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Rollenrichtmaschine
Die Erfindung bezieht sich auf eine Rollenrichtmaschine mit zueinander versetzt angeordneten
Richtrollen und veränderbarem Richtrollenabstand.
In vielen Fällen ist es heute nicht mehr möglich, die ständig steigenden Güteanforderungen bei gewalzten und stranggepressten Profilen mit Richtmaschinen herkömmlicher Bauart zu erfüllen. Es müs- sen deshalb neue Wege gesucht werden, damit den gesteigerten Ansprüchen an die Qualität des veredel- ten Halbzeugs genügt werden kann.
Als besonders zweckmässig haben sich in einer Hinsicht Richtsysteme erwiesen, bei denen der Ab- stand der Hauptrichtachsen voneinander veränderbar ist. Solche Maschinen besitzen den Vorteil, dass sie jenach dem zu richtenden Profilabmessungsbereich auf den dafür günstigsten Rollenabstand eingerichtet werden können.
Der Erzielung einer guten Stabgeradheit stehen nun insofern noch besondere Schwierigkeiten entgegen, weil die Formgenauigkeit der aus einer Walzenstrasse oder Strangpresseinrichtung kommenden Profile zu wünschen übrig lässt. Die erreichbare Formgenauigkeit unterliegt einer Reihe verschiedener Einflüsse und ist z. B. abhängig vom Walzwerk selbst, vom Walzenverschleiss, von der zulässigen Walztoleranz, von der Anordnung der jedem Walzkaliber zugeordneten Führungen, von der Art der Transporteinrichtungen, von den Kühlbetten, den jeweils veränderlichen Umgebungsbedingungen bei geschlossenen oder offenen Hallen und der damit verbundenen unterschiedlichen Abkühlung über die Stablänge usw. Da zudem die einzelnen Einflussgrössen in jedem Betrieb noch verschieden sind, welchen gleichartige Erzeugnisse auch aus diesem Grunde stark voneinander ab.
Dies führt naturgemäss zu Schwierigkeiten und zusätzlichem Arbeitsaufwand bei der Weiterverarbeitung des Erzeugnisses, z. B. im Maschinenbau, bei Stahlkonstruktionen und auf andern Gebieten.
Nach dem vorstehend Gesagten muss also davon ausgegangen werden, dass ein Profil nach seiner Herstellung immer gewisse Formungenauigkeiten aufweist und es daher einer anschliessenden Behandlung bedarf, um das jeweilige Erzeugnis so herzurichten, dass sich bei seiner späteren Verwendung keine Unannehmlichkeiten ergeben.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer Rollenrichtmaschine, die eine solche Behandlung des Halbzeuges ermöglicht.
Zu diesem Zweck sieht die Erfindung vor, eine Richtmaschine mit veränderbarem Richtrollenabstand mit einem oder mehreren Paaren von Kalibrierachsen auszurüsten. Eine solche Maschine kann allenErfordemisseneiner modemen Qualitätsfertigung in wirtschaftlicher Weise gerecht werden. Die Ver-
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sätzlich dazu gestatten es die mit den entsprechenden Rollen versehenen Kalibrierachsen, das Gut in seiner Querschnittsform zu beeinflussen. Dadurch ist es nun möglich, bei einem einzigen Durchlauf eines Profils durch die Richtmaschine zugleich auch die geforderte Formgenauigkeit zu erzielen. Dazu gehören in vollem Umfang auch sogenannte Beibiegevorgänge.
Bei bestimmten Profilen ist es nicht möglich, die endgültige Querschnittsform bereits vollständig durch einen Walzvorgang zu erzielen, sondem es müssen Teile des Profils, beispielsweise Flansche, anschliessend noch durch Anbiegen in die richtige Lage gebracht werden. Mit der erfindungsgemässen Maschine lassen sich alle derartigen Ope- rationen vornehmen, ohne dass hiezu noch eine besondere Vorrichtung zusätzlich zur Richtmaschine erforderlich ist, immer bei der vorhandenen Anpassungsmöglichkeit an unterschiedliche Profilabmes- sungen durch den veränderbaren Rollenabstand.
Es kann zweckmässig sein, je ein Paar von Kalibrier- oder Beibiegeachsen an der Einlaufseite und an der Auslaufseite der Maschine vorzusehen. Dadurch lässt sich eine Beeinflussung der Profilform in zwei Schritten vornehmen bzw. in zwei Teiloperationen aufteilen, so dass auch bei grösseren oder an verschiedenen Stellen des Profils notwendigen Verformungsvorgängen eine grosse Genauigkeit des die
Maschine dann verlassenden Gutes gewährleistet ist.
Eine vorteilhafte Ausführung besteht gemäss der Erfindung darin, dass bei einer Maschine mitzwei durch eine Grundplatte und eine Brücke miteinander verbundenen Ständern die Kalibrierachsen in dem bzw. den Ständem angeordnet sind. Dies stellt eine raumsparende Bauweise dar, weil hiebei die Län- ge der Maschine trotz der hinzukommenden Kalibrierachsen nicht vergrössert zu werden braucht. Ander- seits ergibt sich aber auch keinerlei Beeinträchtigung der Verstellbarkeit der Richtrollen.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Kalibrierachsen in Durchlaufrichtung des
Gutes vor einem Bock oder Gehäuse mit einer Einlaufrolle bzw. hinter einem Bock oder Gehäuse mit einer Auslaufrolle angeordnet. Insbesondere kann es dabei so sein, dass sich ein solcher Ein- bzw. Aus- laufbock im Bereich zwischen den Maschinenständern befindet, wobei er sich auf einer Grundplatte senkrecht zur Durchlaufrichtung verstellen lässt.
Die Zeichnungen veranschaulichen ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Maschine. Es zeigen Fig. 1 die Maschine in Seitenansicht und Fig. 2 eine Stirnansicht von der Einlaufseite her.
Die dargestellte kombinierte Kalibrier- bzw. Beibiege- und Richtmaschine weist zwei Stän- der --1-- auf, die durch eine Grundplatte --38- und eine Brücke --39-- miteinander verbunden sind.
Auf der Grundplatte --38-- sitzen drei Lagergehäuse für die unteren Hauptrichtachsen mit den Richtrol- len --14, 15, 16-. Die Lagergehäuse mit den Richtrollen --14 und 16-- sind zur Veränderung der Rol- lenteilung mit Hilfe von Verstelleinrichtungen --31 und 35-auf der Grundplatte --38- in Durchlauf- richtung verschiebbar. Das untere mittlere Richtachslagergehäuse -37-- ist ortsfest mit der Grundplat- te-38-und der Brücke-39-verbunden. Im Bereich zwischen den Maschinenständern befinden sich zur Aufnahme von Ein-und Auslaufrollen-13-dienende Lagergehäuse bzw. Böcke, die durch Ver- stelleinrichtungen --32, 36- ebenfalls in Durchlaufrichtung verschiebbar sind.
An der Brücke --39-- sind Lagergehäuse für vier obere Richtrollen-17, 18, 19, 20-angeordnet
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29, 33, 34- zwecksKalibrier- oder Beibiegeachsen --2 und 3-gelagert, die jeweils entsprechende Rollen --4, 5-- tragen, zwischen die das zu kalibrierende Profil --6-- eingeführt wird. Die Kalibrierachse-2-ist in Höhenrichtung feststehend, während die Kalibrierachse -3- über einen Spindeltrieb --12-- oder eine andere geeignete Vorrichtung gegen die Achse --2-- je nach der Profilgrösse enger oder weiter angestellt werden kann.
Zwischen den Kalibrierachsen --2, 3-- und den auf ihnen sitzenden Rollen-4, 5- ist jeweils eine Mitnehmerverbindung-7-vorhanden. Zum Antrieb der Achse --2-- dient ein Motor -10-- mit Ge- triebe-8-und zum Antrieb der Achse --3-- ein Motor --11-- mit Getriebe --9--.
Das aus einer Walzenstrasse oder Strangpressanlage kommende Profil-6- (Fig. 2) wird zunächst den Rollen--4, 5-zugeführt, wo der Kalibrier- oder Beibiegevorgang stattfindet, und gelangt dann zur Einlaufrolle --13-- und zu den übrigen Rollen, wobei an der ersten unteren Hauptrichtrolle --14-- der Richtvorgang mit der grössten, an der Rolle --15-, mit geringerer und an der Rolle-16-- mit der ge- ringsten Durchbiegung zum Geraderichten des Profils bewirkt wird.