DE1211348B - Verfahren zur Herstellung von Titandioxydpigmenten in Rutilform - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Titandioxydpigmenten in RutilformInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
C09c
Deutsche Kl.: 22 f-7
Nummer: 1 211 348
Aktenzeichen: F 34784IV a/22 f
Anmeldetag: 26. August 1961
Auslegetag: 24. Februar 1966
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Titandioxyd in Rutilform durch Hydrolyse
einer Titansulfatlösung und Glühen des hierbei erhaltenen Titandioxydhydrats zusammen mit rutilbildenden
Keimen und kleinen Mengen von Aluminium- und Alkalimetallsalzen.
Bekanntlich gibt es zwei Gruppen von gegenwärtig hergestellten Titandioxydpigmenten. Bei der einen
ist die kristalline Form des TiO2 der Anatas, bei der
anderen der Rutil. Im allgemeinen sind die Anatase weißer, feiner, weicher und in der Herstellung billiger,
insbesondere auf Grund der Tatsache, daß für zahlreiche Gebrauchsfälle das aus dem Kalzinierofen
kommende Produkt durch einfache Trockenvermahlung auf eine hinreichende Feinheit gebracht werden
kann, was für Rutile, abgesehen von einer begrenzten Anzahl von Anwendungsfällen, nicht zutrifft. Die
Rutile dagegen besitzen eine höhere Deckfähigkeit, werden nicht so leicht gelb und sind ganz allgemein
weniger empfindlich für zahlreiche fotochemische Reaktionen, die in Gegenwart von organischer Materie
Verfärbungen verursachen. Bei den Anstrichen, die den Einflüssen der Witterung ausgesetzt sind,
kreiden sie, ohne Rücksicht auf ihren Träger, unvergleichbar weniger ab als die Anatassorten.
Diese Vorteile haben ihren Grund in der Natur des Kristallgitters und in dem höheren Brechungsexponenten.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, Rutile herzustellen, welche auch die Vorteile der Struktur des
Anatas aufweisen.
Bei dem Schwefelsäureaufschlußverfahren wird das Titanmineral, z. B. der Ilmenit, durch die Schwefelsäure
zersetzt, die gereinigte Sulfatlösung hydrolysiert und das Hydrolysat getrocknet und kalziniert.
Ob man nun Anatas oder Rutil erhält, hängt einerseits von den Bedingungen der Hydrolyse und
andererseits von denen der Kalzinierung ab. Schon seit Beginn der Industrie der TiO2-Pigmente hat man
festgestellt, daß ein Überkalzinieren von Anatas zur Umwandlung desselben in Rutil führt. Hierbei wird
die Beständigkeit des Produkts verbessert, jedoch ist die Umkristallisation von einem Sintern begleitet,
das die Farbe, die Feinheit und das Deckvermögen verschlechtert.
Seitdem sind zahlreiche Verfahren empfohlen worden, um diese Rutilisierung durchzuführen, ohne die
Pigmentstruktur zu verschlechtern, sei es auf dem Wege der Hydrolyse, sei es auf dem der Kalzinierung.
So gelang es durch Zugabe kleiner Mengen von Rutilisierungskeimen, von Zinkoxyd oder von verschiedenen
anderen Substanzen zu dem Titandioxyd vor der Kalzinierung die Umwandlung in Rutil unter
Verfahren zur Herstellung von
Titandioxydpigmenten in Rutilform
Titandioxydpigmenten in Rutilform
Anmelder:
Fabriques de Produits Chimiques de Thann
et de Mulhouse, Thann, Haute-Rhin (Frankreich)
Vertreter:
Dr. H. Wittek, Patentanwalt,
Heidelberg-Schlierbach, Im Grund 20
Als Erfinder benannt:
Dr. Raymond Gerard Holbein,
Thann, Haute-Rhin (Frankreich)
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 31. August 1960 (837 375)
Erhaltung der Feinheit in großem Umfang zu erzielen, wobei man die Kalzinierung bei einer niedrigeren
Temperatur, z. B. 850° C, wie sie gewöhnlieh
bei der Kalzinierung von Anatas (ungefähr 950° C) angewandt wird, durchführt. Diese Herabsetzung
der Kalzinierungstemperatur ist an sich nicht wünschenswert, denn bei je höherer Temperatur das
TiO2 unter sonst gleichen Bedingungen kalziniert
wird, um so dichter v/ird seine Struktur und um so weniger ist es gegen unerwünschte fotochemische
Einwirkungen empfindlich und um so geringer ist seine Ölaufnähme: alles sehr erwünschte Eigenschaften.
Die Herabsetzung der Temperatur wird indessen unerläßlich wegen der Notwendigkeit, in
Gegenwart dieser Rutilisierungskatalysatoren ein starkes Zusammensintern des Produkts, das seine
Feinheit und Farbe schädigt, zu vermeiden.
Es ist auch schon ein Verfahren zur Herstellung von Titandioxydpigmenten in Rutilform bekannt, bei
dem Titandioxydhydrat in Gegenwart von rutilbildenden TiCyKeimen bei 750 bis 1000° C bis zur angeblich
völligen Umwandlung in Ruhe kalziniert wird. Nach diesem Verfahren soll man dem Titandioxydniederschlag
die bekannten Zusätze, wie z. B. Alkalimetallsalze oder andere Metallverbindungen, wie z.B.
Al0O,, vor oder nach dem Kalzinieren zusetzen. Ein
609 509326
Zusatz dieser Verbindungen nach dem Kalzinieren, d.h. lediglich ein Mischen mit dem bereits kalzinierten
Produkt, kann natürlich keine erhöhte Rutilbildung mehr hervorrufen. Ein Mischen vor
dem Kalzinieren gibt zwar einen gewissen Erfolg, befriedigt aber nicht hinsichtlich der Rutilbildung und
der beim späteren Zerkleinern des Produktes erforderlichen Weichheit desselben.
Es wurde nun gefunden, daß man ein in jeder Hinsicht zufriedenstellendes Rutilprodukt erhält, wenn
man eine vorbereitete wäßrige Suspension von rutilbildenden TiO2-Keimen zu der Titansulfatlösung zusetzt,
diese hydrolysiert und eine weitere Menge vorteilhaft auf andere Weise gewonnener Keimsuspension
und die geringen Mengen von Aluminium- und/ oder Alkalimetallsalzen und/oder eine geringe Menge
von Phosphorverbindungen zum ausgefällten, vorher gewaschenen Titandioxydhydrat-Gel hinzugibt, worauf
man das Gel trocknet und bei Temperaturen von ungefähr 1000° C und höher bis zur praktisch völligen
Umwandlung zu Rutil glüht.
Für die Herstellung der vor der Hydrolyse zuzusetzenden Keime kann man z. B. die in der französischen
Patentschrift 837 238, Beispiel 1, beschriebene Arbeitsweise benutzen, für die Herstellung der nach
der Hydrolyse und vor der Kalzinierung zuzusetzenden Keime die in der USA.-Patentschrift 2 427165
gemäß Anspruch 1 beschriebene Arbeitsweise.
Von Bedeutung für die Erzielung eines bestmöglichen Endproduktes ist nicht nur die Gesamtmenge
des Keimzusatzes, sondern auch das Verhältnis der beiden Keimzusatzmengen zueinander, das vorteilhaft
2:1 beträgt, und die in beiden Fällen verschiedene Art der Keimherstellung, wie sie in dem nachfolgenden
Beispiel beschrieben ist.
Man kann durch das erfindungsgemäße Verfahren eine nachteilige Zusammenfrittung der Teilchen
während der Kalzination bei oder über 1000° C vermeiden. Trotz dieser hohen Glühtemperaturen erfolgt
keine Herabsetzung der Feinheit der Farbe und der sonstigen Pigmenteigenschaften. Werden, wie bekannt,
die Keime lediglich vor der Kalzinierung zugesetzt, so kann man eine Erhitzung ohne Schädigung der
Feinheit des Pigments nur bei Temperaturen von etwa 900° C durchführen. Man erzielt aber hierbei
nicht die schöne, ins Blaue spielende Tönung des TiO2 und erreicht auch nicht den Grad der Verminderung
der Ölaufnahme und der Beständigkeit des Pigments gegenüber ultraviolettem Licht sowie
den Glanz der Färb- und Lackfilme, wie es auf Grund des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich ist.
Vorteilhaft ist der TiO2-Gehalt der vor der Hydrolyse
zugesetzten TiO2-Keimmenge größer als der
TiO2-Gehalt der nach der Hydrolyse, jedoch vor dem
Kalzinieren zugesetzten Keimmenge.
Die Vorteile dieser kombinierten Maßnahmen auf die Qualität des Endproduktes ist eine bisher nicht
festgestellte Tatsache.
Die Fortschritte der Kristallumwandlung in Gegenwart dieser Keime während der Kalzinierung kann
man durch bekannte Pigmentkontrollen und Prüfung des Produktes mit Röntgenstrahlen verfolgen.
Das Aluminiumoxyd bewirkt hauptsächlich, daß eine vollkommen weiße Farbe erhalten bleibt, selbst
wenn man das Produkt einer Kalzinierungstemperatur von 1000° C und darüber unterwirft.
Der Al2O3-Zusatz wirkt entgegengesetzt dem eines
Zinkoxydzusatzes, welcher bisher bei der Kalzinierung zwecks Umwandlung von Anatas in Rutil oft
empfohlen worden ist. Im vorliegenden Falle wirkt dieser Zusatz einer zur Vergröberung der Korngröße
führenden Sinterung entgegen.
Das Aluminium wird der Suspension des TiO2-Hydrolysats
nach einer Wäsche in Form einer Lösung, vorteilhaft als Aluminiumsulfat, hinzugegeben,
das sich dann bei den Kalzinierungstemperaturen des TiO2 zersetzt. Selbstverständlich wendet
ίο man, um eine vollkommene Mischung des Zusatzes
mit dem Titandioxyd zu gewährleisten, die hierfür üblichen Maßnahmen an. Die beste Deckfähigkeit
erzielt man gewöhnlich bei einem Gehalt von 0,8% Al2O3.
Die Gegenwart von P2O5 begünstigt die Erzielung
eines weicheren Produktes, das sich nach der Kalzinierung leicht zerkleinern läßt. Wenig P2O5 stört im
Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht die Rutilisierung; eine wertvolle Erkenntnis, die dem bei der
bisherigen Umwandlung von Anatas zu Rutil gerade entgegengesetzt ist und keineswegs vorauszusehen
war. Gewisse Titanmineralien, wie Ilmenit, enthalten schon etwas P2O5, welches fast vollständig im Hydrolysat
des TiO2 enthalten ist. Möglicherweise ist in einems solchen Falle eine weitere Zugabe von P2O5
überflüssig. Im allgemeinen zieht man es jedoch vor, etwas P2O5 dem Hydrolysat nach der Wäsche noch
zuzusetzen. Dieser Zusatz erfolgt, wie der des Al2O3,
in Form einer Lösung, vorteilhaft von Monoammoniumphosphat, das sich bei der Temperatur
der TiO2-Kalzinierung zersetzt.
Die Gegenwart von K2O übt gleichfalls auf die
Struktur einen günstigen Einfluß aus und ermöglicht besonders die Herstellung eines praktisch neutralen
oder schwach alkalischen Kalzinierungsproduktes (z. B. mit einem pH 7,5 bis 7,6). Dieser Zusatz trägt
auch dazu bei, das TiO2 ohne Schädigung bei einer höheren Temperatur zu kalzinieren, wodurch das
Produkt beständiger wird.
Auch dieser Zusatz erfolgt, wie der des Aluminiumoxyds, zu dem gewaschenen Hydrolysat, und
zwar in Form einer Lösung, z. B. von Kaliumkarbonat, vorteilhaft in einer Menge von ungefähr 0,4 bis
1% K2CO3, entsprechend 0,25 bis 0,7% K2O, bezogen
auf das TiO2.
Das hergestellte Produkt wird nach der üblichen Art, aber bei höheren Temperaturen, z. B. zwischen
1000 bis 1100° C kalziniert. Der Grad der Umwandlung in Rutil wird durch Messung am Röntgenstrahlen-Diagramm
ermittelt und bis zu einem Wert von annähernd 100% gesteigert. Der pH-Wert des Produktes
wird gleichfalls verfolgt und ungefähr bei Neutralität gehalten. Die Korngröße wird an Hand
von entnommenen Proben kontrolliert und das Färbevermögen wie üblich gemessen, z. B. wie in der
französischen Norm NF T. 30-023 beschrieben, indem man Rußschwarz an Stelle des normalerweise
benutzten Ultramarinblaus als gefärbtes Pigment benutzt. Unter diesen Bedingungen geben grobe
Pigmente ein Grau, das ins Rötliche oder Braune spielt, während das mit Hilfe sehr feiner Pigmente
erhaltene Grau eine ins Blaue spielende Farbe gibt. Die erfindungsgemäß erhaltenen Rutilpigmente geben
ein Grau, das ins Blaue spielt und sich so der mit Anatas erhaltenen Farbe nähert. Die erfindungsgemäß
erzielten Produkte sind an sich neu und weisen, wie oben beschrieben, ein Zusammenwirken von für
den Benutzer sehr wertvollen Eigenschaften auf, näm-
lieh eine weiße Farbe, einen weniger roten als vielmehr
blauen Farbton, eine geringere Ölaufnahme, eine größere Feinheit, einen gesteigerten Glanz des
Farbfilms, eine gegenüber fotochemischen Reaktionen fast völlige Beständigkeit und einen gegenüber
Witterungseinflüssen dauerhaften Anstrich.
Die Farbe kann nach den Vorschriften der französischen Norm NFT. 30-025 geschätzt werden, der
obenerwähnte Farbton nach der leicht modifizierten französischen Norm NF T. 30-023; der Ölbedarf
wird entsprechend der französischen Form NF T. 30-022 bestimmt. Die Feinheit läßt sich mit einem
geeigneten Meßgerät bestimmen.
Der Glanz des Films läßt sich abschätzen, indem man durch Reflexion das Bild des Drahtes einer
Lampe bei Weißglut beobachtet.
Die Widerstandsfähigkeit gegenüber fotochemischen Reaktionen bestimmt man nach bekannten
Verfahren, z. B. durch Anmachen des Pigments mit Glycerin, Mandelsäure oder Melaminformaldehyd
und Aussetzen beispielsweise eine Nacht lang dem ultravioletten Licht einer Lampe von 300 Watt,
welche in einer Entfernung von 30 cm von der Probe aufgestellt ist.
Das Anhaften der Farbanstriche beim Abkreiden läßt sich durch Aussetzen an die Luft oder in bekannten
Apparaten, welche das Messen des beschleunigten Abkreidens gestatten, abschätzen.
Das aus dem Kalzinierungsofen kommende Produkt ist auf Grund seines P2O5-Gehaltes besonders
brüchig. Dies ermöglicht, das Produkt der Kundschaft für besondere Anwendungen in trocken gemahlenem
Zustand zu liefern, was viel weniger kostet als eine Naßmahlung, welche gewöhnlich für die Rutilpigmente
als unvermeidbar gilt und gegenwärtig von den Herstellern fast ausschließlich angewandt wird.
a) Verfahren zur Herstellung der Keime
für die Hydrolyse
für die Hydrolyse
40
610 cm:i einer wäßrigen Lösung von 200 g/l TiCl4
werden innerhalb von 15 Sekunden zu 2820 cm3 einer Lösung von kaustischer Soda mit einem Gehalt von
67 g/l NaOH zugegeben. Man erhöht die Temperatur auf 85° C innerhalb von 40 Minuten und hält sie
auf dieser Höhe 30 Minuten lang. Dann fügt man 3430 cm3 kaltes Wasser hinzu. Man neutralisiert
durch Zugabe einer Lösung von kaustischer Soda genau auf einen pH-Wert von 7,0. Man wäscht durch
Dekantation, um 75% der gelösten Salze zu entfernen, und erhält schließlich 3700 cm3 einer Suspension
von 33 g/l TiO2.
b) Herstellung der Keime für die Kalzinierung
Man läßt ein Gemisch von 200 g TiO2 in Form
eines 33%igen Hydroxyds, das durch Hydrolyse erhalten und gewaschen worden ist, mit 400 g einer
Natronlauge, die 600 g NaOH im Liter enthält, 4 Stunden lang kochen; man läßt absetzen und
wäscht in fünf Dekantierungen mit je 1500 cm3 Wasser. Die letzte Dekantierung erfolgt nach Einstellung
des Gemisches mit Salzsäure auf einen pH-Wert von 5,0. Die Suspension, welche 80 g/l TiO2
enthält, wird auf 60° C erhitzt. Hierzu fügt man 600 g 32°/oiger Salzsäure. Man erhitzt im Laufe von
2 Stunden bis zum Sieden und läßt 1 Stunde lang kochen. Hierauf läßt man die Suspension, die ungefähr
67 g TiO., im Liter enthält, erkalten.
c) Hydrolyse
21 einer durch Zersetzung von Umenit mittels
Schwefelsäure herrührenden Lösung, welche enthält: 244,8 g/l TiO2, 2,7 g/l Ti+++ (ausgedrückt als TiO2),
71,0 g/l Eisen, 480,2 g/l aktive Schwefelsäure (freie
und an TiO2 gebundene Säure) werden auf 95° C erhitzt. Hierauf gibt man unter Umrühren während
10 Minuten 370 cm3 der, wie oben beschrieben, hergestellten Suspension von Keimen nach a) hinzu und
bringt die Lösung innerhalb von 10 Minuten zum Kochen. Nach ungefähr 30 Minuten wird die Lösung
grau. Man fügt dann innerhalb von 10 Minuten 310 cm3 Wasser hinzu. Gesamtdauer der Hydrolyse:
4 Stunden. Man filtriert das Hydrolysat, wäscht es und unterwirft es vorteilhaft einer Säurebehandlung
in Gegenwart von Titansalzen.
d) Pigmentation
Es wird eine wäßrige Suspension von 300 g gewaschenem Gel (entsprechend 100 g TiO2) hergestellt
und diese innig mit folgenden Zusätzen gemischt: 25 cm3 einer Suspension von Rutilisierungskeimen,
die, wie oben unter b) beschrieben, hergestellt worden sind, entsprechend ungefähr 1,7 g TiO2,
so daß die vor der Hydrolyse zugesetzte Keimmenge zu der nach der Hydrolyse zugesetzten sich vorteilhaft
wie 2:1 verhält, einer Lösung von 6 g hydratisiertem
Aluminiumsulfat (entsprechend ungefähr 0,8 g Al2O3), einer Lösung von 0,2 g Monoammoniumphosphat
(entsprechend ungefähr 0,1 g P2O5)
und einer Lösung von 0,5 g Kaliumkarbonat (entsprechend ungefähr 0,35 g K2O).
Man trocknet und kalziniert bei ungefähr 10000C,
wobei man die Rutilisierung an Hand der Entwicklung des Röntgenstrahlen-Diagrammes verfolgt. Man
erhält ein Produkt, in dem das TiO2 praktisch zu 100 °/o in Form von Rutil vorliegt. Es besitzt in noch
höherem Grade die Eigenschaften des gemäß Beispiel erhaltenen Produktes. Insbesondere ergibt die
Prüfung der Stärke seines Aufhellungsvermögens, durchgeführt nach der französischen Norm NF T.
30-023, wobei man Rußschwarz als gefärbtes Pigment benutzt, eine Tönung, die deutlich ins Blaue
spielt analog derjenigen bei Anatas, und zeigt eine sehr kleine und regelmäßige Korndimension. Gegenüber
den bisher hergestellten Produkten ist seine Ölaufnahme vermindert. Die Beständigkeit gegenüber
ultraviolettem Licht ist gewachsen, und der Glanz des Firnisfilmes ist besser. Ein solcher Rutil
stellt ein neues, sehr begehrtes Produkt dar.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von Titandioxydpigmenten in Rutilform durch Hydrolyse einer
Titansulfatlösung und Glühen des hierbei erhaltenen Titandioxydhydrats zusammen mit rutilbildenden
Keimen und kleinen Mengen von Aluminium- und/oder Alkalimetallsalzen, dadurch
gekennzeichnet, daß man eine vorbereitete
wäßrige Suspension von rutilbildenden TiO2-Keimen zu der Titansulfatlösung zusetzt und diese
hydrolysiert und eine weitere Menge einer vorteilhaft auf andere Weise gewonnenen Keimsuspension
und die geringen Mengen von Aluminium- und/oder Alkalimetallsalzen und/oder
eine geringe Menge von Phosphorverbindungen zum ausgefällten, vorher gewaschenen Titandioxydhydrat-Gel
hinzugibt, worauf man das Gel trocknet und bei Temperaturen von ungefähr 1000° C und höher bis zur praktisch völligen
Umwandlung zu Rutil glüht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anwendung der nachfolgend genannten
Mengen der zugegebenen Verbindungen, ausgedrückt in Gewichtsprozenten der Oxyde der
betreffenden Verbindungen, bezogen auf den TiO2-Gehalt des zu glühenden Produkts:
a) insgesamt 1 bis 6%, vorteilhaft 3 bis 5°/o ■ rutilbildende TiO2-Keime und
b) 0,3 bis 2,5%, vorteilhaft 0,6 bis 1% Al2O3,
insbesondere als Aluminiumsulfat, und/oder
c) 0,1 bis 0,5 °/o, vorteilhaft 0,1 bis 0,25% P2O5, insbesondere als Ammoniumphosphat,
und/oder
d) 0,1 bis 1%, vorteilhaft 0,25 bis 0,7% K2O, ao
insbesondere als Kaliumkarbonat.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der TiO2-Gehalt der vor der
Hydrolyse zugesetzten TiO2-Keimmenge größer
ist als der TiO2-Gehalt der nach der Hydrolyse,
jedoch vor dem Kalzinieren zugesetzten Keimmenge, wobei die vor der Hydrolyse zugesetzte
Keimmenge zu der nach der Hydrolyse zugesetzten Keimmenge sich vorteilhaft wie 2:1 verhält.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Keime für die Hydrolyse
dadurch herstellt, daß man eine wäßrige Lösung von 200 g/l TiCl4, vorteilhaft 610 Volumenteile,
innerhalb kurzer Zeit, vorteilhaft 15 Sekunden, zu emer Lösung von kaustischer Soda mit einem Gehalt von 67 g/l NaOH, vorteilhaft
2820 Volumteile, hinzugibt, die Temperatur allmählich, vorteilhaft innerhalb von 40 Minuten,
auf ungefähr 85° C erhöht und eine Zeit lang, vorteilhaft 30 Minuten, auf dieser Temperatur
hält, hierauf kaltes Wasser, vorteilhaft 3430 Volumteile, hinzugibt, durch Zugabe einer Lösung
von kaustischer Soda genau auf einen pH-Wert von 7,0 neutralisiert und durch Dekantation
wäscht, bis ungefähr 75 % der gelösten Salze entfernt sind, wodurch man eine Suspension von
33 g/l TiO2, (ungefähr 3700 Volumteile) erhält.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die vor der Kalzinierung
zuzusetzenden Keime dadurch herstellt, daß ein Gemisch von TiO2, vorteilhaft 200 Gewichtsteile, in Form eines 33%igen Hydroxyds mit einer
verdünnten Natronlauge, vorteilhaft 400 Gewichtsteile, die 600 g/l NaOH enthalten, einige
Stunden, vorteilhaft 4 Stunden lang, kocht, absetzen läßt, durch Dekantieren mit Wasser, vorteilhaft
in 5 Dekantierungen mit je 1500 Volumteilen Wasser, wäscht, wobei man vor der letzten
Dekantierung das Gemisch mit Salzsäure auf einen pH-Wert von 5,0 einstellt, hierauf die
Suspension, welche ungefähr 80 g/l TiO2 enthält,
auf 60° C erhitzt, hierzu ungefähr 32%lge Salzsäure,
vorteilhaft 600 Gewichtsteile, hinzugibt, ungefähr 2 Stunden bis zum Sieden erhitzt, ungefähr
1 Stunde kocht und dann die Suspension, die ungefähr 67 g/l TiO2 enthält, erkalten läßt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 841781.
Deutsche Patentschrift Nr. 841781.
609 509/326 2.66 © Bundesdruckerei Berlin
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