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Verfahren und Einrichtung zum Beeinflussen der Speisewassermenge eines
Zwangdurchlaufdampferzeugers Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung
zum Beeinflussen der Speisewassermenge eines Zwangdurchlaufdampferzeugers mit zwischen
Verdampferheizfläche und Oberhitzerheizfläche angeordnetem Flüssigkeitsabscheider,
wobei die Menge des zugeführten Speisewassers in Abhängigkeit von der am Ende der
Verdampferheizfläche gemessenen Temperatur eingestellt wird.
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Bei einem bekannten Verfahren dieser Art wird die Temperatur am Ende
eines Rohres der Verdampferheizfläche gemessen, das gegenüber den übrigen parallel
geschalteten Rohren dieser Heizfläche etwas überhitzt gefahren wird. Die gemessene
Temperatur ist ein Maß für die Feuchtigkeit des Arbeitsmittels in den übrigen Rohren.
Bei Laständerungen des Dampferzeugers ändert sich auch der Druck in der Verdampferheizfläche,
und es muß deshalb die Temperatur am Ende des Meßrohres bei verschiedenen Lastzuständen
unterschiedliche Werte haben, um eine konstante mittlere Feuchtigkeit beim Eintritt
in den Abscheider zu erzielen. Es ist daher üblich, den Sollwert für die Temperatur
lastabhängig zu steuern. Das Herstellen einer Temperatursollwert-Verstellvorrichtung
erfordert genaue Vorausberechnungen der verschiedenen Drücke vor dem Abscheider
bei den jeweiligen Lastzuständen, wobei jedoch verschiedene, im praktischen Betrieb
auftretende und die Temperaturmessung wesentlich beeinflussende Umstände nicht erfaßt
werden, z. B. die Verschmutzung der Wärmeübertragungsfläche, sei es auf der Außenseite
durch Schlackenansatz oder auch auf der Innenseite durch Salzablagerung.
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Es ist ferner ein Verfahren zum Beeinflussen der Speisemenge eines
Zwangdurchlaufdampferzeugers bekannt, bei dem man diese Menge in Abhängigkeit des
Verhältnisses der Menge des mindestens durch einen Teil des Dampferzeugers strömenden
Arbeitsmittels zur Abschlämmenge einstellt. Bei diesem Verfahren ist zwar eine Temperatursollwert-Verstellvorrichtung
nicht vorhanden, es ist dafür mehr für Dampferzeuger geeignet, die im wesentlichen
Grundlast fahren. Bei Anwendung dieses Verfahrens auf Dampferzeuger, die plötzlichen
Laständerungen unterworfen sind, würde die Regelung wegen des stoßweisen Entleerens
des Abscheiders leicht unstabil.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Temperatursollwert-Verstellvorrichtung
zu vermeiden und die Regelung zusätzlich derart auszugestalten, daß sie auch bei
schnellen Laständerungen stabil arbeitet.
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Die erfindungsgemäße Lösung ist dadurch gekennzeichnet, daß in an
sich bekannter Weise das Verhältnis der Abschlämmenge aus dem Flüssigkeitsabscheider
zu der Menge des mindestens einen Teil des Dampferzeugers durchströmenden Arbeitsmittels
gebildet wird und daß der Verhältniswert zeitlich geglättet und der so geglättete
Verhältniswert dem Temperaturmeßwert überlagert wird.
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Die Erfindung bringt wesentliche Vorteile mit sich. Dadurch, daß der
Verhältniswert dem Temperaturmeßwert überlagert wird, werden in der Regelung auch
Störungen @berücksichtigt, die sich im voraus nicht erfassen lassen, z. B. Verschmutzungen
der Verdampferheizfläche. Die Regelung wird dabei aber nicht unstabil, weil der
Verhältniswert zeitlich geglättet in den Temperaturregelkreis eingeleitet wird.
Somit wird auf einfache Weise ein bei allen Lasten des Dampferzeugers störungsfreier
Betrieb erzielt.
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Eine vorteilhafte Einrichtung zum Durchführen des Verfahrens, bei
der am Ende der Verdampferheizfläche ein Temperaturmeßorgan vorgesehen ist, das
mit einer Regelvorrichtung verbunden ist, die in Abhängigkeit der gemessenen Temperatur
die Menge des zugeführten Speisewassers einstellt, ist dadurch gekennzeichnet, daß
in an sich bekannter Weise ein Mengenmeßorgan für die aus dem Abscheider abgeschlämmte
Flüssigkeit und ein Mengenmeßorgan für das mindestens einen Teil des Dampferzeugers
durchströmende Arbeitsmittel vorgesehen und mit einem Vergleichsorgan verbunden
sind, in dem aus den beiden Mengenmeßwerten ein Vergleichswert gebildet wird, und
da.ß zur zeitlichen Glättung des Vergleichswertes ein Integrationsorgan vorgesehen
ist, dessen Ausgang mit dem Sollwerteingang der die
Speisewassermenge
einstellenden Regelvorrichtung verbunden ist.
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Weitere Merkmale der Erfindung sind in der folgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt F i g.
1 ein Schaltbild eines Zwangdurchaufdampferzeugers mit einer Einrichtung zum Beeinflussen
der Speisemenge, F i g. 2 bis 4 in gegenständlicher Darstellung den Dampferzeuger
und verschiedene Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Einrichtung. je unter Verwendung
hydraulischer Mittel, und F i g. 5 und 6 zwei Ausführungsformen der erfin--#'ungsgemäßen
Einrichtung. je unter Verwendung elektrischer Mittel.
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In der Anlage gemäß F i g. 1 fördert eine Speisepumpe 1 flüssiges
Arbeitsmittel über ein Speiseventil 2 und ein Mengenmeßorgan 35 in einen Ekonomiser
4, von wo aus es in die parallelgeschalteten Rohre 51 einer Verdampferheizfläche
5 gelangt. Mindestens eines der Rohre 51, hier das Rohr 6, ist mit einer Drosselvorrichtung
7 ausgerüstet und an seinem Austrittsende mit einem Temperaturmeßorgan 8 versehen.
Das die Heizfläche 5 verlassende Arbeitsmittel gelangt in einen Flüssigkeitsabscheider
9, aus dem der Dampf über ein Mengenmeßorgan 10 in einen nicht dargestellten Überhitzen
weitergeleitet wird, während die abgeschiedene Flüssigkeit über ein Abschlämmventil
11 und ein Mengenmeßorgan 120 abgeschlämmt wird.
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Am Eintritt in den Abscheiden 9 soll beispielsweise die Feuchtigkeit
des Dampfes 51)#'" betragen. Nach der Erfindung wird die Speisewassermenge mit Hilfe
des Speisewasserventils 2 über einen Servomotor 27 dadurch eingestellt, daß diesem
ein Impuls zugeführt .wird, der zunächst aus der Cberlagerung zweier Impulse besteht.
Der erste dieser beiden Impulse kommt von dem Temperaturmeßorgan 8, während der
zweite Impuls aus dem Verhältnis der von dem Mengenmeßorgan 120 gemessenen Abschlämmenge
und der vom Mengenmeßorgan 35 gemessenen Speisewassermenge gebildet wird. wobei
vor der Überlagerung der Verhältniswert in dem Integrationsorgan 16 zeitlich geglättet
wird. Die Überlagerung der beiden Impulse findet in der Regelvorrichtung 14, 15
statt, die proportional-iiitegralen Charakter hat. Nach einer Ausführungsform der
Erfindung wird der Regelvorrichtung 14, 15 außerdem ein direkt von dem Mengenmeßorgan
35 kommender Speisewassermengenimpuls zugeführt, wodurch ein rasch wirkender Speisemengenregelkreis
gebildet und der Betrieb des Dampferzeugers verbessert wird. Nach einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung wird der Regelvorrichtung 14, 15 ein Dampfmengenimpuls
aufgeschaltet, der von dem Mengenmeßorgan 10 in der zum überhitzen führenden Leitung
herrührt. Auch hierdurch läßt sich der Betrieb des Dampferzeugers wesentlich verbessern.
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Gemäß F i g. 2 besteht das Meßorgan 35 aus einer Meßblende, einem
Druckdifferenzempfänger 3 und einem damit über eine Kurvenscheibe 38 in Wirkungsverbindung
stehender. Mengenimpulsgeber 30, der in der Impulsleitung 31 der Speisewassermenge
entsprechende Impulse erzeugt. Das Rohr 6 der Verdampferheizfläche 5 weist an seinem
Eintrittsende 70 die Drosselvorrichtung 7 und an seinem Austrittsende 52 das Temperaturmeßorgan
8 auf. Dieses wird dadurch gebildet, daß das Rohr 6 an dem Austrittsende 52 über
eine Strecke 82 isoliert wird und deren Wärmeehnungen. die ein Maß für die Temperatur
des durchströmenden Dampfes sind, mit einem sich praktisch nicht dehnenden Stab
verglichen werden. Das Ergebnis dieses Vergleichs äußert sich in der jeweiligen
Stellung der Kurvenscheibe 81, deren Bewegung über ein Gestänge 86 auf einen
Impulsgeber 80 übertragen wird, der somit einen der Temperatur des durchströmenden
Dampfes entsprechenden Impuls erzeugt. So wird bei einer Längenänderung der Strecke
82 die Kurvenscheibe 81 in Richtung des Pluspfeiles bewegt und dabei das Gestänge
86 angehoben. das die Feder 83 zusammendrückt und damit die Steuerg?ocke F J, des
Impulsgebers 80 nach oben bewegt. Der Druck der durch eine Zuführleitung 85 in den
Impulsgeber 80 eintretenden Steuerflüssigkeit wird dadurch größer und damit auch
der Druck in der an den Impulsgeber 80 angeschlossenen Impulsleitung 18. Durch Formgebung
der Kurvenscheibe 81 hat man es in der Hand. eine beliebige Funktion zwischen
Temperatur und Impulsgröße zu bilden.
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Stromab" vä rts hinter dem Sammler 50 der Verdampferheizfläche 5 befindet
sich der Flüssigkeitsabscheider 9 mit einer Niveauregelvorrichtung 90, die das Abschlämmventil
i l in der AbschlämmleitunQ 110 betätigt. In dieser Leitung befindet sich das Mengenmeßorgan
120, das eineu dem Quadrat der durchfließenden Menge proportionale Druckdifferenz
I h bildet, die über Meßleitungen 121 und 122 an einen Druckdifferenzempfänger 12
übertragen wird. Dieser Empfänger wandelt die Druckdifferenz in eine Bewegung einer
Kurvenscheibe -123 um. derart, daß bei größer werdender Druckdifferenz ein Gestänge
124 angehoben wird. In gleicher Weise wie beim Temperaturinipuls-eber 80 wirkt sich
die Bewegung des Gestänges 124 über einen Impulsgeber 125 auf den Druck der Steuerflüssigkeit
in der Leitung 126 aus. Die vom Impulsgeber 125 erzeugten Impulse entsprechen also
der jeweiligen Abschlämmenge in der Leitung 110. Auch hier kann durch entsprechende
Formgebung der Kurvenscheibe 123 eine beliebige Funktion zwischen Abschlämmenge
und Impuls-Rröße gewählt werden. Beispielsweise kann man, was in einigen Fällen
zweckmäßig sein wird, den Impuls in der Leitung 126 proportional der Abschlämmenge
machen. Das gleiche gilt sinngemäß auch für das Mengenmeßorgan 35 hinsichtlich der
Formgebung der Kurvenscheibe 38.
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Die Mengenimpulsleitungen 126 und 31 sind an das Vergleichsorgan
13 angeschlossen und weisen je ein einstellbares Drosselorgan 16' auf. Das Vergleichsorgan
13 enthält einen in einem Zylinder geführten Kolben 134. dessen Stange 131 sich
an einer Feder 132 abstützt, die ihrerseits an einer Steuerglocke 133 des
Signalgebers 130 anliegt. Das Vergleichsorgan 13. die Drosselorgane 16'. die Feder
132 und der Geber 130 ergeben hier. im Gegensatz zur Schaltung nach F i g. 1, als
bauliche und funktionelle Einheit ein Integrationsorgan 16, in dem das zeitliche
Glätten des aus dem Speisewassermengenimpuls und dem Abschlämmengenimpuls gebildeten
Vergleichswertes stattfindet.
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Das Vergleichsorgan 13 empfängt aus den Impulsleitungen 126 und 31
Impulsdrücke und bildet deren Differenz. Dabei verschiebt sich der Kolben 134 mit
einer Geschwindigkeit. die der Differenz der Drücke beiderseits des Kolbens entspricht.
Die Stellung des Kolbens 134 stellt das zeitlich Integral
dieser
Differenz dar. Durch Verstellen der Drosselorgane 16' läßt sich die Integralzeit
einstellen. Der Stellung des Kolbens 134 entsprechend wird über die Feder 132 in
dem Impulsgeber 130 ein Impuls gebildet, der durch die Impulsleitung 17 auf das
Additionsorgan 15 übertragen wird. Dieses Additionsorgan erhält ferner aus der Impulsleitung
18 den der Temperatur an der Rohrstrecke 82 entsprechenden Impuls und gibt die Impulssumme
an den Kolben 140 der Regelvorrichtung 14 weiter, die mit dem Additionsorgan 15
zu einer baulichen Einheit zusammengefaßt ist. Die Regelvorrichtung 14, die durch
den Kolben 140 PI-Charakter erhält, besitzt ferner einen Steuerschieber 147 und
eine hydraulische Rückführleitung 144 und ist über eine Impulsleitung 148 mit dem
Servomotor 27 verbunden, der das Speiseventil 2 einstellt. In diesem Beispiel ist
die Impulsleitung 148 zusätzlich mit das Brennstoffventil 21 und das Brennluftventil
22 des Brenners 20 betätigenden Servomotoren verbunden.
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Die Anordnung nach F i g. 2 arbeitet folgendermaßen: Wenn durch eine
Störung - beispielsweise infolge Laständerung - die Abschlämmenge infolge einer
zu großen Dampffeuchte im Sammler 50 ansteigt, so gibt der Abschlämmengenimpulsgeber
125 einen erhöhten Druck in die Impulsleitung 126.
Dadurch erhält das
Vergleichsorgan 13 einen erhöhten Druck auf der Unterseite des Kolbens 134, der
angehoben wird und seine Bewegung über das Gestänge 131 und die Feder 132 auf die
Steuerglocke 133 des Gebers 130 überträgt, woraufhin der Druck in der Impulsleitung
17 ansteigt. Der Kolben 150 des Additionsorgans 15 weicht dadurch nach rechts
aus. Der mit dem Additionsorgan 15 gekuppelte Steuerschieber 147 wird dadurch ebenfalls
nach rechts aus der Neutrallage verschoben und läßt Drucköl in eine Steuerrücklaufleitung
146 entweichen, wodurch der Steuerdruck in den Leitungen 144 und 148 absinkt. Der
Druckrückgang überträgt sich durch die Rückführleitung 144 einerseits auf die linke
Seite des Kolbens 140 und andererseits durch die Leitung 148 auf die Unterseite
des Servomotorkolbens 270. Dadurch sinkt dieser Kolben unter der Last einer Fesselfeder
271 ab und verkleinert mit Hilfe eines Gestänges 272 den Öffnungsquerschnitt des
Speiseventils 2. Die Vorspannung der Fesselfeder 271 kann mit Hilfe einer Sollwertverstellvornchtung
273 verstellt werden, sei es von Hand oder automatisch, beispielsweise in Abhängigkeit
von der Last.
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Die Speisewassermenge wird hier sofort in Abhängigkeit der Temperatur
in der Rohrstrecke 82 beeinflußt, während die Dampffeuchte - bestimmt aus Speisewassermenge
und Abschlämmenge - eine langsam wirkende Führungsgröße für die Temperaturregelung
bildet. Die Führungsgröße wirkt deshalb langsam, um Stöße unschädlich zu machen,
die sonst, z. B. durch stoßweises Abschlämmen, auftreten können.
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Die Ausführungsform nach F i g. 3 unterscheidet sich von derjenigen
nach F i g. 2 durch das Vorhandensein einer Impulszweigleitung 32, welche den Impulsgeber
30 des Mengenmeßorgans 35 mit dem Additionsorgan 15 unmittelbar verbindet. Durch
diese Schaltung kann eine sofortige Korrektur plötzlicher Speisewassermengenänderungen
erreicht werden. Die Ausführungsform nach F i g. 4 weist darüber hinaus ein Mengenmeßorgan
10 für den durch die Dampfleitung 91 abströmenden Dampf auf, das mit einem den schon
beschriebenen Impulsgebern gleichen Geber 100 verbunden ist, dessen Impuls bei einer
Änderung der Dampfmenge über die Impulsleitung 19 ebenfalls auf das Additionsorgan
15 einwirkt, indem er durch einen in dem Zylinder 152 angebrachten Kolben 153 differenziert
auf den Steuerschieber 147 übertragen wird. Der Zylinder 152 weist nämlich eine
den Kolben 153 umgehende Bypaßleitung 154 mit einem einstellbaren Drosselorgan 155
auf, die einen Mengenimpuls nach mehr oder weniger langer, durch Einstellen des
Drosselorgans 155 beeinflußbarer Dauer zum Verschwinden bringt.
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Während bei der Ausführungsform nach F i g. 3 der Mengenimpuls hinter
dem Impulsgeber 30 verzweigt ist, ist bei der Ausführungsform nach F i g.
4 eine solche Verzweigung vor dem Geber 30 vorhanden. Es ist deshalb bei dieser
Ausführungsform außer der Kurvenscheibe 38 und dem Geber 30 eine Kurvenscheibe
36 und ein Impulsgeber 34 vorgesehen. Dieser Geber 34 ist über eine Impulsleitung
33 mit dem Additionsorgan 15 verbunden.
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Die Anordnung nach F i g. 5 arbeitet mit von induktiven Signalwandlern
gegebenen Wechselstromsignalen, die nach F i g. 6 hingegen mit Gleichstromsignalen,
wobei die Signalumformung im wesentlichen auf potentiometrischem Wege erfolgt.
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In dem Schaltbild nach F i g. 5 erkennt man die Blende des Mengenmeßorgans
35 für das Speisewasser mit dem Mengengeber 3, der in seinem mechanischen Teil mit
dem entsprechenden Teil der Vorrichtung nach F i g. 2 übereinstimmen kann. Die einer
Mengenänderung entsprechende Verstellbewegung überträgt sich auf den beweglichen
Eisenkern 360 eines Differentialtransformators 370, dessen Sekundärwicklungen 380
und 390 gegeneinander geschaltet sind. Die Primärwicklung 40 des Differentialtransformators
370 wird vom Referenzspannungsnetz 41 mit einer Referenzspannung gespeist. Die Bewegung
des Eisenkernes 360 verursacht in den beiden gegeneinander geschalteten Sekundärwicklungen
380 und 390 eine Änderung der Wechselspannung, wobei im Augenblick des Nulldurchganges
der Wechselspannung ein Phasensprung um 180° gegenüber der Referenzspannung erfolgt.
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Gleichartige Mengenmeßorgane 10 und 120 befinden sich auch in der
Dampfleitung 91 bzw. in der Abschlämmleitung 110. Sie besitzen beispielsweise
mechanische oder hydraulische Geber 101 und 111 und als induktive Signalgeber Differentialtransformatoren
107 bzw. 117, deren Aufbau und Wirkungsweise denen des Differentialtransformators
370 identisch sind. Weiterhin befindet sich am Ende des Rohres 6 ein Temperaturmeßorgan
8, das Änderungen der Dampftemperatur mit Hilfe eines Gebers 81 in Bewegungen
des Eisenkernes 86' eines Differentialtransformators 87 umwandelt.
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Das vom Differentialtransformator 117 kommende, der durch das Mengenmeßorgan
120 gemessenen Wassermenge entsprechende Signal wird verglichen mit einem
auf analoge Weise erzeugten Signal des Differentialtransformators 370. Hierzu dient
eine elektrische Vergleichsvorrichtung 160. Sie besteht aus zwei veränderlichen
Widerständen 161 und 162 in Potentiometerschaltung. Zwei Schleifkontakte 163 und
164 sind in der Weise in Serie geschaltet und mit der einen Feldspule 165
eines Induktionsmotors 175 verbunden, daß die Differenzspannung der von den Differentialtransformatoren
370 und 117 komtuenden
Signale in der Feldspule 165 einen der Differenz
dieser Signale proportionalen Strom erzeugen. Das Verhältnis des Signaleinflusses
kann an den Potentiometern 161 und 162 mit Hilfe der Stellung des Schleifkontaktes
163 bzw. 164 variiert werden. Solange die an der Spule 165 liegende Spannung Null
ist, bleibt der Motor 175 in Ruhe. Bei Auftreten einer Spannung führt der Motor
175 je nach Phasenlage dieser Spannung eine Linksdrehung oder eine Rechtsdrehung
aus, deren Geschwindigkeit von der Größe der Amplitude abhängt. Die am Motor 175
befindliche zweite Feldspule 176 liegt - wie auch alle übrigen induktiven Geber
und Motoren - ebenfalls an der Referenzspannung des Netzes 41. Die Drehbewegung
des Motors 175 wird beispielsweise auf mechanischem Wege, etwa mit Hilfe einer Zahnstange,
in eine Hubbewegung eines zu einem weiteren induktiven Geber 137 gehörenden Eisenkernes
136 und damit in ein elektrisches Signal umgewandelt. Dieses Signal entspricht dem
zeitlichen Integral der Signalspannung an der Spule 165. Der Motor 175 und der Differentialtransformator
137 bilden also zusammen das Integrationsorgan 16.
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Der auf diese Weise elektrisch ermittelte Integralwert der Mengendifferenz
des Mengenmeßorgans 35 und des Mengenmeßorgans 120 wird mit dem von dem Temperaturmeßorgan
8 herrührenden Temperatursignal verglichen. Hierzu dient die analog der Vergleichsvorrichtung
160 geschaltete Vergleichsvorrichtung F 70, bestehend aus den beiden Potentiometern
171 und 172 mit den beiden Schleifkontakten 173 und 174, welche - wie bei der Vorrichtung
160 bereits beschrieben - das Ergebnis dieses Vergleichs als Signal einer Signalleitung
177 sendet.
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Das von dem Differentialtransformator 107 herrührende, der Dampfmenge
entsprechende Signal gelangt über eine Signalleitung 180 an eine Differenziervorrichtung
182 und wird dort mit dem Signal eines motorgetriebenen Differentialtransformators
187 verglichen. Die daraus gebildete Differenzspannung liegt an der Feldspule 185
eines Induktionsmotors 188.
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Die Differenziervorrichtung 182 wirkt so, daß der Induktionsmotor
188 so lange in entsprechender Richtung dreht und dabei die Lage des Eisenkerns
186 im Differentialtransformator 187 so lange verändert, bis die Signalspannung
dieses Transformators 187 mit derjenigen des als induktiver Geber wirkenden Differentialtransformators
107 übereinstimmt und dabei die Spannung an der Feldspule 185 des Induktionsmotors
188 verschwindet, wodurch dieser zur Ruhe kommt. Auf diese Weise erzeugt die Differenziervorrichtung
182 bei Änderung der das Mengenmeßorgan 10 durchströmenden Dampfmenge ein sogenanntes
Verschwindsignal. Dieses Signal wird über die Signalleitung 188' auf das Potentiometer
189 übertragen, dessen Schleifkontakt 190 zur Einstellung eines beliebigen Beeinflussungsgrades
einen Teil dieser Signalspannung abgreift. Über einen Transformator 192 und
eine Signalleitung 191 gelangt ein der Speisewassermenge entsprechendes Signal auf
das Potentiometer 193. Der Transformator 192 dient der galvanischen Trennung der
beiden Potentiometer 161 und 193; er besitzt im gezeigten Beispiel ein übersetzungsverhältnis
1:1, welches bewirkt, daß keine Änderung des Spannungsverhältnisses bei der galvanischen
Trennung eintritt. Die jeweils zu gleicher Zeit unter dem Einfluß der elektrisch
übertragenen Regelsignale unter Spannung liegenden Potentiometer 189 und 193 sowie
171 und 172 bilden untereinander die Summe dieser Spannungen und entsprechen in
ihrer Funktion dem Additionsorgan 15 nach der F i g. I . Die Summe der Spannungen
an den einzelnen Potentiometern wird an den Eingang 194 eines Verstärkers 195 abgegeben.
In Frage kommen Verstärker mit Halbleiterelementen oder mit Elektronenröhren oder
Magnetverstärker. Die vom Verstärker 195 verstärkte Signalsumme gelangt als Regelspannung
an eine Feldspule 196 eines Stellmotors 197, welcher das Speiseventil 2 betätigt.
Eine zweite Feldspule 198 des Stellmotors 1.97 liegt an der Referenzspannung des
Netzes 41. Die Stellgeschwindigkeit des Motors 197 hängt von der Amplitude der Regelspannung
an seiner Feldspule 196, hingegen seine Drehrichtung von der Phasenlage der Regelspannung
Gegenüber der Spannung an der anderer. Feldspule 198 ab. Es kommt dann zur Ruhe,
wenn die Signalsumme am Eingang 194 des Verstärkers Gleich Null ist.
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Eine Erhöhung der Menge beispielsweise am Abschlämmventil 11 veranlaßt
den Stellmotor 197, das Speiseventil 2 zu drosseln. während ein Temperaturanstieg
an der Meßstelle des Temperaturmeßorgans 8 das Gegenteil bewirkt. Analog zii F i
g. -1 verursacht die Änderung der Dampfmenge ein Signal, welches über die Differenziervorrichtung
182 das Speiseventil e beeinflußt.
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Bei der AUSführllngsform nach F i g. 6 werden die Meßgrößen auf Schleifkontakte
von Potentiometern übertragen. Ein Potentiometei- 51)0, welches von der Speisemenge
beeinilußt wird, und ein Potentiometer 51.0, welches von der Temperatur beeinflußt
wird, sind zu einer Brückenschaltung 550 nach dem Wheatstone-Prinzip zusammengeschaltet,
welche das Spannungsverhältnis der abgegriffenen Signale vermittelt. Die Regeleinrichtung
besitzt auch ein integrierend wirkendes Glied 530 und ein differenzierend wirkendes
Glied 5.10. Das integrierend wirkende Glied 530 wird beispielsweise durch RC-Schaltung
gebildet und bewirkt in bekannter Weise eine zeitliche Summierung des von der Brückenschaltung
550 herrührender. Verhältnisses der Speisewassermenge zur Abschlämmenge. Das Glied
530 kann auch aus in Serie geschalteten, gleichartigen RC-Kreisen bestehen oder
aus einer beliebigen anderen elektrischen Summierungsvorrichtung mit Integralcharakter.
Das Mengenmeßorgan 10 für den Dampf ist mit einem Potentiometer 560 verbunden, dessen
Signal im differenzierend wirkenden Glied 540 in ein Verschwindsignal umgewandelt
wird. Die Regeleinrichtung besitzt ferner einen Wechseltrichter 570, der die Summe
der Gleichstromsignale in ein Wechselstromsignal umwandelt, das von einem Verstärker
195 in bekannter Weise an den Stellmotor 197 übertragen wird.
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Das elektrische Vergleichsorgan 580 (F i g. 6) besitzt z. B. eine
Justiervorrichtung, bestehend aus Potentiometerabgriffen 581 und 582, die der beliebigen
Einstellung des gewünschten Verhältnisses zwischen Speisewassermenge und Abschlämmenge
dient.
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Auch bei den Beispielen nach den F i g. =l, 5 und 6 kann an Stelle
des Speiseventils 2 oder zusätzlich zu diesem die Feuerintensität beeinflußt werden.