-
Kleinstmagnettongerät zur Aufnahme und Wiedergabe Die geringen Abmessungen
von Kleinstmagnettongeräten, besonders solchen, die von einer Batterie angetrieben
werden, bedingen eine raumsparende Konstruktion des Antriebswerkes. Sie müssen sowohl
im Preis als auch im Betrieb billig sein. Anspruchslosigkeit in der Instandhaltung
und geringes Gewicht sind unbedingt erforderlich. Trotzdem muß die üblicherweise
zu verlangende Präzision gewährleistet sein. Diese sich zum Teil widersprechenden
Forderungen werden von den bekannten Magnettongeräten dieser Art nicht sämtlich
erfüllt.
-
Da Magnettongeräte mit zwei oder drei Motoren, die durch elektrische
Relais oder Magnete gesteuert werden, zu teuer und zu sperrig sind, und da sie wegen
des hohen Energieverbrauches eine Antriebsbatterie zu stark belasten und daher in
kurzer Zeit erschöpfen, ist man dazu übergegangen, Magnettongeräte mit einem einzigen
fest eingebauten Motor auszurüsten, der über Rollen, zuweilen auch Reibrollen oder
zur Abstufung der Geschwindigkeit vorgesehene Stufenreibrollen, Federn, Hebel, Riemen
od. dgl. die einzelnen Funktionselemente antreibt. Solange es sich nicht um die
Forderung einer Fernsteuerung des Magnettongerätes handelt, werden auch die elektrischen
Steuerelemente, d. h. die elektrischen Druckknöpfe, Relais und Elektromagneten fortgelassen,
die einerseits teuer sind und andererseits einen gewissen Leistungsverbrauch an
elektrischer Energie aufweisen, und die Steuervorrichtung wird rein mechanisch ausgebildet.
Durch mechanische Steuervorrichtungen wird in der Regel das Gerät und sein Betrieb
billiger, aber derartige Vorrichtungen sind in den meisten Fällen sehr kompliziert.
Hier hängt viel von der Wahl der Antriebs- und Steuerelemente für die einzelnen
Funktionen, deren gegenseitiger Kupplung und räumlicher Anordnung ab.
-
Es sind Magnettongeräte bekanntgeworden, bei denen die beiden Spulenteller
durch einen direkten Antrieb von einem einzigen Motor angetrieben werden. Auf den
beiden Wellenenden dieses Motors ist je ein Reibrad angebracht, welches mit anderen
Reibrädern, die auf den Achsen der Spulenteller angebracht sind, in Berührung gebracht
wird. Der Motor ist hierbei um eine in der Horizontalen liegende Achse, welche senkrecht
zur Motorachse angeordnet ist, verschwenkbar. Die in dieser Weise aufgebauten Magnettongeräte
weisen jedoch den Nachteil auf, daß hier nicht die Tonrolle angetrieben wird und
daß auch nicht verschiedene wählbare feste Vorschubgeschwindigkeiten für die Aufzeichnung
bzw. Wiedergabe und den Vor- bzw. Rücklauf vorgesehen sind. Dadurch ist die Tonqualität
und die Betriebsdynamik stark herabgesetzt.
-
Eine Steuervorrichtung für die Funktion Aangsamer Vorlauf« beim Aufnehmen
und Wiedergeben, »schneller Rücklauf« für das Zurückspulen und »schneller Vorlauf«
für das Aufsuchen bestimmter Stellen der Aufzeichnung für die Wiedergabe, die den
Forderungen eines einfachen und raumsparenden mechanischen Aufbaues und damit geringen
Preises optimal entspricht, hat die vorliegende Erfindung geschaffen. Sie geht von
einem Aufbau aus, bei dem die Spulentellerachsen und die Tonwelle in den Eckpunkten
eines angenommenen Dreiecks senkrecht verlaufen, die Welle des Antriebsmotors senkrecht
zur Verbindungslinie zwischen den beiden Spulentellerachsen angeordnet ist und der
Antrieb der Spulenteller und der Tonwelle über eine auf der Motorwelle sitzende
Stufenreibrolle erfolgt und besteht darin, daß die Welle des Antriebsmotors in einer
zu den Achsen der Spulenteller und der Tonwelle senkrechten Ebene liegt und um eine
dazu senkrechte Achse schwenkbar angeordnet ist, so daß die Stufenreibrolle auf
der Motorwelle durch Schwenken des Motors wahlweise mit der Reibfläche des einen
oder anderen Spulentellers oder einer auf der Tonwelle sitzenden Schwungscheibe
in Eingriff gebracht werden kann.
-
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles in Verbindung mit den Ansprüchen und der
Zeichnung. In dieser zeigt
F i g. 1 eine Draufsicht auf die Antriebs-
und Steuervorrichtung gemäß- der 'Erfindung mit einem Antriebsmotor mit nicht umkehrbarer
Drehrichtung, F i g. 2 einen Aufriß im Schnitt, der den Motor in zwei Eingriffsstellungen
ausgeschwenkt zeigt,. in denen er einerseits den rechten und andererseits -den linken
Spulenteller antreibt und F i g. 3 in einer Seitenansicht die Befestigung des Antriebsmotors
und die Eingriffsstellung, in der er das Schwungrad antreibt.
-
Gemäß F i g. 1 besteht die Antriebs- und Steuervorrichtung des Magnettongerätes
aus einem Elektromotor 1, der in der Symmetrieebene des rechten, 5, und des linken,
6, Aufwickelspulentellers angeordnet ist, wobei sich in der gleichen Ebene auch
die Achse der Welle des Schwungrades. 7 befindet. Der Motor 1, wie weiter ausführlich
beschrieben wird, ist in der Muffe 2 befestigt, die mittels des Zapfens 3 im Lager
einer verschiebbaren Halterung 4 drehbar angeordnet ist. Die Muffe kann also in
dieser Weise zu fünf verschiedenen Betriebsstellungen gedreht werden: »schneller
Rücklauf«, »Ruhestellung«, »langsamer Vorlauf«, »Ruhestellung«, »schneller Vorlauf«,
welche mit Hilfe eines Sperrades 9 (in dieser Figur nicht gezeichnet) arretiert
werden können.
-
Gemeinsam mit der Muffe wird auch das Sperrrad 10 gedreht, das mittels
Rollen den Bremshebel 11
für den rechten Aufwickelspulenteller 5, den Bremshebel
12 für den linken Aufwickelspulenteller 6 und den Hebel 13 mit der Rolle 14 einschließlich
des Andrückhebels 16 des Bandes steuert.
-
In F i g. 2 sind zwei Stellungen des Elektromotors für schnellen Gang
des Bandes dargestellt. In der rechten Sxellung ist der größte Durchmesser der Stufenrolle
8 im Eingriff mit dem Gummibelag des Oberteiles des rechten Aufwickelspulentellers
5, dessen Unterteil als Riemenscheibe für den Riementrieb von der Riemenscheibe
des Schwungrades 7 (F i g. 3) für -langsames Aufwickeln des Bandes auf die Spule
ausgebildet ist, wobei das Drehmoment für den Oberteil durch Reibungskupplung übertragen
wird.
-
In der linken Stellung ist der größte Durchmesser der Stufenrolle
8 im Eingriff mit dem Unterteil des linken Aufwickelspulentellers 6, so daß bei
der gleichen Drehrichtung des Motors der Aufwickelspulenteller 6 sich in Gegenrichtung
zu dem Spulenteller 5 dreht.
-
In F i g. 3 ist schematisch die schwenkbare Befestigung des Elektromotors
1 in der Muffe 2 veranschaulicht, die mittels des Zapfens 3 im Lager einer verschiebbaren
Halterung 4 drehbar ist. Das Schwenken des Elektromotors ist durch eine vorgespannte
haarnadelförmige Feder gesteuert, und zwar in solcher Weise, daß die Stufenrolle
8 in positiven Eingriff durch Reibungskupplung mit dem Gummibelag der getriebenen
Systeme gebracht wird.
-
Mit der Muffe 2 sind starr verbunden: das Sperrrad 9, das für die
Arretierung der Muffe in fünf Betriebsstellungen dient, und ein weiteres Sperrad
10, das für die Steuerung der Bremshebel 11, 12 und des Hebels 13 bestimmt ist.
Mit dem Hebel 13 ist noch der Anpreßhebel 16 des Bandes verbunden.
-
Die Halterung 4, die einerseits die Zapfen 17 und 18 der Bremshebel
11 und 12 und andererseits die Arretiervorrichtung für fünf Betriebsstellungen
trägt, trägt ferner die Arretiervorrichtung (nicht gezeichnet) für ihre eigene Verschiebung,
die durch die Lagen I und II' gekennzeichnet sind "und durch. die die Lage der Stufenrolle
8 gegenüber dem Schwungrad 7 geändert wird, mit dessen Gummibelag der zugehörige
Durchmesser der gewünschten Geschwindigkeit für den langsamen Vorlauf in Eingriff
gebracht wird. Die angedeutete Verschiebung kann nur in. der Ruhe-Lage (die durch
»0« gekennzeichnet ist) durchgeführt werden.
-
Die obenerwähnten Eingriffe werden durch stufenweises Drehen des Motors
(der Muffe) mittels der Rolle, die senkrecht zu dem getriebenen System angeordnet
ist, durchgeführt, wobei jede von den fünf Betriebsstellungen: »schneller Rücklauf«
(»[<«), »Ruhestellung« (»0«), »langsamer Vorlauf« (»> «), »Ruhestellung« (»0«),
»schneller Vorlauf« (» mittels des Sperrades, das an dem Zapfen der Muffe befestigt
ist, arretiert werden kann. In den äußersten Betriebsstellungen ist der größte Durchmesser
der Stufenrolle (höchste Geschwindigkeit) im Eingriff, während in der mittleren
Betriebsstellung, durch die Verschiebung der Halterung und die Schwenkung des Motors,
indem der zugehörige Durchmesser der Stufenrolle in Eingriff gebracht wird, die
gewünschte Geschwindigkeit des Schwungrades gewählt werden kann.
-
Die oben beschriebene Vorrichtung ist also nur mit einem einzigen
Steuerknopf versehen, mit dem es möglich ist, durch die Verschiebung der Halterung
die gewünschte Geschwindigkeit für den langsamen Vorlauf und durch das Drehen der
Muffe die folgenden Betriebsstellungen des Motors zu wählen: a) Die Stufenrolle
8 und der Motor 1 sind in der Stellung, in der dessen Welle auf die Achse des Aufwickelspulentellers
6 gerichtet ist (gestrichelt gezeichnet) und die durch das Zeichen »<«
für schnellen Rücklauf bezeichnet ist.
-
Die Stufenrolle 8 ist in dieser Stellung mittels ihres größten Durchmessers
im Eingriff mit dem Gummibelag des Unterteiles des Aufwickelspulentellers 6; in
dieser Stellung liegen die Rollen des Bremshebels 11 für den rechten Aufwickelspulenteller
5 und des Bremshebels 12 für den linken Aufwickelspulenteller 6 in den Aussparungen
des Sperrades 10 auf, wobei die beiden Aufwickelspulenteller abgebremst sind, und
ferner des Hebels 13 mit der Andruckrolle 14, wobei diese außer Eingriff mit der
Tonrolle 15 ist. Der Hebel 13 zieht den Andruckhebel 16 des Bandes von den Magnetköpfen
ab.
-
b) Die Stufenrolle 8 und der Motor 1 sind in der Stellung, die auf
die Achse des Schwungrades 7 gerichtet, die ausgezogen angedeutet und durch das
Zeichen »> «für langsamen Vorlauf bezeichnet ist. In dieser Stellung ist der der
gewünschten Geschwindigkeit entsprechende Durchmesser der Stufenrolle
8
im Eingriff. In dieser Lage ist die Stellung der Bremshebel 11 und 12 dieselbe
wie in dem Fall unter a), d. h., die Aufwickelspulenteller sind abgebremst, die
Rolle des Hebels 13 befindet sich in der Aussparung des Sperrades 10, so daß die
Andruckrolle 14 im Eingriff mit der Tonrolle 15 ist, wobei der Andruckhebel 16 des
Bandes gelöst ist und gegen das Band an den Magnetköpfen aufliegt.
-
c) Die Stufenrolle 8 und der Motor 1 sind in der Stellung, die auf
die Achse des Aufwickelspulentellers 5 gerichtet, und durch das Zeichen
»>« für schnellen Vorlauf bezeichnet ist. In dieser Stellung ist der größte
Durchmesser der Stufenrolle 8 im Eingriff mit dem Gummibelag des Oberteiles des
Aufwickelspulentellers
5. In dieser Lage ist die Stellung der Bremshebel
11 und 12 und des Hebels 13 dieselbe wie in dem Fall unter a), so daß die Aufwickelspulenteller
abgebremst und die Rolle 14 und der Hebel 16 außer Eingriff gebracht sind. Beim
Benutzen eines Umkehrmotors (d. h. eines Motors mit umkehrbarer Drehrichtung) für
beiderseitigen Betrieb des Magnettongerätes kann die erfindungsgemäße Vorrichtung
in symmetrischer Anordnung benutzt werden. Dabei sind die beiden Aufwickelspulenteller
von gleicher Ausführung, aber sie sind mit Einwegkupplungen und zusätzlichen Bremsen
versehen, damit das Abwickeln des Bandes verhindert wird. Dabei erfolgt der Antrieb
der beiden Aufwickelspulenteller für langsamen Gang durch das Schwungrad. Die Drehrichtung
des Motors wird durch ein weiteres Sperrad gemeinsam mit dem Einschalten der Funktionen
geändert.