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Streckenvortriebsmaschine und Verfahren zum Auffahren von Abbaustrecken
Es sind Streckenvortriebsmaschinen bekannt (Zeitschrift des »Vereins deutscher Ingenieure«,
1922, S. 379; Zeitschrift für das »Berg-, Hütten- und Salinenwesen«, 1940, S.11),
welche stirnseitig mit einem erhebliche Abmessungen besitzenden Schneidkopf ausgerüstet
sind, durch welchen ein den endgültigen Abmessungen der Strecke entsprechendes Bohrloch
im Gebirge hergestellt wird. Dem Schneidkopf nachgeschaltet ist ein Ladeförderer
mit einem endlosen umlaufenden Fördermittel, auf welchen das vom Schneidkopf hereingebrochene
Gestein zum Teil von selbst hereinbricht, zum Teil von Hand aufgegeben wird. Der
Ladeförderer trägt in ein nachgeschaltetes Streckenfördermittel, beispielsweise
einen Förderwagen oder ein Streckenförderband, aus. Diese seit vielen Jahrzehnten
zum Stande der Technik gehörenden Streckenbohrmaschinen besitzen den Nachteil, daß
es sich um außerordentlich schwere und erhebliche Abmessungen aufweisende Vorrichtungen
handelt, bei denen insbesondere für den Antrieb und den Andruck des den gesamten
Streckenquerschnitt erfassenden Schneidkopfes ein sehr großer Energieaufwand erforderlich
ist. Für die Auffahrung von Abbaustrecken sind derartige Vorrichtungen insbesondere
bei den unregelmäßigen und vielfach gestörten Lagerungsverhältnissen des Steinkohlenbergbaues
sowohl aus technischen als auch aus wirtschaftlichen Erwägungen ungeeignet.
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Es sind ferner Kohlengewinnungs- und Lademaschinen (»Bergbau-Rundschau«,
1951, S. 393; »Glückauf«, 1954, S. 502; »The Colliery Guardian«, 1953, S. 395) bekannt"
welche stirnseitig mit einer größeren Anzahl von neben- und/oder übereinander angeordneten
Schneidköpfen ausgerüstet sind, durch welche die anstehende Kohle in einem sich
etwa über die gesamte Flözmächtigkeit erstreckenden und der endgültigen Höhe des
Abbauhohlraumes entsprechenden Streifen größerer Breite abgebaut werden soll. Den
Schneidköpfen ist hierbei ebenfalls ein Ladeförderer nachgeschaltet, auf dessen
vorderes Ende die von den Schneidköpfen hereingewonnene Kohle teils von selbst hereinbricht,
teils durch besondere mechanische Hilfsmittel oder von Hand aufgegeben wird. Diese
Ladeförderer tragen auf ein nachgeschaltetes Streckenfördermittel, beispielsweise
ein Streckenförderband oder einen mit Eigenantrieb ausgerüsteten Förderwagen aus.
Bei diesen vorbekannten Gewinnungs- und Lademaschinen ist, ebenso wie bei den vorstehend
behandelten Streckenbohrmaschinen, der von den Schneidköpfen hereingewonnene Querschnitt
so groß bemessen, daß die gesamten, den Schneidköpfen zugeordneten Andruckvorrichtungen
sowie die diesen nachgeschalteten Fahrwerke und Ladeförderer innerhalb dieses Querschnittes
Platz finden. Diese Maschinen sind' lediglich für den Abbau von Flözen mit sehr
regelmäßigem und nahezu söhligem Einfallen bestimmt und geeignet, während sie als
Hilfsmittel für die Abbaustreckenauffahrung, insbesondere bei unregelmäßigen und
gestörten Lagerungsverhältnissen, unbrauchbar sind. Darüber hinaus besitzen sie,
ebenso wie die vorbekannten Streckenbohrmaschinen, den Nachteil erheblicher Abmessungen,
hoher Anlage- und Betriebskosten.
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Für das Auffahren von dem Verlauf der Lagerstätte folgenden Abbaustrecken
hat man im Steinkohlenbergbau bisher fast ausschließlich sogenannte Ladewagen oder
Ladeförderer (»Glückauf«, 1929, S.927; »Lehrbuch der Bergbaukunde« v. Heise-Herbst-Fritzsche,
Bd. 1, B. Auflage, 1949, S. 186) benutzt, welche mit einem endlosen umlaufenden
Fördermittel ausgerüstet sind, welches das bei der Streckenauffahrung hereingewonnene
und auf den Ladeförderer aufgegebene Haufwerk in ein nachgeschaltetes Streckenfördermittel,
in der Regel ein Förderwagen, austrägt. Diese vorbekannten Ladeförderer zeichnen
sich durch eine große Einfachheit und Beweglichkeit sowie durch sehr geringe Anschaffungs-
und Energiekosten aus; sie besitzen indessen den Nachteil, daß sie lediglich das
Anheben des Haufwerkes bis auf die Höhe des nachgeschalteten Streckenfördermittels
sowie das Austragen desselben in dieses Fördermittel auf maschinellem Wege ermöglichen,
während die Aufgabe des beispielsweise durch Schießarbeit hereingewonnenen Haufwerks
auf den Ladewagen von Hand vorgenommen werden muß. Um diese Handarbeit zu erleichtern,
hat man zwar bereits vorgeschlagen" das vordere, der Streckenbrust zugekehrte Ende
des Ladeförderers als langgestreckten, parallel zur Streckensohle und nahe derselben
angeordneten Aufgabe-Ausleger auszubilden. Hierdurch wird Jedoch auch nur eine unwesentliche
Verminderung
der für das Einfüllen des Haufwerks in den Ladeförderer
erforderlichen Handarbeit erreicht, während die Hereingewinnung des Haufwerks beim
Streckenvortrieb in keiner Weise erleichtert wird.
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Die Erfindung hat sich nun die Aufgabe gestellt, eine Streckenvortriebsmaschine
für die Abbaustreckenauffahrung zu schaffen, welche unter Beibehaltung der vorteilhaften
Eigenschaften der vorbekannten sogenannten Ladewagen eine wesentliche Erleichterung
der Hereingewinnung des anstehenden Gebirges ermöglicht und darüber hinaus das Ausmaß
der bei der Verladung dies hereingewonnenen Haufwerks erforderlichen Handarbeit
auf ein Mindestmaß verringert. Die Lösung dieser Aufgabe besteht in einer das Haufwerk
teilweise maschinell lösenden und ladenden Streckenvortriebsmaschine, welche sich
durch die Vereinigung folgender Merkmale kennzeichnet: a) Ein Ladeförderer mit endlosem,
umlaufendem Fördermittel besitzt einen langgestreckten, parallel zur Streckensohle
und nahe derselben angeordneten Aufgabe-Ausleger; b) das vordere Ende des Aufgabe-Auslegers
ist mit in Verlängerung seines Querschnittes angeordneten, maschinell angetriebenen
Werkzeugen zur Herstellung eines das Auslegerende aufnehmenden Führungskanals von
gegenüber dem Streckenquerschnitt wesentlich kleinerem Querschnitt ausgerüstet.
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`Nährend bei den vorbekannten Streckenbohr- und Abbaumaschinen stets
der gesamte Querschnitt der Strecke bzw. des Abbauhohlrammes durch die Schneid-
oder Bohrwerkzeuge hereingewonnen wird, wird bei der erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Streckenvortriebsmaschine durch die am vorderen Ende des Aufgabe-Auslegers vorgesehenen
Werkzeuge in der Streckenstirnwand lediglich ein Führungskanal hergestellt, dessen
Querschnitt nicht wesentlich größer als der Querschnitt des Aufgabe-Auslegers, jedoch
wesentlich geringer als der Querschnitt der Abbaustrecke bemessen ist. Infolge dieser
geringen Querschnittsabmessungen des den Aufgabe-Ausleger aufnehmenden Führungskanals
sind der zu seiner Herstellung erforderliche Energieaufwand und Andruck verhältnismäßig
gering, wobei ferner auch bei verhältnismäßig geringer Mächtigkeit der Lagerstätte
der Führungskanal ausschließlich in dem gegenüber dem Nebengestein weicheren Mineral,
insbesondere der Kohle, hergestellt werden kann. Der auf diese Weise in derStreckenstirnwand
hergestellte Führungskanal dient zunächst bei der Hereingewinnung des rechtlichen
Streckenquerschnittes als Einbruch, welcher insbesondere bei Anwendung von Schießarbeit
die Hereingewinnung des Haufwerks wesentlich erleichtert. Gleichzeitig wird durch
den in dem Führungskanal befindlichen Teil des Aufgabe-Auslegers das hereinzugewinnende
Haufwerk unterfahren, so daß das aus dem übrigen Streckenquerschnitt nachbrechende
bzw. hereingewonnene Gut ohne großen Kraft- und Arbeitsaufwand auf den im Führungskanal
befindlichen Teil des Ladeförderers aufgegeben werden kann. Hierdurch wird der bei
den vorbekannten Ladewagen erforderliche Anteil der Handarbeit wesentlich verringert
und die Ladearbeit in starkem Maße erleichtert.
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Da das vordere Ende des Ladeförderers als langgestreckter Aufgabe-Ausleger
ausgebildet ist, kann der Führungskanal ohne weiteres so weit vorgebohrt werden,
daß die sich am äußeren Ende des Führungskanals befindenden Arbeitswerkzeuge auch
bei der Hereingewinnung des übrigen Streckenquerschnittes durch Schießarbeit nicht
beschädigt werden. Der Ladeförderer steht unmittelbar nach der Hereingewinnung des
restlichen Streckenquerschnittes für die Abförderung des hereingebrochenen Haufwerkes
zur Verfügung, während unmittelbar nach dem Wegladen dieses Haufwerkes mit dem Weiterbohren
des Führungskanals fortgefahren werden kann.
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Trotz der erheblichen Vorteile der erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Streckenvortriebsmaschine gegenüber den bisher für die Abbaustreckenauffahrung verwendeten
Ladewagen unterscheidet sie sich von diesen hinsichtlich ihrer Abmessungen, ihres
Gewichtes, ihrer Anschaffungs- und Betriebskosten nur unwesentlich.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der die Werkzeuge tragende
vordere Fördererabschnitt mit dem sich rückseitig anschließenden Längenabschnitt
des Ladeförderers in etwa waagerechter Ebene derart schwenkbar verbunden, daß der
vordere Fördererabschnitt stets in Vorschubrichtung einstellbar ist. Diese Verstellbarkeit
ist besonders wichtig für die Abbaustreckenauffahrung bei unregelmäßigen bzw. gestörten
Lagerungsverhältnissen, bei denen zahlreiche Kurven durchfahren werden müssen. Durch
diese Ausbildung der Streckenvortriebsmaschine ist es möglich, durch einfache Verstellung
des die Schneidwerkzeuge tragenden vorderen Fördererabschnittes die Richtung des
Führungskanals dem jeweiligen Verlauf der Lagerstätte anzupassen.
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Bei einer Abbau- und Lademaschine (»The Institution of Mining Engineers,
Transactions«, Band 111, 1952, S. 175) mit einem heb- und senkbaren, mit mehreren
nebeneinander angeordneten Schrämketten ausgerüsteten Schrämkopf ist es bekannt,
den Schrämkopf gegenüber dem nachgeschalteten Ladeförderer in etwa waagerechter
Ebene schwenkbar zu lagern. Es handelt sich jedoch hierbei um eine Abbaumaschine,
bei welcher durch Heben und Senken bzw. Schwenken des Schrämkopfes die anstehende
Kohle über die gesamte Flözmächtigkeit hereingewonnen und durch die umlaufenden
Schrämketten in den nachgeschalteten Ladeförderer aufgegeben wird.
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Die den Führungskanal herstellenden Werkzeuge der erfindungsgemäß
vorgeschlagenen Streckenvortriebsmaschine können mit der vom Fördermittel mitgenommenen
Umkehrwelle des Aufgabe-Auslegers getrieblich gekuppelt sein. In diesem Falle ist
ein besonderer Antriebsmotor für die stirnseitig des Aufgabe-Auslegers vorgesehenen
Bohrwerkzeuge nicht erforderlich. Da der Ladeförderer beim Vorbohren des Führungskanals
nur wenig belastet ist, steht während dieses Arbeitsvorganges nahezu die gesamte
Antriebsenergie des Förderantriebs für den Antrieb der Bohrwerkzeuge zur Verfügung.
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Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung sind stirnseitig
des Aufgabe-Auslegers zwei im Abstand zueinander angeordnete Schneidköpfe angeordnet,
deren Bohrquerschnitte sich im Mittelfeld berühren, vorzugsweise aber überschneiden.
Hierdurch läßt sich ein Führungskanal herstellen, der in seiner Querschnittsform
dem vorderen Fördererabschnitt gut angepaßt ist.
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Bei einer weiteren Ausführungsform finden zwei gelenkig und feststellbar
miteinander verbundene Kurzförderer Verwendung, von denen der hintere auf einem
Fahrgestell drehbar gelagert ist, wobei der vordere Kurzförderer mit dem auf dem
Fahrgestell gelagerten Kurzförderer in senkrechter und waagerechter Ebene schwenkbar
verbunden und von diesem
aus angetrieben ist. Hierdurch erreicht
man eine besonders gute Anpassungsfähigkeit an einen unregelmäßigen Verlauf der
Lagerstätte, der zu einem häufigen Wechsel der Richtung und Neigung der Abbaustreckenauffahrung
zwingt. Diese Anordnung besitzt weiter den Vorteil, daß trotz der Verwendung
von zwei hintereinandergeschalteten Kurzförderern nur ein Fördererantrieb erforderlich
ist.
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Bei einer Gewinnungs- und Ladevorrichtung für den Kammerpfeilerbau
(USA.-Patentschrift2677537) ist es bekannt, zwei Kurzförderer in etwa waagerechter
Ebene schwenkbar und feststellbar miteinander zu verbinden. Der hintere der beiden
Kurzförderer isst auf einem Fahrgestell drehbar gelagert, an dessen vorderer Stirnseite
oberhalb des vorderen, mit einem gesonderten Antrieb ausgerüsteten Kurzförderers
heb- und senkbare Schrämwerkzeuge vorgesehen sind, durch welche das anstehende Mineral
über die gesamte Höhe der Abbaukammer hereingewonnen wird.
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Eine besonders einfache Ausführungsform der Erfindung, welche trotzdem
eine Anpassung an unregelmäßige Lagerungsverhältnisse gestattet, ergibt sich dadurch,
daß der Ladeförderer etwa um die Längsachse des die Bohrwerkzeuge tragenden vorderen
Fördererabschnittes schwenkbar ist. Hierdurch ist es in einfacher Weise und ohne
die Anschaffungskosten erhöhende Maßnahmen möglich, die Richtung des Führungskanals
einem unregelmäßigen Verlauf der Lagerstätte anzupassen. Außerdem ergibt sich hierbei
der Vorteil, daß der Ladeförderer stets auf ganzer Länge geradlinig ausgebildet
ist, so daß das endlos umlaufende Fördermittel, z. B. bei einem Kratzerförderer
die die Mitnehmer tragenden Ketten, in der Ebene des Bodens der Förderrinne keine
den Verschleiß und die erforderliche Antriebsenergie erhöhende seitliche Ablenkung
erfährt. Bei dieser Ausbildung der Streckenvortriebsmaschine kann der Ladeförderer
ferner eine einspurige Unterstützung besitzen, die in dem von den Bohrwerkzeugen
hergestellten Führungskanal geführt ist, wobei etwa im oberen Bereich dieser Unterstützung
eine nach der Seite ausschwenkbare - gegebenenfalls in der Länge einstellbare -
Seitenstütze angelenkt ist. Diese Seitenstütze wird' zweckmäßig ferner so ausgebildet,
daß sie von der einen auf die andere Seite des einspurigen Unterstützungsgestells
umsetzbar ist.
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Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Streckenvortriebsmaschine kann
in verschiedener Weise zur Anwendung gelangen. So ist es beispielsweise möglich,
den Führungskanal für die Aufnahme des Auslegerendes in Höhe der Streckensohle durchzuführen.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, diesen Kanal oberhalb der Streckensohle" und
zwar im Abstand von derselben, herzustellen, sofern besondere Verhältnisse hierzu
Veranlassung geben. Darüber hinaus ermöglicht die erfindungsgemäß vorgeschlagene
Streckenvortriebsmaschine jedoch die Durchführung eines besonders zweckmäßigen Verfahrens
zum Auffahren von Abbaustrecken, welches darin besteht, daß durch den die Werkzeuge
tragenden Aufgabe-Ausleger gleich unterhalb der Streckensohle ein zur Aufnahme des
vorderen Auslegerendes dienender Führungskanal gebohrt wird. Diese Verfahrensweise
bietet den Vorteil, daß der vordere Fördererabschnitt mit seinem gesamten Querschnitt
unterhalb der Streckensohle angeordnet ist, derart, daß bei. der beispielsweise
durch Schießarbeit erfolgenden Hereingewinnung des restlichen Streckenquerschnitts
der bei weitem größte Teil des hereingewonnenen Haufwerks von dem Ladeförderer abgefördert
wird, ohne daß hierzu irgendwelche Handarbeit erforderlich ist. Auch das im Bereich
der Streckenstöße unmittelbar auf der Streckensohle liegende Haufwerk braucht bei
Anwendung dieses Verfahrens nicht in den Aufgabe-Ausleger des Ladeförderers hineingehoben
zu werden, sondern läßt sich ohne großen Kraft- und Arbeitsaufwand in den tiefer
liegenden Aufgabeteil des Ladeförderers hineinschieben.
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In den Fällen, in denen das Flöz die Streckensohle seitlich der Streckenmitte
schneidet, ergibt sich die Möglichkeit, den Ladeförderer mit einem Schlitten oder
Fahrgestell auf der im Gestein hergestellten Streckensohle zu führen, während der
Aufgabe-Ausleger seitlich zur Fahrgestellmitte versetzt im Flöz geführt wird.
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Bei ausschließlich zum Laden von Haufwerk dienenden Maschinen ist
es bekannt, am Kopfende eines Förderers schaufelartige oder mitnehmerartige Elemente
zu lagern, welche eine greiferähnliche Bewegung durchführen. Hierbei kann der Antrieb
der Greifer vom Förderer abgeleitet sein. Ferner ist es bekannt, Streckenvortriebsmaschinen
mitFahrwerken, und zwar auch mit Raupenfahrwerken, auszurüsten.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an mehreren Ausführungsbeispielen
veranschaulicht. Es zeigt Fig. 1 eine Streckenvortriebsmaschine in der Seitenansicht,
Fig. 2 eine Draufsicht zu Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der
Fig. 2 in größerem Maßstab, Fig.4 eine Draufsicht auf das vordere Ende des Aufgabe-Auslegers,
mit einem Schneidkopf, Fig. 5 einen Querschnitt zu Fig. 4 unter Veranschaulichung
des gebohrten Führungskanals, Fig. 6 eine Draufsicht auf das vordere Ende eines
Aufgabe-Auslegers mit zwei im seitlichen Abstand angeordneten Sch,neidköpfen, Fig.7
einen Querschnitt zu Fig. 6 unter Veranschaulichung des gebohrten Führungskanals,
Fig. 8 bis 11 verschiedene Ausführungsmöglichkeiten der Streckenvortriebsmaschine
in der Draufsicht, Fig. 12 und 13 eine andere Ausführungsform der Streckenvortriebsmaschine
mit zwei hintereinandergeschalteten Kurzförderern in der Seitenansicht und Draufsicht,
Fig. 14 und 15 eine weitere Ausführungsform der Streckenvortriebsmaschi.ne unter
Verwendung eines seitlich schwenkbaren Ladeförderers, und zwar in der Rückansicht
und Seitenansicht.
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Die Fig. 1 und 2 zeigen einen Ladeförderer 1 mit einem langgestreckten
Aufgabe-Ausleger, an dessen vorderem Ende eine Bohrvorrichtung 2 vorgesehen ist.
Die Bohrvorrichtung 2 kann ein oder mehrere Schneid- oder Bohrwerkzeuge bzw. Werkzeuggruppen
umfassen, wie dies in den Fig. 4 und 6 veranschaulicht ist. Eine mit zwei Schneidköpfen
2 ausgerüstete Bohrvorrichtung wird man zweckmäßig dann verwenden, wenn ein möglichst
geringer Querschnitt des Führungskanals bzw. ein möglichst geringer Anfall an Bohrklein
erwünscht ist.
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Bei dem in den Fig. 4 und 6 dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt
der Antrieb der Bohrwerkzeuge von der Förderkette 3 aus über ein Zahnradvorgelege
4, welches zweckmäßig durch eine ausrückbare Kupplung 5 mit der Kettennußwelle 6
des Ladeförderers 1 verbunden ist.
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Am Austragsende des Ladeförderers 1 ist der Antriebsmotor 7 für die
Förderkette 3 angeordnet.
Von diesem Motor aus erfolgt gleichzeitig
über eine Kette 8 der Antrieb des Fahrwerks 9, welches z. B. aus einem Paar von
Raupenbändern besteht. Die Übertragung des Antriebs von der Kette 8 auf das Raupenfahrwerk
9 kauen beispielsweise über eine Kurbel oder Schubstange 10 erfolgen. Hierbei
ist ein kontinuierlicher oder auch ein schrittweiser Vorschub möglich. Bei dieser
Ausführungsform ist für den Antrieb des endlos umlaufenden Fördermittels des Ladeförderers
1, der Bohrwerkzeuge 2 sowie für den Vorschub der gesamten Streckenvortriebsmaschine
nur ein Antriebsmotor vorgesehen. Der Ladeförderer 1 ist auf einem Gestell 11 befestigt,
welches auf dem Raupenfahrwerk 9 drehbar gelagert ist.
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Wie aus Fig. 1 und 3 ersichtlich, ist die Bohrvorrichtung 2 unterhalb
der Sohle 12 der aufzufahrenden Abbaustrecke angesetzt. Das vordere Ende des Ladeförderers
1 ist mit Kufen 13 versehen, welche zugleich der Bohrvorrichtung 2 eine sichere
Führung verleihen.
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Wie aus den Fig. 8 bis 11 ersichtlich, kann der Ladeförderer in seinem
mittleren Längenbereich mehrere Formstücke 14, 15, 16 und 17 (Schüsse) besitzen.
Durch verschiedenartige Anordnung der einzelnen Formstücke kann eine mehr oder weniger
große seitliche Auslenkung des Aufgabe-Auslegers und damit auch der Bohrvorrichtung
2 erzielt werden, um den Verlauf des Führungskanals dem Streichen und Einfallen
des Flözes anpassen zu können.
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Die Fig. 12 und 13 zeigen eine Ausführungsform der Streckenvortriebsmaschine,
welche sich insbesondere zum Auffahren von Abbaustrecken in Flözen mit bogenförmigem
bzw. häufig wechselndem Streichen eignet. Der Ladeförderer besteht aus zwei Kurzförderern
18 und 19, die bei 20 gelenkig miteinander verbunden sind und von denen jeder für
sich mit einer endlos umlaufenden Mitnehmerkette ausgerüstet ist. Auch bei dieser
Ausführungsform ist nur ein gemeinsamer Antriebsmotor vorgesehen, welcher sowohl
die beiden Kurzförderer 18, 19 als auch das Fahrwerk 9 sowie die Bohrvorrichtung
antreibt. Der vordere Kurzförderer 18 ist zur Erzielung einer besseren Führung in
einem Block 21 gelagert, der an der Streckensohle verankert ist.
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Bei dem in den Fig. 14 und 15 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
der Ladeförderer 1 etwa um die Längsachse des im Führungskanal befindlichen Fördererabschnittes
schwenkbar. Der Ladeförderer weist eine einspurige Unterstützung 22 auf und ist
an einer Seite mit einer Stütze 23 versehen. Die einspurige Unterstützung kann aus
Kufen, Rädern oder aus einem Kettenband bestehen. Während des Vorschubs ist die
gesamte Streckenvortriebsrnaschine gewissermaßen in der Rinne des Führungskanals
geführt. Der Vorschub kann auch bei dieser Ausführungsform mittels eines Kettenzuges
und/oder eines Zylinders sowie unter Verwendung einer sonstigen beliebigen Vorschubvorrichtung
erfolgen. Es ist jedoch auch in diesem Falle möglich, den Vorschub von dem Antriebsmotor
des Ladeförderers 1 aus abzuleiten. Die seitliche Stütze 23 kann an der einen oder
an der anderen Seite des Ladeförderers 1 angebracht werden. Sie ist ferner seitlich
ausschwenkbar und feststellbar oder längenverstellbar ausgebildet, um die seitliche
Neigung des Ladeförderers 1 dem Streckenquerschnitt bzw. dem Einfallen des Flözes
anzupassen.
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Bei der in Fig. 14 dargestellten Stellung ist der Aufgabe-Ausleger
des Ladeförderers 1 zu dem linken Streckenstoß hin ausgeschwenkt. Sofern das Flöz
die Streckensohle in der Nähe des anderen Streckenstoßes schneidet, wird die Querstrebe
24 bei 25 mit der parallel zur Neigung des Ladeförderers 1 verlaufenden Stütze 22
verbunden. In diesem Falle wird die Stütze 23 bei 26 angeschlossen und das Aufsteckblech
27 auf die andere Seite der Förderrinne umgesteckt. Durch das Aufsteckblech 27 wird
verhindert, daß bei der Schrägstellung des Ladeförderers 1 das Fördergut zur Seite
hin abrutscht.