkleber, Frachtbriefe, polizeiliche An-und
Abmeldeformulare, Registrierkassenrollen, Lohnlisten und Lohnabrechnungen.
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Eine vorteilhafte Möglichkeit ergibt sich bei den erfindungsgemäß
mit einer Plaste enthaltenden Oberschicht versehenen Farbpapieren auch insofern,
als man Oberschichten verwenden kann, deren Plaste schlechte Ergebnisse liefern
würden, wenn dieselben auf dem schriftannebrnenden Papier als Haftpräparation aufgetragen
wären. Die in diesem Falle zu beobachtende Beeinträchtigung der Ergebnisse läßt
sich z. B. dadurch erklären, daß die betreffenden Plaste in zu hohem Maße in die
Unterlage, z. B. in das mit ihnen präparierte Papier des schriftannehmenden Blatts
eindringen. Diese Möglichkeit fällt bei der erfindungsgemäßen Ausbildung der farbübertragenden
Papiere fort, da die von der eigentlichen Farbschicht getrennte Oberschicht ün trockenen
Zustand auf das Empfangsblatt, z. B. auf ein Papierblatt, übertragen wird und auf
diesem sowie gegenüber den mitübertragenen Farbteilchen ihre volle Haftfähigkeit
entfalten kann.
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Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
daß man alle Farbtöne für die Farbschicht des schriftübertragenden Blatts verwenden
kann, ohne daß die Schärfe der übertragung oder die Abriebfestigkeit und
Wischfestigkeit des Papiers und der übertragenen Schrift leiden.