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Druckmittelbetätigter Erdungsschalter mit einem längs seiner Achse
beweglichen Schaltorgan, insbesondere für Scherentrenner für elektrische Schaltanlagen,
vorzugsweise für Hochspannungsanlagen Gegenstand der Erfindung ist ein druckmittelbetätigter
Erdungsschalter mit einem längs seiner Achse beweglichen Schaltorgan, insbesondere
für Scherentrenner für elektrische Schaltanlagen, vorzugsweise für Hochspannungsschaltanlagen.
Bei der Konstruktion der Schalter, besonders für Freiluftanlagen für höhere und
höchste Spannungen, bereiten die großen Schlagweiten Schwierigkeiten. Die bekannten
Erdungsschalter verwenden als Schaltorgane Trennmesser, welche wegen der zu überbrückenden
großen Schlagweiten in zwei Ebenen bewegt werden müssen. Sie haben daher erheblich
schwerfällig arbeitende und einen großen Kraftaufwand erfordernde Antriebe und beanspruchen
im Verhältnis z. B. zu einem Einsäulentrenner viel Platz. Dabei besteht noch die
Gefahr, daß die Schaltstücke bei der Schließbewegung bei den großen zu überbrückenden
Entfernungen nicht immer ordnungsgemäß ineinandergreifen, worunter die Güte des
elektrischen Kontaktes leiden kann.
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Es ist daher schon vorgeschlagen worden, an Stelle der um eine Achse
drehbaren Trennmesser längs ihrer Achse verschiebbare Schaltstifte als Schaltorgane
zu verwenden.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Erdungsschalter für Schaltanlagen
für höhere und höchste Spannungen mit einem einfachen, billigen und unter allen
Betriebsbedingungen zuverlässig arbeitenden Antrieb zu versehen.
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Die Erfindung löst diese Aufgabe bei einem druckmittelbetätigten Erdungsschalter
für Schaltanlagen mit einem längs seiner Achse beweglichen Schaltstift als Schaltorgan
in vorteilhafter Weise dadurch, daß als Schaltorgan ein Schaltstift vorgesehen ist,
welcher als elektrischer Erdungsleiter und zugleich als Kolbenstange ausgebildet
und mit einem Kolben versehen ist, der in einem Zylinder läuft, der zum Antrieb
des Schalters durch ein hydraulisches oder pneumatisches Druckmittel und zugleich
zum Schutz des Erdungsleiters bei geöffnetem Erdungsschalter dient. Zum Antrieb
kann z. B. Wasser mit Frostschutzmittel oder Öl oder ein Gas oder Luft benutzt werden.
Beim Einschalten beaufschlagt das Druckmittel die eine, beim Ausschalten die andere
Kolbenfläche.
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Das zur Schalterbetätigung erforderliche Druckmittel kann einem Druckbehälter
oder einer Druckmittelleitung od. dgl. entnommen werden, in denen der Druck auch
bei der Entnahme des Druckmittels in an sich bekannter Weise automatisch auf der
zur Betätigung des Schalters erforderlichen Höhe gehalten wird. Der Betriebsdruck
des Druckmittels kann aber auch durch eine Pumpe erzeugt werden, die das Druckmittel
beim Betätigen eines Kommandogerätes in Umlauf und dabei unter Druck setzt.
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Zum Steuern der Strömungsrichtung des Druckmediums können verschiedenartige
Mittel verwendet werden. Man kann z. B. gemäß der Erfindung einen Mehrwegehahn benutzen,
der den von einer Pumpe gelieferten Druckmittelstrom der einen oder anderen Seite
des Kolbens zuführt. Man kann aber auch die Drehrichtung der Pumpe umkehren. Man
kann auch bei gasförmigem Druckmittel mit einem elektrisch oder mit der Hand betätigten
Doppelventil das Ein-und Ausschalten vornehmen.
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Um bei im Freien aufgestellten Erdungsschaltern die Gefahr von Betriebsstörungen
durch Vereisung zu vermeiden können Mittel vorgesehen sein, die an der Erdungsstange
angesetztes Eis abstreifen oder das Ansetzen an der Erdungsstange oder/und an der
Zylinder- oder Gehäuseöffnung durch Wärme verhindern.
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Bei Fernbetätigung des Erdungsschalters kann eine den Schaltzustand
überwachende Vorrichtung angeordnet sein, die den Schaltzustand am Kommandoort anzeigt.
Diese kann von den beweglichen Schalterteilen gesteuert werden, indem z. B. die
Erdungsstange
und/oder der Kolben elektrische oder hydraulische
oder pneumatische Steuermittel für Anzeigegeräte beim Erreichen bzw. beim Verlassen
der »Ein«-Stellung bzw. »Aus«-Stellung betätigt.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind der folgenden
Beschreibung dreier Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der Fig. 1 bis 7
zu entnehmen, von denen die Fig. 1 bis 5 zwei Antriebe mit hydraulischen Druckmitteln
und die Fig. 6 und 7 einen Antrieb mit einem pneumatischen Druckmittel im Schema
veranschaulichen. Alle Ausführungsbeispiele behandeln Erdungsschalter, die zum Erden
des Fußes eines an sich bekannten, nicht zur Erfindung gehörenden und daher nicht
näher dargestellten Scherentrenners dienen.
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Gemäß der Fig.1 ist der Schaltstift 1 des Erdungsschalters als Erdungsstange
von erheblicher Länge, z. B. bei 200 kV von etwa 3,20 m und bei 380 kV von etwa
4,50 m, ausgebildet. Sie ist an einem Ende mit einem Kolben 2 verbunden, der in
einem Zylinder 3 läuft. Der Zylinder ist zugleich als Gehäuse für die Erdungsstange
1 ausgebildet, indem er mit einem Deckel mit einer Öffnung für den Durchtritt der
Erdungsstange 1 versehen ist. Das Kontaktstück am Fuß 16 des Scherentrenners ist
mit 4 bezeichnet. Der Scherentrenner steht mit seinem Fuß 16 auf einem Stutzer 17
(gestrichelt angedeutet). Die Erdungsstange 1 ist an den Stellen 5 bis 8 geführt.
An dem Zylinder 3 ist an einem Ende eine Rohrleitung 9 und am anderen Ende eine
Rohrleitung 10 angeschlossen, die beide zu einem Zweiwegehahn 11 führen, der durch
die Leitungen 12 mit einer Pumpe 13 und durch die Leitung 14 mit einem Behälter
15 für die Druckflüssigkeit verbunden ist. Mit 15a ist das Verbindungsrohr
zwischen der Pumpe 13 und dem Behälter 15 bezeichnet. Der Trennersockel ist mit
gestrichelter Linie bei 16 angedeutet. Er ruht auf einem z. B. dreiteiligen Porzellanstutzer
17, an dem die Führungen 6 und 7 mit Bügeln 6a und 7a gehaltert sind. Der Porzellanstutzer
steht auf einer Tragsäule 18. Zum Antrieb des Trenners dient ein um seine
Achse drehbarer Antriebsisolator 19.
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Die Fig. 2 zeigt die Stellung des Dreiwegehahns 11, in der der Erdungsschalter
eingeschaltet ist. Die Leitung 9 ist dabei mit der Leitung 14 und dem Druckmittelreservoir
15 und die Leitung 10 über den Zweiwegehahn 11 mit der Pumpe 13 verbunden. Die Pumpe
fördert das Druckmittel aus dem Druckmittelreservoir 15 unter den Kolben 2, der
auf diese Weise nach oben gedrückt wird und die Erdungsstange 1 in das Schaltstück
4 am Trenner 16 einschiebt.
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Die Fig. 3 zeigt die Stellung, des Zweiwegehahnes beim Ausschalten
des Erdungsschalters. Hierbei ist die Pumpe 13 über den Zweiwegehahn 11 mit der
Leitung 9 und das Druckmittelreservoir 15 über den Zweiwegehahn 11 mit der Leitung
10 verbunden. Die Pumpe fördert das Druckmittel auf die Oberseite des Kolbens 2,
wodurch der Kolben nach unten gedrückt wird und die Erdungsstange 1 aus dem Schaltstück
4 des Trenners 16 herauszieht.
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Der Vorzug dieses hydraulischen Antriebes besteht darin, daß die gesamte
Apparatur vollkommen unter einer Flüssigkeit steht, die gegebenenfalls frostunempfindlich
sein kann und verhindert, daß Wasser, Staub od. dgl. in das Gehäuse der Erdungsstange
oder in die Antriebsanlage eindringt. Korrosionen sind auf diese Weise ausgeschlossen.
Durch entsprechende Bemessung des Druckes des Druckmittels und des Durchmessers
des Kolbens 2 lassen sich die Geschwindigkeit und der Kraftaufwand der Schaltbewegung
einstellen.
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Die Größe des Druckmittelbehälters 15 ist so gewählt, daß mindestens
die sich durch das Volumen der Kolbenstange ergebende Differenz der Druckmittelmengen
zwischen der Ein- und Ausschaltstellung des Erdungsschalters einschließlich einer
angemessenen Reserve in ihm Platz hat. Am Druckmittelbehälter15 ist ein Atmungsventi120
angebracht.
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Um Betriebsstörungen durch Vereisung zu vermeiden, ist ein Eisabstreifer
21 am Deckel 22 des Zylinders 3 angeordnet. Außerdem sind an den Führungen 6 und
7 Eisabstreifer 23 vorgesehen.
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Man kann auch die Erdungsstange 1 mit einer elektrischen Heizung,
beispielsweise mit einer Widerstandsheizung durch Widerstände 24, ausrüsten. Man
kann auch beide Mittel, Eisabstreifer und Heizung, gleichzeitig nebeneinander anwenden,
so daß beim Versagen eines Mittels das andere noch vorhanden ist und in Tätigkeit
treten kann.
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Um eine zuverlässige Erdung des Schaltstückes 4 zu erreichen, ist
die in dieses eingreifende Erdungsstange 1 über Kontaktrollen oder Schleifkontakte
25 mit dem Zylinder 3 elektrisch leitend verbunden, der selbst durch eine Erdleitung
26 an eine Erdungsplatte 27 in der feuchten Erde 28 elektrisch leitend angeschlossen
ist. Die »Aus«-Stellung der Erdungsstange 1 und des Kolbens 2 im Gehäuse 3 ist mit
gestrichelten Linien bei 29 angedeutet.
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Man kann die Umsteuerung für die Betätigung des Antriebes der Erdungsstange
1 auch auf andere Weise, z. B. dadurch bewirken, daß man die die Druckflüssigkeit
fördernde Pumpe rechts oder links laufen läßt. Ein derartiges Ausführungsbeispiel
ist in der Fig. 4 schematisch dargestellt. An dem Zylinder 30 ist unten die Rohrleitung
31 angeschlossen, die zur Pumpe 32 führt. Die Rohrleitung 33 ist am oberen Ende
des Zylinders 30 angeschlossen und führt zu einem überdruckventi134 und einem Rückschlagventil
35. Die beiden Ventile sind über Leitungen 36 und 37 mit dem Ausgleichkessel 38
verbunden, der einen Entleerungshahn 39 und ein Atmungsventil 40 mit Filter hat.
Die Pumpe 32 wird von dem Motor 41 oder über die Zahnräder 42 und 43 von Hand mit
Hilfe der Handkurbel 44 angetrieben. Der Motor wird von dem Netz 45 mit Hilfe eines
Handschalters 46 entweder im Rechts- oder Linkslauf eingeschaltet. Der Not- oder
Handantrieb mit seinen Zahnrädern 42, 43 und einer Handkurbel 44 ist in einem Gehäuse
43 a untergebracht. Dieser Handantrieb ist auf den Wellenstumpf 41a aufsteckbar.
Er wird nur im Bedarfsfall aufgesteckt, damit nicht die Handkurbel 44 bei Motorbetrieb
mit umläuft und die Bedienung gefährdet. Damit nicht bei aufgestecktem Handantrieb
der Motor 41 eingeschaltet werden kann, ist ein Sicherheitsschalter 41 b vorgesehen,
der von dem Nocken 43 b am Gehäuse 43 a beim Aufstecken des Handantriebes auf den
Wellenstumpf geöffnet wird. Dadurch wird die Motorzuleitung unterbrochen.
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Mit 47 und 48 sind zwei optische Anzeigevorrichtungen beziffert, die
von den elektrischen Melde-. schalteru 49 bzw. 50 ein- und ausgeschaltet werden.
Der Meldeschalter 49 wird über eine Rolle 51 von der Erdungsstange 52 beim Schließen
des Erdungsschalters geöffnet oder beim Öffnen des Erdungsschalters geschlossen,
aber erst dann, sobald die
Erdungsstange ihre »Aus«-Stellung vollkommen
ein= genommen hat. Der Meldeschalter 50 wird von dem Kolben 53 der Erdungsstange
52 betätigt, d. h. geschlossen, sobald die Erdungsstange die »Ein«-Stellung erreicht
hat und die Erdung vollzogen ist.
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Mit 54 ist eine Rastvorrichtung mit einem Rastbolzen 55 bezeichnet,
der durch eine Druckfeder 56 in Richtung 57 gedrückt wird, die sich gegen den Rastbolzen
55 und gegen dessen Gehäuse 55a abstützt.
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In der Erdungsstange 52 ist ein Heizwiderstand 57 angeordnet, der
mit seinem oberen Ende an der Stelle 58 mit der Erdungsstange 52 und mit seinem
unteren Ende mit dem durch eine Isolation 59 vom Kolben 53 getrennten Kontaktbolzen
60 verbunden ist. Der Kontaktbolzen 60 berührt beim Schließen des Schalters den
unteren Teil 61 (s. Fig. 5) des Kontaktbrückenträgers 50 a des Meldeschalters
50 und wird dadurch über die Leitungen 62 und den Trafo 63 an das Netz 45 angeschlossen.
Dadurch wird die Heizung beim Schließen des Schalters automatisch eingeschaltet.
Gleichzeitig hebt der Kolben 53 den Kontaktbrückenträger 50 a des Meldeschalters
50 und schließt dann den Stromkreis für die optische Anzeigevorrichtung 48. Solange
der Erdungsschalter eingeschaltet ist, sind die Kontakte des elektrischen Meldeschalters
49 geöffnet, so daß die optische Anzeigevorrichtung 47 stromlos ist. Diese wird
erst wieder eingeschaltet, nachdem der Erdungsschalter ausgeschaltet und die Rolle
51 von der Erdungsstange 52 abgelaufen ist. In der eingeschalteten Stellung ist
der Kolben 53 dadurch verriegelt, daß der Rastbolzen 55 in die Ausdrehung
53 a des Kolbens 53 einrastet.
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Soll der Erdungsschalter geschlossen werden, so wird der Handschalter
46 betätigt und damit der Motor 41 beispielsweise auf Rechtslauf geschaltet. Die
Pumpe 32 fördert nun das Öl durch die Leitung 31 unter den Kolben 53 und
saugt gleichzeitig das über dem Kolben 53 befindliche Öl durch die Leitung 31 an.
Fehlendes Öl wird dabei durch das Rückschlagventil 35 dem Behälter 38 entnommen.
Sobald der Schalter eingeschaltet hat, wird der Rastbolzen 55 in die Ausdrehung
53 a des Kolbens 53 treten und diesen festhalten. Man kann daher anschließend
den Motor 41 ausschalten. Der eingeschaltete Zustand ist durch die optische Anzeigevorrichtung
48 kenntlich gemacht.
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Soll der Erdungsschalter geöffnet werden, so wird der Motor 41. in
umgekehrter Drehrichtung eingeschaltet, so daß er die Druckflüssigkeit durch die
Rohrleitung 33 auf die Oberseite des Kolbens 53 pumpt und durch die Rohrleitung
31 das Öl von der Unterseite des Kolbens 53 abzieht. Bei diesem Vorgang wird überschüssiges
Öl durch das überdruckventil 34 in den Behälter 38 zurückgedrückt. Die Verrastung
55 wird dabei dadurch aufgehoben, daß das Druckmittel in die Ausdrehung
53 a eintritt und den Kolben 55 b (s. Fig. 4) entgegen der Spannung
der Feder 56 nach links drückt und dadurch den Rastbolzen 55 aus der Ausdrehung
53 a des Kolbens 53 herauszieht.
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Für den Fall, daß der Motor 41 beim Schließen des Erdungsschalters
nach der Beendigung des Schaltvorganges nicht rechtzeitig abgeschaltet wird, ist
eine Sicherheitsvorrichtung vorgesehen, die dafür sorgt, daß der Motor 41 nicht
gegen unnötig hohen Druck arbeitet. Diese Sicherheitsvorrichtung besteht aus einem
Sicherheitsventil 64, das mit einer Leitung 65 an die Leitung 37 und mit einer Leitung
66 an die Leitung 31 angeschlossen ist. Sollte der Motor nicht rechtzeitig abgeschaltet
werden, so wird die Druckflüssigkeit nach dem Schließen des Schalters im Kreis durch
die Teile 32, 66, 64, 65, 37, 35, 32 strömen. Wird beim Öffnen des Schalters der
Motor nach dem Öffnen nicht abgeschaltet, so arbeitet die Pumpe 32 in Richtung 31,
32, 32 a und fördert überschießende Druckflüssigkeit über das Ventil 34 in den Behälter
38 so lange, bis im Raum 30 a unter dem Kolben 53 ein Vakuum geschaffen ist.
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Man kann an Stelle einer Druckflüssigkeit aber auch ein Druckgas oder
Druckluft als Druckmittel verwenden. Dadurch ergibt sich ein einfacher, betriebssicherer
Aufbau der gesamten Anlage, wie er beispielsweise in Fig. 6 schematisch dargestellt
ist. In dem Zylinder 70 ist der Kolben 71 mit einer Ausdrehung 72 und der Erdungsstange
73 angeordnet. Zur Steuerung dient ein Doppelventil 74, das mit den Rohrleitungen
75 bis 78, mit dem Zylinder 70 und mit der Rohrleitung 79 mit einem nicht dargestellten
Druckluftbehälter verbunden ist. Das Doppelventil besteht aus dem Ein- und Auslaßventilkörper
80 mit dem Einschaltventil 81, dem Ausschaltventil 82, dem Steuerventilkörper 83
mit dem Steuerkolben 92 und den beiden Rückmeldemembrankolben 84 und 85. Außerdem
ist ein mit dem Steuerkolben 92 verbundener Meldeschalter 86 vorgesehen, der eine
Anzeigevorrichtung bedient.
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Der Ein- und Ausschaltventilkörper 80 hat eine Druckluftkammer 87,
die mit der aus dem Rohr 79 kommenden Druckluft dauernd gefüllt ist. Die Druckluftkammer
ist durch eine Öffnung 88 mit der Einlaßkammer 89 und durch eine Öffnung 90 mit
der Ausschaltkammer 91 verbunden. Die Öffnungen 88 und 90 sind durch Ventilteller
93 und 94, die unter der Wirkung von Federn 95 stehen, normalerweise verschlossen.
Die Ein- und Auslaßventile 81 und 82 werden elektromagnetisch betätigt. Die Ein-
und Ausschaltkammern 89 und 91 sind durch Rohrleitun= gen 96 und 97 mit der Kammer
98 des Steuerkolbens 92 verbunden. Das Einschaltventil steht über die Kammer 98
und die Rohrleitung 78 mit der einen Seite und das Ausschaltventil über die Kammer
98 und die Rohrleitung 77 mit der anderen Seite des Zylinders 70 in Verbindung.
Die Rückmelderohrleitungen 75 und 76 verbinden die Räume für die Rückmeldemembrankolben
84 und 85 mit Rückmeldeventilen 99 und 100, die durch Leitungen 101, 102 und 103
mit dem Zylinder 70 verbunden sind. Die Leitung 103 ist etwa in der Mitte des Zylinders
70 an diesen angeschlossen.
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Die Anzeigevorrichtung besteht aus den Meldeorganen, z. B. der Anzeigeklappe
114 und den Meldelampen 104 und 105 sowie einem Lampenschalter 1.06. Der
Lampenschalter 106 und die Anzeigeklappen 114 sind mit der Welle 107 und diese mit
einem vom Steuerkolben 92 betätigten Hebel 108 verbunden. Dieser Hebel
108 ist mit der Achse der Welle 107 fest verbunden und arbeitet mit zwei
Klinken 109 und 110 zusammen, die um Wellen 112 und 113 drehbar und mit Aussparungen
111 und 112 versehen sind und deren Enden an den Stößeln der Rückmeldemembrankolben
84 und 85 anliegen. Der Erdungsschalter ist in seiner »Aus«-Stellung dargestellt.
In dieser ist die Meldelampe 105 eingeschaltet. Alle Ventile sind geschlossen.
Soll
der Erdungsschalter eingeschaltet werden, so wird der Magnet des Einschaltventils
81 an Spannung gelegt. Dadurch wird das Einschaltventil 81 geöffnet und die
Öffnung 81 a durch den Anker 81 b verschlossen. Die Druckluft strömt aus der Kammer
87 durch die Kammer 89, die Rohrleitung 96 hinter den Steuerkolben 92 und drückt
diesen nach unten. Dadurch werden der Hebel 108 und die Welle 107 bewegt, bis der
Hebel 108 in die Raste 111, 112 einrastet. Gleichzeitig wird der Kontakthebel 106
a des Meldeschalters 106 in die gestrichelt gezeichnete Mittelstellung 115 gerückt
und die Meldelampe 105 stromlos und gibt dadurch an, daß sich der Kolben 71 mit
Schaltstange 73 aus der »Aus«-Stellung herausbewegen wird. Die Druckluft strömt
weiter durch die Leitung 78 unter den Kolben 71, der angehoben wird und den Erdungsschalter
schließt. Bei der Aufwärtsbewegung des Kolbens 71 kann die Luft aus dem Zylinder
70 durch das Rohr 77, die Kammer 98, das Rohr 97, die Ausschaltkammer 91 und die
Öffnung 91a entweichen. Beim Bewegungsbeginn der Erdungsstange 73 wird das Rückmeldeventil
99 betätigt, d. h. geschlossen, was zur Folge hat, daß bei dem weiter unten beschriebenen
Steuervorgang die Druckluft nicht aus dem Rohr 103 durch dieses Ventil 99 in das
Rohr 76 strömen kann.
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Sobald der Kolben seine obere Stellung erreicht hat, springt der Rastbolzen
116 unter dem Druck der Feder 117 in die Aussparung 72 des Kolbens 71 und hält den
Kolben 71 in dieser Stellung fest. Der Kolben drückt mit seiner Stirnfläche 118
auf die Betätigungsstange 119 des Rückmeldeventils 100. Dadurch wird der
im Zylinder 70 befindlichen Druckluft ein Weg durch die Leitungen 103, 102,
das Ventil 100, die Leitung 75 zu dem Rückmeldemembrankolben 85 freigegeben. Dieser
spricht an und drückt die Klinke 109 nach außen, wodurch der Hebel 108 frei wird,
so daß nunmehr der Steuerkolben 92 unter der Wirkung der nachströmenden Druckluft
die untere Stellung einnehmen kann. Dadurch wird der Meldeschalter 106 in die Stellung
120 gebracht und schaltet die Meldelampe 104 ein. Nunmehr wird die Druckluftzufuhr
automatisch abgeschaltet, indem das Einlaßventil 81 durch die Feder 95 beim Ausschalten
des Magneten geschlossen und die Auslaßöffnung 81 a geöffnet wird.
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Soll der Erdungsschalter geöffnet werden, so wird das Ausschaltventil
82 durch Erregung des Magneten geöffnet und gleichzeitig die Öffnung 91 a durch
den Anker 91 b verschlossen. Die Druckluft strömt von der Kammer 87 durch die Öffnung
91, die Kammer 92 und das Rohr 97 unter den jetzt in seiner unteren Stellung stehenden
Steuerkolben 92 und hebt diesen an, bis der Hebel 108 wieder in der Mittelstellung
vergastet wird. Nunmehr strömt die Druckluft weiter durch die Leitung 77 zunächst
in den Ringraum 72 des Kolbens 71 und drückt dadurch den Kolben 121 des Verriegelungsbolzens
116 entgegen der Spannung der Feder 117 nach rechts. Dadurch wird die Verriegelung
der Erdungsstange 73 und des Kolbens 71 aufgehoben. Die gleichzeitig hinter den
Kolben 71 tretende Luft drückt diesen nach unten. Dabei kann die auf der Unterseite
des Kolbens befindliche Luft durch das Rohr 78 die Kammer 98, das Rohr 96, die Kammer
91 und die Öffnung 81 a entweichen. Außerdem strömt die Druckluft in die Leitung
103, kann aber nicht weiterströmen, weil das Ventil 99 noch geschlossen ist und
das Ventil 100 geschlossen wurde, sobald sich der Kolben 71 nach unten in
Bewegung setzte. Hat der Kolben 71 die Hälfte seines Weges zurückgelegt, so wird
die den Kolben treibende Druckluft in die Leitung 103 einströmen. Erreicht
der Kolben 71 seine untere Stellung, so wird das Ventil 99 geöffnet. Die Druckluft
kann durch die Leitung 76 dem Rückmeldemembrankolben zuströmen, welcher mit seinem
Stößel die Klinke 110 beiseite drückt, wodurch der Hebel 108 freigegeben
wird. Nunmehr kann der Steuerkolben 92 seine anfängliche Stellung unter dem Druck
der noch anstehenden Druckluft einnehmen. Dadurch wird dann durch die Bewegung des
Steuerkolbens 92 und des Hebels 108 sowie der Welle 107 die Signallampe 105 wieder
eingeschaltet. Damit ist auch der Steuerkreislauf beendet.
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Die Erfindung ist nicht an die dargestellten Ausführungsformen gebunden.
So kann z. B. der Mehrwegehahn 11 (Fig. 2 und 3) mit einer elektrischen oder pneumatischen
Verstelleinrichtung für Fernsteuerung versehen sein und selbst noch eine Vorrichtung
zur Handbetätigung aufweisen, um ihn auch an Ort und Stelle bedienen zu können.
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Ferner kann der im Innern der Erdungsstange 1 in einer Bettung verdeckt
und daher gestrichelt gezeichnete Heizwiderstand 24 nicht nur von Hand mit Hilfe
eines nicht dargestellten Schalters, sondern auch automatisch, z. B. von einem einstellbaren
Thermostaten in Abhängigkeit von der Außentemperatur, geschaltet werden. Man kann
das Ein- und Ausschalten auch von der Stellung der Erdungsstange 1 abhängig machen
und z. B. so gestalten, daß die Heizung nur bei geschlossenem Erdungsschalter, also
bei aasgefahrener Erdungsstange, eingeschaltet bzw. von Thermostaten einschaltbar
ist, weil bei eingefahrener Erdungsstange 1 diese im Rohr 3 geschützt liegt. Dabei
kann der Schalter von der sich bewegenden Erdungsstange betätigt werden.
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Ferner braucht der Schleifkontakt 25 nicht außen auf dem Deckel 5
des Rohres 3, sondern er kann auch innen im Rohr 3, z. B. unter dem Deckel 5, angeordnet
sein.