Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des ersten Anspruchs sowie eine Vorrichtung zum Wickeln des Fadens mit den Merkmalen des Oberbegriffs des vierten Anspruchs.
Beim Wickeln eines Fadens ist immer dann eine Störung gegeben, wenn der Fadenlauf unterbrochen wird. Es gibt drei Möglichkeiten, durch die der Fadenlauf unterbrochen wird: Die erste Möglichkeit besteht darin, dass die Ablaufspule leergelaufen ist und das Fadenende auf die Auflaufspule aufgelaufen ist. Bei der Wiederherstellung des Fadenlaufs wird spätestens dann, wenn versucht wird, das Fadenende der Ablaufspule für einen Fadenendenverbindungsvorgang anzusaugen, das Fehlen eines Unterfadens bemerkt. Die zweite Möglichkeit der Fadenunterbrechung besteht darin, dass aufgrund eines Garnfehlers ein sogenannter Reiniger, ein Sensor zur Überwachung der Garnqualität mit Schneideinrichtung, bei einem auftretenden Garnfehler den Faden schneidet.
Nach dem Schnitt läuft in der Regel das der Auflaufspule zustrebende Fadenende auf die Auflaufspule auf, während das der Ablaufspule zugeordnete Fadenende zunächst in der Schneideinrichtung geklemmt wird, bis während des Ansaugens des Unterfadens durch das sogenannte Greiferrohr Schneid- und Klemmeinrichtung sowie der Fadenspanner geöffnet werden. Die dritte Möglichkeit der Unterbrechung des Fadenlaufs ist das Brechen des Fadens aufgrund eines Garnfehlers. Dieser Fadenbruch kann überall im Laufweg des Fadens zwischen Ablaufspule und Auflaufspule auftreten. Wenn ein Faden oberhalb des Reinigers bricht, wird in der Regel das der Auflaufspule zueilende Fadenstück auf die Auflaufspule aufgewickelt. Das der Ablaufspule zugehörige Fadenende wird in der Regel durch eine sogenannte Fangdüse, die oberhalb des Reinigers angeordnet ist, angesaugt.
Die DE 3 225 379 A1 betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufsuchen und Festhalten eines Fadenendes an einer Spulmaschine. Nach einem Fadenbruch an einer Spulstelle wird eine Fadenansaugdüse bis nahe an die Spulenoberfläche der Auflaufspule herangeführt. Sobald die Rotation der auslaufenden Spule aufhört, wird für eine begrenzte Zeit die Fadenansaugdüse mit Saugluft beaufschlagt, wobei die Spule nach dem Stillstand während des Saugvorgangs im Rückwärtsgang gedreht wird. Das angesaugte Fadenende wird durch die Fadenansaugdüse festgehalten und die Fadenansaugdüse in die Ausgangsstellung zurückgeführt, wobei der Faden in die Fadenverbindungsvorrichtung eingelegt wird und die Spule wieder zum Stillstand gebracht wird.
Die Spulstelle enthält zur Durchführung des Verfahrens eine schaltbare Antriebsvorrichtung und die Vorrichtung, mit der die Fadenverbindung durchgeführt wird, eine Fadenansaugdüse, eine Saugluftdosiervorrichtung und eine Fadenverbindungsvorrichtung. Die Fadenansaugdüse ist zugleich auch als Vorrichtung zum Einlegen des angesaugten Fadens in die Fadenverbindungsvorrichtung ausgebildet.
Bei diesem bekannten Verfahren ist es möglich, dass auch das auflaufspulenseitige Fadenende in der Fadenfangdüse eingesaugt wird. Weiterhin ist es möglich, dass dieses Fadenende sich zwischen Auflaufspule und Fangdüse befindet. Wird dann zur Erfassung des Fadenendes durch die oben genannte Fadenansaugdüse die Auflaufspule rückwärts gedreht, erstreckt sich der Faden vom Umfang der Auflaufspule durch eine der Fadenführungsnuten der Spultrommel hindurch bis in die Fangdüse. Bei diesem Vorgang ist es praktisch unmöglich, durch die Fadenansaugdüse das Fadenende zu erfassen. Damit wird ein erfolgreiches Durchführen eines automatischen Fadenverbindungsvorganges verhindert.
Ausgehend von dieser Erkenntnis wurde bereits an Maschinen der Anmelderin eine Schaltung vorgesehen, durch die prinzipiell nach dem Abbremsen der Auflaufspule, jedoch vor dem Rückwärtsdrehen der Auflaufspule zur Fadensuche die Auflaufspule nochmals langsam einige Umdrehungen in Aufspulrichtung gedreht wird. Dadurch konnte gewährleistet werden, dass ein sich zur Fangdüse erstreckendes Fadenende auf den Umfang der Auflaufspule aufgewickelt wurde. Dieses Fadenende liess sich dann von der Fadenansaugdüse ohne weiteres erfassen.
Bei Auflaufspulen, die bereits eine Vielzahl von Garnlagen und deshalb einen entsprechenden Durchmesser aufweisen, ist aufgrund der trägen Masse und des grossen Umfangs in der Regel sichergestellt, dass beim Auslaufen ein Fadenende vollständig auf dem Umfang der Auflaufspule abgelegt wird. Trotzdem werden auch diese Auflaufspulen vor dem Fadenendenverbindungsvorgang zunächst für einige Umdrehungen in Wickelrichtung angetrieben. Gerade bei schweren Spulen bedeutet das Wiederingangsetzen des Wickelvorgangs einen erhöhten Energieaufwand. Ausserdem ist es für die Garnlagen nicht vorteilhaft, wenn eine schwere Spule nochmals für kurze Zeit und nur für wenige Umdrehungen aus dem Stand beschleunigt und kurz darauf wieder abgebremst wird. Ausserdem bedeutet das nochmalige Einschalten des Wickelvorgangs für eine kurze Zeit einen Zeitverlust.
Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei auftretenden Unterbrechungen des Fadenlaufs die Effektivität der Fadenendenverbindung zu steigern und gleichzeitig Fehlschaltungen zu vermeiden.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt mithilfe des erfindungsgemässen Verfahrens nach Anspruch 1 unter Anwendung der erfinderischen Vorrichtung nach Anspruch 4.
Durch die sensorische Kontrolle des Vorliegens des Fadenendes in der Fangdüse soll erreicht werden, dass das genannte langsame Vorwärtsdrehen der Auflaufspule vor der eigentlichen Fadensuche nur dann erfolgt, wenn von dem genannten Sensor das Fadenende erkannt wurde. Dabei wird davon ausgegangen, dass in nahezu allen Fällen, in denen das Fadenende nicht auf dem Umfang der Auflaufspule liegt, dieses von der Fangdüse erfasst und vom Sensor erkannt werden kann. Zur zusätzlichen Sicherheit der Erkennung nicht auf den Umfang der Auflaufspule aufgelaufener Fadenenden wird zusätzlich fakultativ vorgesehen, den Beginn des Rückwärtslaufes der Kreuzspule, der zur Fadensuche ohnehin erforderlich ist, ebenfalls mit dem in der Fangdüse angeordneten Sensor zu überwachen.
Dabei kann ein Fadenende, welches zwar in die Fangdüse eingesaugt ist, den Sensor jedoch noch nicht erreicht hat, erkannt werden. In diesem Falle wird der Rückwärtslauf der Auflaufspule gestoppt und erst dann der kurze langsame Vorwärtslauf gestartet.
Sinn und Zweck dieser sensorischen Überwachung ist, für den Fall des ordnungsgemässen Auflaufens des Fadenendes auf den Umfang der Auflaufspule das Sparen von Zeit, Schonen der Spule und Einsparung von Energie aufgrund des Vermeidens des hier nicht erforderlichen kurzen Vorwärtslaufes zum Aufwinden des Fadenendes auf den Umfang der Auflaufspule.
Wenn der Sensor nach einer Unterbrechung des Fadenlaufs, insbesondere nach Durchführung eines Trennschnitts, ein Fadenende feststellt, kann das Fadenende nur von der Auflaufspule stammen und von der Fadenfangdüse eingesaugt worden sein, da der Oberfaden nicht ordnungsgemäss aufgewickelt worden ist. Nur in diesem Fall wird erfindungsgemäss die Auflaufspule kurzzeitig in Wickelrichtung angetrieben. Damit sichergestellt ist, dass der Faden vollständig auf die Auflaufspule aufgewickelt wird, muss die Auflaufspule so lange gedreht werden, dass der Faden mindestens den Weg von dem Sensor bis auf die Auflaufspule zurücklegen kann. In der Regel werden sicherheitshalber noch zusätzliche Umdrehungen vorgesehen.
Da bei unterschiedlichem Durchmesser der Auflaufspulen es länger oder kürzer dauern kann, bis dass der Faden vollständig aus der Fadenfangdüse herausgezogen worden ist, bestimmt die Anzahl der erforderlichen Umdrehungen die Wickelwalze. Die Anzahl der Umdrehungen der Wickelwalze stellt sicher, dass, gleichgültig welchen Durchmesser die Auflaufspule hat, ein in die Fadenfangdüse eingesaugtes Fadenende vollständig aus dieser herausgezogen und auf die Auflaufspule aufgewickelt wird.
Durch das Antreiben der Auflaufspule in Abwickelrichtung wird im vorhergehend geschilderten Fall ein noch nicht auf die Auflaufspule aufgewickelter Faden stets weiterhin von der Fadenfangdüse eingesaugt. Dadurch, dass der Faden in den Fadenführungsnuten der Wickelwalze liegt, ist er für die Saugdüse nicht erreichbar. Die Auflaufspule wird also gestoppt, wenn in einer bestimmten Stellung der Saugdüse, die sich in Richtung auf die Auflaufspule bewegt, bereits ein Fadenende festgestellt wird. Wird nämlich ein Fadenende durch den Sensor festgestellt, bevor die Saugdüse an der Umfangsfläche der Auflaufspule anliegt, muss der Faden einen anderen Weg genommen haben als durch die Saugdüse.
Da der Weg durch die Saugdüse aufgrund der Länge der Saugdüse länger ist als der Weg durch die Fadenfangdüse, kann damit sicher unterschieden werden, ob das Fadenende durch die Fangdüse oder durch die Saugdüse angesaugt worden ist.
Stellt also der Sensor nach einer vorgebbaren Zeit während des Antreibens der Auflaufspule in Abwickelrichtung fest, dass ein Fadenende angesaugt worden ist, die Saugdüse aber noch nicht die Umfangsfläche der Auflaufspule erreicht hat, wird die Auflaufspule gestoppt und in Aufwickelrichtung angetrieben. Dieses Aufwickeln erfolgt ebenfalls in einer vorgebbaren Zeit, die mindestens so lang angesetzt ist, dass der durch die Fangdüse eingesaugte Faden vollständig auf die Auflaufspule aufgewickelt wird. Die Zeit kann beispielsweise in Abhängigkeit von dem Spulendurchmesser vorgegeben werden, sodass auch bei Auflaufspulen, die erst aus wenigen Garnlagen aufgebaut worden sind, der Faden sicher aus der Fangdüse herausgezogen und auf die Aufaufspule aufgewickelt werden kann.
Erst dann, wenn sichergestellt ist, dass das Fadenende vollständig auf die Auflaufspule aufgewickelt worden ist, kann der Fadenendenverbindungsvorgang fortgesetzt werden.
Anhand eines Ausführungsbeispiels, welches eine erfindungsgemässe Vorrichtung zeigt, wird das erfindungsgemässe Verfahren näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Spulstelle während des ungestörten Spulbetriebs in der Ansicht,
Fig. 2 die Spulstelle von Fig. 1, schematisch in Seitenansicht, mit der Saugdüse in Position vor der Auflaufspule zum Ansaugen des Fadenendes, das vollständig auf die Auflaufspule aufgewickelt wurde,
Fig. 3 die Spulstelle nach einem Fadenbruch, wobei der Oberfaden durch die Fangdüse angesaugt worden ist,
Fig. 4 die Feststellung des Fadenendes in der Fangdüse nach Einleitung eines Fadenendenverbindungsvorgangs und
Fig. 5 die ordnungsgemässe Einleitung eines Fadenendenverbindungsvorgangs, bei dem die Saugdüse das Fadenende eingesaugt hat und das erfolgreiche Ansaugen durch den Sensor registriert wird.
Fig. 1 zeigt die Spulstelle 1 einer hier nicht näher dargestellten Spulmaschine. Es sind nur die zum Verständnis der Erfindung erforderlichen Merkmale dargestellt und erläutert.
Von einer in Ablaufstellung stehenden Ablaufspule 2 wird ein Faden 3 abgezogen. Der Faden 3 läuft durch den Abzugsbeschleuniger 4 und an einem Unterfadensensor 5 vorbei durch einen Fadenspanner 6 und den sogenannten elektronischen Garnreiniger 7 mit einem Sensor zur Kontrolle der Garnanwesenheit und der Garnqualität. Oberhalb des Garnreinigers 7 durchläuft der Faden eine Schneid- und Klemmeinrichtung 8. Stellt der Garnreiniger 7 einen nichttolerierbaren Garnfehler fest, wird die Schneid- und Klemmeinrichtung 8 betätigt. Der Garnfehler wird von dem Garnreiniger 7 über die Signalleitung 7a an die Steuereinrichtung 9 der Spulstelle 1 gemeldet. Diese gibt daraufhin über die Steuerleitung 10a einen Befehl an die Betätigungseinrichtung 10 der Schneid- und Klemmeinrichtung 8.
Während die Schneideinrichtung 11 den Faden schneidet, wird das von der Ablaufspule 2 kommende Fadenende mittels der Klemmeinrichtung 12 geklemmt. Das auflaufspulenseitige Fadenende läuft in der Regel auf die Auflaufspule auf.
Oberhalb der Schneid- und Klemmeinrichtung 8 ist eine Fadenführung 13 angeordnet. Ab hier beginnt der Changierbereich des Fadens 3, wenn er von der Wickelwalze 14 mittels ihrer Fadenführungsnuten 15 in Kreuzlagen auf die Auflaufspule 16 abgelegt wird. Die Auflaufspule 16 wird von einem Spulenhalter 17 getragen. Die Wickelwalze 14 wird von einem Motor 18 über eine Welle 19 angetrieben. Im Fadenweg liegt weiterhin eine Fadenendenverbindeeinrichtung 20, beispielsweise ein pneumatischer Spleisser.
Die Spulstelle 1 weist ausserdem zwei Fadenzubringer auf. Bei einem Fadenbruch oder bei einem Trennschnitt aufgrund eines festgestellten Garnfehlers dient der Fadenzubringer 21 zum Aufsuchen des Fadenendes auf der Auflaufspule 16 und zum anschliessenden Einlegen in die Fadenendenverbindeeinrichtung 20. Der Fadenzubringer 21, die sogenannte Saugdüse, besteht aus einem Rohr 22 mit einer flachen Ansaugöffnung 23, die die Breite einer Kreuzspule aufweist. Das Rohr 22 ist in der Wand 24 der Spulstelle 1 in einem Drehgelenk 25 drehbar gelagert. In Ruhestellung liegt die Ansaugöffnung 23 der Saugdüse 21 oberhalb des Fadenspanners 6 und unterhalb der Fadenendenverbindeeinrichtung 20. Der Schwenkbereich der Saugdüse 21 übergreift den sogenannten Garnreiniger 7 und die Schneid- und Klemmeinrichtung 8.
Als Fadenzubringer zum Ergreifen des Fadenendes der Ablaufspule 2 dient ein sogenanntes Greiferrohr 26. In Ruhestellung steht seine Ansaugöffnung 27 seitwärts neben und hinter dem Lauf des Fadens 3, zwischen dem Abzugsbeschleuniger 4 und dem Fadenspanner 6. Das Greiferrohr 26 besteht aus einem Rohr, das in einem Drehgelenk 28 in der Wand 24 der Spulstelle 1 gelagert ist.
Die Betätigung der Fadenzubringer 21 und 26 erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel mittels Kurvenscheiben. Mithilfe eines Kurvenscheibenpakets werden die Funktionen der Spulstelle 1 bei der Herstellung einer Fadenendenverbindung gesteuert. Von dem Kurvenscheibenpaket 29 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel nur zwei Kurvenscheiben 30 und 31 dargestellt, mit denen die Bewegungen der Fadenzubringer 21 beziehungsweise 26 gesteuert werden. Die Kurvenscheiben sitzen auf einer Welle 32, die in der Wand 24 der Spulstelle 1 gelagert ist und von einem Motor 33 angetrieben wird. Der Motor 33 ist über Steuerleitung 33a mit der Steuereinrichtung 9 verbunden.
Schematisch dargestellt ist in dem Ausführungsbeispiel auch die Betätigung der Fadenzubringer mittels Kurvenhebel 34 und 35. Der Kurvenhebel 34 ist einerseits in der Wand 24 der Spulstelle gelagert und liegt andererseits auf der Kurvenscheibe 30 auf. Mittels eines Zahnsegments 36 greift er in ein Zahnrad 37 an dem durch die Wand 24 reichenden Rohr 22 des Fadenzubringers 21 ein. Je nach Kurvenverlauf wird der Kurvenhebel 34 mehr oder weniger ausgelenkt. Durch eine hier nicht dargestellte Feder wird er an die Kurvenscheibe angedrückt. Mittels des Zahnsegments 34 überträgt sich seine Bewegung auf das im Eingriff befindliche Zahnsegment 37 am Fadenzubringer der Saugdüse 21. Die Schwenkbewegungen des Kurvenhebels 34 werden somit in gegensinnige Schwenkbewegungen der Saugdüse 21 umgesetzt. In der gleichen Weise wird auch das Greiferrohr 26 betätigt.
Der Kurvenhebel 35, der ebenfalls in der Wand 24 der Spulstelle gelagert ist, wird mittels einer hier nicht dargestellten Feder an die Kurvenscheibe 31 angedrückt und entsprechend deren Ausformung ausgelenkt. Der Kurvenhebel 35 weist ebenfalls ein Zahnsegment 38 auf, welches mit einem Zahnrad 39 an dem Greiferrohr 26 im Eingriff steht. Auch hier überträgt sich die Bewegung des Kurvenhebels 35 gegensinnig auf das Greiferrohr 26.
Je nach Stellung der Fadenzubringer können hier nicht dargestellte Ventile gesteuert werden, welche das Anliegen von Saugluft an den Ansaugöffnungen 23 und 27 der jeweiligen Fadenzubringer 21 beziehungsweise 26 steuern. Die Saugluft, angedeutet durch die Pfeile 40 und 41, dient dazu, die Fadenenden nach einer Fadenunterbrechung anzusaugen und während des Einlegens in die Fadenendenverbindeeinrichtung 20 strammzuhalten. Nach dem Einlegen der Fadenenden wird über die Steuerleitung 20a die Fadenendenverbindeeinrichtung, im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein pneumatischer Spleisser 20, betätigt. Die abgetrennten Fadenreste werden von den Ansaugöffnungen der Fadenzubringer abgesaugt.
Die Stellungen der Kurvenscheiben 30 und 31 und damit auch die Stellungen der Fadenzubringer 21 und 26 werden im vorliegenden Ausführungsbeispiel mittels der inkrementalen Positionsmessung ermittelt. Dazu ist auf die Welle 32, welche das Kurvenscheibenpaket 29 antreibt, ein inkrementaler Signalgeber 42 gesetzt. Es ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Scheibe mit einem Strichraster, welches mit einer Leseeinrichtung 43 abgetastet wird. Je nach Winkelstellung der Welle 32 wird die Scheibe 42 mit dem Strichraster gedreht und dadurch von der Leseeinrichtung 43 eine bestimmte Anzahl von Strichen registriert, welche einer bestimmten Winkelstellung der Scheibe zugeordnet ist. Aufgrund der ermittelten Winkelstellung der Scheibe 42 kann auf die Stellung der Fadenzubringer 21 beziehungsweise 26 geschlossen werden.
Die Leseeinrichtung 43 ist über eine Signalleitung 43a mit der Steuereinrichtung 9 verbunden und meldet an sie die jeweilige Zahl der registrierten Inkremente, wodurch die Steuereinrichtung 9 über die entsprechende Stellung der Fadenzubringer informiert ist.
Entsprechend Fig. 1 ist weiterhin im Fadenlauf angeordnet eine Fangdüse 44. Die \ffnung 45 der Fangdüse 44 liegt hinter dem Faden, oberhalb der Fadenführung 13. Das Rohr 46 der Fangdüse 44 und das Rohr 22 der Saugdüse 21 werden zu einem Anschluss 47 an die zentrale Unterdruckversorgung der Spulmaschine zusammengeführt. Hinter der Zusammenführung 48 zu einem gemeinsamen Anschluss 47 an die Unterdruckversorgung ist, in Saugrichtung 40 gesehen, ein Sensor 49 in dem Anschluss an die Unterdruckversorgung angeordnet. Über die Signalleitung 49a werden vom Sensor 49 registrierte Fäden, welche entweder von der Saugdüse 21 oder von der Fangdüse 44 angesaugt worden sind, an die Steuereinrichtung 9 gemeldet.
In der Fig. 1 ist der Verlauf des Fadens bei einem ungestörten Spulvorgang dargestellt. Fig. 2 zeigt den Zustand nach einer Fadenunterbrechung. Diese Fadenunterbrechung kann durch einen Fadenbruch oder durch ein Schneiden des Fadens aufgrund eines Garnfehlers hervorgerufen sein.
Der Unterfaden wurde durch das in die Position 26 min geschwenkte Greiferrohr von dessen Ansaugöffnung in der Stellung 27 min erfasst. Der Unterfadensensor 5 meldet die Anwesenheit des Unterfadens über die Signalleitung 5a an die Steuereinrichtung 9 (Fig. 1). Der Sensor 49 hinter der Zusammenführung 48 von Saugdüse 21 und Fangdüse 44 konnte keinen Faden feststellen und meldete dies an die Steuereinrichtung 9 über die Signalleitung 49a. Daraufhin wurde über den Motor 33 das Kurvenscheibenpaket 29 in Gang gesetzt, wodurch die Saugdüse 21 in die Position 21 min geschwenkt wurde und sich deren Ansaugöffnung 23 vor der Umfangsfläche der Auflaufspule 16 positionierte. Dabei wurde die Ansaugöffnung 23 auf der Kreisbahn 50 in die Position 23 min geschwenkt. Während des Schwenkens wurde die Stellung der Saugdüse 21 mittels des inkrementalen Signalgebers 42 überwacht.
Während des Schwenkens dreht sich die Scheibe 42 in Pfeilrichtung 51 und die Inkremente werden durch die Leseeinrichtung 43 gezählt. Hat ab einer vorgegebenen Anzahl von Inkrementen, die mit einer bestimmten Winkelstellung der Saugdüse 21 übereinstimmt und die auch mit einer bestimmbaren Zeit seit dem Ingangsetzen des Kurvenpaktes vergleichbar ist, der Sensor 49 keinen Faden registriert, schwenkt die Saugdüse 21 in die Position 21 min .
Die zuvor von der Wickelwalze 14 abgehobene Auflaufspule 16, die bis zum Stillstand abgebremst wurde, ist wieder auf die Wickelwalze 14 abgesenkt worden. Die Wickelwalze dreht sich entgegen der Aufwickelrichtung in Pfeilrichtung 52. Dadurch wird die Auflaufspule 16 in Ablaufrichtung 53 angetrieben. Das auf die Umfangsfläche der Auflaufspule 16 aufgelaufene Fadenende wird nunmehr in bekannter Weise mittels der Ansaugöffnung 23, die sich in der Stellung 23 min befindet, angesaugt. Dieser Ansaugvorgang kann, wie aus der DE 3 225 379 C2 bekannt, so lange fortgesetzt werden, bis dass der Sensor 49 ein Fadenende erkennt. Danach ist ein Fadenende für den Fadenendenverbindungsvorgang angesaugt und kann somit in die Fadenendenverbindeeinrichtung 20 eingelegt werden.
Dazu schwenkt die Saugdüse 21 aus ihrer Stellung 21 min in ihre Ausgangsstellung 21 zurück, die gestrichelt eingezeichnet ist. Dabei nimmt die in Stellung 23 min stehende Ansaugöffnung das von der Auflaufspule angesaugte Fadenende mit und legt es bei der Ankunft in die Position 23 in die Fadenendenverbindeeinrichtung 20 ein.
Wie aus der Fig. 2 weiter ersichtlich ist, zieht sich entlang sämtlicher Spulstellen der Spulmaschine ein Saugkanal 54. In diesen mündet der Anschluss 47, zu dem das Rohr 22 der Saugdüse 21 und das Rohr 46 der Fangdüse 44 zusammengeführt werden. In den Saugkanal 44 mündet weiterhin der Anschluss 55 des Greiferrohrs 26. Über das Drehgelenk 28 ist das Greiferrohr 26 mit dem Anschluss 55 verbunden. Durch die Drehbewegung werden hier nicht dargestellte Ventile geöffnet und geschlossen, damit in der jeweiligen Stellung des Greiferrohrs Saugluft an der Ansaugöffnung 27 anliegt oder nicht.
In Fig. 3 ist folgende eingetretene Situation dargestellt: Nach einer Fadenunterbrechung wurde ordnungsgemäss der von der Ablaufspule 2 kommende Faden 3 in der Schneid- und Klemmeinrichtung 8 zunächst geklemmt und geschnitten, um dann von der in der Position 27 min stehenden Ansaugöffnung des Greiferrohrs 26 min nach \ffnen der Klemmeinrichtung 8 und des Fadenspanners 6 angesaugt zu werden. Das Fadenende der Ablaufspule 2, der Unterfaden, befindet sich also bereits im Greiferrohr.
Das Fadenende 3 min der Auflaufspule dagegen wurde von der Fangdüse 44 erfasst und durch deren \ffnung 45 eingesaugt. Es wird durch den Sensor 49 hinter der Zusammenführung 48 von Saugdüse 21 und Fangdüse 44 registriert. Über die Signalleitung 49a wird ein Signal an die Steuereinrichtung 9 abgegeben, dass ein Faden über die Fangdüse 44 eingesaugt worden ist. In dieser Situation würde das Schwenken der Saugdüse 21 in Richtung auf die Auflaufspule 16 entsprechend der Kreisbahn 50 nicht dazu führen, dass mittels der Ansaugöffnung 23 das Fadenende 3 min erfasst wird. Das Fadenende 3 min liegt in den Fadenführungsnuten der Wickelwalze 14 und ist deswegen für die Ansaugöffnung unauffindbar. Durch ein Drehen der Auflaufspule 16 in Abwickelrichtung würde nur noch mehr Garn in die Fangdüse 44 gefördert.
Bevor der Fadenendenverbindungsvorgang eingeleitet werden kann, muss zunächst die Auflaufspule 16 in Wickelrichtung 56 angetrieben werden. Dazu wird sie wieder auf die Wickelwalze 14 gesetzt, die sich weiterhin in Wickelrichtung 57 dreht. Die Anzahl der erforderlichen Umdrehungen der Auflaufspule 16 zum Herausziehen des Fadenendes 3 min aus der Fangdüse 44 und das vollständige Aufwickeln auf die Umfangsfläche der Auflaufspule 16 ist abhängig von dem Durchmesser der Auflaufspule. Um den Vorgang steuerungstechnisch zu vereinfachen, kann aber auch eine Zeit vorgegeben werden oder eine Anzahl von Umdrehungen, die von dem inkrementalen Signalgeber 42 kontrolliert wird.
Die erforderlichen Signale können so auf den geringstmöglichen Durchmesser der Auflaufspule abgestimmt sein, dass der Faden noch sicher aus der Fangdüse 44 herausgezogen und auf die Umfangsfläche der Kreuzspule aufgewickelt wird. Für den Faden schonender und damit die Gefahr des "Einbügelns" des Fadenendes geringer ist die Vorgabe der Anzahl der Umdrehungen in Abhängigkeit von dem bereits erreichten Spulendurchmesser.
Erst wenn sichergestellt ist, dass das Fadenende 31 vollständig aus der Fangdüse 44 herausgezogen und auf die Umfangsfläche der Auflaufspule 16 aufgewickelt worden ist, kann mit dem Fadenendenverbindungsvorgang begonnen werden. Dieser läuft ab wie aus dem Stand der Technik, beispielsweise wie aus der DE 3 225 379 C2, bekannt.
In Fig. 4 ist folgende Situation dargestellt: Zunächst herrschte nach einer Fadenunterbrechung eine Situation, wie sie in der Fig. 2 als Ausgangssituation dargestellt wurde. Der Sensor 49 in dem Anschluss 47 an die Unterdruckversorgung 54 registrierte keinen Faden. Über die Steuereinrichtung 9 wurde daraufhin ein Fadenendenverbindungsvorgang eingeleitet. Dazu schwenkte die Saugdüse 21 aus ihrer Ausgangsstellung. Die gestoppte Auflaufspule 16 wird auf die Wickelwalze 14 abgesenkt und in Abwickelrichtung 58 angetrieben, wie durch den strichpunktierten Pfeil dargestellt ist. Damit soll der sich der vor der Auflaufspulenumfangsfläche befindlichen Ansaugöffnung 23 die Möglichkeit des Ansaugens des Fadenendes geboten werden.
Das Fadenende 3 min min war aber nach der Fadenunterbrechung nicht auf die Umfangsfläche der Auflaufspule 16 aufgewickelt worden. Während sich die Auflaufspule 16 in Abwickelrichtung 58 drehte, wurde das Fadenende 3 min min von der Fangdüse 44 erfasst und durch die \ffnung 45 eingesaugt. Das Fadenende wurde nach dem Einsaugen in die Fangdüse 44 durch den Sensor 49 registriert. Der Zeitpunkt des Registrierens lag aber noch vor der vorgegebenen Winkelstellung, welche die Saugdüse 21 einnehmen muss, bevor der angesaugte Faden als durch die Ansaugdüse 21 angesaugt erkannt wird. Während die Saugdüse von der Position 21, von der Ausgangsstellung, in die Position 21 min min geschwenkt wurde, drehte sich auch der inkrementale Signalgeber 42 in Pfeilrichtung 51.
Anhand der während dieser Schwenkbewegung gezählten Signale wurde von der Steuereinrichtung 9 festgestellt, dass der von dem Sensor 49 registrierte Faden nicht über die Saugdüse 21 angesaugt worden sein konnte.
In Fig. 4 ist der Zeitpunkt dargestellt, in dem die Steuereinrichtung 9 die Bewegung der Saugdüse 21 gestoppt hat. Gleichzeitig ist auch die Wickelwalze 14 gestoppt worden.
Um einen Fadenendenverbindungsvorgang möglich zu machen, wird jetzt die Wickelwalze in Aufwickelrichtung 59 angetrieben. Dadurch wird auch gleichzeitig die Auflaufspule 16 in Aufwickelrichtung 60 angetrieben. Die Auflaufspule 16 wird nun so lange gedreht, bis dass das Fadenende 3 min min aus der Fangdüse 44 herausgezogen und auf die Auflaufspule 16 aufgewickelt worden ist. Die Dauer des Wickelns des Fadenendes 3 min min erfolgt so, wie es bei der Beschreibung der Fig. 3 dargelegt worden ist.
Fig. 5 zeigt eine Spulstelle 1 bei der Einleitung eines Fadenendenverbindungsvorgangs, bei dem ein Fadenende von der in Suchstellung 21 min stehenden Saugdüse erfolgreich angesaugt worden ist. Die Voraussetzung für die in Fig. 5 dargestellte Situation an der Spulstelle ist entweder, dass das Fadenende, wie in Fig. 2 beschrieben, bereits auf die Auflaufspule aufgewickelt wurde, oder, dass nach den in den Fig. 3 und Fig. 4 beschriebenen Ausgangssituationen das durch die Fangdüse eingesaugte Fadenende der Auflaufspule vollständig auf die Auflaufspule aufgewickelt worden ist.
Ist das Fadenende vollständig auf die Auflaufspule aufgewickelt worden, schwenkt die Saugdüse 21 in bekannter Weise in die Position 21 min , sodass sich die Ansaugöffnung 23 in der Position 23 min befindet, vor der Umfangsfläche der Auflaufspule 16, bereit zum Ansaugen des Fadenendes. Die Wickelwalze 14 dreht sich entgegen der Aufwickelrichtung in Pfeilrichtung 61 und treibt damit die auf ihr liegende Auflaufspule 16 in Abwickelrichtung 62 an. An der Ansaugöffnung 23 in Position 23 min liegt Saugluft an, sodass das auf der Umfangsfläche der Auflaufspule 16 befindliche Fadenende angesaugt werden konnte. Wie ersichtlich, wurde das Fadenende 31 min min min bereits angesaugt und von dem Sensor 49 registriert.
Anhand der von der Leseeinrichtung 43 gezählten Signale des inkrementalen Signalgebers 42, die bis zum Erkennen des Fadenendes durch den Sensor 49 gezählt wurden, wurde von der Steuereinrichtung 9 erkannt, dass das Fadenende ordnungsgemäss durch die Saugdüse 21 angesaugt worden ist und somit für das Einlegen in die Fadenendenverbindeeinrichtung 20 bereitliegt.
Hat der Sensor 49 das durch die Saugdüse 21 angesaugte Fadenende erkannt und über die Signalleitung 49a der Steuereinrichtung 9 gemeldet, wird die in Abwickelrichtung sich drehende Wickelwalze 14 gestoppt und damit auch das Abwickeln des Fadenendes 31 min min min von der Auflaufspule 16. Die in Position 21 min befindliche Saugdüse wird in die gestrichelt eingezeichnete Ausgangsposition 21 zurückgeschwenkt. Dabei nimmt die Ansaugöffnung 23 das angesaugte Fadenende mit und legt es in die Fadenendenverbindeeinrichtung 20 ein. Danach schwenkt das Greiferrohr 26 aus seiner Position 26 min so, dass es ebenfalls seinen gehaltenen Faden 3 in die Fadenendenverbindeeinrichtung 20 einlegen kann.
Liegen beide Fadenenden in der Fadenendenverbindeeinrichtung, erfolgt in bekannter Weise die Fadenendenverbindung, im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch einen Spleissvorgang, wobei die beim Spleissen anfallenden abgeschnittenen Fadenenden jeweils von den Fadenzubringern 21 beziehungsweise 26 abgesaugt werden. Danach schwenken die Fadenzubringer 21 und 26 wieder in ihre Ausgangsstellung zurück und der Fadenlauf ist wiederhergestellt.