Verfahren zur Herstellung von in Gegenwart von Feuchtigkeit härtenden Massen sowie Verwendung derselben
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Masse, die in Abwesenheit von Feuch- tigked beständig ist, aber härtet, wenn sie der Feuchtigkeit ausgesetzt wird, sowie die Verwendung einer solchen Masse zur Herstellung eines gummiartigen Materials.
Es ist bekannt, dass ein Polysiloxan mit Hydroxyl endblöcke mit Alkylsilikaten und mit Alkyltitanaten gemischt werden -kann, worauf das Gemisch spontan zu einem Gummi härtet. Jedoch findet die Härtung spontan nach dem Mischen der Bestandteile statt und ist innerhalb 15 Minuten bis 2 Tagen vollständig. Daher muss das Material bald verwendet werden, nachdem das Titanat, das Silikat und das Siloxan gemischt worden sind.
Dieser Typ von Silikongummimaterial ist als Zweikomponentensystem bekannt, da man bei der kommerziellen Anwendung den Kunden mit zwei Verpackungen beliefern muss, von denen eine den Katalysator und die andere ein Gemisch von Silikat und Siloxan enthält. Der Gebraucher mischt dann diese beiden Komponenten, wenn er das Produkt zu verwenden wünscht. Ein derartiges Zweikomponentensystem ist eines von vielen, die auf dem Siloxangebiet bekannt sind. Im allgemeinen bestehen sie aus einem Polymer, einem Vernetzer und einem Katalysator, und die drei Komponenten werden immer kurz vor der Verwendung gemischt, und die Verwendung des Materials muss vor der Gelierung vollständig sein.
Wenn einmal Gelierung eingetreten ist, ist es nicht mehr möglich, das Gummimaterial zu verwenden, um brauchbare Gegenstände herzustellen oder poröse Materialien zu imprägnieren.
Offensichtlich unterliegen die Zweikomponenten- systeme, obgleich sie in vielen Fällen kommerziell verwendbar sind, ernsten Einschränkungen. Eine davon ist die Tatsache, dass das Material kurz nach dem Mischen verwendet werden muss. Eine zweite besteht darin, dass, wenn man aus irgendeinem Grunde ein Material nicht kurz nach dem Mischen verwenden kann, der ganze Ansatz verloren sein kann. Folglich würde es äusserst vorteilhaft sein, ein System zu haben, bei dem es nicht erforderlich ist, dass es durch den Gebraucher vor der Verwendung gemischt wird, und das unbeschränkt in einer verwendbaren Form gehalten werden kann, nachdem alle Bestandteile gemischt worden sind.
Erfindungsgemäss kann ein bei Zimmertemperatur härtendes Einkomp onentensiloxanelastomersystem hergestellt werden, das während längerer Zeiträume gelagert werden kann und das dennoch spontan härtet, wenn es atmosphärischer Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Ein Material, das als Dichtungsmasse, als elektrisches Iso liermaterial und als Überzugsmischung verwendbar ist, kann auch gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellt werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass in Abwesenheit von Feuchtigkeit (1) ein hydroxyliertes Siloxan mit einer Viskosität von min -destens 25 Centistokes bei 25 C und der durchschnittlichen Formel:
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worin R einen einwertigen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, einen einwertigen halogenierten Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen oder einen Cyanalkylrest mit 2 bis 19 Kohlenstoffatomen bedeutet, wobei n bei den einzelnen Molekülen eine ganze Zahl ist, (2) ein Silan der Formel:
RxSi(OR')4-x, worin R die oben definierte Bedeutung hat, R einen 2 bis 4 Kohlenstoffatome aufweisenden einwertigen halogenierten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit keinem Halogen in a-Stellung zum Sauerstoff oder einen weniger als 5 Kohlenstoffatome aufweisenden einwertigen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest darstellt und x = 0 oder 1 ist, wobei das Silan (2) in einer Menge von mindestens 0,5 Mol pro Mol Silicium gebundenes Hydroxyl in (1) verwendet wird, und (3) mindestens 0,1 Gewichts-0 !o, bezogen auf das Gewicht von (1), einer organischen Titanverbindung, in der die organischen Reste durch TiOC-Bindungen an das Titan gebunden sind und alle allfälligen restlichen Hauptvalenzen des Ti durch OH oder das 0 einer TiOTi-Bindung abgesättigt sind,
gemischt werden.
Die erfindungsgemässe Verwendung der oben hergestellten Masse ist dadurch gekennzeichnet, dass die so hergestellte Masse der Feuchtigkeit ausgesetzt wird, wodurch sie zu einem gummiartigen Material härtet.
Der Ausdruck in Abwesenheit von Feuchtigkeit , wie er oben venvendet wird, schliesst sowohl flüssiges Wasser als auch Wasserdampf einschliesslich atmosphärischer Feuchtigkeit ein.
Es wurde gefunden, dass, wenn die obigen drei Bestandteile in Abwesenheit von Wasser gemischt werden, bei Zimmertemperatur oder darüber eine Reaktion stattfindet, wobei ein Material erzeugt wird, das in Abwesenheit von Feuchtigkeit beständig ist und während länge rer Zeiträume gelagert werden kann. Jedoch härtet dieses Material, wenn es der Feuchtigkeit, einschliesslich atmosphärischer Feuchtigkeit, ausgesetzt wird, in einer Zeit von wenigen Minuten bis wenigen Stunden spontan unter Bildung eines gummiartigen Materials.
Die Beschaffenheit des Produktes, das durch Mischen der drei Bestandteile in Abwesenheit von Feuchtigkeit gebildet wird, ist nicht genau bekannt, jedoch wird angenommen, dass Alkoxygruppen des Silans mit den Hydroxylgruppen des hydroxylierten Siloxans unter Bildung von Siloxanen der Struktur
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unter El;minierung eines Alkohols R'OH reagieren. Es ist jedoch selbstverständlich, dass die Erfindung nicht auf die Erzeugung dieses speziellen Strukturtyps beschränkt ist, sondern dass es vollkommen möglich ist, dass weit kompliziertere Strukturen erzeugt werden und dass andere Meehanismen eine Rolle spielen.
Wenn die Titanverbndung und das hydroxylierte Siloxan zuerst gemischt werden, tritt gewöhnlich eine wesentliche Zunahme der Viskosität des Siloxans ein, jedoch nimmt diese Viskosität in einigen wenigen Minuten scharf ab. insbeondere nach der Zugabe des Silans.
Die Reihenfolge der Zugabe der Bestandteile (1), (2) und (3) ist nicht entscheidend.
Man kann erst das Siloxan mit dem Silan mischen und danach die Titanverbindungen einverleiben, oder man kann das Siloxan mit der Titanverbindung mischen und danach das Silan einverleiben, oder man kann die Titanverbindung mit dem Silan mischen und danach das Siloxan einverleiben, oder man kann alle drei Bestandteile gleichzeitig mischen.
Bei der Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens sollen mindestens 0.5 Mol Silan (2) pro Mol an Silicium gebundene Hydroxylgruppen in (1) vorhanden sein. Die obere Grenze der verwendeten Menge des Silans ist nicht kritisch. Jedoch verdünnen offensichtlich stark überschüssige Mengen von Silan lediglich die Masse. Vorzugsweise ist die verwendete Menge Silan im ttberschuss über ein Mol S:lan pro Mol an Silicium gebundenes Hydroxyl, um das System gegen Gelierung infolge zufälliger Gegenwart von Wasser, das mittels anderer Bestandteile, wie z. B. Füllstoffe oder stabilisierende Zusätze, in das System getragen werden kann oder das während der Lagerung in das System diffundieren kann, zu schützen.
Um eine vernünftiae Dauer der Här- tung, wenn der Feuchtigkeit ausgesetzt worden ist, zu erhalten, sollen mindestens 0,1 Gewichts- /o Titanverbindung, bezogen auf das Gewicht von (1), vorhanden sein. Die obere Grenze der Menge an Titanverbindung ist nicht kritisch, obgleich allgemein gesprochen kein Vorteil darin liegt, mehr als 10 Gewichts-0/o Titanverbin- dung zu verwenden.
Für den Zweck der vorliegenden Erfindung können die Bestandteile bei einer beliebigen gewünschten Temperatur im Bereich von unter Zimmertemperatur bis zu 200 C gemischt werden. Gewöhnlich werden zufriedenstellende Ergebnisse erhalten, indem die Bestandteile bei Zimmertemperatur gemischt werden, aber oft ist es wün sehenswert, das Gemisch auf Temperaturen oberhalb des Verflüchtigungspunktes des als Nebenprodukt erzeugten Alkohols zu erhitzen. Es ist auch vorteilhaft, aber nicht wesentlich, den als Nebenprodukt erzeugten Alkohol vor der Lagerung aus dem Gemisch zu entfernen.
Die hier verwendeten hydroxylierten Silane können mittels beliebiger herkömmlicher Verfahren zur Herstellung von hydroxylierten Siloxanen hergestellt werden.
Die Viskosität des hydroxylierten Siloxans soll mindestens 25 Centistokes bei 25 C sein, aber es gibt keine kritische obere Grenze für die Viskosität. Beispielsweise kann das hydroxylierte Siloxan aus dünnen Flüssigkeiten bis nicht fliessenden Gummis bestehen. Die spezielle Viskosität hängt von der Verwendung ab, der die Masse zugeführt werden soll. Für mzx;male Imprägnierung von porösen Materialien ist eine niedrige Viskosität erwünscht. Für maximale Zugfestigkeit und Dehnung bei dem gehärteten Gummi sind jedoch Gummis erwünscht.
Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung kann das Silicium des Siloxans mit jedem beliebigen einwertigen Kohlenwasserstoffrest mit 1-18 C-Atomen substituiert sein, wie z. B. Alkylreste. wie z. B. Methyl Athyl, Propyl, Hexyl oder Octadecyl ; Alkenylreste, wie z. B. Vinyl, Allyl, Hexenyl und Methallyl; cycloaliphatische Kohlenwasserstoffreste, wie z. B. Cyclopentyl, Cyclohexyl und Methylcyclohexyl; Aralkylkohlenwasserstoffreste, wie z. B. Benzyl, ss-Phenyläthyl und 13-Phenylpropyl ; und Arylkohlenwasserstoffreste, wie z. B. Phenyl, Xenyl, Tolyl, Xylyl oder Naphtyl. R kann auch jeden beliebigen halogenierten einwertigen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 C-Atomen bedeuten, wie z.
B. Chlorrnethyl, ss-Chlorpropyl, 3,3,3-Trifluoropropyl, α,α,α-Trifluorotolyl, Chlorphenyl, Bromxenyl, Trifinorvinyl oder Chlorcyclohexyl. R kann auch ein Cyanalkylrest sein, wie z, B.
ss-Cyanäthyl, e-Cyanpropyl, γ-cyanpropyl oder < ,-Cyan- octadecyl.
Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung kann das hydroxylierte Siloxan entweder ein Homopolymer oder ein Mischpolymer sein, und die verschiedenen Gruppen R, die an irgendein Siliciumatom gebunden sind, können gleich oder verschieden sein.
In den hier verwendeten Silanen kann R' jeder beliebige einwertige aliphatische Kohlenwasserstoffrest mit wender als 5 Kohlenstoffatomen. wie z. B. Methyl, AthyL Propyl oder Butyl, oder jeder beliebige einwertige aliphatische Halogenkohlenwasserstoffrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und mit keinem Halogen in ce-Stellung zum Sauerstoff, wie z. B. p-Chloräthyl, #-Chlorbutyl, -CH2C2F5, ss-Brompropyl, 3-Jodbutyl und 2,2,2-Trifluoräthyl, sein.
Demgemäss sind spezifische Beispiele von Silanen, die verwendet werdenkönnen, Tetraäthoxysilan, Äthyltrimethoxysilan, Vinyltrimethoxysilan, 3,3,3-Trifluorpropyltrimethoxysilan, ss-Cyan äthyltrimethoxysilan, Tetraisopropoxysilan, tetrabutoxysilan, Phenyltrimethoxysilan, Octadecyltrimethoxysilan, Tetra-(ss-chloräthoxy)-silan, Tetra-(2,2,2-trifluoräthoxy)silan und Propyltris-(#-chlorbutoxy)-silan.
Jede beliebige Organotitanverbindung, in der die organischen Gruppen an das Titanatom durch TiOC Bindungen gebunden sind, ist in der vorliegenden Erfindung brauchbar. Vorzugsweise sollte die Tibanverbin- dung mit dem Organosiloxan verträglich sein, obgleich die Verträglichkeit durch die Verwendung eines wech- selseitigen Lösungsmittels erhöht werden kann. Die beiden Haupttypen von Titanverbindungen, die in die oben angegebene Klasse fallen, sind Ester, in denen die organische Gruppe von einem Alkohol abgeleitet ist, und Acylate, in denen die organische Gruppe von einer Carbonsäure abgeleitet ist. Ein Gemisch dieser beiden Typen von Gruppen kann an die Titanverbindung durch die TiOC-Bandung gebunden sein.
Zu den brauchbaren Titanverbindungen gehören nicht nur die monomeren Materialien der Struktur Ti(OZ)4, sondern auch partielle Kondensate derartiger Materialien, die TiOTi-Bindun- gen enthalten und weniger als ein Mittel von vier organischen Gruppen pro Titanatom aufweisen Diese partiellen Kondensate sind Handelswaren, und sie können durch partielles Hydrolysieren der monmomeren Titanve-r bindungen hergestellt werden.
Spezifische Beispiele von Titanverbindungen, die für die Erfindung brauchbar sind, sind unter anderem Tetraäthyltitanat, Tetraisopropyltitanat, Tetra-n-butyltitannt, Tetra-2-äthylhexyltitanat, Tetraphenyltitanat, Tetraoctadecyltitanat, Teztra-1 2-octadecenyltitanat, Triäthanolamintitanat, [(HOC3H6)2N(CH2)3O]2Ti[IOCH(CH3)2]2, [(GH3CH2)2N(CH2)2O]4Ti, [(C6H13)2N(CH2)6O]2Ti[OCH2CH(CH3)2]2, [C4H9NH(CH2)O]4Ti, (HOCH2CH2NHCH2O)4Ti, Tetrakis-triäthanolamintitanat-N-stearat, Äthylenglycoltitanat, octylenglycoltitanat, Tetra-(methylcellosolve)-titanat, Bis-(acetylacetonyl)-diisopropyltitanat,
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[HOOCCH(CH3) 0] 4Ti, [HOOC(CH2)4O]2Ti(OH)2, (CH3COOGH2O)4Ti, (CH5OOCCH2O)4Ti und Diisopropyldiacetoxytitanat.
Daraus ist ersichtlich, dass die Grösse oder Konfiguration der organischen Gruppe nicht kritisch ist, da sie eine lineare, verzweigte oder cyclische Struktur haben kann und eine Anzahl Kohlenstoffatome im Bereich von 1 bis 30 oder mehr haben kann.
In Lösungsmitteln lösliche partielle Kondensate der obigen Titanate können ebenfalls verwendet werden.
Diese partiellen Kondensate sind dadurch gekennzeichnet, dass einige der Gruppen OZ durch Hydrolyse oder Kondensation entfernt und durch TiOTi-Bindungen ersetzt sind. Beispiele derartiger partieller Kondensate sind (CH3CH2CH2O)3TiOTi(OCH2CH3CH3)3,
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Ti[OTi(OCH2CH2NHCH2CH5OH)3]4 und
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So ist ersichtlich, dass die hier verwendeten Titanverbindungen sowohl monomere als auch polymere Materialien sein können. Sie können auch Materialien mit Chelatbindungen sein, in denen ein Sauerstoff-oder ein Stickstoffatom in Chelatbindung mit einem Titanatom vorliegt. Diese Strukturen sind besonders häufig in derartigen Titanaten, wie Äthanolamintitanaten, Alkylenglycoltitanaten und Hydroxysäuretitanaten.
Kurz können die hier brauchbaren Titanverbindungen durch die Konfigurationen Ti(OZ)4 (ZO)xTiO4-x
2 wo x 1 bis 3 ist, -TiOZOTi- und
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erläutert werden. In diesen Erläuterungen ist Z ein einwertiger oder zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest oder ein zweiwerrtiger oder einwertiger Carbonsäureacylrest. Z kann auch ein substiutierter Kohlenwasserstoffrest sein, in dem die Substituenten Halogen, wie z. B. Chlor, Brom oder Fluor, Aminogruppen, Hydroxylgruppen, Carboxylgruppen, Carbons äureestergruppen oder Äthergruppen, d. h.
II -COC
II sind. Demgemäss sind die Valenzen des Ti, die nicht durch TiOC-Bindungen gesättigt sind, durch TiOTi-und TiOH-Bindungen gesättigt. Im Falle der Verbindungen mit Chelatbindungen hat Ti eine Valenz 6 statt von 4, und die zusätzlichen Valenzen sind mit dem chelatbil denden Atom, gewöhnlich entweder N oder 0, gesättigt.
Beispiele derartiger Chelate sind
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Gewünschtenfalls kann das erfindungsgemäs se Verfahren das Mischen anderer Bestandteile mit den wesentlichen oben angegebenen Bestandteilen umfassen. Zu diesen zugesetzten Bestandteilen können Füllstoffe gehören, die den entstehenden Gummis wünschenswerte Spannungs-Dehnungs-Eigenschaften verleihen. Jeder normalerweise in Siloxangummis verwendete Füllstoff kann in den erfindungsgemäss erhäffl:chen Massen verwendet werden. Dazu gehören organische Füllstoffe, wie z. B. Phthalocyanin oder Kupferphthalocyanin, und anorganische Füllstoffe, wie z.B. Metalloxyde, wie beispielsweise Aluminiumoxyd, Titanoxyd, Zirkondioxyd, Magnesiumoxyd und Zinkoxyd, kieselsäurehaltige Materialien, wie z.
B. Aluminiumsil kat, Glimmer und Glas, Kieselsäure, wie z. B. Diatomeenerde, fein verteilte Kieselsäure, Sand, zerkleinertes Quarz, Kieseläurexerogele und ausgefällte Kieselsäuren. und Kohlenstoff, wie z. B.
Russ oder Graphit. Gewünschtenfalls können die hier verwendeten Füllstoffe Organosilylgruppen enthalten, die an die Oberfläche derselben gebunden sind. Diese Füllstoffe sind wohlbekannte Handelswaren.
Darüberhinaus können die erfindungsgemäss erhältlichen Massen Weichmacher enthalten, die verwendet werden, um die Härte des gehärteten Gummis herabzusetzen. Zu den gee;gueten Weichmachern gehören flüssige Dimethylpolysiloxane mit Trimethylsiloxyendblök- ken. Zusätzlich können die erfindungsgemäss erhältlichen Massen andere Bestandteile enthalten, um spezifische Eigenschaften der Gummils zu verbessern, wie z. B.
Zusammendrückbarkeitszusätze, Oxydationsinhibitoren, ultraviolett-absorb : erende Materialien und dergleichen.
Die obigen zusätzlichen Bestandteile können den erfindungsgemäss erhältlichen Massen zu jeder Zeit zugegeben werden, man sollte jedoch Sorge tragen, mit den zuaecrebenen Bestandte : len keine merklichen Mengen Feuchtigkeit einzuführen. D:e erfindungsgemäss erhältlichen Massen, mit oder ohne die zusätzlichen Bestandteile, härten spontan unter B;ldung gummiartiger Pro dukte, wenn sie der Feuchtigkeit ausgesetzt werden.
Jedoch können sie in Abwesenheit von Feuchtigkeit während längerer Zeiträume gelagert werden, und demgemäss sind sie äusserst brauchbar für Dichtungsanwendungen, tZberzugsanwendungen und bei der Isolierung von elektrischen Einrichtungen.
Beispiel 1
100 g eines flüssigen Dimethylpolysiloxans mit Hydroxylendblöcken von 4000 cs wurden in einem Behälter in Abwesenheit von Feuchtigkeit mit 0,5 cm3 Methylcellosolvoxytitanat Ti(GCll2CH2OCH3)4 gemischt. Das entstehende Gemisch verdickte zu einer Paste, ging aber beim Rühren wieder in eine viskose Flüssigkeit über. Eine Probe dieses Materials wurde entnommen und der Luft ausgesetzt, aber es trat keine Härtung auf.
Das restliche Material wurde mit 1,25 cm3 Methyltrimethoxysilan gemischt. Diese Mischung war bei Lagerung in Abwesenheit von Feuchtigkeit beständig, härtete aber, wenn sie der Atmosphäre ausgesetzt wurde, in 15 Minuten zu einer klebefrelien Oberfläche.
Beispiel 2
100 g eines flüssigen Dimethylpolysiloxans mit Hydroxylendblöcken von 2000 cs wurden in Abwesenheit von Feuchtigkeit mit 5 g Methyltrimethoxysilan und 0,5 cm3 Tetrapropyltitanat gemischt. Das Gemisch gelierte, ging aber nach Rühren während 4 oder 5 Minuten wieder in eine Flüssigkeit über. Diese Flüssigkeit war bei Lagerung von Feuchtigkeit beständig, gelierte aber in 4 oder 5 Stunden zu einem gummiartigen Material, wenn sie der Luft ausgesetzt wurde.
Beispiel 3
200 g eines gummiartigen Dimethylpolysiloxans mit Hydroxylendblöcken wurden in Xylol gelöst, um eine 33-gewichts-0/oige Lösung zu ergeben. 80 g der obigen Lösung wurden mit 5 g Methyltrimethoxysilan und 0,5 cm3 Tetrapropyltitanat gemischt. Die entstehende Lösung wurde gerührt, und es trat bei Lagerung in Ab we senhe it von Feuchtigkeit keine Viskositätsänderung auf. Wenn jedoch die entstehende Lösung als Überzug auf eine Oberfläche aufgebracht und der Feuchtigkeit ausgesetzt wurde, trat Härtung zu einem gummiartigen Überzug ein.
Beispiel 4
250 g eines flüssigen Dmeffiylpolyslloxans mit Hydroxylendblöcken von 49 cs wurde mit 112 g Methyltrimethoxysilan in 1 g Tetrapolytitanat in Abwesenheit von Feuchtigkeit gemischt. Das Gemisch wurde bei atmosphärischem Druck auf 1100 C und dann bei 1 mm auf 1100 C erhitzt, um Methanol und überschüssiges Methyltrimethoxysilan zu entfernen. Das entstehende Produkt enthielt Methoxylgruppen und härtete ohne Zugabe von weiterem Katalysator in 15 Minuten zu einer klebefreien Oberfläche, wenn es der Atmosphäre ausgesetzt wurde.
Beispiel 5
100 Teile eines flüssigen Dimethylpolysiloxans mit Hydroxylendblöcken von 12 000 cs wurde mit 40 Te:len eines flüssigen Dimethylpolysiloxans mit Trimethylsiloxanendblöcken als Weichmacher und 28 Teilen fein verteiltem, trimethylsiloxyüberzogenem Siliciumdioxyd mit einer Oberfläche von ca. 350 m3 pro g gemischt.
Proben dieser Grundmasse wurden in Abwesenheit von Feuchtigkeit mit den folgenden Titanverbindungen und in jedem Fall m:t 5 Gewichtsteilen Methyltrimeth oxysilan pro 100 Gewichtste:le Flüssigkeit mit Hydr oxylendblöcken gemischt. In jedem Fall war das entstehende Gemisch bei der Lagerung beständig, härtete aber, wenn es Feuchtigkeit ausgesetzt wurde, unter Bildung eines Gummis mit den in der Tabelle unten angegebenen Eigenschaften.
Tabelle I
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<tb> Titanverbindung <SEP> Physikalische
<tb> <SEP> Eigenschaf
<tb> <SEP> ten <SEP> des
<tb> <SEP> gehärteten
<tb> <SEP> Gummis <SEP> *
<tb> <SEP> 50
<tb> <SEP> o <SEP> ,.8
<tb> <SEP> Q <SEP> C) <SEP> X <SEP> ° <SEP> z <SEP> N <SEP> t
<tb> E <SEP> 0 <SEP> t
<tb> <SEP> P. <SEP> Nt;4 <SEP> "1"
<tb> (CH3OCH2CH2O)4Ti <SEP> 1 <SEP> Teil <SEP> 25 <SEP> 14,1 <SEP> 340
<tb> (C,H,O),Ti <SEP> 1 <SEP> Teil <SEP> 28 <SEP> 14,8 <SEP> 360
<tb> Bis-(acetylacetonyl)- <SEP> 1 <SEP> Teil <SEP> 26 <SEP> 19,0 <SEP> 440
<tb> diisopropyltitanat
<tb> * In jedem Fall wurden die Eigenschaften nach sieben Tagen Härten bei Zimmertemperatur gemessen.
Beispiel 6
15 g eines 3,3,3 -Trifluorpropylmethylpolysiloxans mit Hydroxylendblöcken von 300 cs wurden mit einem cm3 Methyltrimethoxysilan gemischt. Die Zugabe von 0,25 cm3 Tetrapropyltitanat führte zur Gelbildung, aber das Material ging wieder in eine Flüssigkeit über, nachdem es zwei Stunden lang in einem geschlossenen Be hälter gestanden hatte. Diese Flüssigkeit zeigte keine Viskositätsänderung, wenn sie in einem geschlossenen Behälter stand, härtete aber zu einem gummiartigen Material, wenn sie der Atmosphäre ausgesetzt wurde.
Beispiel 7
Wenn die folgenden Siloxane, Silane und Titanverbindungen in Abwesenheit von Feuchtigkeit in einer solchen Menge gemischt werden, dass mindestens 5 Mol Silan pro Mol SiOH im Siloxan und mindestens ein Ge wichts- /o Titanverbindung, bezogen auf das Gewicht des Siloxans, vorhanden sind, sind die entstehenden Produkte in Abwesenheit von Feuchtigkeit beständig, härten aber unter Bildung eines Gummis, wenn sie der Feuchtigkeit ausgesetzt werden.
Tabelle II
EMI5.2
<tb> Siloxan <SEP> Silan <SEP> Titanverbindung
<tb> <SEP> /CtsHs7 <SEP> \ <SEP> Me
<tb> HO <SEP> t <SEP> $io <SEP> 9 <SEP> t <SEP> SiO- <SEP> SiOH <SEP> .Me <SEP> (C5H7O)2Ti(OOCMe)2
<tb> <SEP> \Me/\Me/6
<tb> ¯ <SEP> 100
<tb> <SEP> CH2CH2CN <SEP> C1H5
<tb> HO <SEP> SiO- <SEP> H <SEP> (MeO)4Si <SEP> (HO)2Ti <SEP> OCHCOOH <SEP> 2
<tb> <SEP> Me <SEP> 20
<tb> <SEP> C12H3
<tb> HO <SEP> liOH <SEP> C2H3Si(OMe)3 <SEP> Tetra-(diäthylenglycol)-titanat
<tb> HO <SEP> SiO
<tb> <SEP> h, <SEP> loo
<tb> <SEP> ii <SEP> OOCCl7Hss
<tb> HO <SEP> -510- <SEP> H <SEP> C6H11Si(OMe)5 <SEP> HO <SEP> Ti- <SEP> H
<tb> <SEP> Me <SEP> 25 <SEP> OH <SEP> 20
<tb> <SEP> Ik)l
<tb> <SEP> CH-CHs
<tb> CH2 <SEP> CsHs
<tb> HO <SEP> -Si-O- <SEP> SiO- <SEP> 5 <SEP> C2H3Si(OC5H7)3 <SEP> Dlisopropoxytitandioleat
<tb> <SEP> Me <SEP> Me <SEP> s
<tb> <SEP> 100
<tb> Tabelle II (Fortsetzung)
EMI6.1
<tb> Siloxan <SEP> Silan <SEP> Titanverbindung
<tb> <SEP> Me
<tb> HO <SEP> Si-OH <SEP> MeSi <SEP> (OMe) <SEP> (C4H0O)5TiOTi(OC4H5)5
<tb> <SEP> Me <SEP> . <SEP> 500
<tb> <SEP> i" <SEP> HrCH2CH2C17
<tb> HO <SEP> [CSI1iHOYCHlCHlCl)H <SEP> H <SEP> MeSi(OMe), <SEP> Octadecyltitanat
<tb> HO <SEP> 1 <SEP> I <SEP> I
<tb> <SEP> LMe <SEP> jtoo
<tb> <SEP> Br
<tb> <SEP> t <SEP> CII2CHOH
<tb> HO <SEP> -SiO- <SEP> -H <SEP> MeSi(OMe)3 <SEP> (CsH7O)OTiOCHCH2N <SEP> 1.
<SEP> HOOCCr7H3s
<tb> <SEP> e <SEP> 30 <SEP> CH2CH20H
<tb> e <SEP> CH <SEP> MeSi(OMe), <SEP> C9H7-[- <SEP> OCsH7
<tb> HO <SEP> SiOH <SEP> MeSi(OMe)0 <SEP> -IiOCH2CHO <SEP> Ti(OCsH7)3
<tb> <SEP> e <SEP> rooo <SEP> ,5 <SEP> OGH7 <SEP> 5
<tb> <SEP> e
<tb> HO <SEP> SiO <SEP> H <SEP> (CF3CH2O)4Si <SEP> Tetraisopropyltitanat
<tb> <SEP> Me <SEP> 1000
<tb> <SEP> e
<tb> HO <SEP> SiO <SEP> H <SEP> MeSi(OCH2CH2Cl)3 <SEP> Tetra-(2-äthylhexyl)-titanat
<tb> <SEP> Me <SEP> ioo
<tb> <SEP> e <SEP> Me
<tb> HO <SEP> SiO <SEP> H <SEP> C10H37Si(OCHCH3Cl)3 <SEP> Tetraisopropyltitanat
<tb> <SEP> Me <SEP> loo
<tb> <SEP> n <SEP> Ie¯
<tb> HO <SEP> I <SEP> SiOH <SEP> Si[O(CH2)4Br]4 <SEP> Tetraisopropyltitanat
<tb> <SEP> Me <SEP> 200
<tb> <SEP> ¯Me <SEP> ¯
<tb> <SEP> HO <SEP> SiO <SEP> H <SEP> Si[OCH3C3F3]4 <SEP> Tetraisopropyltitanat
<tb> <SEP> Me <SEP> 200
<tb>