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DD261165A5 - Neues verfahren zur herstellung von sphingosinderivaten - Google Patents

Neues verfahren zur herstellung von sphingosinderivaten Download PDF

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Publication number
DD261165A5
DD261165A5 DD29356686A DD29356686A DD261165A5 DD 261165 A5 DD261165 A5 DD 261165A5 DD 29356686 A DD29356686 A DD 29356686A DD 29356686 A DD29356686 A DD 29356686A DD 261165 A5 DD261165 A5 DD 261165A5
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
formula
compound
group
azido
acid
Prior art date
Application number
DD29356686A
Other languages
English (en)
Inventor
Richard R Schmidt
Peter Zimmermann
Original Assignee
Solco Basel Ag,Ch
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Solco Basel Ag,Ch filed Critical Solco Basel Ag,Ch
Publication of DD261165A5 publication Critical patent/DD261165A5/de

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Abstract

Gegenstand der Anmeldung ist ein neues Verfahren zur Herstellung von in der europaeischen Patentanmeldung Nr. 146 810 beschriebenen Sphingosinderivaten der Formel (I). Es besteht darin, dass man D-Galactose in 4,6-Stellung schuetzt und zur entsprechenden, in 2,4-Stellung geschuetzten D-Threose oxydiert, an letzterer durch Wittig-Reaktion eine aliphatische Kette (R3) kondensiert, die freie Hydroxylgruppe in eine Azidogruppe umwandelt und die Schutzgruppe abspaltet, die erhaltene 2-Azido-1,3-dihydroxyverbindung selektiv in 1-Stellung schuetzt und in 3-Stellung blockiert, die 1-Hydroxygruppe wieder freisetzt und die erhaltene Verbindung oder die zuvor erwaehnte 2-Azido-1,3-dihydroxyverbindung mit dem O-Trifluor- oder 0-Trichloracetimidat oder dem 1-Halogenderivat einer 2,3,4,6-0-Tetraacyl-D-glucose glykosidiert, die Acylgruppen bzw. jene und die Schutzgruppe in 3-Stellung abspaltet, die Azido- in eine Aminogruppe ueberfuehrt und die Aminoverbindung mit einer Fettsaeure R1OH acyliert. Das Verfahren liefert in relativ wenigen Stufen die Verbindungen der therapeutisch wirksameren D-Reihe ohne Auftrennung von Diastereomeren und mit guter Ausbeute. Formel I

Description

Hierzu 1 Seite Formeln
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Sphingosinderivaten mit wertvollen pharmakologischen Eigenschaften, insbesondere mit wundheilender Wirkung durch Totalsynthese.
Die erfindungsgemäß hergestellten Verbindungen werden angewandt zur therapeutischen Behandlung von Wunden jeglicher Genese.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Aus der europäischen Patentanmeldung Nr. 84114415.7 (Veröffentlichungs-Nr. 146810) sind neue Sphingosinderivate der Formeln:
(D-L
und Verfahren zu ihrer Herstellung bekannt geworden.
In den obigen Formeln bedeuten R1 den Acylrest einer Fettsäure mit 14 bis 24 Kohlenstoffatomen oder die entsprechenden Acylreste mit einer Hydroxylgruppe in α-Stellung oder mit einer oder zwei Doppelbindungen in cis-Konfiguration und R2 den Pentadecanyl- oder Heptadecanylrest oder die entsprechenden C15- und C17-Reste mit einer, zwei oder drei Doppelbindungen, von welchen jeweils eine in 1,2-Stellung sitzt und trans-Konfiguration aufweist, die andere oder anderen, wenn vorhanden, cis-Konfiguration aufweisen.
Diese Verbindungen besitzen die erythro-Konfiguration und entsprechen den bereits bekannten neutralen Glykosesphingolipiden. Sie zeichnen sich durch wundheilungsfördemde bzw. zell- und geweberegenerierdende Eigenschaften aus und eignen sich für eine therapeutische Anwendung bei Wunden jeglicher Genese, insbesondere bei schlecht oder langsam heilenden Wunden oder Ulzerationen. In der Tat führen sie, insbesondere bei topischer Anwendung auf Wunden, zur Bildung von gesundem, gut durchblutetem neuem Gewebe ohne störende Narben. Bevorzugt werden die Sphingosinderivate der Formel (I)-D wegen ihrer höheren therapeutischen Wirksamkeit
Die Herstellung der oben erwähnten Verbindungen geht von entsprechenden Ceramiden der Formeln:
«1
* 2
und/oder
E (H)-D HO bE (H)-L
aus. Die Ceramide ihrerseits können aus den C18- oder C2o-Sphingosinen durch N-Acylierung mittels einer Fettsäure der Formel R1-OH hergestellt werden. Je nachdem, ob als Ausgangsprodukt ein optisch aktives oder ein racemisches Sphingosin eingesetzt wird, erhält man die Verbindungen der Formel (I)-D oder (I)-L in optisch einheitlicher Form oder aber ein Gemisch der Diastereomeren (I)-D und (I)-L; im letzteren Fall muß auf einer bestimmten Verfahrensstufe eine Trennung der Dieastereomeren vorgenommen werden.
Die racemischen Sphingosine können mit guter Ausbeute aus Glyzin durch eine einfache Synthese von R. R. Schmidt und R. Kläger (Angew.Chem.94,215-216 [1982]; Angew. Chem. Int. Ed.Engl. 21,210-211 [1982]; Angew. Chem. Suppl. 1982,393-397) erhalten werden. Obschon das oben besprochene Herstellungsverfahren die Sphingosinderivate der Formel (I)-D oder (I)-L ebenfalls mit befriedigender Ausbeute liefert, wäre einem Verfahren der Vorzug zu geben, welches ohne Auftrennung von Diastereomeren auskommt — zumal wenn man bedenkt, daß die wirksameren Verbindungen der D-Reihe angehören. Andererseits sind verschiedene Synthesen bekannt, welche als Ausgangsprodukt eine ad hoc ausgewählte chirale Verbindung benutzen und somit ohne Auftrennung von Diastereomeren zu den optischen aktiven Sphingosinen von erythro-Konfiguration und der D-Reihe, mithin zu den in der Natur vorkommenden Sphingosinen führen.
Die etwas ältere Synthese von E. J. Reist und P. H. Christie (J. Org. Chem. 35,3521 und 4127 [1970]), ausgehend von D-Glucose, und jene von H. Newman (J. Am. Chem. Soc. 95,4098 [1973]) sowie von P.Tkaczukund E.R.Thornton (J. Org. Chem. 46,4393 [1981 ]), beide ausgehend von L-Serin, beinhalten jeweils eine Reaktionsstufe mit geringer Ausbeute, nämlich die Herstellung der 3-Amino-3-desoxy-di-(0-isopropyliden)-a-D-allofuranose bzw. die Additionsreaktion vontrans-Vinylalan und einem von L-Serin abgeleiteten Aldehyd.
Eine neuere Synthese von B. Bernet und A. Vasella (Tetrahedron Letters 24, 5491-5494 [1983]) ergibt das D-erythro-C18-Sphingosin nach 6 Reaktionsstufen mit einer Gesamtausbeute von 33%. Sie geht allerdings von dem nicht unmittelbar erhältlichen Pentadecyn aus, dessen Herstellung sich auf die Anzahl Stufen und die Gesamtausbeute abträglich auswirkt. Schließlich sei noch die Synthese eines Ceramids durch K. Koike, Y. Nakahara und T. Ogawa (Glycoconjugate J. 1,107-109 [1984]) erwähnt, welche von einem D-Glucosederivat ausgeht, 12 Reaktionsstufen umfaßt und das Ceramid mit einer Ausbeute von etwa 20% liefert. Das Verfahren dürfte sich zur Herstellung der Sphingosine natürlicher Konfiguration anwenden lassen. Bei der eingangs besprochenen Herstellung der Sphingosinderivate der Formel (I)-D war also bisher die an sich vorteilhaftere Verwendung der optisch aktiven D-Sphingosine als Ausgangsprodukte durch deren arbeitsmäßig aufwendige und/oder ihre ausbeutemäßig unbefriedigende Beschaffung beeinträchtigt.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines einfachen und wirtschaftlichen Verfahrens zur Totalsynthese von Sphingosinderivaten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, optisch einheitliche Sphingosinderivate aus leicht zugänglichen Ausgangsverbindungen herzustellen.
Es wurde nun gefunden, daß man zu optisch einheitlichen Sphingosinderivaten der Formel (I) — siehe Formelblatt— nach einem neuen Verfahren gelangen kann, welches von dem im Handel erhältlichen D-Galactose ausgeht, insgesamt 9 bzw. 12 Stufen umfaßt und die gewünschten Verbindungen mit einer befriedigenden Gesamtausbeute ergibt.
In der Formel (I) bedeutet R1 dieselben Acylreste wie oben bei der Besprechung der Formeln (I)-D und (I)-L angegeben wird, während R3 einen aliphatischen Rest mit 13 bis 19 Kohlenstoffatomen, wovon mindestens 13 in gerader Kette und gegebenenfalls höchstens 4 als seitliche Methylgruppen vorliegen, welcher Rest-bis zu drei Doppelbindungen von eis- oder trans-Konfiguration oder bis zu drei Dreifachbindungen beinhalten kann, darstellt.
Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß man D-Galactose mit einem niederen aliphatischen Keton oder einem aromatischen Aldehyd der Formel R-CO-R', in welcher R und R'je einen niederen Al kylrest bedeuten bzw. eines von Rund R'das
Wasserstoffatom und das andere einen aromatischen Rest bedeutet, zu einer in den 4- und 6-Stellungen geschützten D-Galactose der Formel (II) umsetzt, diese Verbindung mit einem vicinale Diole spaltenden Oxydationsmittel zur entsprechenden, in den 2- und 4-Stellungen geschützten D-Threose der Formel (III) aufspaltet, die geschützte D-Threose mit einem R3-CH2-Phosphonat oder einem R3-CH2-Triphenylphosphoniurnhalogenid, in welchen R3 die obige Bedeutung besitzt, in Gegenwart einer Base bzw. einer Base und eines Salzes zu einer Verbindung der Formel (IV) umsetzt, in dieser Verbindung die freie Hydroxylgruppe durch Aktivierung in eine Azidogruppe überführt, die erhaltene Azidoverbindung der Formel (V) von der Schutzgruppe der Hydroxylgruppe in den 1- und 3-Stellungen der aliphatischen Kette unter Bildung einer 2-Azido-1,3-dihydroxyverbindung der Formel (Vl) befreit, letztere mit einem organischen Reagens, das mit einer primären Hydroxylgruppe selektiv zu reagieren vermag, unter Bildung einer Verbindung der Formel (VIII), in welcher R" eine Hydroxylschutzgruppe bedeutet, umsetzt, in der Verbindung der Formel (VIII) die sekundäre Hydroxylgruppe mit einer Schutzgruppe R"' blockiert, von der erhaltenen Verbindung der Formel (IX) die Hydroxylschutzgruppe R" unter Bildung einer Verbindung der Formel (X) abspaltet und entweder die zuvor erhaltene Verbindung der Formel (Vl) oder aber die Verbindung der Formel (X) mit dem O-Trifluor- oder O-Trichloracetimidat oder dem 1-Halogenderivat einer D-Glucose, deren Hydroxylgruppen in den 2-, 3-, 4- und 6-Stellungen durch Acylreste Ac geschützt sind, zu einer Verbindung der Formel (VII) bzw. (Xl) glykosidiert, von der erhaltenen Verbindung die Acylgruppen Ac bzw. die Acylgruppen Ac und die Schutzgruppe R"' unter Bildung derselben Verbindung der Formel (XII) abspaltet, in dieser die Amidogruppe in eine primäre Aminogruppe überführt und die erhaltene Verbindung der Formel (XIII) einer N-Acylierung mit einer Fettsäuren der Formel R1-OH unterwirft
Im folgenden wird die Erfindung ausführlicher beschrieben.
Die organische Carbonsäure R1OH, von welcher die Acylgruppe R1 in den Sphingosinderivaten der Formel (I) abgeleitet ist, ist beispielsweise die Myristinsäure Ci4H2SO2, die Palmitinsäure C16H32O2, die Stearinsäure CisH36O2, die Ölsäure C-IsH34O2, die Linolsäure C18H32O2, die Arachinsäure C20H40O2, die Behensäure C22H44O2 und — an der oberen Grenze der für R1 angegebenen Bedeutung — dieTetracosensäure (Lignocerinsäure) C24H48O2, die cis-15-Tetracosensäure (Nervonsäure) C24H46O2, die 2-Hydroxy-tetracosensäure(Cerebronsäure) C24H48O3, die 2-Hydroxy-15-tetracosensäure (Hydroxynervonsäure) C24H46O3 oder die mit letzteren isomere 2- Hydroxy-17-tetracosensäure.
Der aliphatische Rest R3 kann eine unverzweigte Kette sein oder eine, zwei, drei oder vier Methylgruppen als Substituenten tragen. Ferner kann die Kette gesättigt oder ungesättigt sein; im letzteren Fall weist sie eine bis drei Doppelbindungen bzw. eine bis drei Dreifachbindungen auf. Die Doppelbindungen haben die eis- oder die trans-Konfiguration. Bevorzugte aliphatische Reste R3 sind solche mit ungerader Anzahl Kohlenstofatome, insbesondere die C13- und C16-Reste.
Bei der ersten Stufe des Verfahrens kann man zum Schutz der Hydroxylgruppen in 4- und 6-Stellung der D-Galactose ein niederes aliphatisches Keton wie Aceton, Ethylmethylketon oder Diethylketon, oder ein Aldehyd der aromatischen Reihe wie Benzaldehyd oder ein am Phenyl ring substituiertes Benzaldehyd verwenden. Bevorzugt wird hierzu die Verwendung des Benzaldehyds. Als Kondensationsmittel für die Reaktion eignen sich im allgemeinen Lewissäuren, wie Zinkchlorid, Bortrifluorid,Aluminiumchlond und Eisenchlorid, oder Bronstedsäuren, wie p-Toluolsulfonsäure. Die Überführung der D-Galactose in die 4,6-O-Benzyliden-D-galactose kann z. B. nach der Methode von E. G. Gros und V. Deulofeu (J. Org. Chem.29,3647-3654 [1964]) durchgeführt werden, die Umsetzung von D-Galactose mit Aceton zur 4,6-O-lsopropyliden-D-galactose kann nach der Methode von J. Gelas und D. Horton (Carbohydr. Res. 71,103-121 [1979]) vorgenommen werden.
Das in der zweiten Verfahrensstufe verwendete Oxydationsmittel kann ein Alkalimetallperjodat, z. B. das Lithium-, Natrium- oder Kaliumsalz, oder Bleitetraacetat sein; vorzugsweise wird Natriumperjodat verwendet. Die Oxydation wird mit Vorteil bei einem pH-Wert um 7 bis 8, z. B. in einer entsprechenden Pufferlösung, und bei Raumtemperatur durchgeführt. Die Wittig-Reaktion gemäß der dritten Verfahrensstufe wird in der Regel in einer Inertgasatmosphäre, z. B. unter Stickstoff, bei tiefen Temperaturen, z. B. bei -10 bis -200C und bei Verwendung eines R3-CH2-Phosphoniumhalogenids in Anwesenheit eines Salzes, z. B. Lithiumbromid, Natriumchlorid oder Kaliumbromid, durchgeführt. Als Base eignen sich unter anderem organische Lithiumverbindungen, insbesondere Phenyllithium oder Lithiummethylat, ferner Natriumamid, Natriummethylat und Natriumcarbonat.
Als Lösungsmittel kann man aromatische Kohlenwasserstoffe(wie Benzol, Toluol oder Xylol, oder Ether wie Diethylether, Tetrahydrofuran oder Dioxan verwenden; das Lösungsmittel soll wasserfrei sein.
Die Überführung der freien Hydroxylgruppe in eine Azidogruppe durch Aktivierung kann mit Vorteil durch O-Sulfonierung der Verbindung (IV) und anschließende Umsetzung des gebildeten O-Sulfonylderivates, z. B. des Methansulfonyl-, Trifluormethansulfonyl- oder p-Toluolsulfonylderivates, mit einem Alkalimetallazid durchgeführt werden; dabei erfolgt eine Inversion der Konfiguration an C2 der D-Threose. Die O-Sulfonierung kann nach den in „Ullmanns Encyklopädie dertechnischeri Chemie", 4. Auflage, Band 11, Seiten 91 und folgende, Verlag Chemie GmbH, Weinheim BRD (1976), beschriebenen Methoden durchgeführt werden. Man verwendet in der Regel ein Säurehalogenid oder ein Säureanhydrid einer niederen aliphatischen Sulfonsäure oder einer monoeyclischen aromatischen Sulfonsäure, beispielsweise Methansulfonylchlorid, p-Toluolsulfonylchlorid, Methansulfonsäureanhydrid oderTrifluormethansulfonsäureanhydrid. Die O-Sulfonierung wird vorzugsweise in Gegenwart einer Base durchgeführt. Da wasserfreie Reaktionsbedingungen eingehalten und ein organisches Lösungsmittel(wie Benzol, Toluol, Tetrahydrofuran, Diethylether oder Dichlormethan verwendet werden sollen, eignen sich als Base insbesondere tertiäre organische Basen.wie Triethylamin, Dimethylanilin, Pyridin, Collidin, Lutidin und dergleichen. Die nachfolgende Umsetzung mit dem Alkalimetallazid, z. B. Lithium-, Natrium- oder Kaliumazid, wird mit Vorteil ohne Reinigung des O-Sulfonylderivates durchgeführt. Beide Reaktionen werden vorzugsweise in einer Inertgasatmosphäre, z.B. unter Stickstoff, und bei tiefen Temperaturen oder Raumtemperatur durchgeführt.
In der fünften Verfahrensstufe kann die Abspaltung der Schutzgruppe von der Verbindung (V) durch saure Hydrolyse erfolgen. Beispielsweise löst man die Verbindung in einem organischen Lösungsmittel wie Dichlormethan oder Dimethylformamid und läßt dann eine kleine Menge konzentrierte Salzsäure und Wasser eine Zeit lang, vorzugsweise bei Raumtemperatur, einwirken. Nun kann die Verbindung (Vl) der Glykosidierung unter Bildung einer Verbindung (VII) direkt unterworfen werden oder aber über die Zwischenprodukte (VIII), (IX) und (X) in.eine Verbindung (Xl) umgewandelt werden, welche erst der Glykosidierung unterworfen wird. Diese zweiteVerfahrensvariante umfaßt zwar drei Reaktionsstufen mehr, sie ergibt jedoch eine höhere Gesamtausbeute und eignet sich deshalb besonders gut für eine Produktion in industriellem Maßstab. Sie wird im folgenden näher erläutert.
Der Schutz der primären Hydroxylgruppe der 2-Azido-1,3-dihydroxyverbindung (Vl) soll mit Reagenzien vorgenommen werden, welche in Gegenwart einer primären und einer sekundären Hydroxylgruppe selektiv mit der ersteren reagieren. Es eignen sich
als Schutzgruppe R" insbesondere solche, die eine große räumliche Beanspruchung aufweisen wie die tert. Butyl-, Triphenylmethyl- (Trityl-), Trichloracetyl-, Trimethylsilyl-, tert. Butyldimethylsilyl- oder tert. Butyldiphenylsilylgruppe. Bevorzugt werden die Triphenylmethyl-, Monomethoxytriphenylmethyl-, tert. Butyldimethylsilyl- und tert.Butyldiphenylsilylgruppe. Die Einführung der Schutzgruppe R" erfolgt nach den bekannten Methoden der organischen Chemie, entsprechend der Art der gewählten Schutzgruppe. Beispielsweise kann die Triphenylmethylgruppe durch Behandeln der Verbindung Vl mit einem entsprechenden Halogenid wie das Triphenylchlormethan oder das Triphenylbrommethan eingeführt werden. Auch für die tert. Butyldimethylsilyl- und die tert. Butyldiphenylsilylgruppe kann das entsprechende Halogenid, vorzugsweise das Chlorid oder das Bromid, mit Vorteil benützt werden.
Hierauf wird die in 1-Stellung geschützte Verbindung der Formel (VIII) an der Hydroxylgruppe in 3-Stellung durch eine Schutzgruppe R'" geschützt, z. B. durch Veresterung mit einer organischen Carbonsäure Ac'OH oder einem reaktionsfähigen funktioneilen Derivat derselben. Es eignen sich dazu vor allem einfache, aliphatische Carbonsäuren und aromatische, insbesondere monocyclische aromatische Carbonsäuren; bevorzugt wird die Verwendung der Benzoesäure, einer substituierten Benzoesäure oder der Pivalinsäure.
Die Veresterung mit der Carbonsäure Ac'OH kann nach den in „UllmannsEncyklopädie der technischen Chemie", 4. Auflage, Band 11, Seiten 91 und folg., Verlag Chemie GmbH, Weinheim BRD (1976), beschriebenen Methoden durchgeführt werden. Sie erfolgt mit Vorteil unter Benutzung eines Carbonsäurehalogenids in Gegenwart einer tertiären organischen Base wie Triethylamin, Pyridin oder Dimethylanilin, in einem wasserfreien organischen Lösungsmittel wie Benzol, Toluol, Tetrahydrofuran, Diethylether oder Dichlormethan.
Die Schutzgruppe R" der Hydroxylgruppe in 1-Stellung der Verbindung der Formel (IX) kann durch saure Hydrolyse (Triphenylmethylschutzgruppen, Silylschutzgruppen) oder durch Behandlung mit Bortrifluorid-etherat (Triphenylmethylgruppen) abgespaltet werden. Erhalten wird die Verbindung der Formel (X), in welcher die Hydroxylgruppe in 3-Stellung weiterhin durch die Schutzgruppe R'" blockiert, die primäre Hydroxylgruppe in 1-Stellung aber wieder frei ist. Die Umsetzung der Verbindung (IX) oder aber jene der Verbindung (Vl) mit dem O-Trichlor-oder O-Trifluor-acetimidat einer D-Glucose, deren Hydroxylgruppen außer jener an der 1-Stellung durch Acylreste Ac geschützt sind, wird mit Vorteil durch eine Lewis-Säure wie Bortrifluorid-etherat oder Trifluormethansulfonsäuretrimethylsilylester katalysiert. Sie wird im allgemeinen in einem wasserfreien organischen Lösungsmittel wie ein Kohlenwasserstoff (Hexan) oder ein halogenierter Kohlenwasserstoff (Dichlormethan) durchgeführt. Als Acylreste zum Schutz der Hydroxylgruppen in den 2-, 3-, 4- und 6-Stellungen der D-Glucose werden vorzugsweise niedere aliphatische Acylgruppen wie die Acetyl-, Propionyl-, Pivaloyl-, Trifluoracetyl- oder Methansulfonylgruppe verwendet. Einzelheiten über die Herstellung des Reagens können der Abhandlung von R. R. Schmidt und M.Stumpp (Liebigs Ann. Chem. 1983,1249-1256) und R.R.Schmidt, J.Michel und M.Roos (Liebigs Ann. Chem. 1984, 1343-1357) entnommen werden.
Die entsprechende Umsetzung mit dem 1-HalogenderivatderO-tetraacylierten D-Glucose, beispielsweise mit dem O-Acetyl-a-D-glucopyranosylchlorid oder -bromid (letzteres auch a-D-O-Acetobromglucose genannt), wird in der Regel in Gegenwart einer Schwermetallverbindung wie Silberoxid, eines Schwermetallsalzes, wie Silbercarbonat oder Quecksilbercyanid, oder einer organischen Base, welche als säurebindende Mittel fungieren, durchgeführt (Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 24, Seite 757, Verlag Chemie GmbH, Weinheim BRD 1983).
Die Abspaltung der Acylreste Ac und der Schutzgruppe R'" aus der Verbindung (VII) bzw. (Xl) wird im allgemeinen durch Basen katalysiert; besonders zweckmäßig dafür ist die Verwendung von Natriummethanolat in wasserfreiem Methanol bei Raumtemperatur.
In der vorletzten Verfahrensstufe wird die Überführung der Azidogruppe in die primäre Aminogruppe am besten durch Behandlung der Verbindung (XII) mit Schwefelwasserstoff bei Raumtemperatur bewerkstelligt. Hierfür wird die Verbindung beispielsweise in einem Gemisch (1:1) von Wasser und Pyridin aufgelöst. Dieselbe Überführung kann auch durch Hydrierung mit Natriumborhydrid oder einem anderen Reduktionsmittel, wie z. B. Natriumcyahoborhydrid, durchgeführt werden. Die N-Acylierung der Verbindung (XIII) mit der organischen Carbonsäure der Formel R1-OH (letzte Verfahrensstufe) kann nach der Methode von D.Shapiro und Mitarbeiter (J. Am. Chem. Soc. 86,4472 [1964]) durchgeführt werden. Im allgemeinen wird man die Carbonsäure selbst in Gegenwart eines wasserabspaltenden Mittels, wie Dicyclohexylcarbodiimid in Dichlormethan, oder ein funktionelles reaktionsfähiges Derivat der Carbonsäure, wie einen aktivierten Ester oder ein Halogenid in Gegenwart einer anorganischen Base wie Natriumacetat oder einer tertiären organischen Base, einsetzen. Die N-Acylierung wird mit Vorteil bei Raumtemperatur durchgeführt.
Die Isolierung und Reinigung der bei jeder Verfahrensstufe anfallenden Verbindungen erfolgt nach den üblichen Methoden der organischen Chemie.
Ausführungsbeispiel
Die folgenden Beispiele veranschaulichen bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung.
'H-NMR-Spektren wurden mit dem 250 MHz-Gerät WM 250 Cryospec der Firma Bruker, Spectrospin, Industriestraße 26, CH-8117 Fällanden/Zürich, gemessen. Die Verschiebungen sind auf Tetramethylsilan (TMS) als internen Standard bezogen und in ppm angegeben.
Die angegebenen Schmelzpunkte wurden auf einem Kupferblock bestimmt und sind nicht korrigiert.
Zur analytischen Dünnschichtchromatographie (DC) wurden Kieselgelplatten verwendet. Die Dün'nschichtchromatogramme wurden, sofern die Substanzen nicht UV-aktiv waren, mit 15% Schwefelsäure besprüht und bei 12O0C entwickelt.
Präparative Säulenchromatographien wurden mit Kieselgel 60 (0,062-0,200 mm) durchgeführt. Für die Mitteldruckchromatographie wurden Fertigsäulen nach D. Flockerzi, Diplomarbeit, Universität Stuttgart/BRD (1978), mit Kieselgel „LiChroprep Si60,15-25" verwendet.
Die Ausbeuten wurden auf der Reinigungsstufe angegeben, auf der NMR-spektroskopisch und mittels Dünnschichtchromatographie keine Verunreinigungen nachzuweisen waren.
Bei den Lösungsmittelgemischen bedeutet die Angabe in Klammern Volumenteile.
Beispiel 1 ZS.SR^-Hexadecanoylamino-S-hydroxy-i-lß-D-glucopyranosyloxyM-trans-eicosen
a) 4,6-O-Benzyliden-D-galactose
Siehe J. Org. Chem. 29,3647-3654 (1964).
b) 2,4-O-Benzyliden-D-threose(1)
30 g (0,111 Mol) 4,6-O-Benzyliden-D-galactose werden in ca. 1200 ml Phosphatpuffer von pH 7,6 gelöst. 55 g (0,257 Mol) Natriumperjodat werden unter kräftigem Rühren hinzugegeben. Der pH-Wert wird durch Zutropfen von 2 η Natronlauge auf ca. 7 bis 8 gehalten. Man läßt 1,5 Stunden lang bei Raumtemperatur rühren. Danach wird im Wasserstrahlvakuum bis zur Trockene eingeengt. Derfeste Rückstand wird viermal mit je 250 ml Essigester extrahiert. Der Extrakt wird filtriert, über Magnesiumsulfat getrocknet und eingeengt. Ausbeute: 20 g (85%), Rp = 0,64 in Toluol/Ethanol (3:1).
c) 2R,3R-1,3-O-Benzyliden-2-hydroxy-4-trans-eicosen(2)
70g (0,12 Mol) Hexadecyltriphenylphosphoniumbromid werden unter Stickstoff in ca. 1 Liter wasserfreiem, stickstoffgesättigtem Toluol suspendiert. Phenyllithium, welches aus 6,5g (0,94MoI) Lithium und 74g (0,47 Mol) Brombenzol in ca. 200 ml wasserfreiem Ether dargestellt wurde, wird ohne weitere Reinigung hinzugetropft. Gleichzeitig wird das Gemisch auf -15°C abgekühlt. Danach werden 20g (0,096 MoJ) Verbindung (1) in ca. 150ml wasserfreiem Tetrahydrofuran unter Stickstoff während 20 Minuten zugetropft. Nach weiteren 20 Minuten werden zunächst 150 ml Methanol und danach 250 ml Wasser hinzugegeben. Es wird kräftig gerührt. Die organische Phase wird nach Abtrennen der wäßrigen Phase eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Petrolether/Essigester (9:1) chromatographiert. Ausbeute: 27g (68%), RF = 0,21 in Petrolether/Essigester (9:1).
d) 2S,3R-2-Azido-1,3-O-benzyliden-4-trans-eicosen(3)
10g (0,025 Mol) Verbindung (2) werden in ca. 70 ml wasserfreiem Dichlormethan, welches 5ml wasserfreies Pyridin enthält, gelöst. Es wird unter Stickstoff auf -150C gekühlt. 8,12 g (0,029 Mol) Trifluormethansulfonsäureanhydrid werden langsam zugetropft. Nach 15 Minuten wird über Kieselgel filtriert und mit Dichlormethan/Petrolether (1:1) eluiert. Die Vorlage wird ständig mit Stickstoff gespült. Es wird eingeengt, und das zurückbleibende Öl wird in 50 ml wasserfreiem Dimethylformamid aufgenommen. Unter Stickstoff werden 7,5g (0,1 Mol) Natriumazid hinzugegeben. Man läßt 2 Stunden bei Raumtemperatur rühren. Danach wird mit ca. 350 ml Dichlormethan verdünnt,filtriert und im Wasserstrahlvakuum eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Petrolether/Essigester (9:1) chromatographiert. Ausbeute: 8g (75%), Rp = 0,8 in Petrolether/ Essigester (9:1).
e) 2S,3R-1-Azido-1,3-dihydroxy-4-trans-eicosen (4)
8g (0,018MoI) Verbindung (3) werden in 100ml Dichlormethan gelöst. Man gibt 5 ml konzentrierte Salzsäure und 3 ml Wasser hinzu und läßt bei Raumtemperatur 12 Stunden lang kräftig rühren. Danach wird mit wäßriger Natriumhydrogencarbonatlösung ausgeschüttelt. Die organische Phase wird abgetrennt, über Natriumsulfat getrocknet und eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Dichlormethan/Methanol (95:5) chromatographiert. Ausbeute: 4,32 g (68%), RF = 0,46in Dichlormethan/Methanol (95:5), Schmelzpunkt: 56-570C.
Elementaranalyse: ber. C 67,95 H 11,11 N 11,88
gef. C67,62 H 11,12 N 11,85
1H-NMR (250MHz, CDCI3 in ppm) Verbindung [4): 5,83 (m, 1 H,-CH2-CH=C); 5,55 (dd, 1 H1-CH2-CH=CH-, J = 15,5Hz, J = 6,5Hz); 4,25(m, 1 H,-CH-N3); 3,8 (m,2H,-CH2-OH,CH-OH); 3,52 (m, 1 H^CH2-OH); 2,05 (m,4H,OH,C=CH-CH2); 1,45-1,18 (m,26H,aliphat.); 0,88 (t,3H, CH3).
f) 2 S,3 R-2-Azido-3-hydroxy-1 -(2,3,4,6-treta-0-acetyl-ß-D-glucopyranosyloxy)-4-trans-eicosen (6)
0,5g (1,41 mMol) Verbindung (4) werden in 50 ml wasserfreiem Hexan gelöst. Es werden 0,1 ml 0,5 M Bortrifluorid-etheratin Dichlormethan und eine Spatelspitze Molekularsieb4Äzugesetzt. 0,7 g (1,41 mMol)O-(2,3,4,6-Tetra-O-acetyl-a-D-glucopyranosyD-trichloracetimidat werden in 3 ml wasserfreiem Toluol gelöst und langsam zugetropft. Nach 4Stunden wird mit 30 ml gesättigter Natriumhydrogencarbonatlösung gewaschen. Die wäßrige Phase wird dreimal mit je 30 ml Dichlormethan ausgeschüttelt. Die organischen Phasen werden über Natriumsulfat getrocknet und eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Dichlormethan/Methanol (97,5:2,5) chromatographiert. Ausbeute: 0,385g (40%), Rp = 0,7 in Dichlormethan/Methanol (95:5).
1H-NMR (250MHz,CDCI3In ppm) Verbindung (6): 5,78(m, 1 H^CH2-CH=C); 5,5 (dd, 1 H,-CH2-CH=CH-, J = 15,5Hz, J=7,3Hz); 5,3-4,98 (m, 3H, H-2, H-3, H-4); 4,58 (d, 1 H, H-1, J = 7,6Hz); 4,35-4,13 (m, 3 H, H-6, H-6; -CH-N3); 4,05 (dd, 1 H,-CH2-O-); 3,73 (m, 2 H, H-O1-CH2-O); 3,47 (m,1 H, CH-OH); 2,24 (d, 1 H, OH, J = 4,8Hz); 2,16-1,94 (m, 14H, Acetyl, C=CH-CH2); 1,45-1,15 (m,26H,aliphat); 0,88(t,3H1-CH3).
g) 2 S,3 R-2-Azido-3-hydroxy-1 -(ß-D-glucopyranosyloxyM-trans-eicosen (7)
0,4g (0,585 mMol) Verbindung (6) werden in 30 ml wasserfreiem Methanol gelöst. Es werden 0,2 ml einer 1 M Lösung von Natriummethylat in Methanol zugegeben. Man läßt eine Stunde bei Raumtemperatur rühren. Danach wird mit dem Ionenaustauscher Amberlit IR120 (H®-Form) neutralisiert. Es wird vom Ionenaustauscher abfiltriert, eingeengt und über Kieselgel mit Chloroform/Methanol (9:1) chromatographiert. Ausbeute: 0,26g (86%), RF = 0,22 in Chloroform/Methanol (9:1).
1H-NMR (250MHz, DMSO-d6in ppm) Verbindung (7): 4,10 (d, 1 H, H-1, J = 7,6Hz). h) 2S,3R-2-Amino-3-hydroxy-1-(ß-D-glucopyranosyloxy)-4-trans-eicosen(8)
0,26g (0,5 mMol) Verbindung (7) werden in einem Gemisch aus 4ml Pyridin und 4 ml Wasser gelöst. Die Lösung wird mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Man läßt24Stunden bei Raumtemperatur rühren. Es wird biszurTrockeneeingeengtund über Kieselgel zuerst mit Chloroform/Methanol (6:4), dann mit Chloroform/Methanol/Wasser (5:4:1) chromatographiert. Ausbeute: 0,234g (96%), RF = 0,65 in Chloroform/Methanol/Wasser (5:4:1). 1H-NMR (250MHz, DMSO-d6in ppm) Verbindung (8): 4,10 (d, 1 H, H-1, J = 7,6Hz).
i) 2S,3R-2-Hexadecanoylamino-3-hydroxy-1-(ß-D-glucopyranosyloxy)-4-trans-eicosen (9) 0,23 g (0,47 mMol) Verbindung (8) werden in 5 ml Tetrahydrofuran gelöst. 5 ml einer 50% wäßrigen Natriumacetatlösung werden hinzugegeben. Man versetzt das Gemisch bei Raumtempteratur unter kräftigem Rühren mit 0,19g (0,7 mMol) Hexadecanoylchlorid. Nach ca. 2 Stunden wird die organische Phase abgetrennt. Die wäßrige Phase wird dreimal mit je 2 ml Chloroform ausgeschüttelt. Die organischen Phasen werden über Natriumsulfat getrocknet und eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Chloroform/Methanol (9:1) Chromatographien. Ausbeute: 0,3g (90%), Rp = 0,50 in Chloroform/ Methanol (9:1).
1H-NMR (250MHz, DMSO-d6 in ppm) Verbindung (9): 7,5 (d, 1 H, NH, J = 8,7Hz); 5,52 (m, 1 K-CH2-CH=C); 5,35 (dd, 1 H, C=CH-,J = 15,2Hz,J = 6,5Hz);5,03(d,1H,OH,J = 3,4Hz);4,92(m,3H,OH);4,5(t,1H,OH,J=4,9Hz);4,09(d,1H,H-1, J = 7,6Hz); 4,0-3,55 (m,4H); 3,45 (m,2H); 3,15-2,9 (m,4H); 2,1-1,88 (m,4H); 1,45 (m,2H); 1,22 (m,54H,aliphat); 0,85 (m, 6H,CH3).
Anhang
Zur Bestätigung der der Verbindung der Formel (Vl) zugeschriebenen Struktur ist die Verbindung (4) derselben Behandlung mit Schwefelwasserstoff unterworfen worden (siehe unten), wie im Abschnitt (h) des vorangegangenen Beispiels beschrieben wird. Dabei ist in der Tat die Verbindung (5) erhalten worden, deren physikalisch-chemische Eigenschaften mit jenen des aus natürlichen Quellen hergestellten erythro-D-C18-Sphingosins vollends übereinstimmen. 2S,3R-2-Amino-1,3-dihydroxy-4-trans-eicosen (5)
0,25g (0,7 mMol) Verbindung (4) werden in einem Gemisch aus 5ml Pyridin und 2ml Wasser gelöst. Die Lösung wird mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Man läßt 48 Stunden bei Raumtemperatur rühren. Es wird bis zur Trockene eingeengt. Der Rückstand wird über Kieselgel zunächst mit Chloroform, dann mit Chloroform/Methanol (9:1) und zuletzt mit Chloroform/ Methanol/Wasser(8:2:0,25)chromatographiert.Ausbeute: 0,215g (95%), RF =0,2 in Chloroform/Methanol (1:1), Schmelzpunkt: 70-720C.
1H-NMR(250MHz,CDCI3inppm) Verbindung (5): 5,78(m,1H,-CH2-CH-C); 5,47(dd,1H,-CH2-CH=CH-, J = 15,5Hz, J = 7,3Hz); 4,12 (dd, 1 H, C=CH-CH-OH, J = 6,1 Hz); 3,7 (m, 2H, CH2-OH); 2,93 (m, 1 H,-CH-NH2); 2,57 (m, 4H, NH2, OH); 2,06 (m, 2H, C=CH-CH2); 1,45-1,18 (m, 26H, aliphat); 0,88 (t, 3H,-CH3).
Beispiel 2
2S,3R-2-Hexadecanoylamino-3-hydroxy-1-{ß-D-glucopyranosyloxy)-4-transrOctadecen j) 2R,3R-1,3-0-Benzyliden-2-hydroxy-4-trans-octadecen (10)
70 g (0,13 Mol) Tetradecyltriphenylphosphoniumbromid werden unter Stickstoff in ca. 1 Liter wasserfreiem, stickstoffgesättigtem Toluol suspendiert. Phenyllithium, welches aus 6,5g (0,94 Mol) Lithium und 74g (0,47 Mol) Brombenzol in ca. 200 ml wasserfreiem Ether dargestellt wurde, wird ohne weitere Reinigung hinzugetropft. Gleichzeitig wird das Gemisch auf -15°C abgekühlt. Danach werden 21,6g (0,104 Mol) 2,4-O-Benzyliden-D-threose (siehe Beispiel 1, Verbindung [1 ]) in ca. 150 ml wasserfreiem Tetrahydrofuran unter Stickstoff während 20 Minuten zugetropft. Nach weiteren 20 Minuten werden zunächst 150 ml Methanol und danach 250 ml Wasser hinzugegeben. Es wird kräftig gerührt. Die organische Phase wird nach Abtrennen der wäßrigen Phase eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Petrolether/ Essigester (9:1) Chromatographien. Ausbeute: 27 g (68%), RF = 0,21 in Petrolether/Essigester (9:1), Schmelzpunkt: 54-550C.
k) 2S,3R2-Azido-1 ,S-O-benzyliden^trans-octadecen(11)
10g (0,025 Mol) Verbindung (10) werden in ca. 70 ml wasserfreiem Dichlormethan, welches 5 ml wasserfreies Pyridin enthält, gelöst. Es wird unter Stickstoff auf-150C gekühlt, 8,7 g (0,31 Mol) Trifluormethansulfonsäureanhydrid werden langsam zugetropft. Nach 15 Minuten wird über Kieselgel filtriert und mit Dichlormethan/Petrolether (1:1) eluiert. Die Vorlage wird ständig mit Stickstoff gespült. Es wird eingeengt, und das zurückbleibende Öl wird in 50 ml wasserfreiem Dimethylformamid aufgenommen. Unter Stickstoff werden 7,5 (0,1 Mol) Natriumazid hinzugegeben. Man läßt 2 Stunden bei Raumtemperatur rühren. Danach wird mit ca. 350 ml Dichlormethan verdünnt, filtriert und im Wasserstrahlvakuum eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Petrolether/Essigester (9:1) chromatographiert. Ausbeute: 7,8g (75%), RF = 0,8 in Petrolether/ Essigester (9:1).
I) 2S,3R-2-Azido-1,3-dihydroxy-4-trans-octadecen (12)
7 g (0,017 Mol) Verbindung (11 (werden in 100 ml Dichlormethan gelöst. Man gibt 5 ml konzentrierte Salzsäure und 3 ml Wasser hinzu und läßt bei Raumtemperatur 12 Stunden lang kräftig rühren. Danach wird mit wäßriger Natriumhydrogencarbonatlösung ausgeschüttelt. Die organische Phase wird abgetrennt, über Natriumsulfat getrocknet und eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Dichlormethan/Methano! (95:5) chromatographiert. Ausbeute: 3,76g (68%), RF = 0,46 in Dichlormethan/Methanol (95:5).
1H-NMR (250MHz,CDCI3in ppm): Verbindung (12): 5,83 (m, 1H1CH2-CH=C); 5,55 (dd, 1H1-CH2-CH=CH-, J = 15,5Hz, J = 6,5Hz); 4,25(m, 1 H,-CH-N3); 3,8 (m, 2 K-CH2-OH, CH-OH); 3,52 (m, 1 H1-CH2-OH); 2,05 (m,4H, OH, C=CH-CH2); 1,45-1,18(m,22H,aliphat.); 0,88 (t,3H, CH3).
m) 2S,3R-2-Azido-3-hydroxy-1-O-triphenylmethyl-4-trans-octadecen(13)
4g (12,3 mMol) Verbindung (12) werden in 45 ml eines Gemisches aus jeweils wasserfreiem Pyridin/Chloroform/ Tetrahydrofuran (1:1:1) gelöst. 6g (21,5 mMol) Tritylchlorid werden hinzugegeben. Die Mischung wird 48 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Danach engt man im Wasserstrahlvakuum ein. Der Rückstand wird in 200 ml Diethylether aufgenommen und mit 100 ml Wasser ausgeschüttelt. Die organische Phase wird über Magnesiumsulfat getrocknet und eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Petrolether/Essigester (9:1) chromatographiert. Ausbeute: 6,3 g (90%), Rp = 0,39 in Petrolether/Essigester (9:1).
1H-NMR (250MHz,CDCI3in ppm) Verbindung (13): 7,55-7,15(m, 15H,aromat); 5,75-5,58(m, 1H1CH2-CH=C); 5,38-5,26 (dd, 1 H,CH2-CH=CH-, J = 15,5Hz, J = 7,3Hz); 4,20 (m,1 H,-CH-N3); 3,53 (m,1 H,-CH-OH); 3,30 (d,2H, 0-CH2-, J = 5,4Hz); 2,03-1,188 (m,3H,-0H,CH=CH-CH2); 1,40-1,10 (m,22H,aliphat.); 0,88 (t,3H,CH3).
η) 2S,3R-2-Azido-3-benzoyloxy-1-O-triphenylmethyl-4-trans-octadecen(14) 6,3 g (11,1 mMol) Verbindung (13) werden in 30 ml eines Gemisches aus jeweils wasserfreiem Toluol/Pyridin (4:1) gelöst. 3g (21,3 mMol)Benzoylchlorid werden hinzugefügt. Man läßt 12 Stunden bei Raumtemperatur rühren. Danach wird auf ca. 200ml Wasser gegossen und zweimal mit jeweils 100 ml Diethylether extrahiert. Die organische Phase wird über Magnesiumsulfat getrocknet und eingeengt. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Petrolether/Essigester (95:5) chromatographiert. Ausbeute: 6,7g (90%), RF = 0,60 in Petrolether/Essigester (9:1).
o) 2S-3R-2-Azido-3-benzoyloxy-hydroxy-4-trans-octadecen(15)
6,7g (9,97 mMol) Verbindung (14) werden in einem Gemisch aus 30ml wasserfreiem Toluol und 5 ml wasserfreiem Methanol gelöst. 10 ml 3 M Bortrifluorid-etherat in Dichlormethan werden hinzugegeben. Nach 5 Stunden gießt man auf 50 ml Wasser und trennt die organische Phase ab. Nach Trocknen über Magnesiumsulfat wird eingeengt und zunächst mit Petrolether/ Essigester (9:1), dann mit Petrolether/Essigester (8:2) chromatographiert. Ausbeute: 3,8 (90%), RF = 0,13 in Petrolether/ Essigester (9:1).
ElementaranalysefürC25H39N3O3 ber.: C69,90 H9,14 N9,78
(MG429,56) get: C69.92 H 9,16 N 9,65
1H-NMR (250MHz, CDCI3 in ppm) Verbindung (15): 8,14 (m, 2H, aromat); 7,58 (m, 1 H, aromat); 7,47 (m, 2H, aromat); 6,05-5,87 (m,1 H1CH2-CH=C); 5,69-5,53 (m,2H, CH2-CH=CH-,CH-OBz); 2,15-1,95 (m,3H,-0H,C=CH-CH2); 1,47-1,13 (m, 22 H, aliphat.); 0,86 (t, 3 H, CH3).
p) 2S,3R-2-Azido-3-benzoyloxy-1-(2,3,4,6-tretra-0-pivaloyl-ß-D-glucopyranosyloxy)-4-trans-octadecen(16) 2g (4,6mMol) Verbindung (15) und 4,6g (7,0mMol) 2,3,4,6-tetra-O-pivaloyl-a-D-glucopyranosyltrichloracetimidatwerden in 40 ml wasserfreiem Dichlormethan gelöst und 30 Minuten lang mit Molekularsieb 4Ä gerührt. Danach werden 0,2 ml 0,1 M Bortrifluorid-etherat in Dichlormethan zugegeben. Im Verlauf der Reaktion werden noch 2 ml 0,1 M Bortrifluorid-etherat in Portionen von jeweils 0,5 ml zugegeben. Nach 48 Stunden wird mit 200 ml Petrolether verdünnt und abfiltriert. Man schüttelt das Filtrat mit 50 ml wäßriger Natriumhydrogencarbonatlösung aus, trocknet die organische Phase über Natriumsulfat und engt ein. Zur Reinigung wird über Kieselgel mit Toluol/Aceton (97,5:2,5) chromatographiert. Ausbeute 4g (94%), RF = 0,57 in Toluol/Aceton (97,5:2,5).
1H-NMR (250MHz, CDCI3in ppm) Verbindung (16): 8,05 (m, 2H; aromat); 7,58 (m, 1 H, aromat.); 7,45 (m, 2H, aromat); 5,99-5,83 (m, 1 H, CH2-CH=C); 5,65-5,46 (m, 2H, CH2-CH=CH, CH-OBz); 5,37-5,02 (m, 3H, H-2, H-3, H-4); 4,58 (d, 1 H, H-1, 1 = 7,9Hz); 4,25-3,58 (m, 6H, H-6, H-6', H-5, CH-N3, CH2-O); 2,06 (m, 2 H, CH=CH-CH2); 1,45-1,04 (m, 58H, Pivaloyi, aliphat.); 0,89 (t, 3 H, CH3).
q) 2S,3R-2-Azido-3-hydroxy-1-(ß-D-glucopyranosyloxy)-4-trans-octadecen(17) 4g (4,3 mMol) Verbindung (16) werden in 50 ml wasserfreiem Dichlormethan gelöst. 8 ml einer 0,05 M Natriummethylatlösung in wasserfreiem Methanol werden hinzugegeben. Man läßt drei Tage bei Raumtemperatur rühren. Danach wird mit Ionenaustauscher Amberlit JR120 (H®-Form) neutralisiert. Es wird vom Ionenaustauscher abfiltriert, eingeengt und über Kieselgel mit Chloroform/Methanol (8,5:1,5) chromatographiert. Ausbeute: 1,65 g (78%), Rp = 0,20 in Chloroform/Methanol (9:1)
1H-NMR (250MHz, DMSO-d6 in ppm) Verbindung (17): 4,10 (d,1 H, H-1, J= 7,6Hz).
r) ZS-SR^-Amino-S-hydroxy-i-lß-D-glucopyranosyloxyM-trans-octadecerUie) 1,65g (3,4mMol) Verbindung (17) werden in 50ml eines Gemischesaus Pyridin/Wasser (1:1) gelöst. Die Lösung wird mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Man läßt 24 Stunden bei Raumtemperatur rühren. Es wird bis zur Trockene eingeengt und über Kieselgel zuerst mit Chloroform/Methanol (9:1), dann mit Chloroform/Methanol/Wasser (5:4:1) chromatographiert. Ausbeute: 1,47g (94%), RF = 0,64 in Chloroform/Methanol/Wasser (5:4:1). 1H-NMR (250MHz, DMSO-dein ppm) Verbindung (18): 4,10 (d, 1 H, H-1, J = 7,6Hz).
s) 2S,3R-2-Hexadecanoylamino-3-hydroxy-1-(ß-D-glucopyranosyloxy)-4-trans-octadecen(19) 1,47g (3,2 mMol) Verbindung (18) werden in 50ml Tetrahydrofuran gelöst. 50 ml einer 50% wäßrigen Natriumacetatlösung werden hinzugegeben. Man versetzt das Gemisch bei Raumtemperatur unter kräftigem Rühren mit 0,87 g (3,2 mMol) Hexadecanoylchlorid. Nach ca. 2 Stunden wird die Mischung mit 350 ml Tetrahydrofuran verdünnt und die wäßrige Phase abgetrennt. Die organische Phase wird zweimal mit jeweils 50 ml gesättigter Kochsalzlösung ausgeschüttelt und eingeengt. Der Rückstand wird am Hochvakuum getrocknet. Zur Reinigung wird über Kieselgel zuerst mit Chloroform, dann mit Chloroform/Methanol (9:1) chromatographiert. Ausbeute: 1,81 g (81 %),RF = 0,4 in Chloroform/Methanol (8,5:1,5). 1H-NMR (250 MHz, DMSO-d6 in ppm) Verbindung (19): 7,5 (d, 1 H, NH, J = 8,7 Hz); 5,52 (m, 1 H,-CH2-CH=C); 5,35 (dd, 1 H, CH2-CH=CH-,J = 15,2Hz,J = 6,5Hz); 5,03 (d, 1 H, OH, J = 3,4Hz); 4,92 (m,3H, OH); 4,5 (t, 1 H, OH, J =4,9Hz); 4,09 (d, 1 H, H-1, J = 7,6Hz); 4,0-3,55 (m,4H); 3,45 (m, 2H); 3,15-2,9 (m,4H); 2,1-1,88 (m,4H); 1,45 (m,2H); 1,22 (m,5OH,aliphat); 0,85 (t,6H, CH3).

Claims (12)

  1. -1- 26116 Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung von Sphingosinderivaten der allgemeinen Formel (I) gemäß Formelblatt, in welcher Formel R1 den Acylrest einer Fettsäure mit 14. bis 24 Kohlenstoffatomen oder die entsprechenden Acylreste mit einer Hydroxylgruppe in α-Stellung oder mit einer oder zwei Doppelbindungen in cis-Konfiguration und R3 einen aliphatischen Rest mit 13 bis 19 Kohlenstoffatomen, wovon mindestens 13 in gerader Kette und gegebenenfalls höchstens 4 als seitliche Methylgruppen vorliegen, welcher Rest bis zu drei Doppelbindungen von eis- odertrans Konfiguration oder bis zu drei Dreifachbindungen beinhalten kann, bedeutet, dadurch gekennzeichnet, daß man D-Galactose mit einem niederen aliphatischen Keton oder einem aromatischen Aldehyd der Formel R-CO-R', in welcher R und R' je einen niederen Alkylrest bedeuten bzw. eines von R und R' das Wasserstoffatom und das andere einen aromatischen Resi bedeutet, zu einer in den 4- und 6-Stellungen geschützten D-Galactose der Formel (II) umsetzt, diese Verbindung mit einem vicinale Diole spaltenden Oxydationsmittel zur entsprechenden, in den 2- und 4-Stellungen geschützten D-Threose der Formel (III) aufspaltet, die geschützte D-Threose mit einem R3-CH2-Phosphonat oder einem R3-CH2-Triphenylphosphoniumhalogenid, in welchen R3 die obige Bedeutung besitzt, in Gegenwart einer Base bzw. einer Base und eines Salzes zu einer Verbindung der Formel (IV) umsetzt, in dieser Verbindung die freie Hydroxylgruppe durch Aktivierung in eine Azidogruppe überführt, die erhaltene Azidoverbindung der Formel (V) von de Schutzgruppe der Hydroxylgruppen in den 1- und 3-Stellungen der aliphatischen Kette unter Bildung einer 2-Azido-1,3-dihydroxyverbindung der Formel (Vl) befreit, letztere mit einem organischen Reagens, das mit einer primären Hydroxylgruppe selektiv zu reagieren vermag, unte Bildung einer Verbindung der Formel (VIII), in welcher R" eine Hydroxylschutzgruppe bedeutet, umsetzt, in der Verbindung der Formel (VIII) die sekundäre Hydroxylgruppe mit einer Schutzgruppe R"' blockiert, von der erhaltenen Verbindung der Formel (IX) die Hydroxylschutzgruppe R" unter Bildung einer Verbindung der Formel (X) abspaltet und entwede die zuvor erhaltene Verbindung der Formel (Vl) oder aber die Verbindung der Formel (X) mit den O-Trifluor- oder O-Trichlor-acetimidat oder dem 1-Halogenderivat einer D-Glucose, deren Hydroxylgruppen in den 2-, 3-, 4- und 6-Stellungen durch Acylreste Ac geschützt sind, zu einer Verbindung der Formel (VIII) bzw. (Xl) glykosidiert, von der erhaltenen Verbindung die Acylgruppen Ac bzw. die Acylgruppen Ac und die Schutzgruppe R"' unter Bildung derselben Verbindung der Formel (XII) abspaltet, in dieser die Azidogruppe in eine primäre Aminogruppe überführt und die erhaltene Verbindung der Formel (XIII) einer N-Acylierung mit einer Fettsäure der Formel R1-OH unterwirft.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Keton oder Aldehyd der Formel R-CO-R'Aceton, Ethylmethylketon oder Diethylketon beziehungsweise Benzaldehyd oder ein arr Phenylring substituierter Benzaldehyd verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Oxydationsmittel ein Alkalimetallperjodat oder Bleitetraacetat verwendet und die Oxydation der Verbindung der Forme (II) bei einem pH-Wert von etwa 7 oder 8 bei Raumtemperatur durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung der geschützten D-Threose der Formel (III) mit dem R3-CH2-Phosphonat oder dem R3-CH2-Triphenylphosphoniumhalogenid in Gegenwart von Phenyllithium, Lithiumethylat, Natriumamid Natriummethylat oder Natriumcarbonat in einem wasserfreien Kohlenwasserstoff oder Ether unter Stickstoffatmosphäre bei tiefen Temperaturen und bei Verwendung eines R3-CH2-Phosphoniumhalogenids unter Zusatz eines Salzes durchgeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Überführung der freien Hydroxylgruppe der Verbindung der Formel (IV) in eine Azidogruppe durch 0-Trifluormethansuifonierung, Methansulfonierung oder p-Toluolsulfonierung und anschließende Umsetzung des O-Sulfonyderivates mit einem Alkalimetallazid durchgeführt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abspaltung der Schutzgruppe R-CO-R' von der Verbindung der Formel (V) bzw. der Schutzgruppe R" von der Verbindung der Formel (IX) durch saure Hydrolyse durchgeführt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Hydroxylschutzgruppe R" eine räumlich große Gruppe wie die Triphenylmethyl-, Monomethoxytriphenylmethyl-, tert. Butyl-, Trichloracetyl-, Trimethyl-, tert. Butyldimethylsilyl- oder tert. Butyldiphenylsilylgruppe verwende wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Schutzgruppe R"' der Acylrest einer aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure oder eine tert. Butoxycarbonylgruppe, vorzugsweise der Acylrest der Benzoesäure oder einer substituierten Benzoesäure oder der Pivalinsäure, verwendet wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Glykosidierung der Verbindung der Formel (Vl) bzw. (X) mit besagtem O-Trifluor- oder O-Trichlor-acetimidat in Gegenwart eines Lewis-Säure-Katalysators und in einem wasserfreien Kohlenwasserstoff oder halogenierten Kohlenwasserstoff, jene mit besagtem 1-Halogenderivat in Gegenwart eines säurebindenden Mittels oder eines Schwermetallsalzes durchgeführt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Acylgruppen Ac und die Schutzgruppe R"' von der Verbindung der Formel (VII) bzw. (Xl) durch basische Katalyse abgespalten werden.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Überführung der Azidogruppe der Verbindung der Formel (XII) in eine primäre Aminogruppe durch Behandlung mit Schwefelwasserstoff in einem Gemisch (1:1) von Wasser und Pyridin oder durch Hydrierung mit Natriumborhydrid oder einem anderen Reduktionsmittel durchgeführt wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die N-Acylierung der Verbindung der Formel (XIII) mittels der Fettsäure der Formel R1-OH in Gegenwart eines wasserabspaltenden Mittels oder mittels eines aktivierten Esters der Fettsäure oder mittels eines Halogenids derselben in Gegenwart einer anorganischen Base oder einer tertiären organischen Base durchgeführt wird.
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