CH639569A5 - Elektrostatische handspritzpistole fuer farbspritzmaterial. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine elektrostatische Handspritzpistole gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 1.
Es sind elektrostatische Handspritzpistolen bekannt, bei denen sich der Hochspannungserzeuger in einem von der Pistole entfernten Gehäuse befindet, wobei ein mehrere Meter langes Hochspannungskabel den Pistolenkörper mit dem Hochspannungserzeuger verbindet. Ein Nachteil dabei ist, dass das aus Isolierungsgründen zwangsläufig dicke und schwere Hochspannungskabel die Handhabung der Pistole erschwert. Um dieses Hochspannungskabel durch ein wesentlich leichteres, beweglicheres und ungefährlicheres Niederspannungskabel ersetzen zu können, ist es bekannt, den Hochspannungserzeuger in der Pistole selbst unterzubringen. Dabei wird der wesentlichste Teil des Hochspannungserzeugers, nämlich der aus Dioden und Kondensatoren bestehende Spannungsvervielfacher, in das aus Kunststoff bestehende Pistolenrohr eingegossen, derart, dass er in vielen Windungen die axiale Farbleitung umgibt. Damit werden zwar Grösse, Gewicht und Herstellungskosten der Pistole in Grenzen gehalten, jedoch ergeben sich in der Praxis auch eine Reihe von Nachteilen. So ist es kaum möglich, bei einem Defekt im Spannungsvervielfacher eine Reparatur vorzunehmen, vielmehr muss im allgemeinen dann die ganze Pistole ersetzt werden. Dies gilt im umgekehrten Fall auch dann, wenn ein Schaden an der Farbzuleitung auftritt. Weiterhin ergeben sich Schwierigkeiten dann, wenn im Pistolenrohr zusätzlich zur Farbleitung und dem Spannungsvervielfacher noch weitere Leitungen untergebracht werden sollen, wie dies beim Spritzen mit zusätzlicher Zerstäuberluft und/ oder beim Spritzen mit Mehrkomponentenfarben der Fall ist. Schliesslich können diese Pistolen beim sogenannten Heissspritzen überhaupt nicht Anwendung finden, weil der Wärmeübergang von der Farbleitung auf den Spannungs- ' vervielfacher zu einem schnellen Ausfall des letzteren führen würde.
Aufgabe der Erfindung ist deshalb, Handspritzpistolen der eingangs erwähnten Art, also mit in der Pistole integriertem Hochspannungserzeuger, derart weiter auszubilden,
dass sie leichter zu warten und zu reparieren sind und im wesentlichen bei allen Spritztechniken Anwendung finden können.
s Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der Hochspannungserzeuger in dem Schutzbügel untergebracht ist. Durch diese Trennung des Hochspannungserzeugers von farbführenden Teilen des Pistolenkörpers, insbesondere vom Pistolenrohr, und zwar unter Beibe-lo haltung der Baueinheit, kann erreicht werden, dass das Pistolenrohr frei für die Unterbringung von Luftleitungen und/oder zusätzlicher Farbleitungen bleibt und darüber hinaus der Hochspannungserzeuger von der Temperatur des Farbmaterials unbeeinflusst ist, so dass die Pistole für alle 15 denkbaren Spritztechniken einsetzbar bzw. auslegbar ist. Dadurch, dass der Hochspannungserzeuger in einem zwar mit dem Pistolenkörper integrierten aber doch gesonderten Bauteil untergebracht ist, kann er leicht gewartet bzw. repariert oder ausgetauscht werden. Dies gilt umgekehrt auch für 20 das die Farbleitung führende Pistolenrohr. Schliesslich wird durch die Erfindung die Möglichkeit geschaffen, die Handspritzpistole nach dem Baukastenprinzip zu fertigen und so die Herstellung von Pistolen für unterschiedliche Spritztechniken wesentlich zu vereinfachen. Schliesslich ergibt sich der 25 zusätzliche Vorteil einer besonders günstigen Gewichtsverteilung des Pistolenkörpers.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt die einzige Figur schematisch und teilweise geschnitten in Seitenansicht eine Ausfüh-30 rungsform der Handspritzpistole.
Die dargestellte elektrostatische Handspritzpistole besteht im wesentlichen aus einem Pistolenrohr 10, einem Handgriff 11, einem Schutzbügel 12 und einem Abzugshebel 13. Mit 14 ist der Farbanschluss bezeichnet. Die Farbleitung 35 führt dann in der Pistole - was aus der Zeichnung nicht ersichtlich ist - durch den Handgriff 11 und dann durch das Pistolenrohr 10 hindurch zur Pistolenrohrmündung 10a. Bei 15 kann, wenn gewünscht, eine Druckluft-Zuführleitung angeschlossen werden, wobei dann die Druckluftleitung durch 40 das Pistolenrohr 10 hindurch ebenfalls zur Rohrmündung 10a geführt ist. Mittels des Abzugshebels 13 können Ventileinrichtungen für die Färb- und Druckluftzufuhr gesteuert werden.
Der Hochspannungserzeuger ist im Schutzbügel 12 un-45 tergebracht und besteht im dargestellten Beispiel aus einem Hochspannungstransformator 16 und einem Spannungsvervielfacher 17. Dem Hochspannungserzeuger 16,17 wird von aussen Niederspannung über das Niederspannungskabel 17 zugeführt. Die vom Kabel 17 zugeführte Niederspannung so wird durch den Hochspannungserzeuger 16,17 in Hochspannung umgewandelt und diese dann über eine im Pistolenrohr 10 verlaufende Hochspannungsleitung 18, gegebenenfalls unter Zwischenschalten eines Hochohmwiderstandes, einer nichtgezeichneten, an der Pistolenmündung 55 10a befindlichen Aufladungselektrode zugeführt. Weiterhin ist im Schutzbügel 12 ein berührungsfreier Kontakt 19 angeordnet, der mit einem Permanentmagneten 20 am Abzugshebel 13 zusammenwirkt und die Hochspannung beim Abziehen des Bügels 13 einschaltet.
60 Die Unterbringung des Hochspannungserzeugers 16,17 erbringt den wesentlichen Vorteil, dass die Gewichtsverteilung der Handspritzpistole sehr günstig ist, so dass die Pistole über lange Zeiträume ermüdungsfrei gehandhabt werden kann. Weiterhin ist von Bedeutung, dass die Farbzufüh-65 rung vom Hochspannungserzeuger räumlich getrennt ist, so dass für sogenannte Heissspritzverfahren heisse Farbe zugeführt werden kann, ohne dass dabei der Hochspannungserzeuger 16,17 aufgeheizt wird. Treten am Hochspannungser
3
zeuger 16,17 Schäden auf, so kann dieser leicht aus dem Schutzbügel 12 entfernt werden, etwa durch Lösen der Schraube 21.
Das Niederspannungskabel 14 zur Versorgung des Hochspannungserzeugers verbindet zweckmässigerweise den 5 Hochspannungserzeuger 16,17 mit einem nichtgezeichneten Netzgerät, das einen Gleichrichter sowie einen Frequenzgenerator enthält. In diesem Fall wird dann über das Kabel 14 ein Strom niedriger Spannung, beispielsweise einer Spannung von 12 V, jedoch vergleichsweise hoher Frequenz, bei- 10
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spielsweise 10 000 Hz, zugeführt. Im Hochspannungstransformator 16 erfolgt dann eine Transformierung auf eine Spannung mittlerer Höhe, worauf schliesslich im Spannungsvervielfacher 17, der zweckmässigerweise eine aus Dioden und Kondensatoren bestehende Kaskade ist, die Hochspannung gewünschter Höhe, beispielsweise 70 kV, erzeugt wird, und zwar unter gleichzeitiger Gleichrichtung. Selbstverständlich ist es möglich, auch den Frequenzgenerator im Schutzbügel unterzubringen, wobei dann das Kabel 14 lediglich einen Gleichstrom niedriger Spannung zuführt.
s
1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Elektrostatische Handspritzpistole mit einem aus einem Pistolenrohr und einem Handgriff bestehenden Pistolenkörper, mit einer im Pistolenrohr verlaufenden Leitung für das zu versprühende Farbmaterial, deren eines Ende zum Anschluss an eine Farbzuführungsleitung dient und dessen anderes Ende in eine am Pistolenrohr-Vorder-ende befindliche Zerstäuberdüse mündet, mit einem Hochspannungserzeuger, dessen Eingang zum Anschliessen an ein Niederspannungs-Zuführungskabel dient und dessen Ausgang an eine am Pistolenrohr-Vorderende befindliche Elektrodenanordnung angeschlossen ist und mit einem einerseits am freien Handgriffende und anderseits im wesentlichen in der Mitte des Pistolenrohrs befestigten Schutzbügel, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochspannungserzeuger (16,17) in dem Schutzbügel (12) untergebracht ist.
2. Handspritzpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzbügel (12) lösbar am Pistolenkörper befestigt ist.
3. Handspritzpistole nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Schutzbügel (12) ein berührungsloser Schalter (19) zum Einschalten der Hochspannung und am Abzugsbügel (13) ein Permanentmagnet (20) angeordnet sind.
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