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Verfahren zur Herstellung von Spiegeln aus Stoffen, die durch Wasser nicht benetzbar sind, insbesondere aus Plexiglas
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Spiegeln aus Stoffen, die durch Wasser nicht benetzbar sind, insbesondere aus Plexiglas, unter Anwendung an sich bekannter, Metall, vorzugsweise Silber, niederschlagender Lösungen.
Durch die deutsche Patentschrift Nr. 851538 bzw. durch die gleichlautenden Patentschriften in andern Staaten, ist ein Verfahren zur Herstellung von Mecall-, vorzugsweise Silberüberzügen, insbesondere auf Glas und Keramik sowie auf plastischen Massen oder ähnlichen Werkstoffen, wie z. B. Phenolharzen, Melaminharzen, Kunstmassen auf Harnstoffbasis, Acrylsäure-, Styrol- oder Vinylharzen, Zellulosederivaten, Wachsen und Kautschuk, bekanntgeworden, welche Werkstoffe im Sinne der vorliegenden Erfindung als durch Wasser nicht benetzbare anzusehen sind. Unter nicht benetzbaren Werkstoffen sind dabei, wie ersichtlich, auch schlecht benetzbare zu verstehen.
Das Verfahren der oberwähnten Patentschrift beruht darin, dass die zu verspiegelnde Fläche durch alkalische Mittel gereinigt, durch eine Lösung, die aus Wasser und Zinnchlorür mit Zusatz einer ausreichenden Menge von Salzsäure besteht, sensibilisiert und dann mit einem Gemisch aus einer ammoniaklischen Silbernitratlösung und einer reduzierenden Lösung behandelt wird, wobei zumindest in einer der drei Lösungen gewisse oberflächenaktive Stoffe Anwendung finden. Unter diesen oberflächenaktiven Stoffen führt die Patentschrift auch solche an, welche die Wasserbenetzbarkeit der zu verspiegelnde Stoffe durch eine Entspannung des Wassers erreichen bzw. erhöhen, wie z. B. Sulfonalkohole.
Dieses Verfahren eignet sich ausschliesslich für ein Verspiegeln durch die Spritzpistole, bei welchem der trotz seiner Vorbehandlung für den Metallniederschlag unempfindliche Werkstoff unter dem Spritzdruck mit der Metallschichte beaufschlagt wird. Dabei wird jedoch nur eine geringe Haftfestigkeit der Spiegelschichte auf dem Werkstoff erreicht, so dass sich ein auf galvanischem Wege verstärkter Metall- überzug von dem Werkstoff, z. B. einer Wachsmatrize, laut der Patentschrift ohne weiteres lösen, lässt, um allein verwendet zu werden. Ausserdem sind die erzielten Spiegelschichten nicht immer optisch fehlerfrei. Aus diesen Gründen hat das Verfahren für die Erzeugung von Spiegeln aus Stoffen, die durch Wasser nicht benetzbar sind, wie z. B. Plexiglas, keine Anwendung gefunden.
Abgesehen von dem Oberwähnten kann man, wie bekannt, auf den angeführten Werkstoffen spiegelnde Metallschichten noch durch Verdampfen von Metallen im Vakuum oder durch Kathodenzerstäubung von Metallen erreichen, welche Verfahren jedoch verhältnismässig kostspielig sowie umständlich und daher ebenfalls für die Spiegelerzeugung ungeeignet sind.
Gegenüber diesem bekannten Stand der Technik weist die vorliegende Erfindung wesentliche Unterschiede auf und bietet bedeutende Vorteile.
Die Erfindung besteht darin, dass auf den durch Wasser nicht benetzbaren Stoffen, insbesondere auf Plexiglas, eine dünne, glatte Zwischenschichte aus Nitrozellulose angebracht wird, auf welche erst in gleicher Weise wie auf Glas die Metallschichte niedergeschlagen wird.
Dadurch wird ein neues Mittel zur Erzielung der Verspiegelbarkeit der oben angeführten Stoffe bekannt. Dieses bietet eine wesentlich grössere Haftfestigkeit der Metallschichte als die bisher bekannten Mittel. Auch ist das erfindungsgemässe Verspiegelungsverfahren nicht auf die Spritzpistole beschränkt, sondern ermöglicht Verspiegelungen ebenfalls durch blosses Belegen od. dgl. und bietet optisch fehlerfreie Spiegelschichten.
Die Zwischenschichte aus Nitrozellulose, welche weder eindeutig durch Wasser benetzbar noch unbenetzbar ist, trägt man nicht etwa deshalb auf, um die Gleichmässigkeit der Oberfläche zu verbessern,
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sondern weil auf ihr in gleicher Weise wie auf Glas und Keramik besonder3 schöne MetallUberzUge erreicht werden. Sie kann vollkommen durchsichtig sein.
Lösungsmittel von Nitrozellulose sind, wie bekannt, z. B. Äthylester, Butylazetat, Amvlazetat.
Azeton und Alkohole. Zum Lösungsmittel werden üblicherweise Zusätze von Verdünnungsmitteln, wie Benzin, Benzol und Toluol, beigefügt. Ausserdem werden bekannterweise Weichmachungsmittel, z. B. Trikresyl-Phosphat, beigegeben. Auf diese Weise wird der an sich bekannte Nitrolack erzeugt, welcher zur Erzielung einer erfindungsgemässen Schichte aus Nitrozellulose ebenfalls geeignet ist. Er wird in üblicher Weise, z. B. durch Spritzen, Aufwalzen, Giessen oder Tauchen, auf den Werkstoff angebracht.
Weniger eignet sich der bekannte Zaponlack oder Nagellack, Insoweit sein Gehalt an Nitrozellulose sehr gering ist. Je grösser der Gehalt an nitrierter Zellulose im Nitrolack, desto besser haftet die Metallspiegelschichte.
Die oberwähnten Lösungs- und Verdünnungsmittel sollen zweckmässigerweise vollkommen wasserfrei sein, da sonst weisse Stellen sowie eine unebene Fläche der Zwischenschichte entstehen.
Falls die Zwischenschichte aus Nitrozellulose nicht vollkommen glatt ist, wird sie auf Hochglanz durch Schwabbeln und Polieren gebracht und dann erst mit der Spiegelschichte versehen.
Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich natürlich auch für Glas, Keramik und ähnliche Stoffe.
Es ist offensichtlich, dass dieses Verfahren sehr viele Anwendungsmöglichkeiten hat. Ausser der Herstellung von Spiegeln lässt sich hier insbesondere das Schmücken von Gegenständen, welche aus den oben erwähnten Stoffen bestehen, durch Anbringung von Spiegelschichten anfahren
Färbige Spiegel lassen sich z. B. durch einen färbigen zu verspiegelnden Stoff oder eine färbige, durchsichtige Zwischenschichte aus Nitrozellulose herstellen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Spiegeln aus Stoffen, die durch Wasser nicht benetzbar sind, insbesondere aus Plexiglas, unter Anwendung an sich bekannter, Metall, vorzugsweise Silber, niederschlagender Lösungen, dadurch gekennzeichnet, dass auf den durch Wasser nicht benetzbaren Stoffen eine dünne, glatte Zwischenschichte aus Nitrozellulose angebracht wird, auf welche erst in gleicher Weise wie auf Glas die Metallschichte niedergeschlagen wird.