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Die Erfindung betrifft ein feuchtigkeitssperrendes Füllmittel zur Verwendung in vieladrigen Fernsprechkabeln.
Es ist bekannt, die Hohlräume in vieladrigen Fernsprechkabeln mit feuchtigkeitssperrenden Füllmitteln
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sind, das infolge von Kabelmantelverletzungen eindringt, im Innern des Kabels vom Eintrittspunkt aus weiter ausbreitet und dadurch in unzulässiger Weise die elektrischen Eigenschaften längs einer grösseren Kabellänge nachteilig verändert. Verschiedene feuchtigkeitssperrende Füllmittel sind für diesen Zweck bekannt, wobei die meisten von ihnen aus gelatineartigen Substanzen bestehen, wie z. B. Petroleumgelatine. Es ist wichtig, dass ein feuchtigkeitssperrendes Füllmittel eine hinreichend grosse Viskosität bei der Betriebstemperatur des Kabels aufweist, damit es im Falle eines Kabelmantelschadens nicht aus dem Kabel austritt und dadurch den Eintritt von mehr Wasser in das Kabel ermöglicht als nicht verhinderbar ist.
Die hohe Viskosität der Füllmittel, die für
Kabel mit hohen Betriebstemperaturen notwendig ist, wurde bis heute durch eine Zugabe von Wachsen mit hohem Schmelzpunkt in die gelatineartige Grundsubstanz erreicht. Die Temperatur bei der das Füllmittel den das
Kabel zusammensetzenden isolierten Leitern, deren Umhüllungen usw. bei der Herstellung des Kabels zugegeben wird, ist gewöhnlich niedriger als die Betriebstemperatur des Kabels ; dies bedingt, dass die Viskosität des
Füllmittels bei der Einbringtemperatur höher ist als bei der Betriebstemperatur, mit dem Ergebnis, dass es sehr schwierig ist, das Füllmittel durch Pumpen in das Kabel einzubringen. Die Einbringtemperatur kann z. B. 200C betragen, wogegen die Betriebstemperatur des Kabels 700C oder noch höher sein kann.
Es ist daher Zweck der Erfindung, ein feuchtigkeitssperrendes Füllmittel anzugeben, das eine hohe
Viskosität bei der Betriebstemperatur des Kabels aufweist, jedoch eine hinreichend niedrige Viskosität bei der
Einbringtemperatur, um das Einbringen des Füllmittels in das Kabel durch Pumpen zu erleichtern.
Das erfindungsgemässe feuchtigkeitssperrende Füllmittel zur Verwendung in vieladrigen Fernsprechkabeln ist dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer gegebenenfalls einen Luftanteil aufweisenden Mischung von
Petroleumgelatine und feinverteilter Kieselerde in einem Mischungsverhältnis von etwa 100 : 4 Gewichtsteilen besteht.
Wie bereits erwähnt wurde, ist es wünschenswert, dass das feuchtigkeitssperrende Füllmittel zur
Verwendung in Kabeln, die bei hohen Betriebstemperaturen verwendet werden, bei diesen Temperaturen eine hohe Viskosität aufweist, wogegen das Füllmittel bei den niedrigeren Temperaturen, bei denen es in das Kabel eingebracht wird, zur Erleichterung des Pumpens eine relativ geringe Viskosität aufweisen soll. Diese beiden
Forderungen sind offensichtlich gegensätzlich im Hinblick auf die Tatsache, dass die Viskosität normalerweise bei einem Anstieg der Temperatur sinkt. Es wurde jedoch festgestellt, dass ein feuchtigkeitssperrendes Füllmittel mit diesen Viskositätseigenschaften durch Zusatz von partikelförmigem Füllmaterial zur gelatineartigen
Grundsubstanz, z. B. Petroleumgelatine erhalten werden kann.
Das Mischungsverhältnis von Füllmaterial zu
Gelatine ist von der gewünschten Viskositätskennlinie und auch von der Art und der Partikelgrösse des
Füllmaterials abhängig. Die Eigenschaft des Füllmaterials ist auch durch die Eigenschaften von Form und
Oberfläche der individuellen Partikel mitbestimmt und die Art der Partikel bestimmt die Form der
Viskositätskennlinie. Plattenförmige oder nadelartige Partikel reduzieren die Viskosität des gelatineartigen
Füllmittels mehr als kugelförmige Partikel. Je kleiner die Partikel sind, um so geringer ist ihr erforderlicher Anteil an dem Füllmaterial und um so geringer die nachteiligen Einflüsse des Füllmaterials auf die elektrischen Eigenschaften des Kabels.
Ein solches Kabelfüllmittel hat Eigenschaften, die ähnlich denen von thixotropen Substanzen sind, bei denen die Viskosität durch Bewegen oder Rühren, z. B. durch Pumpen, reduziert wird. Im Falle von flachen oder nadelförmigen Partikeln wird die Viskositätsreduktion durch die Ausrichtung der Partikel in die Bewegungsrichtung unterstützt. Wenn das Kabelfüllmittel praktisch zur Ruhe gekommen ist, sind die Partikel regellos, ungeordnet ausgerichtet und dadurch ist der Anstieg der Viskosität erreicht, der in diesem Fall erwünscht ist.
Ein Beispiel eines feuchtigkeitssperrenden Kabelfüllmittels mit den oben erwähnten Eigenschaften weist 100 Gewichtsteile von Petroleumgelatine und 4 Gewichtsteile von fein verteilter Kieselerde auf. Die Partikel der Kieselerde sind blattförmig und weisen eine Grösse von 5 bis 15. nm auf. Dieses Kabelfüllmittel fliesst bei Kabelbetriebstemperaturen in der Grössenordnung von 1000C nicht.
Das feuchtigkeitssperrende Kabelfüllmittel muss natürlich mit der Leiterisolation und dem Kabelmantel und den weiteren, das Kabel zusammensetzenden Teilen verträglich sein. Feuchtigkeitssperrende Kabelfüllmittel auf der Basis von Petroleumgelatine werden üblicherweise in Zusammenhang mit geschäumten Kunststoffisolationen, z. B. geschäumten Polyäthylen oder Polypropylen verwendet, obwohl sie auch mit Leitern mit fester Kunststoffisolation, Papierisolation oder Kunststoff/Papierfolienisolation verwendet werden können. Obwohl die Zugabe eines feuchtigkeitssperrenden Kabelfüllmittels die Kabeleigenschaften nachteilig beeinflusst, wird dies im Falle von geschäumten Isolationen durch die Wirkung der Schaumisolation wenigstens teilweise ausgeglichen.
Die Dielektrizitätskonstante des feuchtigkeitssperrenden Kabelfüllmittels kann durch den Einschluss von Luft in diesem gesenkt werden, so dass der nachteilige Effekt auf die Kabeleigenschaften weiter vermindert wird. Es ist bekannt, dass bei der Mischung des gelatineartigen Füllmittels mit dem Füllmaterial in einem Schaufel-
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oder Bandmischer automatisch Luft in die Mischung eingebracht wird. Es ist auch möglich, eine Mischmethode zu verwenden, durch die ein vorbestimmter Anteil von Luft eingebracht wird, um ein feuchtigkeitssperrendes
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verseiltes Kabel eingespritzt wird, so dass die Zwischenräume zwischen den Kabelbestandteilen mit dem Füllmittel gefüllt werden. Zu diesem Zweck kann die in der brit. Patentschrift Nr. 1, 136, 344 beschriebene Einrichtung verwendet werden.