DE1085751B - Verfahren und Einrichtung zur Vorbereitung hinsichtlich der Mahl- und Backfaehigkeit von Getreide, insbesondere von Roggen, mit Infrarot-Strahlen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Vorbereitung hinsichtlich der Mahl- und Backfaehigkeit von Getreide, insbesondere von Roggen, mit Infrarot-StrahlenInfo
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Description
Es ist bekannt, Getreide vor dem Vermählen oder Verschroten zu waschen und wieder zu trocknen. Während
nun beim Weizen die der eigentlichen Vermahlung vorangehende Behandlung zur Säuberung des
Korns, zu seiner Mürbung zwecks leichter Vermahlung, zur Verbesserung der Schalenlöslichkeit sowie
zur Erhöhung der Backfähigkeit mittels Waschen und Konditionieren weitgehend erforscht ist und seit langem
nach verschiedenen Verfahren, u. a. auch unter Einwirkung infraroter Strahlung, mit gleichem Erfolg -10
durchgeführt wird, ist dies bei Roggen nicht der Fall.
Schon das Waschen des Roggens hat Folgen, die für die weitere Verarbeitung oft unerwünscht sind. Das
Roggenkorn nimmt die Feuchtigkeit gieriger auf als das Weizenkorn, hält sie aber hartnäckiger fest. Durch
das Waschen wird selbst ein lagerfähig trockener Roggen trotz anschließender Trocknung nach den bisherigen
Verfahren leicht zäh und ist zur Vermahlung weniger geeignet. Am meisten macht sich dies bei
zähem, dickschaligem Roggen bemerkbar.
Das Waschen des Getreides hat aber so große Vorteile zur Gewinnung eines staub- und steinfreien Mahlproduktes,
daß der Müller es für Roggen nur ungern vermißt.
Da bei den einzelnen bisher bekanntgewordenen Verfahren die Beschaffenheit des Kornes nicht den von
den Müllern an das Mahlgut gestellten Anforderungen gerecht werden konnte, stellte man immer wieder neue
Versuche an, um zu einem wirtschaftlichen Trocknen, insbesondere von Roggen, zu gelangen. Bei den mit
Leitwärme arbeitenden bekannten Trocknungsverfahren z. B. hat es sich als schädlich herausgestellt, daß
das Eindringen des in der Wäscherei aufgenommenen Wassers in den Kern durch die von außen nach innen
dringende Wärme zunächst noch begünstigt wurde. Offenbar quellen hierbei die hyaline Schicht und der
Roggenschleim stark auf und bedingen das für die Vermahlung ungünstige Zäherwerden des Roggenkernes,
der das aufgenommene Wasser selbst bei starker Trocknung schwer wieder abgibt. Eine Verbesserung
hierbei brachte bereits — insbesondere bei der Behandlung von Weizen — die Anwendung von infraroten
Strahlen. Die relativ »kalten Infrarotstrahlen« setzen sich erst beim Auftreffen auf den Körper in
Wärme um; sie dringen je nach Wellenlänge und Art des absorbierenden Stoffes bis zu einer bestimmten
Tiefe in den Stoff ein, bevor die Energieumwandlung stattfindet. Es besteht also auch beim Getreidekorn ein
Wärmegefälle von innen nach außen, welches das Eindringen des Wassers in den Mahlkern behindert.
Der Erfindung liegt nun die Erkenntnis zugrunde, daß die Beeinflussung der Mahlfähigkeit wie auch der
Backfähigkeit in erster Linie von der Dauer und der Wellenlänge der Strahlung abhängig ist. Es wurde
Verfahren und Einrichtung
zur Vorbereitung hinsichtlich der Mahl-
und Backfähigkeit von Getreide,
insbesondere von Roggen,
mit Infrarot-Strahlen
Anmelder:
Siemens-Schuckertwerke
Aktiengesellschaft,
Berlin und Erlangen,
Erlangen, Werner-von-Siemens-Str. 50
Saladin Rumpf, Laubenheim/Nahe,
Dr. rer. nat. Ernst Otto, Nürnberg,
und Dipl.-Ing. Hans Hendricks,
Stuttgart-Bad Cannstatt,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
erkannt, daß eindeutige Optima realisierbar sind, bei denen die Behandlung ein Korn ergibt, das allen Anforderungen
gerecht wird.
Gemäß der Erfindung wird daher das Getreide der Einwirkung von Infrarot-Strahlern, deren Strahlung
ihr Strahlungsmaximum bei oder in der Nähe der Wellenlänge von 3 μ hat, mit einer Strahlungsintensität
von etwa 20 kW/m2 und mit einem Strahlerabstand von etwa 8 bis 10 cm kurzzeitig ausgesetzt. Unter
»kurzzeitig« ist dabei eine Zeitspanne von etwa 45 Sekunden zu verstehen, in der das Getreide eine Temperaturerhöhung
seiner Oberfläche bei der Getreidevorbereitung von gewaschenem Getreide von mindestens
25° bis 30° C und beim Vorbereiten von trockenem oder genetztem Getreide von mindestens 45° bis 60p C
erreicht. Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Getreide der Infrarot-Bestrahlung sofort nach dem Verlassen
der Wascheinrichtung, d. h. spätestens nach 5 Sekunden ausgesetzt wird. Durch das Verfahren nach der
Erfindung wird zunächst eine ganz erhebliche Abkürzung der Erwärmungszeit des Getreides erzielt, was
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für die Trocknung von Bedeutung ist. Darüber hinaus bietet aber das Verfahren nach der Erfindung noch
überraschende weitere Vorteile, die nicht zu vermuten waren, und die die wirtschaftliche Anwendung des Verfahrens
vollauf rechtfertigen.
Dabei hat sich gezeigt, daß die Infrarot-Bestrahlung bei Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung
weit bessere Ergebnisse bringt als alle anderen bisher angewandten Methoden. Mit der Einrichtung nach der
Erfindung ist die Behandlung von nassem, beispielsweise von der Wäschereizentrifuge abgeschleudertem
Roggen betriebsmäßig, also in den die Leistungsfähigkeit einer Mühle entsprechenden Mengen durchführbar.
Schneller als das Wasser dringt die Strahlungswärme in das Korn und riegelt damit eine unerwünschte J-5
Überfeuchtung des Mehlkornes ab. Die Entfernung der unerwünschten Oberflächenfeuchtigkeit durch
kräftige Kalt- oder Warmluftaspiration bietet keine Schwierigkeit mehr. Sie kann je nach dem gewünschten
Einfluß auf die Holzfaser in ruhendem oder be- a° wegtem Zustand des Getreidekornes erfolgen.
Das Verfahren nach der Erfindung bietet vor allem noch folgende Vorteile: Es ergibt sich bei seiner Anwendung
bei Mahlroggen eine beachtliche Steigerung der Schalenlöslichkeit. Es fallen ungeputzte Roggengrieße
an, wie sie bisher nicht erreicht wurden. Vor allem aber läßt sich mit dem durch die Bestrahlung
geschaffenen Wärmegefälle vom Korninneren zur Schale auch beim Roggen eine Mürbung des Korns
schaffen und erhalten, wie dies bisher mit anderen Mitteln nicht möglich war. Für Weizen bringt die
Infrarot-Behandlung die Möglichkeit, durch die angegebene schnelle Erwärmung die Verbesserung der
Backfähigkeit kleberschwacher Weizen und kranker Weizen noch zu steigern.
Zur Frage der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens sei bemerkt, daß die Anlagekosten bei Energiebezug
aus dem Netz unter 10% der Kosten für die üblichen Vorbereiter liegen. Die Betriebskosten stellen sich bei
einem Strompreis von 0,08 bis 0,10 DM pro kWh auf etwa 0,25 bis 0,35 DM pro 100 kg Getreide, sind also
durchaus tragbar. Bei Auslandsroggen und bei dünnschaligem Inlandsroggen liegen die Betriebskosten
noch niedriger. Wesentlich ist vor allem, daß durch das erfindungsgemäße Verfahren auch sämtliche chemisehen
Nachbehandlungen, wie sie bisher in der Mahltechnik nach der Trocknung bzw. Wärmebehandlung
des Roggens üblich waren, vermieden werden können. Wenn auch bisher nicht einwandfrei nachgewiesen
werden konnte, daß diese chemische Behandlung zu Schädigungen des menschlichen Körpers führt, so liegt
doch die Vermutung nahe, daß chemisch behandeltes Getreide mindestens für empfindliche Menschen bei
dauerndem Genuß der hieraus vermahlten Mehle zu Beschwerden führen können.
Die Versuche haben ferner gezeigt, daß das Verfahren nach der Erfindung bei der Anwendung zum Trocknen
um so wirksamer ist, je kurzer die Zeitspanne ist, in der das Getreide nach dem Verlassen der Wascheinrichtung
bis zum Einlauf in die Infrarot-Trocknungseinrichtung gebracht wird, das heißt also praktisch
gesehen, je kurzer die Entfernung zwischen der Wascheinrichtung und der Infrarot-Trocknungseinrichtung
ist. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Getreide nach dem Verlassen der Zentrifuge, in der 6S
nach dem Waschen das überschüssige Wasser abgeschleudert wird, mit einem kräftigen Luftstrom zur
Trocknungsanlage gefördert wird, was sich bei geeigneter räumlicher Ausbildung der Gesamtanlage bereits
innerhalb von etwa 1 bis 2 Sekunden durchführen läßt.
Da das Verfahren nach der Erfindung außer den Vorteilen für die Trocknung zusätzliche Vorteile hat,
insbesondere hinsichtlich der besseren Ablösung der Schale und der wirksameren Vorbereitung der Randzonen
für die spätere Vermahlung und der hierdurch bedingten Erhöhung seiner Backfähigkeit und seiner
sonstigen Güteeigenschaften, so stellt es auch ohne Verbindung mit einem voraufgehenden Wasch- und
Trocknungsvorgang bereits einen erheblichen technischen Fortschritt dar.
Die Verbesserung der Mahlfähigkeit durch Beeinflussung der Randzonen kann gemäß einer Weiterbildung
des Verfahrens nach der Erfindung noch dadurch gesteigert werden, daß das Getreide, nachdem sein
Mehlkern zuvor durch Waschen, Netzen und Trocknen auf den zur Vermahlung bzw. Verschrotung günstigsten
Zustand gebracht worden ist, wiederholt abwechselnd einer Kurzbenetzung und einer Kurz-Infrarot-Bestrahlung
ausgesetzt wird. Hierdurch wird die Loslösung des zu vermählenden Kernes von der abzusondernden
farbigen Sehale erheblich gefördert. Die Zeitdauer und die Intensität der Kurzbestrahlung
können die gleichen Werte haben wie oben für das Verfahren nach der Erfindung angegeben.
Für die Wahl der zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung erforderlichen Einrichtungen gilt
folgende Überlegung: Bei allen bekannten Verfahren zur Bestrahlung einer Fläche mit Infrarot-Strahlung
trachtet man danach, die zu bestrahlende Fläche so auszustrahlen, daß an allen Flächenstellen möglichst
annähernd die gleiche Strahlungsintensität erreicht wird. Dies kann durch Variieren eines oder mehrerer
von folgenden drei Faktoren erreicht werden: Erstens der Strahlungsleitung jedes einzelnen Strahlers bzw.
seiner elektrischen Leistungsaufnahme, zweitens des gegenseitigen Abstandes der Strahler und drittens
des Abstandes der Strahler von der zu bestrahlenden Fläche. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen versucht man,
mit möglichst leistungsschwachen Strahlern und mit möglichst großem gegenseitigen Strahlerabstand bzw.
möglichst geringer Strahleranzahl auszukommen und den Abstand der Strahler von der zu bestrahlenden
Fläche möglichst klein zu wählen. In der Praxis haben sich bei den bekannten Verfahren, teils auf Grund eingehender
Untersuchungen und teils auf Grund der Erfahrung, für jeden dieser drei Faktoren Werte ergeben,
die innerhalb verhältnismäßig enger Grenzen und somit größenordnungsmäßig festliegen, wobei sich lediglich
die untere und obere Grenze dieser Werte je nach dem Anwendungszweck der Infrarot-Strahlung nach oben
oder unten hin verschiebt. Auch bei den älteren Versuchen zur Infrarot-Bestrahlung von Getreide hat man
sich an diese Erfahrungswerte gehalten und dabei die eingangs erwähnten Mißerfolge gehabt. Demgegenüber
lehrt die vorliegendeErfindung die genannten Faktoren so zu wählen, daß sich eine Bestrahlungsintensität je
Flächeneinheit von einer solchen Größe ergibt, in der sie bisher bei Getreide noch niemals angewendet worden
ist.
Zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung wird vorteilhaft eine Einrichtung verwendet, die
aus einer einzigen oder aus mehreren hintereinandergeschalteten Rieselflächen für das Getreide besteht. Bei
letzterer ist abwechselnd je eine mit Infrarot-Strahlern und je eine mit Luftabsaugeeinrichtungen ausgestattet.
Eine weitere vorteilhafte Einrichtung nach der Erfindung kennzeichnet sich durch mindestens zwei Rieselflächen
zur Bestrahlung des Getreides — vorzugsweise mit sich an jede Förderbahn anschließender zweiter
Rieselfläche für die Luftabsaugung — aus und einer
zwischen je zwei Bestrahlungsrieselflächen zwischengeschalteten Vorrichtung zur Kurzbenetzung des Getreides.
An Hand der Zeichnung wird die zur Durchführung des Verfahrens dienende Einrichtung nach der Erfindung
näher erläutert:
Fig. 1 zeigt eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung im Aufriß und
Fig. 2 die gleiche Einrichtung im Grundriß;
Fig. 3 zeigt eine Einrichtung mit mehreren hintereinandergeschalteten
Rieselflächen für das Getreide.
Das Getreide 1 kommt von einer Wascheinrichtung durch einen Trichter 2, der an seinem unteren Ende
gemäß Fig. 2 in einen Verteilerrüssel 3 ausläuft, auf eine geneigte Förderbahn 4, die vorteilhaft siebförmig *5
ausgebildet ist. An dem oberen Ende der Förderbahn ist ein Rüttler 5 angebracht, der sie zu Rüttelschwingungen
in ihrer Längsrichtung anregt, wie es in den Fig. 1 und 2 durch einen Doppelpfeil am Rüttler gekennzeichnet
ist. Unter dem Einfluß der Rüttelschwingungen der Förderbahn rutscht das Getreide über die
schwingende Förderbahn hinweg und führt auf ihr Tanzbewegungen aus, so daß sich jedes Korn dauernd
in seiner Lage ändert und sich wendet. Das Getreide verläßt die Förderbahn an deren unterem Ende, fällt
in eine Sammelrinne 6 und wird in dieser mittels der Förderschnecke 7 weitergefördert.
Oberhalb der Förderbahn und längs derselben ist in Fig. 1 eine Strahlerhaube 8 dargestellt, die aus einem
haubenförmigen Strahlungsreflektierenden Blech und aus den in dessen Höhlung angeordneten, vorzugsweise
stabförmigen Infrarot-Dunkelstrahlern 9 besteht. Besonders geeignet sind als Strahler Heizstäbe,
die aus einem dünnen Strahlungsabgebenden Metallmantel, ζ. B. aus Stahl, und im Inneren aus isoliert angeordneten
Heizelementen bestehen. Ferner ist am unteren Ende der Förderbahn ein Lüftungsschacht 10
vorgesehen, durch den mittels des Lüfters 11 feuchte Luft und Staub abgesaugt und durch das Rohr 12 abgeleitet
werden. Ein Meßgerät 13 ist am Boden der Sammelrinne 6 eingebaut, ragt in die Masse des bestrahlten
Getreides und mißt dessen Temperatur.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Einrichtung kann in mannigfacher Weise abgewandelt werden. Beispielsweise
braucht der Rüttler die Förderbahn nicht unbedingt in ihrer Längsrichtung in Schwingungen
zu versetzen, sondern er kann auch in einer beliebigen anderen Richtung auf die Förderbahn einwirken, beispielsweise
senkrecht oder unter einem spitzen Winkel zur Förderbahn. Auch die Ausbildung der Förderbahn
kann in bekannter Weise mannigfach abgewandelt werden. Statt einer glatten oder siebförtnigen Förderbahn
kann eine stufenförmige — wie bei einem Waschbrett — geriffelte Förderbahn verwendet werden, die
das selbsttätige Wenden der Getreidekörner während des Bestrahlens fördert. Die Förderbahn kann z. B. aus
eloxierten Aluminiumblechen bestehen, die auf einer ebenen Unterlage stufenförmig angebracht werden.
Die Förderbahn kann aber auch als Kaskade, ähnlich einem Kaskadenrieselgerät bei der Milchkühlung, ausgebildet
werden, oder aus übereinander angeordneten Rieseltrichtern bestehen. Man kann schließlich die
Förderbahn aus einem wellig gebogenen Sieb aufbauen, unterhalb dessen ein Reflektorblech angeordnet
wird, das die durch das Sieb hindurchfallende Strahlung zurückwirft und auf die Unterseite des Getreides
richtet. Ein solches Reflektorblech kann auch bei anderen siebförmigen Förderbahnen verwendet werden.
Da die Infrarot-Strahler und die reflektierende Innenseite der Strahlerhaube 8 in Fig. 1 wegen des
auftretenden Staubes, insbesondere Holzfasern und Schalenteilchen, häufig gereinigt werden müssen, ist
es vorteilhaft, beide Teile für die Reinigung leicht zugängig zu machen. Dies kann in einfacher Weise dadurch
geschehen, daß die Strahlerhaube um einen Festpunkt schwenkbar angeordnet wird und mittels eines
Seiles, das über eine Umlenkrolle geführt ist, hochgeklappt werden kann. Die Förderbahn kann gegebenenfalls
nach unten ausgeschwenkt werden.
Eine besonders vorteilhafte Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist in
Fig. 3 schematisch dargestellt. Das Getreide 1 läuft bei dieser Einrichtung aus einem Trichter 2 der Reihe
nach über die Rüttelflächen 14, 15, 16 und 17 in den Sammeltrichter 18. Unterhalb des Sammeltrichters 18
kann eine Förderschnecke angeordnet werden, z. B. in der in den Fig. 1 und 2 angegebenen Weise. Die Rüttelflächen
14,15,16 und 17 sind über das Gestänge 19 und 20 mit einem gemeinsamen Rüttelantrieb 21 versehen.
Oberhalb der Rüttelflächen 14 und 16 ist je eine Bestrahlungshaube 22 bzw. 23 angeordnet und oberhalb
der Rüttelflächen 15 und 17 befindet sich je eine Luftabsaughaube 24 bzw. 25. Alle vier Rüttelflächen
sind vorteilhaft als Siebe ausgebildet, zum mindesten aber die Rüttelflächen 15 und 17, damit durch diese
Luft hindurchgebracht werden kann. Diese Einrichtung hat den Vorteil, daß die Bestrahlungsstrecke des
Getreides in Teilstrecken aufgeteilt ist und eine räumlich gedrungenere Bauform der Gesamteinrichtung zuläßt.
Auch ist es günstig, daß hierbei mehrfach abwechselnd eine Bestrahlung und eineLuftabsaugung erfolgt.
Soll das Getreide wiederholt abwechselnd einer Kurzbestrahlung und einer Kurzbenetzung ausgesetzt werden,
so können zwischen je zwei Bestrahlungsförderbahnen zusätzlich noch eine oder mehrere zeichnerisch
nicht dargestellte Benetzungsvorrichtungen eingebaut werden.
Claims (5)
1. Verfahren zur Vorbereitung hinsichtlich der Mahl- und Backfähigkeit von Getreide, insbesondere
von Roggen, mit Infrarot-Strahlen, dadurch gekennzeichnet, daß das Getreide (1) der Einwirkung von Infrarot-Strahlern (9, 22, 23), deren
Strahlung ihr Strahlungsmaximum bei oder in der Nähe der Wellenlänge von 3 μ hat, mit einer
Strahlungsintensität von etwa 20 kW/m2 und mit einem Strahlerabstand von etwa 8 bis 10 cm kurzzeitig
ausgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 mit vorausgehendem Waschen des Getreides, dadurch gekennzeichnet,
daß das Getreide (1) der Infrarot-Bestrahlung sofort nach dem Verlassen der Wascheinrichtung, d. h. spätestens nach 5 Sekunden
ausgesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Getreide (1) wiederholt
abwechselnd der Infrarot-Bestrahlung ausgesetzt und kurzzeitig benetzt wird.
4. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß sie aus einer einzigen oder aus mehreren hintereinandergeschalteten
Förderbahnen (4 bzw. 14, 15, 16 und 17) für das Getreide (1) besteht, bei denen abwechselnd je
eine mit Infrarot-Strahlern (22, 23) und je eine mit Luftabsaugeeinrichtungen (24, 25) ausgestattet
ist.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch
mindestens zwei Förderbahnen (14, 16) zur Bestrahlung des Getreides (1) — vorzugsweise mit
sich an jede Förderbahn anschließender zweiter Förderbahn (15, 17) für die Luftabsaugung —
und einer zwischen je zwei Bestrahlungs-Rieselflächen zwischengeschalteten Vorrichtung zur
Kurzbenetzung des Getreides (1).
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 630443, 671193,
641457, 66 062, 646 627;
französische Patentschrift Nr. 966 851; USA.-Patentschriften Nr. 2 355 670, 2 474 952;
Zeitschrift VDI, 1950, Fr. 13, S. 315 bis 318;
»Elektrizitätsverwertung«, Heft 11/12, 1946/47, S. 269.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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Priority Applications (1)
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DES28446A DE1085751B (de) | 1952-05-07 | 1952-05-07 | Verfahren und Einrichtung zur Vorbereitung hinsichtlich der Mahl- und Backfaehigkeit von Getreide, insbesondere von Roggen, mit Infrarot-Strahlen |
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DES28446A DE1085751B (de) | 1952-05-07 | 1952-05-07 | Verfahren und Einrichtung zur Vorbereitung hinsichtlich der Mahl- und Backfaehigkeit von Getreide, insbesondere von Roggen, mit Infrarot-Strahlen |
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DE1085751B true DE1085751B (de) | 1960-07-21 |
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DES28446A Pending DE1085751B (de) | 1952-05-07 | 1952-05-07 | Verfahren und Einrichtung zur Vorbereitung hinsichtlich der Mahl- und Backfaehigkeit von Getreide, insbesondere von Roggen, mit Infrarot-Strahlen |
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