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Photographische Kamera mit elektrischem Belichtungsmesser und von
diesem gesteuerter automatischer Belichtungswerteinstellung Die Erfindung betrifft
photographische Kameras mit Vorrichtungen zum Kuppeln der Einstellelemente für Blende,
Belichtungszeit und Filmempfindlichkeit, bei welcher der Belichtungswert abhängig
vom Meßwert eines elektrischen Belichtungsmessers automatisch einstellbar ist, wobei
ein oder mehrere Schaltmittel vorgesehen sind, welche gestatten, wahlweise entweder
den Blenden- oder den Zeitstellring von Hand auf einen gewünschten Wert einzustellen
und dabei gleichzeitig die Einwirkung der vom Belichtungsmesser gesteuerten Einstellautomatik
für den richtigen Belichtungswert auf das entsprechende andere Einstellorgan, also
auf den Zeit- oder den Blendenstellring, umzuschalten und außerdem eine Mittelstellung
herbeizuführen, bei welcher die Einstellautomatik von beiden Einstellorganen (Blende
und Zeit) abgeschaltet und jedes einzelne Organ frei für sich von Hand einstellbar
ist.
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Um Fehlbelichtungen photographischer Aufnahmen weitgehend zu verhindern,
ging man im Kamerabau dazu über, für die richtige Belichtung des Negativmaterials
notwendige Einstellvorgänge miteinander zu kuppeln. So ist es schon bekannt, nicht
nur Blende und Belichtungszeit, sondern dazu noch andere Belichtungsfaktoren, wie
z. B. Filmempfindlichkeit und Filterfaktoren, miteinander zu kuppeln. Vorgeschlagen
sind bereits auch Kameras, die Einrichtungen enthalten, welche gestatten, bei vorgegebener
Blende oder vorgegebener Belichtungszeit den dazugehörenden richtigen Wert des anderen
Belichtungsfaktors, nämlich von Belichtungszeit oder Blende, abhängig vom Zeigerausschlag
eines elektrischen Belichtungsmessers automatisch einzustellen. Welcher Wert vorgegeben,
also frei gewählt werden kann, liegt bei diesen Kameras nach ihrer Herstellung ein
für allemal fest.
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Bei einer anderen, ebenfalls bekannten Kameragruppe mit automatischer
Belichtungseinstellung ist eine Umschaltung vorgesehen, welche es gestattet, wahlweise
dem Blenden- oder dem Zeiteinstellglied eine Einstellung auf einen gewünschten Wert
zu erteilen, wobei gleichzeitig die Einwirkung der vom Belichtungsmesser gesteuerten
Einstellautomatik für den richtigen Belichtungswert auf das entsprechende andere
Einstellglied, also auf das Zeit- oder das Blendeneinstellglied, umgeschaltet wird.
Dabei kann sowohl die Umschaltung der wahlweisen Einstellung als auch diejenige
der Einstellautomatik von einem einzigen Schaltelement bewirkt werden, welches außerdem
eine Stellung einnehmen kann, in der die Einstellautomatik abgeschaltet und jedes
einzelne Organ für sich von Hand einstellbar ist. Derartige Konstruktionen bekannter
Art arbeiten in der Regel mit Zweiwegegetrieben, welche als Differentialgetriebe
od. dgl. mit verhältnismäßig zahlreichen ineinandergreifenden Verzahnungen versehen
sind. Die verwendeten, meist als Kegel- oder Schneckenverzahnungen ausgebildeten
Kupplungs-und Übertragungsteile sind teuer und räumlich sehr groß und haben auf
den langen, vielgliederigen Übertragungswegen selbst bei Einhaltung engster Fertigungstoleranzen
unvermeidbarerweise viel Spiel, so daß trotz des erheblichen Aufwandes die Einstellgenauigkeit
stark beeinträchtigt ist. Bei manchen Bauweisen kommen neben den Bedienungsgriffen
für den eigentlichen Einstellvorgang noch zusätzliche Handgriffe für Feststellvorrichtungen
zum Festlegen des von Hand voreingestellten Belichtungseinstellorgans hinzu, was
insbesondere bei Schnappschußaufnahmen unliebsame Zeitverzögerungen mit sich bringt
und Fehlbedienung zur Folge haben kann. Für den automatischen Einstellvorgang sind
entweder umständliche, ineinandergeschachtelte Mitnehmerverbindungen mit Federanordnungen
vorgesehen, deren Federspannungen genau aufeinander abgestimmt und für lange Zeit
konstant sein müssen, eine Forderung, der praktisch wohl kaum genügt werden kann,
oder es werden elektromagnetische Systeme verwendet, welche neben elektrischen Batterien
als Kraftquelle komplizierte elektrische Verstärker verlangen oder aus einem oder
mehreren Elektromotoren bestehen, welche ebenfalls teuer und raumraubend sind und
für eine genaue Nullpunkteinstellung weitere aufwendige Zusatzbauteile erfordern.
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Hier setzt die Erfindung ein und beseitigt die Nachteile und Mängel,
welche ein Erscheinen und Sichdurchsetzen
der bisher bekanntgewordenen
Kameras mit umschaltbarer Einstellautomatik auf dem Wirtschaftsmarkt verhindert
haben.
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Gemäß der Erfindung geschieht dies in der Weise, daß der um die Objektivfassung
der Kamera drehbare Zeitstellring und der gleichermaßen angeordnete Blendenstellring
als kuppelbare Ringscheiben ausgebildet sind, hinter denen sich zwei weitere, das
Kameraobjektiv ebenfalls umschließende ringscheibenförmige Einstellglieder befinden,
von denen das eine als vom Belichtungsmesser beeinflußte Stufenscheibe, das andere
als Kurvenscheibe ausgebildet ist, über welche die vorgewählten Belichtungsfaktoren
berücksichtigt werden. Auf diese Weise können als Schalt-und Kupplungsglieder vorwiegend
flache, ringförmige Stanzteile verwendet werden, welche, hintereinander angeordnet,
die Bauform einer normalen Amateurkamera nur unwesentlich vergrößern, auf rein mechanischem
Wege arbeiten und eine große Betriebssicherheit gewährleisten.
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Da einmal die Blendeneinstellung, zum anderen die Zeiteinstellung
vorwählbar, also von Hand einstellbar sein soll, müssen die die Einstellungen übertragenden
Glieder, die erfindungsgemäß als hintereinanderliegende scheibenförmige Ringelemente
ausgebildet sind, jeweils paarweise kuppelbar sein. Das heißt, daß dann, wenn beispielsweise
der Zeitstellring mit der Stufenscheibe gekuppelt ist, der Blendenstellring zusammen
mit der Kurvenscheibe arbeiten muß, und umgekehrt.
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Deshalb sind an den vier hintereinander angeordneten Ringscheiben
Kupplungseinrichtungen derart vorgesehen, daß wahlweise die Stufenscheibe und die
Kurvenscheibe je für sich paarweise mit dem Blendenstellring und dem Zeitstellring
kuppelbar sind. Als Kupplungselemente könnten Stifte, Nocken, Klinken, Fahnen od.
dgl. mit zu ihnen passenden Aussparungen, Zacken, Stufen od. dgl. verwendet werden.
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Als besonders zweckmäßig wird vorgeschlagen, auf dem Zeitstellring
und auf dem Blendenstellring je einen Rasthebel schwenkbar zu befestigen, mit welchem
wahlweise einer der beiden Ringe mit der Kurvenscheibe gekuppelt werden kann. Vorteilhafterweise
werden diese Hebel mit je einer Nase versehen, die im gekuppelten Zustand in einer
entsprechenden Aussparung der Kurvenscheibe rastend gehalten wird.
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Die Kurvenscheibe ist mit einer Handhabe und einem Zeiger versehen,
mit deren Hilfe sie auf gewisse, von einer Markenskala ablesbare Werte eingestellt
werden kann. Da über die Kurvenscheibe einmal die Blende, zum anderen die Belichtungszeit
einstellbar ist, sind der Markenskala zwei diesen Belichtungsfaktoren entsprechende
Zahlenreihen zugeordnet. Erfindungsgemäß sind Mittel vorgesehen, die beim Schalten
der freien Wählbarkeit entweder der Zeit oder der Blende die jeweils zugehörige
Zahlenreihe sichtbar werden lassen und die andere verdecken.
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Die Beeinflussung der Einstellautomatik durch die Kurvenscheibe kann
auf jede an sich bekannte Art und Weise, z. B. mechanisch, elektrisch, elektromagnetisch
usw., erfolgen. Als besonders einfache Ausführungsform wird eine Konstruktion angegeben,
bei der das Meßwerk des elektrischen Belichtungsmessers gegenüber dem Kamerakörper
verschiebbar angeordnet ist. Die von Hand vorgenommene Drehung der Kurvenscheibe
erfolgt mittels einer in ihr angebrachten kurvenförmigen Aussparung und eines an
deren gekurvten Umgrenzungen gleitenden Taststiftes, wobei diese Drehung der Kurvenscheibe
derart auf die vom Belichtungsmesser gesteuerte Einstellautomatik übertragen wird,
daß sich jeweils der Wert des automatisch -eingestellten Belichtungsfaktors (Zeit
oder Blende) mit dem manuell vorgewählten Wert des anderen Belichtungsfaktors (Blende
oder Zeit) zum wertgerechten Betrag des vom Belichtungsmesser ermittelten Belichtungswertes
kombiniert.
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Die vom Belichtungsmesser gesteuerte automatische Einstellung entweder
des Blenden- oder des Zeitwertes erfolgt, wie bereits gesagt, über die Stufenscheibe.
Zu diesem Zweck ist die Stufenscheibe derart mit auf einer Kurvenlinie hintereinander
angeordneten Stufen versehen, daß sie je nach der Stellung eines ortsveränderlichen
Anschlages, welche vom jeweils gemessenen Belichtungswert abhängt, nach mehr oder
weniger großer, durch Federkraft bewirkter Drehung mit einer ihrer Stufen gegen
diesen Anschlag läuft. Als Anschlag kann entweder der Meßzeiger, falls er robust
genug ausgebildet ist, direkt dienen, oder es werden Zwischenglieder vorgesehen,
die die Zeigerstellung abtasten und einen dieser entsprechenden Anschlag für die
Stufenscheibe bieten. Dieselbe Wirkung würde natürlich auch dann erreicht, wenn
sich eine Stufenreihe abhängig vom gemessenen Belichtungswert einstellt, gegen welche
anschließend ein den Einstellmitteln zugeordnetes Anschlagelement läuft. Die Stufenabstände
sind dabei derart bemessen, daß von Anschlag zu Anschlag Stellschritte des bei diesem
Vorgang beeinflußten Belichtungsorgans erfolgen, die den Stellschritten des anderen
Belichtungsorgans bezüglich des Belichtungswertes entsprechen, daß sich also die
Werte beider Belichtungsfaktoren (Zeit und Blende) zum gemessenen Belichtungswert
richtig addieren Die Stufenreihe des vom Belichtungsmesser gesteuerten Einstellmechanismus
soll nun je nach der Vorwahl von Hand entweder auf das Blenden- oder auf das Zeiteinstellglied
wirken. Um ein zusätzliches Umschalten der Stufenreihe von den Einstellmitteln des
einen Belichtungsorgans auf diejenigen des anderen, wobei die Arbeitsweise der Stufenreihe
auf gegenläufigen Sinn gebracht werden müßte, überflüssig zu machen, schlägt die
Erfindung weiter vor, die Stufenscheibe mit zwei im gegenläufigen Sinne gestuften
Stufenreihen auszurüsten, wobei jede dieser beiden Stufenreihen einem Belichtungsfaktor
zugeordnet ist. Zugleich sind Mittel vorgesehen, welche es gestatten, die Einstellautomatik
durch Umschalten entweder auf den einen oder auf den anderen Faktor wirken zu lassen.
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Die wahlweise Kupplung der Stufenscheibe mit den Einstellelementen
der Belichtungsorgane kann ähnlich oder gleich derjenigen erfolgen, die im Zusammenhang
mit der Kurvenscheibe bereits beschrieben wurde. Als raumsparende und im Betrieb
besonders zuverlässig arbeitende Kupplung sieht die Erfindung aber vor, daß an der
Stufenscheibe ein schwenkbarer Schalthebel befestigt ist, der an seinem einen Ende
in definierten Stellungen gerastet wird und am anderen Ende einen Schaltzapfen trägt,
welcher in der einen Endlage den Zeiteinstellring, in der anderen Endlage den Blendenstellring
mit der Stufenscheibe kuppelt und in der Mittelstellung beide entkuppelt.
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Als wesentliche Vereinfachung der Kamerabedienung und auch der Umschaltungskonstruktion
gibt die Erfindung weiterhin die Anweisung, wie die Umschaltung der Einstellautomatik
gleichzeitig und über
dasselbe Schaltmittel zusammen mit der Umschaltung
des Schalthebels der Stufenscheibe vom einen Einstellelement auf das andere erfolgt.
Erfindungsgemäß wird hierfür ein beispielsweise am Kameragehäuse geführter Schieber
verwendet, der von einer außerhalb des Gehäuses vorgesehenen Handhabe so bewegt
wird, daß von zweien seiner Formteile aus diese beiden Umschaltungen gleichzeitig
bewirkt werden.
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Als weitere Ausgestaltung der Erfindung ist an diesem Schieber eine
mit einer Zahlenskala versehene Fahne angebracht, welche in der einen Endstellung
eine bei den Einstellmarken für den Kurvenscheibenzeiger vorgesehene Zahlenskala
verdeckt, in der anderen Endstellung die auf ihr angebrachte Zahlenskala hinter
einer Abdeckkappe verschwinden läßt und in ihrer Mittelstellung beide Skalen verdeckt.
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Die Umschaltung des automatischen Einstellmechanismus von der einen
Stufenbahn auf die andere Stufenbahn der Stufenscheibe erfolgt erfindungsgemäß gleichzeitig
mit der Kupplungsumschaltung durch den Schieber von einer gerasteten Handhabe aus
über einen Winkelhebel, welcher von einer Feder derart beeinflußt ist, daß die Federkraft
je nach der Schalterstellung diesseits oder jenseits des Hebeldrehpunktes wirkt.
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Prinzipiell wäre es möglich, die Kamera so auszuführen, daß die Umschaltungen
bei jeder beliebigen Stellung der einzelnen Bauelemente durchgeführt werden können.
Dabei würde der gesamte Aufbau aber überaus kompliziert und großräumig. Deshalb
ist erfindungsgemäß eine Sicherungseinrichtung vorgesehen, welche ein Bedienen der
Umschaltscheibe verhindert, solange sich die Einstellglieder für die Belichtungseinstellung
nicht in einer vorbestimmten Lage befinden.
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Von maßgeblichem Einftuß auf jeweils richtige Belichtungszeiten ist
bekanntlich auch die Empfindlichkeit des benutzten Negativmaterials. Sie muß unbedingt
bei einer automatischen Lichtwerteinstellung berücksichtigt werden. Hierfür sind
bereits geeignete Maßnahmen bekannt. Im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Konstruktion
wird als besonders zweckmäßig vorgeschlagen, daß beim Einlegen des Films dessen
Empfindlichkeitsgrad durch entsprechendes stufenweises Verschieben der Nullage der
vom Belichtungsmesser gesteuerten Einstellautomatik einstellbar ist.
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Als einfache Ausführungsform kann ein gerastetes Zahnstangengetriebe
benutzt werden, welches gestattet, das Chassis des Meßwerkes gegenüber dem Kameragehäuse
schrittweise einzustellen, z. B. zu heben oder zu senken. Diese Einrichtung wird
zweckmäßig derart ausgeführt, daß ein Einstellen nur beim Einlegen des Films, also
bei geöffneter Rückwand, möglich ist. An Stelle des Hebens und Senkens des Meßwerkes
könnte derselbe Effekt auch dadurch erreicht werden, daß die Stufenscheibe in radialer
Richtung entsprechend gehoben bzw. gesenkt würde.
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Der Erfindungsgegenstand sei nachfolgend an Hand eines gezeichneten
Ausführungsbeispiels noch näher erläutert.
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Fig. 1 zeigt die Aufsicht auf ein skizziertes Umschaltgetriebe gemäß
der Erfindung ohne den photoelektrischen Meß- und Steuerteil; in Fig. 2 sind die
hintereinanderliegenden Hauptteile des Getriebes nach Fig. 1, räumlich voneinander
getrennt, perspektivisch dargestellt; Fig. 3 a, 3 b und 3 c lassen die Kupplungsmöglichkeiten
der ringförmig um das Kameraobjektiv angeordneten Kupplungsscheiben erkennen; Fig.4
zeigt Anordnung und Wirkungsweise des photoelektrischen Meß- und Steuerteils; Fig.
5 und 6 zeigen beispielhaft das äußere Aussehen einer erfindungsgemäßen Kamera in
perspektivischen Ansichten.
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Am Verschlußgehäuse 1 ist ein Zeitstellring 2 drehbar angebracht,
der eine bogenförmige Aussparung 3 mit einem seitlichen Einschnitt 4 aufweist. Dieser
Einschnitt 4 kann von einem einarmigen Hebel 5 verdeckt werden, welcher um einen
am Zeitstellring 2 befestigten Niet 6 drehbar ist und durch Federkraft in Richtung
des Verschlußgehäuses 1 gedrückt wird. Dieser Hebel 5 ist in seinem mittleren Teil
nach außen zu einer rückwärts umgreifenden Klaue 7 geformt.
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Der hinter dem Zeitstellring 2 am Verschlußgehäuse 1 vorgesehene Blendenstellring
8 enthält ebenfalls eine bogenförmige Aussparung 9 mit einem Einschnitt 10 und trägt
einen einarmigen Hebel 11, welcher um einen am Blendenstellring 8 befestigten Niet
12 drehbar ist und durch Federkraft vom Verschlußgehäuse 1 weggedrückt wird. Dieser
Hebel 11 ist in seinem mittleren Teil zu einer nach außenstehenden Nase
13 geformt.
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Die beiden Aussparungen 3 und 9 liegen konzentrisch um den Verschlußmittelpunkt,
sind aber radial um einen gewissen Betrag gegeneinander versetzt, so daß eine Aussparungszone
als Schlitz 14 offenbleibt, welche die gleiche Länge aufweist wie die Aussparungen
3 und 9, wenn die hintereinander angeordneten Einstellringe für Zeit (2) und Blende
(8) in ihre Endstellungen gedreht sind.
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Hinter dem Blendenstellring 8 sitzt eine gleichfalls um das Objektiv
angeordnete Stufenscheibe 15. Sie wird von einer Zugfeder 16, deren eines Ende bei
17 an eben dieser Stufenscheibe 15 und deren anderes Ende am nicht gezeichneten
Kameragehäuse mittels eines Stiftes 18 (Fig. 2) befestigt ist, stets entgegen
dem Uhrzeigersinn gezogen. Bei freier Bewegbarkeit der Stufenscheibe 15 kann deren
aus dem Federzug 16 resultierende Drehung maximal bis zu einem nicht dargestellten
Anschlag erfolgen. Auf der Stufenscheibe 15 ist mit einem Niet 19 als Drehpunkt
ein Schalthebel 20 befestigt; welcher mit seinem einen Ende 21 federnd in Senkungen
22 der Stufenscheibe 15 einrasten kann, während am anderen Hebelende ein Zapfen
23 sitzt, der durch den von den Aussparungen 3 und 9 am Zeitstellring 2 und am Blendenstellring
8 gebildeten Schlitz 14 ragt. Der Zapfen 23 kann außerdem in eine Schlitzführung
24 eines neben der Stufenscheibe 15 angeordneten Schiebers 25 greifen, der mittels
einer Stift-Schlitz-Führung 26, 27 z. B. an der Kamerawand verschiebbar ist. An
seinem unteren Ende ist der Schieber 25 zu einer nach oben kreisbogenförmig begrenzten
Fahne 25 a ausgebildet, auf der längs des Kreisbogens eine Skala 25 b aufgetragen
ist.
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Die Scheibe 15 verdankt ihre Bezeichnung »Stufenscheibe« einer in
ihrem oberen Ansatz 28 geschnittenen Aussparung 29. Im gezeichneten Ausführungsbeispiel
hat diese Aussparung 29 etwa die Form eines gleichschenkeligen, spitzwinkeligen
Dreiecks, welches derart geformt ist, daß seine längste Winkelhalbierende Teil eines
um den Scheibenmittelpunkt gezogenen Kreises ist. Die beiden längeren Dreieckseiten
30 und 31 sind in gegenläufigem Sinne gestuft.
Hinter der
Stufenscheibe 15 liegt eine Kurvenscheibe 32, deren Aussparung 33 eine ähnliche
Dreieckform aufweist wie die Aussparung 29, nur daß ihre Seitenkurven 34 und 35
nicht gestuft sind, sondern kontinuierlich verlaufen. Die Kurvenscheibe 32 trägt
eine Handhabe 36 mit einem Zeiger 37, welcher über Skalenmarken 38 von Hand einstellbar
ist. Unterhalb der Skalenmarken 38 ist eine Zahlenskala 38a aufgetragen. Über der
Bedienungshandhabe 36 ist die Kurvenscheibe 32 rechtwinklig nach vorn abgebogen.
Der so entstandene kreisförmig gebogene Lappen 39 ist mit einer Ausnehmung 40 versehen,
die etwa ebenso breit ist wie die Nase 13 am Hebel 11 und die Klaue
7 am Hebel 5.
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Hinter der Kurvenscheibe 32 kann ein Läufer 41 längs einer festen
Achse 42 senkrecht verschoben werden. An diesem Läufer ist eine Einrichtung für
das Einstellen der Filmempfindlichkeit angebracht. Eine Skalentrommel 43, auf welcher
die Werte der Filmempfindlichkeit aufgetragen sind, ist so weit verdeckt, daß nur
der jeweils eingestellte Wert in einem Fenster 44 abgelesen werden kann. Die Trommel
43 wird mittels eines gefederten Stiftes 45 in ihren Vertiefungen 46 gerastet; sie
kann nur bei geöffneter Kamerarückwand eingestellt werden.
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Auf der Trommelwelle 47 sitzt ein Ritzel 48, welches in eine Verzahnung
49 eines Schiebers 50 eingreift und diesen längs seiner Führungsschlitze 51 gegenüber
dem Läufer 41 verschiebt, sobald die Trommel 43 gedreht wird. Diese Schiebereinstellung
geschieht entsprechend der eingestellten Filmempfindlichkeit stufenweise, wobei
ein Schritt der Rastungen 46 an der Filmempfindlichkeitstrommel 43 einer Stufe an
den Dreieckseiten 30, 31 der Stufenscheibe 15 sowie dem jeweiligen Anstieg oder
Abfall längs der Kurven 34, 35 der Kurvenscheibe 32 beim Bewegen des Zeigers 37
von einer Skalenmarke 38 zur nächsten entspricht. Der Schieber 50 ist derartig
geformt, daß er sowohl um die Kurvenscheibe 32 als auch um die Stufenscheibe 15
bis etwa über die Mitte des Verschlusses 1 herumgreift. An seinem Arm
50 a ist das lichtelektrische Meßwerk 51 drehbar gelagert. Dieses
Meßwerk 51 ist als Drehspulinstrument ausgebildet. Mit der Drehspule 52 dreht sich
der Zeiger 53; dieser greift in einen Schlitz 54 eines in seinem Schwerpunkt um
eine robuste Achse 56 schwenkbaren Waagebalkens 55. Das nicht geschlitzte Ende 57
des Waagebalkens 55 ragt in den Bereich der Stufen 30, 31 der Stufenscheibe
15, so daß beim Drehen dieser Scheibe 15 unter der Einwirkung der Zugfeder 16 sich
eine der jeweiligen Stellung des Waagebalkens 55 zugeordnete Stufe 30, 31 an diesem
fängt und die Stufenscheibe 15 anhält. Ob der Waagebalken 55 mit seinem Ende 57
in die obere Stufenreihe 30 oder in die untere Stufenreihe 31 eingreift, hängt von
der jeweiligen Einstellung des Läufers 41 längs der kamerafesten Achse 42 ab, die
ihrerseits über einen am Läufer 41 sitzenden Zapfen 58 festgelegt
wird. Wie diese Schaltvorgänge im einzelnen ablaufen, ist weiter unten ausführlicher
dargetan.
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In der Fig. 1 gezeigten Schaltstellung ist der Zeitstellring 2 über
die Klaue 7 und die Ausnehmung 40 mit der Kurvenscheibe 32 gekuppelt, während der
Blendenstellring 8 durch den in seinen Einschnitt 10 greifenden Stift 23 mit der
Stufenscheibe 15 gekuppelt ist; gleichzeitig ist die Zeitskala 25b den Skalenmarken
38 zugeordnet und die Blendenskala 38 hinter einer Abdeckplatte der Kamera verborgen.
Es kann also die Belichtungszeit (bei 37) von Hand eingestellt werden, während die
Blendeneinstellung über die vom Belichtungsmesser gesteuerte Automatik entsprechend
dem gemessenen Belichtungswert erfolgt.
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Auf einer kamerafesten Achse 59 sitzt beweglich eine Schaltscheibe
60. Diese Scheibe 60 kann mittels einer nicht dargestellten Handhabe aus ihrer gezeichneten
Stellung um 180° entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers bewegt und, umgekehrt, dann
in die Ausgangslage zurückgeführt werden. Am Umfang der Scheibe 60 sind vier
jeweils um 90° gegeneinander versetzte Aussparungen 61 vorgesehen, in welche sowohl
eine zur Lagensicherung der Scheibe dienende Feder 62 als auch zwei Nasen 63 und
64 zweier Sperrhebel 65 und 66 einrasten können. Die Sperrhebel 65, 66 sind hintereinander
um den gleichen Drehpunkt beweglich am Kameragehäuse montiert. Der abgekröpft dargestellte
Sperrhebel 65, 67 (Fig. 2) ist der Stufenscheibe 15, der dahinterliegende, eben
verlaufend gezeichnete Sperrhebel 66, 68 der Kurvenscheibe 32 zugeordnet. Die Sperrhebel
haben die Aufgabe, ein Umschalten der Schaltscheibe 60 zu verhindern, solange sich
die Stufenscheibe 15 und die Kurvenscheibe 32 nicht in einer hierfür vorgesehenen
Endstellung befinden. Erst dann, wenn diese End-oder Ausgangsstellung von beiden
Scheiben 15 und 32 eingenommen wird, drücken zwei Nasen 69 und 70, von denen die
eine an der Kurvenscheibe 32, die andere an der Stufenscheibe 15 sitzt, gegen die
Hebelenden 67 und 68 und heben die Sperrnasen 63 und 64 der Sperrhebel 65 und 66
aus der Sperrnut der Schaltscheibe 60, die nun zur Umschaltung gedreht werden kann.
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Heben die beiden Nasen 69 und 70 die Sperrung der Scheibe 60
durch die Hebel 65 und 66 auf, so liegen der Einschnitt 4 des Zeitstellringes 2
und der Einschnitt 10 des Blendenstellringes 8 im Drehbereich des auf dem Schalthebel
20 sitzenden Zapfens 23. Gleichzeitig befindet sich die Ausnehmung 40 der
Kurvenscheibe 32 im Einfallbereich der Klaue 7 (des Hebels 5 am Zeitstellring 2)
und der Nase 13 (des Hebels 11 am Blendenstellring 8). Nunmehr kann das Umschalten
erfolgen. Dreht man hierzu die Scheibe 60 in Richtung des Pfeiles 71 so weit, bis
die Feder 62 aus der Aussparung 61a in die Aussparung 61b
rastet, so
hat sich ein auf der Scheibe 60 befestigter Zapfen 72 bis zu einer Stellung 72a
bewegt. Dabei hat er über ein Langloch 73 den Schieber 25 aus der in Fig. 1 gezeigten
Stellung so weit nach unten verschoben, daß über seine Schlitzführung 24 der Zapfen
23 in den offenen Schlitz 14 der Aussparungen 3 und 9 am Zeit- und Blendenstellring
gebracht wurde, so daß Zeitwert und Blendenwert nach freier Wahl von Hand eingestellt
werden können. Die vom Belichtungsmesser gesteuerte Einstellautomatik ist in dieser
Schaltstellung außer Betrieb gesetzt, denn der Zeit- und der Blendenstelhzng (2
und 8) einerseits sind von der Stufen- und der Kurvenscheibe (15 und 32) anderseits
entkuppelt. Gleichzeitig mit der Schaltscheibe 60 wurde aber auch der auf ihr sitzende
Stift 74 in seine Stellung 74a gedreht, wo er im Grunde 75 einer Gabel 76 einen
Winkelhebe177 in einer Mittelstellung hält, in der eine bei 78 am Schieber 25 angreifende
Zugfeder 79 sich direkt über dem Hebeldrehpunkt 80 spannt, so daß der Zapfen 58
das Meßwerk in Mittelstellung und sich selber außerhalb der Anschlagbereiche der
Stufenreihen 30 und 31 hält.
Dreht man die Schaltscheibe
60 in Pfeilrichtung 71
um weitere 90°, so kommt der Zapfen
72 aus seiner Stellung 72 a in die Stellung
72 b, schiebt den Schieber abwärts, so daß dessen Schlitzführung
24 den Zapfen 23 des Stufenscheibenhebels 20 in den Einschnitt 4 des Zeitstellringes
2 und die Nase 13 am Hebel 11 des Blendenstellringes 8 in die Ausnehmung
40 der Kurvenscheibe 32 drückt. Gleichzeitig hat sich der Stift
74 von 74 a nach 74 b bewegt und
den Winkelhebel 77 über seine Schlitzführung 81 den Zapfen 58 in den Anschlagbereich
der Stufenreihe 31 bringen lassen. Der Winkelhebel 77 wird durch die nunmehr
unterhalb des Schwenkpunktes 80 verlaufende Zugkraft der Feder 79 sicher
in seiner Stellung gehalten. In dieser letztbeschriebenen Schaltstellung, in der
zugleich die Blendenskala 38a freigegeben und die Zeitskala 25 b
verdeckt ist, kann also die Blende von Hand eingestellt werden, während die Zeiteinstellung
über die vom Belichtungsmesser gesteuerte Automatik entsprechend dem gemessenen
Belichtungswert erfolgt: Da der Zapfen 58 in den beiden Endstellungen des Winkelhebels
77 an der Kurve 34 bzw. 35 der Kurvenscheibe 32 anliegt, überträgt
er den über diese Scheibe (bei 37 und 38a bzw. 25b) von Hand eingestellten
Wert der Blende bzw. der Belichtungszeit auf den Schieber 41 und damit auf
die Stellung des Meßwerks 51. Da diese von der Skalentrommel 43 her auch der jeweiligen
Filmempfindlichkeit entspricht, werden auf diese Weise alle vorgewählten Belichtungsfaktoren
bei der selbsttätigen Einstellung des letzten Belichtungsfaktors berücksichtigt.
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Die Fig. 5 und 6 sollen ein mögliches Gesicht einer gemäß dem Erfindungsgegenstand
aufgebauten photographischen Kamera veranschaulichen. Je nach Einstellung der Schaltscheibe
60 kann am Verschlußgehäuse 1 durch Drehen von Hand entweder der gewünschte
Zeit- oder Blendenwert oder aber es können (bei einer Mittelstellung) beide dieser
Werte eingestellt werden. Das Stellrad 43 wird beim Einlegen des Films auf
die entsprechende Filmempfindlichkeit gedreht. Dieses Rad 43 kann nur bei geöffneter
Kamerarückwand bedient werden. Durch Anvisieren des Aufnahmegegenstandes durch den
Sucher 82 wird auch die photoelektrische Zelle 83 in die gewünschte Richtung
gebracht, aus der sie die Lichtmenge für den Meßstrom empfängt, der die automatische
Einstellung des einen Belichtungsorgans bestimmt. Die Auslösung der belichtungswertrichtigen
Belichtung erfolgt mittels eines Knopfes 84. Den Filmtransport bewirkt ein
Drehknopf 85.
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Außer den hier beschriebenen erfindungsgemäßen Anordnungen können
bei der Kamera auch alle anderen bereits bekannten Kupplungsmechanismen, wie beispielsweise
Filmfortschaltung und Verschlußaufzug, Belichtungs- und Filmsperre u. dgL, vorge-
; sehen. sein. Auch kann der Auslöseknopf 84 derart ausgebildet werden, daß
er alle zum laufenden Bedienen der Kamera notwendigen Arbeitsgänge in richtiger
Reihenfolge bewirkt, so daß (mit Ausnahme der Einstellung der Aufnahmeentfernung)
eine vollautomatische Kamera mit nur einer Bedienungshandhabe gegeben ist.