Verfahren zur Herstellung eines Hartmetalles für Werkzeuge und Arbeitsgeräte. Beider Herstellung von Hartmetallwerk zeugen, insbesondere für die Stahlbearbei- tung, werden zur Steigerung der Leistungs fähigkeit und zur Vermeidung von Aus- kolkungen, wie sie die einfachen, Wolfram ka.rbid enthaltenden Metalle aufweisen, heute im allgemeinen Doppelkarbide unter Zusatz eines niedriger schmelzenden Hilfsmetalles verwandt. Teils verwendet man für die Her stellung der Werkzeuge Gemische der ein fachen Karbide, wie z.
B. Wolframkarbid und Titankarbid, llIolybdänkarbid und Titan- karbid, die während .des Sinterungsprozesses zum Teil feste Lösungen bilden, teils auch in besonderem Arbeitsgang hergestellte Dop- pelkarbide.
Das erste Verfahren hat, wie Versuche ergaben, den Nachteil, dass sich während des Sinterungsprozesses überhaupt nur ein geringer Teil der Monokarbide zum Doppel karbid umsetzt, da -die bei der Hartmetall- herstellung übliche Sintertemperatur zur Doppelkarbidbildung nicht ausreicht.
Die Verwendung von titan- oder vana- dinkarbidhaltiger Doppelkarbiden stösst inso fern auf Schwierigkeiten, als zu ihrer Her stellung sehr hohe Temperaturen erforder lich sind, so beispielsweise für die Systeme WC-TiC, TiC-VC und WC-VC 1800 bis 2000 , wodurch eine unerwünschte Korn vergröberung entsteht, und es muss ein kost spieliger Zerkleinerungsprozess zusätzlich eingeschaltet werden, um die für die Her stellung des Hartmetalles erforderlichen Korngrössen zu erhalten.
Ausserdem hat sich gezeigt, dass bei diesen hoben Temperaturen zum Teil Umsetzungen unter Abs,cheidung von Kohlenstoff auftreten, der zwar gröss tenteils gelöst bleibt, aber später bei der Hartmetallherstellung zum Teil von dem Hilfsmetall aufgelöst wird und dadurch einen spröden Korng.renzenzement bildet, was einen nicht unerheblichen Leistungsab fall des Werkzeuges zur Folge hat.
Diese Nachteile hat man unter anderem dadurch zu beseitigen versucht, dass man statt von Titankarbid vom Titanmetall und Wolframkarbid ausging, und dem Gemisch Koh-lepulver im stöchion ietrischen Verhältnis des angewandten Titans beimischte.
Ander seits wurde vorgeschlagen, wäl3;rige L ösun- gen von Salzen hochschmelzender -Metalle, wie beispielsweise Wolframat, und Titan chlorid, zu mischen, einzudampfen, den ge- glühten Rückstand mit der erforderlichen Kohlen:stoffmenge zu vermahlen und in redu zierender Atmosphäre zu karburieren.
Diese Verfahren führen jedoch zu keiner befriedigenden Lösung. Es zeigt sich näm lich, dass man auf diesem Wege zu keinem oxyd- resp. graphitfreien Produkt gelangt. Gerade dem Graphit- und Oxy dgehalt kommt aber bei der Herstellung aller, ins besondere einwandfreier titankarbidlialtiger Hartmetalle eine sehr erhebliche Bedeutnm, zu, da,
das Oxyd des Titans bei der üblichen Sintertemperatur praktisch nicht reduziert wird und der freie Kohlenstoff einerseits niit den Karbiden nur in geringem -Masse rea giert, anderseits aber die Diffusion während der Sinterung behindert.
Ausserdem besitzt Titanmetallpulver, von seiner Luftentzünd lichkeit ganz abgesehen, eine sehr starke Gaslöslichkeit, die bei der Fertigsiriterung Anla.ss zu Porenbildung gibt.
Durch das den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende Verfahren lassen sieh diese =Mängel in einfacher Weise beseitigen. Das Verfahren zur Herstellung eines ein Doppel- oder Mehrfachkarbid enthaltenden HartmetaIles ist. dadurch gekennzeichnet, da.ss mindestens ein Metallkarbid und minde stens ein Metall der 4.
bis G. Gruppe des periodischen System:, unter Zugabe minde- stens eines l.ilfsmetalles vor= iiiedrigereni Schmelzpunkte gemischt,
verpresst und in einer Kohlenstoff abgebenden Atmosphäre gesintert werden. -Man brauelit also hieriraeli nicht von dein Gemisch der einfachen Metallkarbide oder den Doppelkarbiden aus- zugehen, sondern kann z.
B. von Titankarbid und Wolfram, Titankarbid und Molybdän. Titankarbid und Vanadin, unter Be.i- mischung eines geeigneten llilfsnietalles ausgehen, wobei vorteilhaft stets nur der Be standteil in feiner Metallpulverform zuge- mischt; wird, der sich a in leichtesten karbu- rieren lässt.
Dieses Verfahren weist den grossen Vorteil auf, dass die Doppel- oder 1lelirf < iclikarl)idbildung bei sehr viel nied ri-erer Temperatur sieh quantitativ unter gleichzeitiger Legierungsbildung vollzieht und niemals freier Kohlenstoff auftritt.
Es konnte nachgewiesen werden, dass selbst bei Verwende rig eines Titankarbids, das einen freien Kohlenstoffgehalt von 3,5% aufwies, (las nach vorliegendem Verfahren herge stellte Hartinekil:l keinen freien Kohlenstoff mehr enthielt. Es wurde. auch niemals fest bestellt, dass die Karburierung des Metalles über den theoretischen Gehalt von z. B. 6,12% beim Wolfram hinausging.
Ein wei terer Fortschritt kann dadurch erzielt wer- den, dass die Sinterung unter gleichzeitiger Anwendung von Ultraschall vorgenommen wird. -Man erhält, nach vomtehendein Ver fahren ein sehr dichtes, feinkörniges und zähes Material, das selbst bei stärkster Be anspruchung eine ausserordentlich hohe Ver- schleissfestirkeit aufweist.
Ein gcignetes Hartmetall zur Bearbei tung. von Stahl wird beispielsweise erhalten aus:
EMI0002.0129
64 <SEP> Teilen <SEP> Titankarbid
<tb> 18 <SEP> Wolfram
<tb> 31olybdän
<tb> <B>0,1</B> <SEP> Nickel
<tb> Kobalt
<tb> U,3 <SEP> , <SEP> Silicinnikarbid.
Diese Teile werden in air sich bekannter Weise vernialilen, zweckmässig unter An feuchten niit Saceltaroselösung mit einem Druck von 40U-8101) kg/ein' zu Formlingen gepresst, getrocknet und < inscliliessend prei 1.4U0-1600" in einer Kohlenstoff abgeben den Atmosphäre (Leuchtgas,
Wasserstof'f- Met.lian oder Koh.lennionoxyd, bei Verwen dung von Kohlero'liröfen oder bei Kohle sehutzfüllung auch Wasserstoff) gesintert. Es empfiehlt sieh, den Pressling langsam auf 11)U0-1150 zii erwärmen und während der Dauer von etwa einer halben Stunde auf dieser Temperatur zu halten, bevor .man ihn auf die günstigste Sintertemperatur erhitzt.
Die Bildung des Mehrfachkarbids vollzieht sich in diesem Falle unter gleichzeitiger Legierungsbildung rasch und einwandfrei.