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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von tomographischen
Schnittbildern, insbesondere von Röntgen-CT-Bildern, eines sich periodisch bewegenden
Objektes mit periodisch wiederkehrenden Zyklusphasen, wobei zur
Abtastung des Untersuchungsobjektes ein, ein konusförmiges Strahlenbündel erzeugender,
Fokus mit einem dem Fokus gegenüberliegenden
Vielzeilendetektor auf einer Kreisbahn um das Untersuchungsobjekt
bewegt wird, und gleichzeitig Bewegungssignale des Untersuchungsobjektes
zur Bestimmung von Bewegungs- und Ruhephasen gemessen und korreliert
zu den Detektorausgangssignalen gespeichert werden.
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Aus
der Patentanmeldung
DE 102
07 623.5 , deren vollständiger
Offenbarungsgehalt ausdrücklich in
diese Anmeldung übernommen
wird, ist bekannt, wie aus unvollständigen Spiraldatensätzen, die
für sich
nur einen Teil eines 180°-Segmentes
einer Spiralabtastung umfassen, Segmentbilder erstellt werden, die
dann durch Addition mehrerer Segmentbilder eines Segmentstapels
zu vollständigen
Tomographiebildern führen.
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Das
Problem dieses bekannten SMPR-Verfahren's liegt darin, dass zwar die erreichte
Zeitauflösung
für die
Abtastung eines sich periodisch bewegenden Herzens weitgehend ausreicht,
jedoch ist die Bildqualität
aufgrund von nicht vollständig
zu beseitigender Streifenbildung nicht ausreichend.
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Es
ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Erzeugung von
tomographischen Schnittbildern periodisch bewegter Untersuchungsobjekte mit
verbesserter Bildqualität
zur Verfügung
zu stellen. Gleichzeitig soll auch ein hierfür geeignetes Tomographie-Gerät vorgeschlagen
werden.
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Diese
Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand untergeordneter Ansprüche.
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Die
Erfinder haben erkannt, dass es zur Verbesserung der Bildqualität vorteilhaft
sein kann, das an sich aus der Patentanmeldung
DE 10207623.5 bekannte Verfahren
der Segmented Multiple Plane Reconstruction einer Spiralabtastung
auch für
eine Kreisabtastung, in der kein Tischvorschub ausgeführt wird,
in Verbindung mit einem großflächigen Vielzeilendetektor
zu verwenden. Ist der Detektor ausreichend breit, so kann das Abtastvolumen
eines Kreisumlaufes ausreichen, eine weitgehend vollständige Darstellung
eines bewegten Herzens zu ermöglichen,
wobei die Rekonstruktion auf Basis eines bekannten 2D-Verfahrens
stattfindet. Allerdings ist es hierbei auch für eine ausreichende Zeitauflösung zur Darstellung
des Herzens in einer Ruhephase notwendig, die Daten, die zur Darstellung
verwendet werden, aus mehreren Bewegungsperioden zu sammeln.
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Entsprechend
dem erfindungsgemäßen Verfahren
können
parallel zur Aufzeichnung des Patienten-EKGs in mehreren aufeinanderfolgende
Herzzyklen sequentiell Mehrschicht-Projektionen gemessen werden.
Der sequentiell gemessene Datenstrom lässt sich dabei pro Umlauf in
Nseg disjunkte Datensegmente einteilen,
wobei in jedem Datensegment ein Bildstapel (booklet) von geneigten
Rekonstruktionsschichten (pages) definiert werden kann. Das Zentrum
jedes Datensegments kann dabei durch einen entsprechenden Referenzprojektionswinkel Φref bestimmt werden, wobei die Ebenen im
jeweiligen Referenzprojektionswinkel an die Kreisbahn angeheftet
und in bezug auf den N-zeiligen Detektor geneigt sind, so dass bei
der Rekonstruktion von M äquidistanten
Rekonstruktionsschichten alle Detektordaten genutzt werden, sobald
die Anzahl der äquidistanten
Rekonstruktionsschichten größer oder gleich
der Anzahl der Detektorzeilen des Vielzeilendetektors ist.
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Im
allgemeinen können
die Rekonstruktionsschichten auch von gekrümmter Gestalt sein. Nach der
Rekonstruktion der Segmentbildstapel kann dann segmentweise in Richtung
der Systemachse eine Reformatierung auf die gewünschten Ziel-Bildebenen einheitlicher
Orientierung durchgeführt
werden. Hierzu kann beispielsweise ein an sich bekanntes Gewichtungsverfahren
verwendet werden.
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Da
die Messdaten des Vielzeilendetektors eindeutig den gemessenen Bewegungsdaten
des sich bewegenden Objektes zugeordnet sind, besteht auch eine
eindeutige Zuordnung zwischen der Bewegungssituation des beobachteten
Untersuchungsobjektes, vorzugsweise den Herzphasen im EKG, und den
reformatierten Segmentbildstapeln, so dass die Bildschichten der
Segmentbildstapel nun zu einer bestimmten Zyklusphase, beziehungsweise
einer selektierten Herzphase, beispielsweise einer Ruhephase, phasenrichtig
zu einem vollständigen
CT-Bild aufsummiert werden können.
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Betrachtet
man den speziellen Fall einer zweisegmentigen Rekonstruktion an
einem Herzen, bei der Segmente zweier aufeinanderfolgender Herzzyklen
zum Bildaufbau verwendet werden, ergibt sich die folgende Situation:
Ein
Datenintervall der Länge θscan ≥ π wird von
in zwei aufeinanderfolgenden Herzzyklen gewonnene Sektoren zusammengesetzt,
wobei die Sektoren s1 und s2 so
bestimmt werden, dass sie sich komplementär zu einem Datenintervall der
Länge θscan ergänzen. Die
zeitliche Position in den aufeinanderfolgenden Herzzyklen ist dabei
exakt phasengleich zu bestimmen. In der Regel ergeben sich dadurch
Segmente s1, s2 unterschiedlicher
Länge.
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Zum
Aufbau des jeweiligen Bildvolumens werden die für jedes Datensegment separat
bestimmten Bildstapeln (booklets) rekonstruiert und reformatiert,
und anschließend
schichtweise zu einem vollständigen
CT-Bild aufaddiert.
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Die
Zeitauflösung Δt ist dabei
abhängig
von der lokalen Herzrate und beträgt im günstigsten Fall bei gleicher
Länge der
beiden Sektoren s
1 und s
2 gleich
mit T
rot der
Zeit für
einen vollständigen
Kreisumlauf des Fokus. Im ungünstigsten
Fall beträgt
die Zeitauflösung
denn in diesem Fall hat einer
der beiden Sektoren die Länge
Null.
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Im
Fall von getriggerten Aufnahmen, bei denen die Röntgenstrahlung situationsabhängig ein- und
ausgeschaltet beziehungsweise variiert wird, wird nur zu einer ausgewählten Herzphase
ein Datenstrom der Länge θscan gescannt. Dieser Datenstrom kann dann
in der oben angegebenen Weise in Nseg disjunkte
Segmente eingeteilt werden, wobei in jedem dieser Segmente in obigem
Sinne ein Segmentbildstapel definiert wird. Jeder Segmentbildstapel
wird dann separat rekonstruiert und zu neuen Segmentbildstapeln
einheitlicher Orientierung, vorzugsweise in Axialschichten, reformatiert.
Zur schichtweisen Bildberechnung müssen dann entsprechende Segmentschichtbilder
zu einem vollständigen
CT-Bild addiert werden.
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Auf
Basis dieser grundsätzlichen
Ausführungen
schlagen die Erfinder ein Verfahren zur Erzeugung von tomographischen
Schnittbildern, insbesondere Röntgen-CT-Bildern,
eines sich periodisch bewegenden Untersuchungsobjektes mit periodisch wiederkehrenden
Zyklusphasen, vor, welche zumindest die folgenden Verfahrensschritten
aufweist:
- – zur
Abtastung des Untersuchungsobjektes wird ein, ein konusförmiges (konusförmig = in
zwei senkrecht zueinander stehenden Ebenen fächerförmig ausgebildet) Strahlenbündel erzeugender, Fokus
mit einem dem Fokus gegenüberliegenden Vielzeilendetektor
auf einer Kreisbahn um das Untersuchungsobjekt bewegt und sektorenweise abgetastet,
wobei die einzelnen Sektoren einen Winkel von weniger als 180° überstreichen,
und das Strahlenbündel
so weit aufgefächert
ist, dass das Volumen des sich bewegenden Untersuchungsobjektes
vollständig
durch eine kreisförmige
Abtastung ohne zusätzliche
Lateralbewegung erfasst wird,
- – gleichzeitig
werden Bewegungssignale des sich bewegenden Objektes zur Detektion
einer zu betrachtenden Zyklusphase oder eines Zyklusphasenintervalls
gemessen und gespeichert, wobei auch die zeitliche Korrelation zwischen
den Bewegungsdaten und den Detektorausgangsdaten gespeichert wird,
- – anschließend werden
mit den sektorenweise gespeicherten Detektorausgangsdaten unabhängig voneinander
Segmentbildstapel rekonstruiert und daraus axiale Segmentbilder
reformatiert, worauf
- – aus
den axialen und unvollständigen
Segmentbildern schichtweise winkelkomplementär sich zu 180°-Tomographie-Schnittbildern ergänzende vollständige CT-Schnittbilder
aufsummiert werden,
- – wobei
nur Detektorausgangsdaten aus Sektoren verwendet werden, die in
der zu betrachtenden Zyklusphase oder dem zu betrachtenden Zyklusphasenintervall
abgetastet wurden.
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Vorzugsweise
werden hierbei Detektorausgangsdaten aus mehreren aufeinander folgenden Zyklen
verwendet, um eine entsprechend hohe Zeitauflösung zu erreichen. Weiterhin
wird meist als sich zyklisch bewegendes Untersuchungsobjekt ein
Herz eines Lebewesens, vorzugsweise eines Patienten mit periodisch
sich abwechselnden Bewegungs- und Ruhephasen, abgetastet werden,
wobei als Bewegungssignale beispielsweise die EKG-Signale des Herzens
zur Detektion der Zyklusphase, vorzugsweise zur Detektion von Bewegungs-
und/oder Ruhephasen, gemessen werden. Es ist dabei darauf hinzuweisen,
dass zwar meist lediglich die Ruhephasen des Herzens betrachtet
werden, jedoch können
auch mit zunehmender Rotationsgeschwindigkeit des Fokus andere Zyklusphasen
des Herzens oder allgemein eines Untersuchungsobjektes betrachtet
werden, bei denen das Untersu chungsobjekt in akuter Bewegung ist.
Hierdurch können
sogar Bildsequenzen über
den gesamten Zyklus hergestellt werden.
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Es
werden also parallel und zueinander korreliert Scan-Datenströme aus dem
Vielzeilendetektor und Bewegungsdaten gesammelt, aus mehreren Bewegungszyklen
winkelkomplementäre
Teildatensätze
der gleichen Zyklusphase retrospektive selektiert, die Teildatensätze zu unvollständigen CT-Bildern
rekonstruiert und reformatiert und anschließend die unvollständigen und
axial reformatierten CT-Bilder zu vollständigen CT-Bildern aufaddiert.
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Erfindungsgemäß kann vor
den Rückprojektionen
ein Parallel-Rebinning,
vorzugsweise ein zeilenweises Parallel-Rebinning, durchgeführt werden.
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Vorteilhaft
kann die Rotationszeit TRot des Fokus derart
eingestellt werden, dass gleich lange und sich nahtlos ergänzende Untersegmente
aus mehreren hintereinander folgenden Zyklusphasen der Bewegungsperioden
zu vollständigen
CT-Bildern aufaddiert werden. Hierdurch wird eine immer maximale Zeitauflösung erreicht.
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Weiterhin
ist es vorteilhaft, wenn aus den Detektordaten jeweils Segmentbildstapel
für M äquidistante
Rekonstruktionsschichten gebildet werden, wobei M ≥ N gilt, mit
N der Anzahl der Detektorzeilen, und eine Reformatierung auf parallele
und äquidistante
Bildebenen durchgeführt
wird.
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Soll
ein größeres Objekt
abgetastet werden, so kann nach Beendigung eines Kreisumlaufes des Fokus
ein Vorschub in Richtung Systemachse getätigt werden und die Abtastung
gemäß dem oben
beschriebenen Verfahren erneut stattfinden. Hierbei können dann
die je Abtastsequenz erhaltenen CT-Schichtbilder phasenrichtig aneinandergereiht werden,
um das gesamte abgetastete Objekt darzustellen.
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Außerdem kann
auch zur Verringerung der Dosisbelastung des Untersuchungsobjektes
die von mindestens einem Fokus ausgehende Strahlung über zumindest
den größeren Teil
der Bewegungsphase, mittelbar oder unmittelbar gesteuert, durch die
gemessenen Bewegungssignale ausgeschaltet oder zumindest reduziert
werden.
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Ergänzend wird
darauf hingewiesen, dass sich zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
grundsätzlich
auch Verfahren der Spiralrekonstruktion eignen, die auf variabel
einstellbarem Vorschub basieren, allerdings muss hierbei ein Vorschub
von 0 einstellbar sein und diese muss bei der Auswertung entsprechend
berücksichtigt
werden.
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Insgesamt
zeigt das erfindungsgemäße Verfahren,
dass es vorteilhaft möglich
ist, verbesserte CT-Bilddaten von einem sich bewegenden Objekt, insbesondere
einem schlagenden Herzen, zu erhalten, indem ein Fokus auf einer
Kreisbahn um das Objekt bewegt wird und parallel und zueinander
korreliert gemessene Scan-Datenströme aus einem großen Vielzeilendetektor
und Bewegungsdaten des Objektes gesammelt, aus mehreren Bewegungszyklen
winkelkomplementäre
Teildatensätze
der gleichen Bewegungsphase retrospektive selektiert, die Teildatensätze zu unvollständigen CT-Bildern
rekonstruiert, reformatiert und anschließend die unvollständigen CT-Bilder
zu vollständigen
CT-Bildern aufaddiert werden.
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Im
folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele
mit Hilfe der Figuren näher
beschrieben, wobei die folgenden Bezugszeichen verwendet werden. 1:
CT-Gerät; 2:
Röntgenröhre; 3:
Vielzeilendektor; 4: Patiententisch; 5: Systemachse/z-Achse; 6:
Gantry; 7: Patient; 8: EKG-Messleitung; 9:
Steuer-/Messleitung; 10: Steuer-/Auswerteinheit; 11:
Bildschirm; 12: Tastatur; 13: Fokus; 14: Strahlenbündel; 15:
Herz; 16: EKG-Linie; 17.x: Schnittebenen; 18:
Ruhephase; 19: Kreisbahn des Fokus; 20.x: Strahlebenen; 21.x:
Parallel-Strahlen; 22:
Physikalischer Detektor; 23: R-Zacke; 24: Be ginn der
Ruhephase; m: Anzahl der Detektorzeilen; n: Anzahl der Detektorelemente
pro Detektorzeile; Px: Programm-Modul; Trot: Rotationszeit; Θ1:
1. Abtastsektor; Θ2: 2. komplementärer Abtastsektor; Θ3: 3. komplementärer Abtastsektor; Θ4: 4. komplementärer Abtastsektor.
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Es
zeigen im Einzelnen:
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1:
Darstellung eines Computertomographen;
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2:
Schematische Darstellung eines Computertomographen im Querschnitt;
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3:
Schematische Darstellung eines Computertomographen im Längsschnitt;
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4:
Darstellung des erfindungsgemäßen Abtastverfahrens
mit sektorenweiser Datensammlung über 2 Herzperioden;
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5:
Schematische Darstellung möglicher Sektorenzusammenstellung
für vollständige CT-Bilder
mit Datensammlung in 2 gleich langen Sektoren über 2 Herzperioden;
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6:
Schematische Darstellung möglicher Sektorenzusammenstellung
für vollständige CT-Bilder
mit Datensammlung in 2 unterschiedlich langen Sektoren über 2 Perioden;
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7:
Darstellung des erfindungsgemäßen Abtastverfahrens
für den
Fall sequentieller Abtastung mit Vorschub in z-Richtung;
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8:
Darstellung des erfindungsgemäßen Abtastverfahrens
mit sektorenweiser Datensammlung über 4 Herzperioden;
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9:
Schematische Darstellung möglicher Sektorenzusammenstellung
für vollständige CT-Bilder
mit Datensammlung in 4 gleich langen Sektoren über 4 Perioden;
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10:
Schematische Darstellung eines Stapels von Rekonstruktionsschichten
in Parallelgeometrie bei kreisförmiger
Abtastung.
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Die 1 zeigt
einen Computertomographen 1 mit einer Gantry 6,
in dem sich eine kreisförmig
umlaufende Röntgenröhre 2 mit
einem gegenüberliegenden
Vielzeilendetektor 3 befinden. Weiterhin ist ein Patient 7 dargestellt,
der auf einer Patientenliege 4 liegt und zum Abtastvorgang
in die Öffnung des
CT's 1 eingefahren
wird, wobei während
des Abtastvorganges, bei dem sich die Röntgenröhre kreisförmig um den Patienten bewegt,
keine Bewegung des Fokus in Richtung der Systemachse 5 stattfindet. Die
Steuerung des Computertomographen 1 geschieht durch die
Steuer- und Auswerteeinheit 10 über die Steuer-/Messleitung 9, über die
auch die durch den Vielzeilendetektor 3 gesammelten Daten übertragen
werden.
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Integriert
in der Steuer- und Auswerteinheit 10 ist des weiteren ein
EKG, welches über
die EKG-Messleitung 8 die vom Herzen hervorgerufenen Potenzialströme misst,
um die aktuelle Bewegungssituation des Herzens zu erkennen oder
die jeweiligen Zyklusphasen zu bestimmen. Die Steuer- und Auswerteeinheit 10 verfügt über interne
Speicher und Rechenprozessoren, über
die die Programme P1 bis Pn zur
Steuerung des Computertomographen und zur Auswertung der gesammelten
Daten erfolgt. Außerdem
ist an die Steuer- und Auswerteinheit eine Tastatur 12 zur
Dateneingabe und ein Monitor 11 zur Datendarstellung angeschlossen.
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Die 2 zeigt
den Computertomographen der 1 im Querschnitt
und in schematischer Darstellung. Innerhalb der Röntgenröhre 2 befindet
sich ein Fokus 13, von dem ein Strahlenbündel 14 fächerförmig aufgeweitet
ausgeht und auf den gegenüberliegenden
Vielzeilendetektor 3 auftrifft. Beim Durchgang der Röntgenstrahlung
durch den Patienten 7 werden die Röntgenstrahlen entsprechend
dem zwischendurch getroffenen Gewebe unterschiedlich geschwächt und
die Schwächung
durch die einzelnen Detektoren des Detektors in einer n x m-zeiligen
Matrix gemessen und über
die Messleitung 9 an die Steuer- und Auswerteeinheit 10 weitergegeben.
Erfindungsgemäß werden auch
während
des Messvorganges mittelbar oder unmittelbar Positionsdaten über die
aktuelle Drehposition der Gantry 6 gespeichert, wie auch
die EKG-Daten über
die EKG-Messleitung 8 in der Steuer- und Auswerteeinheit 10 gespeichert
werden.
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Die 3 zeigt
nochmals das Computertomographiegerät 1 aus der 1,
diesmal jedoch im Längsschnitt.
Schematisch ist dabei die durch Strahlung eines im Patienten 7 schlagenden
Herzens 15 dargestellt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde in den 2 und 3 lediglich
ein Detektor mit wenigen Zeilen und wenigen Detektorelementen je
Zeile dargestellt. Erfindungsgemäß handelt
es sich jedoch um Vielzeilendetektoren, die über eine große Anzahl von
Detektorzeilen und Detektorelementen je Detektorzeile verfügen, so
dass mit einem einzigen kreisförmigen
Abtastvorgang, ohne einen gleichzeitigen Vorschub des Patienten
in Systemachsenrichtung, zumindest das sich bewegende Herz vollständig abgetastet
werden kann.
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Die 4 zeigt
schematisch den zeitlichen Verlauf eines erfindungsgemäßen kreisförmigen Abtastvorganges
eines Herzens. Dabei ist auf der Abszisse die Zeitachse dargestellt,
während
die Ordinate einerseits die Systemachse oder z-Achse wiedergibt und
andererseits die gemessene Herzaktivität des EKG-Schreibers in Millivolt
dargestellt ist.
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Die
EKG-Linie trägt
das Bezugszeichen 16, wobei erfindungsgemäß retrospektive
auf Basis der R-Zacke 23 der Beginn der Ruhephase 24 bestimmt wird.
Die Ruhephase selbst ist in dem Balken 18 dargestellt.
Zur Auswertung von CT-Bildern in den Schnittebenen 17.x werden
mehrere hintereinander folgende Schlagperioden des Herzens verwendet.
In der 4 sind insgesamt vier Herzperioden dargestellt,
wobei zwei aneinandergrenzende Herzperioden mit zwei Ruhephasen 18 zur
Datensammlung verwendet werden.
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Die
sektorenweise Datensammlung ist in der 5 dargestellt.
Hier durchläuft
der Fokus beziehungsweise das Strahlenbündel während der ersten Ruhephase 18 einen
ersten Kreissektor Θ1 und in der nachfolgenden Ruheperiode 18 einen
zweiten Kreissektor Θ2. Idealerweise ist die Rotationsgeschwindigkeit
des Fokus dabei so eingestellt, dass beide Sektoren jeweils 90° überdecken
und, wie es in der 5 dargestellt ist, sich komplementär ergänzen, so
dass insgesamt ein vollständiger
Sektor von mindestens 180° abgetastet
wird. Hierfür
kann beliebig entweder der direkt nach oder vor dem ersten Kreissektor Θ1 liegende zweite Kreissektor Θ2 verwendet werden.
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Für den Fall
einer nicht optimalen Abstimmung der Rotationszeit der Gantry auf
die Herzfrequenz kann die Datensammlung entsprechend der in der 6 dargestellten
Situation erfolgen. Hier ist die Rotationsgeschwindigkeit relativ
hoch eingestellt, so dass der erste Kreissektor Θ1 eine
Winkel von über 90° überstreicht.
Entsprechend wird dann für
den zweiten Kreissektor Θ2 ein angrenzender Winkel kleiner 90° verwendet,
so dass insgesamt wieder ein vollständiger Halbumlauf gemessen
wird.
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Für den Fall,
dass trotz der breiten Fächerung
des abtastenden Strahlenbündels
und der großen
Ausdehnung des Vielzeilendetektors in Richtung der z-Achse durch
ein einziges kreisförmiges
Abtasten das zu untersuchende Objekt nicht vollständig abgetastet
werden kann, besteht auch die Möglichkeit,
sequentiell mehrere erfindungsgemäße Kreisabtastungen aneinanderzureihen
und zwischen den einzelnen Abtastungen einen Vorschub in Systemachsenrichtung
vorzunehmen. Die 7 zeigt schematisch einen derartigen
Vorgang.
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Eine
weitere Erhöhung
der Zeitauflösung
ist in den 8 und 9 dargestellt.
Diese Abbildungen zeigen eine Abtastung über 4 Herzperioden und 4 Kreissektoren Θ1 – Θ4 hinweg. Entsprechend der Vervielfachung
der Scan-Sektoren ist auch die überstrichene
Zeitspanne innerhalb der Ruhephase kleiner und kann dadurch noch
besser in eine tatsächlich bewegungslose
Phase des Herzens eingepasst werden, so dass die Bildqualität aufgrund
der höheren Zeitauflösung wesentlich
verbessert werden kann. Durch die höhere Zeitauflösung besteht
auch die Möglichkeit
nicht nur Aufnahmen aus Ruhephasen zu erhalten, sondern es können auch
aus beliebigen Zyklusphasen, die auch Herzaktionen darstellen können, Abbildungen
gewonnen werden.
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Die 8 zeigt
schematisch das erfindungsgemäße Abtasten
mit sektorenweiser Datensammlung über 4 Herzperioden, wobei in
der 9 die mögliche
komplementäre
Sektorenzusammenstellung dargestellt ist, die notwendig ist, um
aus den einzelnen unvollständigen
CT-Bildern, die aus den Daten der komplementären Sektoren rekonstruiert
und reformatiert wurden, durch Addition vollständige CT-Bilder entstehen können.
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Die 10 zeigt
einen Stapel von nicht axialen Rekonstruktionsschichten in Parallelgeometrie bei
kreisförmiger
Abtastung eines Sektors. Auch hier sind zur übersichtlichen Darstellung
nur sechs fächerförmige Rekonstruktionsschichten
gezeichnet. Das Rekonstruktionssegment beträgt für jeden Stapel nur einen Bruchteil
des Vollumlaufs. Gut zu erkennen ist hier auch, dass der physikalische
Detektor 22 nach dem Parallel-Rebinning konkav gekrümmt ist.
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Wie
in der 10 dargestellt ist, werden bei allen
oben dargestellten Datensammlungsverfahren aus jedem der Scan-Sektoren
erfindungsgemäß solche
fächerförmige Bildstapel 20.1–20.n rekonstruiert, die
anschließend
in an sich bekannter Weise zu axialen Bildschichten reformatiert
werden. Diese axialen Bilder stellen jedoch keine vollständige Darstellung eines
Schnittes des untersuchten Objektes dar. Um ein voll-ständiges Bild
zu erhalten, ist es zusätzlich notwendig,
aus dem Datenpaket des zweiten komplementären Sektors ebenfalls auf gleiche
Weise unvollständige
Schichtbilder zu errechnen, so dass diese anschließend aufaddiert
werden können
und auf grund ihres insgesamt vollständigen Informationsgehaltes über einen
gesamten Halbkreissektor ein erkennbares Schichtbild ergeben.
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Ergänzend ist
zu bemerken, dass die verwendeten Kreissektoren nicht unbedingt
gleich groß sein
müssen,
sondern auch unterschiedlich große Sektoren verwendeten werden
können,
solange die letztlich aufaddierten Bilder aus insgesamt 180°-umfassenden
komplementären
Sektoren bestehen. Zur Verbesserung der Zeitauflösung kann es teilweise vorteilhaft
sein, nicht nur über
zwei Herzperioden, sondern über
drei oder vier Herzperioden, die Datensammlung durchzuführen, wobei
eine zu große
Anzahl verwendeter Herzperioden wiederum zu Unschärfen führen kann.
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Insgesamt
wird also durch die Erfindung ein Verfahren und ein Computertomograph
dargestellt, bei dem durch eine kreisförmige Abtastung eines sich bewegenden
Objektes CT-Bilder hoher Auflösung
ergeben, indem in mehreren hintereinander folgenden Ruhephasen des
Herzens Teilsegmente abgetastet werden, die Teilsegmente jeweils
für sich
rekonstruiert und reformatiert werden, um anschließend mehrere
Schichtbilder der Teilsegmente aufzuaddieren, wobei die Summe der
Teilsegmente insgesamt ein komplementäres Halbsegment eines Kreisumlaufes des
Fokus um das Untersuchungsobjekt wiedergeben.