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Lautsprechende Lampe.
Die vorliegende Erfindung benutzt als lautsprechendes Medium die Flamme einer Kohlen- wasserstofflampe. Dieser Flammenkörper bzw. die Masse des verbrennenden Kohlenwasserstoffes bildet das Dielektrikum eines Kondensators, dessen Belege die metallische Ausströmungsdüse und eine in die Flamme eintauchende Elektrode sind.
Falls in Verbindung mit der Kohlenwasserstofflamme (Gas, Petroleum, Weingeist od. dgl.) ein Glühkörper (Auerstrumpf od. dgl.) benutzt wird, kann man mit Vorteil diesen Glühkörper als die eine Elektrode bzw. als den einen Kondensatorbelag verwenden. Da ein von einem modulierten Strom aufgeladener Kondensator alle Spannungsmodulationen getreu wiedergibt und in demselben Rhythmus nicht nur die Spannungen der Belege, sondern auch der Zwang im Dielektrikum wechseln, so werden die im Dielektrikum vorhandenen elektrischen Ver- schiebungsströme sich in dem als Dielektrikum dienenden Flammenkörper bzw. der Flammen- haut als Wärmeschwankungen der glühenden Gasmasse äussern, die auf die umgebende Luft als analoge Schallmodulationen übertragen werden.
Die Flamme wirkt hier als ein nach allen
Richtungen sich ausbreitendes, lebhaftes Expansionszentrum, das im Rhythmus der Spannung- schwankungen des modulierten Antennenstromes die umgebende Luft in analoge, sich kugel- förmig ausbreitende Schallwellen umwandelt.
Der von irgendeinem Empfangsapparat übernommene bzw. der von der Lichtantenne einem Empfangsapparate zugeführte und in diesem gleichgerichtete Strom wird durch irgend eine Kopplung auf den über die Flammen der Kohlenwasserstofflampe geschlossenen Elektroden- kreis übertragen. Im vorliegenden Fall kann beispielsweise auch eine kapazitiv-induktive
Beeinflussung des Elektrodenstromkreises durch die Membran eines hochohmigen Telephons vorgenommen werden. Wird dieses Telephon mit den Klemmen eines Detektors oder Lampen- apparates verbunden, so spricht die eingeschaltete Kohlenwasserstofflampe. Auf diese Weise können durch geeignete Vorrichtungen und Verstärkungen mehrere Kohlenwasserstofflampen, ja sogar die eines ganzen Hauses zum Sprechen bzw. zur Wiedergabe der modulierten Sende- wellen gebracht werden.
Da es ferner möglich ist, durch die Lampen das Kollektorgeräusch der elektrischen
Zentrale zu hören, so hat es auch keinerlei Schwierigkeiten, von vornherein zu bestimmten
Zeiten (Zeiten des Rundfunks) musikalischen Lichtstrom zu liefern, der überall hörbar gemacht werden kann, falls die Elektroden der Kohlenwasserstofflampe mit dem Netz verbunden werden.
Es fallen dann bei den Rundfunkteilnehmern alle Empfangsvorrichtungen weg. Dafür werden nur die entsprechenden Kohlenwasserstofflampen an das den musikalischen Strom liefernde
Netz angeschlossen.
Die Einrichtung nach vorliegender Erfindung ist folgende :
Wird die Flamme einer Kohlenwasserstofflampe als schallübertragendes Expansionszentrum verwendet, so wird diese zwischen zwei Elektroden erzeugt, die als die Belege eines Konden- sators aufzufassen sind, dessen Dielektrikum aus Luft bzw. aus den in der Luft verbrennenden
Flammengasen besteht. Dieses Dielektrikum steht unter dem Einfluss der elektrischen Ver- schiebungsströme, die von den beiden Elektroden (Kondensatorbelegen) aus wirksam sind.
Je grösser die Potentialdifferenzen. desto grösser sind die analogen Werte der Verschiebungsströme und desto grösser die Ausdehnungen und Zusammenziehungen der sehr heissen Flammengase der Kohlenwasserstoft1amme, welche dur'ch ihre Expansionen und Kontraktionen auch die um-
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gebende Luft. in analoge Schwingungen versetzen.
Da die den modulierten Strom zuführenden Elektroden als Kondeiisatörbelege wirken, so kann ihnen die entsprechende Form gegeben werden ; es dürfte aber genügen. als die eine'Elektrode (den einen Kondensatorbelag) die Ausströmdüse des vergasten Kohlenwasserstoffes zu verwenden und als zweite Elektrode (als zweiten Kondensatorbelag) einen hitzebeständigen, beliebig geformten Draht (Platindraht, Chrom- nickeldraht, Wolframdraht od. dgl. ) oder ein metallisches Stäbchen aus Zirkon, Magnesia od. dgl. in die Flamme, eventuell verstellbar einzuführen.
Es kann aber als die eine Elektrode auch ein gebräuchlicher Glühkörper (Auerstrumpf od. dgl. ) verwendet werden, wobei die andere Elektrode entweder durch eine Ausströmdüse oder durch einen in das Lumen des Glühstrumpfes eintauchenden Stift von obengenannter Beschaffenheit ersetzt wird.
Ebenso kann gemäss der Zeichnung eine über einer Weingeistflamme hängende und von dieser zur Glut erwärmte Spirale aus dünnem Platin-oder Chromnickeldraht od. dgl., die selbst nach dem Auslöschen der Flamme durch die Weingeistdämpfe noch beständig in Glut erhalten wird, als Lautsprecher verwendet werden.
Die Einrichtung ist dabei folgende :
Auf einer metallischen Grundplatte 1 ist ein metallischer Ständer 2 angeordnet, der an seinem oberen Ende einen verschiebbaren, mittels'der Schraube 4 durch Festklemmen fixierbaren Querstab 3 trägt, an dem, durch die Schraube 6 fixierbar, eine dünne Spirale 5 aus Platinoder Chromnickeldraht hängt, deren unteres freies Ende unmittelbar über dem Docht 9 einer gläsernen Weingeistlampe 7 hängt, wobei der Docht von dem metallenen Dochthalter 8 getragen
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lampe entzündet, so wird die Platinspirale glühend und glüht auch noch weiter, wenn die Weingeistlampe ausgelöscht wird, weil die Weingeistdämpfe das Glühen unterhalten.
Sie bilden aber auch ein leitendes Dielektrikum zwichen den Elektroden 5 und 8 und entladen so die an diesen herrschende Spannung, so dass im Kreise 12,, 2, 4, 3, 5 bis 8, 10, 11 ein Strom fliesst, wobei die leitende Dampfbrücke zwischen Dochthalter bzw. Ausströmdüse 8 und Spirale 5 eine Art dunklen Bogen bildet. Werden nun auf diesen Stromkreis die modulierten Töne eines Empfängers überlagert, so entstehen durch den Wellenstrom Zusammenziehungen und Ausdehnungen der glühenden Drahtspirale 5 und dadurch Verlängerungen und Verkürzungen der Dampfstrecke. sowie auch Temperaturschwankungen in dieser und der Glühspirale und somit auch rhythmische Expansionen der umgebenden Luftt und als Folge derselben die rhythmischen Töne der übertragenen Sprache oder Musik, d. h. die Einrichtung wird zum Telephon bzw. zum Lautsprecher.
Der modulierte und gleichgerichtete Antennenstrom kann aber auch durch eine kapazitivinduktive Kopplung auf folgende Weise überlagert werden. Die Einrichtung besteht aus einem hochohmigen Telephon, dessen Spulen vom gleichgerichteten modulierten Sendestrom durchflossen werden. Parallel zu der über dem einstellbaren Kern angeordneten Membran ist, nur durch einen kleinen mittels eines Kreisringes hergestellten Zwischenraum getrennt, eine Glimmermembran angeordnet und auf dieser eine Metallfolie und dann wieder eine Glimmermembran usw., d. h. ein auf Spannung geschalteter Kondensator, dessen Endbelege leitend mit den Klemmen verbunden sind. Die Telephonmembran bzw. das mit derselben zusammenhängende Gehäuse ist geerdet, um induktive Ladungen abzuleiten. Der Kondensator ist also in dem Deckel des Telephons untergebracht.
Der modulierte Strom wird bei den Telephon- klemmen zugeführt. Der Kondensator wird mit den Elektroden der Kohlenwasserstomampe in Serie geschaltet und von einem Gleichstrom beliebiger, meist aber hoher Spannung aufgeladen.
Die Wirkungsweise ist nun folgende :
Wird der Strom der Lichtleitung (Gleichstrom) oder einer Batterie über die Kohlen- wasserstomampe an die beiden Klemmen des Kondensators angeschlossen (parallel oder in Serie), so wird der Kondensator aufgeladen und Überspannungen des Gehäuses und Kondensators über einen Silitwiderstand zur Erde abgeleitet.
Wird nun die Membran durch die Spulenströme erregt, so wirkt diese mechanisch schwingende Zusatzkapazität modulierend auf den den Kondensator aufladenden Strom der Lautsprecherlampe.
Die Anordnung kann aber auch so getroffen werden, dass die Membran selbst, durcheinen Glimmerring vom Gehäuse isoliert, den einen Endbelag des Kondensators bildet, so dass die Kondensatorladung direkt vom Spulenstrom moduliert wird.
Die beschriebenen Ausführungsformen sind nur bespielsweise und es können auf Grund der vorliegenden Ausführungsformen noch andere Ausführungen der Lampe sowohl der Form als auch der Bauart und dem Material nach getroffen werden, ohne dass das Wesen der der Erfindung geändert wird. Ebenso können die Schaltungsarten beliebig sein und die Lampe auch anderen Zwecken als denen des Rundfunks dienen,