DE1124474B - Verfahren zur Herstellung von Difluordichlormethan neben Monofluortrichlormethan - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Difluordichlormethan neben MonofluortrichlormethanInfo
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Description
Es ist aus der deutschen Patentschrift 1 061 308 bekannt, daß man zur Herstellung von Chlorfluorderivaten
aliphatischer Kohlenwasserstoffe so vorgehen kann, daß man die entsprechenden fluorfreien Chlorderivate
mit Natrium-, Barium- oder Kaliumfluorosilicat bei 250 bis 3000C in einem Autoklav umsetzt.
So reagiert z. B. Natriumfluorosilicat mit Tetrachlorkohlenstoff bei etwa 2700C, wobei vorwiegend eine
Mischung von CFCl3 und CF2Cl2 entsteht, während
als Nebenprodukte SiF4 und NaCl gebildet werden. Arbeitet man mit Tetrachlorkohlenstoff im Überschuß,
so beträgt der Umsatz des Natriumfluorosilicates 90 bis 100%· Das Verfahren der Umsetzung
zwischen Tetrachlorkohlenstoff und Natriumfluorosilicat im Autoklav hat aber gewisse Mängel, die darin
bestehen, daß das Einsetzen der Reaktion nicht immer deutlich erkennbar ist und gelegentlich Verzögerungen
erleidet, deren Beseitigung ein Erhitzen auf 270 bis 2800C erforderlich macht. Ein weiterer Nachteil besteht
darin, daß das Mengenverhältnis der entstehenden Chlorfluorderivate des Methans Schwankungen
unterworfen ist, so daß häufig ein unerwünscht großer Anteil des weniger wertvollen Monofluorderivates
CFCl3 anfällt.
Es wurde nun gefunden, daß man unter Vermeidung der geschilderten Mängel Difluordichlormethan neben
Monofluortrichlormethan dadurch herstellen kann, daß Tetrachlorkohlenstoff oder Monofluortrichlormethan
oder Mischungen der genannten Ausgangsstoffe mit Natrium-, Barium- oder Kaliumfluorosilicat
in Gegenwart von Eisen(III)-fluorid, -chlorid oder -bromid als Katalysator, bei 200 bis 3000C im Autoklav
umgesetzt werden.
Der Zusatz von Eisen(III)-halogenid bewirkt, daß die Reaktion zwischen Natriumfluorosilicat und Tetrachlorkohlenstoff
bereits bei 200 0C deutlich einsetzt, was daran erkenntlich ist, daß von 2000C an aufwärts
der Druck im Autoklav oberhalb der Dampfdruckkurve des CCl4 verläuft. Bei 240 bis 250° C erfolgt die
Umsetzung mindestens ebenso schnell wie ohne den Zusatz von Eisen(III)-halogenid bei 270 bis 2800C.
Außer der Erniedrigung der Reaktionstemperatur um mindestens 30° C bewirkt die Gegenwart von Eisen(III)-halogenid
eine bevorzugte Bildung der Difluorverbindung CF2Cl2. Nach der neuen Arbeitsweise liefert das
Verfahren in fortlaufender Erzeugung Mischungen des Di- und Monofluorderivates mit Molverhältnissen
CF2Cl2: CFCls von mindestens 5:1. Solche Mischungen
sind als Sprühmittel direkt verwendbar, man kann aber auch durch fraktionierte Destillation reines
CF2Cl2 daraus abtrennen und den aus CFCl3 bestehenden
Rückstand — gegebenenfalls unter Zusatz Verfahren zur Herstellung
von Difluordichlormethan
neben Monofluortrichlormethan
Anmelder:
Wasag-Chemie Aktiengesellschaft,
Essen, Rolandstr. 9
Essen, Rolandstr. 9
Dr. Johannes Dahmlos, Haltern,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
von frischem Tetrachlorkohlenstoff — erneut mit Natriumfluorosilicat bei Gegenwart von Eisen(III)-halogenid
zu CF2Cl2 umsetzen. Die Möglichkeit
CFCl3 für sich allein oder im Gemisch mit CCl4 durch
Umsetzung mit Natriumfluorosilicat in CF2Cl2 zu
verwandeln, ist an die Gegenwart von Eisen(III)-halogenid gebunden, da CFCl3 ohne Zusatz von
Eisen(III)-halogenid nicht mit Natriumfluorosilicat unter Halogenaustausch reagiert, wie besondere Versuche
gezeigt haben (s. Beispiele 2 und 3). Die Mitwirkung von Eisen(III)-halogenid eröffnet also die
Möglichkeit der ausschließlichen Gewinnung von CF2Cl2 aus Natriumfluorosilicat und Tetrachlorkohlenstoff,
wenn die gleichzeitige Gewinnung des Monofluorderivates CFCl3 nicht erwünscht ist.
Ähnlich günstige Wirkungen wie bei der Reaktion zwischen Tetrachlorkohlenstoff und Natriumfluorosilicat erzielt man durch die Mitwirkung von Eisen(III)-halogenid auch bei Verwendung der anderen obengenannten Fluorosilicate. Die Mengen an Eisen(III)-halogenid, die zur Erzielung der geschilderten Effekte nötig sind, sind verhältnismäßig klein; Zusätze von 1 bis 5 Gewichtsprozent des eingesetzten Fluorosilicates sind völlig hinreichend. Man kann als Zusatz eines der drei bekannten Eisen(III)-halogenide FeF3, FeCl3 und FeBr3 verwenden. Da jedoch FeF3 und FeBr3 schwerer zugänglich und nicht handelsüblich sind, empfiehlt sich die Verwendung des billigen und handelsüblichen FeCl3.
Ähnlich günstige Wirkungen wie bei der Reaktion zwischen Tetrachlorkohlenstoff und Natriumfluorosilicat erzielt man durch die Mitwirkung von Eisen(III)-halogenid auch bei Verwendung der anderen obengenannten Fluorosilicate. Die Mengen an Eisen(III)-halogenid, die zur Erzielung der geschilderten Effekte nötig sind, sind verhältnismäßig klein; Zusätze von 1 bis 5 Gewichtsprozent des eingesetzten Fluorosilicates sind völlig hinreichend. Man kann als Zusatz eines der drei bekannten Eisen(III)-halogenide FeF3, FeCl3 und FeBr3 verwenden. Da jedoch FeF3 und FeBr3 schwerer zugänglich und nicht handelsüblich sind, empfiehlt sich die Verwendung des billigen und handelsüblichen FeCl3.
Bei der Umsetzung zwischen Natriumfluorosilicat und Tetrachlorkohlenstoff im Autoklav entstehen
außer den genannten Chlorfluorderivaten des Methans als Nebenprodukte Natriumchlorid und Siliciumtetrafluorid.
Das Natriumchlorid befindet sich nach been-
209 517/405
3 4
deter Umsetzung im Autoklavenrückstand und kann von Flußspat mit konzentrierter Schwefelsäure gehieraus
mit Wasser extrahiert werden. Das Silicium- Wonnen werden. Das vorstehend beschriebene Vertetrafluorid
wird zweckmäßig während der Umsetzung fahren zur Herstellung von Chlorfluorderivaten des
nach Maßgabe seiner Entstehung über einen druck- Methans benötigt dagegen keine Schwefelsäure. Dies
festen Kühler aus dem Autoklav abgeführt. 5 wird dadurch erreicht, daß das bei der Autoklaven-
Je nach der Art der Absorption des abströmenden reaktion zwischen Tetrachlorkohlenstoff und Fluoro-SiF4
ergeben sich nun zwei verschiedene Ausführungs- silicat entweichende SiF4 in eine Suspension von
formen des erfindungsgemäßen Verfahrens. Absorbiert Flußspat eingeleitet wird. Hierbei entsteht Calciumman
das Gas in Wasser, so erhält man unter Aus- fluorosilicat, aus dem sich das zum Halogenaustausch
scheidung von Kieselsäure eine Lösung von Fluoro- ίο verwendete Fluorosilicat immer wieder regenerieren
kieselsäure, aus der (nach Abtrennung der Kieselsäure) läßt. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens besteht
durch Zugabe der durch Extraktion des Autoklaven- darin, daß bei der Autoklavenreaktion außer dem
rückstandes gewonnenen NaCl-Lösung ein Teil (etwa leicht absorbierbaren SiF4 keine weiteren flüchtigen
zwei Drittel) des eingesetzten Natriumfluorosilicates Nebenprodukte entstehen; die gebildeten Chlorfluorzurückgewonnen
wird. Nach der summarischen 15 verbindungen fallen daher in reiner Form an. Die mit
Gleichung Fluorwasserstoff arbeitenden Verfahren liefern da
gegen Reaktionsprodukte, in denen die gewünschten
Na2SiF6 + 3 CCl4 -f 2 H3O ->- Chlorfluorverbindungen mit Chlorwasserstoff, Fluor-
3 CF2Cl2 + 2 NaCl + 4 HCl + SiO2 wasserstoff und flüchtigen Katalysatoranteilen (Anti-
20 monhalogenide, Chlor) vermischt sind. Die Entfer-
läuft das Verfahren auf die Gewinnung von Chlorfluor- nung dieser Beimengungen erfordert umständliche
derivaten des Methans auf der Basis von Na2SiF6 als Reinigungsoperationen.
Fluorquelle hinaus. Natriumfluorosilicat ist einNebenprodukt der Superphosphat-Fabrikation. Abgesehen Beispiel 1
von der Verwendung von Na2 SiF6 für andere Zwecke, 25
Fluorquelle hinaus. Natriumfluorosilicat ist einNebenprodukt der Superphosphat-Fabrikation. Abgesehen Beispiel 1
von der Verwendung von Na2 SiF6 für andere Zwecke, 25
sind die verfügbaren Mengen daher an das Ausmaß Ein 2-1-Stahlautoklav, der mit einem druckfesten
der Superphosphaterzeugung gebunden, und es er- Wasserkühler versehen ist, wird mit 564 g (3,0MoI)
scheint fraglich, ob diese für eine industrielle Produk- feingemahlenem, trockenem Natriumfluorosilicat, das
tion von Chlorfluorderivaten des Methans in größerem mit 20 g wasserfreiem Eisen(III)-chlorid gemischt ist,
Umfange hinreichen. 30 und 700 g (4,5 Mol) Tetrachlorkohlenstoff beschickt.
Von diesem Gesichtspunkt aus erscheint es zweck- Der Autoklav ist über den Kühler durch eine Rohrmäßiger, sich einer anderen Ausführungsform des leitung mit einer eisgekühlten Falle I (Rauminhalt
Verfahrens zu bedienen, bei der nicht Natriumfluoro- etwa 300 ml) und einer Absorptionseinrichtung (2-1-silicat,
sondern Flußspat als Fluorquelle dient, der als Dreihalskolben mit gasdicht eingeführtem Rührer)
natürliches Mineral in hinreichenden Mengen zur Ver- 35 verbunden, die mit 234 g Flußspat (97,4% CaF2;
fügung steht. Zu diesem Zwecke leitet man in an sich 0,7% SiO2) und 11 Fluorokieselsäure vom spez. Gebekannter
Weise das bei der Reaktion zwischen wicht 1,35 beschickt ist. Auf die Absorptionseinrich-Natriumfluorosilicat
und Tetrachlorkohlenstoff im tung folgt eine Gasreinigungsanlage (Waschturm mit
Autoklav entstehende SiF4 in eine Suspension von Wasser, Waschturm mit 20%iger Kalilauge, Trocken-Flußspat.
Hierbei wird eine dem SiF4 entsprechende 40 turm mit festem Kaliumhydroxyd, Trockenturm mit
Menge an CaF2 aus dem Flußspat in das Dihydrat des Calciumchlorid) und eine mit Trockeneis gekühlte
Calciumfluorosilicates CaSiF6 · 2 H2O verwandelt, aus Falle II (Rauminhalt etwa 500 ml) zur Aufnahme der
dem sich auf einfache Weise mit NaCl-Lösung das ein- fluorhaltigen Reaktionsprodukte. Zum Schutz gegen
gesetzte Natriumfluorosilicat zurückgewinnen läßt. Luftfeuchtigkeit schließt sich an die Falle II ein mit
In dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ver- 45 Calciumchlorid beschickter Trockenturm an und
fahrens dient das Natriumfluorosilicat nur als Mittel hieran eine als Blasenzähler dienende Waschflasche
zum Halogenaustausch, während die Bruttoreaktion mit Wasser.
nach der summarischen Gleichung Durch lebhaftes Rühren wird der Flußspat in der
Absorptionseinrichtung in Suspension gehalten und
CaF2 (= Flußspat) + CCl4->-CaCl2 + CF2Cl2 50 diese während der Dauer des Verfahrens auf etwa
400C erwärmt,
erfolgt. Man heizt den Autoklav durch passende Wärmezu-
erfolgt. Man heizt den Autoklav durch passende Wärmezu-
Bekanntlich ist auf direktem Wege durch Einwir- fuhr so auf, daß nach etwa einer Stunde eine Tempekung
von CCl4 auf Flußspat auch bei hohen Tempe- ratur von etwa 220° C erreicht ist. Der Druck beträgt
raturen nur ein geringer Halogenaustausch möglich, 55 jetzt etwa 30 atü, während nach dem Dampfdruck des
und dieser führt außerdem nur bis zu der Zwischen- CCl4 etwa 20 atü zu erwarten wären. Bei etwa 2400C
stufe CaClF. Die Herstellung von Chlorfluorderivaten (Druck etwa 50 atü) wird die Reaktion so lebhaft, daß
des Methans oder anderer aliphatischer Kohlenwasser- infolge ihres Wärmebedarfes die anfängliche Wärmestoffe
durch direkte Reaktion der entsprechenden fluor- zufuhr zu weiterer Temperaturerhöhung nicht mehr
freien Chlorderivate mit Flußspat ist daher technisch 60 hinreicht, sondern meist ein Temperaturabfall um
nicht durchführbar und auch niemals ernsthaft in etwa 1O0C eintritt, während der Druck weiter anErwägung
gezogen worden. Die bisher üblichen Ver- steigt. Man verstärkt jetzt gegebenenfalls die Wärmefahren
zur Herstellung von Chlorfluorderivaten des zufuhr. Wenn der Druck im Autoklav auf etwa 80 atü
Methans oder anderer aliphatischer Kohlenwasser- angestiegen ist, öffnet man ein am oberen Ende des
stoffe bestehen in der Umsetzung der entsprechenden 65 Kühlers befindliches Ablaßventil so weit, daß das
fluorfreien Chlorderivate mit Fluorwasserstoff bei abströmende SiF4 in der Absorptionseinrichtung voll-Gegenwart
geeigneter Katalysatoren. Der hierfür ständig absorbiert wird, so daß im ersten Waschturm
erforderliche Fluorwasserstoff muß durch Umsetzung keine nennenswerten Kieselsäureabscheidung erfolgt.
Nachdem der SiF4-Strom auf die maximal zulässige
Stärke eingestellt ist, sorgt man durch allmähliche Temperatursteigerung dafür, daß der Druck im Autoklav
nicht unter 60 atü absinkt. Wenn die Temperatur auf 280° C gestiegen ist und der Druck unter 60 atü zu
sinken beginnt, schließt man das Ventil und hält die Temperatur so lange konstant auf 280° C, bis keine
Drucksteigerung mehr erfolgt. Diese Maßnahme dient dem Zweck, die Umsetzung des Na2SiF6 möglichst
vollständig zu gestalten. Wenn kein Druckzuwachs mehr festzustellen ist, wird die Autoklavenheizung
abgestellt und gleich anschließend der Autoklav im Laufe von etwa einer Stunde entspannt. Nach
Entweichen des SiF4 erfolgt im Kühlfalle II eine leb-
IO betrug jetzt 376 g und bestand aus 35 g CFCl3 und
341g CF2Cl2 (Molverhältnis CF2Cl2: CFCl3
= 11,3:1). Der Inhalt von Kühlfalle I (188 g bestehend aus 122 g CCl4 und 66 g CFCl3) wurde in
einem dritten Versuch nach Beimischung von frischem Tetrachlorkohlenstoff umgesetzt.
Auf die geschilderte Art wurden in einer Folge von sechs Versuchen unter Einsatz von insgesamt 2,9 kg
(18,8MoI) CCl4 und 3,38 kg (18,0MoI) Na2SiF6
erhalten 1,85 kg (15,3 Mol) CF2Cl2 und 0,33 kg
(2,4 Mol) CFCl3, was einem durchschnittlichen Molverhältnis
CF2Cl2: CFCl2 von 6,4: 1 entspricht. Bei
den sechs Versuchen wurden insgesamt 1,79 kg (17,2 Mol) SiF4 entwickelt und hierdurch eine Menge
hafte Kondensation der fluorhaltigen Reaktionspro- 15 vonl,30kg(16,7Mol)CaF2ausFlußspatzuCaSiF6auf-
dukte. Gegen Ende der Entspannung sammeln sich in Kühlfalle I der größte Teil des nicht umgesetzten CCl4
und etwas CFCl3. Nach völliger Entspannung spült man die Apparatur etwa 10 Minuten mit Luft durch,
die durch ein zweites am Autoklaven befindliches Ventil zugeleitet wird. Um die in dem noch warmen Autoklav
verbliebenen Reste flüchtiger Anteile zu sammeln, verbindet man den Autoklav unter Zwischenschaltung
einer Kühlfalle mit der Saugpumpe. Die hierbei anfallenden Kondensate vereinigt man mit dem Inhalt
von Kühlfalle I.
Bei einem auf die beschriebene Weise durchgeführten Versuch erhält man z. B. in Kühlfalle II 358 g
einer reinen Mischung von 61g CFCl3 und 297 g
CF2Cl2 (Molverhältnis CF2Cl2: CFCl2 = 5,6: 1).
Der Inhalt von Kühlfalle I beträgt 202 g und besteht aus einer Mischung von 137 g CCl4 und 65 g CFCl3,
die zweckmäßig nach Beigabe von frischem Tetrachlorkohlenstoff erneut mit Natriumfluorosilicat umgesetzt
wird.
Die Absorptionseinrichtung hat durch Aufnahme von SiF4 eine Gewichtszunahme von 303 g (2,92 Mol)
erfahren, und das Flußspatpulver hat sich in einen Kristallbrei von CaSiF6-2 H2O verwandelt, das in
dem Suspensionsmedium praktisch unlöslich ist. Man saugt den Kristallbrei ab, preßt den Filterkuchen aus
und wäscht ihn mit so viel Wasser, daß das Volumen von Filtrat + Waschwasser 11 beträgt. Die so zurückgewonnene
Fluorokieselsäure hat ihr spez. Gewicht (1,35) praktisch nicht verändert und dient weiterhin
als Suspensionsmittel für eine neue Charge von Flußspat. Der Filterkuchen wird mit 21 einer etwa 5%igen
Salzsäure in der Wärme (Wasserbad) behandelt. Dabei löst er sich praktisch vollständig auf. Ein geringer
unlöslicher Anteil von etwa 7,5 g, der aus nicht umgesetztem Flußspat und den darin angereicherten Verunreinigungen
(SiO2, BaSO4, Al2O3, Fe2O3) besteht,
wird abfiltriert, und man erhält als Filtrat eine klare Lösung von Calciumfluorosilicat.
Der größtenteils aus NaCl bestehende Salzrückstand im Autoklav wird mit Wasser extrahiert. Er löst
sich bis auf etwa 8 g nicht umgesetztes Natriumfluorosilicats. Die erhaltene Kochsalzlösung, die durch
FeCl3 gelb gefärbt ist, wird zu der Lösung von Calciumfluorosilicat gegeben. Das ausgefällte Na2 Si F6
wird durch Dekantieren mehrmals mit Wasser gewaschen und anschließend filtriert und getrocknet,
seine Menge beträgt etwa 504 g.
In einem zweiten Versuch wurde auf dieselbe Weise das in Kühlfalle I gesammelte Produkt des ersten Versuches
nach Beimischung von 450 g reinem Tetrachlorkohlenstoff wiederum mit 564 g (3,0 Mol) Natriumfluorosilicat
umgesetzt. Das Kondensat in Kühlfalle II geschlossen; hieraus wurden 3,09 kg (16,4MoI) Na2SiF6
zurückgewonnen. Der Verlust an Na2SiF6 von etwa
9 % ist bedingt durch seine Löslichkeit in den Fällungsund
Waschflüssigkeiten sowie dadurch, daß das in den Autoklavenrückständen befindliche Na2SiF6 nicht
weiterverwendet wurde. Die Ausbeute an Difluordichlormethan (15,3 Mol), bezogen auf eingesetztes
Natriumfluorosilicat (18,0MoI), betrug 85% der Theorie.
(Vergleichsversuch gegenüber Beispiel 3) Ein 2-1-Stahlautoklav wurde mit 188 g (1,0 Mol)
feingemahlenem, trockenem Na2SiF6 und 375 g
(2,7 Mol) CFCl3 beschickt. Der Autoklav wurde auf eine Temperatur von 28O0C aufgeheizt und so lange
auf dieser Temperatur gehalten, bis keine Drucksteigerung mehr eintrat. Der Enddruck betrug 46 atü.
Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur hinterblieb ein Restdruck von 4 atü. Der abgekühlte Autoklav
wurde über eine der im Beispiel 1 beschriebenen ähnlichen Anordnung entspannt. In der mit Wasser
beschickten Absorptionseinrichtung waren nur 2,64 g (0,025 Mol) SiF4 absorbiert, worden und eine Chlorbestimmung
im Wasser-Extrakt des Autoklavenrückstandes ergab die Gegenwart von 2,93 g (0,05 Mol)
NaCl.
Die Aufarbeitung der gesammelten flüchtigen Anteile ergab die Anwesenheit von 15,5 g (0,10 Mol)
CCl4, 312 g (2,27MoI) CFCl3 und 15 g (0,12 Mol)
CF2Cl2.
Der größte Teil des eingesetzten CFCl3 ist also
unverändert geblieben. Der äußerst geringfügige Halogenaustausch ist nicht auf eine Reaktion des
Na2SiF6 mit CFCl3, sondern mit dem hieraus durch
geringfügige Disproportionierung entstandenen CCl4 zurückzuführen.
Ein 2-1-Stahlautoklav wurde mit 282 g (1,5 Mol) trockenem, feingemahlenem Na2SiF6, das mit 10 g
wasserfreiem Eisen(III)-chlorid gemischt war, und g (3,0 Mol) CFCl3 beschickt. Der Autoklav wurde
auf eine Temperatur von 28O0C aufgeheizt und so
lange auf dieser Temperatur gehalten, bis kein Druckanstieg mehr erfolgte. Der Enddruck betrug 82 atü.
Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur hinterblieb ein Restdruck von 19 atü. Der abgekühlte Autoklav
wurde über eine der vorstehend beschriebenen ähnliche Anordnung entspannt. In der mit Wasser
beschickten Absorptionseinrichtung waren 109 g (1,05 Mol) SiF4 absorbiert worden; eine Chlorbestimmung
im Wasserextrakt des Autoklavenrück-
Standes ergab die Gegenwart von 130 g (2,22MoI)
NaCl.
Die Aufarbeitung der gesammelten flüchtigen
Anteile ergab die Anwesenheit von 30 g (0,20 Mol) CCl4, 57 g (0,41 Mol) CFCl3 und 253 g (2,09 Mol)
CF2Cl2.
Die Anwesenheit von Eisen(IIT)-chlorid bewirkt also einen weitgehenden Halogenaustausch zwischen
Na2SiF6 und CFCl3; reichlich zwei Drittel des eingesetzten
CFCl3 sind in CF2Cl2 verwandelt worden, ίο
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Difluordichlormethan
neben Monofluortrichlormethan unter Verwendung von Natrium-, Barium- oder Kaliumfluorosilicat
als Ausgangsstoff, dadurch gekenn zeichnet, daß Tetrachlorkohlenstoff oder Mono-
fluortrichlormethan oder Mischungen von Tetrachlorkohlenstoff und Monofluortrichlormethan
mit Natrium-, Barium- oder Kaliumfluorosilicat in Gegenwart von Eisen(III)-fluorid, -chlorid oder
-bromid als Katalysator bei 200 bis 3000C im
Autoklav umgesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Eisen(III)-halogenide
in Mengen bis zu 5 Gewichtsprozent des eingesetzten Fluorosilicates verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das anfallende Siliciumtetrafluorid in eine Suspension von Flußspat eingeleitet
und aus dem hierbei entstehenden Calciumfluorosilieat das zum Halogenaustausch dienende Fluorosilicat
in an sich bekannter Weise praktisch vollständig regeneriert wird.
© 209 517/405 2.62
Priority Applications (4)
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---|---|---|---|
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DEW28029A DE1124474B (de) | 1960-06-15 | 1960-06-15 | Verfahren zur Herstellung von Difluordichlormethan neben Monofluortrichlormethan |
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DE1124474B true DE1124474B (de) | 1962-03-01 |
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ID=7598812
Family Applications (1)
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US2935531A (en) * | 1958-04-24 | 1960-05-03 | Wasagchemie Ag | Process for making fluorinated organic compounds |
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1961
- 1961-04-13 US US102639A patent/US3146275A/en not_active Expired - Lifetime
- 1961-06-14 GB GB21542/61A patent/GB909078A/en not_active Expired
Also Published As
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