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Hydraulische Aufzugssteuerung Die Erfindung betrifft eine hydraulische
Aufzugssteuerung, bei welcher das Druckmittel über eine Pumpe und ein Rückschlagventil
dem Hubzylinder zu- und aus letzterem durch eine in ihrem Querschnitt mittels fernbedienbarer
Schaltventile mit magnetischer Hilfsventilauslösung und verzögerter Umschaltung
regelbare Ablaßleitung abgeführt wird, für verzögerte Heb- und Senkbewegung des
Fahrkorbes beim Anfahren und Halten.
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Es sind hydraulische Steuerungen eines Fahrkorbes bekannt, denen das
Druckmittel mittels eines Rückschlagventils zugeführt und in dessen Ablaßleitung
ein normales und magnetisch auslösbares Durchgangsventil nachgeschaltet ist. Dem
Durchgangsventil ist dann noch ein weiteres Drosselorgan für die ständige Drosselung
des Gesamtquerschnittes nachgeschaltet. Ein schnelles An- und Abfahren des Fahrkorbes
ist dadurch nicht möglich. Schließlich ist es auch bekannt, für die hydraulische
Steuerung eines Fahrkorbes ein magnetisch auslösbares und vorgesteuertes Durchgangsventil
zu verwenden, das für seine verzögerte Öffnungs- und Schließbewegung des Hauptverschlußstückes
einstellbare Drosselstellen in dem Servohilfskreislauf besitzt, für die Beeinflussung
der Belastungsstöße des Fahrkorbes. Eine Erhöhung der Haltegenauigkeit des Fahrkorbes
ist aber dadurch nicht möglich.
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Die Erfindung hat in erster Linie zur Aufgabe, die Haltegenauigkeit
des Fahrkorbes bei Verwendung einfacher Umschaltventile zu erhöhen und erreicht
dies dadurch, daß dem hilfsgesteuerten Hauptventil in der Ablaßleitung ein mit wesentlich
kleinerem Durchgang versehenes Nebenventil parallel geschaltet ist und letzteres
gleichzeitig mit dem Hauptventil öffnet, aber nur getrennt vom Hauptventil über
einen vom Fahrkorb betätigten Endschalter abschaltbar ist.
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Dadurch, daß beimAnfahren beideVentile gleichzeitig zur Einschaltung
gelangen, aber im Bereich der gewünschten Stationsstellung das Hauptventil bereits
selbsttätig abschaltet, während das Nebenventil so lange eingeschaltet bleibt, bis
der Fahrkorb in sein Stationsziel langsam einläuft, wird auch bei allen Fahrkorbbelastungen
und Fahrtrichtungen ein genauer Stationseinlauf möglich, weil der Fahrkorb infolge
des wesentlich kleineren noch zu schaltenden Querschnittes sofort stehen bleibt.
Es empfiehlt sich, das Nebenventil als unmittelbar durch einen Magneten zu schaltendes
Schnellschaltventil auszubilden mit einem Durchgang von nur 5 % desienigen
des Hauptventils.
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Werden die zu steuernden Leitungsquerschnitte, besonders bei größeren
Fahrstuhlanlagen, ebenfalls sehr groß, z. B. mehr als 11/2 " Leitungsquerschnitt,
dann ist der Anfahrvorgang über das verzögert arbeitende Hauptventil nicht
immer ausreichend, d. h. nicht immer stoßfrei. Um auch hier ein weiches
Anfahren besonders beim Heben des Fahrkorbes zu erreichen, ist noch ein
annähernd gleich großes, ebenfalls hilfsgesteuertes Zusatzventil in einer
weiteren Nebenleitung, aber jetzt zwischen Pumpe und Rückschlagventil vorgesehen,
welches mittels Drosselstellen vor dem Ventilkolben in bekannter Weise bei Einschaltung
schnell öffnet und bei Abschaltung langsam schließt.
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Dieses Nebenventil wird mit der Pumpe, sofern die Druckerzeugung über
eine solche erfolgt, eingeschaltet. Das Servomittel, in diesem Falle öl,
fließt jetzt zurück in den Behälter ohne jeden Einfluß auf die Fahrbühne. Soll nun
der Fahrkorb in Gang kommen, dann wird dieses Nebenventil abgeschaltet. Der
öldruck baut sich über das Rückschlagventil langsam und dann mit stetig zunehmender
Beschleunigung vor dem Arbeitszylinder auf, so daß bei völlig geschlossenem Nebenventil
der Fahrkorb seine endgültige Geschwindigkeit erreicht.
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Durch die Tatsache, daß der Aufzug nur in Gang kommt, wenn der Abfluß
des Ölkreislaufes mehr oder weniger gedrosselt wird, kann in einfacher Weise die
Bewegung des Fahrkorbes den gewünschten Anforderungen mit Hilfe einfach aufgebauter
Unischaltventile durchgeführt werden, da ihre verzögerte Umschaltung über das Vorsteuerventil
lediglich durch Druckknopfbetätigung gelingt.
Ausführungsbeispiele
für die Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt F
1 g. 1 ein Schema für die neue Aufzugssteuerung, F i g. 2 eine Weiterbildung
derselben, F i g. 3 im Schnitt ein Umschaltventil für die Steuerungen nach
F i g. 1 und 2.
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Der Fahrkorb soll in den Ausführungsbeispielen über den Arbeitskolben
15 eines Zylinders gehoben bzw. gesenkt werden, wobei als Druckflüssigkeit
Öl
Verwendung finden soll.
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Durch die Ölpumpe 1 wird aus dem ölbehälter 14 das Drucköl
über ein Rückschlagventil 4 in die Hauptleitung 3 vor den Arbeitskolben
15 gefördert. Ein Druckaufbau kann jedoch solange nicht stattfinden als in
der Ablaßleitung 2 das Hauptventil 6
geöffnet ist. Das Hauptventil
6 ist als reines Durchgangsventil ausgebildet und besitzt einen von Hand,
vorzugsweise im Zulauf, von außen einstellbaren Drosselkörper 10 nach
F i g. 3 für die Hauptmengeneinstellung im Durchgang bei voll geöffnetem
Verschlußstück. Das Hauptventil 6 ist ein vorgesteuertes Ventil, dessen Hilfsventil
5 als Mehrwegeventil ausgebildet und über den Schaltmagnet 20 gesteuert wird.
Wird der Magnet fembedienbar eingeschaltet, dann wird über die Nebenleitung
16 durch das Hilfsventil 5 Drucköl vor den Ventilkolben
7 gefördert und dieser nach unten bewegt, da sein Querschnitt im Sinne eines
Differenzkolbens größer ist als derjenige des Verschlußstückes auf dem Ventilsitz
9.
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Im vorliegenden Fall soll das Hauptventil 6 in beiden Richtungen
schnell öffnen und schließen, je-
doch diese Steuerbewegungen in beiden Richtungen
verzögert einleiten. Dies wird in bekannter Weise durch die Drosselstellen
8 und 8" erreicht, während die Drosselstelle 8' entfernt wird
und der dazugehörige Anschluß 18 mit einem Blindverschluß versehen ist. Das
Gehäuse des Hauptventils 6 besitzt also in dem Druckmittelkreislauf die Anschlußstellen
18 für das Einbringen und Austauschen von Drosselstellen. Auf diese Weise
kann das Ventil jeder gewünschten Betriebsart in einfacher Weise angepaßt werden.
Wird die Drosselstelle 8 entfernt, dann erfolgt bei ebenfalls fehlender Drosselstelle
8'
ein beschleunigter Druckaufbau, während der Druckabbau über die Drosselstelle
8' verzögert einsetzt und durch die Querschnittsbemessungen an den Verschlußstücken
beschleunigt endet. Wird die Drosselstelle 8' nur in der Leitung
17 zum Arbeitskolben 7 vorgesehen, und zwar als einzige Drosselstelle,
dann findet ein verzögerter Druckauf- und -abbau in beiden Richtungen statt.
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Für einen genauen Stationseinlauf - auch bei wechselnder Belastung
- wird dem Hauptventil 6
in der Ablaßleitung 2 ein Nebenventil 12 in
der Nebenleitung 11 zugeschaltet, welche gleichfalls in den Abgang inündet.
Dieses Nebenventil 12 ist vorzugsweise ein unmittelbar gesteuertes Schnellschaltventil,
dessen Durchgangsquerschnitt nicht größer als 5 % des Durchgangsquerschnittes
des Hauptventils 6 ist. Darüber hinaus besitzt das Nebenventil 12 eine Handbetätigung
24 für den Fall, daß bei Stromausfall ein langsames Senken des Fahrkorbes und ein
genaues Anhalten erwünscht ist.
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Beim Abwärtsfahren erhalten das Haupt- und Nebenventil 6 und
12 gleichzeitig Strom, so daß das Drucköl durch beide Ventile in den Vorratsbehälter
14 abfließt. Kurz vor der gewünschten Haltestellung schaltet sich das Hauptventil
6 ab und das Druck-öl strömt jetzt nur noch durch das Nebenventil 12. Dadurch
läuft der Fahrkorb langsam in die gewünschte Endstellung, in der er über einen nicht
dargestellten Endschalter das Nebenventil 12 abschaltet und auf diese Weise sofort
zum Stillstand kommt.
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Sollen größere Fahrkörbe gesteuert werden, die beispielsweise einen
lichten Rohrdurchmesser von mehr als 11/2 " erfordern, dann ist ein weiches
Anfahren in der Aufwärtsrichtung nicht immer gewährleistet. Hierfür wird nach dem
Ausführungsbeispiel in F i g. 2 ein hilfsgesteuertes Zusatzventil
6,
das wie das Hauptventil 6 geartet ist, in einer zum Vorratsbehälter
14 führenden Nebenleitung 13 vorgesehen, wobei diese Leitung vor dem Rückschlagventil
4 abzweigt. Dieses Zusatzventil 6' ist ebenfalls ein Durchgangsventil mit
einer Hauptmengeneinstellung 10 nach F i g. 3, bei welchem die Schließbewegung
durch die eingebaute Drosselstelle 8 verzögert wird, während die öffnungsbewegung
ohne Drosselstellen 8' bzw. 8" beschleunigt erfolgt. Durch Änderung
der Drosselquerschnitte und/oder der Hauptmengeneinstellung 10 wird der Durchgang
dieses Ventils in seiner Grundeinstellung festgelegt. Dieses Zusatzventil
6' wird gleichzeitig bei Einschaltung der Pumpe mitgeöffnet, so daß letztere
über die Nebenleitung 13 das Drucköl zunächst in den Behälter 14 zurückfördert.
Wird jetzt das Zusatzventil 6' abgeschaltet, so geht es infolge der eingestellten
Drosselstelle verzögert in seine Schließlage zurück. Dadurch wird ein langsamer
Druckanstieg in der Hauptleitung 3 durch das sich jetzt öffnende Rückschlagventil
4 erreicht. Der Fahrkerb beginnt langsam bei geschlossenem Haupt- und Nebenventil
6 und 12 anzufahren mit stetiger Beschleunigung. Da das Zusatzventil
6' vor dem Rückschlagventil 4 eingefügt ist, läßt sich die Senkbewegung des
Fahrkorbes in gleicher Weise wie im Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 durchführen.