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Uhrgehäuse mit abnehmbarem Boden Gegenstand der Erfindung ist ein
Uhrgehäuse mit abnehmbarem Boden, der an einem Gehäusemittelteil mittels eines Schnappverschlusses
befestigt ist.
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Diese Befestigungsart des Bodens ist eine der ersten, die bei Uhrgehäusen
verwendet worden ist. Sie ist auch die denkbar einfachste, insbesondere in Bezug
auf die Handhabung der beim Schließen oder öffnen des Gehäuses zusammenwirkenden
Teile. Bei dünnwandigen Gehäusen oder solchen aus einem verhältnismäßig stark nachgiebigen
Material wie beispielsweise Kunststoffe, Leichtmetalle oder Messing, braucht auch
bei der Herstellung der beim Einschnappen des Bodens zusammenwirkenden, unterschnittenen
Teile des Bodens und des Gehäusemittelteils keine besondere Beachtung auf die Genauigkeit
geschenkt zu werden.
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Diese Verhältnisse sind aber bei dickwandigen Gehäusen aus Stahl völlig
anders. Selbst die sorgfältigste Herstellung der erwähnten zusammenwirkenden Gehäuseteile
bietet keine Gewähr dafür, daß jeder Boden einer Fabrikationsserie mit irgendeinem
Gehäusemittelteil der entsprechenden Fabrikationsserie derart paßt, daß er in der
gewünschten Weise an diesem befestigt oder von diesem wieder weggenommen werden
kann. Der Verschluß ist in 20 % der Fälle entweder zu lose, um eine annehmbare Befestigung
des Bodens zu gewährleisten, oder zu hart, so daß das Gehäuse mittels der üblichen
Messerklinge nicht mehr geöffnet werden kann. Da ferner ein mit Schnappverschluß
befestigter Boden nach wiederholtem öffnen des Gehäuses am Gehäusemittelteil immer
weniger festhält, muß der Schalenhersteller dafür sorgen, daß der Boden am Anfang
so hart einschnappt, daß er gerade noch mit einer Messerklinge wieder weggenommen
werden kann. Dies setzt daher noch eine weitere Einschränkung der Herstellungstoleranzen
voraus.
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Zu den obenerwähnten Nachteilen der mit Schnappverschluß befestigten
Stahlböden, die hauptsächlich auf das zum öffnen des Gehäuses verwendete Werkzeug
zurückzuführen sind, kommt insbesondere bei wasserdicht abgeschlossenen Gehäusen
auch noch derjenige hinzu, daß jedermann in der Lage ist, das Gehäuse seiner Uhr
selber zu öffnen, was im allgemeinen zu einer schweren Beeinträchtigung derselben
führt.
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Die Hersteller von Qualitätsuhren haben daher das Bestreben, den Gehäuseboden
derart zu befestigen, daß er nur durch einen Fachmann weggenommen werden kann. Zu
diesem Zwecke wurde der Boden in den Gehäusemittelteil eingeschraubt, so daß er
nur mit einem speziellen Werkzeug losgeschraubt werden kann. Diese Befestigungsart
hat aber die Nachteile, daß sie die Herstellung des Gehäuses verteuert und zudem
zuviel Platz in Anspruch nimmt.
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Die Erfindung schafft nun diesem Übelstand Abhilfe, indem der Boden
derart mit Schnappverschluß am Gehäusemittelteil befestigt wird, daß einerseits
die dabei einschnappenden Flächen des Gehäuses, ohne übermäßig eng beieinanderliegende
Toleranzgrenzen einhalten zu müssen, hergestellt werden können und andererseits
das öffnen des Gehäuses, so wie bei Gehäusen mit eingeschraubtem Boden, mittels
eines speziellen Werkzeuges erfolgen muß.
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Die Erfindungsaufgabe wird dadurch gelöst, daß der eine der zwei Gehäuseteile
- Boden, Gehäusemittelteil - eine Nockenffäche und der andere einen als Fühler dienenden
Vorsprung aufweist, welcher beim Drehen des Bodens, wenn letzterer sich in seiner
geschlossenen Lage befindet, mit der Nockenfläche zusammenwirkt und den Boden vom
Gehäusemittelteil abhebt.
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Dadurch kann der Schnappverschluß sehr hart gemacht werden und braucht
offensichtlich nicht mehr mit derselben Genauigkeit hergestellt zu werden, als wenn
der Boden gut halten und doch mittels einer Messerklinge lösbar sein muß.
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Der erfindungsgemäße Vorsprung wird am einfachsten mit dem Boden hergestellt,
indem letzterer mit einem an seinem Umfang befindlichen, radial nach außen vorstehenden
Vorsprung gestanzt wird. Dabei muß die erfindungsgemäße Nockenfläche auf dem Gehäusemittel
angeordnet werden. Vorzugsweise weist sie dann die Form einer Wendelfläche
auf, deren Achse mit derjenigen des Gehäuses zu- |
sammenfällt. |
Damit das Gehäuse mittels einer handelsüblichen Schließzange geschlossen
werden kann, weist dessen Mittelteil zur Aufnahme des Bodenvorsprunges auf seiner
Unterseite eine Ausnehmung auf, an welche die Wendelfläche anschließt. Zum Schließen
des Gehäuses kann der Boden auf den Gehäusemittelteil derart gelegt werden, daß
sein Vorsprung sich über der erwähnten Mittelteilausnehmung befindet, und beim Öffnen
derselben wird der Bodenvorsprung unverzüglich auf die Wendelfläche gelangen, sobald
der Boden, von seiner geschlossenen Lage ausgehend, gedreht wird.
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Um das Gehäuse vor Beschädigungen zu behüten, die etwa durch den Versuch,
eine Messerklinge zwischen den Gehäusemittelteil und den Bodenvorsprung einzusetzen,
entstehen könnten, kann der Gehäusemittelteil mit einem in axialer Richtung vorspringenden
Teil hergestellt werden, der dazu bestimmt ist, wenigstens teilweise die Endfläche
des Bodenvorsprungs zu verdecken. Bei Armbanduhrgehäusen wird dieser vorspringende
Teil des Gehäusemittelteils vorzugsweise durch eines der Hörner gebildet. An Stelle
eines vorspringenden Teils kann jedoch der Gehäusemittelteil zur Aufnahme des Bodenvorsprungs
auch eine Nut aufweisen, welche auf der der Wendelfläche entgegengesetzten Seite
seiner genannten Ausnehmung eingeschnitten ist.
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Beim erfindungsgemäßen Gehäuse braucht der Bodenvorsprung nicht unbedingt
radial vorzustehen. Er kann gegenüber dem Boden auch eine senkrechte Ausdehnung
besitzen.
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Zum Verhüten einer beeinträchtigenden Abnutzung wird der mit der erfindungsgemäßen
Nockenfläche in Berührung kommende Vorsprung vorzugsweise abgeschrägt.
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Um den Boden drehen zu können, wird er am einfachsten, wie die eingeschraubten
Böden, mit einem mehrkantigen Teil versehen. Dies hat den zusätzlichen Vorteil,
daß die erfindungsgemäßen Gehäuse mit denselben Werkzeugen wie die Gehäuse mit eingeschraubtem
Boden geöffnet werden können.
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Zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in der Zeichnung
dargestellt, und zwar zeigt F i g. 1 eine Draufsicht des ersten Ausführungsbeispiels
von der Bodenseite her, F i g. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-1I in F i g. 1
in vergrößertem Maßstab, F i g. 3 einen Schnitt nach der Linie 111-III in F i g.
1 in vergrößertem Maßstab, F i g. 4 einen demjenigen nach F i g. 3 entsprechenden
Schnitt nach der Linie IV-IV der F i g. 5, welche eine teilweise Draufsicht von
der Bodenseite her auf das zweite Ausführungsbeispiel darstellt.
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Beim ersten Ausführungsbeispiel (F i g. 1 bis 3) ist der Gehäuseboden
4 b mit Schnappverschluß am Mittelteil 1 b einer Dichtungspackung
5 a aus Kunststoff befestigt, deren Profil angenähert L-förmig
ist und wobei der waagerechte Schenkel 6 a dieser Pakkung wasserdicht zwischen
dem Innenrand 26 a des Randteiles 26 und der Bodeninnenseite gefaßt
ist, während der senkrechte Schenkel der Packung 5 a
einen Ringwulst
22 besitzt, der durch einen Stahlspannring 9 a gegen die Wand einer
Ausbuchtung 23 des Gehäusemittelteiles 1 b angepreßt wird. Der Boden
4 b dieses Gehäuses besitzt an seinem Außenumfang einen radial abstehenden
Vorsprung 27. Bei geschlossenem Gehäuse tritt dieser Vorsprung in eine Ausnehmung
28 (F i g. 3) des Mittelteiles 1 b ein, welche letzte in eine längs des Umfanges
verlaufende Wendelfläche 29 übergeht.
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Wird der Boden 4 b im Sinne des Pfeiles A in F i g.
1 gedreht, so wird der Vorsprung 27 durch die Wendelfläche 29 angehoben und
damit der Boden entsprechend seiner Drehung vom Mittelteil 1 b entfernt,
wodurch der Ringwulst 22 aus der Ausbuchtung 23 herausgezogen wird. Um eine Abnutzung
des Mittelteiles durch die relative Bewegung von Vorsprung und Wendelfläche zu vermeiden,
ist derjenige Teil des Vorsprungs, welcher auf die Wendelfläche zu liegen kommt,
abgeschrägt, welche Abschrägung in F i g. 3 mit 30 bezeichnet ist.
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Das Verschließen des betreffenden Gehäuses geschieht so, daß man den
Boden 4 b auf den Mittelteil 1 b derart auflegt, daß sich der Vorsprung 27
gegenüber der Ausnehmung 28 befindet. Anschließend wird auf den Boden ein
axialer Druck ausgeübt, so lange, bis der Ringwulst 22 völlig und an jeder
Stelle in die Ausbuchtung 23 eingetreten ist.
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Durch diese Anordnung von Mitteln, welche beim Drehen des Bodens selbsttätig
dessen Abhebung vom Gehäusemittelteil bewirken, kann der Schnappverschluß wesentlich
härter ausgebildet werden als bei denjenigen Konstruktionen, bei welchen das Abheben
des Bodens beispielsweise mit Hilfe einer Taschenmesserklinge zu erfolgen hat.
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Um das Drehen des Bodens 4 zu erleichtern, weist dieser einen
axial nach unten vorspringenden mehrkantigen Teil 31 auf, welcher mit einem entsprechend
geformten Schlüssel erfaßt und so gedreht werden kann.
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Das Gehäuse nach diesem Ausführungsbeispiel kann auf keine andere
Weise als durch das Drehen des Bodens im Sinne des Pfeiles A geöffnet werden, da
der Boden vollständig in einen am Außenrand des Mittelteiles vorgesehenen Ringkragen
32 eintritt, so daß keine Möglichkeit besteht, mit irgendeinem Werkzeug zwischen
den Boden und den Mittelteil einzudringen. Da des weiteren der Spannring
9 a die Packung 5 a sehr stark in die Ausbuchtung 23 eindrückt, ist
es auch nicht möglich, den Boden 46 anders als mit dem genannten Spezialschlüssel
zu drehen. Um schließlich noch zu verhindern, daß man eine Messerspitze zwischen
den Gehäusemittelteil und die Nase 27 einschieben könnte, ist die Ausnehmung
28 gegenüber einem Horn 33 des Gehäuses angeordnet, so daß die Unterseite dieses
Horns wenigstens teilweise den Vorsprung 27 überdeckt, wie dies insbesondere
aus F i g . 2 ersichtlich ist. Die gleiche Wirkung könnte auch dadurch erreicht
werden, daß der Vorsprung sich nicht bis an den Außenumfang des Mittelteiles erstrecken
würde, in welchem Falle die äußerste Fläche dieses Vorsprungs durch einen hervorstehenden
Teil des Mittelteiles überdeckt werden könnte.
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Die gleichen Überlegungen liegen dem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß
den F i g. 4 und 5 zugrunde, wo es auch darum geht, die Möglichkeit des Einschiebens
eines Werkzeuges, beispielsweise einer Messerklinge, unter den Vorsprung zu verhindern.
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Bei diesem Ausführungsbeispiel ist eine Nut 34
in den Ringkragen
32 des Mittelteiles geschnitten, und zwar auf derjenigen Seite der Ausnehmung
28,
welche der schiefen Fläche 29 gegenüberliegt. Der Boden 4 b besteht
aus einem Stück mit einem radialen
Vorsprung 35, welcher so angeordnet
ist, daß er in die Nut 34 eintreten kann. Zum Zwecke, den Vorsprung in die Schließstellung
überzuführen, wird der Boden 4 b zuerst derart auf den Mittelteil 1 b aufgesetzt,
daß sich der Vorsprung 35 über der Ausnehmung 28 befindet, anschließend wird durch
axialen Druck auf den Boden der Schnappverschluß betätigt, so daß der Vorsprung
35 in die Ausnehmung 28 eintritt, um anschließend den Boden im Sinne des Pfeiles
B (F i g. 5) zu drehen und so den Vorsprung 35 in die Nut 34 eintreten zu lassen.
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Um ein solches Gehäuse zu öffnen; wird gleich vorgegangen wie bei
dem Gehäuse nach dem ersten Ausführungsbeispiel, d. h., der Boden wird entgegengesetzt
gedreht, so daß der Vorsprung 35 zuerst aus der Nut 34 austritt und bei weiterer
Drehung längs der Wendelfläche 29 angehoben wird, bis der Ringwulst 22 der Dichtungspackung
5 a vollständig aus der Ausbuchtung 23 des Mittelteiles 1 b herausgezogen ist.
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Bei den zwei dargestellten Ausführungsbeispielen muß der Durchmesser
des Gehäusemittelteils größer sein als derjenige des Bodens, da der Gehäusemittelteil
einen sich über seinen ganzen Umfang erstrekkenden Ringkragen 32 besitzt, auf welchem
die Wendelfläche 29 herausgearbeitet ist.
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Sollte der ästhetische Eindruck des Gehäuses dadurch oder durch die
Wendelfläche selbst beeinträchtigt werden, so sind diese Nachteile sehr leicht dadurch
zu vermeiden, daß diese Fläche unsichtbar angeordnet wird. Zu diesem Zwecke würde
es genügen, einen Gehäuseboden mit einem axialen Vorsprung vorzusehen, welcher wie
in den beiden dargestellten Ausführungsbeispielen in eine Ausnehmung des Mittelteiles
eintritt, an welche Ausnehmung die Wendelfläche bei geschlossenem Gehäuse durch
den Boden überdeckt würde. Diese Anordnung würde des weiteren gestatten, den Ringkragen
des Mittelteiles, in welchen der Boden eintritt, wesentlich schmäler zu halten,
als dies bei den zwei dargestellten Ausführungsbeispielen der Fall war.
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Es ist selbstverständlich, daß in allen Fällen der Boden mit zwei
oder mehreren Vorsprüngen versehen sein könnte, wobei mindestens eine der Anzahl
Vorsprünge entsprechende Zahl von Ausnehmungen und Wendelflächen vorgesehen sein
müßte.