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Vergrößerungsgerät Die Erfindung geht aus von einem Vergrößerungsgerät
mit automatischer Scharfeinstellung eines Objektivs, bei dem der zur automatischen
Scharfeinstellung dienende, aus Leitkurve und doppelarmigen Hebel bestehende Mechanismus
eine Führungsstange einstellt.
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Die bisher bekannten Vergrößerungsgeräte mit automatischer Objektivscharfeinstellung
weisen einen aus Leitkurve und zweiarmigem Hebel bestehenden Mechanismus auf, der
auf das Objektivauszugsteil einwirkt. Diese Geräte erlauben die Herstellung von
photographischen Bildern nur in bestimmten Ausmaßen, die durch den Vergrößerungsbereich
gegeben sind, für welchen das Vergrößerungsgerät konstruiert worden ist. Es ist
bekannt, daß bei solchen Vergrößerungsgeräten die Schärfe des vergrößerten Bildes
im ganzen Vergrößerungsbereich nicht optimal ist, daß der Grad der Unschärfe aber
bei unterschiedlicher Vergrößerung verschieden wird. Die Abweichungen der Scharfeinstellung
vom optimalen Wert hängen ab teils von den Fertigungsabweichungen der Steuerkurven,
mit Hilfe welcher die automatische Scharfeinstellung von der - theoretischen - Grundform
erfolgt, teils von den Fertigungsabweichungen in den Objektivbrennweiten der benutzten
Objektive. Diese in der Fertigung unvermeidlichen Fertigungsabweichungen bewegen
sich aber in kleinen Grenzen der zulässigen Unschärfe.
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Für sehr strenge Anforderungen sind Vergrößerungsgeräte mit automatischer
Objektivscharfeinstellung bekannt, die die Durchführung von kleinen Korrektionen
der Scharfeinstellung und dadurch die Ausschließung von Fehlern erlauben, welche
durch die im vorhergehenden Absatz angeführten Produktionsungenauigkeiten entstanden
sind. Dadurch wird auch die Herstellung von ganz scharfen Bildern im ganzen Vergrößerungsbereich
ermöglicht. Die Vorrichtung zum Ausführen von Korrekturen der Scharfeinstellung
ermöglicht natürlich nur die Ausführung von kleinen Veränderungen der Objektivlage,
die durch die automatische Scharfeinstellung eingestellt ist. Es ist also z. B.
nicht möglich, mit einem mit automatischer Scharfeinstellung arbeitenden Vergrößerungsgerät
eine Vergrößerung in einem durch die Gerätekonstruktion vorher nicht bestimmten
Maßstab herzustellen. So z. B. ist es möglich, die Negativvergrößerung durch Verdrehung
des optischen Teiles des Vergrößerungsgerätes aus der normalen Lage (d. h. der vertikalen
Lage) um 90° und durch Bildprojektion auf das z. B. an der Wand befestigte photographische
Papier größeren Formates durchzuführen. Die beiden angeführten Gruppen von Vergrößerungsgeräten
mit automatischer Scharfeinstellung des Objektivs weisen also einen gemeinsamen
Nachteil auf, und zwar, daß ihre Anwendung durch den Bereich von möglichen Vergrößerungsmaßstäben
beträchtlich beschränkt worden ist.
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Die angeführten Nachteile beseitigt das den Erfindungsgegenstand,
bildende Vergrößerungsgerät sowohl mit automatischer als auch von Hand betätigter
Scharfeinstellung eines oder mehrerer Objektive.
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Die Erfindung besteht darin, daß der Träger des Objektivs an einem
mit einem Drehknopf von Hand zu betätigenden Teil gelagert ist, der an der Führungsstange
der automatischen Scharfeinstellung befestigt ist.
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Durch die angeführte Anordnung ist es möglich, entweder die Scharfeinstellvorrichtung,
welche durch bekannte technische Mittel direkt auf die Führungsstange einwirkt,
auf der gleichzeitig der Objektivträger gelagert wird, auszunutzen oder bei beliebiger
durch den Mechanismus zur automatischen Scharfeinstellung bestimmten Lage nachträglich
Feineinstellung von der Hand durchzuführen. Es ist auch möglich, beim Richten des
Lichtkopfes des Vergrößerungsgerätes in andere Richtung als auf die Grundplatte
des Vergrößerungsgerätes, d. h. auf die Ebene, auf die die automatische Scharfeinstellvorrichtung
einreguliert ist, das Bild des vergrößerten Negativs auf den Vergrößerungsmaßstab
einzuschärfen, welcher von demjenigen Vergrößerungsmaßstabbereich beträchtlich abweicht,
für den die automatische Scharfeinstellvorrichtung konstruiert worden ist.
Ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht. Der Deutlichkeit
wegen sind hier nur die Teile des Vergrößerungsgerätes schematisch dargestellt,
welche zur Aufklärung der Wirkungsweise des Vergrößerungsgerätes notwendig sind.
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Auf einem Ständer 1 ist der Lichtkopf 2 verschiebbar, welcher in beliebiger
Lage durch eine Schraube 3 sichergestellt werden kann. Auf dem Ständer 1 ist weiterhin
durch Schrauben 12 eine Schablone 6 befestigt, deren Frontseite 61 die Führungskurve
für den Mechanismus der automatischen Scharfeinstellung bildet. Den Mechanismus
der automatischen Scharfeinstellung bildet ein um einen Zapfen 4 drehbarer zweiarmiger
Hebel 5, welcher mit seinem einen Ende 51 die Frontseite 61. der Schablone 6 berührt
und mit seinem anderen Ende 52 sich an den verbreiterten Endteil 71 einer Führungsstange
7 lehnt. Die Führungsstange 7 ist im Lichtkopf 2 verschiebbar gelagert. Zwischen
dem verbreiterten Endteil 71 der Führungsstange 7 und dem Lichtkopf 2 ist eine Schraubfeder
8 gelagert. Auf der Führungsstange 7 ist auch der Träger 9 des Objektivs 11 gelagert,
welcher auf der Führungsstange 7 mittels eines Drehkopfes 10 und eines nicht veranschaulichten
Mechanismus (Reibungsmechanismus, Zahngetriebe u. dgl.) bekannter Art verschiebbar
angeordnet ist.
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Die Wirkungsweise des Vergrößerungsgerätes gemäß der Erfindung ist
wie folgt: In der der Zeichnung angedeuteten Lage arbeitet das Vergrößerungsgerät
wie der übliche Typ von Vergrößerungsgeräten mit automatischer Scharfeinstellung.
Bei einer beliebigen Lage des Lichtkopfes 2 auf dem Ständer 1 berührt das
Ende des Armes 51 des zweiarmigen Hebels 5 die Frontseite 61 der Schablone
6
an einer bestimmten Stelle durch Einwirkung des Druckes der Schraubenfeder
8, welcher durch den verbreiterten Endteil 71 der Führungsstange 7 übertragen wird.
Für die angenommene Lage des Lichtkopfes ergibt sich auch die Lage der Führungsstange
7 in Abhängigkeit von dem zweiarmigen Hebel s und dadurch auch des auf der Führungsstange
7 gelagerten Trägers 9 des Objektivs 11. Vor dem Arbeitsbeginn bei der Ausnutzung
des Bereiches der automatischen Scharfeinstellung genügt es also, eine einzige Scharfeinstellung
in diesem Bereich mittels des Drehknopfes 10 vorzunehmen, um ausreichende
Schärfe im ganzen Bereich der automatischen Scharfeinstellung sicherzustellen. Bei
der Arbeit außer diesem Bereich führt man die Scharfeinstellung durch den Vorschub
des Trägers 9 des Objektivs 11 auf der Führungsstange 7 mittels des Drehknopfes
10
aus.
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So ist es möglich, Aufnahmen mit extrem großen oder umgekehrt mit
extrem kleinem Vergrößerungsmaßstab zu machen unter Beibehaltung von allen Vorteilen
des Vergrößerungsgerätes mit automatischer Scharfeinstellung im üblich angewandten
Vergrößerungsmaßstabsbereich. Der Fall eines extrem großen Vergrößerungsmaßstabes
kommt sehr oft bei der Projektion des vergrößerten Bildes auf eine senkrechte Wand
vor, d. h. auf eine Wand, welche zur üblichen waagerechten Gerätegrundplatte senkrecht
steht. In solchem Falle dreht sich der optische Teil des Lichtkopfes 2 von der ursprünglichen
Lage um 90°. In diesem Falle ist es notwendig, den zweiarmigen Hebel s durch Verdrehung
in die vorgewählte Grundstellung so zu bringen, daß der Endteil 51 des zweiarmigen
Hebels 5 nach der Zurückführung des optischen Teile des Lichtkopfes 2 in die ursprüngliche
Lage in Berührung mit der Frontseite 61 der Schablone 6 gebracht werden könnte.
Der Mechanismus der Verdrehung des optischen Teiles des Lichtkopfes 2 und
der zum Verbringen des zweiarmigen Hebels 5 in die Grundstellung dienende Mechanismus
sind in der Figur nicht dargestellt, weil sie zur Wirkungsweise des Erfindungsgegenstandes
nicht wesentlich sind.
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Wie aus der Beschreibung ersichtlich ist, ermöglicht der Erfindungsgegenstand
die Konstruktion von Vergrößerungsgeräten, welche ihr breites Anwendungsgebiet sowohl
in der Amateur- als auch in der Berufspraxis finden.