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Wasservertreibende Flüssigkeit, Verfahren zu deren Herstellung sowie deren Verwendung Flüssigkeiten zur Vertreibung von Wasser an Gegenständen, die z. B. einer nassen Behandlung unterworfen wurden, ,sind an sich bekannt. Gegebenenfalls werden ihnen ein Harz oder Wachs oder ein öliges bzw. fettiges Schutzmittel beigegeben, das als eine dünne Schutzschicht auf dem behandelten Gegenstand zurückbleibt. Als. oberflächenaktive Zusätze wurden anionaktive Stoffe, insbesondere Seifen der Petroleumsäuren, vorgeschlagen.
Bei wiederholter Verwendung solcher wasservertreibender Flüssigkeiten zeigt es sich, dass diese schnell unwirksam werden, so dass das Wasser nur nach längerer Einwirkung abgestossen und die Vertreibung auf die Dauer unvollständig wird. In diesen bekannten Flüssigkeiten bewirken die anionenaktiven Stoffe aber nur eine Emulgierung des Wassers. Ist in diesen Flüssigkeiten ein Harz oder Wachs gelöst, so beginnen diese sich oft schon nach kurzer Zeit abzuscheiden, wodurch die wasservertreibende Flüssigkeit völlig unbrauchbar wird.
Es wurde nun gefunden, dass diesen I7belständen weitgehend dadurch abgeholfen werden kann, wenn eine wasservertreibende Flüssigkeit verwendet wird, die einen Kohlenwasserstoff oder eine Mischung von Kohlenwasserstoffen mit einem Siedepunktsbereich zwischen 50 und 370 C enthält und die dadurch ge- kennzeichnet ist,
dass sie ein in Wasser umlösliches Salz einer Ammonium- öder Pyridiniumbase mit einer geradkettigen Alkyl- oder Alkenylgruppen von 12 bis 18 Kohlenstoffatomen gelöst enthält. Diese Salze sind kationisch oberflächenaktive Stoffe.
Durch Verwendung eines solchen wasserunlös- lichen Salzes der wasservertreibenden Flüssigkeit wird erreicht, d'ass eine grosse Anzahl Gegenstände nacheinander damit behandelt werden können, ohne dass die Flüssigkeit nach kürzerer oder längerer Zeit in irgend einer Beziehung wirkungslos wird.
Obwohl die Grösse und Form der Gegenstände die zur Behandlung erforderliche Dauer beeinilusst, wird letztere bei klein bemessenen und -einfach ausgestal- teten Gegenständen 20 Sekunden nicht übersteigen und durchweg beträchtlich niedriger liegen. Nur bei gross bemessenen Gegenständen von verwickelter Form kann eine etwas längere Zeitspanne erwünscht sein.
Die Badflüssigkeit soll vorzugsweise leichter als Wasser sein und.' kein Wasser lösen, was durch An- wendung der erfindungsgemässen Flüssigkeit erreicht wird. Wasser sammelt sich infolgedessen meistens unten im Bade und kann von Zeit zu Zeit abgezapft werden.
Geeignete Stickstoffbasen zur Herstellung des Salzes sind die Trimethylalkylammoniumbase, die Triäbhylalkylammoniu#mbase und die N-Alkylpyridi- niumbase und die entsprechenden Verbindungen, in, denen die Alkylgruppe mit 12 bis 18 C-Atomen durch eine entsprechende Alkenylgruppe ersetzt ist.
Geeignete wasserunlösliche Salze erhält man durch Umsetzung von wasserlöslichen Salzen der genannten Basen mit, Alkalipolyphosphat, Alkalihexameta- phosphat, Al'kalitetra-Oxalat, Alkalibichromat und Alkalipersulfat, indem z.
B. einer wässri.gen Lösung von wasserlöslichen Salzen der genannten Stickstoff- basen eine wässrige Lösung von einer der genannten Verbindungen zugegeben wird. Es schlägt sich, des öfteren erst nach einiger Zeit, das unlösliche Salz der Stickstoffbase nieder, das sich, nachdem es abgetrennt, gewaschen und getrocknet worden ist, im flüssigen Kohlenwasserstoff als löslich erweist.
Da viele dieser Salze in Kohlenwasserstoffen allein nicht genügend löslich sind, ist es von Vorteil, dem
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Bade mitunter bis zu 10 o/11 Butanol beizugeben. Es hat sich gezeigt, dass Butanol, obgleich es in beschränktem Mass wasserlöslich ist, bei seiner Verwendung in der wasservertraibenden Flüssigkeit trotzdem nicht vollständig ausgewaschen wird und z.
B., nachdem dass Bad einen Monat oder länger gebraucht worden ist, es seine Wirkung urverringert beibehalten hat. Statt des Butanolzusatzes können dem Bade des öfteren auch Benzol oder Gemische von Butanol und Benzol beigegeben werden.
Die Menge an wasserunlöslichen Salzen wird vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,511/o gewählt; die Konzentration kann bis zu etwa 8 o/11 gesteigert werden, aber dies erhöht die Wirksamkeit des Bades meist nicht.
Der wasservertreibenden Flüssigkeit kann noch ein wenig Lackharz oder Wachs zugesetzt werden, z. B. Kolophonium oder dessen Derivate, Bienenwachs, Japanwachs oder Kunstharze, die im verwendeten Flüssigkeitsgemisch löslich sind, wasFinger- abdrücke oder Stoffaufnahme des Gegenstandes verhütet. Hierdurch wird ausserdem die Lötfähigkeit an Metallgegenständen verbessert. Dieser Zusatz wird aber klein, das heisst unterhalb etwa 1011/o gewählt, um zu verhüten, dass das spezifische Gewicht der Flüssigkeit zu stark ansteigt, wodurch die Scheidung verzögert wird.
Die behandelten Gegenstände können aus Metall z. B. Kupfer, Silber, Cadmium, Nickel und Eisen oder aus einem thermisch gehärteten Kunstharz oder aus Porzellan bestehen.
Beispiel 1 Eine wasservertreibende Flüssigkeit wird hergestellt durch Mischen von 90 Gewichtsteilen eines Kohlenwasserstofföles mit einem Siedebereich von 140 bis 220 C mit 10 Gewichtst; ilen Butanol und 0,06 Gewichtsteilen Cetylpyridiniwm-polyphosphat.
Werden in diese Flüssigkeit nasse Funk-Chassis- teile aus Cadmium eingetaucht, so sinkt das Wasser innerhalb 10 Sekunden bis auf den niedrigsten Punkt des Tauchbehälters und kann dort abgezapft werden.
Die gleiche Wirkung wird erzielt, wenn, statt des Cetylpyridiniumpolyphosphats, das Cetylpyridinium- bichromat oder Myristyl-trimethyl-ammoniumper- sulfat oder Stearyl-trimethyl-ammonium#bichromat verwendet wird.
Eine wasservertreibende Flüssigkeit wird dadurch hergestellt, d'ass zu 90 Gewichtsteilen Terpentinölersatz des Siedebereichs von 140 bis 200 C hinzu- gefügt werden:
10 Gewichtsteile Butanol, 0,10 Gewichtsteile Stearyl-pyridinium-hexametaphosphat und 3,5 Gewichtsteile Bienenwachs mit 10 Teilen Tri- chloräthylen angerührt. Statt Bienenwachs kann auch Japanwachs verwendet werden, gegebenenfalls mit 4 Gewichtsteilen eines Diners von Kolophoniumharz angefüllt (im Handel unter dem Namen Dymerex erhältlich, ein Produkt der Hercules Powder Co.).
Andere Hilfsmittel sind: 6,5 Gewichtsteile Polymethyl-methacrylatharz, 5 Gewichtsteile Lanolin.
Statt der angegebenen Kohlenwasserstofföle kann auch Kerosin mit dem Siedepunktsbereich von 150 bis 250 C oder eines :der Erdölprodukte verwendet werden, deren Siedebereiche z. B. zwischen 150 und 200 C oder zwischen 90 und 150 C liegen, bekannt unter den Namen Stoddards solvent, Terpentina, V. M. and P. Naphtha, Lackbenzi,n-Kunstterpentin oder dergleichen:. Weiter können der Flüssigkeit auch chlorierte Kohlenwasserstoffe zugesetzt werden.
Wenn die Flüssigkeit überwiegend oder ganz aus diesen Verbindungen besteht, kann dessen Dichte diejenige des Wassers übersteigen, so dass sich letzteres auf der Oberfläche des Bades sammelt.