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Die Erfindung bezieht sich auf einen medizinischen Verband zur kontinuierlichen Verabreichung von systemisch wirksamen Arzneimitteln.
Ein Hauptzweck der Arzneimitteltherapie besteht darin, zu erreichen, dass während einer gewissen Zeitperiode (Stunden, Tagen, Monaten) eine besonders (gleichmässige, veränderliche oder modulierte) Arzneimittelmenge im Blut umläuft. Viele Arzneimittel, beispielsweise Steroid-Hormone, werden in verhältnismässig kurzer Zeit absorbiert, und sie wirken infolge schneller Umwandlung und Ausscheidung nach der Verabreichung nicht lange. Um den gewünschten therapeutischen Effekt zu erhalten, ist es in den meisten Fällen notwendig, ein Dosierungssystem zwecks Verabreichung mehrerer Einheitsdosen während einer Periode von 24 h zu entwickeln. Die meisten Arzneimittel werden oral oder durch Injektion verabreicht, und mit keiner dieser Verabreichungsarten wird in dem typischen Fall erreicht, dass die gewünschte Arzneimittelmenge im Blut umläuft.
Bei oraler Verabreichung von Arzneimitteln ist es schwierig, wenn nicht unmöglich, zu erreichen, dass eine konstante Arzneimittelmenge im Blut umläuft, selbst wenn das Arzneimittel in periodischen Intervallen verabreicht wird. Die Geschwindigkeit der Absorption von Arzneimitteln durch den Magen- und Darmtrakt wird durch Faktoren wie den Inhalt des Traktes, die Zeit des Durchganges durch den Dünndarm und auch das Ausmass oder die Geschwindigkeit der Zirkulation des Blutes durch den Dünndarm wichtig.
Das im wesentlichen unvermeidbare Ergebnis oraler Verabreichung von Arzneimitteln durch den Magen-
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den Blutgefässen und den Körperteilen folgt. Demgemäss zeigt eine Aufzeichnung der in Zirkulation befindlichen
Arzneimittelmenge bei Dosierung oder Verabreichung mehrerer Tabletten während eines Tages eine Reihe von
Höhepunkten, welche die toxische Schwelle überschreiten können, und von Tiefpunkten. Jedesmal, wenn der
Arzneimittelgehalt im Blut unter einen kritischen Wert fällt, der notwendig ist, um den gewünschten therapeutischen Effekt zu erhalten, wird dieser Effekt nicht mehr erhalten. Noch unangenehmer ist es, dass bei antibakteriellen Arzneimitteln sich die Krankheit erzeugenden Mikroorganismen schnell vermehren, wenn die
Konzentration des im Umlauf befindlichen Arzneimittels unter einen kritischen Wert fällt.
Es ist wahrscheinlich, dass die gegen Arzneimittel widerstandsfähigen mutierten Arten, die zunehmend vorherrschend werden und eines der Hauptprobleme bei der Therapie von Infektionskrankheiten darstellen, genau während solcher Zeiten gebildet werden.
Ein Lösungsversuch für dieses Problem ist die sogenannte Langzeitfreigabe oder Langzeitkapsel in oraler
Verabreichungsform. Hiedurch können in vielen Fällen in vitro und bei Tierversuchen oder klinischen Versuchen bei gesteuerter Ernährung und Aktivität zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden, jedoch ist keine Gewähr dafür gegeben, dass unter den Bedingungen, denen ambulante Patienten normalerweise ausgesetzt sind, erreicht wird, dass eine vorhersehbare Arzneimittelmenge während eines längeren Zeitraumes kontinuierlich umläuft.
Viele wirksame therapeutische Mittel werden durch Bakterienfloren oder Magen- und Darmsekretionen zerstört oder werden in dem Magen- und Darmtrakt schlecht absorbiert.
Verabreichung von Arzneimitteln durch Injektion ist unbequem, schmerzvoll, und es besteht die Gefahr einer örtlichen Gewebereaktion und einer Infektion. Weiters ist die typische Folge einer Verabreichung durch Injektion ein Hochschnellen der Arzneimittelkonzentration im Blut unmittelbar nach der Injektion, wonach sich eine Konzentrationsverringerung und ein weiteres Hochschnellen der Konzentration bei nachfolgenden Injektionen ergibt.
Andere Dosierungsformen, wie Rektalsuppositorien und Unterzungenpastillen, erzeugen ebenfalls ungleichmässige Mengen des im Umlauf befindlichen therapeutischen Mittels. Sie werden vom Patienten nicht gern genommen und haben nur begrenzte Verbreitung.
Sämtliche oben beschriebenen Dosierungsformen bewirken einen impulsförmigen Eintritt des Arzneimittels in den Körper. Unzweifelhaft werden hiedurch Arzneimittelkonzentrationen erzeugt, die jenseits der Aufnahmekapazität der aktiven Zentren liegen (d. h., der Sättigungsgrad wird um viele Grössenordnungen überschritten), wobei die Konzentrationen bis zur Verdünnung in Körperflüssigkeiten die Kapazität der Umwandlung-un Ausscheidungsmechanismen überschreiten können. Das Ergebnis besteht darin, dass sich ein toxischer Arzneimittelpegel während einer Zeitperiode aufbauen kann, woraus sich schädigende Wirkungen für besondere Gewebe oder Organe ergeben.
Um die oben diskutierten Probleme zu vermeiden, ist vorgeschlagen worden, dass systemisch wirksame Arzneimittel durch die Haut hindurch verabreicht werden können. Eine percutane Verabreichung kann den Vorteil haben, dass eine kontinuierliche Verabreichung eines Arzneimittels zum Umlaufen während einer längeren Zeitperiode ermöglicht wird, um gleichmässige Abgabemenge oder Abgabegeschwindigkeit und gleichmässige Arzneimittelmenge im Blut zu erhalten. Beginn und Ende der Arzneimitteltherapie werden durch Anlegen udd Abnehmen der Dosierungsvorrichtung an die Haut bzw. von der Haut eingeleitet. Ungewissheiten der Verabreichung durch den Magen- und Darmtrakt und die Unbequemlichkeit der Verabreichung durch Injektion sind beseitigt.
Da niemals eine hohe Arzneimittelkonzentration in den Körper eintritt, sind die Probleme des impulsartigen oder stossartigen Eintrittes überwunden, und die Umwandlungshalblebensdauer stellt keinen Faktor von steuernder Wichtigkeit dar.
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der gewünschten Absorptionseigenschaft hergestellt und bei der praktischen Ausführung der Erfindung verwendet werden. Die Derivate sollen natürlich so beschaffen sein, dass sie im Körper durch die Wirkung von durch
Körperenzyme unterstützte Umwandlungen, PH-Werte usw., in die wirksamen Arzneimittel überführt werden können.
Das das Arzneimittel enthaltende Reservoir ist aus einem für das Arzneimittel durchlässigem Material gebildet, um den Durchgang des Arzneimittels, beispielsweise mittels Diffusion, durch die Wand des Reservoirs mit verhältnismässig niedriger Geschwindigkeit zu ermöglichen. Gewöhnlich ist die Geschwindigkeit des
Durchganges des Arzneimittels durch die Reservoirwand von der Löslichkeit des darin befindlichen Arzneimittels oder der darin befindlichen Arzneimittellösung sowie von der Dicke der Wand des Reservoirs abhängig. Dies bedeutet, dass die Auswahl der geeigneten Materialien zur Herstellung der Reservoirwand von dem besonderen
Arzneimittel abhängig ist, welches in dem Verband verwendet werden soll.
Durch Ändern der Zusammensetzung und der Dicke der Reservoirwand können die Dosierungsgeschwindigkeit oder das Dosierungsausmass je
Verbandfläche gesteuert werden, da die Reservoirwand als Löslichkeitsmembran wirkt, um das Fliessen oder die
Diffusion des Arzneimittels aus dem Reservoir zu der Klebmittelschicht zu bemessen. Auf diese Weise können mit Verbänden gleichen Flächenbereiches verschiedene Dosierungen eines Arzneimittels geschaffen werden, indem die Charakteristika der Reservoirwand geändert werden. Während es lediglich notwendig ist, dass die sich mit der druckempfindlichen Klebmittelschicht in Berührung befindende Wand des Reservoirs für das Arzneimittel durchlässig ist, werden aus Zweckmässigkeitsgründen alle Wände des Reservoirs gewöhnlich aus dem gleichen
Material gebildet.
Dies trifft selbstverständlich im Fall von Reservoirs in Form von Mikrokapseln immer zu.
Materialien, die dazu verwendet werden, das Reservoir zu bilden, sind solche Materialien, die in der Lage sind, Folienwände oder Matrizes zu bilden, durch welche das Arzneimittel durch Diffusion hindurchtreten kann.
Stoffe, Fasermassen u. dgl., die lediglich Arzneimittellösungen in grossem Ausmass und unkontrollierbar absorbieren und freigeben, sind nicht geeignet, da eine vorhersagbare Freigabe von Arzneimitteln nicht erhalten werden kann.
Eine gegenwärtig bevorzugte Klasse von Materialien zur Bildung des Arzneimittelreservoirs sind die
Organopolysiloxan-Kautschuke, die üblicherweise als Silicon-Kautschuke bekannt sind. Geeignete
Silicon-Kautschuke sind die üblichen wärmehärtbaren Silicon-Kautschuke und die bei Raumtemperatur vulkanisierbaren Silicon-Kautschuke.
Übliche Silicon-Kautschuke, die durch Wirkung von Wärme in den Kautschukzustand umgewandelt werden, sind vorwiegend lineare Organopolysiloxane mit einem mittleren Substitutionsgrad von etwa zwei organischen
Gruppen, die unmittelbar an Silicon je Siliconatom gebunden sind. Vorzugsweise sind die organischen Gruppen einwertige Kohlenwasserstoffreste, wie Alkyl, Aryl, Alkenyl, Alkaryl und Aralkyl, und von diesen werden die
Methyl-, Phenyl- und Vinylreste am meisten bevorzugt.
Durch eine Änderung der organischen Gruppen in dem Silicon-Kautschuk kann die Löslichkeit des
Arzneimittels in dem Polymerisat geändert werden, so dass die Wandergeschwindigkeit des Arzneimittels durch das Polymerisat gesteuert werden kann. Ausserdem können Arzneimittel, die in einem Silicon-Kautschuk unlöslich sind, in einem andern Polymerisat lösbar sein. Eine besonders bevorzugte Klasse von
Silicon polymerisaten sind die reinen Dimethylpolysiloxane.
Bei Raumtemperatur vulkanisierbare Silicon-Kautschuke sind ebenfalls im Handel verfügbar und sind in der Technik bekannt. Allgemein verwenden sie die gleichen Siliconpolymerisate, wie sie oben diskutiert sind, obwohl die Polymerisate oftmals eine grössere Menge von an Silicon gebundenen Hydroxygruppen enthalten. Diese Art von Silicon-Kautschuk härtet bei Raumtemperatur bei Vorhandensein eines geeigneten Katalysators, beispielsweise Zinn (II)-2-äthylhexoat.
Hinsichtlich der Herstellung der Silicon-Kautschuke wird auf die USA-Patentschriften Nr. 2, 541, 137, Nr. 2, 723, 966, Nr. 2, 863, 846, Nr. 2, 890, 188, Nr. 2, 927, 907, Nr. 3, 002, 961 und Nr. 3, 035, 016 verwiesen.
Eine andere Klasse von Materialien, die zur Verwendung beim Bilden des Reservoirs geeignet sind, sind die hydrophilen Polymerisate von Monoestern von Olefinsäuren, beispielsweise Acrylsäure und Methacrylsäure.
Polymerisate dieser Klasse umfassen Polyhydroxyethylacrylat und Polyhydroxyethylmethacrylat. Diese Polymerisate sind im Handel verfügbar und ihre Herstellung ist in den USA-Patentschriften Nr. 2, 976, 576 und Nr. 3, 220, 960 sowie in der belg. Patentschrift Nr. 701813 beschrieben. Wenn diese hydrophilen Polymerisate verwendet werden, ist das Arzneimittel gewöhnlich in einem Lösungsmittel, wie einem niedrigen Alkohol, aufgelöst, um den Durchtritt des Arzneimittels durch das Polymerisat zu unterstützen.
Andere Materialien, die zur Bildung des Reservoirs gemäss der Erfindung verwendet werden können, umfassen Polyvinylalkohol, Polyvinylacetat, plastifiziertes Polyvinylchlorid, plastifiziertes Polyamid, Leim, modifizierten Leim, Gelatine und Wachse wie Polyäthylenwachs, oxydiertes Polyäthylenwachs, hydrogenisiertes Rizinusöl usw.
Bei der in den Fig. l und 2 dargestellten Ausführungsform wird das Arzneimittelreservoir durch Mikrokapseln dargestellt. Bei Bildung der Mikrokapseln kann das Einkapselungsmaterial gleichmässig mit dem Arzneimittel oder der Arzneimittellösung imprägniert werden, um Mikrokapseln zu erhalten, die eine Matrix darstellen, in der das Arzneimittel verteilt ist. Alternativ können Partikel oder Lösungen von Arzneimitteln mit
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dünnen Überzügen des Einkapselungsmaterials eingekapselt werden, um Mikrokapseln zu bilden, die eine innere
Kammer haben, in der das Arzneimittel enthalten ist.
Wenn es gewünscht wird, können Partikel einer Matrix, wie
Stärke, Akaziengummi, Tragantgummi und Polyvinylchlorid, mit dem Arzneimittel imprägniert und mit einem andern Material eingekapselt werden, beispielsweise mit einem der Einkapselungsmaterialien, die zuvor diskutiert worden sind und die als Löslichkeitsmembran wirken, um das Fliessen des Arzneimittels zu der Klebmittelschicht zu bemessen. Durch Verwendung einer Matrix und einer davon verschiedenen Löslichkeitsmembran kann der
Durchtritt des Arzneimittels von den Mikrokapseln verlangsamt werden, was für Arzneimittel erwünscht ist, die von den verfügbaren Einkapselungsmaterialien zu schnell freigegeben werden.
Im Gegensatz dazu wird, wenn eine
Lösung des Arzneimittels eingekapselt wird, durch das Lösungsmittel der Durchtritt des Arzneimittels durch die
Wände der Mikrokapseln beschleunigt.
Es können irgendwelche bekannte Methoden angewendet werden, um die Mikrokapseln herzustellen, die gemäss der Erfindung in die Klebbasis einverleibt werden sollen. Auf diese Weise kann ein Arzneimittel oder eine
Arzneimittellösung dem Einkapselungsmaterial in flüssiger Form zugegeben und durch Mischen in diesem gleichmässig verteilt werden. Es kann auch festes Einkapselungsmaterial mit dem Arzneimittel durch Eintauchen in ein Arzneimittelbad imprägniert werden, um zu bewirken, dass das Arzneimittel in das Material diffundiert.
Darauffolgend kann das feste Material durch Schleifen auf feine Mikrokapseln reduziert werden, von denen jede
Arzneimittel enthält, welches mit dem Einkapselungsmaterial überzogen und in diesem verteilt ist. Statt dessen können feine Arzneimittelpartikel oder Arzneimittellösungen mit einem Überzug eingekapselt werden. Eine geeignete Technik umfasst das Suspendieren von trockenen Partikeln des Arzneimittels in einem Luftstrom und das Inberührungbringen des Stromes mit einem das Einkapselungsmaterial enthaltenden Strom, um die
Arzneimittelpartikel zu überziehen. üblicherweise haben die Mikrokapseln eine durchschnittliche Partikelgrösse von 1 bis 1000 je, obwohl dies für die Erfindung nicht kritisch ist.
Die Mikrokapseln werden dann mit einem druckempfindlichen Klebmittel gemischt. Das Gemisch aus
Mikrokapseln und druckempfindlichem Klebmittel wird dann als Überzug auf einen Unterlagenteil aufgebracht, üblicherweise derart, dass eine Klebmittelschicht einer Dicke von 0, 01 bis 7 mm geschaffen wird, obwohl diese
Grenzen überschritten werden können, wenn mehr oder weniger Arzneimittel erforderlich ist. Der Zweck des
Unterlagenteiles besteht darin, einen Träger für den Verband zu schaffen und den Durchtritt des Arzneimittels durch die Klebmittelfläche von der Körperfläche weg zu verhindern, an der der Verband angelegt ist.
Bei der Ausführungsform, bei der eine getrennte Reservoirschicht verwendet wird, kann das Reservoir dadurch gebildet werden, dass es zu der Gestalt eines hohlen Behälters geformt wird, in welchem das Arzneimittel eingeschlossen ist. Statt dessen kann das Reservoir in Form einer Umhüllung vorhanden sein, die aus Bahnen aus polymerem Material gebildet ist, welches für den Durchtritt des Arzneimittels durchlässig ist und das Arzneimittel einschliesst. Die Wände des Reservoirs haben üblicherweise eine Dicke von 0, 01 bis 7 mm.
Gemäss einer weiteren Ausführungsform kann das Reservoir eine feste Matrix umfassen, in welcher das Arzneimittel gleichmässig verteilt ist. Dies kann dadurch erreicht werden, dass das Arzneimittel dem Matrixmaterial in flüssiger Form zugegeben wird, und dass darauffolgend die Matrix durch Härten oder Kühlen in den festen Zustand gebracht wird oder dadurch, dass festes Matrixmaterial in das Arzneimittel eingetaucht wird, um eine Diffusion des Arzneimittels in der Matrix hervorzurufen. Auf diese Weise ist das Reservoir des Verbandes gemäss der Erfindung ein hohler Arzneimittelbehälter oder eine feste Matrix oder eine im Gelzustand befindliche Matrix. Das Arzneimittel wird durch die Reservoirwand hindurch an die Klebmittelschicht abgegeben, wobei die Abgabegeschwindigkeit durch die Zusammensetzung und die Dicke der Reservoirwand gesteuert ist.
Eine Oberfläche des Arzneimittelreservoirs trägt einen Unterlagenteil. Der Zweck des Unterlagenteils besteht darin, zu verhindern, dass Arzneimittel durch die von der Klebmittelschicht abgewandte Fläche des Reservoirs hindurchtritt. Ein zusätzlicher Zweck des Unterlagenteiles besteht darin, eine Abstützung für den Verband zu schaffen, wo es notwendig ist. Wenn die äussere Fläche des Reservoirs für das Arzneimittel undurchlässig ist und fest genug ist, ist kein gesonderter Unterlagenteil erforderlich. Die andere Fläche des Reservoirs trägt einen Überzug aus einem druckempfindlichen Klebmittel.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der Durchtritt des Arzneimittels aus dem Reservoir (oder den Reservoiren) zu dem Klebmittel durch eine dazwischen angeordnete Löslichkeitsmembran gesteuert, welche gleichfalls aus einem für das Arzneimittel durchlässigen Material, z. B. einem der vorstehend für die Herstellung der Wände des Reservoirs genannten Materialien besteht. Selbstverständlich hat in jedem Fall die Löslichkeitsmembran andere Eigenschaften als die Reservoirwand, wobei zwei Ausführungsarten möglich sind :
Die ganze Reservoirwand oder-matrix kann aus dem die Freigabegeschwindigkeit des Arzneimittels steuernden Material bestehen, und die Löslichkeitsmembran ist zusätzlich vorhanden.
In diesem Fall ermöglicht die Verwendung zweier für das Arzneimittel durchlässiger Schichten eine genaue Steuerung der Freigabe des Arzneimittels, da die Dicke und Zusammensetzung beider Membranen so geändert bzw. aufeinander abgestimmt werden können, dass ein weiter Bereich von Dosierungsmengen je gegebene Verbandfläche geschaffen ist.
Die Löslichkeitsmembran kann aber auch den einzigen, die Freigabegeschwindigkeit des Arzneimittels steuernden Teil des Reservoirs darstellen, während der übrige Teil der Reservoirwand oder die Matrix, in der das Heilmittel verteilt ist, aus irgendeinem andern Material besteht, das als solches keine steuernde Wirkung auf die Freigabegeschwindigkeit des Arzneimittels ausübt.
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Unterlageglieder oder Träger für irgendwelche der Verbände gemäss der Erfindung können biegsam oder nicht biegsam sein. Geeignete Materialien sind z. B. Zellglas, Celluloseacetat, Äthylcellulose, weichgemachte Vinylacetat-Vinylchloridcopolymeren, Polyäthylenterephthalat, Polyamid, Polyäthylen, Polyvinylidenchlorid, beschichtete, biegsame Faserunterlagen, wie Papier und Gewebe und Aluminiumfolie.
Irgendwelche der bekannten dermatologisch annehmbaren, druckempfindlichen Klebemittel, welche eine Arzneimittelwanderung gestatten, können bei der praktischen Ausführung der Erfindung zur Anwendung gelangen. Beispiele von Klebstoffen sind Acrylharze, wie Polymeren von Estern von Acrylsäure mit Alkoholen, wie n-Butanol, n-Pentanol, Isopentanol, 2-Methylbutanol, 1-Methylbutanol, 1-Methylpentanol, 2-Methylpentanol, 3-Methylpentanol, 2-Äthylbutanol, Isooctanol, n-Decanol oder n-Dodecanol, allein oder copolymerisiert mit äthylenisch ungesättigten Monomeren, wie Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylamid, Methycrylamid, N-Alkoxymethylacrylamide, N-Alkoxymethylmethacrylamide, N-tert.-Butylacrylamid, Itaconsäure, Vinylacetat, N-verzweigt.-Alkyl-Maleinsäureamide, wobei die Alkylgruppe 10 bis 24 Kohlenstoffatome hat,
Glykoldiacrylate oder Mischungen von diesen ; elastomere Siliconpolymeren ; Polyurethanelastomeren ; kautschukartige Polymeren, wie Polyisobutylen, Polyisopren und Polybutadien ; Vinylpolymeren, wie Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon und Polyvinylacetat ; Cellulosederivate, wie Äthylcellulose, Methylcellulose und Carboxymethylcellulose ; natürliche Gummis, wie Guar, Acacia, Pektine usw. Zur Verwendung in Verbindung mit der Mundschleimhaut ergeben kautschukartige Polymeren, wie Polyisobutylen, mit oder ohne Gummimodifizierungsmittel gute Ergebnisse, ebenso wie dies bei Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Cellulosederivaten und andern der Fall ist.
Die Klebstoffe können mit Klebrigmachern und Stabilisatoren, wie dies in der Technik bekannt ist, versetzt werden.
Die notwendige Fläche des Verbandes hängt von der Wirksamkeit des Arzneimittels und der Geschwindigkeit der Absorption durch die Haut ab. Üblicherweise hat die Klebfläche des Verbandes eine Grösse
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Es ist zu verstehen, dass die druckempfindliche Klebmittelfläche keine kontinuierliche Schicht an den Verbänden bilden braucht. Insbesondere im Fall eines Verbandes, der eine getrennte Reservoirschicht hat, werden in gleicher Weise vorteilhafte Ergebnisse daudch erhalten, dass eine ringförmige Klebmittelfläche rund um den Umfang der Verbandfläche geschaffen wird. Auf diese Weise wird eine flüssigkeitsdichte Klebmittelabdichtung zwischen dem Verband und der Haut des Patienten aufrechterhalten, und gleichzeitig kann das Arzneimittel von der freiliegenden Fläche der Arzneimittelreservoirschicht direkt von der Haut absorbiert werden, ohne erst durch eine Klebmittelschicht hindurchwandern zu müssen.
Es ist zu bemerken, dass beim Einschliessen des Arzneimittels in einem Reservoir aus einem Material wie Silicon-Kautschuk das Arzneimittel unmittelbar beginnt, in das Einkapselungsmaterial und durch dieses hindurch zu wandern. Beim Mischen der Mikrokapseln mit dem Klebmittel oder beim überziehen der Reservoirschicht mit Klebmittel tritt das durch die Wände der Mikrokapseln oder der Reservoirschicht hindurchtretende Arzneimittel in das Klebmittel ein und sättigt gegebenenfalls das Klebmittel mit dem Arzneimittel. Um einen Durchtritt des Arzneimittels durch die freiliegende Fläche des Klebmittels vor der Benutzung zu verhindern, ist die Klebmittelfläche des Verbandes allgemein mit einer Schutzfolie, wie Wachspapier, vor der Benutzung überzogen.
Statt dessen kann die freiliegende Hinterfläche des Unterlagenteiles mit einer schwach haftenden Schicht überzogen werden und der Verband kann um sich selbst gerollt werden.
Als weitere Alternative kann bei der Ausführungsform der Erfindung, bei der eine getrennte Reservoirschicht verwendet wird, um den Durchtritt des Arzneimittels in die Klebmittelschicht vor der Verwendung zu verhindern, das Klebmittel getrennt von dem Reservoir und der Unterlage zugeführt werden, wobei die Vorrichtung an der Stelle der Benutzung zusammengefügt wird. Beispielsweise können beide Flächen des in Bahnform vorliegenden Klebmittels mit einer Freigabefolie geschützt werden, und die Wand des Reservoirs kann in ähnlicher Weise geschützt werden. An der Stelle der Benutzung können die Freigabefolien von dem Reservoir und einer Fläche des Klebmittels abgenommen werden und die Klebmittelbahn kann an die Reservoirwand angelegt werden, um das Zusammenfügen des Verbandes zu vervollständigen.
Die verbleibende Freigabefolie wird dann von dem Klebmittel abgenommen und der Verband wird dann an den Körper des Patienten angelegt.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand von Beispielen näher erläutert.
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Ein Anteil von 10 g des polymeren Pulvers wird mit 1 g von in Äthylalkohol gelöstem Glyceryltrinitrat gemischt, und die sich ergebende Mischung wird auf eine mechanische Walze gebracht, bis das polymere Pulver das Glyceryltrinitrat zur Sättigung absorbiert hat. Die Lösung wird dann filtriert.
Die sich ergebenden Mikrokapseln von Glyceryltrinitrat werden mit 100 g einer 22%igen Lösung eines viskoelastischen Klebmittels aus einem Copolymeren von Isooctylacrylat und Acrylsäure (94 : 6) in Heptanäthylacetat (70 : 30) so gemischt, dass die Mikrokapseln in der Klebmittellösung gleichmässig verteilt sind.
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Der sich ergebende Schlamm wird als überzug auf ein Cellophanblatt von 10 cm Breite und 100 cm Länge aufgebracht, und das Lösungsmittel wird durch Verdampfung entfernt.
Wenn ein Teil von 5 X 5 cm des sich ergebenden Verbandmaterials auf die Haut einer Person oder eines andern Lebewesens aufgebracht wird, wirkt er dahingehend, dass durch die Haut Nitroglycerin dem Kreislauf verabreicht wird, um eine kontinuierliche Verabreichung der täglichen Dosis von Nitroglycerin für
Coronavasodilatation (Kranzgefässerweiterung) zu liefern. Gewünschtenfalls kann die zu verabreichende Menge des Nitroglycerins erhöht oder herabgesetzt werden, indem man lediglich die Grösse des vorstehend beschriebenen Verbandes zur Aufbringung auf die Haut erhöht oder verringert.
Beispiel 2 : 100g flüssiger Dimethylsiliconkautschuk werden mit 5 g feinzerteiltem kristallinem
Megesterolacetat gemischt. Nach gleichförmiger Mischung des Hormons mit dem unvulkanisierten
Silicon-Kautschuk wird 0, 5 g Zinn (II)-octoat als Katalysator zugegeben, und der Kautschuk wird bei
Raumtemperatur vulkanisiert oder gehärtet. Der sich ergebende Siliconkautschukkörper wird auf eine mittlere Teilchengrösse von 100 11 zerkleinert.
5 g des sich ergebenden eingekapselten Megesterolacetats werden mit 10 g eines druckempfindlichen Klebmittels aus elastomerem Silicon gemischt, um die Mikrokapseln gleichförmig durch das Klebmittel hindurch zu verteilen. Sofort danach wird die Klebmittelmischung auf eine Oberfläche von 100 cm2 eine Polyesterblattes (Polyesterfolie aus Äthylenglykol und Terephthalsäure) als überzug aufgebracht. Der sich ergebende Verband wird zur Regelung der Fruchtbarkeit benutzt.
Beispiel 3 : 0, 3 g trockenes kristallines, pulverförmiges Megesterolacetat wird auf ein Blatt von Dimethylsilicon mit einer Dicke von 0, 13 mm aufgebracht. Das Blatt wird gefaltet, um eine Oberfläche von 100 cm2 auf jeder Seite zu schaffen, und die umgelegten Teile werden mit Siliconklebmittel geschlossen, um eine dünne Hülle zu schaffen, die das Hormon enthält. Eine Seite der Oberfläche der Hülle wird an ein Blatt aus Zellglas gebunden, während die andere Seite mit Dimethylsiliconkautschukklebmittel auf eine Dicke von 2 mm beschichtet wird. Die Klebmitteloberflächenseite des vollständigen Verbandes hat eine Fläche von 100 cm2. Der Verband ist dahingehend wirksam, dass er langsam Megesterolacetat abgibt, und wenn er auf die weibliche Haut aufgebracht wird, ist er brauchbar für eine Fruchtbarkeitskontrolle.
Auf diese Weise liefert die Erfindung eine leicht zu gebrauchende Vorrichtung zur Verabreichung von systematisch aktiven Arzneimitteln durch die Haut und die Mundschleimhaut. Es werden Unsicherheiten der Verabfolgung durch den Magen-Darm-Trakt vermieden, und es kann ein konstanter Arzneimittelspiegel im Kreislauf erzielt werden. Die Behandlung wird durch Aufbringen des Verbandes oder der Bandage auf die Haut oder die Mundschleimhaut begonnen und durch deren Entfernung davon beendet. Der Verband kann die vollständigen Dosierungserfordernisse für eine besondere Zeitdauer, z. B. 24 h, enthalten und verabreichen. Eine Tätigkeit des Patienten ist nur zum Anlegen und Entfernen des Verbandes erforderlich, so dass Unsicherheiten ausgeschaltet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Medizinischer Verband zur kontinuierlichen Verabreichung gesteuerter Mengen von systemisch wirksamen Arzneimitteln während längerer Zeitperioden an den Kreislauf durch Absorption durch die äussere
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aufweist, der a) einen Unterlagenteil (11), dessen eine Oberfläche die eine Aussenfläche des Verbandes bildet, b) ein druckempfindliches Klebmittel (14), das für die Berührung mit der Haut oder Schleimhaut eines
Patienten geeignet ist, und dessen vom Unterteil abgewendete Oberfläche die andere Aussenfläche des Verbandes bildet, und c) zwischen dem Unterlagenteil (11) und der Aussenfläche des druckempfindlichen Klebmittels (14) wenigstens ein Reservoir (12,18) aufweist, welches entweder aus einem von einer Wand begrenzten
Hohlkörper oder aus einer Matrix besteht, in dem bzw.
in der das Arzneimittel enthalten ist, und dass mindestens ein Teil der Wand bzw. der Matrix aus einem die Freigabegeschwindigkeit des
Arzneimittels steuernden Material, z. B. einem Silicon-Kautschuk oder einem hydrophilen
Polymerisat eines Esters einer Olefinsäure, gebildet ist, dessen begrenzte Durchlässigkeit für das
Arzneimittel eine gleichmässige, kontinuierliche Förderung desselben von dem Reservoir zu der Haut oder Schleimhaut mit gesteuerter und vorbestimmter Geschwindigkeit während eines längeren
Zeitraumes sicherstellt, und dass gegebenenfalls zwischen Reservoir (en) (12,18) und Klebmittel (14) eine Membran (16) angeordnet ist, welche gleichfalls aus einem für das Arzneimittel durchlässigen
Material besteht und gewünschtenfalls den die Freigabegeschwindigkeit steuernden Teil des
Reservoirs (der Reservoire) bildet.
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