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Verfahren zur Gewinnung von Lyseprodukten aus malignen Geweben Es
ist bekannt, daß bei der Ansiedlung von apathogenen, anaerob wachsenden Mikroorganismen
in malignen Geweben Lyseerscheinungen auftreten.
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J. R. M ö s e und G. M Öse beschreiben solche Erscheinungen bei der
Einwirkung eines Amylobacter-Stammes aus Ehrlich-Tumoren (Zeitschrift für Krebsforschung,
63 [1959], S. 63 bis 74, und 63 [19601, S. 447; deutsche Patentschrift 1 118 403).
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Für die Gewinnung von Lysaten aus malignen Geweben wirkt sich sehr
nachteilig aus, daß die vegetativen Formen der verwendeten Mikroorganismen, die
allein die Lysevorgänge bewirken. nach einer kurzen Wachstumsperiode alsbald zur
Versporung übergehen, wodurch die Lysevorgänge in einem für die Gewinnung von guten
Ausbeuten an Lyseprodukten zu frühem Stadium abgebrochen werden. Aus diesem Grunde
konnten die oben beschriebenen Lyseerscheinungen noch keine wirtschaftliche Auswertung
finden.
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Es wurde nun ein den genannten Nachteil vermeidendes Verfahren zur
Gewinnung von Lyseprodukten aus malignen Geweben gefunden, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man auf solche malignen Gewebe apathogene anaerobe Mikroorganismen in Gegenwart
von physiologisch verträglichen Schwermetallsalzen oder -komplexen einwirken läßt
und die dabei erhaltenen Lyseprodukte isoliert.
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Als maligne Gewebe kommen z.B. Carcinome, Sarkome oder Leukome in
Betracht und als apathogene anaerobe Mikroorganismen solche der Gattung Clostridium,
vorzugsweise Clostridium butyricum, acetobutylicum, tyrobutyricum, tertium, felsenium
oder pectinovorum. Vorzugsweise kommen als Schwermetallsalze oder -komplexe solche
von Eisen, Kupfer, Mangan, Kobalt oder Zink in Betracht.
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Die Isolierung der Verfahrensprodukte, d. h. der Lyseprodukte, erfolgt
in an sich bekannter Weise, z. B. durch sogenannte Punktion oder sonstige mcchanische
Trennung vom Zellverband.
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Die so erhaltenen Lyseprodukte zeichnen sich durch eine zweifache
Wirkung aus; einerseits wirken sie blutdrucksenkend, zum anderen bewirken sie eine
Erhöhung der Serumbakterizidie. Sie können daher als Arzneimittel verwendet werden.
Die Uberlegenheit der Verfahrenserzeugnisse gegenüber Lysaten, die nach dem Stand
der Technik hergestellt wurden, zeigt sich z.B. darin, daß die ersteren die Serumbakterizidie
beträchtlich stärker erhöhen. So ergab die vergleichsweise Untersuchung des nach
Beispiel 1 erhaltenen, mit Penicillin sterilisierten Lysats im Serumbakterizidietest
den Quotienten 0,3, während das im letzten Absatz von Beispiel 1 erwähnte, ohne
Mitverwendung
des Eisendextrankomplexes erhältliche Lysat im vorgenannten Test einen Bakterizidieindex
von 1,0 ergab. Die Bestimmung der Indizes erfolgte an Mäusen 21 Stunden nach subcutaner
Verabreichung der Lysate.
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Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen weiterhin
darin, daß auch mit zahlreichen Stämmen apathogener. anaerob wachsender Mikroorgnismen,
mit denen sich ohne Zugabe der obenerwähnten Salze oder Komplexe von Schwermetallen,
vorzugsweise Eisen. nur in geringem Umfang Lyseprodukte ergeben, solche Produkte
in guter Ausbeute gewinnen lassen. Ferner ist es bei vorliegendem Verfahren möglich.
maligne Gewebe verschiedener Altersstufen zur Gewinnung von Lyseprodukten heranzuziehen,
während bisher nur begrenzte Altersstufen von malignen Geweben nach Einwirkung von
anaeroben Mikroorganismen zur Lyse neigten.
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Außerdem wird durch die für das beanspruchte Verfahren wesentliche
Zugabe von Salzen oder Komplexen der Schwermetalle. vorzugseise von Eisen, erreicht,
daß für die Träger maligner Gewebe, also z. B. Ratten, Mäuse, Meerschweinchen, Kaninchen
oder Hunde, toxische Nebenerscheinungen bei der Bildung der Lyseprodukte und eine
möglicherweise daraus resultierende Ausbeuteverminderung vermieden werden.
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Zur Durchführung des Verfahrens entsprechend der Erfindung eignen
sich maligne Gewebe, beispielsweise Carcinome, Sarkome. Leukome in vivo, oder Gewebekulturen
maligner Stämme wie I-IeLa. Hep. 1 oder Hep. 3.
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Als Mikroorganismen werden anaerobe, apathogene Stämme z. B. aus
der Gattung Clostridium benutzt, vorzugsweise Clostridium butyricum. acetobutylicum,
tyrobutyricum, tertium, felsenium oder pectinovorum.
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Bei Verwendung von malignen Geweben in vivo werden die Sporen z.
B. einer der genannten Clostridienstämme parenteral verabreicht. Die Schwermetallsalze
bzw.
-komplexe werden oral oder vorzugsweise parenteral gegeben.
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Als Schwermetallverbindungen eignen sich z. 13. die physiologisch
verträglichen Salze oder Komplexe von Eisen, Kupfer, Mangan, Kobalt oder Zink. Vorzugsweise
werden Eisenverbindungen wie Ferrochlorid, Ferrosulfat, Ferroglukonat, Ferrotartrat,
Ferrohydroxyd oder Eisendextrankomplexe benutzt.
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In gleicher Weise können Kobaltglukonat, Kobaltdextrankomplexe oder
Mangancitrat benutzt werden.
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Die genannten Schwermetallsalze bzw. -komplexe werden in physiologisch
verträglichen Dosen angewandt. Im Laufe von 1 bis 4 Tagen nach der Anwendung tritt
eine Lyse der malignen Gewebe ein, die erkenntlich ist an der Fluktuation des vorher
derben bzw. soliden Tumors.
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Das entstandene Lysat wird durch Punktion gewonnen. Die im Lysat
enthaltenen vegetativen Formen der angewandten anaeroben Mikroorganismen können
durch Zugabe von Antibiotika, z.B. Penicillin oder Tetracyclin, abgetötet werden.
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Beispiel 1 Mäuse mit induziertem Methylcholanthrensarkom, dessen
Durchmesser bei einem Gewicht von 1 bis 3 g zwischen 6 und 40 mm beträgt, werden
parenteral mit 0,5 ml einer wäßrigen, etwa 100 Millionen Sporen der Clostridium
butyricum enthaltenden Suspension behandelt. Gleichzeitig, oder 24 Stunden nach
der Sporenapplikation beginnend, wird ein Eisendextrankomplex in der Dosierung von
7,5 mg pro Tag 3 bis 4 Tage lang verabreicht. Die von außen auf Grund des Tastbefundes
erkennbare Lyse bestimmt den Zeitpunkt der Lysatgewinnung durch Punktion.
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Bei einem Ausgangstumorgewicht von 3 g werden 2,8 bis 3 g Lysat gewonnen.
Die Lyse beträgt also 95%.
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Durch Zusatz von 10 Einheiten Penicillin wird das Lysat sterilisiert.
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Im Vergleichsversuch ohne Verabreichung von Eisendextrankomplex zeigten
von zehn Mäusen nur
vier Mäuse eine Lyse von durchschnittlich 17010, sechs Mäuse
zeigten keine Lyse.
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Beispiel 2 Ratten, die ein lymphatisches Leukom mit einem Durchmesser
zwischen 8 und 60 mm und einem Tumorgewicht von 1 bis 10 g aufweisen, wird je 0,5
ml einer wäßrigen Sporensuspension von Clostridium tyrobutyricum, enthaltend etwa
100 Millionen Sporen, parenteral verabreicht. Gleichzeitig, oder 24 Stunden später
beginnend, wird ein Kobaltdextrankomplex in der Dosierung von 7,5 y je Tag über
4 Tage gegeben. Der Eintritt der Lyse ist makroskopisch erkennbar. Bei vollendeter
Lyse wird das Lysat durch Punktion gewonnen.
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Die Ausbeute an Lysat beträgt 900/0. Durch Zusatz von 10 Einheiten
Penicillin wird das Lysat sterilisiert.
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Beispiel 3 Die Transplantation des Ehrlich-Carcinoms wird folgendermaßen
vorgenommen; Subcutane Tumoren werden sorgfältig präpariert und in einer Embryonenquetsche
(Modell Bergmann) zerkleinert. Der Tumorbrei wird 1 : 10 mit physiologischer Kochsalzlösung
verdünnt. Von dieser Suspension werden 0,1 ml in den Nacken von Swiss Mice subcutan
verimpft. Die gut lokalisierten Tumoren erreichen nach 8 bis 10 Tagen einen ungefähren
Durchmesser von 12 mm. Zwanzig Tieren, die solche Tumoren tragen, werden die in
der Tabelle 1 angegebenen Sporendosen jeweils in 0,2 ml physiologischer Kochsalzlösung
intravenös injiziert.
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24 Stunden nach der Sporenapplikation wird die Behandlung mit Eisendextran
intramuskulär an zehn Tieren, die 4 Tage lang mit täglichen Dosen von 7,5 mg Fe
vorbehandelt worden sind, vorgenommen.
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Die Auswertung erfolgt am 8. Tag nach der Sporeninjektion. Die Steigerung
der Wirksamkeit der Kombinationsbehandlung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich.
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Tabelle 1
Tumor- Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Eisendextrandosis Lysen |
mm % g |
108/0,2 mli. v. keine 10 bis 14 10 10 41 1,69 |
108/0,2 mli. v. 4.7,5 mg Fe tägliche Dosis 10 bis 14 10 10
90 0,49 |
24 Stunden nach Sporen |
Kontrolle 10 bis 14 10 0 0 1,27 |
Beispiel 4 Das induzierte Methylcholanthrenfibrosarkom entsteht im Laufe von 8 bis
12 Wochen nach subcutanen Injektion von 0,5 mg Methylcholanthren (Roche) in
0,5%iger
Celluloseestersuspension in Tylose (MH 300 p Kalle AG.) [Versuchstiere: Swiss Mice].
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Die Behandlung und Auswertung werden vorgenommen wie im Beispiel 3.
Aus Tabelle 2 geht der deutliche Effekt der Kombinationsbehandlung hervor.
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Tabelle 2
Tumor- Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Eisendextrandosis Lysen |
mm % g |
108/0,2 mli. v. keine 13 bis 20 10 4 7 4,17 |
100/0,2 mli. v. 3 7,5 mg Fe tägliche Dosis 14 bis 18 10 10
66 1,76 |
24 Stunden nach Sporen |
Kontrolle 13 bis 20 10 0 0 4,99 |
Beispiel 5 Die Transplantation der Ehrlich-Carcinome wird analog
Beispiel 4 vorgenommen. Die entsprechende Behandlung erfolgt jedoch bereits zu einem
früheren
Zeitpunkt, nämlich dann, wenn die Tumoren einen durchschnittlichen Durchmesser
von 4 bzw. 8 mm besitzen (Versuchstiere: Swiss Mice). Die Auswertung wurde am 12.
Tage nach Verabreichung der Sporen vorgenommen.
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Tabelle 3
Sporendosis Behandlung Tumor- Zahl der Umfang Durchschnitts- |
Clostridium butyricum mit Eisendextrandosis Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. keine 4 10 0 0 0,64 |
108/0,2 ml i. v. 5. 7,5 mg Fe tägliche Dosis 4 10 2 20 0,47 |
24 Stunden nach Sporen |
Kontrolle 4 10 0 0 0,59 |
108/0,2 ml i. v. keine 8 10 1 6 1,86 |
108/0,2 ml 5 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 8 9 3 20,2 0,93 |
24 Stunden nach Sporen |
Kontrolle 8 10 0 0 2,07 |
Beispiel 6 Die Behandlung solider Ehrlich-Carcinome erfolgt analog Beispiel 3, jedoch
mit dem Unterschied, daß
an Stelle von Eisendextran Vanadylsulfat eingesetzt wird.
Der Erfolg der Kombinationsbehandlung geht aus Tabelle 4 hervor (Auswertung am 10.
Tag nach der Sporeninjektion).
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Tabelle 4
Tumor- Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Vanadylsulfat Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i.v. 5 . 10 mg tägliche Dosis 10 bis 12 5 5 72 0,59 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 9 bis 12 10 10 33 2,35 |
Beispiel 7 Verwendet man an Stelle von Vanadylsulfat Mangan(II)-chlorid für die
Kombinationsbehand-
lung und verfährt im übrigen entsprechend Beispiel 6, so erhält
man das aus der folgenden Tabelle 5 ersichtliche Ergebnis.
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Tabelle 5
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Mangan(II)-chlorid Lysen |
mm |
108/0,2 ml i. v. 5 lOmg tägliche Dosis 10 bis 13 9 9 @| 77
0,72 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 11 bis 16 5 5 52 2,27 |
Beispiel 8 Die Behandlung solider Ehrlich-Carcinome erfolgt analog Beispiel 3, jedoch
mit dem Unterschied, daß
an Stelle von Eisendextran das Kobaltosalz der Sebacinsäure
eingesetzt wird. Der Erfolg der Kombinationsbehandlung geht aus Tabelle 6 hervor
(Auswertung am 10. Tag nach der Sporeninjektion).
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Tabelle 6
Behandlung Tumor- Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Zahl der |
mit Kobaltosalz der Sebacin durchmesser Tierzahl der Lysen
Tumorgewicht |
Clostridium butyricum Lysen |
säure |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 2 mg tägliche Dosis 8 bis 14 9 8 56 1,26 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 11 bis 16 5 5 52 2,27 |
Beispiel 9 Die Behandlung solider Ehrlich-Carcinome erfolgt analog
Beispiel 3, jedoch mit dem Unterschied, daß an Stelle von Eisendextran basisches
Wismut(II)-Nitrat eingesetzt wird. Der Erfolg der Kombinationsbehandlung geht aus
Tabelle 7 hervor (Auswertung am 10. Tag nach der Sporeninjektion).
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Tabelle 7
Behandlung Tumor- Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Zahl der |
mit basischem Wismut(II)- durch Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum Lysen |
nitrat |
mm % g |
108/0,2 ml 5 . 5 mg tägliche Dosis 11 5 5 54 0,98 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 8 bis 12 10 10 33 2,35 |
Beispiel 10 Die Behandlung solider Ehrlich-Carcinome erfolgt analog Beispiel 3,
jedoch mit dem Unterschied, daß
an Stelle von Eisendextran Zirkonylchlorid eingesetzt
wird. Der Erfolg der Kombinationsbehandlung geht aus Tabelle 8 hervor (Auswertung
am 10. Tag nach der Sporeninjektion).
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Tabelle 8
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Zirkonylchlorid Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml 5. lmg tägliche Dosis 8 bis 11 5 5 44 1,67 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 8 bis 12 10 10 33 2,35 |
Beispiel 11 Die Behandlung solider Ehrlich-Carcinome erfolgt analog Beispiel 3,
jedoch mit dem Unterschied, daß
an Stelle von Eisendextran Mangan(II)-sulfat eingesetzt
wird. Der Erfolg der Kombinationsbehandlung geht aus Tabelle 9 hervor (Auswertung
am 10. Tag nach der Sporeninjektion).
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Tabelle 9
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Mangan(II) Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 10 mg tägliche Dosis 8 bis 12 10 9 55
0,59 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 8 bis 12 10 10 33 2,35 |
Beispiel 12 An Stelle der Ehrlich-Carcinome werden Harding-Passey-Melanome eingesetzt.
Transplantation der Tumore und Behandlung erfolgen analog Beispiel 3.
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Die Resultate gehen aus Tabelle 10 hervor. Die Sporendosen werden
intravenös injiziert, sobald die Tumore einen Durchmesser von 11 bis 17 mm erreicht
haben.
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Tabelle 10
Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Eisendextran Lysen |
1 010 1 g |
108/0,2 ml i. v. 5 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 5 5 86 0,39 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 5 4 32 3,33 |
Beispiel 13 An Stelle der Ehrlich-Carcinome wird das Lymphsarkom 4946 eingesetzt.
Die Transplantation der Tu-
more und Behandlung erfolgen analog Beispiel 3. Die Resultate
gehen aus Tabelle 11 hervor. Die Sporendosen werden intravenös injiziert, sobald
die Tumore einen Durchmesser von 11 bis 17 mm erreicht haben.
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Tabelle 11
Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Eisendextran Lysen |
% g |
108/0,2 mli. v. 5 7,5 5.7,5 mg Fe tägliche Dosis 10 10 82 0,43 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. | keine | 10 | 0 | 0 | 1,46 |
Beispiel 14 An Stelle der Ehrlich-Carcinome wird das transplantierte Methylch. Sarkom
2677 eingesetzt. Die Transplantation der Tumore und Behandlung erfol-
gen analog
Beispiel 3. Die Resultate gehen aus Tabelle 12 hervor. Die Sporendosen werden intravenös
injiziert, sobald die Tumore einen Durchmesser von 11 bis 17 mm erreicht haben.
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Tabelle 12
Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Eisendextran Lysen |
% g |
108/0,2 ml i. v. 5 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 10 9 63 0,64 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 10 5 25 2,06 |
Beispiel 15 Bei den verwendeten Tumoren handelt es sich um spontane Tumore von Mäusen.
Die Tumore hat man in weiblichen Mäusen wachsen lassen. Es handelt sich
in den meisten
Fällen um Adenocarcinome der Brustdrüsen. Diese Tumore werden verwendet, sobald
sie einen Durchmesser von 10 bis 17 mm erreicht haben.
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Die Behandlung erfolgt analog Beispiel 3.
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Tabelle 13
Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
Tierzahl der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium butyricum mit Eisendextran Lysen |
% g |
108/0,2 ml i. v. 5 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 9 8 55 1,56 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i.v. keine 9 4 17 2,31 |
Beispiel 16 An Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen dienten Clostridium-tyrobutyricum-Sporen
zur Behand-
lung. Die durch die zusätzliche Verwendung von Eisendextran verursachte
Wirksamkeitssteigerung ist aus Tabelle 14 ersichtlich. Die Versuchsbedingungen sind
dieselben wie im Beispiel 15.
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Tabelle 14
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium tyrobutyricum mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 10 bis 14 5
74 0,82 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 9 bis 13 5 38 1,73 |
Beispiel 17 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostridium-
acetobutylicum-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die zusätzliche Verwendung von Eisendextran verursachte
Wirksamkeitssteigerung ist aus Tabelle 15 ersichtlich.
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Tabelle 15
Sporendosis Tumor Umfang Durchschnitts- |
Behandlung Zahl der |
Clostridium durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
mit Eisendextran Lysen |
acetobutylicum mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 5 : 7,5 mg Fe tägliche Dosis 10 bis 14 4
64 0,94 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 10 bis 14 4 36 3,38 |
Beispiel 18 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostridium-
felsineum-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Anwendung von Eisendextran erzielte
Wirksamkeitssteigerung ist aus Tabelle 16 ersichtlich.
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Tabelle 16
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium felsineum mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 9 bis 11 5 57
1,01 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 10 bis 12 4 32 1,85 |
Beispiel 19 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostridiumsporogenes-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Anwendung von Eisendextran erzielte
Wirksamkeitssteigerung ist aus Tabelle 17 ersichtlich.
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Tabelle 17
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium sporogenges mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 12 bis 14 5 64
0,88 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 11 bis 15 5 30 1,78 |
Beispiel 20 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostri-
dium-cochlearum-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Anwendung von Eisendextran erzielte
Wirksamkeitssteigerung ist aus Tabelle 18 ersichtlich.
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Tabelle 18
Sporendosis Behandlung Tumor- Zahl der Umfang Durchschnitts- |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium cochlearum mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 6 bis 10 5 86
0,35 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 8 bis 10 5 42 1,85 |
Beispiel 21 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostri-
dium-pasteurianum-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Anwendung von Eisendextran erzielte
Wirksamkeitssteigerung ist aus Tabelle 19 ersichtlich.
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Tabelle 19
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium pasteurianum mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 12 bis 14 5
52 1,63 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 11 bis 13 4 28 2,51 |
Beispiel 22 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostri-
dium-roseum-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Anwendung von Eisendextran erzielte
Wirksamkeitssteigerung ist aus Tabelle 20 ersichtlich.
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Tabelle 20
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium roseum mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 8 bis 10 5 72 0,66 |
108/0,2 ml i. v. |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 8 bis 10 5 42 1,71 |
Beispiel 23 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15. jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostri-
dium-paraputrificum-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Eisendextrananwendung erzielte Wirksamkeitssteigerung
ist aus Tabelle 21 ersichtlich.
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Tabelle 21
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium paraputrificum mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 7,5 Fe tägliche Dosis 8 bis 12 5 70 0,97 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 10 bis 12 5 44 1,81 |
Beispiel 24 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an
Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostridium-tertium-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Eisendextrananwendung erzielte Wirksamkeitssteigerung
ist aus Tabelle 22 ersichtlich.
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Tabelle 22
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium tertium mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 8 bis 12 5 60
0,73 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 8 bis 12 4 44 2,97 |
Beispiel 25 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostri-
dium-multifermentan-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Eisendextrananwendung erzielte Wirksamkeitssteigerung
ist aus Tabelle 23 ersichtlich.
Tabelle 23
Sporendosis Tumor Umfang Durchschnitts- |
Behandlung Zahl der |
Clostridium durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
multifermentan mit Bisendextran mm 0/0 g |
108/0,2 ml i. v. 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 8 bis 11 5 64
0,57 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 6 bis 10 3 16 1,65 |
Beispiel 26 Die Versuchsbedingungen sind dieselben wie im Beispiel 15, jedoch mit
dem Unterschied, daß an Stelle von Clostridium-butyricum-Sporen Clostri-
dium-pectinovorum-Sporen
eingesetzt werden. Die durch die kombinierte Eisendextrananwendung erzielte Wirksamkeitssteigerung
ist aus Tabelle 24 ersichtlich.
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Tabelle 24
Tumor Umfang Durchschnitts- |
Sporendosis Behandlung Zahl der |
durchmesser der Lysen Tumorgewicht |
Clostridium pectinovorum mit Eisendextran Lysen |
mm % g |
108/0,2 ml i. v. 5 5 . 7,5 mg Fe tägliche Dosis 8 bis 13 5
66 0,65 |
24 Stunden nach Sporen |
108/0,2 ml i. v. keine 6 bis 12 4 20 1,59 |
Beispiel 27 Tumormaterial wird frisch getöteten Ratten mit gut ausgebildetem Yoshida-Sarkom
unter sterilen Bedingungen entnommen und in etwa 2 bis 4 mm dicke, 20 bis 30 mm
große Scheiben geschnitten. Diese Scheiben werden in ein Gemisch aus Brain-liverheart-medium
(Baltimore Biological Lab/USA.) und Trypticase-soy-broth (Difco Lab) im Verhältnis
1 : 1 eingebracht. Dem Medium werden anschließend 1 bis 50 Millionen Sporen von
Clostridium butyricum sowie 3,75 mg Eisendextranat pro Milliliter Nährboden zugefügt.
Anschließend erfolgt Bebrütung bei 370 C. Im Verlauf von 3 bis 4 Tagen wird das
Tumormaterial völlig lysiert. Das Lysat wird durch Filtration von unlöslichen Anteilen
befreit und durch Zusatz von Penicillin sterilisiert.