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Löschmittel zur Bekämpfung von Metallbränden Die Erfindung bezieht
sich auf ein Löschmittel zur Bekämpfung von Metallbränden, wie solchen von Magnesium,
Aluminium, Lithium, Natrium, Kalium, Uran oder Legierungen dieser Metalle.
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Durch den steigenden Verbrauch solcher Metalle in der Industrie, insbesondere
von Leichtmetallen, besteht der Bedarf nach geeigneten Löschmitteln. Eine größere
Anzahl von Vorschlägen ist zwar bekannt, die Mehrzahl der danach zu verwendenden
Löschmittel hat jedoch den Nachteil, daß sie entweder selbst brennbar sind oder
daß sie am Brandherd giftige Gase entwickeln. Löschmittel, die brennbar sind, stellen
zumeist Flüssigkeiten mit hohem Flammpunkt dar, wodurch unter den herrschenden Bedingungen
am Brandherd eine Reaktion mit dem brennenden Metall nicht eintreten kann; sie löschen
durch ihre Kühl- und Stickwirkung. Im Laufe der Erwärmung des Löschmittels, insbesondere
in Hinsicht auf die sehr hohen Flammentemperaturen bei derartigen Bränden, beginnen
diese Löschmittel aber selbst zu brennen, so daß aus dem primären Metallbrand ein
sekundärer Brand des Löschmittels entsteht. Auch bilden sich in manchen Fällen hierbei
giftige Gase.
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Das Löschmittel nach der Erfindung stellt ein Trockenlöschpulver dar,
das im wesentlichen, und zwar zu 80 bis 98 %, aus einem inerten Material, wie Natriumchlorid,
und einem verkohlbaren organischen Stoff besteht und dadurch gekennzeichnet ist,
daß es als organischen Stoff ein Gemisch aus Hartpech und einem leicht entflammbaren
Material, wie Polyäthylen oder Hartparaffin, enthält, wobei der Anteil des leicht
entflammbaren Materials 50 % der Hartpechmenge nicht übersteigt. Gegebenenfalls
enthält dieses Löschpulvergemisch zur Verbesserung der Rieselfähigkeit und Wasserabweisung
noch an sich hierfür bekannte Zusätze, wie Talkum, Tricalciumphosphat oder Stearate.
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Trockenpulver haben an sich gewisse Vorzüge, wenn sie die wichtige
Voraussetzung für einen schnell wirksamen Einsatz erfüllen, daß sie bei der meist
sehr hohen Hitzestrahlung nicht eine dichte Annäherung an den Brandherd zwecks einwandfreier
Abdeckung erfordern. Da aber verschiedene der bekannten Löschpulver für Metallbrände
nicht durch Leitungen gefördert werden können und deshalb mittels Schaufeln oder
durch einfaches Aufgießen auf den Brandherd gebracht werden müssen, so sind dadurch
entweder erhebliche Gefährdungen der Löschmannschaft möglich, oder aber die Aufbringung
fällt unzureichend aus und ist damit nicht genügend wirksam.
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Ein bekanntes Löschpulver beispielsweise, das aus Harnstoff und gleichen
oder geringeren Mengen eines Peches sowie Polyäthylen besteht und gut abdeckt und
auch keine giftigen Gase entwickelt, führt nicht nur bei entsprechenden Temperaturen
des Metallbrandes zu Sekundärbränden, sondern es ist mit einem Rückstand von 10
% bei Siebung durch ein Sieb mit 28 Maschen je Zentimeter auch zu grob, um durch
Rohrleitungen an die Brandstelle gefördert werden zu können; es läßt sich auch nicht
mittels Treibgas aus einem Feuerlöscher fördern, ohne daß beachtliche Restmengen
in dem Gerät zurückbleiben. Der Versuch, Harnstoff feiner zu mahlen, stößt auf verschiedene
Schwierigkeiten. Mit zunehmender Feinheit erhöht sich die Neigung des Harnstoffes
zum Verbacken, und sein hygroskopisches Verhalten nimmt zu. Bei größerer Wasseraufnahme
lassen sich auch Natrium- oder Kaliumfeuer schlecht bekämpfen, da diese Metalle
sehr stark mit wasserhaltigen Substanzen unter Verpuffung reagieren und unter Umständen
zu explosionsartigen Vorgängen führen. Vorteilhafter ist demgegenüber ein anderes
bekanntes Löschpulver, welches zu 80 bis 98 % aus einem inerten Material, d. h.
einem nicht mit dem brennenden Metall, z. B. brennenden Natrium, reagierenden Stoff
besteht und außerdem einen feuerfesten Zusatz und geringe Mengen eines verkohlbaren
organischen Stoffes enthält, der bei seiner Zersetzung ein zusammenhängendes verkohltes
Produkt ergibt.
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Als inertes Material im obigen Sinn kommen in Frage Natriumchlorid
oder allgemein Alkalichloride sowie Chloride oder Fluoride der Erdalkalimetalle
oder Graphit; als organische Stoffe benennt die bekannte Vorschrift vor allem Huf-
oder Hormnehltrockenblut, Casein oder Kokskohle.
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Ein solches Pulvergemisch ergibt auf dem brennenden Metall zunächst
eine zähe, kittartige Schmelze, wodurch das brennende Metall die über dem Brandgut
liegende Pulverdecke nicht durchdringen kann, bis das Salz schmilzt und dann mit
der verglimmenden organischen Masse das Brandgut nach außen dicht abschließt.
Bei
der praktischen Anwendung hat sich aber gezeigt, daß infolge des verhältnismäßig
starken Wärmegefälles. wie es bei Abdeckung der Brandstelle in der Bedeckungsschicht
aus Pulver auftritt - die betreffenden Salze sind sehr schlechte Wärmeleiter -,
über einer unteren Schichtlage aus geschmolzenem Material nur unzusammenhängendes
lockeres Pulver verbleibt. Durch Blasenbildung (»Kochen«) der Schmelzeschicht erhält
dadurch der Luftsauerstoff Zutritt zum Brandkern. Feuerfeste Zusätze, wie sie für
die bekannten Zusammenstellungen verwendet werden können, haben keinen Einfluß auf
diese nachteilige Erscheinung: Zusätze ferner, wie Pech, Kautschuk, Huf- oder Hornmehl,
die als »teerige« Stoffe das Ankleben des Pulvers am Metall begünstigen sollen,
brennen leicht. Dadurch entstehen Sekundärbrände und bei manchen dieser Zusätze
ist die Menge abgespaltener brennbarer Gase sogar beträchtlich. Vor allem aber rieseln
diese Stoffe sehr schlecht und führen zum Verbacken des Trockenpulvers beim Lagern.
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Demgegenüber ist das erfindungsgemäß zu verwendende Hartpech ein rieselfähiges
Material, das bei dem obenerwähnten Wärmegefälle schwerlich seinen Schmelzpunkt
erreicht und das allein nicht brennt. Durch die nur geringe Menge eines weiteren
Zusatzes eines leicht entflammbaren und gut rieselfähigen Materials, wie Polyäthylen
oder Hartparaffin, läßt sich das Trockenlöschpulver genau darauf abstellen, daß
kein sichtbarer Sekundärbrand auftreten kann, das Pulver aber ausreichend »sintert«,
um eine geschlossene und gegen Luftzutritt schützende Kruste zu bilden. Das Trockenlöschpulver
ist durch die erfindungsgemäß ausgewählten Zusätze auch so gut rieselfähig und in
seiner Rieselfähigkeit beständig, daß es störungslos und aus gefahrloser Entfernung
vom Brandherd eingesetzt werden kann.
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Als Hauptbestandteil haben sich neben oder an Stelle des besonders
vorteilhaften Natriumchlorides vor allem Kaliumchlorid, ferner Natriumtetraborat
oder Bortrioxyd als sehr gut geeignet erwiesen.
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Das Löschmittel nach der Erfindung verglimmt nur an der Stelle unmittelbarer
Berührung mit dem brennenden Metall ohne erkennbare Flammwirkung trotz des vorhandenen
leicht entflammbaren organischen Stoffes alsbald, und das Kochsalz bzw. das verwendete
wasserfreie Salz schmilzt bei der gegebenen Brandtemperatur, dringt in das Brandgut
ein und bildet mit den verkohlten organischen Zusätzen eine dichte, das Metall umhüllende
Decke, die in überraschender Weise den Metallbrand zum Erlöschen bringt.
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Das Löschpulvergemisch, das an sich gutlagerfähig und praktisch restlos
ausspritzbar und in Leitungen förderbar ist, kann, wie oben erwähnt, zur Verbesserung
der Rieselfähigkeit und der Wasserabweisung Zusätze enthalten, beispielsweise noch
Talkum oder Tricalciumphosphat und besonderes Stearate. die das Pulver hydrophob
machen, was deshalb zweckmäßig ist, weil das Fernhalten von Feuchtigkeit eine wesentliche
Voraussetzung für das erfolgreiche Löschen von Metallbränden ist. Der prozentuale
Anteil der Fließmittel soll zwischen 2 und 1.011/o liegen. Ein Stearatzusatz von
I bis 211' o gibt dem Pulver genügend wasserabweisendes Verhalten und verbessert
außerdem auch die Rieselfähigkeit.
Beispiele |
1. 65 % NaCI ?. 70'/o NaCI |
10 % B.,03 15 °/o BaO;, |
5 "/o Hartpech 10 0.14) Hartpech |
5 % Urotropin 3 % Polyäthylen |
5 % Talkum ' ",!o Magnesium- |
1 % Calciumstearat stearat |