DE1080559B - Verfahren zur Herstellung von in Wasser schwerloeslichen Calciumsalzen saeurestabiler Penicilline - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von in Wasser schwerloeslichen Calciumsalzen saeurestabiler PenicillineInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
- C07D499/00—Heterocyclic compounds containing 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula:, e.g. penicillins, penems; Such ring systems being further condensed, e.g. 2,3-condensed with an oxygen-, nitrogen- or sulfur-containing hetero ring
- C07D499/04—Preparation
- C07D499/14—Preparation of salts
- C07D499/16—Preparation of salts of alkali or alkaline earth metals
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von in Wasser schwerlöslichen Calciumsalzen säurestabiler
Penicilline mit Ausnahme des Phenoxymethylpenicillins.
Es wurde gefunden, daß die Calciumsalze gewisser säurestabiler, biosynthetischer Penicilline, wie p-Cresoxymethylpenicillin,
in der p-Stellung halogenierte Phenoxymethylpenicilline, z. B. p-Chlorphenoxymethylpenicillin
und PhenyhnercaptomethylpeniciUin, in Wasser schwer löslich sind, d. h. eine Löslichkeit von unf er 1 %,
insbesondere unter 0,4%, bei 240C aufweisen.
Die allgemeine Formel dieser säurestabilen biosynthetischen Penicilline lautet
C8H10O3-NS-NH-CO-CH2-A-
wobei A im Falle des Cresoxymethylpenicülins bzw. p-Chlorphenoxymethylpenicühns ein Sauerstoff- und im
Falle des Phenylmercaptomethylpenicillins ein Schwefelatom und X ein Halogenatom oder eine ALkylgruppe oder,
im Falle A die Bedeutung eines Schwefelatoms hat, ein
Wasserstoffatom bedeutet.
Bei der Herstellung obiger säurestabiler Penicilline werden als sogenannte »Precursoren« Cresoxyessigsäure,
p-Chlorphenoxyessigsäure bzw. Phenylmercaptoessigsäure verwendet. Bei der Isolierung und Reindarstellung
obengannter Penicilline treten stets als Verunreinigung diese »Precursorsäuren« auf, die auf Grund ihrer den
Penicillinen sehr ähnlichen Verteilungskoeffizienten und Dissoziationskonstanten sehr schwer von den Penicillinen
abgetrennt werden können. Es zeigte sich nun, daß die Calciumsalze dieser Penicilline wesentlich schwerer
wasserlöslich sind als die Calciumsalze der »Precursorsäuren«, so daß auf diesem Wege leicht eine Reindarstellung
der Penicilline durchgeführt werden kann.
Nachstehend seien die Löslichkeitsverhältnisse der Calciumsalze einiger dieser Penicilline und ihrer entsprechenden
»Precursorsäuren« angeführt:
Löslichkeit | |
Substanz | g/100 ml |
H2O bei 24? C | |
p-CresoxymethylpeniciUin-Ca-Salz | 0,128 |
p-Cresoxyessigsäure-Ca-Salz | 0,522 |
Phenylmercaptomethylpenicillin-Ca-Salz | 0,388 |
Phenylmercaptoessigsäure-Ca-Salz | 2,796 |
p-Cl-PhenoxymethylpenicilHn-Ca-Salz ... | 0,092 |
p-Cl-Phenoxyessigsäure-Ca-Salz | 3 bis 4 |
Verfahren zur Herstellung
von in Wasser schwerlöslichen
Calciumsalzen säurestabiler Penicilline
Anmelder:
»BIOCHEMIE«
»BIOCHEMIE«
Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Kundl, Tirol (Österreich)
Kundl, Tirol (Österreich)
Vertreter: H. Knoblauch, Rechtsanwalt,
Leverkusen-Bayexwerk
Leverkusen-Bayexwerk
Beanspruchte Priorität:
Österreich vom. 31. Juli 1956
Österreich vom. 31. Juli 1956
Dr. Hans Margreiter, Radfeld (Österreich),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann man z. B. ein wasserlösliches Salz der Penicilline
mit Calciumchlorid in wäßriger Lösung umsetzen, wobei auf 2 Mol Alkalisalz des Penicillins mindestens 1 Mol
Calciumchlorid angewendet wird; die Anwendung eines Überschusses an Calciumchlorid ist zur vollständigen
Ausfällung des Calciumpenicilhns vorteilhaft. Man kann aber auch aus organischer Lösungsmittelphase die
erfindungsgemäß hergestellten Salze der PenicilHne zur Ausfällung bringen. Beispielsweise kann einer Lösung
der betreffenden Penicillinsäure in Butanöl eine wäßrige Lösung von Calciumchlorid, die eine äquivalente Menge
an Calciumionen enthält, zugesetzt werden. Durch azeotrope Destillation wird anschließend der Wasseranteil
entfernt, wobei dann das entsprechende Calciumpenicillin auskristalHsiert. Ferner kann beispielsweise
eine Lösung der betreffenden Penicillinsäure in Butylacetat
mit einer wasserfreien Lösung von Calciumacetat in Butanöl versetzt werden, wobei sich wieder das
Calciumsalz des betreffenden PenicüHns ausscheidet.
Auch hier wird vorteilhaft mit einem geringen Überschuß an Calciumacetat gearbeitet.
Im folgenden seien nun einige Ausführungsbeispiele zur Reindarstellung solcher PenicilHne unter Ausnutzung
obiger LösHchkeitsunterschiede angegeben.
6 g p-CresoxymethylpenicilHn-Kaüum mit einer Aktivitat
von 1208 JE/mg (jodometrischer Test) werden in 250 ml Wasser gelöst; zu dieser Lösung werden 1,4 g
Calciumchlorid (wasserfrei), die in 60 ml Wasser gelöst sind, zugesetzt. Es scheidet sich rasch ein gutkristalHsierender
Niederschlag von Calcium-p-CresoxymethylpenicilHn aus.
009 507/40Ϊ
Die ausgeschiedene kristallisierte Verbindung wird nach mehrstündigem Stehen isoliert, mit Wasser gewaschen
und getrocknet.
Ausbeute: 4,5 g Calcium-p-Cresoxymethylpenicillin mit
einer Aktivität von 1470 JE/mg (jodometrischer Test) entsprechend 91,3% der Theorie. Löslichkeit: 0,128 g
in 100 ml Wasser bei 24° C. Wassergehalt der kristallisierten Substanz: 4,50 °/0.
4,23 g p-Chlorphenoxymethylpenicfflm-Kalium mit
einer Aktivität von 980 JE/mg (jodometrischer Test) werden in 150 ml Wasser gelöst; zu dieser Lösung werden
0,7 g Calciumchlorid (wasserfrei), das in 70 ml Wasser gelöst ist, gegeben. Der entstehende Niederschlag wird
isoliert und getrocknet.
Ausbeute: 2,8 g Calcium-p-Chlorphenoxymethylpenicillinmit
einer Aktivität von 1400 JE/mg (jodometrischer Test) entsprechend 94,6 % der Theorie. Wassergehalt der
Substanz: 4,0%. Löslichkeit: 0,092 g/100 ml Wasser bei 24° C.
6,5 g Phenyhnercaptomethylpenicillin-Kalium mit
einer Aktivität von 1116 JE/mg (jodometrischer Test) werden in 50 ml Wasser gelöst und mit einer Lösung von
1,7 g Calciumacetat (wasserfrei) in 60 ml Wasser versetzt. Nach kurzem Stehen der Mischung kristallisiert das
Calciumsalz des Phenyhnercaptomethylpenicillins in Rosettenform aus. Der Niederschlag wird nach mehrstündigem
Stehen im Kühlraum isoliert, mit wenig kaltem Wasser gewaschen und getrocknet.
Ausbetite: 4,2 g Calcmmphenylmercaptomethylpenicillin
mit einer Aktivität von 1480 JE/mg (jodometrischer Test) entsprechend 86,0% der Theorie.
Wassergehalt der Substanz: 4,52%. Löslichkeit: 0,388 g/ 100 ml Wasser bei 24° C.
5 g p-Cresoxymethylpenicillinsäure mit einer Aktivität
von 1420 JE/mg (jodometrischer Test) [theoretischer Wert = 1634 JE/mg] werden in 200 ml Butanol gelöst.
Zu dieser Lösung werden 30 ml einer wäßrigen 1,12 g Calciumacetat (wasserfrei) enthaltenden Lösung gegeben.
Der Wasseranteil wird durch azeotrope Destillation bei 2 mm Druck entfernt, wobei aus der zurückbleibenden
Butanollösung das Calciumsalz des p-Cresoxymethylpenicillins auskristallisiert. Der Niederschlag wird abgenutscht
und zur weiteren Reinigung in 250 ml Wasser von 24° C aufgeschlämmt, dann wird das Calciumsalz
isoliert und getrocknet.
Ausbeute: 4,11 g mit einer Aktivität von 1450 JE/mg (jodometrischer Test) entsprechend 84,0% der Theorie.
Wassergehalt der Substanz: 4,50%. Löslichkeit: 0,128 g/ 100 ml Wasser bei 24° C.
Die nach diesen Verfahren hergestellten Erdalkalisalze können nun in an sich bekannter Weise in ihre freien
Säuren oder in die wasserlöslichen Alkalisalze oder in Salze organischer Basen übergeführt werden.
Die Calciumsalze dieser Penicilline sind auf Grund
ίο ihrer geringen Wasserlöslichkeit auch besonders gut als
Depotpräparate für die Injektionstherapie geeignet. Man kann z. B. mit diesen Salzen mit nur einer einzigen
Injektion von etwa 300 000 JE einen Depoteffekt, ähnlich wie beim Procainpenicillin erzielen, wobei aber
noch der große Vorteil vorliegt, daß an Stelle der oft Allergien hervorrufenden Procainbase das physiologisch
wertvolle Calciumion zur Anwendung kommt. Auch für die Oraltherapie eignen sich diese Salze. Unter der Einwirkung
der Magensäure werden aus den Salzen die freien Penicillinsäuren gebildet, die infolge ihrer Säurestabilität
voll aktiv bleiben. Im Duodenum werden dann die ausgefällten Penicillinsäuren in die leicht wasserlöslichen
Alkalisalze umgewandelt; als Folge der dabei auftretenden Lösung tritt rasche Resorption dieser Penicillinalkalisalze
ein.
Es hat sich auch gezeigt, daß die genannten Calciumsalze praktisch ebenso säurestabil sind wie die kristallisierten,
freien Penicillinsäuren, während die wasserlöslichen Alkalisalze derselben Säuren eine geringere
Säurestabilität aufweisen.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von in Wasser schwerlöslichen Calciumsalzen säurestabiler Penicilline, da durch gekennzeichnet, daß man säurestabile Penicilline der allgemeinen FormelC8H10O3- NS -NH-CO-CH2-A-<fwobei A ein Sauerstoff- oder Schwefelatom und X ein Halogenatom oder eine Alkylgruppe oder, im Falle A die Bedeutung eines Schwefelatoms hat, ein Wasserstoffatom bedeutet, in Form ihrer freien Säuren oder ihrer wasserlöslichen Salze in wäßrigem Medium mit Calciumionen zur Umsetzung bringt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 033 664;
»Österreichische Chemikerzeitung«, Bd. 55 (1954), S. 16.© 009 507/ΉΒ 4.60
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
AT1080559X | 1956-07-31 |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE1080559B true DE1080559B (de) | 1960-04-28 |
Family
ID=3685116
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEB43279A Pending DE1080559B (de) | 1956-07-31 | 1957-01-26 | Verfahren zur Herstellung von in Wasser schwerloeslichen Calciumsalzen saeurestabiler Penicilline |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE1080559B (de) |
Citations (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1033664B (de) * | 1955-10-19 | 1958-07-10 | Leo Pharm Prod Ltd | Verfahren zur Herstellung eines kristallinischen Calciumsalzes des Phenoxymethylpenicillins |
-
1957
- 1957-01-26 DE DEB43279A patent/DE1080559B/de active Pending
Patent Citations (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1033664B (de) * | 1955-10-19 | 1958-07-10 | Leo Pharm Prod Ltd | Verfahren zur Herstellung eines kristallinischen Calciumsalzes des Phenoxymethylpenicillins |
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