Druekgassehalter mit Absehaltwiderstand. Das Hauptpatent bezieht sich auf einen Druckgasschalter mit Abschaltwiderstand und einer einen beweglichen Hauptkontakt, einen beweglichen Gegenkontakt und eine feststehende Hilfselektrode enthaltenden Schaltkammer, in welcher der Hauptkontakt und der Gegenkontakt bei einer Abschaltung in zueinander entgegengesetzten Richtungen in ihre Offenstellung bewegt und die beiden Kontakte und die Hilfselektrode mit in die Schaltkammer eingeführtem Druckgas be- blasen werden.
Ferner kehrt der Hauptkon takt nach erfolgter Abschaltung wieder in seine Schliessstellung zurück und die Hilfs elektrode ist in der Schaltkammer derart an geordnet, dass bei geöffnetem Gegenkontakt der Abschaltwiderstand durch den Haupt kontakt überbrückt ist, wenn sich der letztere in seiner Schliessstellung befindet, während in der Offenstellung des Hauptkontaktes diese Überbrückung aufgehoben ist und .die Hilfselektrode zwischen den beiden Kontak ten liegt.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich nun auf eine Weiterentwicklung des Druck gassehalters mit Abschaltwiderstand nach dem Patentanspruch des Hauptpatentes und besteht darin, dass die Druckgaszuführungs- leitung in den mit dem Hauptkontakt ver- sehenen Schaltkammerpol mündet, das Druck gas auf der Seite des Hauptkontaktes in die Schaltkammer einströmt und auf der Seite des Gegenkontaktes aus der Schaltkammer wegströmt. Dadurch ergibt sieh ein sehr ein facher und übersichtlicher Aufbau des Schal ters, und es wird möglich,
in der Schaltkam mer die für die korrekte Wirkungsweise des Schalters erforderliche Führung des Druck gases ohne Zuhilfenahme einer doppelten Schaltkammerwand oder anderer zusätzlicher Mittel sicherzustellen. Der Durchmesser der Schaltkammer kann hierdurch einen minima len Wert besitzen und braucht nicht grösser zu sein als der Durchmesser einer Schalt kammer, in welcher ohne Zuhilfenahme einer Hilfselektrode und eines Abschaltwider- standes abgeschaltet wird.
Nebstdem kön nen noch weitere, insbesondere bauliche Vor teile erreicht werden, die nachfolgend an Hand des in der Zeichnung schematisch dar gestellten Ausführungsbeispiels der vorlie genden Erfindung näher erläutert werden.
Die beiden Schaltkammerpole 2 und 4 sind durch den die Schaltkammer begrenzen den Isolierzylinder 9 voneinander distanziert. Der obere Schaltka-mmerpol 2 ist mit dem als Schnellkontakt 1 ausgebildeten Haupt kontakt versehen und besitzt einen Flansch 21, an welchem die Druckgaszuführungslei- tung angeschlossen ist. Dabei ist der Schalt kammerpol 2 noch derart gestaltet, da,ss das Druckgas auf der Seite des Hauptkontaktes 1 in die Schaltkammer, bei dem in der Zeich nung dargestellten Ausführungsbeispiel also von oben, in der Richtung der eingetragenen Pfeile, einströmt.
Wie der weitere Verlauf dieser die Strömungsrichtung des Druckgases angebenden Pfeile zeigt, gelangt das Druck gas durch die düsenförmig ausgebildete Hilfs elektrode 6 in den zwischen der Hilfselek trode 6 und dem untern Schaltkammerpol 4 befindlichen Teil der Schaltkammer und wird entweder durch den hohl ausgebildeten Ge genkontakt 3, durch besondere Öffnungen im Schaltkammerpol 4 oder auch durch im Isolierzylinder 9 angebrachte Öffnungen in die freie Atmosphäre ausgestossen. Es ist auch möglich, dass der Hauptkontakt ein Hohlkontakt ist,
durch den ein Teil des Druckgases nach oben abströmt. Es ist jedoch die in der Zeichnung angegebene Ausfüh rungsform vorzuziehen, in welcher der mit der Feder 5 versehene Hauptkontakt ein stift- oder klotzförmiger Kontakt ist, der an seinem dem Gegenkontakt zugewendeten Ende ein Einsatzstück aus schwer verdampf- barem Material, wie z. B. Wolfram, trägt.
Die Hilfselektrode 6, zwischen welcher und dem Hauptkontakt 1 der Abschaltwider- stand 10 eingeschaltet ist, hat zweckmässig eine die Schaltkammer in axialer Richtung unterteilende Form. Sie besitzt ferner eine düsenförmige Öffnung, duich die das auf der Seite des Hauptkontaktes 1 liegende Schalt- kammerteilvolumen mit dem auf der Seite des Gegenkontaktes 3 liegenden Schaltkam- merteilvolumen verbunden ist.
Die Düsen öffnung ist dabei so gestaltet, dass sie sich in der Strömungsrichtung des Druckgases, das heisst in der Richtung vom geöffneten Haupt kontakt (Stellung 1') auf den geöffneten Ge genkontakt (Stellung 3"') hin, konisch ver engt. Der bewegliche Gegenkontakt 3 dient in der wiedergegebenen Ausführungsform ausser für die Leistungsunterbrechung auch gleichzeitig für die Spannungsisolation des geöffneten Schalters. Zu diesem Zweck wird die Entfernung des Gegenkontaktes in seiner Offenstellung 3"' von der Hilfselektrode 6 und dem in seiner Schliessstellung befind lichen Hauptkontakt 1 genügend gross ge wählt.
In Schaltern für mittlere Spannungen ist es üblich, die Schaltkammer wenigstens an nähernd senkrecht zu stellen und die Schalt gase ausschliesslich nach oben austreten zu lassen. Die Druckgaszuführung erfolgt dann auf dem untern Schaltkammerpol, während der für die Spannungsisolation benützte Kon takt nach unten herausgezogen wird. Die Schalter nach der vorliegenden Erfindung lassen sich jedoch nicht in dieser Weise auf bauen. Es wäre möglich, den beweglichen Gegenkontakt 3 nach oben aus der Schalt kammer zu ziehen und dafür eine kurze Druckgasleitung nach dem dann unten be findlichen Hauptkontakt 1 anzubringen. Die Schaltgase würden dann ebenfalls ausschliess lich nach oben ausströmen.
Wesentlich günstiger ist jedoch die in der Zeichnung angegebene Ausführungsform, in welcher der den Hauptkontakt 1 und die Druckgas zuführungsleitung aufweisende Schaltkam- merpol 2 oben und der Gegenkontakt 3 mit seiner Antriebsvorrichtung unten angeordnet ist. Gegenüber der üblichen Ausführung der Druckgasschalter mit nach oben austreten den Schaltgasen besitzt diese Bauart den Vorteil geringerer Höhe und besserer Raum ausnutzung.
Der allfällige Einwand, dass dieser- Vorteil durch die längere, zum obern Schaltkammerpol führende Druckgasleitung und durch die nach unten ausgestossenen Schaltgase erkauft wird, ist insofern nicht stichhaltig, als sich weder die etwas längere Druckgasleitung noch die nach unten aus gestossenen Schaltgase bei einem Schalter nach der vorliegenden Erfindung irgendwie nachteilig gezeigt haben.
Der Schalter ist in der Zeichnung in der Schliessstellung der Kontakte 1, 3 angegeben. Bei einem Abschaltvorgang wird gleich zeitig Druckgas eingelassen und die Betäti- gungsvorrichtting für den Gegenkontakt 3 in Gang gesetzt. Der Schnellkontakt 1 geht sofort in die Offenstellung 1' und zieht den Leistungslichtbogen. Bei der Löschung des selben befindet sich der Gegenkontakt 3 etwa in der Stellung 3'.
Die wiederkehrende Span nung vermag nun leicht einerseits wegen der noch geringen Distanz zwischen Gegen kontakt 3 und Hilfselektrode 6 und ander seits wegen der durch die heissen Schaltgase hervorgerufenen Ionisation einen Lichtbogen zu zünden, der mit dem Abschaltwiderstand 10 in Reihe liegt. Dieser zweite Lichtbogen erlöscht etwa in der Stellung 3" des Gegen kontaktes 3. Der Gegenkontakt 3 entfernt sich hierauf weiter, bis er in die Stellung 3"' gelangt, in welcher er nunmehr die Span nungsisolation des Schalters übernehmen kann. Der Druckgasstrom wird sodann ab gestellt, und der Hauptkontakt 1 kehrt ver möge der Feder 5 in die ausgezogen darge stellte Schliessstellung zurück.
Zum Schliessen des Schalters wird ledig lich die Antriebsvorrichtung des Gegen kontaktes 3 betätigt, jedoch kein Druckgas in die Schaltkammer eingelassen. Der Gegen kontakt 3 vollzieht den Schliessvorgang, wobei der Abschaltwiderstand 10 durch den Hauptkontakt 1 überbrückt bleibt, so dass der Widerstand nicht belastet wird.