-
Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von Leichtbauplatten Vorrichtung
zur Herstellung von Gemischen aus Faserstoffen, insbesondere Asbestfasern und hydraulischen
Bindemitteln, bei denen der eigentlichen Mischvorrichtung ein Rillenwalzenpaar mit
verschiedener Umfangsgeschwindigkeit der Walzen vorgeschaltet ist, zum Zwecke, die
dem Bindemittel zugemischten Fasern vor dem Anfeuchten und Durchkneten des Gemisches
vorwiegend parallel zu ordnen, sind bekannt.
-
Es ist ferner bekannt, zur Herstellung einer Masse für Leichtbauplatten
die Holzwolle in einen Trog mit Lauge zu schütten. In dem Trog wird dann die Holzwolle
von einem endlosen Förderer erfaßt, aus der Lauge herausgezogen und zum Bindemittelbad
gebracht, durch das es wiederum mittels eines zweiten endlosen Förderers hindurchbewegt
wird. Nachdem das überflüssige Bindemittel abgeschleudert ist, kommt die Masse-
zur Plattenpresse, wo sie zugeschnitten und geförmt wird.
-
Nach neuerem Verfahren wird die Holzwolle für jede einzelne Platte
abgewogen und mit einem Drahtkorb in ein chemisches Bad getaucht. Der Korb bleibt
etwa 1 Minute in der Lauge, wird dann hochgezogen, wobei die überschüssige Lauge
abtropft. Alsdann wird die so behandelte Holzwolle in eine Mischvorrichtung gebracht
und dortmit einergenau abgewogenen Menge Zement vermischt. Die fertige Mischung
wird in Formen, meistens Holzformen, gebracht und finit der Hand verteilt. Die Formen
werden alsdann auf einen Stapel gesetzt und zusammengepreßt.
-
In der deutschen Patentschrift 832 273 ist eine Vorrichtung zur Herstellung
von Leichtbauplatten beschrieben, mit der alle diese einzelnen Operationen in einer
kontinuierlich arbeitenden Maschine ausgeführt werden, ohne daß die Holzwolle oder
das Bindemittel vorher gewogen werden müssen. Die Holzwolle wird in einen Vorratsbehälter
gebracht, wo sie von einer Abnehmerwalze, die mit Nadeln besetzt ist, abgenommen
wird. Ein Regulierrost sorgt dafür, daß nur die gewünschte Menge Holzwolle auf die
Walze kommt. Eine hin- und hergehende Abkämmleiste verteilt die Holzwolle gleichmäßig
auf der Walze. Anschließend wird die Holzwolle durch ein chemisches Bad geführt;
die Form des Badebehälters ist der Abnehmerwalze angepaßt. Über eine Abstreifervorrichtung
wird die nun mit Lauge getränkte Holzwolle auf einen Bandrost gebracht. Auf dem
Bandrost tropft die überschüssige Lauge von der Holzwolle ab. Der Bandrost bringt
das Gut zu dem Mischer, der kontinuierlich arbeitet und der aus einem Ein- oder
Zwei-Walzen-System besteht, dessen Walzen mit Nadeln versehen sind. Beim Eintreten
in den Mischer wird die Holzwolle mit Zement versetzt. Die Zufuhr des Zements erfolgt
durch einen Verteiler, der so ausgebildet ist, daß er den Zement, falls er größere
Stücke enthält, erst zerkleinert. Eine Reguliervorrichtung sorgt dafür, daß genau
die benötigte Menge Zement in den Mischer gelangt. Die erforderliche Menge Wasser
wird durch eine Zerstäuberdüse eingeblasen. Die fertige Mischung fällt aus dem Mischer
auf die Formböden, die auf einem Zubringertisch liegen und mit einer Zubringerkette,
die mit der laufenden Presse durch ein Kettenrad gekuppelt ist, fortbewegt werden.
Am Zubringertisch sind seitlich Begrenzungsbleche angeordnet, die ein Abgleiten
des Gutes verhindern. Die etwas unregelmäßig anfallende Mischung wird durch einen
Verteiler auf die gewünschte Höhe und Breite gebracht, wobei an den Kanten der sich
nachher ergebenden Platten eine Verdichtung erfolgt. Der Verteiler besteht im wesentlichen
aus einer rotierenden Walze, deren Nadeln so angeordnet sind, daß eine gleichmäßige
Verteilung der Mischung stattfindet. Der Überschuß der .oft unregelmäßig anfallenden
Masse wird durch diesen zweiten Verteiler zurückgeworfen und bildet dann bei zu
gering anfallender Masse einen Ausgleich. Nachdem das Gut den Verteiler passiert
hat, wird auf die Mischung der Formdeckel aufgelegt, der in einer Aufnehmerkette
liegt. Letztere ist mit der laufenden Presse gekuppelt, so daß der Formdeckel, der
in seiner Länge und Breite dem Formboden entspricht, sich gegen den Formboden nicht
verschieben kann. Formboden und Deckel mit der dazwischenliegenden Mischung gelangen
nun in die Presse.
-
Gegenstand der Erfindung ist eine Verbesserung dieser bekannten Vorrichtung.
-
Bei der bekannten Vorrichtung zur Herstellung von Leichtbauplatten
mußte man also die Holzwolle in einen Trichter einlegen. Eine Abnehmerwalze fördert
nun die Holzwolle durch ein chemisches Bad, und eine Abstreifergabel gibt die getränkte
Holzwolle an einen Bandrost ab. Der Bandrost fördert dann diese in den Mischer.
Die in der bekannten Vorrichtung vorhandenen
Elemente, nämlich
der Vorratsbehälter für die Holzwolle, die Abnehmerwalze mit den Nadeln, der Regulierrost
für die Holzwolle und die hin- und hergehende Abkämmleiste für die Verteilung der
Holzwolle, kommen gemäß der vorliegenden Erfindung in Wegfall.
-
Nach der in der Zeichnung in einer zweckmäßigen Ausführungsform dargestellten
Erfindung wird nun der Bandrost 8 direkt durch das chemische Bad 6 geleitet. Auf
der Oberseite des Bandrostes bei 8a wird die trockene Holzwolle aufgelegt; dabei
sind ein beliebig langer Kontrollweg und gute Übersicht möglich. Über dem Umkehrkettenrad
8 b befindet sich eine Abstreiferwalze 7, die für eine gleichbleibende Schichthöhe
sorgt. Alsdann taucht der Bandrost mit der Holzwolle in das chemische Bad 6 und
führt die getränkte Holzwolle auf einem Siebboden 8c nach oben zum Mischer. Der
Siebboden hat den Zweck, die überschüssige Lauge abtropfen zu lassen, und ein Ablaufblech
8d darunter sorgt dafür, daß die Lauge in den Badbehälter 6 zurückfließt. Die getränkte
Holzwolle liegt hierbei auf der Unterseite des Bandrostes, so daß sie beim Eingang
in den Mischer 9 leicht nach unten abfällt.
-
In der bekannten Vorrichtung ist ein Walzenpaar, das mit Nadeln besetzt
ist, angeordnet. Die Walzen sind beiderseits gelagert. Die gemischte Masse wird
am Ausgang des Mischers nach unten abgeführt. Der Zement fällt von oben auf die
Walzenpaare am Anfang des Mischers und mischt sich mit der feuchten Holzwolle. Die
Walzenpaare haben nur eine Drehzahl. Dies hat den Nachteil, daß am Anfang, also
bei der Zement- und. Holzwollezuführung die Drehzahl zu hoch ist und dadurch zur
Staubentwicklung führt, während am Ende des Mischers eine noch höhere Drehzahl nötig
wäre, um eine bessere Durchmischung der Masse zu gewährleisten. Die Abführung der
gemischten Masse nach unten läßt die notwendige Verfilzung der Faser somit nicht
zu.
-
Im Gegensatz hierzu sind die Walzenpaare gemäß der Erfindung in, drei
Stufen abgesetzt: 9a" 9 b
und 9 c. Das oberste Walzenpaar 9 a läuft z. B.
mit nur 100 Umdrehungen pro Minute. Der Zement wird seitlich durch eine Mischermulde
eingeführt. Durch die niedere Umdrehungszahl wird eine gute Durcbmischung der feuchten
Holzwolle mit Zement gewährleistet, aber die Staubentwicklung stark vermindert.
Das Walzenpaar 9 b hat eine Drehzahl von z. B. 150 Umdrehungen in der Minute und
schleudert die zu mischende Masse höher hinauf, was eine bessere Durchmischung zur
Folge hat. Das dritte Walzenpaar 9 c, das eine Drehzahl von z. B. 200 Umdrehungen
pro Minute hat, vollendet die Mischarbeit, wobei die große Schleuderhöhe und das
dadurch bedingte häufige Zusammentreffen der einzelnen Fasern eine restlose Durchmischung
aller Fasern bewirkt. Gleichzeitig fällt die Masse der gemischten Fasern nach vorn
von oben auf eine Bandwaage 22. Beim Auftreffen auf die Bandwaage verfilzen nun
die einzelnen Fasern zu einem noch losen Band.
-
Die- einzelnen Walzenpaare sind nur am hinteren Teil 9 d doppelt gelagert.
Der vordere Teil, der in den Mischer hineinragt, ist als Steckachse 9 e ausgebildet
und schwebt frei im Raum. Dies hat den Vorteil, daß man jede einzelne Walze nach
vorn abnehmen und reinigen kann. Außerdem ist der Abfluß der Masse nach vorn, der
durch die drallförinige Anordnung der Nadeln bewerkstelligt wird, ohne durch die
Anordnung eines Lagers behindert zu werden, leicht möglich. Dieser freie Abfluß
hat zur Folge, daß die Masse am Ende nach oben geschleudert wird und dadurch die
Verfilzung der einzelnen Fasern herbeiführt.
-
Die fertige Mischung fällt - wie schon gesagt -vom Mischer 9 auf die
Bandwaage 22. Bei der bekannten Vorrichtung war es nicht möglich, die Masse auf
ein gleiches Gewicht zu bekommen, da nur auf einer eingestellten Höhe die überflüssige
Masse abgestreift wurde. Die Folge davon war, daß bei langer Holzwolle und größeren
Hohlräumen die Bauplatte leichter und bei kurzer Wolle und kleinen Zwischenräumen
schwerer wurde. Dieser Nachteil wird durch die Anordnung der Bandwaage beseitigt.
-
Die Bandwaage 22 ist so ausgebildet, daß ein Gummiband als Waagebalken
wirkt (22a). Ein Gegengewicht 22b über eine Hebelvorrichtung 22 c sorgt für den
Gewichtsausgleich. Die Hebelvorrichtung ist mit der Abstreiferwalze 16 so verbunden,
daß bei Gewichtszunahme und damit einer Neigung der Waage nach unten die Abstreiferwalze
16 durch eine Hebelübersetzung 22c schneller nach unten nachgezogen und dadurch
mehr Masse zurückgenommen wird. Im anderen Fall geht der Waagebalken 22 a bei Gewichtsabnahme
nach oben und im Verhältnis die Abstreiferwalze 16 schneller aufwärts, so daß eine
größere Öffnung entsteht und dadurch auch eine größere Schichthöhe, aber im Gewicht
immer die gleiche Masse hindurchgeht.