DE1206597B - Uranlegierung und Verwendung derselben fuer Kernreaktor-Brennelemente - Google Patents
Uranlegierung und Verwendung derselben fuer Kernreaktor-BrennelementeInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
C22c
Deutsche Kl.: 40 b-27/00
Nummer: 1 206 597
Aktenzeichen: U 9716 VI a/40 b
Anmeldetag: 10. April 1963
Auslegetag: 9. Dezember 1965
Die Erfindung bezieht sich auf Uranlegierungen und die Verwendung derselben für die Herstellung
von Brennelementen zum Gebrauch in Kernreaktoren. Uranlegierungen, die durch Zugabe von Eisen
und Aluminium in kleinen Mengen (wie in der britischen Patentschrift 863 492 beschrieben) eingestellt
sind, ergeben ein feinkörniges Gefüge bei der Wärmebehandlung eines Kernbrennstoffstabes, der aus der
Legierung gegossen wird, durch Härtung desselben nach dem Erhitzen in der Beta-Phase, gefolgt durch
ein Anlassen in der Alpha-Phase. Der Zweck einer solchen Behandlung besteht in der Kornverfeinerung
des Brennelementstabes und darin, dem Wachstum der Oberflächenkörner unter Bestrahlung zuvorzukommen,
das zu einer Brennelementoberfläche führt, die rauh oder rissig wird. Nach einer solchen Behandlung
kann in dem Brennelementstab ein geringer Betrag einer bevorzugten Orientierung vorhanden
sein, der durch die Beta-Härtungsmaßnahme hervorgerufen wird, und bei Gebrauch des Brennelementstabes
in einem Kernreaktor kann dies zu Dimensionsänderungen des Brennelementstabes führen, der
Art, wie diese als Strahlungswachstum bekannt sind.
Gegossenes Uran ist im wesentlichen frei von bevorzugter Orientierung, weist aber den Nachteil eines
grobkörnigen Gefüges auf. Es ist schon gefunden worden, daß Zugaben von Molybdän ein feinkörniges
Gefüge ergeben, das für Reaktorzwecke geeignet ist, wenn unter normalen Bedingungen gegossen
und abgekühlt wird, d.h. Gießen in eine Graphitform und Abkühlen im Vakuum mit einer Geschwindigkeit
von 15° in der Minute. Wegen des hohen Neutroneneinfangquerschnittes des Molybdäns ist es
erwünscht, daß die Menge des in der Legierung anwesenden Molybdäns für den Gebrauch in einem
Kernreaktor auf einer Mindestmenge gehalten werden sollte.
Es wurde nun gefunden, daß Uranlegierungen mit einem Molybdängehalt unter der als Minimum für
die Herstellung einer feinen Kornstruktur als Guß unter normalen Gießbedingungen erforderlichen
Menge den unerwarteten Vorteil besitzt, ein feinkörniges Gefüge zu ergeben, wenn die Uran-Molybdän-Legierung
durch die Zugabe von Eisen und Aluminium entsprechend eingestellt und die Gußlegierung
isotherm von der Beta-Phase in die Alpha-Phase umgewandelt wird, wobei als weiterer Vorteil
erscheint, daß nach der isothermen Umwandlung ein Gußbarren der Legierung im wesentlichen frei
ist von bevorzugter Orientierung und deshalb keinem nennenswerten Strahlungswachstum bei dem Gebrauch
in Kernreaktoren unterworfen sein wird, so Uranlegierung und Verwendung derselben für
Kernreaktor-Brennelemente
Kernreaktor-Brennelemente
Anmelder:
United Kingdom Atomic Energy Authority,
London
London
Vertreter:
Dipl.-Ing. E. Schubert, Patentanwalt,
Siegen, Eiseraerstr. 227
Als Erfinder benannt:
Malcolm Stevens,
Wallace Albert Charles Pollock, London
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 19. April 1962 (15 244),
vom 11. Mai 1962 (18 204)
Großbritannien vom 19. April 1962 (15 244),
vom 11. Mai 1962 (18 204)
wie dies eintritt, wenn mit Eisen und Aluminium legiertes Uran durch Härten aus dem Beta-Zustand
mit nachfolgendem Alpha-Anlassen wärmebehandelt wird.
Erfindungsgemäß besteht die Uranlegierung aus 0,25 bis 0,60 Gewichtsprozent (entsprechend 0,625
bis 1,5 Atomprozent) Molybdän, 0,04 bis 0,15 Gewichtsprozent Aluminium und 0,032 bis 0,05 Gewichtsprozent
Eisen, Rest Uran und zufällige Verunreinigungen, und ist durch Erhitzen in das Beta-Phasengebiet
hinein auf eine Temperatur im Bereich von bis 750° C mit nachfolgender sehr schneller Abkühlung
auf eine Temperatur im Bereich von 450 bis 550° C und Halten auf dieser Temperatur isotherm
aus der Beta-Phase in die Alpha-Phase umgewandelt.
Erfindungsgemäß ist auch die Verwendung dieser derart wärmebehandelten Legierung für den Gebrauch
als Kernbrennstoff in einem Kernreaktor-Brennelement.
Die erfindungsgemäße Legierung ist dann der erstrebten Kornverfeinerung zugänglich, wenn sie nach
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10
dem Gießen der oben geschilderten isothermen Umwandlung unterworfen wird.
Erfindungsgemäße Legierungen können hergestellt werden durch Einbringen eines magnesiumreduzierten
Uranknüppels in einen Graphittiegel, zusammen mit dem Molybdän und dem Aluminium,
die in Form einer 3- oder 6%>igen Vorlegierung mit
Uran zugegeben werden, während das Eisen in Streifchenform zugesetzt und das Ganze mittels Hochfrequenz-Induktionsheizung
unter Vakuum geschmolzen wird. Die Schmelze wird bei 1500 bis 1550° C 5 Minuten lang gehalten und dann noch
unter Vakuum in eine mit Tonerde ausgekleidete Graphitform gegossen und der Abkühlung überlassen.
Für die isotherme Wärmebehandlung der erfindungsgemäßen Legierungen sind die folgenden Beispiele
angegeben.
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Ein Gußbarren einer Uranlegierung aus 0,25 Gewichtsprozent Molybdän, 0,032 Gewichtsprozent
Eisen und 0,073 Gewichtsprozent Aluminium wurde in den Beta-Phasenbereich hinein auf eine Temperatur
von 725° C erhitzt und darauf sehr schnell in as
ein Salzbad mit einer Temperatur von 550° C übergeführt. Der Barren wurde in dem Salzbad 45 Minuten
belassen, um die isotherme Umwandlung von der Beta-Phase in die Alpha-Phase vor sich gehen
zu lassen. Der isotherm umgewandelte Barren zeigte danach ein unregelmäßiges Gefüge mit einer Korngröße,
die höchstens 0,3 mm und im Durchschnitt 0,15 mm betrug.
35
Ein Gußbarren einer Uranlegierung aus 0,25 GewichtsprozentMolybdän,0,034GewichtsprozentEisen
und 0,10 Gewichtsprozent Aluminium wurde in den Beta-Phasenbereich hinein auf eine Temperatur von
725° C erhitzt und darauf sehr schnell in ein Salzbad mit einer Temperatur von 550° C übergeführt.
Der Barren wurde 45 Minuten lang in dem Salzbad belassen, um die isotherme Umwandlung aus der
Beta-Phase in die Alpha-Phase stattfinden zu lassen.
Der isotherm umgewandelte Barren zeigte danach ein unregelmäßiges Gefüge mit einer Korngröße, die
höchstens 0,3 mm und im Durchschnitt 0,1 mm betrug.
Ein Gußbarren einer Uranlegierung aus 0,6 Gewichtsprozent Molybdän, 0,035 Gewichtsprozent
Eisen und 0,1155 Gewichtsprozent Aluminium wurde in den Beta-Phasenbereich hinein auf eine Temperatur
von 725° C erhitzt und dann sehr schnell in ein Salzbad mit einer Temperatur von 550° C übergeführt.
Der Barren wurde 45 Minuten in dem Salzbad belassen, um die isotherme Umwandlung aus der
Beta-Phase in die Alpha-Phase stattfinden zu lassen. Der isotherm umgewandelte Barren zeigte danach
ein unregelmäßiges Gefüge mit einer Korngröße, die höchstens 0,2 mm und im Durchschnitt 0,10 mm
betrug.
Die Verminderung im Molybdängehalt in den erfindungsgemäßen Legierungen, verglichen mit bekannten
Molybdänlegierungen, die mindestens 1,2 Gewichtsprozent Molybdän enthalten, ist von Vorteil
da, wo die Legierung für die Herstellung von Kernreaktor-Brennstoffelementen eingesetzt wird, und
zwar wegen der Verminderung des neutronen-absorbierenden, nicht spaltbaren Materials bei der Konstruktion
des Kernreaktorinneren und wegen der Vereinfachung der chemischen Wiederaufarbeitung
der bestrahlten Brennstoffelemente.
Claims (2)
1. Feinkörnige Uranlegierung mit niedrigem Molybdängehalt, dadurch gekennzeichnet,
daß sie aus 0,25 bis 0,6 Gewichtsprozent Molybdän, 0,04 bis 0,15 Gewichtsprozent Aluminium
und 0,032 bis 0,05 Gewichtsprozent Eisen, Rest Uran und zufällige Verunreinigungen,
besteht und durch Erhitzen in das Beta-Phasengebiet hinein auf eine Temperatur im Bereich
von 680 bis 750° C mit nachfolgender sehr schneller Abkühlung auf eine Temperatur im Bereich
von 450 bis 550° C und Halten auf dieser Temperatur isotherm aus der Beta-Phase in die
Alpha-Phase umgewandelt ist.
2. Verwendung einer nach Anspruch 1 zusammengesetzten und wärmebehandelten Legierung
für den Gebrauch als Kernbrennstoff in einem Kernreaktor-Brennelement.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1120155.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1120155.
509 757/343 11.65 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
GB15244/62A GB976305A (en) | 1962-04-19 | 1962-04-19 | Improvements in or relating to uranium alloys |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE1206597B true DE1206597B (de) | 1965-12-09 |
Family
ID=10055627
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEU9716A Pending DE1206597B (de) | 1962-04-19 | 1963-04-10 | Uranlegierung und Verwendung derselben fuer Kernreaktor-Brennelemente |
Country Status (4)
Country | Link |
---|---|
BE (1) | BE631108A (de) |
DE (1) | DE1206597B (de) |
FR (1) | FR1355191A (de) |
GB (1) | GB976305A (de) |
Citations (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1120155B (de) * | 1958-07-11 | 1961-12-21 | Atomic Energy Authority Uk | Uranlegierung und Verfahren zur Waermebehandlung derselben |
-
0
- BE BE631108D patent/BE631108A/xx unknown
-
1962
- 1962-04-19 GB GB15244/62A patent/GB976305A/en not_active Expired
-
1963
- 1963-04-10 DE DEU9716A patent/DE1206597B/de active Pending
- 1963-04-17 FR FR931816A patent/FR1355191A/fr not_active Expired
Patent Citations (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1120155B (de) * | 1958-07-11 | 1961-12-21 | Atomic Energy Authority Uk | Uranlegierung und Verfahren zur Waermebehandlung derselben |
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
BE631108A (de) | |
GB976305A (en) | 1964-11-25 |
FR1355191A (fr) | 1964-03-13 |
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