<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft einen Schuh, insbesondere Haus- oder Hüttenschuh, mit einem Sohlenteil und mit einem mit dem Sohlenteil verbundenen Oberteil aus einem weichen biegbaren Material, der eine Schuhöffnung und zwei miteinander verbindbare Laschen aufweist.
Üblicherweise sind Schuhe derart konzipiert, dass Sie dem Fuss des Trägers angepasst sind. Bei konfektionierten Alltagsschuhen sucht der Kunde den bestpassenden aus, da keine Verstellmöglichkeit erwünscht bzw. erforderlich ist.
Probleme ergeben sich nun dann, wenn sich insbesondere einer der beiden Füsse vorübergehend verändert, beispielsweise aufgrund eines Verbandes einen vergrösserten Ristumfang aufweist, aufgrund einer Verletzung angeschwollen ist, usw. Gut passende Schuhe können dann nicht angezogen werden, und es ist, insbesondere, wenn die Verdickung des Fusses länger andauert, schwierig ein geeignetes Schuhwerk vorzufinden. Ein Ausweg besteht meist nur darin, dass auf dem gesunden bzw. normalen Fuss der gewöhnliche Schuh, und auf dem dickeren Fuss ein grösserer Behelfsschuh, Verbandsschuh, Überschuh od. dgl. getragen wird. Dieser Ersatz ist zwangsläufig von anderem Aussehen als der gewöhnliche Schuh, und nur als Einzelstück erhältlich, das, sobald der dickere Fuss wieder die Normaldimensionen erreicht hat, nicht mehr verwendet werden kann.
Schlüpfer mit Gummieinsätzen sind zwar dehnbar, üben jedoch gerade auf verdickte Füsse einen nicht erträglichen Druck aus.
Aus der FR 26 34 357 A 1 sind Krankenhausschuhe bekannt, deren beiden den vorderen Fussbereich überdeckende Oberteilhälften mit ein oder zwei Klettverschlussstreifen versehen sind. Eine Anpassung an einen vergrösserten Ristumfang ist zwar möglich, da das Oberteil aus einem Klettverschlussschlaufen aufweisenden Gewebe besteht, jedoch öffnet sich dann der Schlitz zwischen den beiden einander nur minimal überdeckenden Hälften, sodass diese Schuhe nicht als verstellbare Normalschuhe verwendbar sind.
Die Erfindung hat es sich nun zur Aufgabe gestellt, Schuhe zu schaffen, die nicht nur im Alltag angezogen werden können, wobei sie das Aussehen üblicher Schuhe aufweisen, sondern auch dann druckfrei getragen werden können, wenn ein Fuss oder auch beide Füsse im Umfang verändert sind.
Erfindungsgemäss wird dies nun dadurch erreicht, dass die beiden Laschen einander vom Zehenbereich zur Schuhöffnung hin zunehmend überlappen.
<Desc/Clms Page number 2>
Hierin unterscheidet sich der erfindungsgemässe Schuh auch von allen geschnürten Schuhen, bei denen zwar Ösenlaschen zueinander gezogen werden können, wodurch die geöffneten Schuhe geschlossen werden, sich aber daraus keine Anpassung des gesamten Oberteiles an einen geänderten Fussumfang ergibt.
Eine bevorzugte, optisch ansprechende Lösung sieht vor, dass der Rand der obenliegenden Lasche von der Mitte des Oberteiles schräg zur Schuhaussenseite verläuft. Der Rand dieser obenliegenden Lasche kann auch etwa mittig verlaufen, wenn der Rand der untenliegenden Lasche von der Mitte des Oberteiles schräg zur Schuhinnenseite verläuft.
Ein besonders grosser Überlappungsbereich wird schliesslich dadurch erzielt, dass beide Laschenränder jeweils schräg zur jeweiligen Schuhseite verlaufen. Auf diese Weise kann das Erweiterungsausmass bis zu 30 % des Ristumfanges betragen.
Als beliebig verstellbare Verbindung zwischen den beiden Laschen ist vorzugsweise ein Klettverschluss vorgesehen, dessen beide Teile entlang der Schuhöffnung im Endbereich des offenen Schlitzes sich über die Überlappungsbreite der Laschen erstrecken.
Der erfindungsgemässe Schuh ist insbesondere als Haus- oder Hüttenschuh, als Freizeitschuh oder einfacher Strassenschuh ausgebildet. Als weiches biegbares Material für den Oberteil ist insbesondere ein Walkstoff od. dgl. vorgesehen. Die grosse Überlappungsbreite der beiden Laschen gestattet es, den Schuh auch mit Verband ruckfrei zu tragen, da die Laschen einander variabel überlappen können, und er schafft die Möglichkeit, trotz einer Verletzung oder eines Verbandes zwei optisch gleiche, gleichgestaltete Schuhe zu tragen, und nach der Wiederherstellung des Normalzustandes die Schuhe wiederum als normale Haus- oder Hüttenschuhe, Freizeitschuhe usw. anziehen zu können.
Nachstehend wird nun die Erfindung an Hand der Figuren der beiliegenden Zeichnung näher beschrieben, ohne darauf beschränkt zu sein.
Es zeigen : Fig. 1 einen Schnitt entsprechend der Linie t-t der Fig. 4 durch ein Paar erfindungsgemässer Schuhe im Normalzustand, Fig. 2 einen gleichen Schnitt durch das Schuhpaar, dessen rechter Schuh maximal erweitert ist,
<Desc/Clms Page number 3>
Fig. 3 einen gleichen Schnitt durch das Schuhpaar, dessen linker Schuh maximal erweitert ist, und Fig. 4 eine Draufsicht auf den vorderen Bereich eines linken Schuhes.
Ein Schuh weist einen Sohlenteil 1, der mit einer wasserdichten, wannenartigen Aussenschicht 8 versehen, beispielsweise vemäht ist, und einen Oberteil 2 aus einem weichen, biegbaren Material, beispielsweise einem Walkstoff, einem weichen Leder, usw. auf.
Der Oberteil 2 ist durch einen etwa mittigen, einseitig offenen Schlitz, der sich bis in den Zehenbereich erstreckt, in zwei einander überlappende Laschen 3,4 unterteilt. Das Überlappungsmass weist am Ende des Schlitzes im Zehenbereich nur eine geringe Breite von beispielsweise einem Zentimeter auf und nimmt zur Öffnung 9 des Schuhs hin zu, in deren Bereich es im wesentlichen der gesamten Breite des Schuhs entspricht. Die beiden Ränder 6,7 der Laschen 3,4 divergieren zur Schuhöffnung 9 hin, wie vor allem in Fig. 4 deutlich erkennbar ist. Zwischen den beiden Laschen 3, 4 ist entlang der Ränder der Öffnung 9, also im offenen Endbereich des Schlitzes ein Klettverschlussband 5 ausgebildet, sodass sich die Überlappungsbreite stufenlos anpassen lässt.
Fig. 1 zeigt die maximale Überlappungsbreite beider Laschen 3,4 entsprechend der Draufsicht von Fig. 4, sodass beide Schuhe der Normalform eines gesunden Fusses entsprechen bzw. angepasst sind. Weist nun einer der beiden Füsse (bzw. auch beide Füsse) einen veränderten Umfang auf, beispielsweise durch eine Schwellung aufgrund einer Verletzung, durch einen Verband, der den Vorderfuss umschliesst, usw., so kann die Überlappung der beiden Laschen 3,4 verringert werden, bis das in Fig. 2 für den rechten Schuh und in Fig. 3 für den linken Schuh gezeigte Überlappungsminimum erreicht ist.
Abgesehen von der Erweiterung des Schuhs, die nur wenig auffällig ist, bleibt der Eindruck eines normalen Schuhpaares gewährt, d. h. trotz eines dickeren Fusses kann auf beiden Füssen der gleiche Schuh getragen werden. Ist die Normalform des Fusses wieder erreicht, so werden beide Schuhe wieder gemäss Fig. 1 mit maximaler Überlappung der Laschen 3,4 wieder verschlossen, und die Schuhe können in gewohnter Weise weitergetragen werden.